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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anna625:

Ein Hof im Wandel der Zeit

Wildtriebe von Ute Mank

Lisbeth ist eine echte Bethches. So heißen seit jeher die Frauen des Bethches-Hof, den es schon seit vielen Generationen gibt und der stets einer der angesehensten Höfe der Gegend war. Lisbeth hat den Hof schon früh übernehmen müssen und weiß daher, wie man anpackt, dreht sich doch ihr ganzes Leben um die Leitung des Hofes.

Alles, was sie tut, tut sie genau so, wie sie es von ihrer Mutter und den anderen Frauen gelernt hat, und diese wiederum haben all das alte Wissen von ihren Müttern geerbt. So werden über Generationen und über die Jahre hinweg Traditionen bewahrt, bis Lisbeth im Alter eines Tages feststellen muss - irgendwie ist heute nichts mehr so, wie es früher mal war. Auf dem Hof gibt es längst nur noch einige wenige Tiere, auf dem Feld kommt statt dem von Pferd und Ochse gezogenen Pflug der Traktor zum Einsatz, und überhaupt steht die traditionelle Lebensweise ebenso auf wackligen Beinen wie die eigentlich doch gut funktionierende Rollenaufteilung zwischen Mann und Frau. Das merkt Lisbeth vor allem, als ihr Sohn mit Marlies eine Frau heiratet, die sich in ihren Augen so gar nicht in ebendiese ihr zugeschriebene Rolle einzufügen vermag.

Marlies hingegen leidet unter Lisbeth, die sie mit ihren Blicken immer zu verurteilen scheint, der sie es auch nach Jahren noch nicht recht machen kann, obwohl sie sich so viel Mühe gibt. Was kann sie denn dafür, dass sie ihrem Job in der Stadt hinterhertrauert, dass sie ihre Erfüllung einfach nicht im Kinderkriegen und Haushalt-Schmeißen sieht?

So treffen zwei Frauen aufeinander, grundverschieden, mit ihren ganz persönlichen, individuellen Sorgen, die doch zugleich ganz beispielhaft den typischen Konflikt zwischen Jung und Alt, zwischen Tradition und Wandel illustrieren.


Anfangs hat mir das Buch tatsächlich sehr gut gefallen, ich konnte mir den Hof problemlos vorstellen und habe mich auch sowohl Lisbeth als auch Marlies schnell verbunden gefühlt. Ute Mank gelingt es, sich nicht auf die eine oder andere Seite zu schlagen und dabei die jeweils andere als Ursache allen Übels darzustellen. Stattdessen werden die Standpunkte beider Frauen gut dargestellt: der von Marlies, die mit den festgefahrenen, teils rückständigen Ansichten Lisbeths zu kämpfen hat, und der Lisbeths, welche wiederum nicht verstehen kann, weshalb plötzlich ihre ganze Welt kopfsteht und Dinge, die sie schon so kennt seit sie denken kann, sich auf einmal ändern sollten.

Die Atmosphäre empfand ich als sehr gut eingefangen und den Alltag auf dem Hof mit allen anfallenden Aufgaben im Haus eindrücklich und sehr detailliert beschrieben.

Mit der Zeit hat mir die Handlung dann jedoch einfach zu sehr stagniert. Ich brauche in einem Buch nicht unbedingt große Action, es gibt auch viele sehr gute Bücher, in denen de facto kaum etwas passiert. Aber dieses hier tritt mir dann leider über weite Strecken doch etwas zu sehr auf der Stelle. Irgendwann hat man als Leser einfach begriffen, dass die Situation zwischen Marlies und Lisbeth angespannt ist, und auch, woran das liegt.

Was mich außerdem gestört hat, sind die vielen Ellipsen. An und für sich mochte ich den Schreibstil wirklich sehr, und mal hier und da ein ausgelassenes Wort wäre ja auch gar kein Problem. Aber irgendwie ist in "Wildtriebe" der Anteil an Sätzen ohne Verb überdurchschnittlich hoch. Nicht auf jeder Seite natürlich, vermutlich nicht mal auf jeder sechsten oder siebten, aber doch so, dass es auffällt. Meistens lässt sich ganz gut erschließen welches Verb da hingehört, aber - warum schreibt man es dann nicht einfach? Das ist mir unverständlich und hat mich mit der Zeit leider auch etwas genervt.


Insgesamt hat mir der Roman dennoch gut gefallen, einfach weil ich die Umsetzung so gelungen fand. Man wird nicht von vorneherein dazu gedrängt, sich auf die Seite von Lisbeth oder Marlies, Alt der Jung, Tradition oder Fortschritt zu stellen, sondern lernt die positiven und negativen Aspekte beider Sichtweisen kennen. Trotz einiger Längen habe ich das Lesen genießen können.

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Rezensionen von Landrea:

Leidenschaft, Ergeiz und Freundschaft

Goldmädchen von Jennifer Iacopelli

Audrey hat ein großes Ziel vor Augen: die Teilnahme an Olympia. Eine Medaille, vorzugsweise golden schimmernd, ist da natürlich ein Muss für jede Turnerin. Aber, wie so oft, mischen noch andere Kräfte mit und plötzlich muss die frischverliebte Audrey und ihre beste Freundin Emma nicht nur um einen Platz im Olympischen Team prangen, sondern auch um ihre jahrelange Freundschaft.

Das Hörbuch startet direkt mit Spannung. Die ersten Kapitel fliegen nur so dahin, was nicht nur dem Mitfiebern mit der Protagonistin zuzuschreiben ist, sondern auch der unglaublich angenehmen Stimme der Sprecherin, Nora Jokhosha. Wir dürfen kurzzeitig auch mit Audrey schmachten, als sie seit langer Zeit wieder auf Leo trifft und meine Mitbewohnerinnen erklärten mich vollends als verkorkst, als ich mit Kopfhörern am Spülbecken in der Küche stand und „Uiiiiiii … wie süß!“ quickte. Die Lovestory nimmt aber leider nach dem ersten Drittel rasant ab. Die Story wird immer mehr zur Live-Übertragung von Turnwettkämpfen und nach und nach verschwand (für mich) das Romanfeeling. Die Lovestory und die Geschichte um die einzelnen Charaktere wird mehr mitgeschliffen als erzählt. Die Autorin verliert sich ein wenig in der detaillierten Beschreibung der verschiedenen Küren an den Geräten. Ich hatte mit der Zeit auch das Gefühl, dass sie bestimmte Phrasen immer wieder wiederholten.

Noch ein paar Worte zum Cover… ich finde es genial! Es spiegelt die Protagonistin und ihre Leidenschaft perfekt wider, sieht super ansprechend aus und ich würde in der Buchhandlung definitiv danach greifen. Leider hat mich die Kurzbeschreibung etwas fehlgeleitet.

Wer einen Sportroman mit einer schmachtenden Lovestory, Konflikten und Beziehungsdrama sucht, ist hier leider falsch. Aber wer mehr über die Strapazen und das Leben als Leistungssportlerin und sexuellen Missbrauch lesen möchte, der soll unbedingt zu „Goldmädchen“ greifen. Ein Must-Have für alle Turnbegeisterten!

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Rezensionen von Lesemama:

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt

Wenn es uns gegeben hätte von Josefine Weiss

Bewertet mit 3.5 Sternen

Zum Buch:
Acht Jahre sind vergangen seit Timo Ela erst seine Liebe gestanden hat und dann nach Amerika geflogen ist um dort eine Ausbildung als Fotograf zu machen. Ela blieb zurück an der Ostsee, beginnt ein Leben ohne Timo und traut ihren Augen nicht, als er ihr auf einmal über den Weg läuft.

Nach anfänglichen Versuchen die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen, geben sie ihrer Liebe doch eine zweite Chance. Aber das Glück scheint nicht auf ihrer Seite zu sein.

Meine Meinung:
Das Cover entspricht dem momentanen Trend, schöne Schrift, eine Blume und Tropfen. Nichts besonderes, aber nett.
Die Geschichte beginnt mit dem Abschied vor acht Jahren, ist bereits schnell in der Gegenwart angekommen.
Dann plätschert es erstmal dahin, ich fand Ela teilweise ein wenig zu unentschlossen und ein wenig nervig. Er nach der Hälfte des Buches konnte es mich langsam packen. Oft sah ich schon kommen, was als nächstes geschieht, zwischendurch war es mir auch fast zu viel Drama. Aber die letzten Kapitel haben mich sehr berührt.
Alles in allem eine bewegende, romantische Liebesgeschichte über die zweite Chance. Nicht nur in der Liebe.

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Rezensionen von Ecinev:

oh wie peinlich

Wenn es uns gegeben hätte von Josefine Weiss

Luis möchte Comedian werden als Luis die Lachnummer. Geübt hat er schon in einem You Tube Kanal doch jetzt möchte er vorsprechen bei einer Talentshow für junge Komiker. Der Produzent dieser Sendung logiert in einem Hotel in der Nähe und Luis und seine Managerin Maddy planen ihn dort aufzusuchen.

Schon dieser erste Einstieg lässt einem schmunzeln denn es geht so einiges schief. Auch ansonsten verläuft seine Kariere nicht so wie Luis es sich vorstellt. Statt ihm sind seine Eltern auf einem Video im Internet zu sehen nach ihrem Achtsamkeitskurs. Sie erhalten mit ihrer ehrlichen unbedarften Art sogar einen Fernsehauftritt. Gott ist das peinlich für Luis der sich für seine peinlichen Eltern schämt.

Dies ist der erste Band dieser Reihe den ich gelesen habe. Ich hoffe auf weitere Gelegenheiten. Der Schreibstil ist kindgerecht, humorvoll in Tagebuchform geschrieben. Die Personen werden gut dargestellt und das Cover ist liebevoll gestaltet mit Luis und seinen Eltern in ihren peinlichen Klamotten.

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Rezensionen von Ecinev:

Outlaw

Von hier bis zum Anfang von Chris Whitaker

Die 13 jährige Duchess Day Radley hat es nicht leicht im Leben, sie kümmert sich rührend um ihren kleinen Bruder Robin und um ihre Mutter. Diese hat nach dem Tod ihrer Schwester den Tritt im Leben verloren, nimmt Drogen und trinkt.

Als der als 15 jähriger verhaftete Mörder ihrer Schwester wieder frei kommt ist die Stimmung in der kalifornischen Kleinstadt Cape Haven angespannt.

Auch Walk, Polizist in dem Ort und Freund des Verurteilten hat es nicht leicht. Dann geschieht ein weiterer Mord, Star, die Mutter von Duchess und Robin wird tot aufgefunden, Vincent ist am Tatort und hat selbst die Polizei gerufen. Er lässt sich widerstandslos festnehmen und unternimmt keine Anstalten sich zu erklären.

Duchess und Robin kommen zu ihrem Opa auf eine entlegene Farm in Montana. Duchess ist so voller Hass, dass sie alles ablehnt und sich selbst als Outlaw bezeichnet. Einzig von der Unschuld seines Freundes ist Walk der nun alles dran setzt den wahren Täter zu finden.

Die Auflösung war dann eine Überraschung für mich. Der Schreibstil ist eindrucksvoll, kurze knappe Sätze eine sehr melancholische Grundstimmung. Auch wenn das Buch im mittleren Teil viele Längen hat in dem sich Duchess immer und immer wieder als Outlaw bezeichnet, hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Das Cover hat mir gut gefallen, passend zum Titel, eine weite Landschaft in der Abendstimmung.

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Rezensionen von brauneye29:

Wow, das war mal ein Thriller

Ausweglos von Henri Faber

Zum Inhalt:
Als Noah die Wäsche vom Dachboden holen will, hat er plötzlich ein Messer an der Kehle. Der Mann will zu seiner Frau. Wie soll er das nur verhindern? Er hat den Zweitschlüssel zur Nachbarwohnung. Als er dort Stunden später erwacht, liegt seine Nachbarin Tod neben ihm. Was ist passiert?
Meine Meinung:
Das war mal ein Thriller total nach meinem Geschmack.

Total spannend, immer wieder neue Wendungen und zwar immer wieder welche, mit denen man nicht gerechnet hat. Die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil ist super, das Buch liest sich so was von schnell weg, weil man immer wissen will, wie es weitergeht. Das macht für mich einen richtig guten Thriller aus. Spannend, unerwartet, gute Story und dann auch noch interessante Protagonisten. Unbedingte Leseempfehlung für dieses wirklich tolle Buch.
Fazit:
Wow, das war mal ein Thriller

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Rezensionen von Ecinev:

blutige Kunst

Der Blutkünstler von Chris Meyer

Tom Bachmann kommt als bekannter Profiler aus den USA zurück nach Deutschland. Gerade zur rechten Zeit denn es wird eine grausam inszenierte Leiche gefunden und das BKA bietet ihm gleich die Stelle des Leitenden Ermittlers an. Als später weitere als Kunstwerk inszenierte Leichen gefunden werden, ist klar, ein Serienmörder ist unterwegs.

Erfahrung mit Mördern hat Tom genug, im Prolog und kurzen Sequenzen wird seine eigene traurige Vergangenheit beleuchtet. Die Ermittlungen kommen schwer in Gang, denn es steht fest, die Öffentlichkeit soll von den Tatorten nichts erfahren.

Dieser Auftakt ist sehr blutrünstig und mit Sicherheit nichts für schwache Nerven. Mit einigen psychologischen Abschnitten kam für mich irgendwie keine richtige Spannung auf wo ich unbedingt erfahren wollte wer der Täter ist dazu waren einige Schilderungen wahrlich ekelig. Der Showdown war für mich auch etwas zu übertrieben.

Der Schreibstil sehr detailliert und blutig lässt sich aber gut und schnell lesen. Ob ich weitere Teile lesen möchte weiß ich aber noch nicht.
Das Cover ist sehr schön gestaltet, trifft das Thema des Buches und wirkt nicht zu grausam.

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Rezensionen von Petra Sch.:

viele Emotionen, Humor, Tiefgründigkeit, Urlaubsfeeling - einfach ein gute-Laune-Roman

Kaputte Herzen kann man kleben von Kristina Günak

Die gestresste Hebamme Luisa hält es nicht mehr in München aus, deshalb fährt sie mit ihrer Tochter Amelie zu ihrer exzentrischen Tante Mimi nach St. Peter-Ording, um einmal abzuschalten und hoffentlich auch ihre Rückenprobleme beheben zu können.
Der attraktive Physiotherapeut Tom schafft es, nicht nur ihre Rückenschmerzen zu therapieren; Amelie taut am Hof ihrer Tante auf; und dann sind da noch die Frauen vom Strand, die aus dem perfekt-sein-wollen ausgestiegen sind.

..


Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein richtiges Wohlfühlbuch! Ich hatte schon Bücher gelesen, auf denen dies bzw. "Glücksroman" draufstand, aber diese Geschichte ist eine der wenigen, die diese Bezeichnungen auch wirklich verdient hat!
Der Schreibstil ist so lebendig, man fühlt direkt mit Luisa mit. Dass Luisa der Rücken so weh tut, wundert mich nicht. Das ist ein Anzeichen für ihre seelischen Belastungen und ihre Verzweiflung und Wut: alleinerziehend, der Kindsvater überweist das bisschen Unterhalt fast nie und kümmert sich auch nicht um sein Kind, und dann noch die hohen Anforderungen der "Mütter-Mafia" aus Amelies Schule - schon allein, als ihre Münchner "Freundin" anrief und nur herumkommandierte, aber mit keinem Wort nach ihrem Befinden fragte, zeigt ja schon alles. Ich wäre auch mega-wütend gewesen. Und dann der undankbare unterbezahlte und extrem stressige Hebammen-Job im Krankenhaus...

Die Beschreibungen von St. Peter-Ording sind so anschaulich, dass ich mir alles im Kopf ganz genau vorstellen kann - ich liebe einfach diese Atmosphäre am Meer und habe das Gefühl, durch das Buch dort Urlaub zu machen.
Alle handelnden Personen, so unterschiedlich sie sind, schließt man auf die eine oder andere Art ins Herz, vielleicht weil sie so aus dem Leben gegriffen und realistisch gestaltet sind und sich weiterentwickeln. Der Zusammenhalt der Einwohner und wie sie Luisa als Fremde in ihrer Runde aufnehmen, fand ich sehr berührend.

Das Buch verpackt tiefgründige Themen (Hebammenberuf; Familie und Verlust von Familienangehörigen; alleinerziehende Eltern/Pflege/Fürsorge, gesellschaftliche Erwartungen bzw. Über-Muttis und daraus resultierend Mental Load sowie physische Schmerzen) in einer humorvollen Geschichte.
Und auch die Emotionen kommen nicht zu kurz - nicht nur in Sachen Freundschaft, Liebe und Romantik, sondern auch bei der Ponyfohlen-Geburt und natürlich, als Luisa einer Frau im Sturm, als kein Arzt kommen konnte, bei der Geburt ihres Kindes beigestanden hat.

Der Ausgang der Geschichte war zwar abzusehen, aber es war einfach soo schön zu lesen und genau dieses (rundum abgeschlossene und herzerwärmende) Happy-End hat die Geschichte gebraucht :D


Fazit:
Eine äußerst unterhaltsame Geschichte mit Tiefenwirkung, die einen über sein eigenes Leben reflektieren lässt und gleichzeitig sehr humorvolle Urlaubsstimmung bringt. Ein richtig toller Glücksroman.

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Rezensionen von PMelittaM:

Gelungener erster Band, der Lust auf die weiteren Bände macht

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1) von Oliver Pötzsch

Wien, 1893: Leopold von Herzfeldt tritt seinen Dienst bei der Polizeidirektion gleich mit einem Fauxpax an, brüskiert den ermittelnden Kollegen, und wird zunächst von diesem Fall ausgeschlossen. Doch einer seiner Vorgesetzten ist wie er ein Verfechter der neuen Polizeimethoden und gibt ihm die Chance sich doch zu beweisen.

Zwei Fälle sind es, die der Protagonist zu lösen versucht. Zunächst soll er den Fall des Todes Bernhard Strauss‘ (illegitimer Sproß der Musikerfamilie) aufklären, der sich auf den ersten Blick als Selbstmord darstellt. Der viel wichtigere Fall sind aber die brutalen Morde an Dienstmädchen. Bei seinen Ermittlungen trifft Leopold den Totengräber Augustin Rothmayer, der ihm durchaus behilflich sein kann, auch wenn Leopold das nicht gleich erkennt.

„Das Buch des Totengräbers“ ist der erste Band einer neuen Reihe des Autors, auf deren weitere Bände ich mich schon freue. Oliver Pötzsch schreibt bildhaft, spannend und seine Charakterzeichnungen überzeugen mich. Vor allem hat es mir Augustin Rothmayer angetan, ein bisschen grantig, auf den ersten Blick nicht sehr anziehend, aber im Herzen ein guter Mensch mit viel Kompetenz und Wissen, das er in seinem Almanach niederschreibt. Ohne ihn wäre Leopold manches Mal aufgeschmissen gewesen. Aber auch Leopold gefällt mir gut, auf mich wirkt er gar nicht so arrogant und überheblich wie er bei seinen Kollegen ankommt. Neben diesen beiden gibt es auch eine weibliche Protagonistin, Julia Wolf, Telefonistin in der Polizeidirektion, mit mehr Hintergrund als zunächst gedacht. Nicht nur Leopold, auch ich, mochte sie schon nach kurzer Zeit.

Neben den Charakteren spielt auch Wien eine Rolle, nicht nur der Zentralfriedhof auf dem Augustin arbeitet. Zwei Karten sorgen dafür, dass man die Wege der Charaktere nachvollziehen kann.

Die Fälle sind interessant, man kann gut mitraten und die Auflösungen sind logisch. Es gibt überraschende Wendungen und Rückschläge. Nicht nur durch Augustin Rothmayers Beteiligung (und seinen Almanach, aus dem zwischendurch zitiert wird) gibt es sehr explizite Szenen und Beschreibungen, die wahrscheinlich nicht für jeden etwas sind, die aber in meinen Augen den Roman rund machen, immerhin steht es schon im Titel, und so sollte man darauf vorbereitet sein. Unbedingt sollte man auch das interessante Nachwort des Autors lesen.

Der erste Band der neuen Reihe des Autors hat mich schnell überzeugt, Charaktere, Setting und die Fälle sind gut gewählt und so freue ich mich schon auf den nächsten Band. Ich vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Fans historischer (Kriminal)Romane.

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Rezensionen von Petra:

Familie

Der Panzer des Hummers von Caroline Albertine Minor

Eine Familiengeschichte über drei Geschwister die sich auseinander gelebt haben. Jede/r führt ihr/sein eigenes Leben und ganz selten findet man Kontakt zueinander. Ea, Sidsel und Niels, die letzten beiden leben in Kopenhagen und Ea lebt in San Francisco. In fünf Tagen erfahren wir Leser sehr viel über ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle.

Mitten hinein ins Leben, ohne Anfang und Ende. Ab und zu ein Rückblick auf die Eltern die früh verstorben sind.
Es ist eine ruhige Geschichte, vielleicht hat sie mich deshalb nicht so mitgenommen. Ich habe mich über nichts geärgert oder gefreut. Es war ein gleichförmiger Strom an Worten die an mir vorbei geflossen sind, ohne Steine oder wenigstens kleine Untiefen die mehr Aufmerksamkeit erfordert hätten.
Da es sehr kleinteilig erzählt wird mit vielen Beschreibungen, fehlt der Blick auf das große Ganze für mich. Da ist die Frage warum ist gerade dieser Satz oder diese Situation für den Protagonisten so wichtig. Ich kenne den Hintergrund nicht und diesmal habe ich auch Schwierigkeiten mir einen dazu auszumalen.
Trotz der vertraulichen Anrede empfinde ich Bücher nordischer Autoren immer als sehr diskret und zurückhaltend. Als ob, wie dieses Zitat "die Jahre wären wie ein Trichter angeordnet," nicht die Jahre sondern die Ereignisse wie ein Trichter angeordnet sind, Ganz viel oben eher Unwichtiges und unten schon fast erdrückt die wichtigen. Ich musste als Leser warten bis diese Episoden unten herausgeflossen sind. Eine Überraschung ab und zu weil sie ja im Gegensatz zu den Oberen nicht mehr zu sehen waren.
Wenn man mit den Figuren warm werden kann, ist es ein gutes Buch. Ich konnte es nicht, trotzdem mochte ich das Buch als ob es mir sagen wollte du hast es besser getroffen, freue dich darüber.

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