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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Jede Menge Leichen und schwarzer Humor

Helga räumt auf von Raab Thomas

In seinem zweiten Krimi mit Hannelore „Hanni“ Huber tun sich abermals tiefe Abgründe auf. Zuerst wird der Hanni, die wegen ihrer Krampfadern an manchen nur mühsam vorwärtskommt, von der Schweinebauernfamilie Grubmüller ein Maisfeld vor die Aussicht gepflanzt. Da kommt es doch einer Genugtuung gleich, als der Altbauer Johann Grubmüller ausgerechnet in der hauseigenen Jauchegrube zu Tode kommt.

Und, er wird nicht der einzige Tote bleiben. Denn die beiden Familien Grubmüller und Praxmoser sind seit zwei Generationen bis aufs Blut verfeindet. Der Anlass? Man oder vielmehr Hannelore Huber weiß es nicht ganz genau, hegt aber einen Verdacht. Eigentlich will sie ja nur ihre Ruhe , ist aber plötzlich mitten in den Ermittlungen, denn der Dorfpolizist ist mehr als überfordert.

Meine Meinung:

Ein bisschen Glaubenthal steckt vermutlich in jedem der ländlichen Orte, in denen jeder jeden kennt. Vor allem die chauvinistische Haltung der meisten Männer und die Opferrolle vieler Frauen scheinen aus dem (dörflichen) Leben gegriffen. Lieblose, weil unter anderen Gesichtspunkten geschlossene Ehen werden fortgeführt, die Gewaltbereitschaft vieler Männer, die mit erhöhten Alkoholspiegel steigt und Ehebruch, der auch vor dem Pfarrhaus nicht Halt macht, sprechen eine deutliche Sprache, dass die Hölle eher auf Erden zu suchen ist. Kein Wunder, dass hier zur Selbsthilfe gegriffen wird.

Die Auflösung ist für mich nicht ganz überraschend, deutet ja bereits der Titel das Großreinemachen an. Dennoch ist der Krimi spannend, denn bevor es zum Showdown kommt, müssen die diversen Beziehungen, die wie das Myzel der Pilze unter der Oberfläche dahinwuchern, aufgedröselt und entflochten werden.

Thomas Raubs Schreibstil besticht durch beißende Ironie und eigenwillige Wendungen. Der Krimi ist nicht wie viele andere Regionalkrimis geradlinig durchstrukturiert, sondern schweift durch die Beschreibungen der Dorfbewohner und deren Verhalten immer wieder ab. Immer wieder ist der Leser versucht, innezuhalten und die Ereignisse zu sortieren.

In diesem Krimi gibt es wenige Sympathieträger. Selbst die alte Huberin ist nicht ganz frei von Boshaftigkeit.

Fazit:

Wer einen Krimi mit sprachlich gehobenen Niveau und abseits des üblichen „Whodunit“ lesen möchte, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

EIn Augenzeugenbericht

Ich rede von der Cholera von Heinrich Heine

Während seines Parisaufenthaltes im April 1832 bricht in der Stadt die Cholera aus. Heinrich Heine berichtet als Chronist der Augsburger Allgemeinen Zeitung über die Krankheit und das Verhalten von Behörden und Einwohnern.

Die Cholera ist zuvor schon in London ausgebrochen. Da man um die Art der Ansteckung nichts weiß, wird sie zunächst einmal von der Pariser Stadtverwaltung nicht ernst genommen und als Problem der Londoner angesehen.

Erst als es auch in Frankreichs Hauptstadt zum Massensterben kommt, versucht die Stadtregierung mit teilweise untauglichen Mitteln die Seuche einzudämmen. Wer kann, flieht aufs Land und trägt damit zur Weiterverbreitung der Krankheit bei.

Wie bei solchen Seuchen üblich, gibt es jene, die trotz der verhängten Maßnahmen lustig weiterfeiern und solche, die Schuldige suchen. Das Gerücht der „Brunnenvergifter“ macht wieder einmal die Runde und der Aufstand ist nicht weit. Die letzte Revolution ist ja gerade einmal zwei Jahre (1830) her.

Neben den chaotischen Zuständen berichtet Heinrich Heine über alle jene, die in Paris ausharren und unter Einsatz des eigenen Lebens zu helfen versuchen.

Die Ähnlichkeiten zur aktuellen Situation sind verblüffend, wenn auch die beiden Krankheiten nicht miteiiander vergleichbar sind.
Ignoranz, Egoismus, Panik(mache) und falsche Informationen tragen damals wie heute zum Chaos bei. Wie 1832 ergötzen sich auch heute viele Menschen an den täglich veröffentlichten Zahlen der Toten. Wenn man die Bilder von Massengräbern in Italien und/oder Südamerika sieht, kann man sich auch vorstellen, wie es im Paris von 1832 zugegangen sein muss, nur um ein vielfaches unhygienischer.

Heines Bemerkung „Angst ist bei Gefahr das gefährlichste“ hat den Nagel auf den Kopf getroffen und trifft auch heute zu.
Mit seiner genauen Beobachtungsgabe und bissigen Bemerkungen trifft Heinrich Heine den Nerv der Zeit.

Im Anhang ist diese Reportage der Augsburger Allgemeinen Zeitung als Faksimile abgedruckt.

Fazit:

Ein authentischer Augenzeugenbericht aus einer von Krankheit und Tod gekennzeichneten Stadt. Parallelen zu heute sind deutlich erkennbar. Gerne gebe ich diesen Gedanken von Heinrich Heine 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein Augenzeugenbericht

Ich rede von der Cholera von Heinrich Heine

Während seines Parisaufenthaltes im April 1832 bricht in der Stadt die Cholera aus. Heinrich Heine berichtet als Chronist der Augsburger Allgemeinen Zeitung über die Krankheit und das Verhalten von Behörden und Einwohnern.

Die Cholera ist zuvor schon in London ausgebrochen. Da man um die Art der Ansteckung nichts weiß, wird sie zunächst einmal von der Pariser Stadtverwaltung nicht ernst genommen und als Problem der Londoner angesehen.

Erst als es auch in Frankreichs Hauptstadt zum Massensterben kommt, versucht die Stadtregierung mit teilweise untauglichen Mitteln die Seuche einzudämmen. Wer kann, flieht aufs Land und trägt damit zur Weiterverbreitung der Krankheit bei.

Wie bei solchen Seuchen üblich, gibt es jene, die trotz der verhängten Maßnahmen lustig weiterfeiern und solche, die Schuldige suchen. Das Gerücht der „Brunnenvergifter“ macht wieder einmal die Runde und der Aufstand ist nicht weit. Die letzte Revolution ist ja gerade einmal zwei Jahre (1830) her.

Neben den chaotischen Zuständen berichtet Heinrich Heine über alle jene, die in Paris ausharren und unter Einsatz des eigenen Lebens zu helfen versuchen.

Die Ähnlichkeiten zur aktuellen Situation sind verblüffend, wenn auch die beiden Krankheiten nicht miteiiander vergleichbar sind.
Ignoranz, Egoismus, Panik(mache) und falsche Informationen tragen damals wie heute zum Chaos bei. Wie 1832 ergötzen sich auch heute viele Menschen an den täglich veröffentlichten Zahlen der Toten. Wenn man die Bilder von Massengräbern in Italien und/oder Südamerika sieht, kann man sich auch vorstellen, wie es im Paris von 1832 zugegangen sein muss, nur um ein vielfaches unhygienischer.

Heines Bemerkung „Angst ist bei Gefahr das gefährlichste“ hat den Nagel auf den Kopf getroffen und trifft auch heute zu.
Mit seiner genauen Beobachtungsgabe und bissigen Bemerkungen trifft Heinrich Heine den Nerv der Zeit.

Im Anhang ist diese Reportage der Augsburger Allgemeinen Zeitung als Faksimile abgedruckt.

Fazit:

Ein authentischer Augenzeugenbericht aus einer von Krankheit und Tod gekennzeichneten Stadt. Parallelen zu heute sind deutlich erkennbar. Gerne gebe ich diesen Gedanken von Heinrich Heine 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein kluges Buch - eine unbedingte Leseempfehlung

Propaganda. 100 Seiten von Alexandra Bleyer

Nur 100 Seiten zu „Propaganda“? Reicht das? Kann man dieses schier unerschöpfliche Thema in so wenigen Seiten abhandeln? Ja, man kann es, also Alexandra Bleyer kann es!

Das hat sie schon in ihrem anderen Buch „Napoleon“ aus der Reihe „Reclam - 100 Seiten“ bewiesen. Wie wir ja wissen, ist Napoleon selbst der Meister der Propaganda, dem auch in diesem Buch Platz eingeräumt wird.

In folgenden sieben Kapiteln gibt uns die Autorin und Historikerin einiges an Rüstzeug mit, die allgegenwärtigen Mittel der Propaganda zu durchschauen:

Ein Werkzeug des Bösen?
Von der Propaganda zur PR- und Öffentlichkeitsarbeit
Information und Desinformation
Medien zwischen „Lügenpresse“ und „vierter Gewalt“
Die vielleicht besten Manipulationsstrategien
Propaganda-Krieg
Kein Schweigen der Lämmer

Anhand griffiger Beispiele wird zwischen schwarzer, grauer und weißer Propaganda unterschieden.

Besonders gut gelungen sind die "10 Gebote" und die Check-Liste, mit deren Hilfe vom aufmerksamen Leser Propaganda leicht erkannt werden kann, denn "Propaganda wirkt nur, bis man sie als solche entlarvt".

Für alle jene, die sich weiter mit dem Thema auseinander setzen wollen, findet sich im Anhang eine lange Liste ausgewählter Literatur.


Fazit:

Ein kluges, informatives Buch, das zeigt, wie man sich im Dschungel von Propaganda, Fake News und Desinformation zurechtfinden kann. Gerne gebe ich diesen 100 Seiten 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von aon.912401633@aon.at:

Gehen Träume in Erfüllung?

Propaganda. 100 Seiten von Alexandra Bleyer

Berlin in der Vorkriegszeit. die beiden Lichtenstein-Brüder führen mit ziemlich gegensätzlichen Vorstellungen ein Modehaus. Jacob möchte die Pariser Mode etwas verifiziert in seinem Haus anbieten. Er stößt nicht überall auf Zustimmung. Thea und Hedwig arbeiten dort und träumen von etwas Besserem.

Ella ist eine Schauspielerin, welche es aber nach der ersten größeren Rolle zum Film zieht. Dann brennt das Lichtenstein. Ist es das Ende des Hauses und auch das Ende der Träum der Protagonisten? Die Autorin vermittelt ein lebensnahes Lesen. Ihre Schilderungen sind spannend, aber nicht übertrieben. Es kommt natürlich auch die Liebe nicht zu kurz und die Geschichte bleibt spannend bis zum Schluss. Was will man mehr. Über 450 Seiten Lesegenuss!

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Rezensionen von goejos:

Gehen Träume in Erfüllung?

Das Lichtenstein von Averbeck Marlene

Berlin in der Vorkriegszeit. die beiden Lichtenstein-Brüder führen mit ziemlich gegensätzlichen Vorstellungen ein Modehaus. Jacob möchte die Pariser Mode etwas verifiziert in seinem Haus anbieten. Er stößt nicht überall auf Zustimmung. Thea und Hedwig arbeiten dort und träumen von etwas Besserem.

Ella ist eine Schauspielerin, welche es aber nach der ersten größeren Rolle zum Film zieht. Dann brennt das Lichtenstein. Ist es das Ende des Hauses und auch das Ende der Träum der Protagonisten? Die Autorin vermittelt ein lebensnahes Lesen. Ihre Schilderungen sind spannend, aber nicht übertrieben. Es kommt natürlich auch die Liebe nicht zu kurz und die Geschichte bleibt spannend bis zum Schluss. Was will man mehr. Über 450 Seiten Lesegenuss!

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Rezensionen von rewareni:

Unheilvolle Dunkelheit

Dinner in the Dark (Kurzgeschichte, Spannung) von Frank Harnisch

Martin wollte eigentlich nur seine Ehe retten mit einem romantischen Dinner, dass dieses in völliger Dunkelheit statt findet, sollte das Ereignis noch spannender machen. Doch das besondere Ereignis, wird in einer Katastrophe enden.
Aus der booksnacks Kurzgeschichten-Reihe stammt die Geschichte ,,Dinner in the Dark“ von Frank Harnisch.

Der Autor bietet eine spannende und auch etwas gruselige Geschichte, wo man als Leser das Ende nicht unbedingt erwarten würde. Man weiß zwar, dass etwas passieren wird, aber man ahnt nicht was. Das Ende hätte ich mir noch ein wenig länger gewünscht, dann wäre die Spannung optimal gewesen. Trotzdem hat es Spaß gemacht in die ,,Dunkelheit“ einzutauchen.

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Rezensionen von Castilleja:

Spannend

Der Würfelmörder von Stefan Ahnhem

Dies ist bereits der vierte Band um den Ermittler Fabian Risk. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn ich fand die Vorgänger immer sehr spannend - und typisch skandinavisch, im positiven Sinne. Allerdings ist mir hier - mehr noch in den anderen Bänden - aufgefallen, dass Leser, die die Vorgänger nicht kennen, vermutlich nicht so sehr dieses Buch "verschlingen" werden und alles nachvollziehen können, da es sehr viele Verbindungen zu den anderen Büchern gibt und Fälle weiter bearbeitet werden, die noch nicht gelöst werden und auch das Beziehungsgeflecht der Personen für einen Neueinsteiger sicherlich nicht immer gut nachvollziehbar ist.

Wenn man die Bücher jedoch kennt, erhält man auch hier wieder eine sehr spannende, hochaktuelle Lektüre. Gerade das Thema der Schwedendemokraten wird meines Erachtens gut eingebracht und thematisiert, ohne polarisierend zu sein.

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Rezensionen von KimVi:

Konnte mich leider nicht richtig überzeugen

Wings of Silver. Die Rache einer Frau endet nie von Läckberg Camilla

Endlich führt Faye das Leben, das sie sich immer erträumt hat. Ihre Firma ist erfolgreich und als Geschäftsfrau ist sie mittlerweile hoch angesehen. Da Geld keine Rolle für sie spielt, führt sie ein luxuriöses Leben in Italien. Die Vergangenheit scheint ihr nichts mehr anhaben zu können. Doch dann bricht ihr verhasster Ex-Mann aus dem Gefängnis aus.

Faye ist klar, dass er alles daran setzen wird, sie zu finden. Und ausgerechnet jetzt scheint es jemand auf ihre Firma abgesehen zu haben und eine Übernahme zu planen. Faye ist entschlossen, ihr neues Leben nicht kampflos aufzugeben...



"Wings of Silver" ist die Fortsetzung von "Golden Cage". Obwohl man diesen Folgeband wahrscheinlich auch dann lesen kann, wenn man den ersten Teil nicht kennt, sollte man die Reihenfolge einhalten, damit man Fayes Beweggründe besser nachvollziehen kann. Es gibt zwar kurze Rückblicke, aber die können natürlich nicht den ersten Band ersetzen.



Ich habe den ersten Teil mit großer Begeisterung gelesen und geradezu verschlungen. Deshalb waren meine Erwartungen an die Fortsetzung hoch. Der erneute Einstieg ist mir gut gelungen, denn durch die kurzen Rückblicke konnte ich mich wieder mühelos an die damaligen Ereignisse erinnern.



Durch den gewohnt flüssigen und sehr angenehm lesbaren Schreibstil war ich von Anfang an wieder mitten im Geschehen. Leider plätscherte die Geschichte anfangs eher vor sich hin. Spannende Momente suchte ich zunächst vergeblich. Dafür gab es allerdings ausufernde Liebesszenen, die mir spontan hochgezogene Augenbrauen entlockt haben. Denn in einem Spannungsroman war ich darauf nicht vorbereitet und keineswegs in dieser Form.



Faye wirkte in diesem Band deutlich naiver und wenig sympathisch auf mich. Deshalb konnte ich ihre Handlungen manchmal kaum nachvollziehen und mich schon gar nicht mit ihr identifizieren. Dadurch, dass sie so intelligent beschrieben wird, und dann blauäugig durchs Leben geht, wirkte die Handlung stellenweise sehr konstruiert und unglaubwürdig auf mich. Zum Ende hin stellte sich die bis dahin vermisste Spannung doch noch ein, was mich ein wenig versöhnt hat.



"Wings of Silver" konnte mich leider nicht so sehr begeistern, wie der erste Teil. Denn den habe ich geradezu atemlos verschlungen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala gebe ich dieser Fortsetzung drei, wenn auch äußerst knappe, Bewertungssternchen. Da man über Geschmack ja bekanntlich streiten kann, sollte man selbst zum Buch greifen und sich eine eigene Meinung bilden.

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Rezensionen von MAD-Moiselle:

Schwarzmalerei

Im nächsten Leben wird alles besser von Hans Rath

Dieser Roman hat mich komplett überrascht. Denn die Geschichte ist anders als erwartet. Das Cover hatte mich sofort angesprochen, das Layout passend zur Geschichte sehr futuristisch und digital. Der Schreibstil ist witzig und unterhaltsam. Nur zum Ende hin wird es ein wenig mühsam, kompliziert und umständlich.

Die Charaktere wurden detailreich und amüsant ausgearbeitet. Dass ausgerechnet ein Buchhändler, also ein Beruf, der doch für Belesenheit und Klugheit steht, sein Leben vergeigt haben soll, finde ich an sich schon absurd. Was will mir der Autor damit sagen?

Fantastisch, philosophisch, witzig. Allerdings ist mir der Zeitsprung zu kurz. Hätte sich der Protagonist im Jahre 2000 befunden, wäre die Geschichte sogar glaubhaft gewesen. 25 Jahre sind mir einfach zu kurzfristig. Ich denke, dass dieser Roman eine Art Parodie sein soll. Der Autor Hans Rath nimmt hier ganz gewaltig alle Schwarzseher auf die Schippe. Nachdem ich erst vor wenigen Tagen auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=f4U2zW4IPDY) einen Dokumentarfilm aus dem Jahre 1972 (meinem Geburtsjahr) anschaute, wurde mir klar, dass die damalige Generation ebenfalls die Zukunft viel zu düster betrachtet hatte. Vergleicht man die Erwartungen von damals mit dem heutigen Leben, ist alles anders gekommen. Unsere Welt ist sauberer, gerechter und bunter geworden. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, alles schwarzzusehen, der Jugend nichts zuzutrauen, wobei er gerne vergisst, selbst einmal jung gewesen zu sein, aber am Ende ist es genau sie, die die Welt zum Positiven verändert. Für mich ist dieser Roman intelligente Unterhaltung, natürlich auch ein Denkanstoß. Hier geht es allerdings weniger um die künstliche Intelligenz und die technische Entwicklung oder die Errungenschaften, die uns das Leben erleichtern, beides verleiht der Geschichte nur einen Rahmen und kann letzten Endes auch nur so intelligent sein kann wie die, die sie programmiert und erfunden haben.

Hans Rath hat in diesem Roman zwei Standpunkte gegenüber gestellt: Der Pessimist erklärt dem Optimisten seinen Standpunkt. Der Protagonist hat sich sein Leben durch seine ständige Schwarzmalerei und seine Zukunftsängste selbst versaut. Wie wahr!

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