Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen
Die Insel der außergewöhnlichen Gefangenen von Simon Parkin
Dass Winston Churchill alle männlichen Deutschen und Österreicher zwischen 16 und 60 als „feindlich Ausländer“ internieren hat lassen, ist zwar bekannt, ist aber noch nicht wissenschaftlich untersucht worden. Bei den meisten dieser Männer handelt es sich um von den Nazis Verfolgte, die erst seit Kurzem oder schon einige Jahre in Großbritannien leben.
Einige sind Universitätsprofessoren oder Künstler oder auch Handwerker, die bereits ihren Platz in der britischen Gesellschaft gefunden haben. Alle werden quasi über Nacht in mehrere Internierungslager, die den deutschen KZs sehr ähnlich sind, gebracht.
Eines dieser Lager ist das Hutchinson Internment Camp auf der Isle of Man, das nach Startschwierigkeiten sich zu einem kreativen Zentrum entwickelt hat.
Der preisgekrönte Historiker Simon Parkin erzählt zum ersten Mal zahlreiche Schicksale deutscher Künstler in Churchills Internierungslagern. Besonders eindringlich ist der Lebenslauf von Peter Fleischmann, der als Jugendlicher gerade noch nicht 16 Jahre alt, mit einem der sogenannten „Kindertransporte“ Deutschland verlassen kann, um sich dann völlig alleine gelassen in einem Internierungslager wiederfindet, weil er dazwischen 16 Jahre alt wird.
Parkin schildert den Lebensweg von Peter, der nach dem Krieg, anhand von wieder gefundenen Dokumenten rekonstruiert worden ist. Denn Peter lernt im Lager einige der begabtesten Denker, Schriftsteller, Musiker und Künstler des 20. Jahrhunderts kennen - unter ihnen den Dadaisten Kurt Schwitters und kann unter ihm seine eigene künstlerische Begabung ausüben. Später wird er dann den Namen Fleischmann ablegen und sich nunmehr Peter Midgley nennen, zur Armee gehen und seinen künstlerischen Ambitionen nachgehen.
Auch der junge österreichische Schauspieler Otto Tausig ist unter den Internierten. Seine Eltern schaffen es bis nach Shanghai.
Simon Parkin verschweigt allerdings auch nicht, dass neben der kulturellen Betätigung der Insassen auch Streit, Depressionen und Selbstmorde vorgekommen sind. Vor allem zu Beginn der Massenverhaftungen waren die britischen Behörden hoffnungslos überfordert. Es gab weder Essen noch adäquate Unterbringungen. Es ist dem Lagerkommandanten Major H.O. Daniel zu verdanken, dass sich das Hutchinson Internment Camp so entwickeln konnte.
Das Hutchinson Internment Camp war vom Mitte Juli 1940 bis Mitte März 1944 in Betrieb und bestand aus 33 Häusern. Ende Juli 1940 war mit ca. 1.200 Internierten der Höchststand an Insassen erreicht. Bei seiner Auflösung hatte das Lager nur mehr knapp 290 Bewohner, da die meisten Gefangenen entlassen worden sind.
Im Anhang findet sie eine Liste der ehemals Internierten. Dort wo es möglich war, hat Simon Parkin die weiteren Lebensläufe der Männer recherchiert.
Fazit:
Dieses Sachbuch über die unrühmliche Haltung der Briten im Zweiten Weltkrieg den verfolgten Juden gegenüber, ist
akribisch recherchiert. Es ist fast unmöglich, es aus der Hand zu legen und sich der Geschichte zu entziehen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Die Geister von Triest von Christian Klinger
Es ist Mitte August 1914 - Österreich-Ungarn hat Serbien nach dem Attentat auf das Thronfolgerpaar den Krieg erklärt. In Triest, der mehrsprachigen Hafenstadt bekommt es Gaetano Lamprecht, der Rennrad fahrende Polizist nicht nur mit einem Mord an einer alten Frau und sich lautstark zum italienischen Königreich bekennenden Triestinern, sondern auch noch mit Amtsgewalt in Form des Kriegsministeriums und dem drohenden Einberufungsbefehl zu tun.
Die Kriegseuphorie macht auch vor Gaetanos Vater Franz nicht halt und lässt Gräben innerhalb der Familie aufbrechen. Nebenbei muss sich der charismatische Polizist auch noch der holden Weiblichkeit widmen. Da ist zum einen die Witwe seines Kollegen und zum anderen die im weit entfernten Mürzzuschlag weilende Geliebte.
Da bleibt für das Training zum nächsten Giro wenig Zeit, zumal sich der Mord an der alten Signora Franciulo, die in ganz Triest als Hexe verschrien ist, als durchaus komplex erweist. Der einzige Verdächtige, Lodovico Biecher, wird von einem übereifrigen Beamten wieder frei gelassen, stellt Gaetanos Schwester Adina nach und wird letztlich selbst ermordet aufgefunden.
Nachdem Gaetano mit den Ermittlungen nicht weiterkommt und die meisten seiner Kollegen frohen Mutes zu den Waffen laufen, fehlt ihm ein „Sparringpartner“, der mit ihm die Mosaiksteinchen der Recherchen sortiert. Adina, die ja schon im letzten Fall richtige Schlüsse aus den Versatzstücken gezogen hat, gibt wieder einen entscheidenden Hinweis.
Meine Meinung:
Auch der zweite Krimi aus der k. und k. Hafenstadt Triest hat mir sehr gut gefallen. Diesmal ist das Szenario ziemlich düster. Das liegt zum einen an dem eigenartigen Mordfall und zum anderen natürlich am Krieg. Noch glauben die Militärs und die Soldaten, dass sie zu Weihnachten wieder bei ihren Familien sein werden. Wie sehr sie sich hier täuschen und dass Italien seinen Verbündeten Österreich-Ungarn in etwa einem Jahr im Stich lassen wird, auch nicht. Die Vorboten der Katastrophe kündigen sich schon an, als einer von Gaetanos Kollegen, der wegen einer Verwundung nach Triest zurückkehrt und von seinen Erfahrungen an der Ostfront berichtet. Die täglich verlautbarten Verlustlisten werden immer länger.
Die Einschränkungen werden deutlich spürbar. So werden Lebensmittel vom Militär furagiert und für die Zivilbevölkerung bleibt wenig übrig. Darüber regt sich Franz Lamprecht ziemlich auf. Doch er hadert nicht nur mit der mangelnden Qualität seiner Mahlzeiten, sondern auch damit, dass er aufgrund seines Alters untauglich ist, während Gaetano beinahe von der Stellungskommission angenommen worden wäre, wenn sein Polizeichef nicht interveniert hätte.
Diese ambivalente Stimmung in Triest ist sehr gut beschrieben. Gaetano liebt Triest, kann sich nicht vorstellen, wieder in Wien zu leben, aber andererseits ist er ein Beamter der Donaumonarchie. Sich vorzustellen, dass Triest an Italien fallen könnte, passt nicht in sein Weltbild. Dazu gehört auch die Ungeduld, die Nervosität, nicht zu wissen, wie es weiter gehen wird, die Gaetano manchmal zornig, ungerecht und verletzend seiner Familie gegenüber zu sein. Auf sein aufwendiges Liebesleben hat das alles wenig Einfluss, zumal sich eine mögliche neue Liebschaft am Horizont aufglimmt.
Die Aufklärung des Kriminalfalls tritt zugunsten der allgemeinen Lage stellenweise ein wenig in den Hintergrund, was aber nicht weiter stört, denn die Auflösung dieses interessanten wie kniffligen Falles, der einem ähnlichen echten Kriminalfall aus dem Jahr 1768 nachempfunden ist, gelingt am Ende souverän.
Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, die auch durch die Schilderung der Umstände von 1914 besticht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Kraftvolle Prosa
Eigentum von Wolf Haas
Es gibt in der deutschsprachigen Weltliteratur schon einige bedeutende Mütterbücher (Handke, Meckel). Mit Eigentum kommt jetzt ein aktuelles dazu, dass sich durch eine wütende Ironie auszeichnet.
Wolf Haas betractet die 2 letzten Tage sener 95jährigen Mutter, erlebt aber auch das ganze Leben mit ihr mit.
Sein Großvater war Wagnermeister. Ein Beruf, den es heute nicht mehr gibt. Haas bringt mehrfach den Kontrast Vergangenheit und Gegenwart ins Spiel.
Er zeigt verschiedene Lebenszeiten der Mutter, auch gerade die schweren der Kriegs- und Nachkriegszeit und damit ihre geschichte und was sie prägte. Das lässt mich als Leser nicht kalt, ebenso wie die Beziehung zwischen Mutter und Sohn.
Ich denke, das Buch ist besonders für Leser der ungefähren Altersklasse des Autors interessant. Ich jedenfalls habe das Buc stilistisch genossen und würde es nicht gering einschätzen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Fräulein vom Amt - Spiel auf Leben und Tod von Charlotte Blum
Auch der dritte Kriminalfall für das Fräulein Amt, Alma Täuber, und ihrer Freundin Emmi Wölkchen hat mich gut unterhalten.
Die 16-jährige Gertrude wird tot in einer riesigen Waschmaschine gefunden. Da Kommissar Ludwig Schiller, Almas Liebhaber mit anderen Aufgaben beschäftigt ist, untersucht sein als etwas dröge beschriebene Kollege den Tod des Mädchens und kommt zu dem Schluss, es läge ein Selbstmord vor.
Das Argument, die Verriegelung der Maschine ist nur von außen zu bedienen, wird unter den Tisch gekehrt. Gertrudes Cousine Friederike glaubt nicht an einen Selbstmord der lebenslustigen Kleinen und „beauftragt“ ihre Kollegin Alma mit Nachforschungen. Dabei kommen Alma und Wölkchen einer rein weiblichen Diebesbande auf die Spur, für die Gertrude möglicherweise Handlangerdienst geleistet hat. Gleichzeitig werden während eines internationalen Schachturniers, Hotelgäste um ihre Wertsachen erleichtert. Dieselbe Bande oder eine Konkurrenz? Und wenn, wer?
Gemeinsam mit Cousin Walter machen sich Emmi, nunmehr Filialleiterin des Blumengeschäfts Baer und Alma auf, die Diebstähle aufzuklären. Dabei spielen kluge Schachzüge, auch wenn sie nicht ausschließlich auf Brettern stattfinden, eine große Rolle.
Meine Meinung:
Das Ambiente der mondänen Kurstadt Baden-Baden mit seinen Tanzlokalen, Trinkhallen und Hotels gibt eine prächtige Kulisse. Die wird allerdings durch das Aufkeimen der NSDAP und ihrer Gegner der Kommunisten leicht getrübt. Noch sind Straßenschlachten die Ausnahmen, aber die Vorboten zeichnen sich schon ab.
Dem Autorinnenduo ist es wieder hervorragend gelungen, die 1920er-Jahre aufleben zu lassen. Man tanzt bis in den Morgen den Shimmy, den Charleston, trinkt (heimlich) Absinth, trägt Bubikopf und genießt das Leben. Alma, die ihre Arbeit als Fräulein vom Amt liebt, wälzt so manch trüben Gedanken. Sie würde ja, sowie Ludwig gerne heiraten, aber das müsste sie ihrer Arbeit und ihre Unabhängigkeit aufgeben. Doch dazu ist sie noch nicht wirklich bereit. Dennoch grübelt sie über ihre Zukunft nach, denn das Gerücht, die Fräuleins sollen durch Selbstwählapparate ersetzt werden, macht die Runde. Gleichzeitig liebt sie das „Kriminalisieren“, ist schlau und sieht Kleinigkeiten, die den männlichen Polizisten entgehen. So geistert ein wenig die vage Idee, sich mit einem Detektivbüro selbstständig zu machen, durch ihren Kopf. Gleichzeitig ist sie aber so geerdet, dass sie bei Elisabeth Birnbaum, ein von Walters Bekannten, um eine mögliche Stelle nachfragt. Nur, was soll sie im Birnbaum‘schen Kaufhaus machen? Ewig ein falsches freundlichen Lächeln aufsetzen? Oder Schaufenster dekorieren?
Wir werden sehen, was ein nächster Fall bringen wird. Denn es könnte sein, dass die Zukunft ganz woanders entschieden wird.
Fazit:
Wer gerne historische Kriminalfälle, die in den 1920er-Jahren spielen, aber nicht allzu blutrünstig sind, sondern eher mit Humor und Köpfchen gelöst werden, liebt, kommt hier voll auf seine Rechnung. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungener Reihenauftakt
Schuld war nur der Casanova von Olaf Nägele
Auf eine Villa, die einem Stuttgarter Immobilienhai gehört, wird ein Brandanschlag verübt. Das Gebäude ist hoch versichert und einem Gewinnbringenden Neubau steht nun nichts mehr im Weg. Oder doch nicht? Bei dem Brand, der durch Brandstiftung entstanden ist, findet die Lady Kira, eine Escort-Dame, den Tod.
Hauptkommissarin Yoselin Blaich steht vor einem komplexen Kriminalfall. Wem hat der Anschlag gegolten? Ist die Tote ein bedauerlicher Kollateralschaden? Denn, wie sich herausstellt, sollte die Villa leer sein. Und wer ist der geheimnisvolle Boris Drescher, der Lady Kira schon mehrmals gebucht hat, aber in keine Polizeidatenbank auftaucht, weil er eigentlich ganz anders heißt? Und die Rolle des Unschuldslamms und des gramgebeugten Ehemanns wird dem auch nicht abgenommen. Noch ein Verdächtiger? Immerhin, den können Blaich & Co. wenigstens ein paar Tage festhalten, obwohl dann plötzlich ein teurer Anwalt auftaucht und ihn betreut. Wer den wohl bezahlt?
Neben den Ermittlungen muss sich Yoselin Blaich noch mit ihrer Mutter und Großmutter herumschlagen, die einander nicht leiden können.
Meine Meinung:
Dieser Krimi, der am Bodensee angesiedelt ist, besticht durch seinen feinen, aber manchmal arg bösartigen Humor. Die KHK Yoselin Blaich ist eine dunkelhäutige Ermittlerin, die recht ordentlich schwäbelt und jeden noch so abgedroschenen Witz über ihre Hautfarbe, die sie ihrem Vater zu verdanken hat, kennt. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie das peinliche oder rechtschaffen (wie man’s eben sehen will) Bemühen um politisch korrekte Sprache zu Stilblüten und unfreiwilliger Komik führt, wenn nicht einmal die Bezeichnung „Schwarzarbeit“ verwendet werden darf. Auf die häufig falsch formulierte Frage „Wo kommst denn her?“ antwortet Yoselin routiniert im ärgsten schwäbischen Dialekt.
Was hier wie die Abwandlung des Schlagers „Schuld war nur der Bossa Nova“ aus dem Jahr 1963 klingt, ist ein ernstes Thema: Das perfide Vorgaukeln von Liebe und Interesse an einsamen Menschen, die dann um ihr Erspartes gebracht werden. Die mehrfach Betrogenen genieren sich dann auch dafür, auf einen Betrüger hereingefallen zu sein, und wollen häufig keine Anzeige erstatten.
Die Charaktere haben mir recht gut gefallen. Lediglich Yoselin Blaichs Mutter und Großmutter wirken auf mich ziemlich überzeichnet. Allerdings war mir die Großmutter aus der Karibik mit ihrem Bemühen um Schutzzauber für die Enkelin und Beinahe-Schwiegertochter, beinahe noch sympathisch. Ihre Mutter kreist, wie Yoselin selbst durchaus kritisch bemerkt „ausschließlich um sich selbst“.
Wer letztendlich der Casanova ist, der in der Gestalt eines Kapitäns, eines dekorierten Soldatens oder Universitätsprofessors einsame Herzen umgarnt und um Tausende von Euros betrügt, lest bitte selbst.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der dem Vernehmen nach Auftakt zu einer neuen Reihe sein soll, 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Solothurn hüllt sich in Schweigen von Christof Gasser
Auch in Solothurn scheinen sich mafiöse Strukturen breitzumachen, weshalb die Stadtpolizei sich mehrerer Informationsquellen bedient. Eine davon ist Vanessa Kurth, die nach dem Drogentod ihres Bruders helfen will, den Drogendealern das Handwerk zu legen. Dafür arbeitet sie als Barfrau in einem Etablissement, das der Familie des deutsch-arabisch-stämmigen Boran Baddour gehört.
Dann wird Vanessa tot in ihrer Wohnung aufgefunden und sie wird nicht das einzige Todesopfer bleiben.
Hannah Wirz, Nachfolgerin von Staatsanwältin Angela Casagrande, die aus Solothurn verschwunden ist, lässt sich von Hauptmann Dominik Dornachs Charme nicht einwickeln und gesteht ihm die gewohnten Freiheiten nicht zu. Im Gegenteil, es hat den Anschein, dass sie seine Ermittlungsansätze in Frage stellt und ihn persönlich zu diffamieren versucht. Doch sie hat nicht mit Dornachs Team gerechnet, das weiter für seinen Chef (fast) durchs Feuer geht.
Der Fall entpuppt sich als höchst komplex und beschert Hauptmann Dominik Dornach ein unverhofftes Wiedersehen mit Angela Casagrande sowie eine schmerzhafte Rückblende in seine eigene Vergangenheit.
Meine Meinung:
Wie schon in den fünf Vorgängern gelingt es Autor Christof Gasser hervorragend, einen fesselnden Krimi mit Bezügen zu aktuellen und brisanten Themen zu schreiben. Dabei sind nicht nur die Machenschaften der Clankriminalität gemeint, sondern auch das politische Weltgeschehen:
„Der Zynismus rechts stehender Politiker und Firmenbosse in der Schweiz, die Putins Taten entschuldigen oder gar gutheißen, nervte sie. In ihren Augen versteckten sich diese Leute wie ängstliche Kinder hinter Mutter Helvetias zerschlissener Neutralitätsschürze, damit sie Hunderte Milliarden Blutgelder russischer Oligarchen auf Schweizer Bankkonten retten konnten. Was in der Ukraine stattfand, war kein Krieg, es war ein Massaker an unschuldigen Menschen, vor allem an Kindern, die zu Hunderten von den Russen verschleppt wurden.“ (S. 162)
Obwohl ich mich in der Tagespolitik der Schweiz nicht sehr gut auskenne, orte ich hier feine Kritik an den eidgenössischen Politikern, die immer wieder in Gassers Krimis eingeflochten wird.
In diesem 6. Band der Solothurn-Reihe wirkt Hauptmann Dominik Dornach nicht so ganz souverän wie in den Vorgängern. Ob das daran liegt, dass ihn seine Vergangenheit als Womanizer einholt? Oder dasran, dass er nach wie vor um seine große Liebe Jana Cranach trauert?
Wir Leser erleben einen Krimi, der uns auf eine rasante Jagd von Solothurn nach Apulien und nach Berlin führt, immer den Verbrechern auf der Spur, wobei einige davon in einer Sackgasse münden.
Das Ende dieses intelligenten und fesselnden Krimis endet in einem doch unerwarteten Showdown, der vermutlich die meisten Leser überraschen wird.
Fazit:
Wieder ein gelungener Krimi, auch wenn Dominik Dornach diesmal nicht ganz der strahlende Held ist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von begine:
Skurril
Monde vor der Landung von Clemens J. Setz
Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz ist mit seinem Roman
Monde vor der Landung für den deutschen und österreichischen Buchpreis nominiert.
Allerdings kann ich mich mit dem Protagonisten Peter Bender überhaupt nicht anfreunden, der ist doch ganz schön spinnert.
Dieser eigensinnige Kerl lebt mit der
Hohlwelttheorie.
Den gab es auch noch wirklich.
Dieser Querdenker lebte in der Nähe Worms.
Der Autor schreibt das eigentlich ganz gut, aber ich war froh, als ich das Buch endlich am Ende ankam.
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Midlifecrisis?
Kleine Probleme von Nele Pollatschek
Nele Pollatschek schreibt sehr einfühlsam aus der Perspektive des fast 50 jährigen Lars, der Ordnung in sein Leben bringen möchte. Man sieht, was es bedeutet sich neu zu finden. Die Kinder sind aus dem Haus und die Frau auf Reisen.
Lars hadert sehr lange mit seinen Aufgaben. Es wird klar wieviel für ihn an scheinbar leichten Alltagsaufgaben und größeren Lebenswerken hängt, wie er Realität verdrängt, nachdem er alles so lange aufgeschoben hat und wie groß und unerreichbar alles geworden ist.
So macht er was er gut kann: hadern, weg schauen, philosophisieren. Und als er dann anfängt zeigt sich wie viele Stolpersteine es allein durch das Aufschieben und Verdrängen gibt. Doch wie soll er mit der Enttäuschung über sich umgehen, seinem Leben, dass er mit wegschauen und verdrängen verbracht hat? Was hat das mit ihm und seinem Umfeld gemacht und wie kann er nun weitermachen? Es wird klar, dass es eine Neuorientierung braucht und auch, dass seine Frau nicht einfach nur auf Reisen ist. Er macht also eine To-Do-Liste und im Abarbeiten dieser Liste zeigt sich, wie er Abschied nimmt, Verstehen versucht und sich Neuzuorientieren versucht. Doch wie kann ihm dies gelingen, nachdem er 50 Jahre so gelebt hat?
Lars' Erzählung hat viel Tragik, dagegen nichts Komisches. Einige Stellen, besonders die sehr phantastischen kamen mir merkwürdig vor. Sein Monolog, denn von den anderen Charakteren hört man nur durch ihn, ist ausufernd. Seine Gefühle deuten sich an. Sein Ringen, Abschweifen und Ausweichen sind schwer erträglich. Seine "Kopfstimme" (die seiner Frau) trifft häufig mein Empfinden: nun mach doch mal! Doch es wird deutlich, dass er nicht so einfach kann, dass es unerreichbar ist. Fast wirkt er depressiv. Denn der Hausputz ist nicht nur Hausputz, sondern Konfrontation mit der Realität und seiner Unfähigkeit.
Bei allem Verständnis für sein Empfinden war das Lesen des Monologs eher anstrengend. Lars ist sympathisch und unsympathisch zugleich. Die Erzählung hatte einige Längen, auch wenn sie dadurch besonders realistisch ist.
Nele Pollatschek ist es gelungen mit besonders großer Aussagekraft über einen Mann in der Midlifecrisis zu schreiben.
Rezensionen von readpassion9:
fesselnder Auftakt
Schwarzvogel von Frida Skybäck
Die Kommissarin Fredrika Storm wird nach einem missglückten Einsatz in Stockholm nach Lund versetzt, in die Region in der sie aufgewachsen ist. Kaum angekommen, hat sie mit ihren neuen Kollegen den ersten Fall. Es ist Winter, das Eis auf den Seen trägt noch nicht. Tragisch für eine junge Frau, die panisch auf das Eis läuft, einbricht und ertrinkt.
Fredrikas Großmutter hat den Unfall beobachtet und ist die einzige Zeugin. Für Fredrika stellt sich die Frage, ob es sich wirklich nur um einen tragischen Unfall handelt, oder ob ein Verbrechen dahinter steckt.
Mir hat Fredrikas erster Fall richtig gut gefallen, Fredrika und ihr Kollege Henry Calment sind interessante Figuren. Beide sind sympathisch, so dass ich mit ihnen mitfiebern konnte. Spannend auch, wie die Autorin Fredrikas Familie in den Fall einbindet. Welches Geheimnis steckt hinter dem Verschwinden von Fredrikas Mutter, als sie noch ein Kind war? So ist der Plot dicht gewebt und man wird mit so mancher Wendung überrascht.
Fazit: Fesselnder Auftakt einer neuen Reihe, ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Claudia R:
Mitmach-Adventskalender
Schwarzvogel von Frida Skybäck
für den Kinder-Kalender
Klappentext / Inhalt:
Schoko-Kalender sind out. Mitmach-Kalender sind in. Mit diesem Adventskalender für Kinder ab 5 Jahren von den Macherinnen des erfolgreichen Lichtungen-Adventskalenders wird der Dezember zu einer wahren Entdeckungsreise auf dem Weg zu Weihnachten. Zum Selberentdecken und Sachen machen, Feiertage kennenlernen und inszenieren, Geheimnisse lösen und Geschichten schreiben, kinderleicht backen und kreativ schenken.
Mit dem Lichtungen-Kalender geht es im Advent 2023 in den Wald. Dort lassen wir uns von »Frido«, dem Fuchs, einem kuscheligen aber auch wilden Tier begleiten. Frido und seine Lebenswelt haben uns eine Menge Geschichten zu erzählen, die uns auf eine einzigartige Reise durch die schönste Zeit des Jahres mitnehmen.
So wie Leben "unterwegs sein" bedeutet, macht auch Frido sich immer wieder auf den Weg und ist gerade deshalb ein perfekter Begleiter auf alten Fährten und neuen Wegen durch den Advent. Sein kuscheliges Fell mit seiner winterweißen Brust lädt ein, es sich in der kalten Jahreszeit gemütlich zu machen. Frido klingt auch ein wenig wie Frieden. Und das ist es ja, was wir uns wünschen und was uns Weihnachten verheißen will.
Ein Advent-Reise-Tagebuch zum Reinschmökern, Reinschreiben, Ausschneiden, Reinkleben und vielem mehr. Mit einfachen, aber effektvollen Pop-Up- und Kreativ-Elementen und Spielideen für Drinnen und Draußen.
* Hochwertiger Mitmach-Adventskalender als Spiralbuch im handlichen A5 Format
* vom 2. Dezember 2023 (Vorabend des 1. Advent) bis zum 26. Dezember 2023 (2. Weihnachtstag)
* 25 Tage Lehrreiches und Unterhaltsames rund um Advent und Weihnachten
* kräftiges Inhaltspapier, gut zum Beschreiben
* mit Pop-up-Elementen zum Ausschneiden
* für Kinder ab 5 Jahren
* für die eigenen Kleinen und auch als Geschenk für Geburtstagskinder im Advent
* von den Macherinnen des erfolgreichen und mehrfach prämierten Lichtungen-Adventskalenders
Cover:
Das Cover ist wunderschön und winterlich gestaltet. Eine Fuchsfamilie ist erkennbar und symbolisiert stellvertretend hier das Motto und die Thematik des diesjährigen Kalenders. Auf dem Kalender für Kinder sind zwei Füchse erkennbar, ein Älterer und ein Junges. Umgeben von weißen Elementen, die den Schnee symbolisieren sollen. Optisch und farblich ist es schön umgesetzt.
Meinung:
Dieses wundervolle Heft enthält viele tolle Bastel- und Rezeptideen und versüßt die Vorweihnachtszeit ungemein. Das Thema Fuchs wird darin an vielen Stellen aufgenommen und umgesetzt.
Das Heftlein ist robust und von guter Qualität und auch die Spiralbindung macht einiges her. Durch diese Bindung lässt es sich gut blättern und darin schmökern.
Es handelt sich hierbei um einen Adventskalender, also ein Heftlein, dass für jeden Tag in der Adventszeit ab dem 01.12. durch die Adventszeit führt. Jeden Tag kann man hier etwas anderes und neues entdecken. So gibt es mal etwas tolles zu erfahren, ein Rezept, eine Bastelidee oder auch mal was zum experimentieren. Da ist sicherlich für jeden was dabei.
Der Kalender eigenen sich für kleine Entdecker ab 5 Jahren und hat viel zu bieten. Dieser ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet.
Die einzelnen Seiten sind wundervoll und detailreich gestaltet. Es gibt immer viel zu entdecken und jeder Tag bietet etwas neues und überraschendes. Dieser Kalender ist sehr vielseitig und bietet tolle Unterhaltung und Abwechslung. Kreativ Ideen, Dinge zum Mitgestaltung, selbst ausprobieren, nachkochen und vieles mehr gibt es hier zu entdecken. Die Ideen und Anleitungen sind gut und verständlich beschrieben, so dass man diesen gut folgen kann und sie animieren, es selbst zu versuchen.
Rätsel, Basteleien, Rezepte und kleine Geschichten führen durch die Adventszeit. Ein toller Mitmach-Kalender der Spaß macht und viele kreative Ideen bereit hält.
Die Fotos, Bilder und Illustrationen runden das Ganze sehr gut ab und lockern die einzelnen Seiten auf. Die Gestaltung ist gut gelungen und auch für Unterhaltung ist hier gut gesorgt.
Fazit:
Ein wundervoller Mitmach-Kalender, der sehr liebevoll gestaltet ist und eine Vielzahl an Ideen, Rezepten, Basteleien und Rätseln bereit hält.










