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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Birgit Hedemann:

Ferienfreiheit für alle

Tschakka! – Huhn voraus von Mara Andeck

Dieses Buch ist mir durch das fröhliche und bunte Cover sofort ins Auge gefallen. Da muss man einfach zugreifen. Und wenn man es dann aufschlägt, dann fallen einem sogleich die vielen kleinen Zeichnungen auf wirklich jeder Seite auf. Diese Zeichnungen haben teilweise Anklänge an Comics und sind sehr humorvoll.

Dadurch kommen sie bei der Zielgruppe besonders gut an.
Tabea hatte sich so auf die Ferien gefreut, in denen es wie jedes Jahr in DAS Ferienhaus gehen sollte. Aber daraus wird nichts. Das Ferienhaus ist marode und wird vom Eigentümer abgerissen. Eine Tatsache, die vor allem Tabea nicht akzeptieren will. Reparieren sei doch viel nachhaltiger! Doch dann darf sich jedes Familienmitglied etwas für die Ferien wünschen. Tabea, das jüngste der drei Kinder, wünscht sich Freiheit. Die Freiheit nutzt sie, um mit ihrem Freund Einstein ein entlaufenes Seidenhuhn aus der Nachbarschaft zu retten.
Mir hat an dem Buch besonders gut gefallen, dass hier das Thema Nachhaltigkeit thematisiert wird. Dass man Vielem noch ein zweites Leben spendieren kann, wenn man es ein wenig umwandelt. So gibt es im Anhang auch noch Tipps, wie man aus gekeimten gekauften Kartoffeln neue Pflanzen züchten kann. Auch gut gefallen hat mir, dass es zwar die üblichen Rangeleien unter den Geschwistern gibt, sie sich aber aufeinander verlassen können, wenn es darauf ankommt.
Das Buch ist genauso locker, fröhlich und humorvoll geschrieben wie das Cover aussieht! Durch die große Schrift und die vielen Zeichnungen ist es auch für die Kinder geeignet, die sich mit längeren Textpassagen noch schwer tun. Dabei wird es auch den schon etwas Älteren nicht langweilig, weil das Thema kein Babythema ist.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die einen rasanten und fröhlichen Lesestoff suchen!

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Rezensionen von inya:

super cooles Dinobuch

Der Ravensburger Dinosaurier-Atlas - eine Zeitreise zu den Urzeitechsen von Anne Rooney

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend gestaltet und zeigt bereits viele verschiedene Dinosaurierarten. Wenn man es aufklappt, gelangt man direkt zu einer Weltkarte, auf der die verschiedenen Dinoarten abgebildet sind und gezeigt wird, wo man sie gefunden hat. Dann kann man auch direkt schon die erste Seite aufklappen und es wird auf das Thema Erde und Evolution eingegangen.

Das Buch ist in verschiedene Teile aufgeteilt. Zum einen wird auf die verschiedenen Regionen, wie Europa und Südamerika eingegangen und gezeigt welche Dinos dort gelebt haben. Zum anderen wird dann auf die dort verorteten Dinos noch genauer eingegangen. Auch wird viel über die Forschung berichtet. Ich finde das Buch super gestaltet, da es nicht so kindlich ist und sich durchaus auch größere Kinder von diesem Buch angesprochen fühlen. Ich finde es toll, dass man ganz viel aufklappen und somit entdecken kann.

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Rezensionen von Birgit Hedemann:

Brand gelöscht?

Der Brand von Daniela Krien

Rahel und Peter sind fast 30 Jahre verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder. Wie in jedem Jahr soll es nun in den Urlaub gehen, doch daraus wird nichts, denn das Feriendomizil, das sie gebucht haben, ist abgebrannt. Da kommt der Anruf ihrer Freundin Ruth gerade zur rechten Zeit. Ruth bittet sie darum, auf ihre Hof aufzupassen, da sie sich selbst um ihren Mann kümmern muss, der einen Schlaganfall erlitten hat.

So fahren Rahel und Peter also auf´s Land und kümmern sich um Garten und Tiere. Recht schnell wird ihnen dabei klar, dass das Feuer ihrer Ehe erloschen ist. Können sie die Glut noch einmal entflammen? Und kommt Rahel auch noch einem alten Familiengeheimnis auf die Spur?
Daniela Krien findet klare und (er-)nüchternde Worte, um die eingefahrene Ehe von Rahel und Peter zu beschreiben. Obwohl die Geschichte aus der Perspektive von Rahel geschrieben ist, gelingt es Daniela Krien dennoch sehr gut, dass man einen Blick in das Seelenleben von Peter werfen kann. Auch Stellen, die leicht philosophisch anmuten, fehlen nicht. Mich hat das Buch nachdenklich gemacht, aber auf der angenehmen Art. Für mich war es die perfekte Urlaubslektüre: leicht und locker zu lesen, aber in keiner Weise flach. Fünf Sterne von mir und damit eine deutliche Leseempfehlung!

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Rezensionen von inya:

etwas zu klischeehaft

Raumfahrer von Lukas Rietzschel

Ich fand das Thema sehr spannend und ich muss sagen, dass das Buch mir im Großen und Ganzen auch ganz gut gefallen hat. Es werden die Lebensgeschichten von mehreren Personen aus einer ostdeutschen Stadt beleuchtet und ihre Lebenswege führen von der Nachkriegszeit, über die DDR Zeit bis in das hier und heute.

Dabei macht der Autor sehr viele Zeitsprünge und rutscht von einer Szene in die Nächste. Manchmal kam ich bei dem Hin und Her gar nicht mehr richtig mit und habe mich auch gefragt, ob das Geschehen nun in der direkten Nachwendezeit spielt, aber eigentlich passte es nicht, da der Vater des Protagonistin im Internet surft. Ein paar Ungereimtheiten gibt es also. Auch finde ich das Buch teilweise sehr klischeehaft und verstehe nicht ganz warum eine erwachsene Ärztin mit ihrer Mutter im Plattenbau wohnt. Dies konnte sich mir nicht erschließen. Eigentlich ist das Buch recht spannend, da man die ganze Zeit darauf hofft, dass endlich die Verbindung zwischen den Figuren dargestellt wird. Jedoch war ich dann ein wenig enttäuscht, da die Geschichte um das verschollene Bild von Georg Baselitz dann doch sehr kurz kam.

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Rezensionen von brauneye29:

Interessante Familiengeschichte

Wildtriebe von Ute Mank

Zum Inhalt:
Für Lisbeth gab es nie etwas wichtigeres als den Hof. Schwiegertochter Marlies sieht das anders. Sie will mehr und nicht nur den Hof führen. So führen sie stille Kämpfe aber es gibt auch verbindende Dinge. So wie die Tochter von Marlies Joanna, die ihren ganz eigenen Weg gehen will und schließlich nach dem Abitur nach Namibia geht.

Meine Meinung:
Zunächst einmal hat mich das Cover total angesprochen, es ist so schön und ansprechend, dass man sofort neugierig ist. Die Geschichte ist interessant und hat mich total angesprochen. Diese unterschiedlichen Sichtweisen auf das Leben und wie die unterschiedlichen Generationen damit umgehen und wie sich die Zeiten verändern, war sehr interessant zu lesen. Der Schreibstil ist gut und liest sich total angenehm. Die Protagonisten sind alle auf ihre Art interessant. Ich habe es sehr genossen, das Buch zu lesen.
Fazit:
Interessante Familiengeschichte

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Rezensionen von KimVi:

Spannender Reihenauftakt!

Die Verlorenen von Simon Beckett

Jonah Colley gehört einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei an. Als er mit seinen Kollegen den Feierabend genießt, erhält er einen Anruf von seinem ehemals besten Freund Gavin. Der Kontakt zwischen den beiden ist seit Jahren abgebrochen, doch nun scheint Gavin in Schwierigkeiten zu stecken.

Er bittet Jonah um ein mitternächtliches Treffen am Schlachter-Kai. Als Jonah dort ankommt, ist von Gavin nichts zu sehen. Jonah macht sich auf die Suche und setzt dadurch Ereignisse in Gang, die er nicht vorhersehen konnte...

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos. Ohne langatmiges Vorgeplänkel, befindet man sich sofort mitten im Geschehen und beobachtet gespannt die Szenen am Schlachter-Kai. Dieser rasante Start weckt sofort die Neugier auf die geheimnisvollen Vorgänge. Denn das, was im alten Lagerhaus passiert ist, ist nicht  so leicht zu durchschauen. Da Jonah den ermittelnden Polizisten kaum Informationen liefern kann, gerät er selbst ins Visier der Kollegen. 

Der Fall ist rätselhaft. Gemeinsam mit Jonah versucht man die Puzzleteilchen an die richtige Stelle zu setzen. Doch hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Dadurch wird man durchgehend dazu angeregt, eigene Ermittlungen anzustellen. Allerdings sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man nicht sicher sein kann, was wirklich gespielt wird. Das macht einen großen Reiz der Handlung aus und sorgt dafür, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legen mag. Das große Finale hält Spannung und einige Überraschungen bereit. Es bleiben zwar offene Fragen, doch diese werden sicher in den folgenden Bänden geklärt. 

Ein gelungener Auftakt, der neugierig auf weitere Bände mit Jonah Colley macht. 

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Rezensionen von Birgit Hedemann:

Wenn das Schicksal andere Pläne hat

Betreff: Falls ich sterbe von Carolina Setterwall

Es klingt ein wenig makaber: Carolina, Mutter eines fünf Monate alten Sohnes, bekommt von ihrem Lebensgefährten und Vater des Kindes eine Mail mit dem Betreff „Falls ich sterbe“. In dieser Mail sind fein säuberlich alle Passwörter von Aksel aufgelistet. Carolina ist wütend über diese Mail, doch dann passiert das Unfassbare! Schon kurze Zeit später findet sie eines guten Morgens Aksel tot im Bett.

Mitten in der Nacht an einem Herzanfall gestorben. Carolina, die ohnehin schon ein wenig überfordert mit ihrem Kind war, ist über lange Zeit unfähig, ihr Leben selbst zu meistern, wird aber von einem gut funktionierenden sozialen Netz aufgefangen. In der Zeit der Trauerbewältigung und –aufarbeitung geht Carolina mit sich selbst hart zu Gericht. Sie gibt sich selbst die Schuld an dem Tod von Aksel. Hat sie ihn zu sehr unter Druck gesetzt?
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, die sich kapitelweise abwechseln, bevor sie im letzten Drittel zusammenlaufen. In dem einen Strang erzählt Carolina, wie sie und Aksel sich kennen und lieben gelernt haben, in dem zweiten Strang, wie es ihr nach dem plötzlichen Tod ergangen ist. Das Besondere ist, dass Carolina die Geschichte als eine Art Dialog mit Aksel erzählt, in dem sie sich fortwährend befindet. Dadurch kommt man als Leser sehr nahe an die Figuren heran. Mich hat das Buch sehr ergriffen und tief bewegt. Ich konnte es kaum beiseitelegen. Die autofiktionale Geschichte hat mir deutlich gemacht, dass man jeden Moment mit einem geliebten Menschen bewusst erleben und genießen sollte, denn manchmal hat das Schicksal andere Pläne. Für mich war dieses Buch ein Highlight in diesem Jahr und ich kann es nur empfehlen!

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Rezensionen von Marie aus E.:

Mehr Familiendrama als Krimi

Unter dem Sturm von Christoffer Carlsson

Von dem Buch hatte ich andere Vorstellungen, ich bin von einem klassischen skandinavischen Krimi ausgegangen.

Anfangs empfand ich es auch noch so. Man nimmt Isaks Perspektive ein, der gerade sieben Jahre alt ist, als ein schrecklicher Mord in seinem kleinen Dorf passiert. Der Täter ist sein innig geliebter Onkel und nicht nur für Isak stürzt eine Welt zusammen, seine ganze Familie ist nicht mehr die, die sie war.

Das war vortrefflich beschrieben, man konnte sich so gut hineinversetzten und spüren, wie Isak sich den "Keim des Bösen, der seiner Familie anhaftet" einreden lässt und was so ein Geschehen mit der kompletten Familie macht, nicht nur mit dem (evtl. nur vermeintlichen) Täter.

Dann der Schwenk, zehn Jahre später. Zweifel an den damaligen Ermittlungen kommen auf und ab hier ließ der Spannungsbogen dann nach. Es war für mich sehr konzentriert auf Isaks und Vidars (der damals als junger Polizist bei der Täterüberführung mithalf) Empfindungen, auf ihre Zweifel als dass es ein spannender Krimiplot war. Bitte nicht falsch verstehen, das war gut, aber eher ein (Familen-)Drama als ein spannender Krimi.

Die Auflösung fand ich leider sehr an den Haaren herbeigezogen, es hat sich diesbezüglich m. E. nicht in der Geschichte entwickelt und erschien mir nach dem Motto "huch, jetzt habe ich fast alle erlaubten Seiten schon beieinander, wen nehme ich denn jetzt mal schnell als Täter" konstruiert.

Insgesamt habe ich das Buch aber gerne gelesen, trotz meiner angesprochenen Kritikpunkte, 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

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Rezensionen von rewareni:

Ich finde dich!

Flussaufwärts von Sabine Buxbaum

Die aus New York kommende Journalistin Ally Wyatt soll in dem kleinen Städtchen Clinton im Bundesstaat Iowa eine Reportage schreiben über die Opfer des brutalen Serienmörder Sven Sjörgen Was sie nicht weiß ist, dass sie gleich bei ihrer Ankunft auf ihn trifft und sie durch eine unbedachte Äußerung Ziel seines Hasses wird.

Der Killer, der flussaufwärts des Mississippi River, schon eine lange und blutige Spur hinter sich gelassen hat, plant schon sein nächstes Verbrechen. Doch dieses Mal pfuscht ihm der Kopfgeldjäger Hank Hunter dazwischen, der es fast geschafft hätte ihn dingfest zu machen. Für Ally steht nun fest, dass sie länger in Clinton bleiben möchte um alles
über die Opfer und den Täter heraus zu finden. Sie weiß schon bald nicht mehr so genau was sie mehr reizt, eine ehrliche Reportage zu schreiben und dabei hinter die Geschichten der Menschen zu blicken, oder auf Drängen ihres Chefs den Artikel so schnell wie möglich fertig zu stellen. Aber auch die ruppige und unfreundliche Art von Hank zieht sie irgendwie an und sie spürt, dass hinter der harten Schale ein weicher Kern steckt. Als sich sogar das FBI an der Tätersuche beteiligt
ist Ally bereit einen waghalsigen Schritt zu gehen, der ihr sogar das Leben kosten könnte.
Der Roman ,,Flussaufwärts“ von Sabine Buxbaum ist ein spannungsgeladener und rasanter Thriller, der schnell zu lesen ist, weil es keine Leerläufe oder langweilige Szenen gibt. Dass die Schrift eine angenehme Größe aufweist, ist dabei auch positiv zu erwähnen.
Man kennt den Killer zwar von der ersten Seite an, aber das folgende Katz- und Mausspiel zwischen ihm und Ally ist spannend zu lesen. Es sind immer kleine Puzzleteile die Ally dabei
zusammen setzt und leider für die Opfer zu spät kommen. Es gibt immer wieder abwechselnde Kapitel, wo man auch einiges über Sven erfährt und dabei in die kranke Gedankenwelt des Killers eindringt und man dabei erfährt warum er auf gewisse Frauen einen Hass hat und es ihm dadurch seiner Meinung nach zusteht diese zu töten. Seine Methoden sind dabei recht brutal beschrieben und gehen unter die Haut. Ally ist eine taffe und kluge Frau, die ihre Arbeit ernst nimmt und nicht auf Erfolg aus ist, sondern wirklich an Menschen Schicksalen interessiert ist. Dadurch ist sehr sympathisch dargestellt. Generell kann ich sagen, dass im Grunde alle Protagonisten viel an Gefühl, Verständnis und Sympathie aufweisen. Selbst Sven ist nicht als Mörder geboren und seine Gedanken sind dabei interessant zu lesen. Sabine Buxbaum hat es geschafft einen tollen Thriller zu schreiben, der einem von Beginn weg in Atem hält und man gespannt mitverfolgt, wie es ein Mann schafft so viele Morde zu begehen und dabei immer wieder davon kommt, bis ihm sein Hass auf Frauen irgendwann einmal zum Verhängnis wird.

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Rezensionen von Miro:

Wo führt das hin?

Raumfahrer von Lukas Rietzschel

Jan streift durch sein Leben in einer dystopisch anmutenden Kleinstadt im ehemaligen Osten Deutschlands. Er arbeitet als Hol- und Bringdienst in einem Krankenhaus, das kurz vor der Schließung steht und Personal und Patienten bereits auf ein Minimum reduziert sind.
Genauso reduziert wirkt die Stadt.

Die Fabriken sind Ruinen, die Plattenbausiedlungen stehen ohne Fenster und Türen da und sind dem Verfall anheim gegeben.
Selbst sein Leben ist dominiert von Leerstellen. Seine alkoholkranke Mutter hat die Familie verlassen und sein Vater trauert seinem ehemaligen Leben als Fischer nach. Zwischen der Freiheit der Wende und der Hoffnungslosigkeit einer fehlenden Zukunft verläuft nur ein ganz schmaler Grat.
In einem zweiten Erzählstrang lesen wir von dem Maler Georg von Baselitz, der kurz vor dem Mauerbau in den Westen geflüchtet ist. Sein Bruder wollte ihm folgen, war aber ein paar Tage zu spät dran und wurde von der Mauer überrascht. Eine Flucht ist ihm in den folgenden Jahren nie gelungen.
Baselitz Bilder beschäftigen sich mit den Helden, bzw. gefallen Helden von früher. Berühmt wurde er mit seinen Kopfüber Bildern. Die Menschen hängen quasi in der Luft, gefangen in einem Vakuum, dass sie treiben lässt.
Und genau so nimmt Jan auch seine Eltern wahr. Sie treiben als Raumfahrer in der Leere der Wende.
Mit diesen zwei Erzählstängen spannt Lukas Rietzschel einen Bogen zwischen der Nachkriegszeit und der Nachwendezeit verbunden durch Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Der Aufwind dieser beiden Umschwünge weht definitiv anderswo.
Die Sprünge zwischen den zwei Erzählspträngen sind leider manchmal etwas verwirrend. Es braucht etwas, bis man sich an die chaotische Erzählweise gewöhnt, aber dem Autor gelingt es, diese beiden Geschichten zusammenzuführen und zu klären, wie die Ereignisse um Baselitz auch Jans Leben prägen.
Dadurch entspinnt sich ein Stück Erinnerungskultur, das eher die dunkle Seite der Geschichte zeigt.
Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn man streckenweise nicht weiß, worauf das alles hinausläuft. Schlußendlich fügt sich alles und es ergibt sich ein schlüssiges Bild dieser verlorenen Gesellschaft. Wie Raumfahrer schweben sie durch ihr perspektivenloses Leben, ihrer Wurzeln beraubt.

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