Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R:
Glücksimpulse
111 Impulse für ein glückliches Leben von Anjana Gill
Klappentext / Inhalt:
Was macht uns glücklich? Wie können wir die Erfüllung unserer Wünsche in unser Leben ziehen? Und worauf kommt es im Leben an?
Dieses Buch zeigt 111 spannende, inspirierende Glücks-Schlüssel, die uns die Augen öffnen – abseits der bekannten Pfade und auf ganz neue Weise.
Oder weißt du, was es mit der Zahl 8 auf sich hat, was das goldene Tor ist und wie du es schaffst, dass sich Türen öffnen? Oder kennst du das Bumerang-Gesetz und den Trick mit der Vorfreude? Lerne 111 neue Wege zu deinem Glück kennen. Du wirst erstaunt sein, wie einfach das ist.
Cover:
Das Cover ist einfach und doch so wunderschön. Ein wunderschön verzierter Elefant schmückt das Cover. Die Schrift ist einfach und in weiß gehalten, einzig das Wort "glückliches" ist farblich und optisch durch eine verschnörkelte Schriftart hervorgehoben. Der türkisfarbene Hintergrund gibt dem Ganzen eine positive Aura. Das Cover ist toll gewählt.
Meinung:
Ein wundervolles Buch mit vielen Impulsen zum Glücklichsein und für ein harmonisches Leben. Jede Doppelseite enthält einen anderen Impuls, welcher gut und verständlich erklärt wird und aus dem man viel lernen und ziehen kann.
Inhaltlich möchte ich hier nicht ins Detail gehen, wer aber nach Antworten und dem Glück des Lebens sucht, sollte hier vielleicht mal einen Blick hinein werfen.
Der Schreibstil ist angenehm und gut gewählt. Bildliche Beschreibungen machen es vorstellbar. Facettenreich und vielfältig wird auf ganz unterschiedliche Lebensabschnitte und Erfahrungen eingegangen. Achtsamkeit, Anziehung, Bauchgefühl, aber auch Glücksskala und vieles mehr spielen hier eine wichtige Rolle.
Man bekommt viele unterschiedliche Impulse und Eindrücke und kann für sich das mitnehmen, was gerade dran und wichtig ist.
Die Gestaltung ser Seiten ist sehr schön gemacht und auch die Texte haben eine angenehme und gute Länge. Die Impulse sind verständlich erklärt und auch durch direkte Fragen gehen sie in die Tiefe und sprechen den Leser an.
Ich konnte hier so einiges für mich mitnehmen und werde sicherlich noch häufiger einen Blick dort hinein werfen. Glück ist ein wahres und wichtiges Gut und zudem sehr wertvoll. Leben und glücklich sein ist ein Ziel, deren vier danach streben. Impulse dafür werden hier reichlich gegeben. Nur das Umsetzen muss jeder selbst bewerkstelligen. Aber der Grundstein wird durch diese Impulse dafür gelegt.
Fazit:
Glück ist ein wahres Gut. Wichtige Impulse dafür werden hier gegeben.
Rezensionen von Lese:
Klassische Gerichte einfach zubereitet
Hundert Klassiker von Steffen Henssler
Selbst für jemanden wie mich, der mit den traditionellen Gerichten aufgewachsen, aber leider nicht besonders geschickt in der Zubereitung dieser ist, hat Steffen Henssler mit seinem Buch "Hundert Klassiker. Lieblingsrezepte - einfach gemacht!" eine wahre Kocherleichterung geschaffen.
In diesem Kochbuch werden 100 Klassiker und beliebte Rezepte aufgeführt, die auf eine Art und Weise zubereitet sind, die auch Anfängern leicht gelingt. Die Schritte sind klar und verständlich beschrieben. Die Rezepte sind in verschiedene Kapitel unterteilt, darunter Fleisch, Fisch, Pasta, Gemüse, Suppen, Desserts und mehr. Besonders praktisch sind die zusätzlichen Rezepte für Saucen und Dressings sowie die allgemeinen Tipps und Tricks am Anfang jedes Kapitels.
Was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist die Möglichkeit, bei Gästen Eindruck zu schinden, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Die Gerichte sind zwar beeindruckend, aber nicht schwer nachzukochen. Henssler hat es geschafft, die Angst vor dem Kochen zu nehmen und zeigt, dass auch aufwendigere und anspruchsvolle Gerichte wie Schokoladen-Soufflés, Zanderfilet mit Senfsauce oder Krustenbraten mit Kümmeljus für jeden machbar sind.
Kurz gesagt, "Hundert Klassiker. Lieblingsrezepte - einfach gemacht!" ist ein Muss für alle, die klassische Gerichte lieben und die Freude am Kochen entdecken möchten. Steffen Henssler hat hier ein Standardwerk geschaffen, das sowohl Anfänger als auch Profis begeistern wird.
Rezensionen von Lilli33:
Eine Agentin mit Herz und Verstand
Wie Sterben geht von Andreas Pflüger
Eine Agentin mit Herz und Verstand
Inhalt:
1983 soll auf der Glienicker Brücke ein spektakulärer Agentenaustausch stattfinden. Der KGB-Offizier Rem Kukura, der für den BND spionierte, wird von der Agentin Nina Winter sehnsüchtig erwartet. Da sie die Einzige ist, die Rem identifizieren kann, muss sie mit auf die Brücke.
Doch dann geht die Sache gnadenlos schief …
Meine Meinung:
Andreas Pflüger konnte mich schon mit seiner Trilogie um die blinde Jenny Aaron begeistern. Auch sein neues Werk, „Wie Sterben geht“, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Pflüger versteht es, die beschriebene Atmosphäre aufleben und die Lesenden hautnah am Geschehen teilhaben zu lassen. Ganz dicht an der Seite der Protagonistin Nina Winter wird man durch eine spannende Story geführt, die bis zum Ende immer wieder kleine oder größere Überraschungen bereithält.
Nach dem spektakulären Beginn geht die Reise erst mal drei Jahre zurück in die Vergangenheit und die Geschichte wird von dort aus aufgerollt. Wie Nina zur Agentin wurde, wie sie die Bekanntschaft Rem Kukuras machte, was sie in Moskau Schönes und vor allem weniger Schönes erlebte und wie sie sich immer wieder behauptete, wird unheimlich fesselnd erzählt, entbehrt aber vor allem in den Dialogen nicht eines gewissen Humors. Nina ist eine wahnsinnig toughe und zähe Frau mit Herz und Verstand.
Wie es in der Spionagebranche nun mal so ist, weiß auch Nina nie, wem sie wirklich vertrauen kann. Das baut Spannung auf und sorgt für Überraschungen. Da kann ich auch ein Auge zudrücken, obwohl sie fast schon ein bisschen zu superwomanmäßig wirkt, wobei sie aber auch den ein oder anderen Fehler macht, also nicht ganz perfekt ist.
„Wie Sterben geht“ ist ein gut recherchierter Spionagethriller, der uns in die Zeit des kalten Krieges zurückwirft. Auch wenn der Autor sich die ein oder andere Freiheit genommen hat, was die Fakten betrifft, ist der Roman doch sehr realitätsnah und für einige unterhaltsame und lehrreiche Lesestunden gut.
Rezensionen von Lese:
Das tierische detektivische Team
Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 1 - Die Jagd nach den Kronjuwelen von Tim Collins
Sherlock Bones und Dr. Jane Catson sind weltberühmte Detektive. Die Geschichte fesselt mit ihrem mysteriösen Kronjuwelendiebstahl der Königin, ihrem bisher kniffligsten Fall und ist auf die Unterstützung der jungen (und älteren) Leser*innen angewiesen.
Das Buch bietet 30 mehr oder weniger knifflige Rätselaufgaben, die meine Enkelinnen und mich als Omi zum Mitdenken und Raten eingeladen haben.
Die Lösungen waren mit durchschnittlichen detektivischen Fähigkeiten gut lösbar, sind aber für den Notfall auch im hinteren Teil des Buches zu finden. Die schwarz-weiß Illustrationen passen gut zum Sherlock-Holmes-Flair des Buches. Auch der Schreibstil und der Humor passen gut dazu.
Dieses Buch ist nicht nur spannend, sondern auch interaktiv und kreativ gestaltet. Es lässt sich sehr gut in verschiedenen Rollen vorlesen und ist auch ab 8 Jahren gut zum Selbstlesen geeignet.
Rezensionen von yellowdog:
wiederveröffentlicht
Spuren von Louise Erdrich
Erfreulich, dass jetzt wieder ältere Bücher von Louise Erdrich neu aufgelegt werden. Ich fand die Autorin schon immer gut, aber ihre neueren Bücher wie Der Nachwächter und Jahr der Wunder haben mich geradezu begeistert.
Auch dieser frühe Roman, Spuren, ist großartig.
Zentrale Figur ist Fleur, die keine eigene Erzählstimme im Buch hat, aber von 2 verschiedenen Figuren intensiv betrachtet wird,
Die Handlung zieht sich von 1912 bis 1924.
Das Buch hat ein Thema von Relevanz, ist geschickt aus verschiedenen Perspektiven erzählt und hat einen edel wirkenden Erzählton. Das hat mich beeindruckt.
Rezensionen von _Le4_:
Queer sein
sie lieben von Alexa Grassmann
Das Buch behandelt die persönlichen Erfahrungen der Autorin mit ihrer Sexualität und die damit einhergehenden Selbstfindungsphasen. Dabei gibt sie auch einige Überblicke über Themen wie den Orgasm Gap, wie die Klitoris aufgebaut ist und es wird mit einigen Vorurteilen aufgeräumt.
Das Buch hat sich sehr angenehm und einfach gelesen.
Beim Lesen habe ich mich in der Position gefunden, dass ich mir immer wieder dachte, ein Kapitel lese ich noch, bis ich dann plötzlich schon mit dem Buch fertig war.
Ich konnte von den reinen Sachinformationen nicht so besonders viel profitieren, weil davon vieles eher oberflächlich und zumindest mir zum Großteil auch schon bekannt war. Die Anteile des Buches, wo die Autorin jedoch die eigenen Erfahrungen beschreibt, wie sie zum Beispiel ihre Sexualität in Frage gestellt hat oder ihr Coming Out hatte, habe ich gern gelesen. Es war berührend und befreiend zu lesen.
Die Autorin zeigt uns immer wieder Ausschnitte aus ihrem Leben, die mir beim Lesen nahe gegangen sind. Sie hat zum Beispiel Einblicke in ihre psychischen Probleme und ihre Panikstörung gegeben, was ich persönlich mutig finde.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Durch den angenehmen Schreibstil, die Kürze und die spannenden Einblicke in das Leben der Autorin kann ich dem Buch eine klare Empfehlung aussprechen.
Rezensionen von Tiroler Zeilenreisende:
Wenn aus Freundschaft Liebe wird
Jedes Jahr im Dezember von Catherine Walsh
Nachdem ich den Prolog gelesen habe, war ich sehr neugierig auf den Rest, denn er hat mich schon überzeugt. Die Szenen und der ganze Schreibstil sind unterhaltsam, leicht zu lesen und haben einen gewissen Witz. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Die Charaktere waren mir von Anfang an sympathisch und ihre Persönlichkeiten kommen gut heraus.
Mir gefiel besonders die freundschaftliche Dynamik zwischen Molly und Andrew. Sie passen so gut zueinander. Es kommen viele Dialoge vor, die richtig gut geschrieben sind.
Molly bemerkt erst nach und nach, was Andrew ihr wirklich bedeutet und wie aus der Freundschaft langsam Liebe wird, ist gut entwickelt. Aber als sie dann herausfindet, wie ernst es zwischen ihnen tatsächlich ist, bekommt sie es verständlicherweise mit der Angst zu tun.
Anfangs werden immer wieder Stunden und Tage übersprungen, später verläuft die Handlung in einem Zug. Erzählt wird in Ich-Perspektive. Alles in allem ein sehr schöner, romantischer Weihnachtsroman.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Lesenswerte und sensibel bearbeitete Romanbiografie
Dorothea von Jürgen Pettinger
Homosexualität unter der Nazidiktatur? Bei schwulen Männer ein schwerer Straftatbestand, ein „Sittlichkeitsverbrechen“, das mit Deportation in ein Konzentrationslager oder in eine psychiatrische Anstalt bestraft werden konnte. Bei Frauen sah die gesetzliche Sachlage auf Grund der „sehr bescheidenen Rolle der Frau im öffentlichen Leben“* etwas anders, wenn auch nicht weniger gefährlich aus.
Für Frauen wie die berühmte deutsche Schauspielerin Dorothea Neff, die sich nicht dem Nazi Regime andiente, konnte schon der Verdacht jeglicher Devianz zu sozialer Isolation, Verlust des Arbeitsplatzes oder gar Kerkerhaft führen.
Jürgen Pettinger hat das Format der Romanbiografie gewählt, um endlich auf das Leben, den Mut und die Liebe von Dorothea Neff und ihren Freundinnen aufmerksam zu machen.
Denn Neff fühlte sich nicht nur zu Frauen hingezogen, sondern versteckte auch ihre Freundin Lilli Wolf, eine Jüdin, unter schwierigsten Bedingungen jahrelang in ihrer Wiener Wohnung.
Nicht nur die kleine Wohnung, auch die Beziehung zwischen Neff und Wolff wird zum Schutz und Gefängnis gleichermaßen.
Was es für die beiden Frauen bedeutete, permanent der Angst vor Entdeckung und ständiger innerer (im Falle Neffs) und auch wortwörtlicher (im Falle Wolfs) Isolation ausgesetzt zu sein, lässt sich sehr gut aus Pettingers Text herauslesen.
„Lilli war ein Geist geworden. Sie existierte, aber niemand außer Dorothea konnte sie je sehen.“
Gemeinsam schaffen es die Frauen, den schwierigen Umständen der Kriegsjahre zu trotzen. Sogar eine Operation der gesundheitlich sehr angeschlagenen Wolff in einem Krankenhaus wird mit einiger Hilfe und unendlicher Angst realisiert.
Doch diese Jahre der furchtbaren Angst und der Isolation hinterlassen Spuren, vor allem bei Lilli Wolff.
„War es nicht der Sinn des Lebens, einen Eindruck zu hinterlassen bei anderen und auf der Welt? Ein Mensch kann sich nur im Austausch mit anderen entwickeln, lernen, besser werden, leben. Was für einen Sinn hatte es, alleine zu sein, nichts zu bewirken, nichts zu schaffen, nichts zu hinterlassen, nichts zu dürfen, von niemandem gesehen und gehört zu werden?“
Ich möchte bei dieser Romanbiografie sehr lobend die schriftstellerische Zurückhaltung Pettingers hervorheben. Neff und Wolff, sowie ihre Freundinnen, äußerten sich auch lange nach dem Krieg niemals offensiv zur Natur ihrer Beziehung. Zwar lebten beide ohne Täuschung bis an ihr Lebensende in langjähriger Gemeinschaft mit Frauen, sich aktiv geoutet oder sich im Detail dazu geäußert haben sie sich nie.
Pettinger lässt den Frauen diese Privatsphäre und füllt diese Lücken in der Schilderung dieser Jahre nicht mit seiner eigenen Phantasie oder mit naheliegenden Spekulationen, sondern bezieht sich nur auf gesicherte Quellen und spätere Tonbandaufnahmen. Das schätze ich sehr, genauso wie seine einordnenden Worte im Epilog.
Ergänzt wird sein Text mit schönen schwarz-weiß Aufnahmen der Frauen und ihren Unterstützern und einem Vorwort von Andreas Brunner.
Ich möchte diese Buchvorstellung mit den Worten Erwin Ringels, eines Freundes und Unterstützers der Frauen, schließen:
»Sterben müssen wir doch alle früher oder später, dann lieber zu Lebzeiten das Richtige tun.«
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Lesenswerter Kriminalroman mit ernstem Themenhintergrund
Zwischen euch verschwinden von Gudrun Lerchbaum
„Zwischen euch verschwinden“ ist kein Kriminalroman im klassischen Sinne. Es gibt Tote, sogar mehrere und eine mutmaßliche Täterin auf der Flucht, aber keine Ermittlungen, Detektiv*innen oder dergleichen.
„Jetzt ist die Mutter wirklich tot.“
Maria, Anfang 40, hat die bettlägerige Mutter bis zum Schluss gepflegt und jetzt ist sie gestorben.
Dem Wunsch der leidenden Mutter nach aktiver Sterbehilfe ist Maria nicht nachgekommen.
Oder doch?
Jedenfalls braucht Maria, bevor sie den Arzt und die Behörden verständigt, erst mal ein bißchen Zeit für sich, um Abstand von der Situation zu gewinnen. Endlich wieder mal ein ausgedehntes Sektfrühstück im Café soll es sein.
Aus dem Frühstück wird eine betrunkene Übernachtung im Hotel einschließlich Sex mit dem Kellner.
Und danach fährt Maria einfach nicht mehr nach Hause zurück. Stattdessen will sie einfach alles hinter sich lassen. Die tote Mutter, ihr kinderloses und leeres Leben, die dörfliche Erwartungshaltung.
Maria verschwindet einfach. Jetzt als Untergetauchte und Gesuchte ohne offizielle Papiere stehen ihr nur noch prekäre Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung: in der Gastronomie, in der Sexarbeit und vor allem in der Pflege. Maria gerät in in einen Strudel aus Ausbeutung, Erpressung und Ungerechtigkeit.
…und aus Gewalt.
Die österreichische Autorin Lerchbaum nutzt den spannungsgeladenen Plot um auf ein brennendes gesellschaftliches Thema aufmerksam zu machen. Die ausbeuterischen Bedingungen in der Pflegeindustrie und der Pflegemigration zusätzlich zu den Ungerechtigkeiten und Härten gering geschätzter Care-Arbeit. Schon der Titel des Romans ist eine Anspielung auf die Unsichtbarkeit von Arbeit und Menschen, die unsere Gesellschaft gerne ausblenden möchte und in eine Parallelgesellschaft drängt.
Die Verbindung aus unterhaltsamen Roman und sozial relevanter Themen ist Lerchbaum sehr gut gelungen, auch wenn ich die Krimihandlung insgesamt nur als solide einstufen würde.
Von daher ein Roman, der vielleicht gerade nicht die typischen Leser*innen von Kriminalromanen ansprechen könnte, sondern alle, die gerne über ernstere Themen lesen, wenn sie spannend und unterhaltsam verpackt sind.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
The Revenant meets Stephen King „Das Mädchen“.
Die weite Wildnis von Lauren Groff
Soeben beendet und ich bin noch immer ganz ergriffen. Lauren Groff ist für mich (und nicht nur für mich) wahrlich eine der großen aktuellen amerikanischen Erzählerinnen!
Groff wählt diesmal die Zeit der amerikanischen Besiedlung im 17. Jahrhundert, um ihre Protagonistin durch tiefgreifenden inneren wie äußeren Wandel zu schicken.
Es ist ein namenloses Dienstmädchen, das aus einem Siedlerfort vor Hunger, Krankheit und Unterdrückung in die Wildnis davonläuft.
In der Wildnis warten ebenfalls Hunger und Krankheit auf sie, aber sie ist frei.
Doch das sind nicht die einzigen Gefahren…
“Die Welt, das wusste das Mädchen, war noch schlimmer als wild, die Welt war gleichgültig.
Es kümmerte sie nicht, was mit ihr geschah, es konnte sie nicht kümmern, nicht im Geringsten.
Sie war ein Sandkorn, ein Sprenkel, ein Flugstaub im Spiel des Windes.”
The Revenant meets Stephen King „Das Mädchen“.
In alter amerikanischer Erzähltradition des klassischen Abenteuerromans bedient sich Groff bei den Regeln des Genres und schafft gleichzeitig etwas komplett neues. In den Weiten der Wildnis und völlig auf sich allein gestellt, sind die Gedanken des Mädchens keiner Konvention und gesellschaftlichen oder religiösen Regeln mehr unterworfen. Immer mehr Glaubenssätze werden abgeworfen und das Mädchen streift ihren alten monotheistischen Gottesglauben genauso ab wie die letzten Kleider, die ihr noch aus dem kleinen, alten Leben geblieben sind.
Groff kombiniert die spannende, klassische Survival Geschichte des Mädchens mit ihrer inneren Entwicklungsgeschichte. Wobei mich die letztendliche Kernbotschaft am Ende des Romans sehr überrascht und auch persönlich berührt hat.
War in „Matrix“ und in „Licht und Zorn“ noch ein gewisser Hang zur Weitschweifigkeit zu erkennen, hat Groff ihren Stil in „Die weite Wildnis“ noch einmal verdichtet und das tut dem Spannungsbogen in meinen Augen sehr gut.
„Die weite Wildnis“ war für mich eine begeisternde und den Mensch in seiner Essenz erkennende Erzählung, die mich komplett fesselte.
Sehr, sehr lesenswert!











