Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Caravaggios Schatten von Bernhard Jaumann
Dieser zweite Krimi um die Detektei des Rupert von Schleewitz beginnt mit einem Paukenschlag: Alban, Ruperts Zimmerkollege aus dem Internat, zerstört in einer Ausstellung auf Schloss Sanssouci ein wertvolles Bild. Es handelt sich um das Gemälde „Der ungläubige Thomas“, eines der beiden in Deutschland befindlichen Werke von Caravaggio.
Dann verschwindet das Bild auf dem Weg in die Restaurierungswerkstätte. Der Skandal ist perfekt. War das Attentat nur Mittel zum Zweck? Handelt es sich hier um eine Auftragsarbeit? Artnapping? Warum schweigt Alban?
Ausgerechnet Ruperts Detektei wird beauftragt, das Gemälde wiederzubeschaffen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Max Müller und Klara Ivanovic gelingt es, mit den Räubern Kontakt aufzunehmen. Die Spur führt nicht nur zu einer Rechtsanwaltskanzlei, die bis dato nichts mit Kunstschätzen zu tun hatte, sondern auch in Ruperts verdrängte Jugendzeit im Internat.
Meine Meinung:
Wie schon zuvor im ersten Fall für das kunstsinnige Trio („Der Turm der Blauen Pferde“) führt der Krimi in die Welt der Kunstschätze, in der aberwitzige Geldsummen für Meisterwerke bezahlt werden. Doch diesmal steckt noch etwas anderes dahinter.
Dieser Krimi beschert uns auch ein Wiedersehen mit Klaras Vater, einem Maler, der so seine eigene Interpretation von Kunst hat, und ein gehöriges Schlitzohr ist.
Mir hat dieses Katz-und-Maus-Spiel sehr gut gefallen. Wie werden die Erkenntnisse in diesem Fall das weitere Leben von Rupert von Schleewitz beeinflussen?
Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 4 Sterne gebe und auf einen weiteren Fall für das Trio hoffe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Raffinierter Krimi
Lockvogel von Theresa Prammer
Felix, der Freund von Schauspielschülerin Antonia „Toni“ Lorenz verschwindet und mit ihm ihre gesamten Ersparnisse sowie der Familienschmuck auf Nimmerwiedersehen.
Nahezu gleichzeitig findet der Kellner eines Catering-Unternehmens auf der Party von Regisseur Alexander Steiner einen nassen Tod im Pool.
Sowohl Toni als auch Sybille Steiner suchen Rat bei Edgar Brehm, einem Privatdetektiv. Während Frau Steiner mit einem Bündel Euro-Noten wedelt, kann Toni das geforderte Honorar nicht zahlen und verdingt sich in der Detektei als Lockvogel, da Sybille Steiner ihren Mann der Untreue verdächtigt. Nützt der Regisseur die Sehnsucht junger Frauen, ein Hollywood-Star zu werden gnadenlos aus? Und wie passt der Tote im Swimmingpool hier ins Bild?
Meine Meinung:
Theresa Prammers Geschichten sind keine einfachen mit ebensolchen Lösungen. Mit viel Liebe zum Detail skizziert sie Lebensläufe voller Brüche, in denen mitunter auch Abgründe verborgen sind.
Als Schauspielerin, Autorin und Regisseurin weiß sie, wie die Theaterbranche so tickt. Sie schreibt von Schauspiellehrerinnen, die unerbittlich sind, von Filmemachern, die ihre bürgerliche Fassade mit Krampf aufrecht erhalten und aufstrebenden Talenten, die dem allen mehr oder weniger gewachsen sind.
Ihre Figuren sind selten eindimensional. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten, sind manchmal naiv und dann wieder äußerst gewitzt.
Edgar Brehm, der Ex-Polizist und nunmehrige Privatermittler hat seine beste Zeit schon hinter sich. Er ist von Schuldgefühlen geplagt, lebt ungesund und fühlt sich in väterlicher Weise zu Toni hingezogen. Obwohl in seiner ehemaligen Dienststelle Persona non grata, hat er nach wie vor Kontakt zu Polizistin Fernanda, die ihn manchmal (unerlaubt) mit notwendigen Informationen versorgt.
Ein wichtiger Charakter, der nur selten persönlich in Erscheinung tritt, ist Tonis Großmutter, die in einer Seniorenresidenz in Baden bei Wien lebt, sich vor Verehren nicht retten kann.
Der Schreibstil ist spannend, wenn auch nicht reißerisch und teilweise im Wiener Dialekt gehalten. Durch zahlreiche falsche Fährten ist es den Lesern möglich, sich selbst Gedanken zu machen. Wer hat den Kellner auf Steiner Party ermordet? Und warum? Oder ist er Opfer einer Verwechslung gewesen?
Fazit:
Ein raffiniert geschriebener Krimi, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Verhängnisvolles Lavandou von Remy Eyssen
In diesem siebten Fall kommt Dr. Leon Ritter, Rechtsmediziner im malerischen Städtchen Lavandou, beinahe an seine Grenzen und die seiner Lebensgefährtin Isabelle Morell.
Zunächst wird die Leiche eines kleinen, mit einem Kleid bekleideten Jungen gefunden. Augenscheinlich ein Flüchtlingskind, das niemandem abgeht.
Dann wird ein erfolgreicher Geschäftsmann sowie ein verschwendungssüchtiger Geistlicher ermordet - beide haben Reste einer Mimose im Mund.
Polizeichef Zerna glaubt nicht an einen Zusammenhang zwischen den Morden an dem Kind und den Erwachsenen. Doch Leon Ritter überschreitet wieder einmal seine Kompetenzen, denn seine Intuition sagt ihm etwas anderes. Und leider sollte er recht behalten. Man findet weitere Überreste von Kindern. Die Spur führt Ritter in ein ehemaliges Internat, in dem vor vielen Jahren schwererziehbare Jungs untergebracht waren.
Meine Meinung:
Remy Eyssen schafft es wieder mühelos, mich durch die vielen Perspektivenwechsel zu fesseln. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Bei dem korrupten und verschwenderischen Geistlichen, der alles daran setzt Bischof von Toulon zu werden, musste ich an einen ähnlichen, aber echten Charakter denken.
Der Protagonist Leon Ritter überzeugt durch seine ausgereifte Persönlichkeit, seinen Charme und durch seine messerscharfen Analysen. Gemeinsam mit Isabelle schafft er es quasi mit links, den überaus ehrgeizigen Polizeichef Zerna alt aussehen zu lassen. Gleichzeitig ist er Isabelle ein guter Partner und für ihre Tochter Lilou eine Bezugsperson. Tja, Lilou, noch nicht ganz 18 Jahre alt, verschaut sich leider immer wieder in die falschen Männer: mehr als doppelt so alt unziemlich windig. Während Maman Isabelle manchmal ihre Contenance verliert und auch den Polizeiapparat bemüht, versucht Leon „seine“ beiden Frauen zu verstehen und zu beruhigen. Gelingt nicht immer, aber trotzdem.
Diesmal kommen wieder die Ressentiments der Franzosen den Einwanderern aus Tunesien oder Algerien stärker zum Vorschein.
Der wahre Täter kann sich recht lange hinter seiner bürgerlichen Fassade verstecken, zumal uns der Autor in verschiedene Richtungen denken lässt. Auch Leon und Isabelle gehen die Tätersuche aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln an, finden aber dennoch zur selben Schlussfolgerung.
Fazit:
Wieder ein gelungener Krimi aus der Feder von Remy Eyssen, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Umweltschützer leben gefährlich
Doppelbock von Thomas Salzmann
Dieser Krimi ist der zweite mit der, aus gesundheitlichen Gründen in den (Un)Ruhestand geschickten, ziemlich kompromisslosen KHK Frederike Stier.
Alexander, ein Bekannter aus der Reha-Klinik und engagierter Umweltschützer wird tot aufgefunden. Frederike glaubt nicht an die Unfalltheorie und ermittelt auf eigene Faust, sehr zum Missfallen der ehemaligen Kollegen und ihres Freundes Hartmut.
Frederike verbeißt sich in die Tätersuche und gibt auch dann nicht auf, als sowohl Hartmut als auch sie massiv bedroht werden und tote Ratten vor ihren Wohnungstüren vorfinden.
Meine Meinung:
Leider fehlt mir der erste Teil „Kohlenwäsche“, um mich mit der streitbaren Kommissarin besser anfreunden zu können. Den Krimi selbst kann man ohne Vorkenntnisse lesen, bringt sich aber um die Charakterstudie. Auch wie Frederike und Hartmut sich und Alexander in der Reha kennengelernt haben, fehlt (nicht nur) mir. Eine kurze Rückblende, z.B. in einem Gespräch, hätte hier in wenigen Sätzen Abhilfe schaffen können.
Sehr gut sind die Interessenskonflikte hier die Umweltschützer dort die Bauern, dargestellt. Die Menschen, die früher in den Kohlgruben gearbeitet haben, sehen die Aktivitäten der Umweltschützer mit gemischten Gefühlen. Diese Stimmung ist sehr gut getroffen. Auch die Angst um den Verlust der Arbeitsplätze bei einer Spedition lässt die LKW-Fahrer mehr Schichten fahren, als gesund ist. Dass diese Spedition ausgerechnet Alexanders Ex-Frau gehört, kann nur der Fantasie eines Autors entsprungen sein. Die Tochter eines dieser Fahrer ist durch Umweltgifte krank, doch ihr Vater macht dafür die Falschen verantwortlich.
Das Verhältnis zwischen Frederike und ihren ehemaligen Kollegen scheint nicht ganz so harmonisch zu sein. Sie wirkt auf mich ein wenig rechthaberisch, hat aber vermutlich mehr Instinkt und Erfahrung. Komisch finde ich nur, dass ausgerechnet jener Kollege, mit dem sie, in ihrer aktiven Zeit, nie so recht konnte, der Einzige zu scheint, der ihr (unerlaubterweise) Informationen zusteckt.
Fazit:
Ein durchaus interessanter Krimi, der noch ein bisschen Luft nach oben hat. Gerne gebe ich hier gute 3 Sterne und schaue, ob ich den 1. Band in der Bibliothek ausleihen kann.
Rezensionen von Meli:
Europa, drei Ex-Freunde und Liebe, wo man sie nicht erwartet - aber vor allem eine Reise zum Glück
Irgendwo ist immer irgendwer verliebt von Jenn McKinlay
Die eher rationale Chelsea ist überhaupt nicht begeistert, als ihr Vater heiraten will. Ich würde ihr da schon zustimmen, denn ihr Vater kennt seine zukünftige Frau erst seit zwei Wochen. Aber Chelsea reagiert doch ein bisschen zu ablehnend auf diese Nachricht, weil es ihr wie ein Verrat an ihrer Mutter vorkommt, die vor sieben Jahren gestorben ist.
Seit diesem furchtbaren Verlust arbeitet sie bei der American Cancer Coalition und engagiert sich dafür, Spenden für die Krebsforschung zu sammeln, und zwar in Millionenhöhe. Sie macht ihren Job gut und effizient, aber so richtig glücklich ist sie nicht. Ihre Schwester - das genaue Gegenteil von Chelsea: romantisch, fröhlich und eher flatterhaft - sagt ihr, was ihr fehlt: Liebe. Seit dem Verlust ihrer Mutter hat Chelsea sich sehr verändert und nachdem man ihr nun vor Augen geführt hat, wie langweilig ihr Leben ist, beschließt sie, etwas zu ändern, und zwar indem sie ihre drei Ex-Freunde aus Europa wiedersieht um sich ihrem früheren, fröhlichen Ich näher zu fühlen.
Es läuft natürlich nicht wie geplant, dabei liebt Chelsea gute Pläne. In Europa will sie aber etwas spontaner und glücklicher sein, Dinge tun, die sie sonst nie tut, weil sie ihren Lebensstil eben ändern möchte und ich fand, dass sie das auch schon ganz gut gemacht hat. Während ich es wirklich schön fand, wenn sie Spaß hatte, hat es mich auf Dauer schon ein bisschen genervt, wie sehr sie an ihrem anfänglichen Plan festhielt, obwohl sie die positiven Auswirkungen auf ihr Leben längst spüren konnte.
Ich fand das Buch schon oft unglaublich unterhaltsam und auch recht vorhersehbar. Zwar gab es direkt nach dem mir bereits bekannten Teil aus der Leseprobe eine kleine Überraschung, nämlich einen vierten Mann, der das Buch in einen Enemies-To-Lovers-Liebesroman verwandelt, aber ab diesem Punkt konnte ich mir schon das meiste denken. Trotzdem hat es mir einfach Spaß gemacht, Chelseas Geschichte und ihre Entwicklung zu verfolgen. Zum Ende hin wurde es mir ein bisschen zu kitschig, aber ansonsten fand ich auch die Liebesgeschichte wirklich gelungen.
Fazit
In "Irgendwo ist immer irgendwer verliebt" hat mir das Reiseabenteuer und die Entwicklung der Protagonistin sehr gut gefallen, auch wenn ich ihre Sturheit auch mal etwas nervig fand und mir das Ende ein bisschen zu kitschig war. Abgesehen davon fand ich aber auch die Liebesgeschichte sehr süß und unterhaltsam, wenn auch ziemlich vorhersehbar.
Rezensionen von Landrea:
Die Folgen einer Lebensrettung - romantisch, beängstigend, ernüchternd
Zwischen zwei Herzschlägen von Eva Carter
Kerry, Tim und Joel. Zusammen mit diesen drei Charakteren, ausgestattet mit den unterschiedlichsten Fassetten, erleben wir die Jahrhundertwende. Um Mitternacht, genau von 1999 auf 2000, küssen sich Liebespaare, Feuerwerkskörper knallen am Himmel und drei Herzen bleiben stehen. Genau genommen erlebt nur eine Person einen Herzstillstand, aber auch die Herzschläge von Kerry und Tim bleiben für eine Sekunde aus und ihr lebensnotwendiger Muskel nimmt nach dieser schicksalshaften Nacht einem anderen Rhythmus an.
Die Farbe des Covers finde ich toll, jedoch verstehe ich nicht, warum Farne darauf abgebildet sind. Federn oder ein ähnliches Symbol von Freiheit hätten besser gepasst. Oder ganz typisch zum Thema Herz: Die Aufzeichnung eines Herzschlages.
Die Charaktere sind vielschichtig ausgestattet. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, keinen Badboy und kein Goodgirl, keinen perfekten Freund und keine chaotische Freundin. Kerry, Tim und Joel haben alle ihre Fehler, und aus diesem Grund kann ich mich so gut mit ihnen identifizieren. Ich bin zwar noch nie in Situationen gewesen, in denen sie sich ganz plötzlich wiedergefunden haben, aber mir kommt es manchmal so vor, als würde ich neben ihnen stehen. Eva Carter schreibt so lebendig und detailgetreu, dass sich die Story rund um die drei Jugendlichen aus Brighton vor meinem inneren Auge wie ein Film abspielte.
Die Handlung zieht sich über mehrere Jahre und wir erleben Kerry, Tim und Joel im Alltag, in unerwarteten Situationen und wir begleiten sie auf internationale Reisen. Eva Carter schneidet schwere Themen an. Als Leser bekommt man aber nie den Eindruck, die Themen wurden nur gewählt, weil sie gerade „modern“ sind. Auch der Lebensstil der beginnenden 2000er wird gut eingefangen und wiedergegeben. Er unterscheidet sich, 20 Jahre später, doch um einiges.
Es wird nie langweilig! Der Wechsel der Erzählperspektive trägt auch wesentlich dazu bei. Kerry, Tim und Joel verbringen nicht immer Zeit miteinander und durch den Perspektivenwechsel verliert man keinen Charakter aus den Augen. Ich mag das!
Ich habe „Zwischen zwei Herzschlägen“ von Eva Carter als Hörbuch erlebt. Die Sprecher (Marian Funk, Madiha Kelling Bergner, Jacob Weigert) können nicht satt gehört werden und sie lesen so, wie ich es auch tun würde. In einer ungläubigen Situation ein geflüsterter Satz, eine laut gerufene Begrüßung am windigen Strand oder genau an den richtigen Stellen eine Pause.
Und eine Pause brauche ich nun auch, denn ein Herzstillstand bei einem Profisportler und seine Folgen, können nicht einfach so weggesteckt werden. Ich habe das Hörbuch oft nach einigen Kapiteln unterbrechen müssen, denn leichte Kost liest/hört sich anders. Aber ich kann euch die Geschichte von Kerry, Tim und Joel einfach nur empfehlen. Die Schlussszene sowie das Nachwort der Autorin runden die aufregende Story rund um die Charaktere aus Brighton gelungen ab. Eine willkommene Abwechslung zwischen all dem Kitsch, die noch dazu so viele wichtige Informationen rund ums Retten von Leben beinhaltet!
Rezensionen von Pink Anemone:
Ein spannendes und atmosphärisches Read & Jump-Spielbuch für zwischendurch. Vor allem für Anfänger geeignet.
Choose Cthulhu 1 - Cthulhus Ruf von Victor Conde; H. P. Lovecraft
Im Winter 1926 erreicht dich die Nachricht über den mysteriösen Tod deines Großonkels George Gammell Angell, einem Professor für Sprachen an der Brown University. In welche Art von unheimlichen Studien war er verwickelt? Was hat es mit dieser schrecklichen Tonskulptur - zur Hälfte Drache, zur Hälfte Oktopus - auf sich, die sich unter seinen Hinterlassenschaften befindet?
Wirst du den Mut aufbringen, dich der Herausforderung zu stellen, um gegen einen alten Kult zu kämpfen, der alptraumhafte Kreaturen aus Zeit und Raum verehrt? .
.. (Klappentext)
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"Die Dinge, die du bisher im Verlauf deines Abenteuers gesehen hast, haben dich zu der Annahme gebracht, dass es hinter der natürlichen Welt, hinter dem Profanen, noch eine Wirklichkeit gibt, zu der nur wenige Zugang haben. Und diejenigen, die dorthin geglangen, werden wahnsinnig, weil sie die Mysterien, die jenseits liegen, nicht begreifen können."
(S. 36)
Man befindet sich im Jahr 1926 und schlüpft in die Rolle eines Anthropologie-Studenten.
Eigentlich will man die Ferien und somit die Studienpause genießen, doch schlechte Nachrichten erwarten uns. Unser geliebter Großonkel ist verstorben. Zugegeben, mit 92 Jahren hatte er schon ein stattliches Alter und doch kommt sein Tod unerwartet, war er doch, trotz seines Alters, ein rüstiger Mann.
Angeblich ist er auf seinem Nachhauseweg gestürzt und die schweren Verletzungen führten zu seinem Tod. Das Gefühl sagt uns aber etwas anderes und zwar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Dieses Gefühl verstärkt sich, als wir seine Hinterlassenschaften durchgehen.
Unser Onkel scheint etwas Mysteriösem auf der Spur gewesen zu sein - überall taucht das Wort "Cthulhu" auf und es ist die Rede von irgendeinem Kult. Wir beschließen natürlich dem nachzugehen.
Das Abenteuer beginnt und der Wahnsinn ist nah.
"Kein Licht leuchtet, nicht einmal vom Himmel (der Mond ist nicht zu sehen, und die Sterne sind wolkenverhangen), und die gesamte Landschaft sieht aus wie ein riesiges, schwarzes Leichentuch."
(S. 70)
Ich wurde von meinem Spielbuch-Dealer und -Berater vom Mantikore-Verlag gewarnt, dass dieses Spielbuch eher für Anfänger gedacht ist und ich mich womöglich langweilen werde. Doch ich möchte auch für absolute Anfänger Spielbücher vorstellen, die eventuell in kleinen Schritten in die interaktive Buchwelt eintauchen möchten.
Außerdem bin ich absoluter H.P. Lovecraft-Cthulhu-Fan ("Anhänger" könnte hier eventuell missverstanden werden), ergo musste das Buch in mein Regal.
Dieses Buch ist definitiv für Anfänger geeignet, aber nicht nur.
Man benötigt hier weder Würfel, noch andere Utensilien, wie z.B. Stift und/oder Notizbuch. Es ist nämlich ein simples Read & Jump-Spielbuch. Das bedeutet, dass einem, je nachdem welche Entscheidung man trifft, im Buch gesagt wird, an welcher Stelle man weiterzulesen hat.
Daher ist es von den getroffenen Entscheidungen abhängig, wie sich die Story entwickelt. So eben auch in diesem Spielbuch, welches einem in die okkulte Welt von H.P. Lovecraft entführt und wir dem Cthulhu-Kult auf den Fersen sind ... oder auch nicht.
Man kommt hier bei den Ermittlungen ganz schön rum und erlebt so Einiges.
Je nachdem wie man sich entscheidet begibt man sich zum Beispiel nach New Orleans, um einen Voodookult aufzuhalten, beobachtet einen jungen Mann im Schlaf, der von Alpträumen geplagt wird und währenddessen ein Gemälde zum Leben erwacht. Man kann sich auch nach Grönland begeben, um einen Inuto-Stamm zu besuchen, der, Gerüchten zufolge, einem dunklen und obskuren Kult huldigt oder man segelt in die andere Richtung und erfährt eventuell was aus der "TERROR" geworden ist. Und wem der Name "Captain Englehorn" etwas sagt, kann sich vielleicht vorstellen auf welcher Insel man noch landen kann.
Man kann natürlich auch sterben oder, im typischen Lovecraft-Style, dem Wahnsinn verfallen. Dann endet das Abenteuer vorzeitig in der Gummizelle einer Nervenheilanstalt.
"Die Wasserfarbe auf dem Gemälde scheint sich zu bewegen! Es ist, als wären die gemalten Figuren zum Leben erwacht und würden aus dem Rahmen auf den Boden tropfen.
Siehst du das wirklich, oder bildest du es dir ein? Was verursacht dieses Phänomen? Liegt es an Wilcox' Traum oder an der Halskette? War Whiskey in deinem Kaffee, der dir zu Kopf steigt?"
(S. 57)
Ich habe für Euch natürlich alle möglichen Wege durchgespielt. Bin dafür 3x gestorben, habe 1x die Welt ins Chaos gestürzt, bin 1x zum Anfang katapultiert worden und satte 5x (!!) bin ich dem Wahnsinn verfallen. Meine Güte, was tut man nicht alles für seine Leserschaft.
Obwohl ich mittlerweile schon ein kleiner Profi bin was Spielbücher angeht und mich nach der "Warnung" schon darauf eingestellt hatte mich zu langweilen, war das Gegenteil der Fall. Ich habe mich köstlich amüsiert.
Das lag nicht nur am einfachen und knackigen Schreibstil des Autors und der düsteren Atmosphäre, die mich während des Lesens umgab. Vielmehr machte es Spaß die verschiedenen Wege einzuschlagen und spannend zu verfolgen wohin es mich wohl diesmal verschlägt.
Man kann nicht nur dem Cthulhu-Kult entdecken, sondern so manch anderes und diese kleinen Schmankerln fühlen sich dann an wie kleine Eastereggs, wenn man die ein oder anderen Bücher/Filme kennt.
"Es hat kein gutes Ende genommen, lieber Freund.
Wenn du dies hier liest, so bedeutet das, dass alle Schrecken und Geheimnisse, auf die du im Verlauf deines Abenteuers gestoßen bist, zu viel für dich waren. Dein kleinlicher, westlicher, rationaler, menschlicher Verstand konnte es nicht ertragen, solchen Anblicken ausgesetzt zu sein, und du bist wahnsinnig geworden."
(S. 83)
Man springt jedoch nicht immer wie wild durch das Buch, denn die verschiedenen Storyverläufe mit ihren Sektionsnummern sind dann doch nacheinander angeordnet, ergo liest man hier dann doch Seite für Seite.
Die Intention dahinter ist wohl, dass dadurch weniger die Möglichkeit besteht einen anderen Storyverlauf zu spoilern, was bei so einem dünnen Büchlein ja schnell der Fall sein kann.
Auch hat man das Gefühl, dass Sektionsnummern fehlen, diese wurden jedoch durch ganzseitige Illustrationen ersetzt. Diese stammen aus der Feder des Zeichners Eliezer Mayor. Diese sind stimmungsvoll und sorgen zwischendurch für Abwechslung und zusätzliche Atmosphäre.
Ich habe mir jedoch auch ein paar Rätsel erwartet, die hier leider überhaupt nicht vorkommen. Diese hätten dem Ganzen noch den gewissen Kick verliehen. Immerhin müssen die Protagonisten von H.P. Lovecraft auch immer irgendetwas dechiffrieren oder zusammensetzen.
Zudem gibt es nur einen richtigen Weg, ergo ein Ende, zumindest wenn man nicht sterben oder wahnsinnig werden will. Auch hier hätte ich mir zumindest einen zweiten "richtigen" Weg als Möglichkeit erwartet.
Im Anschluß gibt es noch ein Bestiarium und als besonderes Schmankerl die Kurzgeschichte "Cthulhus Ruf" von H.P. Lovecraft zu lesen.
Die Übersetzung ist modernisiert und vereinfacht und daher für diejenigen geeignet, welche normalerweise keine Klassiker lesen. Ich persönlich bevorzuge dann doch die Bücher aus dem Festa-Verlag.
"Die größte Gnade auf der Welt ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes all seine Inhalte in Beziehung zu setzen. Wir leben auf einer ruhigen Insel der Unwissenheit inmitten eines finsteren Meeres der Unendlichkeit ..."
(S. 83)
Fazit:
Es ist ein simples aber dennoch spannendes und atmosphärisches Read & Jump-Spielbuch für zwischendurch. Ich selbst habe es mit allen möglichen Wegen innerhalb weniger Stunden durchgespielt und wurde, trotz der oben genannten Mankos, gut unterhalten.
Man darf sich von so einem dünnen Buch eben nicht zu viel erwarten, vor allem keine Rätsel ... leider.
Für Anfänger, Read & Jump-Spielbuch-LiebhaberInnen, Lovecraft-Fans und vor allem, wenn man so manche Filme/Bücher kennt, ist es jedoch ein amüsanter Zeitvertreib, inklusive toller Illustrationen und kleiner Eastereggs.
© Pink Anemone (mit vielen Bildern aus dem Buch, Book-Soundtrack "Cthulus-Ambience" und Infos zu Autor und Illustrator)
Rezensionen von SuuperMichi:
Ausflug in eine andere Welt
Meeresglühen (Romantasy-Trilogie, Bd. 1) von Anna Fleck
Ella ist über den Sommer zu besuch im wunderschönen Cornwall. Hier kommt sie jedes Jahr her und kennt somit die Bewohner und hat bereits Freunde hier gefunden. Ella wartet schon auf die Ankunft ihrer Mutter die sich aktuell noch im Ausland mit Ärzten ohne Grenzen befindet. So geht Ella zunächst alleine den Strand entlang und findet mitten auf dem Wasser einen leblos wirkenden Körper auf einem Surfbrett.
Naiv wie Ella ist, sprintet sie sofort ins raue Wasser um den verunglückten zu retten und setzt ihr eigenes Leben damit aufs Spiel. In letzter Sekunde schafft sie es zurück ans Ufer. Sie kümmert sich mit der Hilfe zwei alter Damen um den gestrandeten Aris und ist ganz verzaubert von ihrem Fund. Wo kommt her und was ist das auf seiner Brust?
Ella fand ich mit der zeit immer anstrengender. Ihre naive Art und die "Selbstgespräche" mit ihrer inneren Stimme bringen sie ständig in gefährliche Situationen und lassen sie Kopflos erscheinen. Aris hingegen ist eher geheimnisvoll und verrät sehr wenig über sich. Er wirkt völlig Fremd in Ellas Welt und findet sich nur schwer zurecht. Doch ewig kann er seine Heimat nicht vor Ella geheim halten. Dort erwartet sie eine riesiges Abenteuer.
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Mich hat einfach Ellas Naivität auf Dauer genervt. Auch die Handlung hat mich nicht abgeholt. Die magisch beschriebene Welt hingegen fande ich echt gelungen.
Rezensionen von SuuperMichi:
Langatmig
Die Verlorenen von Stacey Halls
Leider bin ich bis zum Schluss nicht richtig mit diesem Buch warm geworden, sodass ich einige Zeit daran gelesen habe.
Bess befindet sich in einer Misslichen Lage, sie ist schwanger, alleine und besitzt nichts. So gibt sie ihre Tochter nach der Geburt in ein Waisenhaus. Dort will Bess es nur so lange lassen, bis sie sich selbst um ihre Tochter kümmern kann.
Doch als sie endlich dazu bereit ist, ist ihre Tochter schon lange nicht mehr dort. Bess möchte nicht aufgeben und begibt sich auf die Suche nach ihrer Tochter.
Der Beginn konnte mich zunächst noch fesseln, doch gestaltet sich die Suche nach ihrer Tochter Clara für mich doch eher langatmig. Ich musste mich leider einige male dazu zwingen weiterzulesen. Doch dann kam das Ende welches mich völlig unzufrieden zurück gelassen hat. Meiner Meinung nach ist das viel zu weit hergeholt. Deswegen gibt es für mich keine Empfehlung für dieses Buch.
Rezensionen von SuuperMichi:
Liebe und Vertrauen
Everything We Had von Jennifer Bright
Mit "Everything we had" schafft Jennifer Bright nicht nur einen romantischen Liebesroman sondern auch ein Buch das sich viel mit dem Thema Mut und Vertrauen beschäftigt. Sie bewältigt es, ein schweres Thema gut in den Roman mit ein zu binden.
Kate wird von schrecklichen Albträumen geplagt.
Doch selbst diese Beeinträchtigung hindern sie nicht daran ihrem großen Lebenstraum nach zu jagen, ein eigenes Café zu eröffnen. Doch auch dieser Traum birgt einige Tücken mit sich, in Kates Fall heißt diese Aiden. Cora, Kates Vermieterin hat ihr nur unter einer Bedingung den Laden vermietet und zwar der, dass sie sich mit ihrem Neffen den Laden teilen muss. Doch Aiden ist gar nicht begeistert von der Idee und versucht alles um Kate zu vertreiben, damit der den Laden ganz für sich beanspruchen kann.
Auch wenn ich das Buch an einigen Stellen sehr vorhersehbar fand, konnte es mich dennoch voll und ganz überzeugen. Kate ist ein wirklich starker Charakter, der zum Anfang leider gebrochen ist. Und auch wenn Aiden zunächst wie ein absoluter Idiot wirkt, hab ich ihn schnell in mein Herz geschlossen.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen und freue mich schon auf den nächsten Teil.











