Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Mitten aus dem Jugendleben
Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag
Sophie, 17, von ihrem Vater Christian zärtlich „Motte“ genannt, ist am Boden zerstört. Er hat über ihren Kopf hinweg beschlossen, dass sie beide zu seiner Freundin Lena und ihren beiden Jungs nach München ziehen. Sie aber will unbedingt in Hamburg bleiben. Aber was bleibt ihr anderes übrig. Nach ihrer Ankunft versteht sie sich selbst nicht mehr.
Wie kann sie Lena, Valentin und Leon nett finden? Ihr bleiben vorerst nur die Skype-Gespräche mit ihrem besten Freund Lukas, der wegen seiner Freundin nach Paris gezogen ist. Schön zu wissen, dass er sofort kommen würde, wenn Sophie es möchte, wenn sie ihn unbedingt braucht. Alles ändert sich als sie das Nachbarsmädel Alex mit den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen kennenlernt. Gleichzeitig beginnt für sie eine Achterbahn der Gefühle.
Lange habe ich gezögert, bis ich mich entschlossen hatte, dieses Buch zu lesen. Ich bin ja doch schon in einem Alter, wo man sich mit dieser Art von Buch nicht mehr identifiziert. Sophie könnte meine Enkelin sein. Sie hat mich immer wieder an mich selbst in diesem Alter erinnert. Ich habe es nicht bereut, zugegriffen zu haben.
Mir gefällt Anne Freytags berührender und sehr intensiver Erzählstil sehr gut. Sie schickt mich ab den ersten Seiten an Sophies Seite, wo ich mich allerdings nicht immer wohl gefühlt habe. Sophie, und auch Alex, sind mir nicht immer sympathisch. Gerade am Anfang, wo Sophie sich nicht wie 17, sondern eher wie ein kleines bockiges Mädel gebärdet, konnte ich mit ihr gar nichts anfangen. Was sich dann aber zum Guten geändert hat. Gerade ihre Selbstzweifel und Ängste finde ich sehr glaubwürdig dargestellt.
Sehr gut gefallen mir dagegen vor allem Lena, die nicht die sich einschleimende Stiefmutter gibt, sondern sich einfach um ein gutes Verhältnis bemüht und eine sympathische Frau ist. Da kann ich Vater Christian schon gut verstehen, dass er diese Frau liebt. Und allen voran der kleine Leon, den ich am liebsten in die Arme genommen und immer wieder geknuddelt hätte.
Zu den Gefühlen, die sich zwischen Sophie und Alex langsam entwickeln, haben sich bei mir zwiespältige Gefühle eingestellt. Ich finde nicht, dass die Beiden lesbisch sind. Auch wenn sie hier ihre Gefühle für sich entdecken. Eher würde ich sie als bisexuell sehen, da ja beide auch schon Erfahrung mit Männern gemacht haben. Vielleicht sehe ich das aber auch verkehrt, da ich selbst nur Männern zugeneigt bin. Schön finde ich, dass die Homosexualität hier nicht der Grundstein für die Geschichte ist. Viel eher geht es doch darum, dass man sich verliebt, liebt und geliebt wird. Egal von wem. Da ändert sich an den Gefühlen selbst nichts.
Eine tolle Geschichte über Freundschaft, Selbstfindung, Liebe, aber auch über Verunsicherung, einfach mitten aus dem Leben, die mich berührt und angesprochen hat – auch mit Ü60.
Rezensionen von Lesemama:
Ein Buch, zwei Geschichten und eine große Überraschung
Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag
Zum Buch:
Max, der Hund und Mieze die Katze teilen sich ein Buch, aber jedes Tier hat seine eigenen Geschichte. Während Max am frühen morgen an der Leine Gassi geht und alles beschnuppert, geht Mieze am späten Nachmittag alleine auf Abenteuertour.
Von vorne der Hund, von der Rückseite, nach dem Wenden, die Katze.
Meine Meinung:
Ein Wendebuch für die jüngsten LeserInnen. Ich durfte es mit meiner Nichte zusammen "lesen". Sprich ich las, wenn ich denn durfte, sie schaute. Und auf was sie schon alles achtet, sehr beeindruckend was den Kleinen alles auffällt. Das verschiedene Bilder sowohl beim Hund als auch bei der Katze vorhanden sind. Aber Hund und Katze sind nunmal die beliebtesten Haustiere und für Kinder wohl auch die bekanntesten. Zumindest für die Kleinsten.
Mir gefiel die Idee des Wendebuches sehr gut, beide erleben ihr eigenes Abenteuer und in der Mitte gibt es eine kleine Überraschung, die mir richtig gut gefallen hat.
Das Buch ist aus stabilem Karton, verzieht so manche Bissattacke und ist auch sehr robust. Der Text ist kurz, passt sehr gut zu den Bildern und auf den Bildern gibt es einiges zu entdecken.
Zur Zeit das Lieblingsbuch der Kleinen und ich kann es verstehen. Es ist wirklich zuckersüß.
Rezensionen von HEYN Leserunde Petra Gutsche:
Schönes Cover, verwirrende Geschichte(n)
Der Kolibri von Sandro Veronesi
Das allerbeste am Kolibri ist das Cover des Buches – das finde ich wirklich gelungen und interessant.
Die Lebensgeschichte vom Augenarzt Marco Carrera hat mich weder gefesselt noch sonderlich unterhalten. Besonders die Briefe, welche Marco an seine Geliebte Luisa schickte fand ich äußerst langweilig und so beschloss ich etwa bei der Hälfte des Buches diese Briefe einfach weg zu lassen.
Die zweite Hälfte des Buches war dann etwas lesbarer aber eine besondere Empfehlung kann ich dennoch keineswegs abgeben.
Inhalt, Sprache und Stil konnten mich nicht zur Leseratte machen. Leider
Rezensionen von Emmmbeee:
Under pressure
Harlem Shuffle von Colson Whitehead
Der Druck durch Schwiegereltern kann groß sein, denn man will durch ihre Enttäuschung nicht an Wert verlieren in den Augen der eigenen Frau. Ray Carney ergeht es ebenso, ohne zwielichtige Geschäfte kann er seiner Angetrauten nicht den Standard bieten, den sie gewohnt ist. Als Sohn eines schwarzen Ganoven trägt er ohnehin schwer an seiner Herkunft.
Trotz aller Bemühungen, seriös zu bleiben, kommt es zu Schwierigkeiten mit Gangstern und Polizei, und sein Doppelleben droht aufzufliegen. Und wenn da nur nicht Freddie wäre, der ihn in einen kriminellen Coup gezogen hat!
Man kann sich einfühlen in Rays Innenleben, möchte ihm helfen, ihn in seinen Bemühungen unterstützen. Er scheint ständig zu scheitern, und wenn er sich auch noch so anstrengt. Endlich gleichwertig zu sein mit seinen Elite-Schwiegereltern, das ist sein Traum.
New Yorks Stadtteil Harlem in den Sechzigerjahren besitzt einen romantischen Bonus, obwohl es darin genauso hart zugeht wie in der übrigen Stadt. Der tägliche Einsatz dafür, dass die Familie es besser haben soll als der Protagonist in seiner eigenen Jugend, ist für Ray zermürbend. Zum Kampf mit der Exekutive kommen noch Korruption, Drogen und mafiöse Gruppen. Das macht es für ehrliche Leute fast unmöglich, zu überleben, ohne kriminell zu werden.
Ich war noch niemals in New York, kann mir aber gut vorstellen, dass sich das Leben dort genauso abspielt, wie Colson Whitehead es beschreibt. Der Autor baut Bezüge zum aktuell stattfindenden Rassismus ein, und nebenbei erfährt man noch dies und das über Möbel. Harlem Shuffle ist ein Stück Zeitgeschichte und ein Spiegel der Sechzigerjahre-Gesellschaft.
Die Handlung spielt auf drei Zeitebenen. Weil dabei jeweils die Vorgeschichte einer anderen Figur beleuchtet wird, gewinnt der Leser einen tiefen Einblick in die Zusammenhänge. Ein wenig verwirrend sind für mich die vielen ineinandergreifenden Nebenfiguren, dieses Geflecht erhellte sich erst allmählich.
Mir hat schon vorher Whiteheads Schreib- und Erzählstil gefallen. Auch im vorliegenden Roman schildert er wieder sehr lebensnah und mit viel Lokalkolorit die Geschehnisse. Das Buch bleibt farbig, pulsierend und spannend bis zum Schluss. Ich habe es in zwei Tagen ausgelesen.
Rezensionen von readpassion9:
Ein Leben ohne Internet?
Systemfehler von Wolf Harlander
Ein Leben ohne Internet? Wer jetzt glaubt, das wäre nicht schlimm, wird in "Systemfehler" eines besseren belehrt. Im Mittelpunkt der Story steht der IT-Experte Daniel mit seiner Familie. Daniel hat drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, der seine gesamte Freizeit mit Onlinespielen verbringt.
Daniels Schwester lebt in Hamburg, sie ist als Ärztin unmittelbar von den Auswirkungen des Internetcrashs betroffen.
Als sich Daniels Sohn die Zugangsdaten für die Firma seines Vaters mopst und sich einloggt, um das neueste Spiel vorweg zu spielen, crasht die Software. Um nicht ertappt zu werden, lädt sich der Junior Software aus dem Darknet, um damit das Spiel zu reparieren. Doch hinter dem Download verbirgt sich Schadsoftware. Als das Internet ausfällt, führen die Ermittlungen aus genau diesem Grund erst mal zu Daniel. Nelson Carius vom BND lenkt die Ermittlungen aber in eine andere Richtung, er verdächtigt eine Organisation, hinter dem Angriff zu stecken.
"Systemfehler" ist nach "42 Grad" für mich der zweite Thriller des Autors Wolf Harnlader. Der Autor beschreibt die drastischen Auswirkungen des Angriffs auf das Netz: In Krankenhäusern kommt es durch den Ausfall von vernetzter Medizintechnik zu Todesfällen, Flugzeuge stürzen ab, die Kommunikation bricht zusammen. Lebensmittel werden knapp, da die Lieferketten zusammenbrechen, selbst das Wasser fließt nicht mehr. Ein chaotischer Zustand, der nicht nur Deutschland, sondern inzwischen auch ganz Europa bedroht. Es kommt zu Plünderungen und Gewalt, der Tauschhandel blüht. Es wird klar, wie bedrohlich ein Ausfall des Internets sein kann, wie fragil unsere hochtechnisierte Welt inzwischen ist. Ein Szenario, das man sich nicht vorstellen mag und das doch so realistisch wirkt.
Leider sind die Charaktere viel zu blass und klischeehaft beschrieben. Nach dem gelungenen Einstieg hat mich die Story mehr und mehr verloren. Es wirkt, als hätte der Autor zu viel in diese Story packen wollen, weniger wäre hier mehr gewesen.
Fazit: Das Potential wurde nicht ausgereizt, hier wäre mehr drin gewesen.
Rezensionen von Petra:
Gelungenes Romandebüt
Heimatsterben von Sarah Höflich
Der Debütroman von Sarah Höflich ist wirklich sehr gelungen. Ich habe dieses Buch mit sehr viel Begeisterung gelesen.
Anfänglich hatte ich etwas Schwierigkeiten, die Personen zuzuordnen. Aber Dank des übersichtlichen Stammbaumes am Buchanfang, war mir dann doch schnell klar wer mit wem und wie verwandt ist.
Der Autorin ist eine gute Mischung des historischen Stoffes mit einer möglichen Zukunft gelungen. Eine Zukunft, die uns so hoffentlich erspart bleiben wird.
Tilde Bolkowski, die im zweiten Weltkrieg mit ihrem Baby Carl Friedrich auf dem Hof von Hanno Ahrens und seiner Frau gelandet ist, liegt im sterben.
Auf dem Sterbebett bittet die Großmutter, die später den Bauern Ahrens geheiratet hat ,ihre Enkelin, Hanna Ahrens, die Familie zusammenzuhalten.
Eine Herkulesaufgabe für die Journalistin. Im Ahrens-Clan prallen Weltanschauungen aufeinander.
Rezensionen von Liliane Schemeth:
Ruhige Geschichte zum Entspannen
Show me the Stars von Kira Mohn
Liv versucht als freie Journalistin mit ihren Artikeln irgendwo zu landen. Doch nach einer beruflichen Niederlage fackelt sie nicht lange und nimmt einen Job an bei dem sie alleine auf eine Insel vor Irland in einen Leuchtturm zieht. Kjer versorgt sie mit Lebensmitteln und fährt sie mit dem Boot ab und an aufs Festland.
Doch schon bald knistert es zwischen den beiden aber Kjer hat einen Ruf der Liv nicht viel Hoffnung gibt.
Der Schreibstil von Kira Mohn ist sehr angenehm, detailreich und lässt sich flüssig lesen. Die Umgebung wird bildhaft beschrieben und so hatte ich selbst das Gefühl auf einer kleinen irischen Insel zu sein. Die Geschichte wird aus der Sicht von Liv erzählt und das war auch okay. Ab und zu habe ich mir aber ein Kapitel aus Kjers Sicht gewünscht.
Die Charaktere mochte ich sehr gern. Kjer hat den Ruf als Bad Boy inne aber auch er hat einiges mit sich herumzuschleppen. Ihn mochte ich ganz gerne. Mich hat nur etwas gestört, dass auf gefühlt jeder zweiten Seite erwähnt wird wie gut er doch aussieht. Ja ich habe es begriffen.
Liv ist mutig so ganz allein auf eine einsame Insel zu ziehen. Diesen Mut hätte ich nicht. Aber ihre Handlungen konnte ich oft nicht ganz nachvollziehen und ich empfand sie als teilweise sehr naiv. Sie hat wenig hinterfragt und alles so hingenommen wie man es ihr aufgetischt hat.
Die Beziehung zwischen Kjer und Liv ging langsam voran, was mir zuerst auch gut gefallen hat aber dann ging es doch auf einmal ganz schnell und ich hatte nicht das Gefühl, dass die beiden sich wirklich kennen.
Trotz der kleinen Schwächen war diese ruhige Geschichte entspannend und hat ein bisschen nordisches Urlaubsfeeling mitgebracht.
Rezensionen von bine525:
Nicht alles glauben was man denkt
Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte von Björn Natthiko Lindeblad; Caroline Bankler; Navid Modiri
Das Leben von Björn ist ganz auf Karriere eingestellt, als er ziemlich spontan entscheidet Mönch werden zu wollen. Das Ergebnis ist für ihn ein 17jähriges Leben im Kloster um dort zu Natthiko ( " Der Wortgewandte") der Waldmönch zu werden. Seine Erlebnisse und Gedanken hat er dann anschliessend wieder zurück in Schweden zusammengefasst und dieses herzerwärmende Buch in der Ich-form geschrieben.
Das orangefarbene Buchcover passt dazu perfekt, denn Orange bedeutet Licht und Wärme, lebendig wie eine Glut die jederzeit aufflackern kann.
In sehr kurzen aber auch sehr vielen Kapiteln erfährt der Leser viel über ihn selbst aber vor allem auch seinen Weg buddhistischer Mönch zu werden. Das Buch ist somit perfekter Lesestoff um kurz im Alltag anzuhalten und neue Energie zu tanken. Immer wieder enthält es kleine Weisheiten und macht selber Mut zu meditieren. Mich selbst hat es definitiv ermuntert wieder mit der Meditation zu beginnen um Ruhe in meinen Kopf und Herzen zu bekommen.
Rezensionen von Anna625:
Hatte irgendwie mehr erwartet
The Rules of Magic. Eine zauberhafte Familie von Alice Hoffman
Die drei Geschwister Franny, Jet und Vincent leben Anfang der 60er Jahre mit ihrer Mutter in New York. Schon früh fällt ihnen auf, dass sie sich in einigen Punkten von anderen Kindern unterscheiden. Und auch die vielen merkwürdigen Regeln, an die sie sich halten sollen, sprechen dafür, dass hier etwas nicht ganz normal ist.
Wessen Mutter verbietet ihren Kindern schon, rote Schuhe oder schwarze Kleidung zu tragen und im Mondenschein das Haus zu verlassen? Kein Wunder also, dass die drei gegen diese Vorschriften rebellieren und wann immer es ihnen möglich ist dagegen verstoßen. Bis Franny eines Tages eine Einladung von einer Tante bekommen, bei der die Geschwister im Anschluss den Sommer verbringen und dort so Einiges über ihre Herkunft erfahren...
Was am Anfang wirklich spannend klang, hat sich schnell als eher langatmig herausgestellt. Nach Klappentext und Leseprobe hatte ich eigentlich recht viel Hoffnung, hier eine schöne Fantasy-Geschichte über drei Jugendliche zu finden, die plötzlich in eine ihnen fremden Welt der Magie eintauchen.
Leider hat sich die Geschichte dann aber recht bald sehr in die Länge gezogen, es ist kaum etwas passiert, und dass die Protagonisten allesamt unsympathisch und nervig waren und ich ihre Entscheidunen mehr als einmal einfach nicht nachvollziehen konnte, hat es nicht besser gemacht. Die Liebesgeschichte, die sich im Laufe des Buches entwickelt, konnte mich auch nicht packen. Vom Schreibstil her war es okay, wenn auch nicht überwältigend. Es war mir insgesamt etwas zu distanziert, vielleicht hätte ich mich mit den Protagonisten eher anfreunden können, wenn aus der Sicht einer der Figuren erzählt worden wäre statt sozusagen aus der Vogelperspektive heraus.
Alles in allem hat mich "The Rules of Magic" leider nicht überzeugen können, da hatte ich mir in vielen Punkten deutlich mehr erhofft.
Rezensionen von heinoko:
Ein Buch voller Geschichten in der Geschichte
Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García von Moritz Rinke
Ohne Lanzarote je gesehen zu haben, gewann ich durch das Buch einen unvergesslichen farbig-plastischen Eindruck von der Insel und seinen Bewohnern. Und dieser Eindruck blieb mir am meisten hängen vom Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.
Der Postbote Pedro in Yaiza hat ein ruhiges Leben, denn das Internet hat ihn seiner eigentlichen Aufgabe entledigt.
Wer schreibt heute noch Briefe? Also sortiert er Werbesendungen, trägt diese gewissenhaft aus, fährt regelmäßig mit seiner Honda quer über die Insel zum Nachweis seiner Geschäftigkeit, trinkt am Hafen Café con leche, bringt seinen Sohn Miguel zur Schule und holt ihn wieder ab. Er hat sich gut eingerichtet in diesem ruhigen Leben. Carlota, seine große Liebe, aber trennt sich von ihm, zieht nach Barcelona und nimmt Miguel mit. Pedro ist am Boden zerstört. Selbst sein ziemlich verrückter Freund Tenaro, angeblich mit Hemingway verwandt, schafft es nicht, ihn aufzuheitern. Bis Amado der Flüchtling auftaucht und die drei zusammen planen, Pedros Sohn Miguel zurückzuholen.
Was das Buch auszeichnet, neben seiner eindrücklichen Schilderung von Land und Leuten, ist seine Erzählfreude. Denn in die Handlung eingestreut sind viele weitere kleine Geschichten, Lebensgeschichten, aber auch politische Geschichten, komische Geschichten und Geschichten von Vulkanausbrüchen; eine Wundertüte an Tragikomik, deren Inhalt der Autor für uns ausbreitet. Aber es geht auch um den spanischen Bürgerkrieg und aktuelles Geschehen, es geht um die Schuldfrage und um das Thema Flucht, denn der Vergangenheit kann man nicht entfliehen. Glücklicherweise ist die ausufernde, weitschweifige Erzählweise niemals langweilig, im Gegenteil. Das Buch ist kurzweilig, wie das Leben selbst, heiter und traurig, ruhig und chaotisch und auch ein wenig weise.










