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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von _ich.lese_:

Conni ist Kult

Conni & Co 6: Conni, Mandy und das große Wiedersehen von Dagmar Hoßfeld

Conni und ihre Freundinnen dürfen nach England. Die britischen Gastschüler haben sie zum Gegenbesuch eingeladen. Conni freut sich auf die Reise nach England, auf das Essen, auf den Schulbesuch, auf London und auf Wendy. Endlich darf sie Wendy zuhause besuchen und ihre Familie kennenlernen.

Conni begleitet mich schon mein ganzes Leben, angefangen mit den Pixi-Büchern geht es über Bilderbücher, Erstlesebücher hin zu Conni & Co. Hier geht Conni in die weiterführende Schule und für dieses Lesealter ist es meiner Meinung nach auch geeignet, so fünfte, sechste Klasse.
Es geht um ganz normale Teenieprobleme wie erste Liebe, Freundschaft und in diesem Buch eben um die Klassenfahrt.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, ich mag den Schreibstil und natürlich mag ich Conni und ihre FreundInnen. Sie erleben viel in England, das ist sehr gut beschrieben.
Man muss jetzt nicht unbedingt die andern Bücher gelesen haben, es ist auch so unterhaltsam. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen. Vor allem wie selbstständig Conni und ihre FreundInnen sind.

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Rezensionen von Arambol:

Wegbegleiter

Die Erinnerungsfotografen von Sanaka Hiiragi


"Ich wollte ihm gerne erklären, was Leben ist, aber ich fand die richtigen Worte nicht."

In seinem Fotostudio irgendwo zwischen Leben und Tod gibt Hirasaki seinen "Besuchern" die Möglichkeit, ihren schönsten Moment im Leben nochmals zu erleben, bevor man letztlich endgültig geht.

Mehrfach habe ich mir beim Lesen dieses Buches darüber Gedanken gemacht, zu welchem Tag meines Lebens ich zurückkehren würde, um diesen Moment noch einmal zu erleben. Die Geschichte um Hirasaki ließ mich immer wieder in meine eigene Vergangenheit und zu unzähligen Erinnerungen reisen. Das war unterhaltsam und hat Spaß gemacht.

Die drei Lebensgeschichten sind mit viel Wärme und Liebe zum Detail geschrieben. Viel zu schnell sind die Seiten des Romans vorbeigeflogen.
Man sollte sich im Leben viel mehr Zeit nehmen für die wirklich wichtigen und wesentlichen Dinge. Mal innehalten und ganz bewußt beobachten und sich daran erfreuen, was für tolle Dinge alltäglich um einen herum geschehen:

"Das Leben ist wunderschön. Man muss nur im richtigen Moment hinsehen."

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Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Testleserin JANA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Aurach)

Unsichtbar von Eloy Moreno

Testleserin JANA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (15 Jahre, Aurach)

Das Buch war am Anfang und am Ende recht spannend und ich konnte nicht aufhören. Leider wurde es zwischendurch etwas langweilig, weil nicht wirklich was passierte. Trotzdem empfehle ich es zu lesen, weil es sehr tiefgründig ist.

Im Buch geht es um einen Jungen, der Superkräfte entwickelt hat.

Er kann sehr schnell laufen, lange die Luft anhalten und vor allem: er kann sich unsichtbar machen. Leider hatte er einen Unfall und seine Superkräfte sind verschwunden. Jetzt soll er seinen Eltern und einer Psychologin erklären, wie der Unfall passieren konnte, und so versucht, er ihnen von seinen Superkräften zu erzählen. Doch er wird nur für verrückt erklärt. Was es mit seinen Superkräften auf sich hat und warum er sie bekam, verrate ich nicht.

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Rezensionen von nishi93:

Fiebertraum

Treacle Walker von Alan Garner

Nach der Leseprobe von Treacle Walker hatte ich schon einen etwas merkwürdigen ersten Eindruck, wollte mich aber dennoch sehr gerne auf den Schreibstil und die Geschichte einlassen.

Leider muss ich sagen, wirkte die ganze Geschichte für mich wie ein Fiebertraum. Die Dialoge wirken teilweise komplett Banane (ob das an der Übersetzung liegt?), die Charaktere lassen sich für mich nicht einordnen und ich verstehe irgendwie nicht, was ich da gerade gelesen habe?

Da in der Geschichte immer wieder ein Comic erwähnt wird, konnte ich die Handlung auf die frühen 70er in Großbritannien einordnen.

Ansonsten? Unser Charakter Joe wirkt wie ein Junge oder Teenager, wohnt aber anscheinend alleine (?), dann gibt es zwei mystische Figuren, den Heiler Treacle Walker und den Mann im Sumpf Thin Amren.

Ich fühle mich wirklich etwas hilflos - geht es hier um eine britische Legende, die ich nicht kenne? Ist in der Übersetzung so viel verloren gegangen?

Für mich ergibt hier leider nichts Sinn.

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Rezensionen von qq:

wunderschön illustriertes Kinderbuch

Mieko tanzt von Mariko Miyata-Jancey

Das Cover ist ja schon ein wirklich sehr schön gelungener Blickfang - sehr schön. Generell ist das Buch mit wunderschönen Bildern ausgestattet - schön zu betrachten für Jung und Alt.
Jeder kennt es - aufgezwängte Rollen, obwohl man heute schon offener ist, sind sie trotzdem noch vorhanden, und treffen unsere Kinder genauso wie uns selber.

Themen wie Selbstbestimmung, LGBT und Akzeptanz werden in diesem Buch sehr sensibel und absolut gelungen aufbereitet. Eine wirklich tolle Aufbereitung und Umsetzung dieser doch sehr wichtigen Themen - gefällt mir, und auch unseren Kids. Wobei unsere Kinder schon etwas älter wie die empfohlene Altersgruppe ist - jedoch hat es trotzdem gut gepasst. Auch den ganz kleinen Kindern mit 3 Jahren wird das Buch sicher auf Grund der schönen Bilder gefallen - inhaltlich vielleicht noch etwas zu früh.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Fesselnder Gesellschafts- und Familienroman

Das Licht im Rücken von Sandra Lüpkes

Sandra Lüpkes war mir als Autorin bislang unbekannt. Das Cover von "Das Licht im Rücken" hat mich nicht besonders angesprochen, der Klappentext dagegen sofort fasziniert. Ich mag interessante Firmengeschichten, die mit fesselnden Familienschicksalen über mehrere Generationen hinweg verknüpft sind.

 
Die Handlung beginnt im Jahr 1914, als Oskar Barnack eines Nachmittags durch die Stadt spaziert und fotografiert. Der Berliner ist dankbar dafür, dass es ihn nach Wetzlar verschlagen hat, wo er die Versuchsabteilung der Leitz-Werke leitet und mit seiner Familie eine schöne Dienstvilla bewohnen darf. Es ist ein besonderer Tag, denn er hat etwas Bahnbrechendes erfunden, das das umständliche Fotografieren mit riesigen und schweren Apparaten überflüssig machen wird. In diesem Moment kann er nicht ahnen, dass seine Erfindung, die Leica, einen weltweiten Siegeszug antreten wird.
 
Die Geschichte wird während der Zeitspanne zwischen 1914 und 1945 auf zwei Ebenen erzählt. Wir lernen die Mitglieder der Unternehmerfamilie Leitz kennen: den Patriarchen Ernst Leitz, seinen Sohn Ernst, "der Zweite" genannt, sowie dessen Tochter Elsie und die Söhne Ernst und Ludi. Ernst II. ist seit einigen Jahren verwitwet, seine Ehefrau Elisabeth hat sich das Leben genommen.
Auf der zweiten Erzählebene begegnen wir der Familie Gabriel, die das "Haus der Präsente" führt. Sie besteht aus dem jüdischen Vater Anton Gabriel, einem langjährigen Freund von Ernst II., seiner Ehefrau und den beiden Kindern Milan und Dana. 
 
1924 beschließt Ernst II., mit der Leica in Produktion zu gehen. Die neue Kamera wird ein Verkaufsschlager, und die Firma expandiert. Ernst II. heiratet Hedwig, die beste Freundin seiner verstorbenen Frau, Elsie studiert Jura. Milan Gabriel macht eine Ausbildung bei der Firma Leitz als technischer Kaufmann, seine Schwester Dana hilft dem Vater im Laden. Mit dem Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten kommt es zu dramatischen Entwicklungen und Veränderungen im Leben der beiden Familien.
 
Der Roman ist in sehr schönem Sprachstil geschrieben und liest sich flüssig. Der Autorin ist es gelungen, die interessanten Figuren authentisch und bildhaft zu beschreiben. Das Buch ist sehr spannend und nimmt den Leser mit in die schwere Zeit zweier Weltkriege. Wir folgen den Schicksalen der Mitglieder der Familien Leitz und Gabriel, erleben neben ihren Höhen und Tiefen auch ihre Tragödien. Mir hat die Geschichte, in der es um Liebe und Freundschaft, Menschlichkeit und Verrat geht, sehr gut gefallen. 
Am Ende des hochwertig und liebevoll gestalteten Buches finden wir neben einem sehr lesenswerten Nachwort der Autorin ein ausführliches Register aller realen und fiktiven Personen. Darüber hinaus gibt es im vorderen und hinteren Teil des Buches viele interessante Fotos. Passend zur jeweiligen Zeit sind im Roman Fotos der unterschiedlichen Leica-Modelle mit technischen Angaben eingefügt.
 
Leseempfehlung für diesen fesselnden und großartig recherchierten Gesellschafts- und Familienroman!

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Interessant!

Greta Garbo von Kristina Lüding

Der mittlerweile neunte Band der Ullstein'schen Ikonen-ihrer-Zeit-Reihe handelt vom Leben der beeindruckenden Leinwand-Legende Greta Garbo. Sie verkörperte einmal mehr den American Dream: Dank harter Arbeit - und etwas Glück, z.B. in Form einer bedeutsamen Bekanntschaft (mit Regisseur Mauritz Stiller) - schafft es die aus ärmlichen Verhältnissen stammende junge Frau bis nach Hollywood.

Greta wird ein Weltstar, wird jedoch immer ihre Heimat Schweden vermissen. Über den viel zu frühen Tod ihres Vaters sowie den Verlust ihrer Schwester kommt sie nie hinweg. Sie zieht sich zurück aus dem öffentlichen Leben, heiratet nie.

Die in der dritten Person erzählte, hervorragend recherchierte und mit nur sehr wenigen fiktiven Elementen angereicherte Geschichte entfaltet sich über vier große Abschnitte (1921-1923, 1924-1926, 1930-1932, 1940-1941). Wir begleiten die anfangs mit ihrem molligen Aussehen hadernde, recht verschüchterte und oftmals unbeholfen wirkende Greta von den Anfängen ihrer Schauspielausbildung bis hin zu ihrem kometenhaften Aufstieg bei MGM. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt, so bringt sie ihr perfektionistisch veranlagter Mentor Stiller mit seinen Wutausbrüchen regelmäßig an ihre Grenzen. Viel furchtbarer und unmenschlicher fand ich letztlich jedoch die Behandlung durch MGM: Inmitten von Dreharbeiten erhielt Greta keine Erlaubnis des Studios, zur Beerdigung ihrer geliebten Schwester Alva reisen zu dürfen …

Bereits in ihrer ebenfalls sehr empfehlenswerten Romanbiografie über Margarete Steiff war mir der angenehme Schreibstil der Autorin Kristina Lüding positiv aufgefallen. Auch wenn mich beim vorliegenden Werk Gretas Figur nicht 100%ig emotional mitreißen konnte, war es ein durchaus interessanter Read und ich flog förmlich durch die Seiten.

Die hübsche Gestaltung von Cover und Innencover sowie das aufschlussreiche Nachwort über Fakten und Fiktion runden das gelungene Portrait der Garbo anspruchsvoll ab.

Fazit:
Ideal geeignet für alle Fans der Schauspiel-Ikone und für Liebhaber:innen der goldenen Hollywood-Ära!

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Rezensionen von Gilasbuecherstube :

Eine emotionale Zugreise

Greta Garbo von Kristina Lüding

Jule steigt im München in den ICE, um in die Heimat nach Münster zu fahren und an der Beerdigung ihrer besten Freundin Suse teilzunehmen. Im Gepäck hat die verzweifelte junge Frau nicht nur einen ungelesenen Abschiedsbrief ihrer Freundin, sondern auch die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit. In ihrem reservierten Abteil trifft Jule auf ihre Jugendliebe Hannes, der ihr vor zehn Jahren das Herz gebrochen.

Seine unüberlegte Frage wie es ihr geht, löst nicht nur fast eine Panikattacke bei Jule aus, sondern ist der Start einer fast siebenstündigen Reise durch die Vergangenheit und Gegenwart.

Ich weiß nicht, was ich von diesem Buch erwartet habe, auf jeden Fall nicht so eine emotionale Geschichte und so einer Achterbahnfahrt der Gefühle.
Jule und ihr Ex-Freund Hannes treffen, beide auf dem Weg zur Beisetzung ihrer besten Freundin Suse, im Zugabteil aufeinander. Nachdem sich der erste Schock über das Wiedersehen gelegt hat, tasten sich beide aneinander heran und begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit.
Doch werden sie die alte Vertrautheit , die sie vor vielen Jahren verbunden hat, wiederfinden?

Das Cover ist zurückhaltend und gefällt mir ausgesprochen gut.
Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und markieren jeweils eine Station auf der Fahrt von München nach Münster.

Die Autorin hat mich von der ersten Seite an mitgenommen und nicht mehr losgelassen.
Ich muss gestehen, dass ich eine ganze Menge Taschentücher verbraucht habe, beim Lesen dieser Lektüre.
Lene Jansen zeigt mit diesem Debüt ihr großes, schriftstellerisches Talent. Sie schreibt emotional, ohne dabei kitschig zu werden und hat es geschafft, mich mit ihrem Schreibstil und ihrer Ausdrucksweise unheimlich zu beeindrucken. Ihre Wortwahl verursacht teilweise eine regelrechte Gänsehaut und ich habe mir viele Sätze und Abschnitte markiert.

Zitat:
„Du bleibst, dahinten in meinem Kopf. Bekommst ein kleines Zimmer nur für dich mit Erinnerungen, Lieblingsmomenten, dem Soundtrack unseres Lebens, Lachern, aber auch Streitigkeiten, Tränen und Schmerzen. Wohnrecht auf Lebenszeit, meiner Lebenszeit. Doch der Schlüssel der Tür bleibt bei mir. Ich kann nicht noch jemanden brauchen, der in ungünstigen Situationen ungefragt hereinstürzt."

In der Geschichte geht es vordergründig um die Aufarbeitung der Beziehung zwischen Jule und Hannes. Doch auch der Abschied von der besten Freundin Suse ist ein wichtiges Thema.

Ich verfolge die Geschichte aus der Perspektive von Jule und bekam so einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben. Verzweiflung, Wut und die tiefe Trauer um ihre Freundin Suse sind immer wieder bei ihr spürbar und waren für mich zu jeder Zeit gut nachvollziehbar.
In den Rückblenden tauchte ich immer wieder mit ihr in die Vergangenheit ein und es fiel mir schwer, dass Buch zwischendurch zur Seite zu legen.

Viel zu schnell war ich am Ende der Geschichte angekommen. Ich hätte gerne noch mehr Zeit mit Jule und Hannes verbracht.

Fazit
Eine wundervolle, tiefgründige Geschichte über die erste große Liebe, über Freundschaft, aber auch über verpasste Chancen, Verlust, Abschiednehmen und den Tod.
„In Richtung Stoppelfelder“ ist für mich ein Jahreshighlight, dass noch lange in mir nachklingen wird.

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Rezensionen von SalMar:

Außergewöhnliche Protagonistin, sehr feinfühlig umgesetzt

October, October von Katya Balen

October ist glücklich mit ihrem einfachen Leben in der Hütte im Wald. Aber als ihr Vater nach einem schweren Unfall ins Krankenhaus muss, kann sie dort nicht alleine bleiben und muss zu ihrer Mutter in die laute und verwirrende Großstadt London ziehen.
Diese wunderschöne Geschichte für Kinder ab 11 Jahren gibt jungen (und älteren) Lesern einen Einblick in die Perspektive einer sehr außergewöhnlichen Protagonistin.

October wird nicht in eine Schublade gesteckt, aber sie denkt und fühlt auf jeden Fall anders als die meisten Menschen um sie herum. Das wird erst so richtig deutlich, als sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen wird und sich nur schwer zurechtfindet.
Mir hat vor allem der Schreibstil sehr gefallen, mit dem die Autorin hier die Gedanken und Gefühle von October zu Papier gebracht hat. Dadurch wird, ganz ohne dass es ausgesprochen wird, sehr deutlich, wie verwirrend das Leben in der Stadt und der völlig andere Alltag (mit Schule) für sie ist - aber später auch, wie sie nach und nach eine Veränderung durchmacht. Gleichzeitig bleibt sie im Kern aber auch sich selbst treu, was ganz toll gelöst war.
Alles in allem war es eine wirklich bezaubernde Geschichte, die einige wichtige Themen sehr feinfühlig aufarbeitet. Ich habe unglaublich gerne Zeit an Octobers Seite verbracht und kann dieses Buch nur uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Rezensionen von Ele:

Was vor "Ginsterhöhe" geschah

Perlenbach von Anna-Maria Caspari

Perlenbach, historischer Roman von Anna-Maria Caspari, E-Book von Ullstein eBooks.
Anna-Maria Caspari beschreibt in ihrem zweiten Eifelroman einfühlsam die Lebenswege dreier Menschen, die versuchen, den Zwängen in der Gründerzeit zu entfliehen.
Monschau, Ende des 19. Jahrhunderts. Dort treffen die Kinder Luise, Tochter des Arztes, Jacob, der Sohn eines Tuchfabrikanten und Wilhelm, ein armer Bauernsohn, aufeinander.

Zusammen verbringen sie ihre mehr oder weniger unbeschwerte Kindheit und auch die frühen Wege des Erwachsenwerdens, jeder träumt seinen Traum, doch die Lebensumstände sind so verschieden und bringen die Freunde in unterschiedliche Richtungen.
Ein wunderbares Buch, ich habe die Geschichte genossen. Weil ich auch Ginsterhöhe hervorragend fand, wollte ich es unbedingt lesen. Jetzt bin ich am überlegen, welcher der beiden Eifelromane mir wohl besser gefallen hat. Ich denke, beide sollten dringend gelesen werden, Perlenbach, wenn möglich sogar vor Ginsterhöhe.
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, die durch Zeitabschnitte gekennzeichnet sind. 32 Kapitel in angenehmer Länge, mit Ort und Datum überschrieben, machen das Lesen und das Zurechtfinden in Ort und Zeit leicht. Besonders schön fand ich am Ende das zusätzlich angefügte Kapitel: Die gute alte Zeit.... Das schafft die Verbindung zum nächsten Teil. Dort ist nachzulesen, was die Jahre im ausgehenden 19. Jahrhundert für eine Zeit der Widersprüche war, die relativ lange Friedenszeit zwischen dem deutsch-französischen Krieg und dem Ersten Weltkrieg. Die Gründerzeit, der Beginn der industriellen Revolution, geprägt von Erfindungen und Fortschritt in Medizin und Technik. In der jedoch die Bevölkerung noch gefangen war in Konventionen und Regeln. Die Kaiserzeit, als Frauen weder studieren noch eine eigene Meinung haben durften. Damals war die Eifel das Armenhaus Deutschlands, genau das ist hier auf überaus eindrucksvollste Art geschildert. Flüssig zu lesen, im auktorialen Stil, jederzeit ist der Leser also in der Lage, das Geschehen im Ganzen zu überblicken. Eine gründliche Recherchearbeit ist da Voraussetzung und das merkt man auch. Zeit- und auch Lokalkolorit sind überreichlich vorhanden, die Szenen haben mir bei der Lektüre, ständiges Kopfkino hervorgerufen. Dazu haben auch die Tagebucheintragungen von Frederike Linden beigetragen, immer wieder gab es interessante Beiträge zum Zeitgeschehen, die mich des Öfteren wirklich verblüfft haben.
Die Charaktere sind so echt beschrieben, dass man meinen könnte jeden Charakter persönlich zu kennen, auch Nebenfiguren z.B. die Patientin von Luise – Frau Flosdorff oder der Knecht Mathes. Am meisten habe ich Luise bewundert, weil sie m. M. nach die größte Weiterentwicklung gemacht hat, sie ist, finde ich ihren Zukunftswünschen am nächsten gekommen. Doch auch Wilhelm hat mich beeindruckt, er hat sich emporgearbeitet und es geschafft ein gutes Leben zu führen. Einzig Jacob ist die tragische Person in dieser Geschichte. Ich habe das Buch angefangen und nur wenn es dringend nötig war, habe ich es aus der Hand gelegt. In dieser Zeit sind mir die Begebenheiten in Monjoie und in Wollseifen jedoch nicht aus dem Kopf gegangen. So herzergreifend und flüssig erzählt, ein Lesegenuss. Ich hoffe, irgendwo zwischen Perlenbach und der Gegenwart ist noch ein wenig Platz für einen weiteren Eifelroman, den ich sofort lesen würde. Eine absolute Leseempfehlung, den Lesern denen Ginsterhöhe gefallen hat, will ich Perlenbach ans Herz legen. Alle anderen können, mit Perlenbach beginnen und dann Ginsterhöhe genießen. Ich vergebe dafür 5 Sterne.

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