Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Lebensverändernde Entscheidungen
Wintertee im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald
Der kleine Strickladen, Band 2: Chloe liebt das Leben in Callwell am Loch Lomond. Sie hat einen kleinen Kräuterladen und arbeitet tageweise als Psychologin in Glasgow. Dort lebt auch ihr Freund Scott, der als Arzt im Krankenhaus arbeitet. Sie will nicht nach Glasgow, er kann nicht nach Callwell ziehen.
Eine Fernbeziehung macht auf Dauer nicht glücklich. Als ihre Grossmutter sie anruft und informiert, dass ihr Grossvater im Sterben liegt, eilt sie sofort an deren Seite. Scott hat Verständnis, dass sie eine Weile bei ihrer Grossmutter bleiben will…
Erster Eindruck: Auf dem Cover ist Tea Time – das gefällt mir.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden (es ist jedoch schöner, die Protagonisten von Anfang an zu begleiten).
Gwendolyn und Padrig hatten in den letzten Jahren immer nur sporadisch mit ihrer Enkelin Chloe Kontakt. Die Beziehung war nicht so herzlich, wie sie hätte sein sollen, und Gwendolyn widerstrebt es zutiefst, Chloe zu bitten, herzukommen. Aber aus Liebe zu ihrem Mann Padrig, der sich einen letzten Besuch von Chloe gewünscht hat, springt sie über ihren Schatten. Chloe weiss sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist, als ihre Grossmutter sie ausser der Reihe anruft. Dass ihr Opa im Sterben liegt, schmerzt sie sehr, denn ihr wird jetzt bewusst, wie viel Zeit sie doch vergeudet hatten. Gwendolyn merkt, dass ihr die Anwesenheit von Chloe guttut und sie ist ihrem Mann nachträglich dankbar, dass er um Chloes Besuch gebeten hat. Chloe liebt ihre Heimat und sie liebt Scott. Er liebt sie, aber auch seinen Job als Mediziner. Doch sie sehen sich einfach zu unregelmässig, haben zu wenig gemeinsame Zeit. Oftmals muss er Extraschichten übernehmen und ist total erschöpft. So kann es nicht auf Dauer weitergehen, nicht, wenn sie eine Familie gründen möchten…
In Band 1 war das Hauptthema die Enkelin-Grossmutter-Beziehung, damals Maighread und ihre Grossmutter Elisabeth. Ich war überrascht, dass es auch in Band 2 um eine solche Beziehung geht, dieses Mal Chloe und deren Grossmutter Gwendolyn – das fand ich suboptimal gelöst. Was mir an Band 2 sehr gut gefallen hat, war die Freundschaft der Damen Eilidh, Elisabeth und Gwendolyn. Des Weiteren war die Problematik der Fernbeziehung von Scott und Chloe gut thematisiert. Und auch das Thema Stricken in all seinen Varianten wurde wieder gut übermittelt. Von mir gibt es 3 Sterne.
Rezensionen von Sina:
Lebenskrise oder Landidylle?
Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel
2.5 | In Anna Katharina Scheidemantels Roman „Statt aus dem Fenster zu schauen“ begleiten wir die junge Studentin Sophie, die sich in einem monotonen Praktikum wiederfindet und zunehmend an ihrem eingeschlagenen Lebensweg zweifelt. Angetrieben von der Suche nach sich selbst, trifft die sonst so nachdenkliche junge Frau eine impulsive und radikale Entscheidung: Ohne diese zuvor besichtigt zu haben kauft sie eine verfallene Immobilie für gerade einmal 3000 Euro im Internet.
Der Einstieg ins Buch beginnt somit rasant und aussichtsreich, lässt jedoch im weiteren Verlauf der Handlung stark nach.
Die Leser:innen werden mitgenommen auf eine Reise zwischen Renovierungsarbeiten, Gemüseanbau und Viehhaltung. Zwar gerät Sophie zwischendurch des öfteren an ihre Grenzen, dennoch wird hier der Prozess der Renovierung insgesamt stark romantisiert. Trotz keinerlei Vorkenntnisse scheinen sich die Dinge für Sophie einfach zu fügen und wirken dadurch wenig überzeugend. Auch das komplette Ausbleiben des bürokratischen Aspekts, den ein Hauskauf nun einmal mit sich bringt, macht die Handlung recht unglaubwürdig.
Sophie ist als Hauptfigur sinnbildhaft für viele junge Erwachsene: mit ihren Selbstzweifeln, der Ziellosigkeit und der Frage, was sie eigentlich vom Leben erwartet können sich garantiert viele Leser:innen identifizieren. Andererseits wirkt sie doch recht eindimensional und schwer greifbar. Trotz ihrer introspektiven Art drehen sich ihre Gedanken mehr im Kreis, als das sie zu irgendwas führen. Mir fehlt hier die persönliche Entwicklung der Protagonistin und auch die Nebenfiguren wirken eher blass und klischeehaft.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen. Weder der Schreib- noch der Erzählstil waren für mich stark genug, um die Ungereimtheiten der Geschichte auszugleichen. Die Idee hätte durchaus Potential gehabt, wurde aber zu unrealistisch dargestellt. Über weite Strecken plätscherte die Handlung vor sich hin, ohne, dass wirklich etwas passierte.
Wer eine ruhige, unaufgeregte Handlung sucht und über den ein oder anderen Logikfehler hinwegsehen kann, der wird sich bestimmt auf die Geschichte einlassen können und sich von der Atmosphäre überzeugen lassen.
Rezensionen von gabiliest:
Schmerzvolle Vergangenheit
Die verlorene Tochter von Soraya Lane
Wenn dramatische Ereignisse aus der Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen, hat die SPIEGEL Bestseller- Autorin Soraya Lane ihr neues Buch, das mittlerweile siebente der “Töchter-Reihe”, vorgelegt. “Die vergessene Tochter” entführt die Lesenden in die wunderschöne norwegische Landschaft und lässt sie teilhaben an zwei Liebesgeschichten, die die Chronik einer Familie umschreiben werden.
1950, im Sommer: In einem Hotel an einem idyllischen Fjord lernen einander das Stubenmädchen Amalie und der Hilfskoch Oskar kennen und lieben. Doch was Amalie nicht weiß: Oskar stammt aus einer reichen Familie, die sie niemals akzeptieren wird, nicht einmal, als ein Kind unterwegs ist. Oskar will Amalie nicht im Stich lassen, doch das Schicksal will es anders.
In der Gegenwart erhält Charlotte, die Urenkelin Amalies und begnadete Köchin, das Angebot, als Küchenchefin in einem fantastischen neuen Hotel in Oslo zu arbeiten. Als Charlotte, die bisher in London gelebt hat, von einer Frau ein geheimnisvolles Kästchen erhält, das ihre Urgroßmutter vor Jahrzehnten in einem Heim für ledige Mutter zurückgelassen hat, macht sich Charlotte auf den Weg in ihre Heimat. Als sie Amalie mit dem Kästchen konfrontiert, scheint die alte Dame zu neuem Leben zu erwachen, denn sie erinnert sich: An ihre erste Liebe, an Oskar und an ein Kind, das bis heute nicht weiß, wer eigentlich sein Vater ist.
Soraya Lane lässt parallel zur Aufarbeitung der Vergangenheit Charlotte selbst eine neue, wenn auch schwierige Liebe finden. Harrison, der Architekt des neuen Hotels und Bewunderer ihrer Kochkünste, wird ihr immer vertrauter. Doch gibt es ein einschneidendes Ereignis in seiner Vergangenheit, das er Charlotte verschweigt. Und tatsächlich- die Liebe scheint sich nicht zu erfüllen. Kann Charlotte noch glücklich werden?
“Die vergessene Tochter” ist ein romantisches Buch, das seine Geheimnisse nur langsam enthüllt. Die Autorin lässt ihre Protagonistinnen zwischen Liebe und Leid schwanken, Schatten der Vergangenheit wirken bis in die Gegenwart. Amelies Liebe litt unter den Konventionen ihrer Zeit, unter den Unterschieden, die die soziale Stellung von Menschen mehr betonten als ihren Charakter. Ihr schweres Schicksal, das sie in eine verzweifelte Situation brachte, schien unabwendbar, doch manchmal kennt das Leben Gnade. Ist ihre Tochter wirklich verloren?
Charlotte, eine moderne, tüchtige Frau, muss die eigene Vergangenheit, den Verlust der Mutter und die Herabsetzungen durch den Vater verkraften. Doch das hat sie stärker gemacht und dazu geführt, dass sie trotz aller Härten ihren Weg zur Spitzenköchin gehen konnte. Als es auch für sie eine neue Liebe zu geben scheint, wird Charlotte bitter enttäuscht. Gibt es für sie dennoch Hoffnung, dass sich ihre Liebe erfüllt?
Soraya Lane hat einen, romantischen, gefühlvollen Roman geschrieben, der drei Frauenleben, die durch ihre Zeit beeinflusst wurden, nachzeichnet. Als Leserin fühlt man mit den Figuren, hofft genau wie sie auf die Aufklärung von Amelies Geheimnis und das Happy- End für Charlottes Liebe. Dabei darf man sich in der wundervollen norwegischen Landschaft bewegen und versteht, wieso dieses Land nicht nur Heimat, sondern auch Sehnsuchtsort für die Protagonistinnen ist. “Die vergessene Tochter” ist ein stimmungsvoller Roman, der es erlaubt, bei der Auflösung von alten Familiengeheimnisses mitzufiebern und dennoch in der Gegenwart zu Hause zu sein. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit fünf Sternen.
Rezensionen von froschman:
Premiere eines neuen Thriller-Autoren-Duos
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Helga Jonsdottir kommt frisch von der Polizeiakademie nach Reykjavik zum Dezernat für Schwerverbrechen. Gleich ihr erster Fall hat es in sich. Eine junge Frau wurde tot in einem Reitstall gefunden, nackt in einer leeren Pferdebox. Im Reitstall kennt sie niemand, doch neben dem Stall steht ein Ford Focus, der nicht zum Betrieb gehört.
Die Fahrzeughalterin hat einen zehnjährigen Sohn, deshalb fährt Helga zum Reihenhaus des Opfers und muss erkennen, dass der Sohn anscheinend nach einem Kampf durch ein kleines Fenster geflüchtet ist. Er dürfte in die Lavafelder gelaufen sein, in denen es viele Höhlen zum Verstecken gibt, aber wegen der Kälte hat er kaum Überlebenschancen. Mit Hilfe des Straßenpolizisten Bjarki, der ihr empfohlen wurde, macht Helga sich auf die Suche. Noch während dieser Suche wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Die Zeit läuft Helga davon und auch sie gibt sich in Gefahr, da sie dem Opfertyp des Täters entspricht.
Das Duo Hjorth und Thorsson hat mit diesem Island-Thriller einen hervorragenden ersten Teil einer neuen Thriller-Reihe geschrieben. Die Landschaft wird derart gut dargestellt, dass man sofort in dieser kalten Region Urlaub machen möchte. Die Spannung steigt bis zum rasanten Ende an, die Hauptcharaktere werden stimmig dargestellt.
Rezensionen von froschman:
Premiere eines neuen Thriller-Autoren-Duos
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Helga Jonsdottir kommt frisch von der Polizeiakademie nach Reykjavik zum Dezernat für Schwerverbrechen. Gleich ihr erster Fall hat es in sich. Eine junge Frau wurde tot in einem Reitstall gefunden, nackt in einer leeren Pferdebox. Im Reitstall kennt sie niemand, doch neben dem Stall steht ein Ford Focus, der nicht zum Betrieb gehört.
Die Fahrzeughalterin hat einen zehnjährigen Sohn, deshalb fährt Helga zum Reihenhaus des Opfers und muss erkennen, dass der Sohn anscheinend nach einem Kampf durch ein kleines Fenster geflüchtet ist. Er dürfte in die Lavafelder gelaufen sein, in denen es viele Höhlen zum Verstecken gibt, aber wegen der Kälte hat er kaum Überlebenschancen. Mit Hilfe des Straßenpolizisten Bjarki, der ihr empfohlen wurde, macht Helga sich auf die Suche. Noch während dieser Suche wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Die Zeit läuft Helga davon und auch sie gibt sich in Gefahr, da sie dem Opfertyp des Täters entspricht.
Das Duo Hjorth und Thorsson hat mit diesem Island-Thriller einen hervorragenden ersten Teil einer neuen Thriller-Reihe geschrieben. Die Landschaft wird derart gut dargestellt, dass man sofort in dieser kalten Region Urlaub machen möchte. Die Spannung steigt bis zum rasanten Ende an, die Hauptcharaktere werden stimmig dargestellt.
Rezensionen von froschman:
Premiere eines neuen Thriller-Autoren-Duos
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Helga Jonsdottir kommt frisch von der Polizeiakademie nach Reykjavik zum Dezernat für Schwerverbrechen. Gleich ihr erster Fall hat es in sich. Eine junge Frau wurde tot in einem Reitstall gefunden, nackt in einer leeren Pferdebox. Im Reitstall kennt sie niemand, doch neben dem Stall steht ein Ford Focus, der nicht zum Betrieb gehört.
Die Fahrzeughalterin hat einen zehnjährigen Sohn, deshalb fährt Helga zum Reihenhaus des Opfers und muss erkennen, dass der Sohn anscheinend nach einem Kampf durch ein kleines Fenster geflüchtet ist. Er dürfte in die Lavafelder gelaufen sein, in denen es viele Höhlen zum Verstecken gibt, aber wegen der Kälte hat er kaum Überlebenschancen. Mit Hilfe des Straßenpolizisten Bjarki, der ihr empfohlen wurde, macht Helga sich auf die Suche. Noch während dieser Suche wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Die Zeit läuft Helga davon und auch sie gibt sich in Gefahr, da sie dem Opfertyp des Täters entspricht.
Das Duo Hjorth und Thorsson hat mit diesem Island-Thriller einen hervorragenden ersten Teil einer neuen Thriller-Reihe geschrieben. Die Landschaft wird derart gut dargestellt, dass man sofort in dieser kalten Region Urlaub machen möchte. Die Spannung steigt bis zum rasanten Ende an, die Hauptcharaktere werden stimmig dargestellt.
Rezensionen von froschman:
Premiere eines neuen Thriller-Autoren-Duos
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Helga Jonsdottir kommt frisch von der Polizeiakademie nach Reykjavik zum Dezernat für Schwerverbrechen. Gleich ihr erster Fall hat es in sich. Eine junge Frau wurde tot in einem Reitstall gefunden, nackt in einer leeren Pferdebox. Im Reitstall kennt sie niemand, doch neben dem Stall steht ein Ford Focus, der nicht zum Betrieb gehört.
Die Fahrzeughalterin hat einen zehnjährigen Sohn, deshalb fährt Helga zum Reihenhaus des Opfers und muss erkennen, dass der Sohn anscheinend nach einem Kampf durch ein kleines Fenster geflüchtet ist. Er dürfte in die Lavafelder gelaufen sein, in denen es viele Höhlen zum Verstecken gibt, aber wegen der Kälte hat er kaum Überlebenschancen. Mit Hilfe des Straßenpolizisten Bjarki, der ihr empfohlen wurde, macht Helga sich auf die Suche. Noch während dieser Suche wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Die Zeit läuft Helga davon und auch sie gibt sich in Gefahr, da sie dem Opfertyp des Täters entspricht.
Das Duo Hjorth und Thorsson hat mit diesem Island-Thriller einen hervorragenden ersten Teil einer neuen Thriller-Reihe geschrieben. Die Landschaft wird derart gut dargestellt, dass man sofort in dieser kalten Region Urlaub machen möchte. Die Spannung steigt bis zum rasanten Ende an, die Hauptcharaktere werden stimmig dargestellt.
Rezensionen von Philiene :
Einfach herrlich
Klein aber tot von Jo Fischler
Wer das Miniatur Wunderland kennt und mag, wird dieses Buch lieben.
Mir hat die Idee sofort gefallen, einen Krimi in die fiktive Welt von Knuffingen zu setzen. Und tatsächlich fühlte ich mich beim Lesen sofort in das Miniatur Wunderland versetzt. Es gibt sogar einige Szenen die so auch dort vorkommen.
Der Fall des getöteten Journalisten ist spannend und gleichzeitig ist der Roman witzig und herrlich anderes als andere Krimis. Jojo der Kommissar ist jemand den man sofort ins Herz schließt uns auch sonst wimmelt es in Knuffi gen nur so von sympathischen und skurrilen Charakteren. Bleibt die Frage, wer von ihnen zu einem Mord fähig ist. Feinde hatte das Opfer genug, war er doch bekannt für seine harten Kritiken von denen auch Jojos Mutter betroffen war.
Ich habe den Roman von der ersten bis zur letzten Seite genossen und bin sehr gerne in dasWunderland gereist. Die Geschichte lebt von dem kurzweiligen Schreibstil, den unterschiedlichen Charakteren, der Mischung aus Witz und Spannung und natürlich dem einzigartigen Setting. Einfach klasse.
Ich freue mich schon auf einen weiteren Teil und auf meinen nächsten Besuch im Wunderland um nach den Schauplätzen zu schauen.
Rezensionen von Kwinsu:
Super Story-Idee, maue Umsetzung
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Wir befinden uns in "Insel der Ratten" in einer dystopischen Welt, in der Gesetzlosigkeit und die Kraft des Stärkeren bzw. Reicheren zählt. Eine Pandemie stürzte die Welt ins Chaos, Gewalttätige und Superreiche haben das Sagen. Einer davon ist der Reiche Colin Lowe, der auf der "Insel der Ratten" Zuflucht sucht, während sein Sohn Brad am Festland immer ärger wütet.
Indessen wird Jurist Will Adams, ein Freund von Colin, Betroffener der Gewalt und sinnt nach erbarmungsloser Rache.
Gleich zu Beginn: "Insel der Ratten" ist mein zweites Hörbuch von Jo Nesbø innerhalb einiger Monate, vor Jahren hatte ich schon mal einen Krimi von ihm gelesen. Und ich schätze, dass das aktuelle Buch auch mein letzter Versuch war, mich mit dem Autor anzufreunden. Ich finde die beiden Stimmen von Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff sehr angenehm zum Zuhören, aber ich komme mit dem Schreibstil des Autors einfach nicht wirklich zurecht. Ich empfinde die Charakterzeichnung stark übertrieben, irgendwie kommen viele seiner männlichen Charaktere als riesige, testosterongesteuerte A....... daher, an denen kaum etwas Gutes zu erkennen ist. Sie erinnern mich an US-amerikanische Filmfiguren, die meist nur gut oder böse gezeichnet sind, das mag ich einfach nicht. Die Geschichte selbst klang sehr spannend und vielversprechend, deshalb wollte ich sie auch hören, ich mag Dystopien, aber irgendwie erfolgt keine ordentliche Einführung in die Welt und wie schon bemängelt, sind die Figuren größtenteils so richtige Ungustln. Dann kommt noch ein typischer Racheplan hinzu, der mit allen Mitteln gerechtfertigt wird, weil dem Mann ja so großes Leid angetan wurde. Irgendwie musste ich auch immer wieder an "The Walking Dead" denken, da kommt das Gute der Menschheit auch mit Gewaltverherrlichung daher und die Charaktere sind auch so überzeichnet. Wenig Erklärung, viel Gewalt und Brutalität, wenig moralische Ausverhandlungen, als wäre es natürlich, dass die Menschen zum Bösen tendieren, wenn eine Pandemie sie in die Knie zwingt. So schrecklich die Realität ist, so wenig mag ich akzeptieren, dass wir Menschen wirklich alle so emotional und sozial verwahrlost sind.
Wem es nicht stört, recht einseitige Charaktere in einer gesetzlosen Dystopie alá Walking Dead, die geprägt von Rache und Gewalt ist, zu verfolgen, ist hier richtig. Mich kann der Stil des Autors trotz der grundsätzlich interessanten Romanidee nicht abholen.
Rezensionen von Shilo:
Hinter den Mauern des königlichen Hofes
Der Gesang des Falken von Lea Gerstenberger
Der französische Hof wirkt glänzend, doch dahinter gelten viele Regeln und Erwartungen. Marcelle bewegt sich darin eher widerwillig und sucht ihren eigenen Platz abseits der festen Abläufe. Vieles um sie herum wirkt streng geregelt, während ihre eigenen Gedanken davon oft abweichen.
Dazu kommt Anne Boleyn, die zunächst schwer einzuordnen ist.
Nach außen passt sie sich an, im Verhalten zeigt sich aber nach und nach mehr Tiefe. Die Treffen zwischen beiden verlaufen ruhig und entwickeln sich Schritt für Schritt. Daraus entsteht eine Verbindung, die sich nicht aufdrängt, sondern langsam wächst.
Am Hof zählen Einfluss, Absprachen und viele unausgesprochene Regeln. Für die Figuren bleibt dabei wenig Spielraum. Die Zeit selbst bleibt im Hintergrund spürbar.
Die Szenen am Hof und die Beziehungen zwischen den Figuren nehmen viel Platz ein. Spannung entsteht dabei nur selten, dafür wirkt der Alltag der Figuren greifbarer.
Im Kern steht weniger das große historische Geschehen als das Leben einzelner Personen. Marcelle und Anne tragen die Handlung. Ihre Wege bleiben nach dem Lesen eher ruhig im Kopf, ohne große Zuspitzung, aber mit klaren Linien.
Die Geschichte bleibt durchgehend ruhig erzählt. Vieles ergibt sich aus den Vorgaben des höfischen Lebens. Nicht jede Entscheidung wirkt sofort klar, passt aber in die damaligen Umstände. Am Ende bleibt ein ruhiger Eindruck, der eher nachklingt als nachhallt.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.








