Kunden em pfehlungen
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Nicht mein Humor, nicht mein Buch
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
Nope, das war einfach nicht mein Buch. Ich bin auch selber dran schuld, eigentlich mag ich nämlich gar keine tragikomischen, humorvollen oder gar lustigen Bücher.
Nur manchmal gibt es sie eben doch, diese seltenen Ausnahmen. Das hier war keine.
Ich fand den Roman leider nicht nur nicht lustig, sondern leider langweilig, seicht und super trivial.
Die Handlung ist schnell zusammen gefasst. Ein Mann, 49, will am letzten Tag des Jahres einige Dinge auf einer Liste erledigen, die er schon viel zu lange vor sich herschiebt.
„Es war Freitag, der 31. Dezember, und ich musste noch was erledigen. Also alles.“
Natürlich gibt es dabei ein paar „kleine Probleme“, denn eigentlich gemeint ist, dass er sein Leben umkrempeln will. Der Erzähler hat in seinen Augen noch nichts Vorzeigbares erreicht und ist unfähig, die kleinsten Erledigungen ohne genauste Anweisungen seiner Frau Johanna zu erledigen.
Er ist angehender Schriftsteller, hat aber noch nicht mal eine brauchbare Idee. Das Geld verdient seine Frau als Lehrerin.
Dieser Typ ist mein wandelnder Gegensatz: ich habe zwar mein Leben im großen Stil nicht im Griff, ein Koreabett bekomme ich aber noch problemlos und zügig auf aufgebaut. Ohne Gaffa Tape.
Er hingegen führt seit vielen Jahren eine glückliche Ehe, seine Kinder sind fast erwachsen und er ist im großen und ganzen mit sich im Reinen, scheitert aber daran einen Kaffeefleck wegzuwischen.
Aber vielleicht ist das genau der Punkt …and I just don‘t get it.
Natürlich gehen mir auch sehr kritische, feministische Störgedanken durch den Kopf.
Mich langweilten die Beschreibungen der stümperhaft und mit kaum erträglicher Prokrastination vermischten trivialen Tätigkeiten sehr und die versprochenen philosophischen Gedanken lassen für mich schon sehr an Tiefgang vermissen.
Als Vorteil kann ich anrechnen, dass Pollatschek über einen wirklich schönen und eingängigen Schreibstil verfügt, so dass ich den Roman locker wegsnacken kann.
Ich kann mir gut vorstellen, dass andere Lesende einen liebenswerten und lesenswerten Roman mit Wohlfühlfaktor finden.
Und wem der Humor und der Stil gefällt, findet hier eine vielleicht eine herzerwärmende Story.
Ich fand das alles nicht.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Eine ungewöhnliche und starke Erzählstimme, mir aber zu unfokussiert
Nichts in den Pflanzen von Nora Haddada
Ach du sch…denke ich nach dem ersten Kapitel, als die Ich-Erzählerin die teure Zuchtkatze von Leon in der Regentonne ertränkt…
Das wird krasser Stuff, denke ich.
Der Roman ist erzähltechnisch auf zwei, nicht chronologisch ablaufenden, Zeitebenen angesiedelt und wechselt spontan zwischen den Beiden.
Haddada erzählt aus der Ich Perspektive. Ihr Protagonistin heißt Leila, ist Drehbuchschreiberin, und hat durch einiges Glück und Vitamin B einen lukrativen und erfolgsversprechenden Job an Land gezogen. Jetzt muss sie nur noch das Drehbuch leicht abändern und den Schluss schreiben…
Nur noch…und genau hier fangen die Probleme an.
Es scheint, als ist Leila diesem Druck nicht gewachsen. Immer wenn sie am Skript arbeiten will, tauchen merkwürdige schwarze Fliegen auf.
Sie stürzt sich in einem hedonistischen Exzess ins großstädtische Nachtleben und findet allerlei Ablenkungen
„Ich sollte gerade zu Hause sein und ein Ende schreiben, aber ich bin hier und saufe, und eigentlich saufe ich jeden Abend, und nie schreibe ich.“
Leila ist obsessiv besessen von ihrem Love Interest Leon. Eine weitere Vermeidungsstrategie oder Grund für ihre Schreibblockade? Und dann gibt es da auch noch den anderen Leon…
Währenddessen wächst der Druck vor dem Abgabetermin und die Konkurrenz ist groß.
Leilas Pläne einen Aufschub zu erwirken um am Drehbuch weiter zu arbeiten, nehmen ziemlich abgefahrene und abstruse Ausmaße an.
Das sind auch die Anteile, die mir gut gefallen. Die ausufernden Szenen und die krasse, schwer nachvollziehbare Ambivalenz der Protagonistin mag ich sehr. Unter dem zeitlich irrlichterndem Plot und den Leons gibt es eine tiefere Ebene, die interpretationsoffen entdeckt werden kann.
Auch sprachlich finde ich Haddadas Debüt ziemlich ansprechend, gelungen und angenehm anders.
Doch ingesamt hat “Nichts in den Pflanzen” für mich leider nicht gut funktioniert.
Ich denke schon, dass ich das grundlegende Thema erkennen konnte, irgendwas mit Prokrastination, Sinnsuche und das Haufischbecken des Erfolges. Kann aber auch sein, dass es um was anderes geht, denn es wird viel angeschnitten, aber für mich nicht ausreichend auserzählt. Ich fühlte mich im Plot etwas verloren und so kommt bei mir einige Langeweile auf. Hier hätte mir eine klarere Linie und stärkere Fokussierung geholfen.
Ich habe in den letzten Wochen sehr viele Debütromane gelesen, darunter einige äußerst herausragende. Dieser gehörte für mich persönlich nicht dazu, sondern reiht sich im guten Mittelfeld ein.
Rezensionen von ingrid78:
ewiges Leben?
KRYO – Die Verheißung von Petra Ivanov
Das Cover ist plakativ, nicht typisch für einen Thriller. Auf den ersten Blick nicht mein Favorit, dafür hat mich die Leseprobe überzeugt. Petra Ivanov hat einen leicht zu lesenden Schreibstil und beginnt die Geschichte mit einer spannenden Flucht. Wo ist der Zusammenhang zu den Firmen, die sich mit dem gruseligen Thema der "Menschenoptimierung" befassen? Ein boomendes Geschäft mit dem sich viel Geld verdienen lässt.
Wer genug Kohle hat kann sich mit dem Blut von jüngeren Menschen verjüngen lassen oder sich nach dem Tod einfrieren lassen, um in ferner Zukunft wieder "erweckt" zu werden. Zumindest versprechen das die Firmen. Wie hängt das alles mit Michael Wild zusammen, der spurlos verschwunden ist? Michaels Mutter Julia sucht ihren Sohn, doch sie hat selbst ein dunkles Geheimnis.
Julia ist eine sympathische Figur, sie scheut keine Gefahr um ihren Sohn zu finden. Eine Mutter, die alles für ihr Kind tut. Dabei kommt sie einer unglaublichen Story auf die Spur, die schockiert. Es ist alles authentisch beschrieben, was die Story umso spannender macht. Ich hatte bei einigen Themen Gänsehaut und habe mich gegruselt. Die Spannung ist hoch, ich bin neugierig wie es weiter geht.
Rezensionen von dosi80:
Wie willst du andere verstehen, ...
Das Mosaik meines Lebens von Michaela Wiebusch
Das Cover und die Leseprobe des Buches „Das Mosaik meines Lebens“ von Michaela Wiebusch klingen interessant.
Das Buch ist nicht nur eine Erzählung, sondern auch, wenn auch nicht im eigentlichen Sinn, ein Ratgeber.
Die Geschichte handelt von Lisa, die sich gerade in ihrem Leben mit Familie, Stress, etc.
in einem Hamsterrad befindet und durch eine Reise nach Griechenland von diesem ausbrechen möchte.
Dort trifft sie eine ältere Dame, die sich als „alte Bekannte“ herausstellt und die Lisa in ihrer Kindheit Tante Ju genannt hat. Lisa erzählt Judith von ihren Problemen und Judith erzählt ihr von den 12 Archetypen, die in jedem Menschen in irgendeiner Weise vorkommen.
Die Geschichte ist flüssig geschrieben und man findet sich in den 12 vorgestellten Archetypen wieder, da man ja mit diesen, in welcher Weise auch immer, zu „kämpfen“ hat.
Für mich ist es ein gelungenes Buch und regte mich auch zum Nachdenken und Schmunzeln an. Es ist für jene ideal, die keine Ratgeber lesen möchten.
Rezensionen von MarcoL:
Spannung pur (und alles über Viren) mitten im Kongo. Es droht der Ausbruch einer neuen Pandemie.
Königreich der Knochen von James Rollins
Das war ein Wissenschaftskrimi voll nach meinem Geschmack.
Bereits vor Covid begann der Autor, an diesem Buch zu schreiben – es geht um eine ausbrechende Pandemie, mutierende Viren, die alle Lebewesen in kürzester Zeit befallen. Harmlose Tiere werden zu Bestien, und die Menschen werden im Gegenzug schwach und apathisch.
Es sieht so aus, als würde sich die Natur rächen wollen gegen das Übermaß an Homo sapiens. Ort des Geschehens: mitten im kongolesischen Dschungel. Der Klimawandel mit lang anhaltenden Regenfällen verstärkt dazu noch alles und macht es dem Einsatzteam mehr als schwer, vor Ort den spärlichen Hinweisen auf ein Gegenmittel nach zu gehen.
Denn ein Schamane, der wohl über ein wirksames Pulver verfügt, kommt bei einem Überfall ums Leben. Zurück bleiben sein Lehrling und ein paar kryptische Angaben.
Das Team um SigmaForce (mittlerweile Band 16) mit alten Bekannten aus vorangegangenen Thrillern wie Gray, Tucker, Kobalski, hat es merklich schwer, an mehreren Fronten gleichzeitig zu sein. Zum einen die korrupte Politik in der Demokratischen Republik Kongo, Milizen, die Umwelt. Und schließlich ein milliardenschwerer Unternehmer, der alles daran setzt, nicht nur das Land auszubeuten (ohne Rücksicht auf Natur und Menschenleben), sondern den Wettlauf um das Heilmittel zu gewinnen.
Der Autor bringt sehr viel Detailwissen um die Viren und deren ausführliche Biologie ein, sowie etwas wenig afrikanische Mystik. Alle Fakten beruhen auf gesicherten Tatsachen. Bei all dem Wissen über Viren könnte einem schon etwas bang werden, was da noch so alles auf uns zukommen könnte – und es wird, davon ist sich der Autor im Anhang auch sicher (immerhin Doktor der Veterinärmedizin).
Alles zusammen hat Rollins in einen äußerst spannenden, fingernägelabkauenden Thriller gepackt. Die Schnitzeljagd zum Ziel – ins Königreich der Knochen – ist ein richtiger Pageturner und somit klare Leseempfehlung für alle Freunde von wissenschaftsbasierter Spannungsliteratur. Die Botschaft im Buch kann unmissverständlicher nicht sein.
Rezensionen von Buchchecker :
Spannender Auftaktband der Young Adult - Urban Romantasy - Trilogie "Romeo & Juliet Society"
The Romeo & Juliet Society, Band 1 - Rosenfluch von Sabine Schoder
Sabine Schoder hat die wohl bekannteste Love Story aller Zeiten, die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia, aufgegriffen und neu interpretiert. Auslöser der Tragödie ist hier ein Fluch, der die Familien Montague und Capulet heimsucht und alle 17 Jahre ein unsagbares Opfer fordert. ...
In "Rosenfluch", dem ersten Teil der "Romeo & Juliet Society"-Trilogie, lernt man die Protagonistin Joy kennen.
Joy ist eine liebenswerte, humorvolle, willensstarke, junge Frau, die man einfach gern haben muss. Ihrem Alter entsprechend reagiert sie oftmals impulsiv und ungezwungen, was sie leider immer wieder in unangenehme, brenzlige oder sogar gefährliche Situationen führt.
Da das Buch aus ihrer Perspekive erzählt wird, waren ihre Gedanken und Handlungen glaubhaft und nachvollziehbar, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte.
Die beiden Love Interests - der eine ein Capulet, der andere ein Montague - könnten unterschiedlicher nicht sein und sorgten immer wieder für amüsante Situationen, aufgewühlte Gefühle und Herzklopfmomente.
Aber auch die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet, vielseitig und sorgten für jede Menge Spannung.
Das Buch überzeugt mit einem fabelhaft humorvollem Schreibstil, einer spannenden Story, einem interessanten Setting, authentischen, überwiegend sympathischen Charakteren und einem gelungenen Mix aus Romantik, Abenteuer, Fantasy und Action.
Ein fantastischer Reihenauftakt, den ich gern weiterempfehle und bei dem ich, gerade auch durch den für mich überraschenden Twist am Ende, die Fortsetzung kaum erwarten kann. ...
Rezensionen von Vicky:
Alles beginnt mit Unterwäsche
Faking it with #41 von Piper Rayne
'Faking it with #41' ist ein Liebesroman des Autorinnenduos Piper Rayne. Außerdem bildet das Buch den dritten Band der 'Hockey Hotties' Reihe.
Das Cover gefällt mir gut und passt perfekt zur Reihe. Der Wiedererkennungswert ist hier definitiv gegeben, ich konnte das Buch sofort der Reihe zuordnen.
Unter 'Das Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf die Geschichte rund um Ford Jacobs, frisch gebackener Single Dad, holen. Wir durften ihn bereits in den früheren Bänden kennenlernen, und die geplatzte Bombe am Ende des vorherigen Teil hatte es in sich und mich bereits sehnsüchtig auf diesen Band warten lassen. Die Geschichte umfasst 34 Kapitel sowie einen Epilog. Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Ford und Lena geschrieben. Die Erzählung knüpft fast direkt bei den Ereignissen des vorherigen Bandes an, seit der Geburt seiner Tochter sind vier Monate vergangen und Ford hat sich definitiv verändert bzw. macht hier in diesem Band eine richtige Wandlung durch, zumindest bis zum Ende hin - denn es dauert und ist definitiv kein einfacher Weg. Es ist interessant ihn so zu sehen, nachdem wir ihn in den früheren Bänden ganz anders kennenlernen durften. Mir gefällt Fords Geschichte dadurch sehr gut, vielleicht sogar am Besten von allen, denn hier ist die meiste Veränderung zu sehen und das finde ich faszinierend zu verfolgen.
Fazit: Ein gelungener dritter Band einer wunderbaren Reihe. Ich liebe die Geschichten und Figuren von Piper Rayne, so auch diese hier, außerdem hat es mir Eishockey sehr angetan - die perfekte Kombination also. Ford ist eine faszinierende und viel tiefgründigere Figur, als ich zu Anfang dachte, er hat mich an verschiedenen Stellen im Buch definitiv überrascht. Dieser Band kann übrigens auch unabhängig von den anderen gelesen werden, Vorkenntnisse sind nicht unbedingt nötig, aber natürlich gilt wie immer: es schadet auch nicht, die vorherigen Bände zu kennen, man spoilert diese sonst, falls man sie irgendwann doch noch lesen will.
PS: Bedeutet das Ende, was ich hoffe, das es bedeutet? Wird Imogen ihr eigenes Buch bekommen? Das wäre super, denn ich finde sie genial!
Rezensionen von mari_liest:
Tolles Debüt
Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne von Sina Scherzant
„Wir sollten aus diesem Spielchen aussteigen. Am Ende profitiert keine von uns davon, wir bremsen uns bloß gegenseitig aus mit dieser Missgunst, dem Neid und der Idee, dass wir mit ausgestreckten Ellenbogen an anderen Frauen vorbeilaufen müssen. So kommen wir nicht weiter.“ (S. 141)
Da stehen wir als Leser*innen.
Mitten im Wohnsimmer von Katha, Nadine und ihrer Mutter – und dem Hamster Zlatko, der auch eine tragende Rolle im Buch spielt! Doch die emotionale Rolle der Mutter übernimmt die 14-jährige Katha, ihres Zeichens „Lebenshandwerkerin“. Die Mutter frustriert, ob der gescheiterten Ehe, der neuen an der Seite des Ex, des stressigen Jobs, der fordernden Kinder und eigentlich des gesamten Lebens. Und so tritt Katha in diese Rolle, federt viele Dinge ab, gleicht aus und tut alles, um die Menschen in ihrer Umgebung glücklich zu machen und sie beschützt immer ihre kleine Schwester. Sie fällt nicht auf, sie macht alle fröhlich, passt sich an und stellt ihre eigenen Wünsche immer hintenan. Nach dem sich die Familie trennte, zogen die drei nach Dortmund und die Mädchen besuchten auch neue Schulen. Katha lernte dort ihre neue Clique kennen. Und im Zuge dessen lernt sie Angelica kennen, die Mutter ihrer Freundin. Angelica, die so ganz und gar das Gegenteil ihrer Mutter ist. Lustig, humorvoll, freundlichen, zuhören kann, die Mädchen beschützt und aufbauend.
„Doch meine Mutter war eine Verderberin, die Nadine nicht einfach mit einem glücklichen Tag davonkommen ließ. Einige Menschen besaßen so ein Talent zum Verderben […] – und meine Mutter hatte sehr laut „Hier“ geschrieben, als diese Gabe verteilt wurde.“ (S. 127)
Und so folgen wir der Entwicklung von Katha in dieser Geschichte und ich hat so ein Deja Vu, dass es mir teilweise die Gänsehaut aufzog. Als Teenie der 90er passe ich gut in diese Geschichte. Und in dieser Rolle des Beschützens des kleineren Geschwisterchens kenne ich mich aus – mein kleiner Bruder war ein Stinkstiefel sondergleichen manchmal, aber ich habe immer versucht nix über ihn kommen zu lassen. Daher haben wir vermutlich auch heute diese besondere und vertraute Beziehung zueinander. Ich lieb den einfach sehr!!
Und diese Zerrissenheit, wenn man mit der eigenen Mutter nicht reden kann, aber mit der von der Freundin schon. Und dann kommt da noch das Gefühl von „verstanden werden in seiner Gesamtheit als Teenagerin“. Wie gut konnte ich mich mit ihr identifizieren. Dieses ständige gefallen müssen, sich in eine Clique anzupassen … das hatte ich alles in den 90ern zwischen 13 und 18 Jahren. Hier hat sich in mir ja eine Schlucht aufgetan, als ich darüber nachdachte, welchem Druck wir da damals ausgesetzt waren. Welche Scham viele Mädchen und Jungs eigentlich über uns gebracht haben … ob es bei Marken-Bikinis anfing und langer Wallemähne mit perfektem Body, den ich nie hatte, aufhörte … ich kam da beim Denken überhaupt nicht mehr klar. Es war also schon immer da … es war NIE anders … und heute mit Anfang 40 sitze ich da und schüttle den Kopf über diese Zustände, die uns ja damals gar nicht auffielen … Dieser „Wut-Ausbruch“ bei mir kam erst vor wenigen Jahren, als ich aufhörte mir über die Meinung anderer Gedanken zu machen; Meinungen über meinen Body, meine Beine, meine Haare, meine Figur, meine Arbeit, meine Persönlich … f*ck you all!!
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Danke für dieses tolle Buch – es hat mich nochmal retour katapultiert in die 90er-Clique und den Dauerzustand von Gefühlschaos. An manchen Stellen wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll! Super geschafft den Bogen „des jugendlichen Seins zum Druck der Gesellschaft“ zu spannen und zeitgleich auch aufzuzeigen, welchen inneren Strudeln Kinder und Jugendliche oft ausgesetzt sind. Nicht nur im Pool der eigenen Vielfalt mit gleichaltrigen Persönlichkeiten, sondern auch – und das ist eigentlich die Crux, worüber sich Eltern Gedanken machen müssen!! – ihrem Pflichtgefühl, ihrer Loyalität und Liebe gegenüber den Eltern sowie dem Schutz ihrer kleineren Geschwister UND dem Wunsch, dass es allen in einem Familienverbund gut geht, während diese Kids auf sich selbst vergessen!!
„Die Traurigkeit meiner Mutter war eine Ansammlung von Kratern, in die alles hineinfiel, wenn man ihr zu nah kam.“ (S. 80)
Super tolles Debüt - hat mich sehr berührt, zum Lachen gebracht und daher eine fette #leseempfehlung!
Rezensionen von Sago:
Alles ist möglich
Ivy und die Magie des Poison Garden von Gesa Schwartz
Und sie begriff erneut, dass sie sich geirrt hatte. Manchmal waren Fantasie und Wirklichkeit dasselbe. Und es gab nichts Schöneres als das."
Es sind wirklich fantastische Abenteuer, die die 13jährige Ivy unfreiwillig auf dem englischen Landsitz ihres Großvaters erlebt. Denn kaum ist sie dort angekommen und hat auf dem Gelände den Poison Garden entdeckt, den sie keinesfalls betreten soll, geschehen sehr seltsame Dinge.
Als ihr Großvater entführt wird, muss sich Ivy gemeinsam mit dem Gärtnergehilfen Finn und dem Fuchs Gabriel ausgerechnet in den Giftgarten aufmachen, um den Verschwundenen zu suchen.
Im Innern des Gartens erwartet Sie eine wahre Fülle an Wesen, Herausforderungen und Pflanzenmagie. Hier wäre etwas weniger vielleicht sogar gut gewesen. Wunderbar fand ich die Einbindung der Giftpflanzen, die häufig genauso Heilpflanzen sind, in die Handlung. Denn, so der berühmte Lehrsatz der Homöpathie, der sich auch im Buch findet, bekanntlich macht die Dosis das Gift. So gibt es ganz nebenbei noch etwas zum Lernen oder Wiedererkennen. Die Pflanzen finden sich sogar als Zeichnung am Beginn jedes Kapitels, was die Erzählung wunderbar abrundet.
Sehr gelungen war der Plottwist bezüglich des Entführers. Das hatte ich einmal nicht kommen sehen. Außerdem ist hervorzuheben, das simple Schwarzweißmalerei gekonnt vermieden wurde, was ganz nebenbei auch nich Stoff für weitere Bände liefert. Darauf freue ich mich!











