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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PMelittaM:

Hat mich eher enttäuscht

Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Im November 1967 verschwindet die sechzehnjährige Kristin Karvelsdottir auf dem Heimweg von einer Freundin spurlos an der Stelle, an der ihre jüngere Schwester Marsibil am selben Abend ihren Brieffreund treffen wollte. Marsibil hat niemandem von ihrem Brieffreund und dem geplanten Treffen erzählt, obwohl die Möglichkeit besteht, dass er hinter dem Verschwinden steckt.

Zehn Jahre später bekommt sie einen Brief, der von dem Brieffreund sein könnte, was sie wieder nach Hause führt.

Ich mag die Krimireihe der Autorin um die Polizistin Elma sehr, und so war ich gespannt auf diesen neuen Roman, der erste außerhalb der Reihe. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, zum einen erfahren wir was Kristin vom Herbst 1966 bis zu ihrem Verschwinden erlebt hat, zum anderen Marsibils Erlebnisse in ihrem Heimatdorf 1977, während sie versucht, doch noch hinter Kristins Verschwinden zu kommen. Beides wird in Ich-Form erzählt, wodurch man nahe dabei ist und die Schwestern recht gut kennen, kann sich aber durch bestimmte Vorkommnisse nicht immer auf das verlassen, was erzählt wird. Weitere Charaktere sind zudem subjektiv geprägt.

Die Stimmung ist von Anfang an düster. Dadurch, dass man nach und nach erfährt, was in dem Jahr vor dem Verschwinden passiert ist, und gleichzeitig mit Marsibil die verschiedenen Akteure zehn Jahre später erlebt, ergeben sich nach und nach immer mehr Motive, und nahezu jede:r scheint verdächtigt, inklusive Kristins eigener Familie. Das führt auch dazu, dass man selbst miträtselt und Theorien aufstellt, und ich kann sagen, dass mir manches von dem, was sich am Ende ergeben hat, relativ schnell klar war. Trotzdem erscheint mir die Auflösung nicht in allem logisch, was mich letztlich enttäuscht hat.

Zu einem Thema, das hier Relevanz gewinnt, hätte ich mir ein Nachwort der Autorin gewünscht, in dem sie erklärt, inwiefern das in Island tatsächlich vorgekommen ist.

Leider hat mich die Autorin, deren Krimireihe ich sehr schätze, mit diesem Roman eher enttäuscht. Die Erzählweise in zwei Zeitebenen spricht mich zwar an, die Auflösung erscheint mir aber nicht vollkommen logisch.

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Rezensionen von cosmea:

Wer bin ich, und wer darf ich sein?

John of John von Douglas Stuart

Nach einem vierjährigen Kunststudium in Edinburgh kehrt der 22jährige John Calum MacLeod genannt Cal auf Bitten seines Vaters nach Hause zurück, um sich um seine Großmutter Ella zu kümmern. Zu Hause bedeutet für ihn Lewis, eine Insel der Äußeren Hebriden. Cal hat enorme Schulden angehäuft und keine Zukunftsperspektive außer so zu leben wie sein Vater und Generationen vor ihm: mit schwerster Arbeit als Tweed-Weber und Schafzüchter, immer am Rande des Existenzminimums.

Cal muss weiter sein Geheimnis vor seinem Vater John und der ganzen Gemeinde wahren, wo jeder alles über die anderen wissen will. John spielt eine wichtige Rolle in der strenggläubigen calvinistischen Gemeinde, wo es üblich ist, einen jungen Mann wie Cal wegen eines angeblichen Fehlverhaltens öffentlich zu stoßen und zu schlagen. Auch sein Vater verliert öfter die Kontrolle und traktiert ihn mit schmerzhaften Fausthieben. Cal hatte vor seinem Weggang einen Geliebten, den jungen Doll Macdonald, der aber nichts mehr von ihm wissen will. Darauf freundet er sich mit Innes MacInnes an, dem besten Freund seines Vaters, der unverheiratet geblieben ist und sich um seinen alten gebrechlichen Vater kümmert. Jeder hat hier ein Geheimnis, wie Cal im Laufe der Geschichte herausfindet. Er erfährt, warum seine Mutter Grace einst seinen Vater und ihn verließ und mit ihrem Schwager eine neue Familie gründete. Er hat sich so nach seiner Heimat gesehnt, aber kann er hier überhaupt leben, ohne sich selbst zu verleugnen und zu verbiegen, nur um die Wärme der vertrauten Gemeinschaft nicht zu verlieren? Wird er in einer solchen Enge ein selbstbestimmtes Leben führen können?
Mir hat dieser atmosphärisch dichte Coming-of-Age-Roman trotz deutlicher Längen gefallen. An äußerer Handlung passiert nicht viel, aber man begleitet Cal gern auf seinem schweren Weg. Den Booker Prize wird der Autor für diesen Roman nicht bekommen, aber eine Leseempfehlung spreche ich trotzdem aus.

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Rezensionen von Streiflicht:

Ab ins Abenteuer

LONELY PLANET Reiseführer Entdecke Neuseeland von LONELY PLANET Deutschland

Hier ist der Titel Programm – Entdecke Neuseeland. Ab ins Abenteuer. Auch das Bild auf dem Cover passt dazu und verspricht außergewöhnliche Aktivitäten. Das macht Lust auf mehr und den genaueren Blick ins Buch …
Schon lange steht Neuseeland auf meiner Reiseliste, umso mehr, seit meine Eltern dort waren und so begeistert waren, dass sie am liebsten nochmal hinreisen würden.

Und so blättere ich immer wieder gerne in Reiseführern, um mich inspirieren zu lassen. Wenn man sich viel mit einem Thema oder hier einem Land beschäftigt, dann kennt man natürlich auch bald die Highlights und bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Umso faszinierender fand ich die Idee, mal abseits vom Mainstream zu schauen und ein Land so richtig zu entdecken. Kleine Abenteuer können mich immer begeistern und machen mich neugierig. Also genau das richtige Buch für mich!
Ich mag das praktische, handliche Format mit der kleinen Reisekarte in der hinteren Buchklappe. Auch vorne ist noch eine kleine Faltkarte der beiden Inseln versteckt. Praktisch für den Überblick. Einen Überblick findet man auch im Inhaltsverzeichnis, das nach Regionen gegliedert ist. Praktische Hinweise dürfen natürlich nicht fehlen. Die Doppelseite mit den besonderen Vögeln von Neuseeland hat mich besonders begeistert. Hier findet jeder das passende Abenteuer für sich!

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Rezensionen von LeserinLu :

Wohlfühlroman

Pina fällt aus von Vera Zischke

„Pina fällt aus“ ist einer dieser Romane, bei denen ich schon nach wenigen Seiten gemerkt habe, dass sie mich mit einem guten Gefühl zurücklassen werden. Was zunächst nach einer dramatischen Ausgangssituation klingt, entwickelt sich zu einer warmherzigen, klugen und immer wieder überraschend witzigen Geschichte über Nachbarschaft, Verantwortung und gelebte Inklusion.

Als Pina plötzlich ausfällt und ihr behinderter Sohn Leo zum ersten Mal auf sich allein gestellt ist, müssen Leos Nachbarn ihr Komfortzone verlassen. Nach und nach wächst die ungewöhnliche Hausgemeinschaft über sich hinaus. Die Figuren sind wunderbar eigenwillig, glaubwürdig und sehr warmherzig gezeichnet. Jede von ihnen bringt ihre eigenen Verletzungen, Ängste und Lebensthemen mit, sodass nicht nur Leo Unterstützung braucht, sondern auch die anderen durch ihn damit konfrontiert werden.

Besonders gelungen fand ich, wie leicht und flüssig sich der Roman lesen lässt, ohne dabei seine wichtigen Themen oberflächlich zu behandeln. Immer wieder gibt es witzige Momente, die die Geschichte auflockern, gleichzeitig regt sie zum Nachdenken darüber an, was Inklusion im Alltag eigentlich bedeutet und wie schnell Menschen einfach ausgeschlossen werden. „Pina fällt aus“ ist für mich deshalb ein echter Wohlfühlroman.

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Rezensionen von cosmea:

Wer wäre Nadim Suri ohne die Frauen?

Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami

Said Mardini, ein junger Literaturstudent, flieht aus Damaskus, nachdem er sich durch eine kritische Rede gegen die Diktatur in Lebensgefahr gebracht hat. Er bekommt ein Visum in Deutschland und eine Zulassung an der Universität Heidelberg. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er zunächst mit zahlreichen Jobs.

Später arbeitet er aufgrund seiner vielfältigen Sprachkenntnisse als Simultandolmetscher und wird sehr gut dafür bezahlt. Außerdem schreibt er Romane. Eines Tages bittet ihn ein befreundeter deutscher Arzt um Hilfe. Nadim Suri, ein schwerkranker Patient mit syrischen Wurzeln, der nicht mehr lange zu leben hat, möchte ihm seine Lebensgeschichte erzählen. In der Folge besucht Said den alten Mann an zehn Tagen und hört die Geschichte seines Lebens. Es ist vor allem die Geschichte seiner Beziehungen zu Frauen. Immer wieder verliebt er sich, erlebt großes Glück, aber auch Enttäuschung, Verlust und Trauer. Die Frauen in seinem Leben haben ihn geprägt. Jede von ihnen hat etwas in ihm hinterlassen, das zu einem Mosaiksteinchen als Teil seiner Persönlichkeit wird. Alle zusammen machen das fertige Bild dessen aus, der er am Ende seines Lebens ist.
Neben den Geschichten über die Frauen seines Lebens erzählt Nadim jedoch auch witzige Episoden und Ereignisse, die er von anderen gehört hat. Ein wichtiger Teil dieses Romans ist das Thema Flucht und Vertreibung, die grausame Herrschaft der Diktatoren mit Tausenden von Toten, z.B. in Syrien und dem Irak, wo ein falsches Wort zu Folter und Tod führen kann. Es geht jedoch auch um das Leben der Immigranten in Deutschland, die Reaktion der Deutschen auf die Zuwanderer und ein Plädoyer für mitmenschliches Verhalten. Mir hat Rafik Schamis meisterhaft erzählter Roman im Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.

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Rezensionen von Streiflicht:

Faszinierende Anblicke

DUMONT Bildatlas Neuseeland von Bruni Gebauer; Stefan Huy

Immer wieder und wieder lese ich die verschiedenen Ausgaben des Bildatlas von Dumont mit großer Begeisterung. Weniger als Reiseführer, aber als perfekt Inspiration für Reisen, einfach so zum Schmökern oder Wegträumen aus dem langweiligen und manchmal so grauen Alltag. Diese Ausgabe über Neuseeland hat es mir besonders angetan und gut gefallen.

Die Einblicke in die besondere Tierwelt mit Kiwi, Kakapo, Kea und anderen faszinierenden Tieren haben mir am besten gefallen. Die Natur auf den Inseln am anderen Ende der Welt ist einfach so ganz besonders faszinierend und toll.
Wunderbare Bilder, Ausflugs- und Reisetipps machen das Heft zu etwas Besonderem. Man ist mit der Lektüre noch nicht fertig, da möchte man am liebsten schon den Koffer packen. Unter dem Motto Spektakuläre Naturräume – Wunderbare Wildnis sind Highlights aufgeführt, die man definitiv nicht verpassen sollte. Nun haben wir die Qual der Wahl, aber egal, wofür man sich entscheidet, die Reise nach Neuseeland – auch die virtuelle – ist immer ein Traum!

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Rezensionen von Eternal-Hope:

"Nun bin ich wieder abgeschweift"

Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami

Vorab: eigentlich war ich ein Fan des im Jahr 1946 in Damaskus geborenen und seit 1971 in Deutschland lebenden Schriftstellers Rafik Schami. Ich habe schon einige seiner anderen Bücher, z.B. "Eine Hand voll Sterne", gelesen und seine poetische, geschichtenerzählende Schreibweise geliebt. Deshalb war ich sehr gespannt auf sein neues Buch "Das Mosaik der Frauen", das auch äußerlich wunderschön gestaltet ist.

Leider ist dieses Buch aber eine Enttäuschung und ich kann ihm mit viel Wohlwollen nur 3 knappe Sterne geben.

Warum? Der Titel, den ich für diese Rezension gewählt habe, und der ein direktes Zitat aus dem Buch ist (S. 224, und viele weitere Stellen), sagt es schon: "Nun ich wieder abgeschweift". Dieses Buch will einfach zu viel auf einmal oder es wurde aus Rücksicht auf den etablierten Schriftsteller und den Respekt vor seinem Alterswerk kaum lektoriert.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass in diesem Buch zwar an manchen Stellen noch die ursprüngliche Erzählkunst des Autors durchschimmert, sie sich aber insgesamt in viel zu vielen kleinen Lebensausschnitten unzähliger Menschen, die man durch die Knappheit nicht näher kennen lernt und mit denen man deshalb nicht wirklich mitfühlen oder sich für ihre Schicksale interessieren kann, garniert mit für mich nicht sonderlich humorvollen Witzeinlagen, allgemeinen Lebensweisheiten und Anekdoten verliert.

Schon am Anfang muss man sich in Geduld üben, bevor die eigentliche Erzählung beginnt: wir lernen erst einmal auf dutzenden Seiten den Schriftsteller kennen, dem die Hauptfigur, ein sich im Krankenhaus befindlicher älterer Syrer, seine Geschichte von den Frauen, die ihn geprägt haben, erzählt. Frauengeschichten sind es viele, von der Mutter und der Schwester über die Ehefrau, Freundinnen bis zu diversen Bekanntschaften und bei manchen ist es nur eine Kleinigkeit, die er als Weisheit aus dem gemeinsamen Kontakt mitgenommen hat. Wirklich nahe kommt einem dabei, wie gesagt, kaum eine der Figuren, dazu sind es viel zu viele.

Noch dazu beschränkt sich das Buch nicht einmal auf den Mann und die ihn prägenden Frauen, sondern wie nebenbei werden noch kurz die Geschichten von Hinz und Kunz und sonstwem angerissen, sodass insgesamt gefühlt sicher von 50 Menschen erzählt wurde, ohne dabei wirklich in die Tiefe zu gehen.

Interessant waren für mich der historische Hintergrund der Entwicklung der Länder im Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten, das Aufzeigen, wie auch Bürgerbewegungen mit ursprünglich hehren Zielen oft zu genauso schrecklichen Diktaturen werden, wenn sie an der Macht sind, sowie diverse kulturelle Einblicke in ein Syrien, das so eine reiche und vielfältige kulturelle und religiöse Geschichte hat. Auch das hätte man über in ein Buch mit mehr Fokus und Tiefe noch besser einbetten können. Positiv ist aber doch, dass deutlich wird, wie viel Respekt und Achtung der Autor Frauen insgesamt entgegenbringt.

Insgesamt kann ich dieses Buch dennoch vorwiegend langjährigen Fans von Rafik Schami empfehlen, um es mit seinen anderen Büchern vergleichen zu können. Wer den Autor aber noch nicht kennt, dem rate ich dazu, zu einem seiner anderen Werke zu greifen, da in diesen sein zweifellos vorhandenes Erzähltalent viel besser rauskommt.

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Rezensionen von peedee:

Berührende Momente

Polwenna Bay – Wo die Liebe Wunder wirkt von Ruth Saberton

Polwenna Bay, Band 2: Morwenna Tremaine führt einen Reiterhof, doch die finanzielle Situation ist nicht rosig. Ein Sieg bei einem Turnier als Vielseitigkeitsreiterin wäre dringend nötig. Ihr ganzes Leben dreht sich um Pferde, für einen Mann ist da keine Zeit. Erst recht nicht für Ashley Carstairs, der erfolgreiche Geschäftsmann, der meint, er müsse nur mit dem Finger schnippen und alle gehorchen ihm.

Hinter seiner Fassade steckt jedoch – wie so häufig – viel mehr: Ashley weiss, dass er sich von Morwenna fernhalten soll, denn er hat ein Geheimnis, das alles zerstören kann…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover, aber aufgrund dessen, dass sich die Geschichte um Pferde handelt, hätte ich etwas in dieser Richtung erwartet.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Für mich war es der Einstieg in die Reihe und daher gab es etliche Protagonisten kennenzulernen, denn die Tremaines sind eine grosse Familie. Aber das wird dann mit jedem Band einfacher…

Ich sah Morwenna „Mo“ gleich vor mir: immer in Bewegung, das Herz überquellend vor Liebe zu ihren Pferden, stets in Sorge um die Finanzen machen keine Pause. Mal feiern oder ins Kino gehen? Auswärts essen? Keine Zeit – und kein Geld. Wenn dann dieser Ashley nach Polwenna Bay kommt und durchs Dorf spaziert, als würde es ihm gehören, regt sich Mo auf. Dabei tut Ashley gar nichts dergleichen. Und dass er vermögend ist, dafür kann er ja nichts. Wenn er und Mo sich zufällig sehen, fliegen Funken – er stichelt und sie reagiert prompt. Wie sagt man so schön „Was sich liebt, das neckt sich“? Es wird keine Überraschung sein, dass die beiden sich näherkommen, doch dann kommt es zu einem Zwischenfall, der alles verändert. Selbstverständlich…

Ich bin grosser Fan von Kleinstadt-Romanen wie „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“, daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch, wenn ich auch unkonventionell mit Band 2 begonnen habe. Und? Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, uferte in puncto Beschreibungen zuweilen etwas ins Schwülstige aus (z.B. „sein Mund auf ihrem weicher als der abblätternde Teig“), aber bei einem Liebesroman darf das auch mal sein. Es gab einige sehr berührende Momente und daher vergebe ich gerne 4 Sterne. Ich freue mich auf weitere Geschichten rund um die Tremaines.

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Rezensionen von cosmea:

Die Vergangenheit ist nicht tot

Meeresdunkel von Till Raether

Zwei Familien treffen scheinbar durch eine fehlerhafte Doppelbuchung in der renovierungsbedürftigen Finca Casa de la Vora am Ende einer Bucht auf Mallorca zusammen. Da kein anderes Quartier verfügbar ist, arrangieren sie sich miteinander und kommen zunächst ganz gut miteinander aus. Es gibt jedoch in beiden Familien Probleme.

In der Ehe von Henrike und Hans kriselt es, und deshalb hofft Henrike, dass sie sich durch den gemeinsamen Urlaub wieder näherkommen. Auch bei Marie und Samuel, dem anderen Ehepaar läuft es nicht rund, weil Marie völlig verarbeitet ist und für ihren Chef zu allen Tages- und Nachtzeiten erreichbar sein muss und weil ihr Mann durch falsche geschäftliche Entscheidungen gerade alles in den Sand gesetzt und eine Menge Geld verloren hat. Dann zieht ein Sturm auf – sozusagen im wörtlichen und im übertragenen Sinne, so dass die Situation im Ferienhaus dem klassischen Locked Room Mystery ähnelt, weil sie das Grundstück nicht mehr verlassen können. Einer von ihnen wird ermordet aufgefunden. Die Erklärung für die Ereignisse in der Gegenwart ist in der Vergangenheit zu finden, wie drei Kapitel mit der Überschrift 1995 verdeutlichen. So versteht der Leser nach immer neuen Wendungen und Komplikationen, wie alles zusammenhängt und warum es zu diesem seltsamen Zusammentreffen in der Casa de la Vora kam.
Die Geschichte liest sich eigentlich teilweise nicht schlecht, obwohl sie nicht durchweg spannend ist, aber auf mich wirkt das Ganze sehr konstruiert und teilweise so verworren, dass man den Überblick verliert. Dazu trägt auch die Personenvielfalt bei und einige Besonderheiten, die letztlich entbehrlich sind. Da ist zum Beispiel Juri, der 8jährige Sohn von Marie und Samuel, dessen wichtigste Bezugsperson seine Puppe Hedwig ist und der so frühreif ist, dass es schon wie eine Karikatur wirkt. Welcher Junge in diesem Alter beschäftigt sich denn mit Einsteins Relativitätstheorie? Für mich ist dieser Roman kein Thriller, sondern ein aus Familiendramen zusammengesetztes Puzzle. Falls es eine Fortsetzung geben sollte, werde ich diese jedenfalls nicht lesen.

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Rezensionen von cosmea:

Reiche leben gefährlich

Das Gesetz der Elite von Sandrone Dazieri

Der ehemalige Fußballstar Jesús Martinez wird tot in seiner Kryosauna gefunden. Colomba Caselli, ehemalige Vizepolizeidirektorin, die inzwischen als Privatdetektivin für den Geheimdienst arbeitet, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Als Partner steht ihr Dante Torre zur Seite, der aufgrund seiner traumatischen Kindheitserlebnisse ein besonderes Gespür entwickelt hat und Indizien sieht, die sonst keiner bemerkt.

Schon bald schließen die Ermittler einen Unfall aufgrund eines technischen Defekts aus. Martinez gehörte als Geschäftsmann zu den Superreichen, und die ganz spezielle Sauna war von seinem Unternehmen hergestellt worden. Bald kommen weitere Tote in der Gegenwart und Vergangenheit hinzu, und eine Gruppe fordert im Netz “Tötet die Reichen“. Einige der Toten kannten sich als Jugendliche. Colomba und Dante suchen deshalb nach einem Täter, dessen Motiv weit in die Vergangenheit zurückreicht.
In diesem spannenden Thriller werden nicht nur Kriminalfälle gelöst, sondern es kommen auch andere Themen zur Sprache: Macht, soziale Ungleichheit und der Kampf für Gerechtigkeit zum einen, aber auch Kinderarbeit zur billigen Produktion von Waren und die Idee, Tote nicht zu begraben oder einzuäschern, sondern einzufrieren für ein Leben in der Zukunft oder um sie zu klonen. Die Welt der Superreichen ist dem normalen Leser fremd, aber die behandelten Themen sind von aktueller Bedeutung und gehen uns alle an.
Ich kenne die Vorgänger nicht, aber der Thriller war für mich trotzdem gut verständlich. Er hat mir gut gefallen und wird nicht mein letztes Buch von Dazieri bleiben.

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