Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kwinsu:
Die Überschätzung der Wirklichkeit
Lichtspiel von Daniel Kehlmann
"Wären diese Menschen nicht die Verkörperung des Bösen, man wäre immer wieder versucht, von ihrer Hingabe ans überflüssige Detail beeindruckt zu sein." (S. 315)
G.W. Pabst ist Filmregisseur. Bekannt wurde er mit Stummfilmen, etwas schwerer tut er sich mit der Inszenierung des neu aufkommenden Tonfilms.
Weil er als Kommunist gilt und die Nazis in Deutschland immer mehr Macht gewinnen, versucht er sein Glück in den USA. Dort wird er dazu überredet, ein schlechtes Drehbuch zu verfilmen, bei dem er sofort weiß, dass es ein Flopp werden wird – nach nur einer Woche Spielzeit wird der daraus entstandene Film aus den Kinos genommen. Nachdem ihm in Frankreich ein Angebot gemacht wurde, kehrt er nach Europa zurück, doch durch die zugespitzte politische Lage, wird er auch hier nicht erfolgreich. Als er mit seiner Frau und seinem Kind zurück nach Amerika will, erhält er einen Hilferuf seiner betagten Mutter aus der Steiermark. Schnell noch will er dafür sorgen, dass sie in einem Sanatorium untergebracht wird und fährt dafür in seine Heimat. Unglücklicherweise beginnt just zu dieser Zeit der Zweite Weltkrieg, der verhindert, dass Pabst und seine Familie Nazi-Deutschland verlassen können. Sogleich wird er vor die Wahl gestellt: entweder er dient dem Nazi-Regime als Filmemacher, um die Menschen bei Laune zu halten, oder sein Weg und jener seiner Familie führt ins KZ. Nach anfänglichem, innerem Widerstand beugt er sich und versucht, das Beste aus seiner Lage zu machen. Immer mehr gewöhnt er sich an die neuen Umstände, seine Frau Trude jedoch scheint daran zu zerbrechen. Pabst versetzt sich in einen Wahn, der die Wirklichkeit nach und nach verdrängen zu scheint.
Daniel Kehlmann kreiert in „Lichtspiel“ neuerlich eine gekonnte Mischung aus Fiktion und Realität. Er führt die Leser:innen mit einer multiperspektivischen Erzählweise an die reale Figur G.W. Pabst heran und zeichnet dabei einen Charakter, der mehr und mehr den Realitätssinn verliert. Die Person G.W. Pabst fokussiert sich auf das Erschaffen des perfekten Films, was ihm den Terror des Regimes vergessen oder verdrängen lässt. Schnell weiß er, was gesagt und was nicht gesagt werden darf. Während Pabst sich darauf einlässt, scheint seine Frau Trude daran zugrunde zu gehen. Pabst versucht immer mehr so unpolitisch wie möglich zu sein, für ihn zählt nur, dass er den perfekten Film macht. Beim großen Showdown kann er die Realität nur noch als Film wahrnehmen und als ihm ein großes Unglück passiert, flieht er in sein eigenes Ich, das ihn fortan von der Außenwelt abzuschotten scheint. Die Protagonist:innen, die Kehlmann vors Publikum holt, sind meist namhafte Schauerspieler:innen und Filmschaffende, die meisten davon gab es in der Realität. In gekonnter Manier überspitzt er ihre Charakterzüge und lässt sie dadurch allesamt als schrullige Personen auftreten. Trotz der Schwere und Bedrückung, die die Existenz des Nazi-Regimes verbreitet, kehrt durch die Besonderheit der Figuren eine amüsante Leichtigkeit beim Lesen ein, die gewagt und sicher nicht jedermanns oder jederfraus Geschmack ist. Besonders die fiktive Figur des Hausmeisters und seiner Familie auf Pabst Schloss in Tillmitsch ist eine Allegorie des Schreckens des Nazi-Regimes und lässt einen die Unmöglichkeit des Entkommens nur allzu gut nachfühlen. Die fortschreitende Wahnhaftigkeit führt dazu, dass Pabst jegliche Moral vergessen zu scheint, er blockt sich nach Außen ab und lässt es auch nicht zu, dass sein unmoralisches Handeln kritisiert wird. Die Wahnhaftigkeit eskaliert und von Pabst bleibt nur mehr die unzugängliche Hülle übrig und seine Frau übernimmt nun die Regie über ihre Leben. Am Schluss war ich beim Lesen so erschöpft, dass ich mir das Ende des Buches dringlichst herbeiersehnt hatte.
Meines Erachtens ist Daniel Kehlmann ein weiteres Meisterwerk gelungen, das es trefflich versteht, die innerliche Zerrissenheit über die gesellschaftlichen Gegebenheiten durch eine komplette Realitätsverweigerung darzustellen. „Lichtspiel“ zu lesen ist teils erheiternd, teils enorm bedrückend, teils kaum auszuhalten und doch eine irrsinnige Bereicherung.
Rezensionen von Tara:
Tolle Kombination aus chinesischer Mythologie und Fantasy
Jade und Obsidian - Die Legende der Zwillingsschwerter von June CL Tan
„Jade und Obsidian - Die Legende der Zwillingsschwerter“ ist das Debüt der in New York lebenden Autorin June CL Tan.
Das Buch beginnt mit einem Prolog aus der Vergangenheit. Ein kleiner Junge verliert alles was ihm wichtig ist und beschließt sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Im Anschluß ändert sich die Perspektive und die Zeit.
Es geht in die Gegenwart und die Ereignisse werden im Wechsel aus der Ich-Perspektive von Ahn und Atlan geschildert.
Ahn ist ein junges Mädchen ohne Erinnerungen an ihre Vergangenheit, das sich und ihre Großmutter durch Taschendiebstähle versorgt. Sie verfügt über Tiensai-Magie. Da diese verboten ist, muss sie sie verbergen.
Atlan stammt aus einer Herrscherfamilie, die grausam ermordet wurde. Als einziger Überlebender sinnt er nach Rache.
Ahn und Atlan haben nichts gemeinsam, das Schicksal hat sie zusammengebracht und nun machen sie sich zusammen auf die Suche nach dem Jadeschwert.
Der Schreibstil von June CL Tan liest sich sehr angenehm flüssig und ist sehr bildhaft. Durch die stetigen Perspektivwechsel und die kurzen Kapitel ist die Handlung abwechslungsreich und spannend. Mir gefielen die Protagonisten - Ahn noch ein wenig mehr als Atlan - und ich habe mich gerne mit ihnen auf die Reise begeben und ihre Entwicklung verfolgt.
Die Mischung aus chinesischer Mythologe, Magie, Fantasy, Spannung, Abenteuer und ein wenig Liebesgeschichte ist hier gut gelungen. Abgerundet wird das Ganze durch tolle Zeichnungen in den Innencovern und einer Karte vorab.
Ich denke, dass das Buch viele verschiedene Leser finden wird, da es sowohl etwas für Fans asiatischer Kultur, chinesischer Mythologie, Abenteuerliebhaber als auch Fans magischer Geschichten etwas bietet. Mir hat das Setting in jedem Fall sehr gefallen und ich würde der Autorin sofort wieder dorthin folgen.
Rezensionen von _ich.lese_:
Auftakt einer neuen Dilogie
Flowers & Bones, Band 1 - Tag der Seelen von Sandra Grauer
La Catrina ist die legendäre Figur für den mexikanischen Tag der Toden und im wahren Leben heiße sie Valentina. Valentina bringt verlorene Seelen ins Reich des Todes. Aber Valentina muss aufpassen das es keiner erfährt, denn mittlerweile wird gerne Jagd auf übersinnliches gemacht.
Das Cover ist so schön, ich bin total begeistert und schon dafür lohnt sich das Buch.
Aber natürlich wollte ich die Geschichte kennenlernen, der Tag der Toten fasziniert mich schon eine Weile. Allerdings tat ich mich zu Beginn etwas schwer, da ich die Vorgänger-Dilogien nur teilweise las. Mir kamen zwar die ein oder andere Person bekannt vor und auch das College kannte ich schon. Dennoch konnte mich die Story fesseln und wirklich gut unterhalten, nachdem ich meine Anlaufschwierigkeiten überwunden hatte. Wie bei einer Dilogie schon normal endete es natürlich mit einem Cliffhänger und ich möchte weiterlesen. Ich fand die Charaktere sehr interessant, die Autorin hat einen tollen Schreibstil und die Idee ist auch mal was anderes. Ich freue mich jedenfalls auf Band zwei und auch die anderen beiden Dilogieen werde ich mir mal merken.
Rezensionen von _ich.lese_:
Freundschaft mit einem Alien
Wer ist hier der Alien? von Nina Basovic Brown
Ein Alien ist abgestürzt und Junus findet ihn und beschützt ihn, indem er ihn versteckt. Junus und Solo, der Alien, freunden sich an, aber Solo kann auf der Erde nicht überleben und muss zurück in seine Heimat. Da erfährt Junus, daß die Alien die Erde angreifen wollen und er ist dann auch noch zur Weltrettung verpflichtet.
Mit solchen Klappentexten und solchen Covern hat man mich gleich. Mir hat die Geschichte sehr gefallen, ich habe mich großartig amüsiert. Junus ist ein ganz normaler Junge, der seine Zeit gerne mit Computerspielen verbringt und dadurch Solo kennenlernt. Eine gute Gelegenheit um junge LeserInnen an Science Fiction ranzuführen. Es gibt auch immer wieder ganz wunderbare Illustrationen, die fad Lesen noch intensiver machen. Für LeserInnen ab zehn geeignet, für jüngere zum Vorlesen. Obwohl ein geübter Erstleser es auch schon eher lesen kann, es ist einfach geschrieben. Ich finde es absolute empfehlenswert.
Rezensionen von _ich.lese_:
Ich liebe es
Marvel: Das große Geschichtenbuch von Nina Basovic Brown
Viele Geschichten rund um die bekannten und nicht so bekannten Marvel-Helden. Das Marvel-Universum zum Kennenlernen und zum Lesen.
Ich bin ein großer Marvel-Fan, meine kleine Schwester soll es noch werden. Da passt ein Geschichtenbuch doch sehr gut. Sie lässt sich eh noch immer am liebsten Vorlesen.
Aber auch zum selber lesen sind die Geschichten sehr gut geeignet. Gute Schriftgröße, noch viele Bilder und spannende Geschichten. Und da es unzählige, na gut, sehr viele, Marvel-Helden gibt, gibt es in dem Buch auch sehr unterschiedliche Geschichten. So ist für jeden Geschmack die richtige Story dabei. Auf jeden Seite befindet sich mindestens eine Illustration, die im Comicstil gehalten ist und daher einen großen Wiedererkennungswert hat. Das Buch ist auch schon für jüngere LeserInnen geeignet, die noch nicht selbst lesen können und nur zuhören wollen. Es gibt genug zu entdecken. Allgemein finde ich die Aufmachung des Buches sehr gelungen. Hat mit sehr gefallen.
Rezensionen von Gabrielle:
sparen, sparen, sparen
Eigentum von Wolf Haas
Das Cover hat mir erst einmal gar nicht gefallen. Nachdem ich das Buch gelesen habe muss ich aber sagen, es passt in seiner Einfachheit perfekt zur Story. Brillant erzählt Wolf Haas die Lebensgeschichte der bereits im Sterben liegenden Mutter. Trotz der spürbaren Verbitterung seiner Mutter, welche ein Leben lang gespart, gespart, gespart hat und trotz Fleiß und Mühe immer wieder beim Versuch sich Eigentum zu erwerben gescheitert ist, weil die Inflation immer etwas schneller war und das Geld ‚nix‘ mehr war.
Der lustige eigenwillige Schreibstil von Wolf Haas ist einfach herrlich. Auch lässt er die Mutter auch immer wieder in ihrem Dialekt zu Wort kommen. Ein wunderbares Buch mit einem guten Ende, hat sie doch wenigstens zum Schluss noch 2 m2 Eigentum für alle Ewigkeit…. Ich kann diese Buch jedem empfehlen und werde es ganz sicher auch Freunden schenken.
Rezensionen von _ich.lese_:
Fantasievolles Vorlesebuch
Toto und der Mann im Mond von Sasha; Julia Röntgen
Toto träumt jede Nacht vom Mann im Mond. Zusammen mit seiner Freundin erleben sie magische Abenteuer.
Ein wunderbares, besonderes Buch. Die Geschichten sind voller Magie, die Illustrationen sind ganz wunderbar und man kann so viel entdecken. Die Figuren, die in den Geschichten stecken sind vielseitig und liebenswert, auch wenn ich persönlich mir den Mann im Mond anders vorgestellt habe.
Ich liebe Gute-Nacht-Geschichten und bin froh dieses Buch mit meiner Schwester gemeinsam gelesen zu haben. Zehn wunderbar magische Geschichte, die so konzipiert sind, daß sie nichr aufregend sind, sondern zu träumen verleiten. Ich kenne der Autor als Sänger und finde seine Lieder und vor allem seine Stimme toll, daher kann ich mit sehr gut vorstellen, wie er das Buch vorliest. Ich muss mal schauen ob es das Buch auch als Hörbuch gibt. Für mich war es jedenfalls etwas besonderes und ich mochte es sehr gerne.
Rezensionen von yellowdog:
Eine deutsch-iranische Vater-Tochter-Beziehung
Terafik von Nilufar Karkhiran Khozani
Terafik ist ein gut geschriebenes, interessantes Buch und es ist ein autofiktionaler Text. Die Protagonistin heißt wie die Autorin und teilt ihre Erfahrungen, doch dadurch das es literarisch verarbeitet wird, wird das Buch zum Roman.
Im Mittelpunkt steht eine Reise in den Iran. Die in Deutschland geborene Nilufar reist mit Mitte 30 zum ersten mal in den Iran, um ihren Vater zu besuchen, der Deutschland vor langen verlassen hatte.
Es wird nicht linear erzählt. So erfährt man die Gründe des Vaters erst spät, Er lebte 20 Jahre in Deutschland und sah sich dann als gescheitert und kehrte in den Iran zurück.
Im Buch gibt es einige Whatsup-Nachrichten, die er seiner Tochter in gebrochenen Deutsch schrieb. So hielten sie Kontakt. Sein größter Wunsch war, dass Nlufar ihn und die Familie besucht.
Nilufars Reise und Empfindungen mit der Familie kann man dann hautnah folgen und verstehen. Ihre Beschreibungen sind sprachlich ausgefeilt.
Das hat mir gut gefallen.
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Ein Licht in finsteren Zeiten
Die Kinder des Don Arrigo von Ivan Sciapeconi
Dieser Roman über den 11 Jährigen Nathan der durch die Hilfe von Don Arrigo und den anderen Bewohnern der Villa Emma eine Chance auf ein neues Leben erhält hat mich sowohl beeindruckt als auch tief berührt. Die Bewohner der Villa Emma haben sich zum Ziel gesetzt so viele Kinder wie möglich vor den Fängen der Nationalsozialisten zu retten und ihnen eine Zukunft ohne Angst und verfolgung zu schaffen.
Immer wieder wird das Leid, die Angst aber auch die Hoffnung der Kinder auf eine Zukunft in Israel, in Sicherheit vor den Nazis geschildert.
Ich finde es immer wieder sowohl beängstigend als auch sehr spannend Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu lesen.
Besonders interessant finde ich hierbei immer wieder wie Kinder, die durch den Krieg ihrer Kindheit und Unschuld beraubt wurden die Geschehnisse wahrgenommen haben, versuchen das unbegreifliche für sich zu begreifen und einzuordnen. Das scheitern am Begreifen all des Hasses und der Gefahr derer sie ausgesetzt sind macht in meinen Augen die Schilderungen noch um einiges Intensiver.
Für mich war dieses Buch wirklich sehr interessant und gelungen.
Rezensionen von _ich.lese_:
Humorvolles Kinderbuch
Plötzlich wach! 1: Mit der Queen ne Kutsche kapern von Maja von Vogel
Annemie kann es nicht fassen, sie muss zu ihrer Oma ins Wachsfigurenkabinett ziehen. Kann es noch fader sein? Aber kaum ist Annemie angekommen stellt sie sonderbaren Verhalten bei den Figuren fest. Und eh sie sich versieht, ist die Queen verschwunden...
Mich sprach das Cover schon total an, dazu noch die vielversprechende Kurzbeschreibung und als großer Fan der inzwischen leider verstorbenen Queen wusste ich, ich will es lesen.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Eine sehr humorvolle, abenteuerliche Story. Dem empfohlenen Alter entsprechend leicht zu lesen machen wir gemeinsam mit Annemie die Figuren lebendig. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam erzählt, große Schrift, gute Kapitellänge. Ich kann mir gut vorstellen, das die jungen LeserInnen mit der Geschichte genausoviel Spaß haben wie ich. Ich kann Plötzlich wach jedenfalls sehr empfehlen und werde mal nach Teil zwei ausschau halten.











