Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Weihnachtlicher Krimi
Mord im Christmas Express von Alexandra Benedict
Am Abend vor Weihnachten stürzt Schneefall den Zugverkehr ins Chaos. Die pensionierte Polizeibeamtin Roz muss unbedingt von London ins schottische Fort William reisen, da ihre Tochter in den Wehen liegt. Roz hat Glück, denn sie erreicht den Christmas Express, der die Fahrt durchs verschneite Land wagt.
18 Passagiere haben die Hoffnung, es mit dem Zug noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest zu ihren Lieben zu schaffen. Keiner ahnt, dass sich unter den Reisenden ein Mörder befindet, der nur auf den richtigen Zeitpunkt wartet, um zuzuschlagen. Als eine Leiche gefunden wird, beginnt Roz zu ermitteln. Doch wem kann sie vertrauen?
Dieser Krimi startet mit einem spannenden Prolog. Hier beobachtet man die Influencerin Meg, die offenbar sehr aufgewühlt ist und enthüllende Infos über ihre toxische Beziehung mit ihren Fans teilen will. Doch bevor es dazu kommt, wird sie abrupt unterbrochen. Diese Einführung weckt sofort das Interesse.
Im aktuellen Geschehen lernt man zunächst die pensionierte Polizistin Roz kennen, die gestresst versucht, ihren Zug zu erreichen. Durch ihre Beobachtungen werden nach und nach die Mitreisenden eingeführt. Anfangs sollte man deshalb konzentriert lesen, um die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander zuordnen zu können. Die Autorin beschreibt die Charaktere lebhaft, wodurch man alle mühelos vor Augen hat. Dabei entwickelt man spontane Sympathien oder Abneigungen. Der Handlungsort in diesem Krimi ist der Christmas Express. Durch die detaillierten Beschreibungen kann man sich den Zug ebenfalls von Anfang an vorstellen. Dadurch kann man sich zurücklehnen und gespannt warten, wie sich die Dinge entwickeln werden. Im Gegensatz zu den Passagieren weiß man, dass nicht alle Protagonisten den Zielort lebend erreichen werden.
Deshalb beobachtet man interessiert, wie sich die Charaktere verhalten, besonders, als es zu ersten Unstimmigkeiten zwischen ihnen kommt. Einen großen Teil der Handlung nimmt allerdings auch das Privatleben von Roz ein, denn bei der Geburt der Enkelin kommt es zu Komplikationen und außerdem hat Roz mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Obwohl auch diese Passagen durchaus interessant sind und dafür sorgen, dass Roz authentisch wirkt, bremsen sie zuweilen den Lesefluss und die Spannung etwas aus. Die Szenen, die sich im Zug zutragen, sind deutlich mitreißender. Gemeinsam mit Roz versucht man dem Täter auf die Schliche zu kommen, doch das ist gar nicht so einfach, da es zu einigen Überraschungen kommt. Durch wechselnde Perspektiven bleibt die Handlung abwechslungsreich. Das Ganze gipfelt in einem spannenden Finale.
Ein spannender Krimi, der durch eine gelungene Hintergrundkulisse und lebendige Charaktere überzeugt.
Rezensionen von Streiflicht:
Sicher nicht das letzte
Mord im Christmas Express von Alexandra Benedict
1989 – Wahrheit oder Tod war mein erstes Buch von Autorin Val McDermid, aber sicherlich nicht das letzte. Ich war so neugierig und da hat man ja immer ziemlich hohe Ansprüche, aber diese wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Das hat mich echt überrascht und so freue ich mich noch auf viele weitere spannende Bücher von dieser für mich neuentdeckten Autorin!
Ich kannte den ersten Fall mit Allie Burns noch nicht, hatte aber keinerlei Probleme, in die Geschichte einzusteigen.
Vielen waren es zu viele Themen und zu viele Umbrüche in diesem Buch, aber ich fand es toll. Man kam von einer interessanten Begebenheit zur nächsten und am Ende wird alles rund und hängt wie an einer Perlenkette an einem Faden. Das mag ich sehr.
Für mich war auch die Zeit, in der der Roman spielt, sehr spannend, denn ich habe damals zu wenig von Politik und Weltgeschehen mitbekommen, interessiere mich aber inzwischen sehr dafür. Gerade auch, dass der Roman in weiten Teilen auch in Deutschland bzw. der DDR spielt, war für mich super interessant. Über Lockerbie und Hillsborough wusste ich auch nicht viel bisher. Ich fand das Buch total gut recherchiert und man merkt, wie gerne die Autorin schreibt. Für mich eine tolle Entdeckung, Teil 1 liegt schon bereit.
Rezensionen von Streiflicht:
Ein Highlight
Die letzte Nacht von Karin Slaughter
Schon lange habe ich nichts mehr von Karin Slaughter gelesen, obwohl ich ihre Bücher so liebe. Gerade Dr. Sara Linton und Will Trent sind echt Lieblingscharaktere für mich – von Anfang an. Daher war ich so neugierig und voller Vorfreude auf dieses Buch. Und das ist ja oft der Anfang vom Ende bzw.
eine Enttäuschung, hier aber war das Gegenteil der Fall. Das Buch war noch besser als ich dachte! Ich bin immer noch begeistert! Ein wirkliches Highlight in diesem Jahr!
Das Thema allerdings ist wirklich hart und phasenweise fand ich es sehr schwer zu lesen. Auch wenn es ja leider sehr realistisch ist. Das belegt die Autorin am Ende des Buchs im Nachwort auch mit erschreckenden Zahlen.
Vom Inhalt mag ich nicht zuviel verraten, nur soviel: es loht sich, das Buch zu lesen. Wieder einmal war ich begeistert, wie flüssig die Bestseller-Autorin schreibt und wie lesenswert. Es ist immer wieder faszinierend, wie gut, treffend und spannend sie schreibt – und auch wie witzig, auch wenn der Stoff nicht einfach ist. Die Bögen, die sie spannt, die Verstrickungen und die Wendungen sind genial. Auch am Ende konnte sie mich nochmal so richtig überraschen. Wow!
Ich hatte schon lange vor, die ganze Reihe nochmal komplett zu lesen – jetzt umso mehr!
Rezensionen von Sheilo:
Winterlicher Wohlfühlroman
Kisses in the Snow von Leonie Lastella; Tonia Krüger; Valentina Fast
Es ist eine Lawine, die das Dorf Blue Sky von der Außenwelt abschneidet und damit die Pläne der Bewohner und Gäste durcheinander bringt, denn in wenigen Tagen ist Weihnachten. Hunter, Grace, Ave und Mason waren gerade auf dem Heimweg und sitzen nun fest. Vielleicht ist es Zeit für ein Weihnachtswunder?
"Kisses in the Snow" ist ein ganz besonderer Liebesroman, da er aus der Feder von gleich drei Autorinnen stammt.
Valentina Fast, Leonie Lastella und Tonia Krüger haben zusammen einen einzigartigen Winterroman geschaffen, der uns in die Welt von Blue Sky eintauchen lässt, was aufgrund der vielen tollen Landschaftsbeschreibungen im Buch ermöglicht wird. Die Geschichte wird aus Sicht von Hunter, Ava und Grace erzählt, wobei jede Autorin einem Charakter das Leben eingehaucht hat. Dabei ist es ihnen gelungen, dass die verschiedenen Erzählperspektiven perfekt ineinander greifen, die Spannung immer mehr aufgebaut wird und die Leser einen Einblick in die verschiedenen Gefühlswelten erhalten.
Die einzelnen Charaktere muss man einfach ins Herz schließen, sie sind authentisch und jeder auf seine eigene Art und Weise liebenswert. Im Buch kommen immer wieder tiefgründige Themen zur Sprache, wie der Verlust von nahestehenden Personen, Alkoholsucht oder auch falsche Erwartungen durch andere.
Beim Lesen spürt man das Knistern in der Luft zwischen den Protagonisten und der flüssige und amüsante Schreibstil sorgt für ein fesselndes Leseerlebnis. Mir persönlich ging die Entwicklung der Beziehungen an mancher Stelle ein wenig zu schnell, aber das Gesamtwerk an sich bleibt trotzdem stimmig.
"Kisses in the Snow" ist ein tolles Buch um die Winter- und Weihnachtszeit einzuläuten. Das Cover mit seinen glitzernden Schneeflocken ist ein wahrer Eyecatcher und passt perfekt zur Geschichte.
Rezensionen von Tara:
Eine fantastische Geschichte mit ein wenig Gesellschaftskritik
Die Essenz der Königin von Anette Schaumlöffel
„Die Essenz der Königin“ ist der zweite Fantasy-Roman der in Köln lebenden Autorin Anette Schaumlöffel.
Die 15-jährige Katta liebt es in Fantasybücher abzutauchen. Als sie für ihre Mutter Kaffee holen gehen soll, gelangt sie selbst in eine Fantasywelt, in der die Tiere den Ton angeben. Hier ist eine Essenz verschwunden und die Königin will diese wieder haben.
Ohne genau zu wissen worum es geht, steckt Katta auf einmal in einer spannenden Mission und kann sich verwandeln.
Viel mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten.
Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm. Mit viel Kreativität und Fantasie beschreibt Anette Schaumlöffel die Ereignisse. Ich bin gerne mit Katta in die Parallelwelt eingetaucht und konnte mir dort alles gut vorstellen. Durch die Perspektivwechsel liest sich das Buch abwechslungsreich. Es gibt Momente zum Lachen und welche, die nachdenklich machen. Neben Fantasy vermittelt die Geschichte wichtige Botschaften über den Schutz der Umwelt und den Umgang mit Tieren.
Mir hat die Mischung aus Fantasy und leiser Gesellschaftskritik gut gefallen.
Rezensionen von brauneye29:
Richtig gut
Moon & Midnight − Die beste Freundin beißt man nicht von Katy Birchall
Zum Inhalt:
Maggie wohnt seit kurzem in einer alten Villa, die direkt neben einem Wald liegt. Die neuen Freunde und eigentlich alle im Dorf sagen, dass der Wald verflucht ist. Da Maggie nicht furchtsam ist, will sie natürlich auf eine Erkundungstur gehen und entdeckt ein Schloss im Wald, in dem Theodora lebt.
Sie ist ein Vampir, zum Glück lebt sie vegetarisch und ist echt nett. Was Maggie nicht weiß, sie stammt aus einer Vampirjägerfamilie.
Meine Meinung:
Das Buch hat für mich alles, was ein Kinderbuch braucht. Es ist gut geschrieben, auch wenn sich leider ein paar Fehler durch das Lektorat geschlichen haben ohne entdeckt zu werden. Es hat eine gute Geschichte, viel Humor, aber auch eine schöne Botschaft. Nämlich Freundschaft kennt keine Grenzen und das war für mich richtig schön. Die Protagonisten haben mir gut gefallen und ich freue mich auf Teil zwei.
Fazit:
Richtig gut
Rezensionen von Lilli33:
Bisher mein Lieblingsband aus der Reihe
Love Will Tear Us Apart von C. K. McDonnell
Bisher mein Lieblingsband aus der Reihe
Inhalt:
Hannah Willis hat überraschend ihren Job als stellvertretende Chefredakteurin bei The Stranger Times gekündigt und zieht sich in das sektenähnliche Pinter-Institut zurück …
Vincent Banecroft lässt alles stehen und liegen, um seine Frau Charlotte zu retten, obwohl sie quasi sicher tot ist …
Und Reggie und Ox suchen nach einem Mysterium unter der Stadt …
Meine Meinung:
Dies ist bereits der 3.
Band dieser Reihe. Ich denke, man sollte die Vorgänger kennen, bevor man sich daran wagt, da immer wieder Anspielungen auf Vergangenes eingestreut sind, die man sonst vielleicht nicht verstehen kann. Teilweise wird die in Band 1 und 2 begonnene Handlung hier weitergeführt.
Hatte ich bei Band 2 anfangs noch Probleme, die verschiedenen Handlungsstränge auseinander zu halten und zu sortieren, sind sie diesmal klarer geordnet und daher leichter zu lesen.
Neben den bereits bekannten Personen werden hier auch neue eingeführt, von denen mir die resolute Betty am besten gefiel. Sie wirkt mysteriös, aber unheimlich tatkräftig und nimmt sich vor allem Stellas an, die immer noch nicht so richtig weiß, wer sie eigentlich ist. Besonders gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Cogs und dem sprechenden „Hund“ Zeke. Diese beiden sind einfach der Knaller. Aber auch sonst kommt der schwarze Humor wieder mal aus allen Löchern gesprungen. Ich liebe diese verschrobenen und skurrilen Dialoge und kann die Reihe nur mit einem Dauergrinsen im Gesicht lesen.
Einige Handlungsfäden werden in diesem Band abgeschlossen, andere bleiben weiterhin offen und werden dann hoffentlich in Band 4 zu einem Ende geführt.
Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire (erscheint voraussichtlich im Januar 2024 auf Englisch)
Rezensionen von lesen=liebe:
Cooles Buch mit unstimmiger Übersetzung
Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 1 - Die Jagd nach den Kronjuwelen von Tim Collins
Sherlock Bones der Meisterdetektiv löst jeden Fall. Dieses Mal sind die Kronjuwelen der Königin gestohlen worden. Zusammen mit seiner Partnerin Jane Catson – die übrigens diese Geschichte – erzählt kommen sie dem Täter auf die Spur. Aber dafür braucht es auch die Hilfe der kleinen LeserInnen, denn es sind einige knifflige Rätsel zu knacken.
Die Geschichte liest sich vom Anfang bis zum Ende sehr flüssig. Das Buch ist so aufgebaut, dass man einige Male denkt, dass der Täter gefasst ist und es sich schließlich doch ganz anders entwickelt. Das hebt die Spannung und verhindert, dass Langeweile aufkommt. Außerdem macht es großen Spaß die Rätsel zu lösen. Die Rätsel sind teils einfach, teils sehr anspruchsvoll. Für die Zielgruppe durchaus passend. Es gibt z.B. ein ganz tolles Rätsel, für das man bei den Malreihen fit sein muss. Das werde ich mir abkupfern, wenn bei uns die Malreihen gelernt werden.
Was ich leider an dem Buch kritisieren muss, ist die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche. Die Geschichte spielt in London und die Schauplätze werden in eine Art Hundesprache übersetzt. Teilweise werden diese Schauplätze ins Deutsche übersetzt, oder einfach original gelassen. Z.B. heißt der Buckingham Palace im Original, Kennel Palace, und in der Übersetzung, Pfotington Palace. Die Baker Street, heißt in beiden Versionen Barker Street. Auch der Inspektor hätte nicht Inspektor Bluthund, sondern Bloodhound – wie im Original – heißen sollen, schließlich werden die Hauptfiguren, Sherlock Bones und Jane Catson auch nicht übersetzt. Ich finde dadurch ist etwas Charme verloren gegangen. Abgesehen davon, dass die Zielgruppe diese Wortwitze ohnehin noch nicht ganz verstehen wird.
Rezensionen von lesen=liebe:
Eine nette Geschichte
Das Vampirtier und die Sache mit den Tomaten von Lotte Schweizer
Was ist das für ein komischer Hund? Das dachte sich auch Emma, als er plötzlich nachts vor ihrer Tür saß. Nichts desto trotz hatte sie ihn gleich in ihr Herz geschlossen. Auch der Rest der Familie. Die ist nämlich in letzter Zeit ganz schön gewachsen. Zuerst war sie mit Papa allein und ganz plötzlich hat sie eine Stiefmutter und zwei Brüder, die noch dazu Zwillinge sind.
Die Geschichte vom Vampirtier ist originell, leicht zu lesen und zu verstehen. Die Altersangabe – ab 7 Jahren – ist sehr passend für dieses Buch, wobei – aufgrund des Umfangs - durchaus noch ältere Kinder zur Zielgruppe passen.
Die Illustrationen sind sehr schön und farbenfroh und vor allem das Cover ist toll.
Schön finde ich, dass hier das Thema Patchworkfamilie aufgegriffen wird. Es ist ermutigend, dass sich die neuen Familienmitglieder sofort gut verstehen, obwohl es ein wenig schnell geht.
Ich habe die Geschichte meinem Sohn vorgelesen. Sie hat ihn zwar nicht sofort in ihren Bann gezogen, aber als es ein wenig gruselig wurde, wollte er das Buch nicht mehr weglegen. Vor allem die Nachbarin bzw. Vermieterin fand mein Sohn sehr witzig.
Rezensionen von Tobias Kallfell:
Dunkle Familiengeheimnisse
Hope's End von Riley Sager
Nach einem halben Jahr Suspendierung erhält die Pflegerin Kit McDeere eine neue Chance: Sie soll die 71-jährige Klientin Lenora Hope pflegen, die einst als junges Mädchen beschuldigt wurde, ihre gesamte Familie umgebracht zu haben (im Jahr 1929), auch wenn ihre Schuld nie bewiesen worden ist. Aus Geldknappheit und Mangel an Alternativen sagt Kit zu, hat allerdings kein gutes Gefühl dabei.
Darum geht es in dem Thriller „Hope’s End“ von Riley Sager. Und im Wesentlichen geht es inhaltlich um das Aufdecken des Familiengeheimnisses von 1929. Was ist an dem Tag wirklich passiert? Was sind die Hintergründe der Tat? Ist Lenora wirklich schuldig?
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen präsentiert. Auf der Gegenwartsebene geht es um die hoch betagte Lenora, die physisch stark eingeschränkt ist, aber noch mit Hilfe einer Schreibmaschine mit ihrer Umwelt kommunizieren kann. Und auf der Vergangenheitsebene geht es um von Lenora verfasste Aufzeichnungen, in denen sie die Zeit um die Tat herum genauer schildert. Handelt es sich etwas um ein spätes Schuldeingeständnis?
Lenora ist die letzte Überlebende eines Gewaltverbrechens. Man konnte ihr zwar nie eine Schuld an der Tat nachweisen, doch in der Stadt war ihr Ruf dennoch zerstört. Die Leute tratschten über sie und Lenora führt seitdem ein zurückgezogenes Leben in ihrem Anwesen auf der Steilküste, das ihr Vater einst erwirtschaftet hat. Kit hingegen stammt aus tristen, ärmlichen Verhältnissen. Sie hat einen Behandlungsfehler begangen und ist daraufhin suspendiert worden. Die Beziehung zu ihrem Vater ist gestört.
Wir haben also interessante Zutaten in diesem Thriller: einen unterschiedlichen sozialen Hintergrund der Figuren, eine hoch betagte Patientin mit einem dunklen Geheimnis und nicht zuletzt einen abgeschiedenen Handlungsort mit undurchschaubarem Hauspersonal. Eine Mischung, die anfangs für genügend Spannung und Neugier sorgt. Zu Beginn schafft der Autor es, immer wieder neue Fragen im Kopf der Leser:innen entstehen zu lassen, die zum Weiterlesen animieren (z.B. auch die Frage, was aus Kits Vorgängerin geworden ist: der Pflegerin Mary). Ich habe mich oft während der Lektüre gefragt, was Lenora zu berichten hat und warum sie erst jetzt damit herausrückt. Und warum ist gerade Kit die Auserwählte, der sie alles berichtet? Die Spannung war nach meinem Empfinden eingangs stark ausgeprägt. Und die handelnden Figuren sind reizvoll ausgearbeitet, d.h. mit Profil, Eigenheiten und Wiedererkennungswert.
Im weiteren Handlungsverlauf hat mich das Buch dann aber leider zunehmend verloren. Das lag an mehreren Dingen. Zum einen hat mich der Aspekt des Übersinnlichen, der stellenweise durchklang nicht überzeugt. So etwas mag ich nicht. Mich erreicht ein solcher Gruselfaktor nicht. Zum anderen werden nach und nach immer mehr Familiengeheimnisse gelüftet. Und passagenweise erschien mir der Spannungsbogen dann auch einmal zu sehr in die Länge gezogen (vor allem auf der Ebene der gegenwärtigen Handlung). Ich tue mich auch schwer damit, dieses Buch als Thriller durchgehen zu lassen. Ich würde eher allgemein von Spannungsliteratur sprechen. Mir fehlten „Thrill-Elemente“, v.a. die klassischen Wendungen, Überraschungen und Wow-Effekte. Es wird stattdessen eher eine dunkle Familiengeschichte erzählt, die zunehmend abgedrehter wird. Was mich auch irritiert hat: Warum geben so viele Figuren Kit bereitwillig darüber Auskunft, was in der Nacht von 1929 passiert ist? Auch das Ende hat mich nicht überzeugt. Vieles hat mich stutzig gemacht, es war nicht alles plausibel (eine Parallele zum Vorgängerbuch „Night“). Ich empfand es als zu überdreht und zu überladen. Schade! Ich komme auf drei Sterne!










