Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gerichte mit Roséweinen - eine Gaumenfreude
Das österreichische Roséwein-Kochbuch von Taliman Sluga
Der österreichische Kultur- und Kulinarikvermittler Taliman E. Sluga wartet heute mit einem besonderen Kochbuch auf: Er verarbeitet in seinen Rezepten Roséwein.
Roséwein ist ein hellfarbiger Wein, der aus blauen Trauben gekeltert wird. Wie, das erklärt der gebürtige Kärntner, der seit langem in der Steiermark lebt, ausführlich.
Der wohl bekannteste Roséwein ist der steirische Schilcher, der aus der Blauen Wildbacher-Traube gewonnen wird. Lange Zeit als „Heckenklescher“, der bei übermäßigem Genuss blind machen würde, in Verruf geraten, freut er sich seit einiger Zeit bei Kennern immer größerer Beliebtheit. Sein burgenländisches Pendant ist der Uhudler, der eine besondere autochthone Spezialität und nur in geringen Mengen verfügbar ist.
Neben einer Einführung und ein bisschen Weinkunde dürfen wir uns an zahlreichen regionalen und internationalen Kochrezepten erfreuen, deren (Haupt)Bestandteil, eh klar, Roséwein ist. Dabei werden traditionelle Gerichte, die vorrangig aus dem Südosten Österreichs stemmen, behutsam adaptiert.
Ein Beispiel, dessen Änderung nur wenig Mühe macht:
Statt der altbekannten „Muscheln in Weißweinsauce“ einfach Roséwein für die Sauce nehmen.
Fazit:
Wer gerne seine Gäste mit besonderen Gerichten verwöhnen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Ele:
Abschluss der Wunderfrauen-Reihe
Die Wunderfrauen von Stephanie Schuster
Die Wunderfrauen – Freiheit im Angebot, Letzter Band der Wunderfrauen-Trilogie von Stephanie Schuster, EBook, erschienen im Fischer Verlag.
Vier Freundinnen sind zusammen, durch die Zeiten des Wirtschaftswunders gegangen, vier bewegende Frauenschicksale.
Die Nachkriegsjahre und die Wirtschaftswunder-Ära sind vorbei, die Hippiezeit hat begonnen.
Auch für die drei Freundinnen ist es an der Zeit ihr bisheriges Leben neu zu überdenken. Freiheit ist auch für Frauen nun im Angebot. Auch die Freundinnen versuchen sich ein Stück der neuen Freiheit für Frauen zu ergattern.
Luise hat zunehmend mit der Konkurrenz der Supermärkte zu kämpfen, auch ihre Ehe mit Hans ist zerrüttet, schafft sie es, sich von beidem zu trennen und noch einmal neu zu beginnen? Luise immer noch tatkräftig und zupackend ist mir die Sympathischte der Wunderfrauen.
Auch ein Neuanfang für Marie, sie hat zusammen mit den Kindern den Hof zu einem Reiterhof umstrukturiert. Doch sie vermisst Martin noch immer.
Annabell ist die Interessanteste der Freundinnen, schon im letzten Band hat sie eine enorme Entwicklung durchgemacht. Dieses Mal deckt sie ein ungeheuerliches Familiengeheimnis auf. Aus der verschüchterten Ehefrau und Mutter ist eine Frau geworden die das Leben in die Hand nimmt.
Auch Helga ist erfolgreich, eine anerkannte Frauenärztin, die ein sehr lukratives Angebot bekommt, doch viel lieber möchte sie eine eigene gynäkologische Praxis eröffnen. Kann ein Schicksalsschlag sie ausbremsen? Hier hätte ich gerne gewusst wie es weitergeht.
Wieder einmal bin ich begeistert vom Wunderfrauen-Roman. In Windeseile war ich am Ende angelangt, denn schon auf der ersten Seite entsteht Lesefluss, das Schicksal der Freundinnen ist unendlich spannend und flüssig erzählt, man kann den Reader nur schwer aus der Hand legen. Diesmal habe ich zur Lektüre auch die von der Autorin zusammengestellte Playlist auf Spotify gehört. Es war toll. Ich habe schon etliche Bücher gelesen, die in der Nachkriegs-/Wirtschaftswunderzeit spielen, aber in keinem konnte ich mehr Zeitkolorit entdecken. Nostalgie ist der Grund warum ich Schusters Wunderfrauen-Bücher so mag. Sie schafft es einen Teil meiner Kinderjahre wideraufleben zu lassen. Der Lifestyle der 70er, Mode, Musik, Einrichtung und Filme, haben mich an diese Zeit erinnert. Black Beauty, Bonanza, Juicy-fruit und Bärenmarke. Auch der Bac-Deo-Stick stand in unserem Bad. Den Ausdruck „Barras“ für die Bundeswehr habe ich schon lange nicht mehr gehört, da musste ich direkt schmunzeln.
Die Figuren sind toll charakterisiert, alle haben sich weiterentwickelt, es war unglaublich faszinierend die Freundinnen durch diese spannenden Jahre deutscher Geschichte zu begleiten. Sogar die Angst die ich als Kind vor der Bedrohung durch Terrorismus hatte, konnte die Autorin lebendig machen, die Fahndungsplakate der RAF, die an allen öffentlichen Stellen angebracht waren sind noch sehr bildhaft in meiner Erinnerung. Den Terroranschlag bei den olympischen Spielen werde ich auch niemals vergessen.
Eine Leseempfehlung für die Fans der Reihe, eine spezielle Empfehlung die ganze Reihe zu lesen, für Leser, die Bücher, die in diese Zeit spielen, besonders schätzen. Ich habe die Trilogie sehr genossen von mir 5 Sterne.
Rezensionen von C.P.:
Ein spannendes Abenteuer voller Magie, Elfen und Freundschaft
Keeper of the Lost Cities - Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1) von Shannon Messenger
Shannon Messenger begeisterte in den USA bereits viele Leser mit ihrer „Keeper oft he lost Cities“-Reihe. Schließlich erschien dort der erste Band bereits 2012 und umfasst inzwischen 8.5 Bände. Ich persönlich habe von dieser Reihe vor Beginn dieser Lektüre nie etwas mitbekommen, bin aber sehr froh, dass der Verlag Ars Edition nun innerhalb weniger Monate die gesamte Reihe publizieren wird.
Ab und an lese auch ich gerne ein toll geschriebenes Kinder- oder Jugendbuch und in „Keeper oft he lost Cities“ konnte ich mich wahrlich verlieren.
Die Geschichte rund um Sophie ist ein pures Abenteuer voller Freundschaft, Magie und Spannung.
Ist ein Plot aufgeklärt, wartet gleich die nächste Überraschung auf Sophie und ihre Freunde. An Spannungsaufbau und -bogen ist das Buch wirklich kaum zu überbieten, ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Gut gefallen hat mir hierbei, dass sich die Geschichte dabei wenig konstruiert angefühlt hat. Die einzelnen Abenteuer waren sehr logisch aufgebaut, Hinweise waren verstreut im Buch zu finden und so fühlte sich die Handlung trotz der vielen Irrungen und Wirrungen sehr natürlich an.
Die Welt der Elfen fand ich sehr toll beschrieben und auch das System der Magie richtig spannend. Die einzelnen Formen möglicher Talente waren sehr interessant, doch auch phantastische Tiere und unglaubliche Unterrichtsfächer wie Alchemie spielen eine Rolle.
Die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen, es gab sehr viel Abwechslung vom etwas durchgeknallten Eremiten hin zum Mädchenschwarm der Schule mit wahnsinnig magischem Potential. Es ist auf jeden Fall für jeden etwas dabei!
Leider hat das Buch jedoch auch seine Schwachstellen. Sophie ist eine Mary Sue aus dem Bilderbuch – jedes noch so unüberwindbare Hindernis kann Sophie bezwingen und ihre Fähigkeiten sind nicht vergleichbar mit denen anderer. Kritisiere ich diese Klischees sonst sehr hart, würde ich an dieser Stelle jedoch ein Auge zudrücken. Es handelt sich nicht um ein Buch für (junge) Erwachsene, sondern um ein Kinderbuch.
Doch Sophie schafft nicht nur alles mit Links, sie ist dabei auch noch wahnsinnig nett und hübsch und hat gleich mehrere Verehrer, die ihr zu Füßen liegen. Auch wenn ich Sophie als Protagonistin sehr interessant finde und auch auf ihre spezielle Art sympathisch, so wird sie mir vor allem als etwas zu glatt gebügelt in Erinnerung bleiben.
Mich konnte das Buch wirklich überraschen und begeistern, auf den zweiten Band – der glücklicher Weise schon im Oktober erscheinen wird – freue ich mich nun sehr.
Von der Atmosphäre her würde ich das Buch Fans von Rick Riordan empfehlen.
Der Verlag selber gibt das Buch für ab 11 Jahren geeignet an, aber empfohlene Altersgrenzen sind für Kinderbücher auf Grund der individuellen Entwicklung wirklich schwer einzuschätzen. An sich würde ich mit dem vom Verlag empfohlenen Alter mitgehen, möchte an dieser Stelle jedoch betonen, dass das Buch teilweise sehr traurig und etwas brutal ist.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Über die Suche nach Antworten
Das Universum ist verdammt groß und supermystisch von Lisa Krusche
„Das Universum ist nicht gegen einen, solange man nicht gegen sich selbst ist.“
„Das Universum ist verdammt gross und supermystisch“ ist kein Science-Fiction Roman, wie der Titel es vermuten lässt, sondern eine unkonventionelle Geschichte über einen Jungen, der, von der Sehnsucht getrieben, seinen Vater zu treffen, unter anderem mit seinem Opa und einer Bekannten-eigentlich-schon-fast-Freundin einen Roadtrip durch Europa antritt.
Diese Junge heißt Gustav und lebt mit seiner Mutter in Berlin. Er ist ziemlich genervt von seine Mutter, die er nur beim Vornamen nennt, und ihren wechselnden Bekanntschaften, weshalb er den anstehenden Ostseeurlaub verweigert. Stattdessen besucht er seinen Opa im Altenheim, der unter seinen Alterserscheinungen leidet, fühlt sie hilflos und zieht sich in sich selbst zurück. Dieser verschlossene, eher pessimistische Gustav, der zum Protest nur noch in Gedanken mit seiner Wasserpflanze spricht, bot einen eher deprimierenden Einstieg in die Geschichte. Das ändert sich aber als Charles auftaucht. Mit ihr scheint nach und nach das Licht anzugehen. Das schräge, impulsive und neugierige Mädchen ist voller Tatendrang und ausschlaggebender Antrieb für all die Abenteuer, die auf sie warten. Lisa Krusche hätte sich keine bessere Freundin für Gustav ausdenken können, um die Geschichte interessanter zu machen. Man hat auch immer den Eindruck, dass es ihr vor allem um die Menschen geht, über die sie schreibt und weniger darum, dass ein Ereignis das andere übertrifft und die Spannung nicht abflacht.
Dabei schlägt Lisa Krusche einen tröstlichen Bogen, der am Ende glücklich macht, und auch die Unberechenbarkeiten des Lebens, nicht aus den Augen lässt. Es war interessant, wie sie mit den konventionellen Erwartungen bricht und Andersartigkeit in den Fokus rückt. Dadurch wird man immer wieder überrascht, weil die Figuren keinen Klischees entsprechen.
Letztlich geht es nicht nur um den Schmerz, von einem Elternteil verlassen worden zu sein, sonder auch um die Beziehung zwischen Gustav und seinem Opa, denn er auf dieser Reise mit völlig neuen Augen sieht, weil er nur den traurigen Mann im Altenheim kannte. Es geht um das, was Freundschaft und Selbstvertrauen bewirken können. Es geht um den wunderbaren Umstand am Reisen zu wachsen und den Weg zu genießen, ohne das genaue Ziel zu kennen.
Insgesamt ein lesenswertes Kinderbuch, das sich von der Masse abhebt und mit moderner Sprache - und Schimpfwörtern -, der rebellisches Linie treu bleibt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Super lustiges Kinderbuch
Luis und Lena - Der Zwerg des Zorns von Thomas Winkler
Auf ins neue Abenteuer von Luis und Lena, die wieder einmal einem magischen Wesen in Not helfen wollen, obwohl am Anfang alles schief läuft.
Luis und Lena bilden zusammen die „Gesellschaft für magische Katastrophen“ mit der Mission: magischen Wesen in Not zu helfen. In ihrem neusten Abenteuer treffen sie auf einen Taschenriesen, der sich als echte Herausforderung entpuppt, denn der denkt gar nicht daran, sich bedeckt zu halten.
Ein echt schwieriges Unterfangen, ihre neuste Mission vor anderen zu verbergen - besonders die Geheimhaltung vor Luis neuen Freunden (den Wildschweinen) erweist sich als Problem. Und natürlich geht alles schief, was nur schief gehen kann.
Wichtig zu Anfang: man kann dieses Buch lesen, ohne den ersten Teil zu kennen. Zu Beginn wird die Vorgeschichte noch einmal toll in die aktuelle Story integriert. Mit dabei sind wieder alle Charaktere aus dem ersten Buch, die kuriose Kommunikation mit Luis Vater und es fließen erneut naturwissenschaftliche Themen ein.
Luis berichtet wieder wunderbar ironisch und bezieht seine Leser und Leserinnen immer wieder mit ein, wobei vor allem seine fantasievollen Befürchtungen und ausgemalten Szenarien für beste Unterhaltung sorgen. Die Reihe zeichnet besonders aus, dass die ganze Familie über den Humor lachen kann - es ist für jeden etwas dabei, was bei uns, selbst nach der Lektüre, noch für kleine Insider-Witze gesorgt hat.
Luis und Lena sind sehr gegensätzliche Figuren, wodurch sie sich gut ergänzen. Luis Stärken sind sein naturwissenschaftliches und analytisches Denken, was aber gleichzeitig auch seine Schwäche ist. Denn dadurch ist er oft unsicher, weil Luis alles abwägt und Wahrscheinlichkeiten erhebt. Lena dagegen ist eigenbrötlerisch, aber vor allem hilfsbereit, mutig und kennt sich hervorragend mit magischen Wesen aus. Dadurch wirkt sie auf ihre Mitmenschen etwas speziell, weshalb sie keine weiteren Freunde hat.
Die schwarz-weiß Illustrationen, die ein bisschen an den Zeichenstil der Abrafaxe erinnert, ergänzen den Text hervorragend - besonders den Humor. Stolperfreies Lesen (oder Vorlesen) garantiert der flüßige Schreibstil, was schon den ersten Teil auszeichnete.
Fazit: Eine super lustiger und einfallsreicher zweiter Teil, der wieder kindgerecht und unterhaltsam Werte wie Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Toleranz vermittelt und originell ein Band zwischen Magie und Wissenschaft knüpft. Ganz große Empfehlung! Wir freuen uns schon auf den dritten Teil.
Rezensionen von C. P.:
Aussergewöhnlich und märchenhaft, mit verwirrendem Anfang und einigen Längen
Unsichtbar im hellen Licht von Sally Gardner
Ein Buch, welches beim Leser zunächst für ebensoviel Verwirrung sorgt wie bei der Protagonistin. Diese findet sich plötzlich in einem ihr bisher unbekannten Leben wieder, welches sich in manchen Punkten mit der bisherigen Realität überschneidet, ansonsten jedoch stark davon abweicht. Ein mysteriöser Mann im smaragdgrünen Anzug bezeichnet das Ganze als ein Spiel namens „Die Abrechnung“, Celestes Chanzen zu gewinnen tendieren angeblich gen Null.
Der Gewinn wäre das Überleben einer gesamten Schiffsbesatzung, an welche Celeste sich jedoch nicht erinnern kann, ebenso scheint ihr bisheriges Leben wie ausradiert aus ihren Erinnerungen. Ihr Spiel beginnt im Kostümkorb der Königlichen Oper der Stadt K.
Wie bereits erwähnt ist die Handlung insbesondere zu Beginn ziemlich verwirrend und erfordert einiges an Durchhaltevermögen, bis sich langsam ein roter Faden sowohl für Celeste wie auch für den Leser erkennen lässt. Das Ganze gestaltet sich wie ein Märchen, basierend auf einem Märchen, welches im späteren Verlauf Gestalt annimmt.
Die Anzahl der Charaktere bleibt angenehm übersichtlich auf einige wenige beschränkt, welche sich relativ schnell gut zuordnen lassen. Der Stil ist bildhaft und verständlich. Etwas befremdlich empfand ich die Tragödie, wie eine Person dem eigenen Kind wiederholt seelische und körperliche Gewalt angetan hat, ohne, dass Aussenstehende mal beherzt eingriffen. Ebenso verwunderte mich, dass niemand im Roman das Wortspiel „Albert Ross - Albatross“ bemerkt haben will. So manche Längen im Buch minderten die Spannung zudem hier und da ein wenig.
Im Großen und Ganzen ist der Roman eine wunderschöne Idee, ein Märchen mit durchgehend etwas surrealer Atmosphäre. Allerdings ist der Einstieg recht verwirrend und zwischendurch mindern einige Längen in der Handlung die Spannung.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Magische Elfenwelt
Keeper of the Lost Cities - Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1) von Shannon Messenger
In “Keeper of the Lost Cities“ geht es um die zwölfjährige Sophie, deren Leben völlig über den Haufen geworfen wird, als sie den Elfen Fitz trifft, der ihr offenbart, dass sie aus einer anderen Welt stammt und ihr bisheriges Leben einer Lüge gleicht. Sie muss herausfinden, welches Geheimnis sich dahinter verbirgt und warum sie unter Menschen aufgewachsen ist.
Sophie besitzt viele Begabungen. Neben einem fotografischen Gedächtnis, mit dem sie spielend leicht die Schule meistert, kann sie als Telepathin hören, was andere (wirklich) denken. Als Freak und Streber bei den Menschen, eröffnet sich Sophie eine völlig neue Welt bei den Elfen. Dort ist sie die Ahnungslose und muss sich zum ersten Mal anstrengen, um mit den anderen mithalten zu können. Trotz aller Furcht und Verwirrung, bauen sich erste Freundschaften und Verstrickungen auf und sie taucht in ihr großes magische Abenteuer ein.
Die Autorin Shannon Messenger nimmt sich im ersten Band die Zeit, ihre Leser in die komplett neue talentbasierte Welt von Elfen einzuführen, während es noch weitere gibt, die in Lumenaria alle aufeinander treffen. Man lernt nach und nach die Charaktere kennen und wird mit den Gesetzen, magischen Fähigkeiten wie Lichtsprünge, und skurrilen Eigenheiten dieser Welt vertraut. Mir haben die vielen kreativen Einfälle gefallen und das wertebasierte Elfenvolk, dass eine völlig andere Form der Gesellschaft etabliert hat. Es gibt immer wieder Hinweise, die schon erahnen lassen, dass es noch einige Geheimnisse gibt, die gelüftet werden - das lädt zum Weiterlesen ein.
Da ich im Klappentext gelesen habe, dass Sophie Gedanken lesen kann, hatte ich mir diesbezüglich mehr erhofft. Hier wurde meiner Meinung nach Potential verschenkt - oder wird auf die zahlreichen weiteren Bände verteilt. Einige Charaktere sorgen für lockere Stimmung, aber mehr Situationshumor hätte mir, bei der Ernsthaftigkeit der Elfen, besser gefallen. Ich hatte auch den Eindruck, dass Shannon Messenger sich nicht mit Nebensächlichkeiten und allzu bildhafter Sprache aufhalten wollte, um die Zielgruppe nicht zu langweilen. Dadurch hat mir der Ausbau der Charaktere gefehlt und ich tat mich etwas schwer, in diese Welt einzutauchen. Die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht so richtig überzeugen, während die letzten 200 Seiten mehr Vielfalt boten und sich dem vielversprechenden Prolog angenähert haben. Mit der Zeit nimmt die Geschichte an Fahrt auf und Sophie muss sich einer Reihe schwieriger Herausforderungen stellen, während die Dynamiken zwischen den Charakteren immer interessanter werden. Als weibliche Heldin des Romans ist Sophie tapfer, selbstlos und aufrichtig - irgendwie zu rund, mal abgesehen davon, dass sie bei Nervosität ihre Wimpern zupft.
Fazit: Ein Elfen-Roman mit viel Magie, Geheimniskrämerei, vielfältigen Charakteren und vielversprechender Story, der viele Fantasy-Fans beglücken wird, mich aber nur teilweise mitreißen konnte. Für die elfjährige+ Zielgruppe ein magischer Auftakt über eine Außenseiterin mit schicksalhafter Bestimmung, was ein bisschen an Harry Potter erinnert und sich ebenfalls über mehrere Bände erstreckt.
Rezensionen von marsu:
Dicker Schmöker
Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier
Petra Schier konnte mich schon oft mit ihren historischen Romanen begeistern. Dieser Roman spielt 1379 in Koblenz. Im Mittelpunkt stehen die junge Witwe Reinhild sowie Palmiro und Conlin, die gerade von einer langen Pilgerreise aus dem Heiligen Land zurück gekehrt sind. Palmiro möchte in den Handel mit Geschmeide und Pelzen einsteigen.
Er ist als Gassenjunge in Mailand aufgewachsen und wurde im Alter von 10 Jahren von dem Tuchhändler Anton Bongert aufgenommen, möchte diesem jedoch keine Konkurrenz machen. Reinhild sucht nach dem Tod ihres Gatten eine Beschäftigung und etwas Ablenkung und bietet an, Palmiros Bücher zu führen. Conlin, der jüngere Sohn des verstorbenen Grafen von Langenreth hat es nicht einfach. Sein Vater hat ihn vom Erbe ausgeschlossen, da er sich gegen eine kirchliche Laufbahn entschieden hat. Sein älterer Bruder Oswald macht jedoch immer mehr Probleme, so dass Conlin doch Verantwortung übernimmt. Gerade Conlin wächst im Laufe der Handlung über sich selbst hinaus. Und dann gibt es noch jede Menge Nebenhandlungen und immer wieder Beschreibungen des Alltags, so dass man viel über das Leben in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfährt. Ein dickes Buch, bei dem aber die Seiten nur so dahin flogen und ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird.
Rezensionen von Brigitte Bruns:
das ergänzende Kochbuch mit nichtsättigenden Rezepten
Das HOW NOT TO DIET Kochbuch von Michael Greger
Dr. Michael Greger hat in Ergänzung zu seinen Büchern „How not to die“ sowie how not to diet“ nun dieses Kochbuch herausgebracht.
Auf den ersten 15 Seiten fasst er seine Grundgedanken und Regeln für eine gesunde Ernährung zusammen und erläutert kurz sein „tägliches Dutzend“ sowie „21 Kniffe“.
Grundsätzlich soll diese Ernährungsform Krankenheiten vorbeugen, Leben verlängern und für einen dauerhaften Gewichtsverlust sorgen, was nicht verwunderlich ist, werden Kohlenhydrate, Fleisch und Fette vermieden.
Das Buch wurde sehr schön gestaltet, jedem Rezepte eine Doppelseite gewidmet; eine davon zeigt ein professionelles Foto der fertigen Speise, die andere das Rezept. In diesem Buch sind mehr als 100 pflanzenbasierte Rezepte enthalten, eingeteilt in die Kapitel Suppen, Salate, Pasta, Gemüse-Hauptgerichte, Bohnen, Getreide, Frühstück, Obst sowie Grundrezepte. Ich habe mehrere Rezepte nachgearbeitet; viele davon fallen für den Alltag viel zu aufwändig aus, benötigen stundenlange Vorbereitung, beispielsweise ein Nudelsauce, die 3 Stunden lang im Backofen vorbereitet wird. Wer kann so etwas als Berufstätige/r leisten? Bei einzelnen Rezepten sind Kalorien enthalten, beispielsweise bei einer Ingwer-Karotten-Suppe, die pro Portion weniger als 100 Kalorien enthält. Die Portionen der anderen Gerichte, die ich nachgekocht habe, sind nicht durch Kalorienangaben ergänzt; ich schätze aber, dass sie ungefähr genausoviel Energiezufuhr bieten. Meist bestehen sie aus frischem, gedünstetem oder lange gebackenem Gemüse und eine Portion füllt noch nicht einmal ein Nachtischschälchen. Bei uns war niemad so wirklich glücklich mit den Mahlzeiten und ich werde auch keine weitere davon nachkochen. Die meisten der vorgeschlagenen Rezepte kannten wir schon, allerdings in einer aufregenderen Version und vor allem in einer sättigenden Portionsgröße. Hier soll man vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser trinken und Selleriestangen knabbern, was die Sättigung auf 3 mindestens Stunden erhöhen soll. Die meisten Mahlzeiten werden mit Nährhefe ergänzt, weil sonst die Nährstoffe fehlen; manchmal pro Portion 3 Esslöffel. Sind ja auch nicht mehr viele Nährstoffe enthalten, wenn man Gemüse bis zu 3 Stunden im Backofen backt und sich sehr einseitig ernährt. Bei manchen Zutaten bemerkt man, dass das Buch wohl eher für den amerikanischen Markt geschrieben wurde, beispielsweise benötigt man blaues Maismehl, kann es aber auch weglassen.
Unter „How not to diet“ hatte ich mir ganz etwas anderes vorgestellt; eben, dass man keine Diät mit Nahrungsverzicht und ständigem Hungergefühl machen soll, weil das nicht funktioniert. Wir haben hier noch nie so viel zwischen den Mahlzeiten geknabbert und genascht, weil wir noch hungrig vom Essenstisch aufgestanden sind. Uns haben diese Mahlzeiten weder glücklich noch satt zurückgelassen. Ich habe es nicht genau nachgerechnet, gehe aber davon aus, dass man höchstens 1000 Kalorien am Tag zu sich nehmen darf, wenn man sich an die Anweisungen hält. Das hört sich für mich schon ganz anders an als keine Hungerdiät zu halten. Für uns ist das eindeutig keine Option.
Manchmal finde ich es besonders schwierig, bei einer Buchrezension Sterne oder Punkte zu vergeben. Hier hatte ich den Eindruck, zu einem sich gut verkaufender Bestseller solle noch ein weiteres Produkt zugefügt werden. Auf den zweiten Blick fällt erfahre ich dann aber, dass der Autor seine Einnahmen aus Buch- und CD-Verkauf sowie aus Vorträgen gemeinnützigen Zwecken spendet, weshalb ich dann auf 3 Sterne/Punkte aufrunde.
Rezensionen von Lesestern:
„Von allem, was der Mensch baut und aufbaut, gibt es nichts Besseres und Wertvolleres als Brücken“ (Ivo Andric)
Leben, lieben, leiden, glauben von Monika Deitenbeck-Goseberg
Unter dieses Motto möchte ich das Leben von Monika Deitenbeck-Goseberg stellen, auch wenn damit nur ein Bruchteil dieser engagierten und allseits beliebten Pfarrerin aus Lüdenscheid erfasst wird.
Jürgen Werth bezeichnet sie im Vorwort des im Mai 2021 erschienenen Buches „Leben, lieben, leiden, glauben“ sehr treffend als JESUS-MENSCH und MENSCHEN-MENSCH.
In diesem posthum erschienenen Werk von ihr sind ihre Botschaften wunderbar gesammelt und geben ein Gesamtbild der großen Menschenfreundin und Jesus-Nachfolgerin. Ihre Texte, Predigten und Gedanken bezeugen einen tiefen Glauben mit Herz und Seele. Ihr Engagement für Obdachlosen- und Flüchtlingsarbeit spricht Bände von ihrem authentischen Leben, ihrem warmherzigen Wesen und ihrer Liebe und Barmherzigkeit.
Mein Leseeindruck:
Das Buch ist klar gegliedert und beinhaltet bereits im Titel die vier Bereiche: leben, lieben, leiden und glauben. Zu jedem Themen-Abschnitt sind Texte, Predigtausschnitte, Gedanken und Erfahrungen der Autorin zusammengestellt worden und verdeutlichen sehr eindrücklich, wie sie diese Begriffe mit Leben gefüllt hat. Insbesondere aus ihrer Obdachlosenhilfe und Arbeit mit Flüchtlingen gibt es viele persönliche Erlebnisse, die zeigen, welche Auswirkungen, die von ihr vorgelebte und mit großer Leidenschaft praktizierte Nächstenliebe erreicht hat.
Der Schreibstil ist gut lesbar und sehr verständlich mit vielen Beispielen ausgeführt. Und da ich das Glück hatte, Monika auf einer Freizeit vor vielen Jahren auch mal live zu erleben, hatte ich beim Lesen dieses Buches, sie immer wieder vor Augen, wie sie mit kraftvollem Tatendrang ihre Gedanken und Erkenntnisse vorträgt.
Bei aller Lebensfreude und Ewigkeitserwartung gibt es auch Passagen, in denen sie über ihre Ängste berichtet, ungeschönt und auf gewohnt ehrliche Weise.
Der Blick auf Jesus ist ihr bei allem, sowohl ihrem mutigen Vorangehen wie ihrem Wahrnehmen von Lebensängsten ständiger Begleiter und Mittelpunkt. Und auch ihre Erinnerungen an ihren unvergesslichen Vater Paul Deitenbeck und seine sehr prägende Aussage „jetzt wird sich gefreut“ stehen im Fokus ihres Wirkens und Handelns. So durchzieht die von ihm übertragene Haltung der Dankbarkeit und des Vertrauens das ganze Buch.
Mein Fazit:
Ein ermutigendes und zutiefst authentisches Buch, das zeigt, wie echte Jesus-Nachfolge aussieht.
Und zugleich eine sehr lesenswerte Lektüre, die Erinnerungen weckt, tief bewegt und ein Plädoyer für zukunftsweisende Nächstenliebe ist.










