Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C. P.:
Geheimnisse einer Kleinstadt
Roy und sein jüngerer Bruder Carl wuchsen auf einem abgelegenen Hof im norwegischen Ödland auf, von seinem Vater scherzhaft ihr Königreich genannt. Vom Typ her sind die beiden grundverschieden. Roy, der Erzähler, ist introvertiert und würde alles, aber auch wirklich alles tun, um seine Lieben zu beschützen, während Carl sich als Teenager zum Sunnyboy des Ortes mausert und schnell lernt, andere für sich einzuspannen.
Mittlerweile sind die beiden erwachsen und Carl kehrt mit seiner Frau als Businessman nach Norwegen zurück, um den Bewohnern seines Heimatdorfes ein Großprojekt schmackhaft zu machen. Im Laufe seiner Erzählungen, gespickt mit vielerlei Rückblenden, kristallisiert sich heraus, dass nicht nur die Brüder eine mörderische Vergangenheit haben, sondern auch der ein oder andere Dorfbewohner so seine kleinen Geheimnisse hat.
„Tu, was getan werden muss. Und tu es jetzt.“
Nach diesem Motto handelt Roy. Und damit ist nicht nur sein Job als Tankstellenbetreiber gemeint. Tatsächlich hat er eine bewegte Vergangenheit als Jugendschläger hinter sich. Und noch so einiges mehr. Erstaunlicherweise hat der Autor es geschafft, Roy als Ich-Erzähler trotz seiner teils brutalen Vorgehensweise so darzustellen, dass er dem Leser sympathisch wird, seine brutalen Handlungen gar nicht mehr so erschreckend wirken. Zumal er viele Handlungen nur deswegen begeht, um für seinen Bruder Carl da zu sein, mit dem ihn eine auf mich etwas aussergewöhnliche wirkende Bruderliebe verbindet. Und tatsächlich wirkte vielmehr Strahlemann Carl auf mich als der bösartigere Bruder, als der Wolf im Schafspelz, der keine Skrupel hat, die eigene Familie auszunutzen.
Angegeben ist das Buch als Kriminalroman und tatsächlich liegen einige Morde in der Vergangenheit der Brüder, welche der Dorfpolizist aufzuklären versucht. Da Roy nach und nach davon berichtet, was geschah, muss man als Leser jedoch keinerlei Vermutungen anstellen sondern erlebt vielmehr mit, wie die Brüder weiterhin ihre Weste versuchen, sauber zu halten. Dass auch andere Bewohner des Ortes keine weiße Weste tragen, erzählt Roy dann auch so nebenbei, so dass die Hauptpersonen des Ortes sich nach und nach angenehm komplex entwickeln. Deswegen würd ich das Buch eher als Roman mit kriminellen Handlungen bezeichnen.
Manchmal verwirrte mich das Verhalten der Brüder in jungen Jahren, welche nur ein Jahr Alterunterschied haben, was aber manchmal eher so wirkte, als sei Carl jünger, als er wirklich war. Wobei man nicht vergessen darf, dass Roys Sichtweise natürlich subjektiv ist und seine Interpretationen nicht immer korrekt sein müssen. Die Spannung ist gleichbleibend moderat, es gibt immer irgendwas, worauf man als Leser neugierig ist, ohne, dass es wirklich zu großen Spannungspeaks kommt. Vielmehr wurden immer wieder Hintergründe beleuchtet, welche an Roys Charakterentwicklung beteiligt waren.
Ein komplex aufgebauter Roman, eine Mischung aus Familiendrama und kriminellen Handlungen, welcher nur wenig mit einem klassischen Krimi gemein hat.
Rezensionen von KimVi:
Eiskalte Ermittlungen für Leclerc und Mops Tyson
Eiskalte Provence Ein neuer Fall für Albin Leclerc . 23.09.2020. Paperback / softback. von Lagrange Pierre
Die Vorbereitungen auf das bevorstehende Weihnachtsfest laufen auf Hochtouren. Der pensionierte Commissaire Albin Leclerc wird von seiner Lebensgefährtin mit zahlreichen Einkäufen betraut. Doch bei Leclerc will keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen, denn das Ergebnis einer ärztlichen Routineuntersuchung beschäftigt ihn.
Doch Ablenkung naht, denn die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau wird aufgefunden. Da die Polizei so kurz vor Weihnachten überlastet ist, ist es für Leclerc selbstverständlich, sich in die Ermittlungen einzumischen und auf eigene Faust nach Hinweisen zu suchen...
"Eiskalte Provence" ist bereits der sechste Fall den der pensionierte Kommissar, gemeinsam mit seinem Mops Tyson, in seinem eigentlich wohlverdienten Ruhestand verfolgt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Es gibt zwar Nebenhandlungen, die sich als roter Faden durch die Reihe ziehen, aber diese nehmen nicht zu viel Raum ein und außerdem fügen sie sich so schlüssig in die Handlung ein, dass man nicht das Gefühl hat, dass Vorkenntnisse nötig sind.
Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei Leclercs Ermittlungen im Zentrum stehen. Dies ist der erste Band, in dem man Leclercs Ermittlungen nicht in sommerlicher Hitze, sondern in der Vorweihnachtszeit verfolgt. Doch auch dieses Mal versteht es der Autor hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man beim Lesen das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Der Schreibstil ist locker und angenehm lesbar. Leclerc ist und bleibt ein Original und seine Dialoge mit Mops Tyson sind einfach unschlagbar.
Der aktuelle Fall startet zwar, durch eine rasante Anfangsszene und das Auffinden der grausam zugerichteten Leiche, mit einem echten Paukenschlag, verläuft dann allerdings zunächst eher in ruhigen Bahnen. Denn dieses Mal muss Leclerc einige Informationen zusammentragen, die erst nach und nach ein stimmiges Bild ergeben. Die Hintergründe sind durchaus interessant. Man merkt, dass der Autor sehr gut recherchiert hat, dennoch führen die genauen Ausführungen dazu, dass die Spannung zunächst auf Sparflamme kocht. Man langweilt sich zwar keinen Moment, hofft aber dennoch darauf, dass Bewegung in die Sache kommt. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einem atemlos spannenden Finale, das dafür sorgt, dass man auch diesen Band wieder zufrieden zusammenklappt und sich auf weitere Ermittlungen von Leclerc und Mops Tyson freut.
Ein gut durchdachter und interessanter Fall für das sympathische Gespann.
Rezensionen von Lesemama:
Was ist, wenn du fliegst
Wo die Sterne tanzen von Katharina Herzog
Bewertet mit 4 Sternen
"Nur wer nach den Sternen greift, lernt zu fliegen!" S. 31
Zum Buch:
Nele ist sieben als sie mit ihrer Mutter auf Juist bei ihrer Oma Urlaub macht und Henry, den Enkel von Omas Nachbarin Emily, kennenlernt.
Emily hat eine Tanzschule und Neles Wunacb, Tänzerin zu werden ist geboren.
Zehn Jahre später ist sie wieder auf Juist als sie ihren ersten Kuss bekommt und die Zusage für die Hamburger Musicalschule bekommt, nach der dreijährigen Ausbildung geht sie nach New York um als Tänzerin am Broadway zu tanzen.
Nochmal achtzehn Jahre später fliegt Nele ein letztes Mal auf Juist, ihre Oma Lotte ist gestorben und das Haus, in dem sie so viele wunderbare Ferien verbrachte, soll verkauft werden.
Und Nele trifft Henry wieder, der ihr vor langer Zeit das Herz gebrochen hat ...
Meine Meinung:
Es ist nicht mein erster Sommerroman von Katharina Herzog, ich las die anderen auch alle. Jedenfalls freute ich mich sehr auf das neue Buch und ging vielleicht mit zu großen Erwartungen an die Geschichte ran.
Und dann fing ich an zu lesen und brauchte unheimlich lange, bis ich in die Geschichte fand.
Die Story wird im Wechsel von Vergangenheit und dem Jetzt erzählt. Angefangen mit einem kurzen Prolog, wie Nele und Henry sich kennenlernen. Dann macht die Geschichte einen Sprung um zehn Jahre. Und dieser Wechsel zwischen Vergangenheit und dem Jetzt war mir zu Beginn zu langatmig, klar, man muß erst alle Personen kennenlernen und manches, was im ersten Moment nebensächlich wirkte, spielte später dann doch eine Rolle. Nach der knappen Hälfte, so lange dauerte es leider, hatte mich die Geschichte dann aber in seinen Bann gezogen und ich las den Rest in einem Rutsch. Stellenweise konnte es mich dann auch berühren, aber im großen und ganzen fehlte mir ein wenig das Besondere, das Bewegende.
So war es ein schöner Sommerroman, mit ein paar berührenden Stellen, aber nicht so besonders, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich konnte mich gut unterhalten und fand das Setting echt schön.
Ein Sommer-Wohlfühl-Roman für schöne Lesestunden.
Rezensionen von liesmal:
Auf Wegen und Umwegen durchs Leben
Das Buch eines Sommers von Bas Kast
Die Geschichte beginnt in einem Sommer vor langer Zeit…
Nicolas träumt davon, seinem Onkel Valentin nachzueifern und ebenfalls Schriftsteller zu werden. Gern nimmt er nach dem Abitur dessen Einladung an, seine Ferien bei ihm zu verbringen. Valentins Villa ist „an einem netten Ort, irgendwo, wo es sich leben lässt.
“ Sie steht mitten in einem naturbelassenen, fast schon verwilderten Park und hat vielleicht gerade dadurch einen ganz besonderen Charme.
Nicolas erfährt in den Wochen mehr Liebe von seinem Onkel, als ihm sein eigener Vater jemals entgegengengebracht hätte. Mehr als einmal sagt Valentin ihm, wie lieb er ihn hat. Doch auch ohne dass er es gesagt hätte, spüre ich beim Lesen die innige Verbindung zwischen den beiden Menschen.
Von Valentin hat Nicolas erfahren, wie kostbar doch die Zeit ist, auch die, an die man lieber nicht mehr denken mag. „Denn was ist das Leben anderes als eine Aneinanderreihung von Momenten? Wenn man sich die wegwünscht, hat man sich am Ende das ganze Leben weggewünscht.“ Dieses Zitat ist nur eines von vielen Beispielen, mit denen Valentin Nicolas helfen will, den richtigen Weg auf der Reise seines Lebens zu finden.
In der Geschichte gibt es einen großen zeitlichen Sprung, das Leben kommt dazwischen.
Viele Sommer später…
Nicolas glaubte Verantwortung übernehmen zu müssen, als er die Firma seines Vaters weiterführte. Dadurch blieb für Frau und Kind kaum Zeit. Die Wünsche und Träume für sein eigenes Leben schienen vergessen. Die Erinnerung daran kam erst nach dem Tod von Onkel Valentin.
„Aus dem eingefahrenen Leben kommt er nicht wieder heraus, da bleibt er gefangen“, so waren meine Gedanken. Doch der Autor Bas Kast hat mich etwas anderes gelehrt. „Werde, der du bist“, heißt es im Untertitel. Vollkommen gebannt habe ich die fesselnde Geschichte von Nicolas verfolgt.
Es war ein wunderbarer Weg voll unerwarteter Überraschungen, den ich mitgehen durfte, manchmal voller Fröhlichkeit, dann wieder mit traurigen Situationen, in denen meine Augen so brannten, dass ich kaum mehr weiterlesen konnte.
Es gibt unglaublich viele Zitate, die mich unsagbar berührt haben, wie ich es mit Worten nicht beschreiben kann: Trauer: „… und die Welt um uns herum sich verdunkelte, als hätte man ihr jäh eine Handvoll ihrer schönsten Farben gestohlen…“
Besser geht nicht!
Rezensionen von Lilli33:
Teilweise langatmig und unlogisch
Vortex - Das Mädchen, das die Zeit durchbrach von Anna Benning
Teilweise langatmig und unlogisch
Inhalt:
Elaine und Balian haben sich von Varus Hawthorne losgesagt. Trotzdem lässt dieser nicht von seinem Plan ab, zum Urvortex zu gelangen. Er schickt andere Läufer, die ihr Glück versuchen sollen. Auf der anderen Seite will Nathaniel, der Führer von Sanktum, in einen Krieg gegen Hawthorne und die Menschen eintreten.
Ellie und Bale versuchen alles, um sowohl das eine als auch das andere zu verhindern.
Meine Meinung:
Mir fiel es äußerst schwer, in dieses Buch hineinzufinden. Anfangs schleppt sich die Handlung so müde dahin, dass mich die Lust zum Weiterlesen einfach nicht packen wollte. Es wird über vieles gesprochen und nachgedacht, vieles wird einfach erzählt, aber man darf es als Leser*in nicht hautnah miterleben. Das war mir einfach zu trocken. Doch später ist es, als ob die Autorin aufgewacht wäre. Nun sprudelt die Handlung übermütig voran, an jeder Ecke wartet eine neue Überraschung und das Lesen machte mir richtig Spaß. Hier ist die Story dann sehr spannend und fesselnd erzählt, man kann mit den Protagonisten mitfiebern und neugierig die Seiten umblättern in der Erwartung neuer fantastischer Ereignisse und Entwicklungen.
Besonders spannend ist es, weil man nicht weiß, wer nun wirklich gut und wer böse ist. So mancher hat ein Geheimnis, das ihn ziemlich undurchsichtig erscheinen lässt und wodurch er sich Vertrauen verspielt.
Mit Zeitreisen ist das ja nie so ganz einfach - so auch hier. Es ist leider nicht durchgehend gelungen, die Handlung mit konsequenter Logik zu erzählen. So vermieste mir ein Fehler gegen Ende die Lektüre leider wieder ein bisschen. Und dabei meine ich nicht ein Paradox, das sich praktisch nicht vermeiden lässt, sondern dass sich dieselbe Reise auf zwei verschiedene Personen, die miteinander reisen, nicht gleich auswirkt.
Trotzdem warte ich jetzt ungeduldig auf den Abschlussband, der für Frühjahr 2021 geplant ist.
Die Trilogie:
1. Der Tag, an dem die Welt zerriss
2. Das Mädchen, das die Zeit durchbrach
3. NN (erscheint voraussichtlich Frühjahr 2021)
Rezensionen von Sophie H.:
Eine sehr leichte Sommerlektüre ohne Überraschung
Das Buch eines Sommers von Bas Kast
Die Leseprobe hatte mich sehr neugierig gemacht. Der junge Abiturient Nicolas verbringt einen Sommer mit seinem Onkel, der Schriftsteller ist. In diesem Sommer reift in Nicolas der Wunsch, ebenfalls Schriftsteller zu werden. Doch dann kommt das Leben dazwischen: Sein Vater stirbt und er muss die Firma übernehmen.
Viele Jahre später – Nicolas ist nun Firmeninhaber und selbst Vater eines kleinen Jungen – bekommt er die Nachricht, dass sein Onkel verstorben ist und ihn als Alleinerben eingesetzt hat. Um die Beerdigung zu organisieren, reist Nicolas samt Frau und Kind in den Ort, wo sein Onkel seine letzten Lebensjahre verbracht hat. Alles in der großen Villa atmet das Leben seines Onkels. Dort hat Nicolas mehrmals einen sehr eindrücklichen Traum, in dem ihm eine Figur aus den Romanen seines Onkels begegnet, der ihm klar macht, dass es im Leben darum geht, der zu werden, der man ist. Aber wer ist Nicolas?
Das Buch wird als lebensphilosophische Erzählung betitelt. Die erste Hälfte des Buches hat mich sehr positiv gestimmt. Wir kommen im Leben immer wieder an Wegkreuzungen, wo wir uns überlegen müssen, wer wir sind und wohin wir gehören. Doch dann wurde die Geschichte immer platter und sehr vorhersehbar. Es gibt keinerlei Spannungsbogen und auch keine überraschende Wende. Dazu kommt, dass es auch am schriftstellerischen Handwerk mangelt. Die Dialoge kommen sehr konstruiert daher. Da Dialoge stellenweise über eine ganze Seite gehen, ohne dass zwischendurch der Sprecher gekennzeichnet wird, habe ich den Überblick verloren, wer gerade spricht. Ganz schlimm wird es, wenn der Sprecher ganze Sätze lächelt! („Zusammiger?“, lächelte ich.)
Wer eine simple, leichte Sommerlektüre ohne Tiefgang sucht, ist mit dem Buch gut beraten. Wer mehr erwartet, geht leider leer aus
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Unkonventioneller Kinderkrimi, mit viel Humor und Rätselspaß
Das schwarze Schaf von Annette Roeder
Ein Rätsel interessiertes Aussenseiter-Schaf trifft zufällig auf einen eigenbrötlerischen Maulwurf mit Doktortitel, der trotz trüber Sicht stets einen klaren Blick behält. Als ungewöhnliches Ermittler-Duo übernehmen sie den Fall: Vermisster Hütehund. Jedes Lebewesen von Baskeltorp gilt als verdächtig und die spannenden Ermittlungen laden zum mitraten ein.
Wer ist der Täter? Wie lautete sein Motiv? Mit ganz individuellen und verrückten Charakteren, die teilweise ungewollt komisch und liebenswert sind. Besonders der Maulwurf Dr. W. Winnewurp hat es uns angetan. Er liebt seine Ruhe und trotzdem bequemt er sich aus seiner Komfortzone. Eine interessante Charakterentwicklung und ein echtes Vorbild für Mut und Freundschaft. Ein Spritzer Schweizerdeutsch, wilde Wortkreationen, Scherzwitze und haufenweise Kosenamen sind schließlich das Sahnehäubchen, auf dieser Schafskrimitorte. Es gibt etliche farbige Illustrationen, eine doppelseitige Darstellung des Bauernhofs aus der Vogelperspektive und einen kleinen Regenwurm, der sich am unteren Buchrand durch die Seiten arbeitet. Ohne zu viel zu verraten: es wird einiges auf den Kopf gestellt, gelacht, geweint und geknuddelt - lasst euch überraschen!
Fazit: Lässt für große und kleine Detektive keine Wünsche offen. Bietet Rätselspaß, viele Lacher und Momente von unendlicher Weisheit. Bestens zum Vorlesen und gemeinsamen miträtseln geeignet.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Netter Roman über Selbstfindung, mit kleinen Schwächen
Das Buch eines Sommers von Bas Kast
Ein gestresster Unternehmer gerät nach dem Tod des geliebten Onkels in eine Sinneskrise. In seinem Traum begegnet er daraufhin der erfolgreichsten literarischen Erfindung seines Schriftsteller-Onkels und beginnt seine Ideale zu hinterfragen. Es geht um den unerschütterlichen Glauben, an die eigenen Fähigkeiten, das unermüdliche Dranbleiben, und darum, sich der eigenen Endlichkeit und der Kostbarkeit des Lebens bewusst zu werden.
Loslassen, und warum es uns so schwer fällt, ist eine ganz zentrale Frage des Romans. Nicholas träumte von einem selbstbestimmten Schriftstellerleben voller Leichtigkeit, wie sein Onkel es führte, doch er scheiterte und kommt schließlich an einen Punkt, wo er sich fragen muss, was ihm wirklich wichtig ist.
Bas Kast schreibt lebendig über seinen Haupt-Protagonisten Nicholas, und stürzt ihn in innere Konflikte, aus denen aber nie ernsthafte Krisen entstehen. Das sinnlich beschriebene hügelige Landschaftsbild aus „französischen Weinbergen, Wäldchen und vereinzelten Flecken Ackerland“, als auch das zeitlos aktuelle Thema erinnert an Romane wie „Ein guter Jahrgang“ und „Das Café am Rande der Welt“. Die leidenschaftliche Verbindung zur Literatur ist durchgehend spürbar und die Idee, einer Romanfigur eine therapeutische Rolle zukommen zu lassen, wurde geheimnisvoll umgesetzt. Die Geschichte ist Spiegel und Fenster zugleich. Man erfährt auch etwas über sich selbst, während man durch das aufgestoßene Fenster von Nicholas blickt, das er nur mit Hilfe gedanklicher Anschubser öffnen konnte. Handwerklich durchdacht, auf das Wesentliche fokussiert, tiefergehend und heilsam zugleich. Die fantasievollen Quatschgeschichten, die Nicholas seinem Sohn erzählt, fand ich besonders originell. Die kleinen Geschichten in der Geschichte selbst bedienen eine bildhafte Verständnis-Ebene und machen Botschaften individuell (be)greifbar. Während diese Fantastereien zum einen Nicholas kreatives Talent untermauern, dienen die psychologischen Geschichten und Fabeln eher dazu, zum Nachdenken anzuregen. Fast alle waren mir schon bekannt, da hätte ich mir mehr Einfallsreichtum gewünscht. Leider wirkte der Roman stellenweise, in seiner ratgebenden Funktion, unnatürlich aufdringlich. Beispielsweise fällt Nicholas, aus heiterem Himmel, eine Geschichte ein, die, bei genauer Betrachtung, den Leser dazu anhalten soll, über seine eigene Komfortzone nachzudenken. Einige Klischees haben zwar einen bitteren Beigeschmack hinterlassen - zu einem genussvollen Moment gehört offenbar immer Alkohol und wenn man Kinder adoptiert, dann am besten aus Afrika -, insgesamt fand ich den Roman aber inspirierend und unterhaltsam.
Fazit: Ein Roman, der vor allem für die kulturliebende Leserschaft interessant ist und nachhaltige Denkanstöße liefert. Insbesondere für Menschen, die schon immer ein Buch schreiben wollten oder andere unerfüllte Träume mit sich herumtragen, werden sich über diesen ermunternden Roman freuen, in dem viel Weisheit, Leichtigkeit, Fantasie und Liebe zur Literatur steckt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hundeschule für Zweibeinerwelpen, verpackt in witziger Story
Das Buch eines Sommers von Bas Kast
In „Arthurs wildes Hundeleben“ erwartet Kinder eine Körpertausch-Geschichte der etwas anderen Art. Hier berichten gleich zwei Ich-Erzähler: Der zehneinhalb-jährige Arthur, der sich wie verrückt einen Hund wünscht und, aus der Hundesicht erzählt, der vierjährige Lucky, der Zweibeinerwelpen nicht leiden kann, weil sie immer so laut und ungestüm sind.
Das gibt genug Stoff für eine witzige Geschichte, als Arthur und Lucky unverhofft aufeinander treffen. Und zwar stellt sich heraus, dass Lucky schlimmster Albtraum wahr wird: Arthur hat keine Ahnung davon, wie man mit einem Hund umgeht. Als Arthur dann mit vier Pfoten erwacht, bleibt ihm gar nichts anders übrig, als alles über Hunde zu lernen. Schließlich ist er jetzt selbst einer, während Lucky sich durchs köstliche Buffet frisst und auch einiges über die bisher ominösen Zweibeiner lernt.
Einmal die Welt aus der Sicht des Anderen sehen, das ist die klare Mission dieses Buches. Es wird zudem spielerisch Wissen über Hunde vermittelt: Was bedeutet es, wenn der Hund die Ohren anlegt? Kuscheln Hunde gern? Dürfen Hunde Schokolade essen? Lucky gibt großzügig Auskunft, sodass auch Kinder einiges lernen oder sich in ihren Vorkenntnissen bestätigt sehen. Es ist locker und witzig geschrieben und unterhält mit viel Situationskomik. Arthur weiß schließlich nicht, wie man sich gegenüber anderen Hunden verhält und Lucky hat noch nie eine Toilette benutzt. Ihr gemeinsames Schicksal schweißt die beiden schließlich zusammen, denn sie wollen, dass möglichst bald wieder alles normal wird. Aber wie können sie den verrückten Tausch wieder rückgängig machen?
Fazit: Wer eine lustige und außergewöhnliche Geschichte sucht, vielleicht noch Hunde liebt oder sich einen Hund wünscht, wird mit diesem Buch viel Spaß haben.
Rezensionen von BarbaraM:
Ein Bücherschatz für alle Piratenfans
Der kleine Fuchs liest vor. Ahoi, ihr wilden Piraten! von Kathrin Lena Orso
Mit ihrem Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ ist Kathrin Lena Orso eine fantasievolle und vielfältige Piratengeschichtensammlung innerhalb der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ gelungen, die im Verlag Ellermann erschienen ist und 60 Seiten umfasst.
In der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ sind noch weitere Geschichtensammlungen nach Themen sortiert erschienen.
Es handelt sich hier beispielsweise um Bauernhofgeschichten, Gutenachtgeschichten, Feuerwehrgeschichten, Prinzessinnengeschichten usw.
Das Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ umfasst acht ganz verschiedene Piratengeschichten und ist in einfach, klarer Sprache zu lesen.
Kathrin Lena Orsos Geschichten sind sehr vielfältig. Es kommen beispielweise nicht „nur“ Piraten vor, sondern auch Piratinnen, ein Piratenhuhn, ein Spielzeugpiratenschiff, ein Seeungeheuer, natürlich auch eine geheimnisvolle Flaschenpost, ein echter Piratenschatz und vieles mehr. Meine Kinder sind von dem Buch und den Ideen darinnen ebenfalls begeistert und würden am liebsten gleich selbst als Piraten in See stechen.
Unsere Lieblingsgeschichte in dem Buch heißt übrigens „Piri, das Piratenhuhn“ und die Botschaft, die in dieser Geschichte steckt gefällt uns richtig gut: an Träume glauben, sich nicht entmutigen lassen und dafür eintreten.
Passend zu jeder Geschichte sind immer wunderschöne große und kleine Zeichnungen von der Illustratorin Nima Kellner zu finden. Die Bilder sind farblich gestaltet und laden zum genauen Betrachten und Entdecken ein. Sie sind sehr liebevoll, klar, aber dennoch detailreich gezeichnet und haben meine Kinder und mich sehr angesprochen.
Fazit: Wir sprechen eine Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 6-7 Jahren zum Selberlesen und ab 5 Jahren zum Vorlesen.
Wir fanden die acht unterschiedlichen Piratengeschichten sehr gelungen und schließen unsere Rezension ab mit einem kräftigen „AHOI“.







