Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Wenn das Licht gefriert von Roman Klementovic
Wie wir es von Roman Klementovic gewöhnt sind, ist dieser Thriller anders, als er anfänglich erscheint.
Worum geht’s?
Elisabeth und ihr Mann Friedrich sehen eine reißerische TV-Reportage über den Mord an Anna vor 22 Jahren. Anna war die beste Freundin ihre Tochter Valerie. Friedrich, schwer an Alzheimer erkrankt, ist immer seltener im hier und heute, erzählt plötzlich, dass Anna einen roten Slip mit weißen Herzerln getragen hat.
Elisabeth erfasst Panik - ist ihr Mann in das Verbrechen verwickelt oder sind diese Infos nur wirre Gedanken eines alten, kranken Mannes? Der Mörder ist niemals gefasst worden. Um ihren Mann zu schützen und endlich Klarheit zu erhalten, beginnt Elisabeth zu recherchieren.
Elisabeth gerät in einen Strudel von Gewalt, der sie und Heinrich beinahe das Leben kostet.
Meine Meinung:
Wie schon in seinen anderen Büchern, gelingt es Roman Klementovic, die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten, ja sogar zu steigern. Dazu trägt die herbstliche Jahreszeit mit Regen und Nebel sowie die namenlose Kleinstadt, in der sich das Drama abspielt, bei. Ein dampfendes Moor, aus dem ungewöhnliche Geräusche und Gerüche hervordringen, ist schon unheimlich genug. Die Gedanken, die in Elisabeths Kopf Karussell fahren und die tätlichen Angriffe auf Elisabeth, das zeitweilige Verschwinden Friedrichs tragen zur Spannung à la Hitchcock bei.
Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Der Autor führt die Leser mehrmals an der Nase herum. Jedes Mal, wenn man glaubt der Lösung nahe zu sein, gibt es eine überraschende Kehrtwendung.
Sehr anschaulich ist die Demenzerkrankung von Friedrich beschrieben. Einige Handlungen Elisabeths sind auch der Überlastung durch die Pflege Friedrichs geschuldet. Sie schläft kaum und wenn, dann schlecht. Das Schlafdefizit lässt in ihrem Kopf Gedankensprünge galoppieren, die sie immer weiter in den Strudel hineinziehen.
Das Cover finde ich sehr gut gelungen. Das fahrige Gekritzel passt gut zur Geschichte.
Fazit:
Wer einen fesselnden Thriller ohne Geheimdienst oder wilder Verfolgungsjagden sucht, ist hier richtig. Aber nicht als Gute-Nacht-Geschichte lesen, sonst gibt es Albträume. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein kluges Buch - eine unbedingte Leseempfehlung
Russland und wir von Hugo Portisch
Hugo Portisch, Doyen des österreichischen Journalismus, kennt Russland seit vielen Jahrzehnten. In diesem, seinem neuen Buch stellt er u.a. die Frage, wie europäisch Russland ist und wie Russland zu dem geworden ist, wie es eben derzeit ist. Dazu erhält der interessierte Leser einen kurzen Abriss der russischen Geschichte.
Sehr interessant ist der Abschnitt über die Besiedlung Sibiriens, das man immer nur mit Strafkolonie und Eiseskälte in Verbindung bringt.
Auch der russisch-orthodoxen Kirche schenkt der Autor einen mitunter kritischen Blick, die nach jahrzehntelanger Unterdrückung durch die (Sowjet)Politik nun wieder salonfähig ist. Die kirchlichen Würdenträger lassen sich gerne mit Präsident Putin ablichten.
Ein interessantes Kapitel der russischen Geschichte ist die Krim und deren Annexion durch Russland, die eine nach wie vor andauernde veritable Krise ausgelöst hat. Doch wenn man die Geschichte dahinter betrachtet, scheint die Annexion nur logisch.
Quo vadis Russland?
Man muss weder Putin als Person noch seine Politik mögen, aber ohne ihn wird es in Zukunft nicht gehen. Hugo Portisch warnt Europa vor allzu engstirniger Ablehnung Russlands, sieht aber Präsident Putin kritisch.
Europa täte gut daran, mit Russland eine tragfähige Zusammenarbeit einzugehen und sich von Amerika abzukoppeln. Diese seltsame, weil nicht immer nachvollziehbare Angst vor den linken Ideen, hat schon einmal die rechten auftrumpfen lassen und die Welt in Chaos gestürzt.
Fazit:
Dieses Buch ist eine kurze Zusammenfassung der Geschichte Russlands und seiner Politik sowie deren Auswirkungen bis heute. Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne.
Rezensionen von TheUjulala:
Spannend und mitreißend, mit sprachlichem Spaßfaktor trotz zähem Anfang
Midnight Chronicles - Schattenblick von Bianca Iosivoni; Laura Kneidl
Dieses Buch kursierte schon in den Sozialen Medien, als ich es dann auch auf Netgalley entdeckte. Die Autorin Laura Kneidl ist mir sehr wohl ein Begriff, von Bianca Iosivoni hatte ich bisher noch keinen Titel gelesen. Der Klappentext hatte mich sehr neugierig gemacht, umso mehr hatte ich mich über die Zusage von LYX gefreut, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen.
Vielen Dank nochmal dafür!
Coverbild
Das Cover ist in einer zur Zeit typischen Machart. Auf einem blau bis graublauen versprenkelten Hintergrund ist der Buchtitel großflächig in glitzrig goldenen Versalien mit verschnörkelten Applikationen gesetzt. An manchen Stellen ist das Gold der Buchstaben verwischt. Über dem Titel sind beide Autorennamen, der von Bianca Iosivoni aber vergrößert, da sie diesen Roman in Cooperation mit Laura Kneidl geschrieben hat. Für den Untertitel “Schattenblick” wurde, wie die Autorennamen, eine sehr klare, schlanke Antiqua gewählt. Mit dem Inhalt der Geschichte hat dieses Cover für mich wenig zu tun, bzw. vermittelt mir eher eine locker luftige Lovestory. Es ist hübsch, keine Frage, aber auch irgendwie nichts besonderes.
Handlung
Roxana Blake ist eine Magic Huntress und lebt im Londoner Quartier der Hunter. Aber sie hat eine Vergangenheit, von der nicht viele wissen. Sie muss 499 aus der Unterwelt entflohene Seelen wieder zurück schicken, hat dafür aber nicht mehr als ein Jahr noch Zeit. Auf ihrer Mission begegnet Sie einem jungen Mann, der von einem Geist besessen ist. Nachdem sie den Geist ausgetrieben hat, bleibt der Mann ohne Erinnerung zurück und findet ein neues Zuhause im Quartier in London. Roxy muss den jungen Mann unter ihre Fittiche nehmen und so begleitet er sie und ihren Hunterpartner Finn auf ihren nächtlichen Touren. Dabei lernt er die eigensinnige und verschlossene Huntress auch von einer anderen Seite kennen.
Buchlayout / eBook
Das eBook ist sehr einfach gestaltet. Die 449 Seiten sind in 26 Kapitel von angenehmer Leselänge aufgeteilt. Die Einleitung eines Kapitels bleibt ohne jeglichen Schmuck, aber der Perspektivenwechsel zwischen Roxy und Shaw wird immerhin durch den Namen gekennzeichnet. Ansonsten finde ich auch keine weiteren Zusätze.
Idee / Plot
Die Idee von einer vor der Menschheit verborgenen übernatürlichen oder militärisch angehauchten Einheit, die nichtmenschliche Wesen aus einer anderen Welt jagen und vernichten, ist nicht neu. So habe ich es gerade erst zum Beispiel in ziemlicher ähnlicher Weise bei BookElements von Stefanie Hasse gelesen.
Trotzdem ist es eine nette Story und mir gefällt der Gedanke, dass Roxy eine persönliche Mission hat und sie den unbedarften Shaw, der sein Gedächtnis verloren hat, mehr Einblick in ihr wahres Innenleben schenkt, als ihr vielleicht lieb ist. Wie ihr schon merkt, die Grundidee haut mich nicht gerade vom Hocker, die Umsetzung aber fand ich gut.
Emotionen / Protagonisten
Anfangs fand ich Roxy ziemlich anstrengend, sehr abweisend und eigensinnig. Mir ist klar, dass sie ein Problem hat, das sie mit keinem teilen möchte. Aber mir ist sie in der Hinsicht etwas überzeichnet.
Shaw hingegen fand ich von Anfang an sehr sympathisch, interessiert aber auch sehr zuvorkommend und liebevoll. Ich kann seine Gedankengänge super nachvollziehen und fand es auch sehr spannend, wie er sich seinem Schicksal, nichts aus seiner Vergangenheit zu wissen, fügt und versucht das Beste daraus zu machen. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, wie sich seine Gefühle zu Roxy entwickelt haben.
Andersrum habe ich mich mit den Gefühlen und Gedanken von Roxy schwer getan. Sie weist Shaw von Anfang an ab, verstehe aber nicht ganz warum. Sie ist mir zu hart und ich habe sie nicht wirklich greifen können. Deswegen habe ich bei den Momenten, bei denen sich Shaw und Roxy näher gekommen sind nicht wirklich das große Prickeln gefühlt.
“[..] ich hatte weit Wichtigeres zu tun, als den Babysitter für einen Kerl zu spielen, der mit ziemlicher Sicherheit nicht mal wusste, wer uns den Brexit eingebrockt hatte oder wer gerade der amerikanische Präsident war. Wobei … diese Dinge sollte er ruhig vergessen.”
Bianca Iosivoni, Laura Kneidl "Schattenblick - Midnight Chronicles Band 1" Pos. 500 (eBook ©2020 LYX by Bastei Lübbe AG)
Es gab einige nette, lustige und tolle Nebencharaktere, die ich wirklich gut fand. So zum Beispiel der mystische Warden, von dem ich hoffe, in den nächsten Teilen mehr zu erfahren. Oder auch Roxys Hunterpartner Finn fand ich toll.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Auch wenn es schon spannend los geht, zieht sich der erste Teil der Story für mich doch ziemlich. Roxy und Shaw haben vor allem am Anfang sehr viele Wiederholungen von Gedankengängen und die Autorin wirft dem Leser über einen ganz langen Zeitraum nur ganz subtile Bruchstücke der Vorgeschichte hin, warum Roxy nun in dieser Situation ist. Das hat es für mich zu Beginn zäh wirken lassen. Die Storyline nimmt aber dann ab der Mitte des Buches an Fahrt auf und endet in einem echt fulminanten Showdown mit einem spannenden Kampf, der mich wirklich mitgerissen hat!
Szenerie / Setting
Natürlich sind wir in London, ein klassischer Ort für mystische Begegnungen. Aber es passt für mich, obwohl ich den Ausflug nach Paris für sehr spannend empfunden hatte und ich es schön fände, in den Folgebänden mehr über die Hunterquartiere in den anderen Metropolen zu lesen. Trotzdem hat die Autorin die Umgebung sehr schön bildlich umschrieben und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.
Sprache / Schreibstil
Sprachlich hat mir dieses Buch richtig Spaß gemacht. Roxy ist nicht auf den Mund gefallen und die Autorin hat einige witzige Momente beschrieben. Der Schlagabtausch zwischen Shaw und Roxy hat mir gut gefallen, aber auch der sarkastisch freundschaftliche Umgang der Hunter untereinander. Ansonsten liest sich das Buch sehr gut. Die Autorin hat einen lockeren und authentischen Sprachstil. Wir erleben die Geschichte aus Roxys und Shaws Perspektive als Ich-Erzähler im Präteritum. Besonders lustig fand ich auch die kleinen Anspielungen zum Beispiel auf Buffy, oder andere Filme, Serien oder die Musikszene. Ab und zu gibt es auch ein paar kleine gesellschaftskritische Spitzen.
“Ich legte den Kopf schief und kniff die Augen zusammen, um es besser erkennen zu können. »Ist das ein BTS-Shirt, das er da anhat?« Warden seufzte genervt und hob sein eigenes Shirt an, um den Verband darunter zu checken. »Die trägt er ständig. Er ist ein Riesenfan. Jungkook ist sein Liebling.«”
Bianca Iosivoni, Laura Kneidl "Schattenblick - Midnight Chronicles Band 1" Pos. 2633 (eBook ©2020 LYX by Bastei Lübbe AG)
FAZIT
Ein durchaus spannendes und mitreißendes Buch, obwohl der Anfang für mich doch etwas zäh war. Vor allem sprachlich hat es mich voll überzeugt und mir wirklich Spaß gemacht. Viele Anspielungen, der flotte Sprachstil und das spannende Ende haben mich vom Buch doch überzeugt und ich freue mich auch schon auf die Folgebände.
Rezensionen von div:
zu viel des Guten, aber lesenswert
Heimat muss man selber machen von Sina Trinkwalder
zu viel des Guten, aber lesenswert
Das was die Frau leistet ist toll - das Buch ist flüssig und sehr interessant geschrieben. Vielleicht regt es viele große Unternehmen auch an, etwas mehr nachzudenken.
Wir selber sind dafür verantwortlich wie die Welt läuft, und Sina leistet einen tollen Beitrag.
Was mir an dem Buch weniger gefallen hat, es hat leider den Geschmack davon, dass sich die Autorin übertrieben positiv in den Mittelpunkt stellt. Teilweise gibt es in dem Buch stellen mit maßloser Übertreibung, und das hat leider einen sehr negativen Beigeschmack. Das finde ich sehr schade, wo doch das Buch so eine wichtige Mitteilung hat und das was die Autorin tut, wirklich bemerkenswert ist.
Rezensionen von Harakiri:
Megagute Unterhaltung
Und die Welt war jung von Carmen Korn
10 Jahre im Leben der Familie Aldenhofen/Borgfeldt/Canna
3 Städte – Hamburg/Köln/San Remo
In ihrem neuen Familienepos lässt Carmen Korn ihre 3 Lieblingsstädte aufleben. Kurz nach dem 2. Weltkrieg beginnt ihr Epos, die Welt ist gerade wieder im Aufbau, als die Handlung beginnt. Die 3 Familien sind miteinander verwandt, bzw.
verschwägert und gerade am Anfang muss man ein wenig aufpassen, wer und wo hier gerade im Vordergrund steht. Hierbei hilft auch der Stammbaum zu Beginn des Buches und das Dramatis Personae sehr viel weiter. Doch bald hat man sich eingelesen und „kennt“ die Familie.
Man lebt 10 Jahre ihre Höhen und Tiefen mit, bangt und hofft mit ihnen, erlebt Freude und Trauer und ist einfach gefesselt. Eine wunderschöne Familiensaga, deren über 600 Seiten viel zu schnell vorbei sind.
Die Handlung spielt auf 3 Ebenen – eben jene der 3 Städte und alle 3 sind für sich sehr lesenswert, vielschichtig, interessant und teilweise auch spannend. Viele der Charaktere haben ihre Kriegserlebnisse noch nicht verarbeitet, leiden noch unter Traumata, aber keiner lässt sich unterkriegen. So konnte ich gleich mit allen Personen eine Bindung aufbauen.
Fazit: schon die Jahrhundert-Trilogie von Carmen Korn mochte ich sehr gerne. „Und die Welt war jung“ hat mir genauso super gefallen und ich hoffe, dass wir bald noch mehr davon zu lesen bekommen.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Der krönende Abschluss einer zauberhaften Trilogie!
Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen von Mary E. Garner
Jeder lesebegeisterte Mensch kennt dieses Gefühl – wenn man schon nach wenigen Sätzen spürt: Das wird ein richtig gutes Buch! …und sich ermahnt, schön langsam zu lesen, um den Genuss voll und ganz auszukosten. Genau so erging es mir bei Band 1 von Mary E. Garners Trilogie und ich tröstete mich damit, dass noch zwei weitere Bände voller mitreißender Abenteuer vor mir liegen würden.
Nun aber halte ich "Das Buch der gelöschten Wörter – Die letzten Zeilen" in den Händen und habe Tränen in den Augen. …weil es solch einen würdevollen, stimmigen, emotionalen Abschluss bildet. Weil es nun vorbei ist mit der magischen Buchwelt, die mir - ebenso wie ihre Figuren - dermaßen ans Herz gewachsen ist, dass ich wohl nie wieder ein Werk lesen werde, ohne mir ein Eigenleben der Protagonisten vorzustellen. Weil man bei Romanen dieser Liga niemals, auch nicht nach 10 Bänden, bereit ist für ein Ende.
Zur Handlung möchte ich anmerken: Die Autorin versteht es meisterhaft, auch neue Leser, denen die Vorgänger nicht bekannt sind, in die Geschichte einzuführen und alle wichtigen Ereignisse der Teile 1-2 Revue passieren zu lassen – ohne dass Fans der Reihe das Gefühl haben, seitenlange Wiederholungen zu lesen. Subtil werden alle wichtigen Fakten eingestreut und die Story schreitet munter voran. Es muss also niemand Sorge haben, womöglich aufgrund von fehlendem Hintergrundwissen etwas zu verpassen. ABER: Gerade die Vorstellung der Figuren ist so liebevoll gestaltet und der wahnsinnig gut durchdachte Aufbau der Storywelt so beeindruckend kreativ und einladend geschildert worden, dass es einem Verlust gleichkäme, sich ausschließlich den letzten Teil der Reihe zu Gemüte zu führen. Ich kann jedem Leser nur raten kann, unbedingt auch die ersten beiden Bände zu lesen – ihr werdet es nicht bereuen!
Allen Romanfiguren ist es mittlerweile möglich, durch das sagenumwobene, vor der 'Echtwelt' geheim gehaltene Portal in Mrs. Gateways Buchhandlung hinaus in das London unserer Gegenwart zu spazieren. Prinzipiell eine super Sache – ich wollte schon immer mal ein Schwätzchen mit Mr. Darcy aus Jane Austens "Stolz und Vorurteil" halten. Mit Jack the Ripper, Frankenstein oder einer bösen Fee allerdings weniger. Die Gefahr liegt also auf der Hand. Quan Surt, Anführer der rebellischen Absorbierer, macht sich aufs Niederträchtigste die Schwächen und Wünsche diverser Romanfiguren zunutze, um das BUCH zu stehlen – jenes Werk, in dem alle hasserfüllten Wörter gesammelt werden, damit sie in unserer Welt keinen Schaden anrichten können. Nun liegt es an Hope, Rufus und ihren Freunden aus der Buchwelt, das Schlimmste abzuwenden…
Der beschwingte, immer angenehm atmosphärische, herzliche Schreibstil von Mary E. Garner ist eine Klasse für sich! Klug, mit einem Augenzwinkern und viel Liebe fürs Detail erzählt, logisch strukturiert, spannend und voller Überraschungen… Besser geht es nicht! (Kein Wunder, dass auch unter einem anderen Pseudonym veröffentlichte Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingen gehören – wer über das Talent verfügt, mit Worten derart faszinierende Traumwelten zu erschaffen und eine Stimmung zu erzeugen, die einen völlig gebannt an den Roman fesselt, der muss ja schreiben können!)
Als Resultat meiner Lektüre sind sämtliche Klassiker der Weltliteratur auf meine Wunschliste gewandert, von "Anne of Green Gables" über "Anna Karenina" bis hin zu "Sturmhöhe". Ich habe über Loreley geschmunzelt und den Mut Lancelots (aus der Artussage) bewundert, war entzückt von Heathcliff, habe Rufus angehimmelt und die resolute M bewundert, mit Hope und ihrer Mutter gebangt und die wildesten Theorien über Kenan angestellt. Alle Protagonisten sind so einzigartig und facettenreich gestaltet worden, dass sie mir immer im Gedächtnis bleiben werden.
Es bleiben keine Fragen unbeantwortet, alle geliebten Figuren bekommen ihr wohlverdientes Happy End, und der Abschied von ihnen ließ mich weinen und lächeln zugleich. Auch hier hat Mary E. Garner exakt ins Schwarze getroffen – jeder andere Abschluss hätte unglaubwürdig oder aufgesetzt gewirkt. Der Epilog ist ein Knüller und ermöglicht eine Vielzahl individueller Interpretationen.
Ich habe durch diese Trilogie einen völlig neuen Zugang zum Fantasy-Genre gewonnen und kann nur schwer in Worte fassen, wie sehr diese Geschichte mein Leben als Vielleserin bereichert hat.
Fazit: Ein Muss für Fans von fantastischen Buchwelten und ein absolutes Schmankerl für alle Liebhaber von Literatur im Allgemeinen. Ganz, ganz großes Kino!
Rezensionen von KimVi:
Ein absolutes Wohlfühl-Buch
Eine Weihnachtshochzeit im Schnee von Sarah Morgan
Rosies Nachricht, dass sie Weihnachten ihren Freund Dan in Aspen heiraten will, schlägt in ihrer Familie in England ein wie eine Bombe. Denn es ist nicht nur wenig Zeit bis dahin, sondern die Familie hat Dan bisher nicht kennengelernt. Bei Rosies älterer Schwester Katie, die als gestresste Ärztin in der Notfallaufnahme arbeitet, schrillen deshalb sofort die Alarmglocken.
Auch wenn sie eigentlich als Trauzeugin eingeladen ist, schmiedet sie den Plan, diese überstürzte Hochzeit mit allen Mitteln zu verhindern. Doch das ist nicht das einzige Hindernis, das der romantischen Weihnachtshochzeit im Wege steht, denn Maggie und Nick, die Eltern der beiden, leben seit Monaten getrennt voneinander und wollen sich scheiden lassen. Doch das haben sie beiden Töchtern bisher verschwiegen. Als wäre das nicht genug, stellen sich auch bei Braut Rosie erste Zweifel ein, ob die schnelle Hochzeit wirklich die richtige Entscheidung ist. Eins ist jedoch klar: Dieses Weihnachtsfest wird jedem Familienmitglied auf ewig in Erinnerung bleiben.
"Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" ist ein turbulenter, aber dennoch einfühlsam erzählter Familienroman, der in der Weihnachtszeit angesiedelt ist. Das verschneite Aspen liefert dafür die perfekte Hintergrundkulisse. Denn der Autorin gelingt es einfach hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man beinahe das Gefühl hat, selbst durch den verschneiten Ort zu stapfen, den Schnee auf der Haut zu spüren und die weihnachtlichen Düfte wahrzunehmen. Man kann sich dadurch mühelos auf die Geschichte einlassen und in ihr versinken.
Sie wird wieder aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Mutter Maggie, die Braut Rosie und die große Schwester Katie abwechselnd im Zentrum der Ereignisse stehen. Dadurch bekommt man nicht nur einen Einblick in die Gedanken, Gefühle, Sorgen und Nöte der jeweiligen Hauptakteurin, sondern kann außerdem beobachten, was sie füreinander empfinden und wie die jeweiligen Handlungen aufeinander wirken. Die Autorin hat wunderbare Charaktere erschaffen, mit denen man sich identifizieren kann. Zusammen mit der verschneiten Hintergrundkulisse und der besonderen Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, entwickelt sich die Geschichte mit jeder gelesenen Seite, zu einem wahren Wohlfühlbuch. Man kann die Bedenken, Sorgen und Nöte der Protagonisten nachempfinden, aber auch gemeinsam mit ihnen lachen oder in ganz speziellen Situationen humorvoll mit den Augen rollen. Denn die Tage bis zur Hochzeit sind äußerst turbulent, aber dennoch mit einer wohldosierten Prise Romantik und ein wenig Weihnachtszauber fein abgestimmt.
Ein einfühlsam erzählter Weihnachtsroman, der durch eine wunderbare Hintergrundkulisse und lebendige Charaktere überzeugt! Ein absolutes Wohlfühl-Buch!
Rezensionen von PollyLeseratte:
So mittelmäßig
Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke! von Rüdiger Bertram
Von wasbleibtistjetzt
In diesem Buch geht es um Franzi. Sie ist in ihrer Klasse die letzte, die immer noch kein Handy haben. Ihre Eltern können sich kein neues leisten, sodass sie schließlich ein gebrauchtes bekommt. Und dieses entwickelt irgendwann ein Eigenleben und Franzi befindet sich plötzlich Mitten im Kampf um die Weltherrschaft.
Die Idee mit dem Superschurken, der die Weltherrschaft an sich reißen möchte ist nichts neues. Allerdings hat mir die Idee mit dem Handy ganz gut gefallen. Die Umsetzung war dann schlussendlich so mittelmäßig:
Franzi mochte ich ganz gerne. Ich fand es auch gut dass sie auch mal gegen Dan Stand gehalten hat und nicht komplett fremdbestimmt geworden es.
Teilweise fand ich es ganz lustig, für manche Witze war ich aber vielleicht auch einfach zu alt.
Die Ereignisse die im Kampf um die Weltherrschaft passiert sind waren etwas zu dick aufgetragen und auch für ein Fantasy Buch zu unrealistisch.
Die Zeichnungen im Comicstil die im Buch verteilt sind, fand ich auflockernd aber nicht unbedingt nötig.
Insgesamt war es ein unterhaltsames Buch für zwischendurch. Allerdings gibt es wesentlich hochwertigere Kinderbücher.
Rezensionen von Streiflicht:
Ehrlich und authentisch
Land oder Leben Wie unser Traum von einer Farm in der amerikanischen Wildnis endete. Auflage. Kla New edition. von Heuermann Claudia
Da ich selbst das Landleben sehr schätze und auch immer wieder gerne zurück aufs Land ziehen würde - allerdings ohne gleich total in die Wildnis zu gehen oder komplett Selbstversorger werden zu wollen - war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Ich mochte den Schreibstil der Autorin Claudia Heuermann von Anfang an.
Sie schreibt so, dass man es gut und schnell lesen kann, gleichzeitig sehr ehrlich und authentisch. Man erlebt nicht nur mit, was sie in ihrer Zeit in der Wildnis in Amerika erlebt hat, sondern man fühlt mit, man leidet mit und man lächelt mit. Das fand ich wirklich toll, es ist ein kleines Bisschen so, als wäre man dabei gewesen.
Die Romantik nutzt sich sehr schnell ab und der Traum von der Farm in der amerikanischen Wildnis endet nach ein paar Jahren. Ich finde es sehr mutig, dass sie es ausprobiert hat und das Abenteuer gewagt hat. Wirklich beeindruckend.
Ich fand die ehrlichen Schilderungen, wie hart das Leben auf einem Hof wirklich ist, sehr gut. Oft stellt man sich alles so romantisch vor, aber die harte Arbeit kommt in den Gedanken oft zu kurz. Gleichzeitig ist man auch für die Tiere verantwortlich und kann nicht einfach mal zwei Tage wegfahren... Es kommt sehr deutlich rüber, dass so etwas nicht funktionieren kann, wenn man das alles alleine machen muss. Zu zweit hätte es vielleicht funktioniert.
Ein tolles Buch, das ich quasi in einem Rutsch gelesen habe und das mich sehr berüht hat, vor allem wenn es um die Tiere ging. Dass die Autorin heute Vegetarierin ist, kann ich bestens nachvollziehen.
Wer den Traum vom Landleben ebenfalls hat, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen!
Rezensionen von nil_liest:
Fußball & Freundschaft - unschlagbar
Leselöwen - Die besten Kicker der Welt von Anja Kiel
Wer kenn das nicht mit den Kindern, dass das Lesen geübt werden muss um besser zu werden, aber so recht mag man die Erstleser-Bücher nicht….!? Zum Glück hat sich in den letzten Jahren einiges auf dem Markt getan und Neuerscheinungen gibt es auch reichlich.
Mein Sohn ist momentan in der 2. Klasse und wir haben uns „Die besten Kicker der Welt“ herausgepickt, dass genau für sein Leseniveau konzipiert ist aus der altbekannten Reihe „Leselöwen“.
Er fand das Thema cool und die tollen Illustrationen und ich fand Sätze pro Seite und insgesamte Textfülle gut. Na dann mal los! Anja Kiel hat es wunderbar geschafft ein Lese-Lernbuch zu schreiben, dass die Leser, zumindest meinen Sohn, genau da abholt wo er mit seinen Lesekenntnissen ist. Die Wortwahl war insgesamt gut und das ein und andere Wort eine Herausforderung wie Training oder Foul. Aber so soll es ja sein. Vertiefen und dazulernen!
Die Geschichte ist niedlich, sehr sozial und was mich begeistert hat auf so neutrale Art ausgewogen ohne Bemüht zu wirken. Da gibt es Jungs wie Mädchen beim Fußball und einen Luca genauso wie einen Serkan. Das hat uns sehr gut gefallen. Genderfrei sowieso und daher ein Leselernbuch für alle – nicht nur für Jungs! Bunt gemischt und alle füreinander da - es braucht keine Ausgrenzung!
Einen besonderen Anreiz bilden die Sticker die ganz hinten im Buch kleben! Da war meiner scharf drauf und las dann den letzten Rest besonders schnell. Auch ist zum Schluss noch mal ein Abschnitt mit Fragen und Antworten für das Textverständnis und auch einige Begriffserklärungen. Super, aber wir finden, diese beiden Sektionen sollten lieber zwischen die Kapitel gebaut werden. Ist das Buch einmal gelesen, ist es „erledigt“.
Besonders lobend muss ich auch die Illustrationen von Elli Bruder erwähnen. Die haben uns beide sehr gut gefallen und unterstützen das Textverständnis ohne abzulenken und die Seiten zu überfrachten.
Ein rundum gelungenes Lesebuch für die 2. Klasse mit Spannung, Pfiff und Freundschaft!











