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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Hexenaugen:

Die "liebe Familie"

Erben wollen sie alle von Tessa Hennig

Klappentext:
Bianca will es noch mal wissen: In ihrer Finca auf Mallorca auf den Tod warten? Kommt nicht in Frage! Zusammen mit dem liebenswerten Rentner Wolfgang will die rüstige 75-Jährige die Welt bereisen und dabei ihr Vermögen verjubeln. Doch Bianca hat die Rechnung ohne die bucklige Verwandtschaft gemacht.

Sohn Steffen und Tochter Anja glauben, ihre Mutter sei auf einen Heiratsschwindler reingefallen und sehen ihr Erbe zerrinnen. Mit Kind und Kegel reisen sie nach Sóller, um ihre Mutter umzustimmen. Doch die denkt gar nicht daran, das Erbe einfach so den Nachkommen zu überlassen. Nur wer sie wirklich liebt, soll etwas bekommen, und sie weiß auch schon, wie sie die Familie auf die Probe stellen kann .

Meinung:

Wenn man einen neuen Mann kennen lernt, ist er plötzlich ist da, der Gedanke an auf Neues, auf Abenteuer und auf Lust.

Als das die Kinder von Bianca daheim in Deutschland hören und auch wenn sie in den letzten Jahren kaum Kontakt zu ihrer Mutter hatten, reisen sie alle zu ihrem Geburtstag an.
Da will Bianca mit dem Erbe davon schwimmen auf der Weltreise welche sie mit Wolfgang plant..
Das muss man verhindern…………….!
Die Autorin schreibt über wichtige Dinge, wie Familienstreitereien, Alterseinsamkeit, Pflege und Demenz und auch Liebe.
Der Roman hat eine Leichtigkeit, so dass das Lesen zum Genuss wird.

Fazit:
Nette Sommerlektüre die ich mit großem Vergnügen gelese habe und die ich gerne weiterempfehel.

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Rezensionen von froschman:

Mädchenparty?

Letzte Ehre von Friedrich Ani

Fariza Nasri, Ermittlerin im Münchner Referat für 101 Tötungsdelikte, ist auf der Suche nach Finja Madsen, die angeblich auf einer reinen Mädchenparty im Haus ihres Stiefvaters verschwunden ist. Bald stellt sich heraus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verlassen hatte. Der Stiefvater hatte zu diesem Zeitpunkt mit seinen beiden besten Freunden das Wochenende am Land verbracht.

Durch Zeugenaussagen kommt Fariza drauf, dass bei diesem Wochenendausflug eine Prostituierte schwer misshandelt wurde.
Durch Nachforschungen gerät Nasri in einen Strudel von Gewalt und frauenverachtenden männlichen Machtfantasien, die schon in der Kindheit entstanden sind. Dunkelste Stellen einer spießig-bürgerlichen Gesellschaft tun sich auf.
Der Roman eignet sich nicht, um ihn schnell nebenbei zu lesen, man muss schon voll konzentriert dabei sein, wird in den Bann gezogen. Ani erzählt aus der Sicht von Nasri, die auch eine schwierige Kindheit hinter sich hatte.
Das Cover ziert einen Kiosk, der im Krimi immer wieder vorkommt und von einer Freundin von Nasri betrieben wird.

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Rezensionen von eleisou:

Unerwartet gut

Ausweglos von Henri Faber

"Ausweglos" von Henri Faber ist ein Thriller, der mich atemlos gelassen hat. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Obwohl das eher unscheinbare Cover mich nicht beeindruckt hat, was die Schreibkraft des Autors dermaßen intensiv, das ich das Buch kaum aus den Händen lassen konnte.

Von Beginn schon ist das Tempo rasant und lässt den Leser keine Ruhe. Die Handlung wird aus der Perspektive der drei Hauptpersonen erzählt Noah, seiner Frau Linda und dem jungen Kommissar Elias. Letzterer wurde aus dem Dienst suspendiert da er den Ringfinger-Mörder nicht fassen konnte und befindet sich in einem Tief. Als jedoch wieder eine Leiche gefunden wird, wird Elias erneut in die Ermittlungen miteinbezogen.
Noah und Linda auf der anderen Seite sind ein Ehepaar und Nachbarn des letzten Opfers, Emma. Noah ist bei der Wäsche, als ein Angreifer ihn in seinem eigenen Haus auffordert, ihn zu seiner Frau zu bringen. Noah hat die Schlüssel der Nachbarswohnung, weil die Bewohner im Urlaub sind und geht geht mit dem Angreifer dort hinein. Als er wieder zu sich kommt, liegt er neben der ermordeten, verstümmelten Nachbarin. Alles deutet darauf hin, dass ein lang gesuchter Serienmörder sein Unwesen treibt. Noah ist dabei ein wichtiger Zeuge, doch sagt er wirklich alles was er glaubt miterlebt zu haben?
Mir gefiel dieser Thriller ausgesprochen gut und ich würde ihn direkt weiterempfehlen. Den Namen des Autors merk ich mir.

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Rezensionen von Petra Sch.:

eine bewegende Geschichte über die begabte Nannerl Mozart, die immer im Schatten ihres Bruders stand

Fräulein Mozart und der Klang der Liebe von Beate Maly

4,5 Sterne


Am 30.7.1751 wird Maria Anna Mozart, genannt Nannerl, geboren. Sie ist eine hochtalentierte und begabte Pianistin, die jedoch nur im Schatten ihres berühmten Bruders leben darf.
Man verfolgt in diesem Buch ihr Leben, dass zum größten Teil auf biographischen Tatsachen beruht, von den Jahren 1766 bis 1785.

Als Kind spielt sie gemeinsam mit ihrem Bruder an den vornehmsten Höfen und wird als begabte Pianistin hochgelobt, als junge Frau jedoch muss sie die Bühne für ihren Bruder räumen. Sie darf nicht mehr auftreten, und im Komponieren wird sie von ihrem Vater auch nicht unterrichtet, der sich nur mehr auf Wolferl konzentriert.
Als sie bei einem Maskenball den charmanten Franz Armand d'Ippold kennenlernt, fühlt sie sich sofort zu dem gebildeten Mann hingezogen. Doch dieser ist Direktor eines Knabeninternats und darf als solcher nicht heiraten.


Meine Meinung:
Beate Maly schafft es gekonnt, mit viel direkter Rede und einem packenden Schreibstil die Lebensgeschichte von Nannerl Mozart so spannend zu erzählen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Ich hätte nicht gedacht, dass mich eine Romanbiografie derart fesseln kann.
Die historischen Fakten, dass Frauen damals so viel weniger wert waren als Männer und ihr Schicksal auch nicht selbst bestimmen konnten, kommt deutlich heraus und ist einfach nur unfassbar.
Nannerl darf ihr großes Talent - womöglich sogar noch größer als jenes ihres Bruders, nicht ausleben, nur weil sie eine Frau ist. Der Vater unterstützt und fördert nur Wolferl und unterrichtet auch nur ihn in Komposition, obwohl auch Nannerl dies gerne "richtig" gelernt hätte
Sie beschließt, eigenes Geld zu verdienen, indem sie Klavierunterricht bei reichen Familien gibt, was anstrengender ist als gedacht. Selbst Geld zu verdienen war für Frauen damals keine Selbstverständlichkeit.
Als dann ein charmanter Mann in ihr Leben tritt ist die nächste Tragödie vorprogrammiert, denn diesem Mann ist es verboten zu heiraten. Und eine neue Stelle zu finden, bei der er heiraten darf, mit dessen Gehalt er aber auch eine Familie ernähren kann, ist viel schwieriger als gedacht. Somit leidet man als Leser furchtbar mit Nannerl mit, die aber ihre große Liebe und die Hoffnung darauf auf keinen Fall aufgeben will.
Und als der berühmte Bruder dann auch weniger Geld einbringt als vom Vater erhofft, eine Frau gegen dessen Willen heiratet und dann auch noch immer mehr und mehr Schulden anhäuft, bleibt Nannerl irgendwann nichts anderes übrig, als einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt. Unvorstellbar und unfassbar. Und so emotional erzählt.

Mir gefiel besonders gut, dass Nannerl Mozart die Missstände der damaligen Zeit erkennt, v.a. gegen Frauen, und dagegen kämpfen möchte, was jedoch so gut wie unmöglich ist.
Zur heutigen Zeit wäre sie wohl ein Weltstar geworden - schade, dass Frauen damals so viel (Glück, Erfolg, Karriere) verwehrt wurde.


Fazit:
Gut recherchierte und lebendige Romanbiografie über eine tolle Musikerin, die im Schatten ihres Bruders leben musste und ein leben Lang für ihre große Liebe kämpfte.

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Rezensionen von eleisou:

So gelingt das Lesen lernen wie im Flug!

Eine Freundin für Mia von Alexandra Fischer-Hunold

"Eine Freundin für Mia" von Lena Hesse und Alexandra Fischer-Hunold ist ein wundervolles Buch für Erstleser, bestens geeignet durch seine große Schrift und den kleinen Texten. Das Cover fällt durch eine schöne Illustration mit kräftigen Farben auf. Das Buch ist in 3 Kapitel geteilt. Kleine Piktogramme, die für weitere Wörter stehen ergänzen die einzelnen Sätze und machen aus dem Lesen ein richtiges Vergnügen.

Als Clou am Ende gibt es noch mal eine ausklappbare Seite mit allen Piktogrammen wie in einem Glossar, die aufgeführt und erklärt werden für diejenigen denen das raten schwerfiel.
Das Thema ist auch recht relevant mit den Ängsten und Freuden der Kinder in Vorschul-und ersten Grundschulalter, wo Freundschaften geknüpft werden und jeder Anfang nicht immer einfach ist. So gelingt das Lesen lernen wie im Flug!
Schön sind auch die Rätsel zum Schluss, da kann man noch mal sehen ob das Kind alles verstanden hat und sich an das Gelesene erinnert.
Vorschulkinder werden sicherlich motiviert sein von diesem abwechslungsreichen Buch. Dem Leseraben ist damit wieder eine erfolgreiche Reihe gelungen, auch wenn es vielleicht in diesem Fall ein wenig mehr für Mädchen geeignet ist als für Jungen.

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Rezensionen von eleisou:

Nicht nur für Modelleisenbahnfans

Das Vermächtnis des Wunderlands (Das Vermächtnis des Wunderlands 1) von Gereon Klug

Die Geschwister Bruno, Olivia, und Tom sowie deren Freundin Pi haben im Keller einer alten, stillgelegten Brauerei die verschollen geglaubte Modelleisenbahn ihres Großvaters gefunden. Das Modell ist eine genaue originaltreue Wiedergabe ihres Ortes Knuffingen. Sie glauben, dass es sich um das verschollene Modell ihres Opas Zacharias handelt und beschließen nach Hause zu bringen und nachzubauen.

Doch inzwischen geschehen seltsame Dinge im Ort – und in den nächsten Tagen soll auch die wichtige Interloktrain Zugmesse stattfinden, bei der die tollsten Züge aus aller Welt kommen sollen. Wo liegt der Zusammenhang? Und werden die Kids es schaffen, das Rätsel aufzuklären?
Uns hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl wir nicht die grossen Modelleisenbahnfans sind. Auch die Bilder im Buch ergänzen die Handlung sehr gut.Die Grossschrift und der leichte Text erleichtert das Lesen ebenfalls. Wir haben wunderbare Lesestunden verbracht und empfehlen das Buch uneingeschränkt.

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Rezensionen von eleisou:

Erste Sachbücher für Grundschüler

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 2 - Vulkane von Sandra Noa

Nachdem wir das erste neue Buch der berühmten Ravensburger Reihe
Wieso? Weshalb? Warum? , diesmal für Erstleser, gelesen haben, waren sofort die nächsten Bücher der Reihe dran. Einfache, toll illustrierte und mit kompakten, interessanten Informationen Sachbücher für Grundschüler, was für eine wunderbare Idee.

Ansonsten waren die Kinder eher auf die Eltern angewiesen und diese mussten dann komplexere Texte aus Sachbücher einfach erklären.
Hier aber hatten sich die Kinder direkt in die Bücher vertieft und wsren ganz begeistert, so vieles zu erfahren und weitergeben zu können. Die susreichend grosse Schrift und die vielen Zeichnungen und Abbildungen machen aus dem Buch einen Hingucker. Zudem ist das Buch handlich und nicht zu dick, so verlieren die Kinder nicht das Interesse. Hinzu kommt auf fast allen Seiten ein kleiner gezeichneter Drache, der das Wichtigste nochmal bildlich erklärt und witzige Kommentare hinterlässt. Und zuguterLetzt gibt es ein Quiz, Leserätsel, ein Leselotto und eine kleine Seite zum Stickern.
Was will ein Kinderherz mehr? Wir freuen uns schon unsere Reihe mit vielen anderen Thenen zu erweitern und hoffen der Verlag macht weiter so!

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Rezensionen von gerlisch:

Düsterer Psycho-Thriller aus Norwegen

Tiefer Fjord von Ruth Lillegraven

Die Politikerin Clara Lofthus versucht eine Gesetzesänderung zum Schutz von misshandelten Kindern durchzusetzen, während ihr Mann Haarvard, Arzt im Osloer Krankenhaus,k den Kampf um das Leben eines kleinen pakistanischen Jungen verliert. Als Haarvard schwere Misshandlungen vermutet und kurz darauf der Vater des Jungen tot aufgefunden wird, gerät Claras Mann unter Mordverdacht.

Die Story wird erzählt aus verschiedenen Perspektiven, jeweils als Ich-Erzähler. Die Autorin erschafft hier eine düstere Atmosphäre die den Leser durchaus in ihrem Bann ziehen kann. Allerdings fand ich den SChreibstil durch die diversen Gedankensprünge etwas gewöhnungsbedürftig.
Zu den Charakteren: Haarvard empfand ich auf Grund seiner ewigen Lügen und seiner Untreue als unsymphatisch. Auch mit Clara, die eher blass und kühl rüberkam, konnte ich nicht warm werden, aber vielleicht war dies von der Autorin auch so gewollt.
Im Laufe der Handlung erfährt der Leser um wen es sich bei dem Täter handelt, aber die Spannung wird dadurch gehalten, dass nach un nach die Beweggründe zu Tage treten.
Die Ermittlungsarbeit der Polizei steht in diesem Thriller eher im Hintergrund, vielmehr geht es hier um das sehr ernste Thema Kindesmisshandlung und was dies mit der Psyche eines betroffenen Menschen machen kann.
Da es sich bei "Tiefer Fjord" um den Auftakt einer Trilogie handeln soll, blieben zum Schluss einige Fragen offen. Ich fand den Plot zwar interessant, nur bin ich leider mit dem Schreibstil und den vielen politischen Passagen nicht warm geworden, von mir deshalb nur 3,5 Sterne.

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Rezensionen von Petra Sch.:

toller Kinder-Krimi mit viel Humor und Gefühl

Das Karlgeheimnis von Jutta Wilke

Emil möchte Krimiautor werden. Doch seine Lehrerin, die "fiese Bertram" nimmt ihm sein Notizbuch weg.
Seine Mama ist immer traurig (und Emil auch oft), und dann ist auch noch plötzlich das Büdchen von Karl (eine Trinkhalle), der Emils größter Fan ist, geschlossen und Karl selbst ist verschwunden.

Kann Emil das Geheimnis gemeinsam mit Finja und Watson (ihrem wuscheligen Hund) lösen?


Meine Meinung:
Ein tolles Buch! Witziger kindgerechter Schreibstil und dadurch, dass Emil die Geschichte erzählt, kann man sich noch besser in ihn hineinversetzen und mit ihm mitfühlen. vor allem, was seine Lehrerin, die "fiese Bertram", betrifft und seine Trauer wegen seines Papas. Er ist authentisch mit seinem Leben und seinen Sorgen (wovon er leider viele hat) und seinem Verhalten.
Ich mag den Humor von Emil; und auch seine Ansätze als Krimi-Autor sind spannend.
Es werden viele Dinge in kindgerechter Sprache erklärt, zB was ein Epilog ist.

Die handelnden Personen sind so anschaulich dargestellt; man kann sich zB Frau Wischnewski, den Lotto-Werner und den "Alten aus der Dreizehn" genau vorstellen, und sie sind so unterschiedlich und authentisch - wie aus dem Leben gegriffen.
Ich finde es toll, wie alle beim Büdchen, allen voran natürlich Karl, miteinander und besonders mit Emil umgehen und wie lebendig die Personen in Emils kindlichen Worten beschrieben werden.
Auch die wachsende Freundschaft zwischen Emil und Finja und der Zusammenhalt aller, um das Büdchen zu retten, war sehr gefühlvoll.
Auch wenn ich die Auflösung des Kriminalfalles nicht sooo gelungen fand, da es irgendwie unlogisch war, kann ich das Buch dennoch wärmstens empfehlen. Denn Kinder achten wohl eher nicht auf eine authentische Krimi-Auflösung ;)

Besonders hervorheben möchte ich die informativen "Steckbriefe" der handelnden Personen mit humorvoller Beschreibung und Bild; und dass am Kapitelanfang quasi eine kurze Zusammenfassung ist, was im jeweiligen Kapitel passiert, aber dabei nicht zu viel verrät. Mir gefällt der Stil dieses Buches soooo gut!!!


Fazit:
Tolle Mischung aus Humor, Spannung und Emotionen in witziger, kindgerechter Sprache. Ich würde mich sehr über eine Fortsetzung freuen!

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Rezensionen von Anja:

ein Buch, das nachdenklich stimmt (4,5)

Kaputte Herzen kann man kleben von Kristina Günak

Luisa ist für einige Wochen krank geschrieben. Um sich zu erholen, fährt die Alleinerziehende mit ihrer Tochter zu ihrer Tante an die Nordsee und lässt den stressigen Alltag in München für einige Zeit hinter sich. Mithilfe eines geschickten Physiotherapeuten und neuen Bekanntschaften versucht sie, wieder auf die Beine zu kommen…

Ich habe bereits zwei Bücher von Kristina Günak gelesen, die ich sehr mochte.

Auch diesmal gefällt mir der lockere, bildhafte Schreibstil wieder richtig gut. Und auch die Geschichte kann überzeugen.

Die 45-jährige Luisa, die als Ich-Erzählerin auftritt, arbeitet als Hebamme in München. Der Berufsalltag in einer Klinik ist anstrengend und lässt ihr nicht die Zeit, die sie gern für jede einzelne zu betreuende Familie zur Verfügung hätte. Der Stress im Job, die Verantwortung für ihre 8-jährige Tochter, bei der es in der Schule nicht so rund läuft, und die große Belastung, die das teure Leben in München mit sich bringt, haben Luisa körperlich und seelisch ausgelaugt. Doch kaum unterwegs, quält sie schon wieder der Gedanke, dass sie in wenigen Wochen wieder fit sein muss und ihr Leben wieder besser geregelt bekommen will.
Von der Großstadt kommen die zwei ins beschauliche St. Peter-Ording, wo sie vorübergehend zur Luisas Tante auf einen Bauernhof ziehen. Das Dorfleben kann beide ein wenig entschleunigen, vertreibt die Sorgen aber natürlich nicht.
Allerdings lernen sowohl Luisa als auch Amelie dort Menschen kennen, die bei beiden ganz unterschiedliche Wünsche zutage fördern.
Ich mochte die Gemeinschaft, in der die beiden dort aufgenommen werden, und den dargestellten Zusammenhalt. Es gibt sehr verschiedene, sympathische Nebenfiguren, die teilweise eigene Probleme mitbringen. Dabei verzichtet die Geschichte überwiegend auf unnötiges Drama. Die Handlung zieht ruhig und gleichmäßig vor sich hin, ohne große Aufregung aber auch ohne langweilig zu werden. Die ruhige Atmosphäre ist angenehm, auch wenn die Stimmung insgesamt durchweg recht nachdenklich und bedrückt ist.

Luisas Sorgen sind nachvollziehbar dargestellt: Kind, Vollzeitjob, abwesender Vater, der nicht regelmäßig Geld zahlt, Haushalt, Hausaufgaben… und jede Menge Erwartungen von allen Seiten, die sie unbedingt erfüllen möchte, denen sie aber nie gerecht werden kann. Ein Ausweg scheint nicht in Sicht.
In St. Peter-Ording lernt Luisa, nicht immer perfekt sein zu müssen, doch sie kann auch nur schwer aus ihrer Haut. Sie macht eine sehr langsame Entwicklung durch, wobei ich ihr Festhalten an alten Mustern nicht immer verstehen konnte. Sie ist sehr verbohrt und will die sich ihr bietenden Lösungen nicht sehen. Auch kam mir der entscheidende Sinneswandel am Ende ein wenig zu schnell.

So anschaulich die Sorgen der alleinerziehenden Mutter geschildert werden, gibt es in Luisas neuem Umfeld allerdings allerlei verschiedene Familienmodelle. Und es wird deutlich: Sorgen und Belastungen tragen nicht nur Frauen und Mütter, auch wenn die hauptsächliche Care-Arbeit immer noch überwiegend in weiblicher Hand liegt. Dass das Buch – trotz allem Verständnis für Luisas Lage – auch die Gegenposition aufzeigt, fand ich gut und richtig. Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß…

Auch die Schwierigkeiten, die der Beruf der Hebammen mit sich bringt (Versicherungen/ Kosten), werden aufgezeigt und damit auch Schwächen des deutschen Gesundheitssystems angeprangert.

Die Liebesgeschichte ist angenehm in die Handlung eingewoben. Sie nimmt nicht zu viel Raum ein, wobei ich mir manchmal durchaus ein paar mehr Details gewünscht hätte.
Auch das Ende empfand ich als ein wenig zu abrupt.

Fazit

Angenehmer Schreibstil und tolle Figuren. Unaufgeregt wird Luisas (manchmal zu) zaghafte Veränderung geschildert: Krank und gestresst kommt sie von München an die Nordsee und muss sich über einige Dinge in ihrem Leben klar werden. Dabei gibt es viele ernste Momente und wichtige Gedanken: über hohe Erwartungen und eigene Anspräche. Über Perfektionismus und die Entscheidung, sich dem Erwartungsdruck zu verweigern. Über das, was jeder für sich als wichtig erachtet. Wann Druck gut ist und wann etwas mehr Gelassenheit helfen kann…

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