Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Manfred Fürst:
Die Toten kleiden sich in den aufziehenden Rauch
Weiß von Han Kang
In einer Mietwohnung in der Hauptstadt (Warschau?) eines der Erzählerin, wohl Han Kang, unbekannten Landes.
Ein Mädchen, Han Kangs Schwester, wurde etwa zwei Monate zu früh geboren, die Mutter zweiundzwanzigjährig, völlig allein, schnitt sich selbst die Nabelschnur durch. Das Mädchen wurde nur zwei Stunden alt.
Die traumatisierte Erzählerin schreibt in ihrer Mietwohnung an einer Liste weißer Dinge, um sich selbst zu therapieren. Han Kang ist Koreanerin und in fernöstlichen Kulturen wird der Tod mit der Farbe Weiß assoziiert.
Das Weiße meist unscheinbar und bleibt oft unbemerkt. Dabei muss man die Nicht-Farbe nur genau betrachten und schon sieht man, welche Tragik in ihr stecken kann.
In allen weißen Dingen werde ich dich spüren und in dir weiteratmen (Han Kang).
Eine Handvoll Wörter auf weißem Papier, das nicht weiß ist. Welche Farbe hat es denn, wenn es überhaupt eine Farbe ist?
Han Kangs Roman Weiß ist eine poetische Meditation über den Verlust ihrer Schwester. 150 Seiten, Ich – Sie – Alles weiß, in 63 kurzen Kapiteln, ein Roman zwischen Kurzprosa, Lyrik und Autobiographie mit schwarzweißen Abbildungen aus einer Ausstellung. Auch wenn Han Kang in ihrer Mietwohnung zunächst alles weiß streicht, die Farbe der Seiten ihres Romans hat der Aufbau-Verlag augenfreundlich hellgrau gestaltet. Für lyrische Leserinnen und Leser, die Gefallen finden an leiser und melancholischer Literatur.
Rezensionen von Lesemama:
Abrechnung einer frustrierten Singlefrau
Weiß von Han Kang
Bewertet mit 2 Sternen
Zum Buch:
(Klappentext)
Wer kennt es nicht, das Singledasein, die langweiligen Pärchenabende im Freundes- und Bekanntenkreis, die aufdringlichen Fragen nach dem Beziehungsstatus, die mitleidigen Blicke, wenn die Antwort Single lautet? Karin Roth ist gutaussehend, beruflich erfolgreich und sportlich.
Sie fährt Motorboot, ist leidenschaftlicher Eishockeyfan und Single. Nicht, dass es ihr an Dates mangeln würde, doch Mister Perfect ist einfach nicht dabei. Oder hat sie ihn schlicht und ergreifend nicht erkannt? Selbstironisch, witzig und charmant lässt die 37-Jährige ihre Dates Revue passieren und schreibt über Pleiten, Pech und Pannen, über Freundschaft, Liebe und die Sehnsucht nach einem Seelenverwandten an ihrer Seite. Hat sie ihren Traumprinzen am Ende gefunden?
Meine Meinung:
Seien wir doch ehrlich, die wenigsten Singke sind es, weil sie es toll finden alleine zu sein. Hat man die dreißig überschritten, findet man umso schwerer jemanden fürs Leben.
Ich hatte das Glück meinen Deckel schon sehr früh zu finden, aber das Buch wollte ich trotzdem lesen.
Ich habe den Klappentext kopiert, weil mir tatsächlich nichts einfiel, wie ich das Buch am besten beschrieben soll.
Eines war es meiner Meinung nach auf gar keinen Fall, humorvoll.
Ironisch, witzig? Fehlanzeige. Frustriert und traurig trifft es besser. Eine Abrechnung mit Männern, die nicht ihrem Geschmack entsprechen.
Ca. Dreißig Kapitel, jedes handelt von einem Typen, der sie auf welche Art auch immer enttäuscht hat. Gut, der Autorin mag es danach besser gegangen sein, aber was soll das Buch der Leserin bringen?
Die Leserin, der Leser, der bereits Single ist, kennt den Frust. Andere Leser, wie ich z.B. langweilen sich. Das Buch ist nochts. Inha hatte ja auf Lesespaß und Humor gehofft, für mich war es ein Flop.
Rezensionen von April1985 :
Großartiges Finale der Finsterzeit-Trilogie
Weiß von Han Kang
Sandra Toth hat es wieder einmal geschafft mich schon nach wenigen Seiten zu fesseln. Ich liebe ihren ruhigen und atmosphärischen Schreibstil, der auch in diesem Finalband wunderbar zum Ausdruck kommt. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass der 3. Band stilistisch am ausgereiftesten ist.
Ich bin wahnsinnig gut voran gekommen beim Lesen. Es ging alles so leicht und flüssig und die Spannung war von Anfang an da und hat sich bis zum Schluss gehalten.
Die Geschichte selber startet quasi an dem Punkt, an dem der zweite Band endet. Ich war also wirklich wieder sofort im Geschehen drinnen und habe gebannt die Ereignisse rund um Thomas, Viktor und Lara verfolgt. Wir lesen wieder abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven. Dieses Mal schlüpfen wir direkt in die Gedanken und Handlungen von Viktor, Lara und Irina. Ja, ihr lest richtig. Mit Irina ist ein neuer, unglaublich starker und sympathischer Charakter dazu gekommen. Viktor und Lara durften wir ja schon in den ersten beiden Teilen kennen und lieben lernen. Durch Irina hat die Geschichte eine ganz neue Dynamik bekommen. Ich muss wirklich sagen, dass ich Irinas Geschichte sogar am spannensten fand. Was wir durch ihre Augen sehen, war einfach schockierend, aber auch sehr emotional. Mit Irina betreten wir zudem das erste Mal die Stadt und was dort passiert, lässt einem den Atem stocken. Betrug, Intrigen, Machtkämpfe, Vergewaltigung und Mord sind nur ein paar Schlüsselworte, welche die Ereignisse in der Stadt bzw. aus Irinas Leben beschreiben.
Viktor und Lara kennen wir ja wie gesagt schon. Das Wiedersehen mit den beiden war einfach so schön. Was hab ich mit den beiden mitgefiebert und mitgelitten. Viktor, welcher mehr denn je um sein Dorf und seine Familie kämpfen muss und Lara, die sich plötzlich mit der schwierigen Aufgabe als Anführerin der Festung konfrontieren muss. Ich bin wirklich begeistert von der Charakterentwicklung und muss gestehen, dass ich sie alle nur ungern und schweren Herzens ziehen lasse.
Für mich ist Die Stadt ein krönender Abschluss, der mich zwar lächelnd, aber auch auch sehr wehmütig zurück lässt.
Fazit
Sandra Toth hat einen krönenden Abschluss der Finsterzeit-Trilogie zu Papier gebracht. Der 3. Teil war für mich fast der Beste. Die Autorin beschreibt mit viel Gefühl und sehr atmosphärisch ein dystopisches Szenario, in dem sich unsere Protagonisten Lara, Thomas, Viktor und Irina zurecht finden müssen. Es geht um Plünderungen, Machtkämpfe, Vergewaltigung und Mord - es geht um Leben und Tod. Sandra schafft es allerdings, dass die Hoffnung beim Lesen immer mitschwingt, so grausam die Welt auch geworden ist.
Ich empfehle das Buch bzw. die Trilogie allen, die gerne 'erwachsene' dystopische Romane lesen. Mit der Finsterzeit-Trilogie habt ihr einen wahren Pageturner in den Händen!
Rezensionen von C. P.:
Temporeiche Fortsetzung der AllAge-Krimiserie
Ein MORDs-Team - Der Fall Marietta King 2 - Spiel im Schatten (Bände 4-6) von Andreas Suchanek
Nachdem in Band 1 die Hauptcharaktere vorgestellt wurden, geht es rasant weiter in der Serie. Neu hinzu kommt eine Figur, die sich als alter Gegner des geheimnisvollen Grafen entpuppt und ebenso skrupellos wie perfide vorgeht, um an sein Ziel zu gelangen. Dass die vier Freunde dabei ins Kreuzfeuer geraten bringt eine tödliche Spannung mit sich.
Dabei gibt es noch mindestens eine weitere Person, die keine Lust mehr hat, sich vom Grafen gängeln zu lassen. Da ist es doch praktisch, dem allen bekannten Gegenspieler alles in die Schuhe zu schieben, um die eigenen Pläne zu vertuschen. Und natürlich decken die Freunde Machenschaften auf, welche von langer Hand geplant dem Graf erfolgreich bis heute in die mächtigen Hände spielen.
Spätestens seit dem zweiten Band der Serie, welcher die Einzelfolgen 4-6 beinhaltet, bin ich vom MORDs-Team überzeugt. Hier zeigt sich, dass mit jeder Einzelfolge ein Fall verfolgt wird, welcher sich nach und nach als Puzzleteil des Gesamtfalles Marietta King entpuppt. Ebenso kommen weitere Personen hinzu, welche die Serie hervorragend bereichern und die Gesamthandlung angenehm komplex gestalten. Sehr gefällt mir, dass es immer wieder zu unvorhersehbaren Twists kommt sowie zu kleinen Überraschungen. Zudem wird es der Clique alles andere als leicht gemacht, die verschiedenen Fälle zu lösen, oftmals geraten sie dabei mittlerweile in große Gefahr. Da mag ich, wie die Freunde mittlerweile als Team agieren.
Mit Band zwei der Serie entwickelt sich der Fall Marietta King zum absoluten Pageturner!
Rezensionen von Katja:
Guter Thriller
Die Nacht zuvor Thriller. Kla. von Walker Wendy
Inhalt: Laura kehrt in ihren Heimatort zurück, nachdem ihre Beziehung in die Brüche ging. Dort wohnt sie für eine unbestimmte Zeit nun bei ihrer Schwester Rosi und deren Familie. Sie ist fest entschlossen der Liebe noch eine Chance zu geben und meldet sich dort in einem Datingportal an. Bald schon verabredet sie sich mit einem ihr unbekannten Mann und kehrt von diesem Date nicht wieder zurück.
Als Rosi dies bemerkt, befürchtet sie das schlimmste und macht sich gemeinsam mit ihrem Mann und einem Freund aus Kindertagen auf die Suche. Sie stoßen bald auf Hinweise die keiner so richtig deuten kann......
Ich tat mich anfangs ein wenig schwer mit dem Schreibstil des Autoren, kam aber dennoch erstaunlich gut ins Buch hinein. Ich schaffte es kaum es aus der Hand zu legen, denn die Autorin beherrscht ihr Werk dies merkte ich schnell.
Die Charaktere sind authentisch und man gewinnt sie alle sehr schnell lieb. Die beiden Schwestern Rosi und Laura, aus deren Sicht das Buch auch abwechselnd erzählt wird, haben beide einen recht unterschiedlichen Charakter und ich mochte sie von Anfang an. Genau deshalb konnte ich auch nicht glauben, dass Laura dies was ihr vor vielen Jahren vorgeworfen wurde wirklich getan haben soll.
Der Plot packt seine Leser schnell und zieht sie in sich hinein.
Meine Meinung: Das Buch hatte mich sofort gefesselt. Auch mochte ich es, das von Anfang an einige Geheimnisse im Raum standen die sich nur nach und nach lichteten. Dadurch konnte ich mir so schön den Kopf über manche Dinge zerbrechen. Sowas liebe ich an Thrillern. Gut gelungen fand ich hier auch, dass die Kapitel abwechselnd von den Erlebnissen der beiden Schwestern berichteten. So wurde es teilweise noch verworrener und dadurch auch gleichzeitig noch spannender. Einmal angefangen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, so fesselte es mich.
Fazit: Ein gut gelungener Thriller, bei dem der Leser von Anfang an nicht weiß was hier gespielt wird und dies bleibt auch bis zum Schluss so. Deshalb für alle Thriller Fans sehr gut geeignet.
Rezensionen von Almuth-Rexer@web.de:
Subtile Spannung
Wer auf dich wartet von Gytha Lodge
Die britische Autorin Gytha Lodge ist eine Meisterin der subtilen Spannung und der überraschenden Wendungen. Wie auch im ersten Band ,,Bis ihr sie findet" ermitteln der sympathische DCJ Jonah Sheens und seine Kollegen.
Als der Dozent Aidan abends mit seiner Freundin Zoe skypen will, sieht er nur ihr leeres Zimmer.
Kurz darauf muss Aidan Kampfgeräusche im Badezimmer mit anhören. Danach ist alles still. Doch Aidan wendet sich erst Stunden später und dann auch nur anonym an die Polizei, die dann auch tatsächlich Zoes Leiche in deren Wohnung findet.
Aidans Aussagen werden immer widersprüchlicher und verdächtiger. Offenbar war seine Beziehung zu der Künstlerin Zoe sehr schwierig und von ständigen Konflikten und Trennungen geprägt. Anscheinend kannte Aidan nicht einmal Zoes aktuelle Adresse! Warum hatte Zoe ihm diese nicht gegeben? Zoe selbst scheint überall sehr beliebt gewesen zu sein, äußerst hilfsbereit und sozial. Doch nicht alle ihre Freunde scheinen ihre Hilfe immer geschätzt zu haben und haben sie wohl eher ausgenutzt.
Die Ermittler stoßen bei ihren Recherchen auf ein verwirrendes Netz aus Verstrickungen, Geheimnissen und Missgunst. Nach und nach erscheint jeder in Zoes Bekanntenkreis verdächtig und der Leser wird immer wieder auf falsche Spuren gelenkt. Allerdings werden dabei manche Konflikte zu detailliert und ausschweifend beschrieben, was stellenweise der Spannung etwas abträglich ist.
Wie im ersten Band wird auch hier die Handlung auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was mit gut gefällt.
Auf einen Folgeband darf man sicherlich gespannt sein.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungener Rückblick
Eine Luftmatratze muss her! von Wolfgang Marschall
Autor Wolfgang Marschall hat in diesem Buch anhand von Schlagzeilen und Randnotizen der „Rieder Volkszeitung“ die Zeit zwischen 1950 und 1960 wieder aufleben lassen. Es ist eine Zeit, in der jede, auch noch so winzige Nachricht in der Zeitung zu finden war. Man scherte sich nicht um die Privatsphäre der Menschen.
So stand dann tatsächlich der volle Name eines Autofahrers in der „Riada Ratschn“, wie die Zeitung liebevoll genannt wurde, der wegen Trunkenheit am Steuer seinen rosa Schein abgeben musste.
Keine Nachricht war den Zeitungsmachern zu gering, als dass man darüber nicht berichtete.
Das Buch dokumentiert den rasanten Wirtschaftsaufschwung, den damit verbundenen Wertewandel und das Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre.
Die Geschichten sind authentisch, informativ und sie lassen den Leser bei der Rückschau auf diese Zeit mitunter hellauf lachen.
Allerdings gibt es auch Artikel, die Kopfschütteln auslösen. Wenn zum Beispiel DDT als Allheilmittel gegen Schädlinge in der Landwirtschaft angepriesen wird, oder die Segnungen der Kernkraft gerühmt werden.
Diese Zeitreise hätte vermutlich in jeder ländlichen Region Österreichs ähnlich stattfinden können.
Ausschnitte aus der „Rieder Volkszeitung“ in Wort und Bild geben den Lesern ein umfassendes Bild dieser Aufbruchsjahre.
Fazit:
Ein gelungener Rückblick in die Zeit des Wirtschaftswunders. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Nichts ist so aktuell wie eine vorvorgestrige Zeitung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Jede Geduld hat ihre Grenzen
Repression und Rebellion von Karim El-Gawhary
Autor Karim El-Gawhary gilt als profunder Kenner der arabischen Politik. Wann immer es in Nordafrika bzw. dem Nahen Osten zu berichten gilt, ist er vor Ort.
In diesem Buch analysiert er die Ereignisse des „Arabischen Frühlings“ von 2011, den er „Arabellion“ nennt und die aktuellen Auswirkungen.
„Die Realität des Nahen Ostens ist kompliziert. Aber nicht so kompliziert, dass man sie nicht verstehen kann.“
In sachlichen Worten, die mit gut gewählten Beispielen untermauert sind, erklärt er die komplexen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Staaten, den Religionen und deren Splittergruppen sowie die unselige Rolle(n), die Europa und die beiden anderen Großmächte USA und Russland spielen.
Daneben lässt der Autor immer wieder Betroffene zu Wort kommen. Wenn ein syrischer Student sagt: „Ich lebe in einem Land, das mir nichts gibt und mir alles genommen hat“ zeigt, dass die nächste Generation der veränderungswilligen Bevölkerung nichts mehr zu verlieren hat und dem Militär trotzt.
Während in Tunesien langsam so etwas wie Demokratieverständnis aufkeimt, ist Ägypten das Musterbeispiel dafür, dass es mit dem Sturz der Regierung allein nicht getan ist. Es fehlten neue Strukturen, die die alten zu ersetzen vermöchten. Das politische Neuland, das die Revolutionäre betreten haben, hat ein Vakuum hinterlassen, das das (alte) Militär recht schnell wieder gefüllt hat.
Noch gelingt es den Autokraten, sich mit Repression an der Macht zu halten, doch über kurz oder lang wird eine weitere Rebellion sie hinwegfegen. Das wird allerdings wieder Blutvergießen nach sich ziehen.
Solange das Dreieck „Armut-Ungleichheit-Machtlosigkeit“ nicht aufgelöst wird, wird es für die meist jungen Menschen keine Perspektive geben.
Karim El-Gawharys zusammenfassende Analyse “... der Prozess des Wandels in der arabischen Welt ist ein langer ...“. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
Fazit:
Eine tiefgründige, empathische und teilweise aus eigenem Erleben geschriebene Analyse des Pulverfasses Naher Osten. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
„Jede Geduld hat ihre Grenzen“
Rezensionen von BarbaraM:
Eine berührende, ehrliche und eindringliche Hommage an einen Vater
Sterben im Sommer von Zsuzsa Bánk
Mit ihrem Buch „Sterben im Sommer“, das 2020 im S.Fischer Verlag erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten umfasst, ist Zsuzsa Bánk eine feinfühlige und ehrliche, auf ihren Erinnerungen beruhende Hommage an ihren Vater gelungen.
Die Autorin Zsuzsa Bánk erzählt als Ich-Erzählerin von ihrem Vater, der aufgrund einer Krebserkrankung im Sommer 2018 stirbt.
Der Vater möchte ein letztes Mal einen Sommer in Ungarn am Balaton verbringen, jedoch geht es ihm dort kurz nach der Ankunft schlechter als erhofft. Es beginnt eine Odyssee durch viele Krankenhäuser, bevor er letzlich in einem solchen verstirbt. Die Autorin berichtet von ihrer Zeit am Krankenbett, von ihren Hoffnungen, Ängsten, dem Verdrängen der Wahrheit, ihrer großen Liebe zu ihrem Vater, ihren Erinnerungen, all ihren Emotionen und vielem mehr. Sie lässt den Leser teilhaben an ihrem Trauerprozess, an der Organisation der Trauerfeier und an der Zeit im ersten Jahr nach dem Tod, aber eben auch am Leben ihres geliebten Vaters.
Zsuzsa Bánk gelingt es in ihrem Buch den Leser durch ihren poetischen, feinfühligen und dabei so schonungslos ehrlichen und offenen Schreibstil in den Bann zu ziehen und, wie in meinem Fall, ihn mitten ins Herz zu treffen. Ich fühlte ab der ersten Seite mit und konnte mich gut in die Ich-Erzählerin hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen und teilen.
Zsuzska Bánk setzt sich so ehrlich mit der Frage auseinander, was denn mit uns Menschen passiert, wenn ein geliebter Mensch stirbt, welche Prozesse wir hier durchlaufen, welche Gedanken dabei aufkommen, welche Hoffnungen und Ängste wir haben, die „Wahrheit“ verändern wollen oder verdrängen und mit welcher Heftigkeit die Traurigkeit und Verzweiflung ausbricht und sich der Dankbarkeit „unterordnet“.
Fazit: Ein sprachlich wunderbarer, authentischer, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman, der nicht nur an der Oberfläche bleibt. Man merkt dem Buch an, dass es mit ganz viel Herzblut verfasst worden ist.
Es war für mich ein wirkliches Erlebnis, dieses Buch zu lesen.
Rezensionen von marsu:
Herzerwärmend
Liane und das Land der Geschichten von Shafak Elif
Bisher kannte ich Elif Shafak nur als Autorin von Büchern für Erwachsene, aber ich mag ihren Schreibstil sehr und somit war ich entsprechend gespannt auf dieses Buch, dessen Klappentext und auch das Cover sofort mein Interesse geweckt hatten. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Die Autorin entführt uns in eine magische Welt, die geprägt wird durch das Lesen und Schreiben von Geschichten.
Ein Appell an die Bedeutsamkeit von Büchern in einer Welt, in der tatsächlich immer weniger Bücher gelesen werden und gerade deshalb sind solche Bücher für junge Menschen so wichtig. Dieses Buch ist wahrlich ein Schatz und ich hoffe, dass möglichst viele Kinder Liane kennen lernen werden und ihr helfen. Denn Liane hat es nicht leicht, da sie von den anderen Kindern aufgrund ihres Namens gemobbt wird. Doch schon bald beginnt ein tolles Abenteuer für sie.









