Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
Wenn die Lüge zur Wahrheit wird
Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse von Mhairi McFarlane
Die Oberstufenlehrerin Roisin Walters hat das Gefühl ihren langjährigen Lebensgefährten Joe Powell nicht mehr richtig zu kennen. Joe hat es vom mittellosen Autoren zum erfolgreichen Drehbuchautoren und mit seinem neusten Projekt Roisin weit von sich gestoßen, denn er hat ein traumatisches Kindheitserlebnis von ihr verwendet, das sie nur ihm anvertraut hat.
Geschockt von dieser Erkenntnis, findet Roisin weitere Parallelen und stellt ihre Beziehung zu Joe in Frage. Auf der Suche nach der Wahrheit bittet sie Matt um Hilfe und verliert sich dabei selbst in ihrer Gefühlswelt.
Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse von Mhairi McFarlane war mein erstes und bestimmt nicht letztes Buch der Autorin. Der Einstieg ins Buch fiel mir jedoch nicht ganz so leicht, die Rückblende und die Vielzahl der Mitglieder des Freundeskreises hatten zuerst für Verwirrung gesorgt. Doch dies hat sich bald gelegt und ich konnte mich voll auf die Story konzentrieren, die in der ersten Hälfte eher in ruhig war und vor allem dafür sorgte, dass die Charaktere tiefgründiger gestaltet wurden und den Leser emotional näher kamen.
In der zweiten Hälfte des Buches zog dann auch die Story an und das Gespann um Roisin, Joe und Matt bekommt viel Aufmerksamkeit, vor allem Joe Powell war dabei ein spannender Charakter und auch Roisins Gedankenwelt war überaus interessant und hat in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken angeregt. Einige Entwicklungen konnten mich jedoch nicht ganz überzeugen, oder gingen mir am Ende zu schnell. Dennoch hat mich Between Us sehr gut unterhalten, sodass ich mit Sicherheit auch andere Werke der Autorin lesen werde.
Rezensionen von Nele33:
Alle Farben grau von Martin Schäuble
Mit " Alle Fraben grau" hat der Autor wieder einmal gezeigt wie einfühlsam und beindruckend er über aussergewöhnliche Themen schreiben kann. Denn nichts anderes ist die Geschichte von Paul, der sich mit nur 16 Jahren suizidiert.
Paul war schon immer anders als seine Alterskameraden, er war eigen, konnte sich stundenlang mit seinen Gedanken von der Welt abkapseln.
Es ist ihm nicht möglich soziale Kontakte über einen längeren Zeitraum zu halten. Nachdem es bei ihm zur Selbstgefährdung kommt, wird er zu seinem eigenen Schutz in die Psychiatrie eingewiesen, wo er endlich die richtige Diagnose gestellt bekommt, aber leider kommt sie zu spät. Paul ist da schon an der Welt zerbrochen.
Der Autor lässt in dem Buch auch Weggefährten von Paul zu Wort kommen, was es um so eindrücklicher und authentischer macht. Besonders seine Eltern fand ich in dem Kontext sehr stark.
Dieses Buch sollte auf jeden Fall in die Schullektüre aufgenommen werden, kommen die Jugendlichen doch häufiger als gedacht wird mit dem Thema Suizid in Kontakt. Psychische Erkrankunge werden leider auch heute noch gerade im Kinder -und Jugendalter viel zu häufig zu spät erkannt. Selbst Kinderärzte sind damit überfordert, und meinen "dies wächst sich aus"...ein fataler Irrtum.
Ein großartiges Buch mit einem schwierigen Thema excellent umgesetzt.
Rezensionen von Katzenmicha:
8.Fall von Steinböck seinem Team und Frau Merkel
Graffitikatz von Kaspar Panizza
In München wird in der Schickeria gemordet, ein Fabrikerbe wird tot aufgefunden -ein Unfall der Schlagzeilen macht.Der geheimnisvolle Streetart-Künstler Banksy streift durch Münchens Straßen und hinterlässt seine Werke, und Steinböck und sein Team ermitteln in einem verwickelten Mordfall. Dieser Fall läßt sie tief in die Abgründe des lokalen Adels,der Rockmusik und Tätowierkunst blicken.
Die Toten ein Fabrikantenerbe und ein Altrocker,dennen nach dem Mord- die tätowierte Haut abgezogen wurde.Ein weiterer Toter wird gefunden und Frau Merkel Kommissar Steinböcks Katze-die ein großer Fan von Banksky ist will ihn aufspüren.Bei ihren nächtlichen Streifzügen lernt sie seinen Bodyguard kennen, der einer von wenigen ist, der mit der Katz kommunizieren kann. Mit ihren Überredungskünsten kommt sie ihrem Idol sehr nahe.Und auch Steinböck selbst trifft bei den Altrockern auf alte Schulfreunde.Auf Kommissar Steinböck und sein Team kommt eine Menge Arbeit zu….
Es ist bereits der 8.Krimi mit Frau Merkel und Kommissar Steinböck und seinen tollen Team.Der Autor Kaspar Panizza hat auch hier wieder einen spannenden und bildhaften Krimi geschrieben.Sein fließender Schreibstil nimmt einen von der ersten bis letzten Seite mit.Ich bin Fan der ersten Stunde und freue mich immer wenn es neues zu lesen von Frau Merkel und Steinböck gibt.Sehr gerne 5 Sterne-aber ich hätte auch gerne noch mehr Sterne gegeben-wenns gehen würde.Nun muß ich leider wieder warten bis zum nächsten Buch der Reihe.
Rezensionen von LeserinLu :
Großartige neue Übersetzung!
Und dann gab's keines mehr von Agatha Christie
Zehn einander Unbekannte werden auf die Insel Soldier Island vor Devon eingeladen. Gastgeber ist ein Ehepaar namens Owen - oder doch nicht? Bald, nachdem die Gäste die Insel erreicht haben, stirbt die erste Person. Schnell wird klar, dass sie unter falschen Vorzeichen auf die Insel gelockt wurden und alle etwas zu verbergen haben.
Auf jedem Zimmer findet sich außerdem der Abzählreim der „zehn kleinen Kriegerlein“, die nach und nach immer weniger werden. Wer wird also das nächste Opfer sein? Und noch wichtiger: Wer ist der Mörder? Ein rasanter Thriller auf der einsamen Insel nimmt seinen Lauf, bis zum Schluss enthält er überraschende Wendungen und clevere Hinweise. Obwohl ich sonst keine Krimi- oder Thrillerleserin bin, hat mich mein erster Christie-Roman auf ganzer Linie überzeugt - das war eine spannende, aber nicht zu blutrünstige oder düstere Lektüre!
Rezensionen von Jule:
Queere Romance für zwischendurch
Stolen Kisses von Andreas Suchanek
"Stolen Kisses" ist ein Buch in dem deutlich wird, dass Liebe viele unterschiedliche Facetten hat und man für sie kämpfen sollte, wenn einem wirklich etwas an dem anderen Menschen liegt.
Mit Kai und Jannis hat Andreas Suchanek zwei Protagonisten geschaffen, die unterschiedlich und doch irgendwie gleich sind.
Beide haben so ihre Macken und "guilty pleasures", sind aber trotzdem absolut liebenswürdig. Sie sind sehr authentisch geschrieben, sodass ihre Emotionen und Gefühle zum Großteil gut nachvollziehbar sind. Ich für meinen Teil, habe sie sehr gemocht. Genau wie die Nebenprotagonisten, die die Geschichte noch viel farbenfroher gestalten und mich beim Lesen immer wieder zum Lachen gebracht haben.
Damit einhergehend mochte ich den Schreibstil auch sehr gerne. Er ist locker, leicht und macht das Lesen einfach. Leider wurden manche Themen für mich zu kurz angerissen und Sequenzen zu schnell beendet. Gerne hätte ich an den Stellen mehr gelesen. Nichtsdestotrotz wurde diese eine Nacht zwischen Kai und Jannis immer wieder an den richtigen Stellen eingebracht, sodass man als Leser noch mehr darüber erfahren hat, wie nah sich die Beiden wirklich gekommen sind.
Hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber auch noch einmal das Setting. Mit Berlin wurde die perfekte Stadt für dieses Buch gewählt und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ein Buch endlich mal in Deutschland und nicht irgendwo im Ausland spielt. Es hat sich einfach so nah angefühlt.
Alles in allem finde ich "Stolen Kisses" wirklich gelungen, auch wenn es an manchen Stellen ein bisschen repetitiv ist, harmoniert trotzdem vieles. Besonders die Protagonisten machen diese Buch zu etwas besonderem.
Eine Empfehlung für alle, die mal wieder ein Buch lesen möchten, bei dem man sich fallen lassen kann.
Rezensionen von MarcoL:
Neufundländische Idylle und ein perfider Mord. Dazu etwas Whiskykunde!
One for the Rock von Kevin Major
Sebastian Synard lebt in Neufundland. Er mag seine Heimat, liebt Bücher und Whisky über alles. Er betreibt sogar einen Blog, der zu einer Buchbesprechung gleich den passenden Whisky anpreist. Seinen Fans gefällt es; - und nach dem Lesen dieses Buches bin ich nun ebenfalls bestens darüber informiert.
Aber diese „Passion“ ist nur eine Randnotiz im Krimi. Denn es gibt eine Leiche. Allerdings ist man sich nicht so schlüssig, ob es vielleicht doch ein Unfall war. Erst als Synard selbst etwas auf den Pelz gerückt wird, scheint die Sachlage klarer. Und er wird irgendwie Ermittler wider Willen, darf Opfer und Köder gleichzeitig spielen. Die bittere Note dabei: Inspektor Olsen ist der neue Partner seiner Ex-Frau. Könnte bessere Konstellationen geben. Auch Synards Sohn ist nicht sehr begeistert von diesem Olsen, und will am liebsten bei Synard einziehen. Nachdem das nicht so einfach ist, und sein Sohn einen Hund möchte, natürlich entgegen den Interessen dessen Mutter … und das Geld knapp ist … und sein Sightseeing – Unternehmen erst gerade anläuft …
Denn gerade während einer geführten Tour mit einigen teilweise schon betagteren Touristen passierte eben jenes Unglück, das zuerst weder als Eigen- noch Fremdverschulden betitelt werden konnte. Und so schlitterte Synard hinein in die Geschichte.
Es ist ein amüsanter, kurzweiliger Krimi, hält die ein oder andere Überraschung parat. Als Leser ist man sich nie sicher, wohin die Reise führen wird. Zudem wird man mitgenommen auf Wanderungen an die Küste Neufundlands oder ein paar Sehenswürdigkeiten im Hauptort. Und dann eben immer wieder etwas Whiskykunde …
Die Sprache ist lässig locker, für meinen Geschmack zu Beginn etwas zu derb, aber das legte sich gleich mal. So kann ich diesen Krimi gerne als kurzweilige Lektüre empfehlen, perfekt zum Entspannen und den Tag ausklingen zu lassen. Man muss auch nicht unbedingt ein Freund der destillierten Getreidemaische sein, um das Buch zu mögen.
Und noch was: dieser Roman ist der Auftakt zu einer Serie rund um den Helden mit seinem Tourismusunternehmen „On the Rock(s)“.
Rezensionen von liesmal:
Dunkelheiten und Licht
Kleine Dinge wie diese von Claire Keegan
Die Buchbeschreibung hat mich total neugierig gemacht. Neugierig darauf, wie viel Wahrheit an den Gerüchten ist, was es mit den fragwürdigen Mädchen auf sich hat, die in der Wäscherei des irischen Klosters arbeiten, und vor allem natürlich auf die Entdeckung des Kohlenhändlers Bill Furlong im Kohlenschuppen des Klosters.
„Diese Geschichte ist den Frauen und Kindern gewidmet, die in irischen Mutter-Kind-Heimen und in Magdalenen-Wäschereien gelebt und gelitten haben.“
Meine Fragen werden auf eine andere Art beantwortet, als ich es erwartet hatte. Das, was sich im Kloster und in der Magdalenen-Wäscherei abspielt, lässt die Autorin Claire Keegan hinter den Mauern versteckt. Stattdessen erzählt sie die fiktive Geschichte von Bill Furlong und sagt damit so viel mehr, als ein Blick hinter die Mauern zeigen könnte.
Bill Furlong ist verheiratet und Vater von fünf Töchtern. Er ist Christ, arbeitet hart für seine Familie, hört nicht auf das Geschwätz anderer Leute und ist, obwohl er selbst keine Reichtümer sammeln konnte, immer großzügig gegenüber armen Menschen. Im Jahr 1985 macht Furlong dann die Entdeckung, die in der Buchbeschreibung erwähnt wird, die ihn zutiefst verstört und zu einer Entscheidung führt, deren Ausgang ungewiss ist.
Claire Keegan besitzt die Gabe einer großartigen Erzählkunst. Es gelingt ihr auch ohne große Worte die Dramatik dessen zu beschreiben, was sie zum Ausdruck bringen möchte. Das geschieht auf ganz einfache Weise. An vielen Stellen beschreibt sie die kleinen Dinge des Alltags und lässt dadurch scheinbar Nebensächliches zu ganz Besonderem werden.
Noch einmal zurück zu Bill Furlong: Seit seiner Kindheit begleitet ihn die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Vielleicht ist gerade das der Grund dafür, dass „Kleine Dinge wie diese“ trotz der Wucht und aller Traurigkeiten ganz wunderbar in die Weihnachtszeit passt.
Das Buch gehört zu meinen Lesehighlights des Jahres. Ich bin erstaunt, wie Claire Keegan ein so großes Thema in ein Buch packen konnte, das kaum mehr als 100 Seiten umfasst. Für mich eine Autorin, deren Name in Erinnerung bleibt.
Rezensionen von Lerchie:
Keine leichte Entscheidung
Das Band der Brüder von Ellin Carsta
Wir schreiben das Jahr 1940. Wilhelmine zieht kurzzeitig nach München, den dort hat sie die Möglichkeit des Kontaktes zu wichtigen Personen der Widerstandsbewegung. Allerdings ist das nicht der Hauptgrund des Umzugs. Um Ihr Pferd His Highness behalten zu können muss sie ein Springreiten gewinnen, denn ein NSDAP-Funktionär, hat ihren Vater praktisch zu dieser Wette gezwungen.
Wer gewinnt, darf das Pferd des Gegners behalten. Doch es gibt noch ein Geheimnis, das Paul Friedrich von Wilhelm Lehmann anvertraut bekommt. Und das muss er erst mal verdauen.
Gustav von Falkenbach und seine Frau bekommen ein gesundes Baby. Doch was er in dem Sanatorium, in dem er arbeitet, mitansehen muss, stellt ihn vor eine schwere Entscheidung.
Meine Meinung
Diese Fortsetzung der Falkenbach-Saga hat es wieder in sich. Geschrieben, wie immer, so, dass es keine Unklarheiten im Text gab, die meinen Lesefluss gestört hätten. Ich war wieder schnell in der Geschichte drinnen, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Gustav musste eine sehr schwere Entscheidung treffen, denn was ging vor: Familie oder seine Arbeitsstelle? Jeder, der sich mit der Nazi-Zeit etwas auskennt, wird wissen, was in diesem Sanatorium vor sich ging. Und Gustav musste mitmachen, andernfalls, ja was wäre andernfalls passiert? Dies wird der geneigte Leser in diesem Buch erfahren. Paul Friedrich ist noch nicht so hundertprozentig wieder auf den Beinen nach seinem Zusammenbruch, von dem wir im letzten Band gelesen haben. Wird er es schaffen ohne dieses Teufelszeug auszukommen? Und dann Wilhelmine, die gegen den Reiter des Nazi-Funktionärs antreten muss? Sie kennt eine Schwäche ihres Pferdes, doch die kennt der Reiter des Gegners eigentlich nicht, oder etwa doch? Auch dies wird der Leser beim Lesen dieses Buches erfahren. Die Spannung war im Buch von Anfang bis zum Ende da und es geht natürlich noch weiter. Auch bin ich gespannt, wie es mit Elisabeth und ihrem „Sohn“ Jojo weitergeht. Jeder, der die Vorgängerbände gelesen hat, wird wissen was ich damit meine. Auf jeden Fall warte ich schon jetzt auf den folgenden Band, denn geben wird es diesen bestimmt, davon gehe ich aus. Von mir eine Weiterempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.
Rezensionen von inya:
sehr gut
Florence Butterfield und die Nachtschwalbe von Susan Fletcher
Ich bin eigentlich kein großer Krimifan und tue mich etwas schwer mit Kriminalromanen. Doch dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, denn er ist so viel mehr als nur ein Krimi. Denn hier geht es um eine Lady, Florence Butterfield. Sie lebt nun in einer Seniorenresidenz und dort passieren komische Dinge und sogar einen Mord.
Nun beginnt die alte Lady zu ermitteln. Doch wie gesagt ist es nicht nur ein Krimi, sondern es geht auch um das Leben der Dame. Das Buch ist sehr interessant geschrieben, da es zum einen den Kriminalfall behandelt und zum anderen das bewegte Leben der Florence Butterfield aufzeigt. Das Lesen ist mehr sehr leicht gefallen, da es so schön geschrieben wurde. Ich wurde sehr gut von diesem Buch unterhalten, da es nicht langweilig war und für mich eine perfekte Mischung bot. Die Sprache des Buches fand ich sehr angenehm.
Rezensionen von dorli:
Ausflug in eine lebhafte Epoche
Um 1500 von Romedio Schmitz-Esser
Europa um 1500 - das Mittelalter verabschiedet sich langsam und macht Platz für die Frühe Neuzeit. Es gibt viel zu erzählen über diese dynamische Zeit, die geprägt war von grundlegenden Neuerungen und Umbrüchen. Bedeutende historische Ereignisse wie die Erfindung des Buchdrucks, die Reformation oder auch die Entdeckung Amerikas veränderten das Leben in Europa maßgeblich.
Romedio Schmitz-Esser startet den Ausflug in diese lebhafte Epoche nach einem kurzen Vorwort mit einem Überblick darüber, was den Leser auf den folgenden rund 500 Seiten erwartet. Er erklärt seine Herangehensweise an die Themen und welche Absicht er verfolgt.
Dann beginnt eine fesselnde Zeitreise. Begleitet wird man auf dem Rundgang durch die Jahre des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts von einem Zeitzeugen: Albrecht Dürer, der als bedeutendster Renaissancekünstler Deutschlands gilt, wird zum Reiseführer. Auszüge aus seinem umfangreichen Nachlass bilden die Grundlage für einen intensiven Blick auf das Leben und den Alltag um 1500.
Fakten über das Wachsen und Werden Dürers, über seine Familie, Freunde und Geschäftspartner, über seine Erlebnisse und Erfahrungen während seiner zahlreichen Reisen, über seine Denkweise, seine Lebensumstände und natürlich über sein Schaffen ergänzen die aufschlussreichen Texte in diesem Buch. Die insgesamt 50 Kapitel werden jeweils mit einem Werk des Nürnberger Künstlers eröffnet - hier wurde stets eine gute Wahl getroffen, die Abbildungen sind allesamt ein gelungener Aufmacher für das anstehende Thema. Auch gut gelungen: Dürer kommt immer wieder selbst zu Wort. Kurze Auszüge aus seinen Tagebüchern und Briefen bereichern die informativen Inhalte. Der Autor hat diese Textschnipsel in Dürers Sprache belassen - Worte, die ich nicht immer auf Anhieb verstanden habe, die mir aber eine willkommene Knobelei waren :-)
Romedio Schmitz-Esser wartet mit einer großen Themenvielfalt auf. Man begibt sich auf einen Streifzug durch alle Lebensbereiche - so gut wie alles, was die Menschen damals bewegt und beschäftigt hat, findet man in diesem Buch wieder. Man kann „Um 1500“ dank der in sich abgeschossenen Kapitel als Nachschlagewerk nutzen, es lässt sich aber auch ganz hervorragend wie ein Roman lesen, da sich die einzelnen Themen durch gelungene Übergänge prima aneinanderfügen. Für die Lektüre sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, da in die kurzen Kapitel sehr viele Informationen hineingepackt wurden, so dass ich mich manchmal ein wenig überfordert gefühlt habe von der Fülle an Wissen. Der Inhalt ist verständlich geschrieben und gut lesbar, so habe ich es zumindest überwiegend empfunden. Es gibt aber auch Passagen, da spürt man deutlich, dass der Autor Historiker und Kulturwissenschaftler ist. Ab und an gibt es Formulierungen, bei denen ich als geschichtsinteressierter Nichtwissenschaftler an meine Grenzen gestoßen bin und nachschlagen musste.
Ein umfangreicher Anhang rundet das Werk ab. Hier gibt es neben Anmerkungen und Bildnachweisen auch einen Personen- und einen Ortsindex sowie eine Bibliographie, die nach Themen sortiert ist. Nicht nur der Inhalt, auch die Aufmachung kann sich sehen lassen. Das Buch ist qualitativ hochwertig und dank der zahlreichen Abbildungen sehr ansprechend gestaltet.
„Um 1500 - Europa zur Zeit Albrecht Dürers“ hat mir sehr gut gefallen. Das Werk hält viele wissenswerte Informationen bereit und vermittelt einen umfassenden Überblick über den Beginn der Frühen Neuzeit - ich habe viel Neues erfahren und wurde zudem gut unterhalten.











