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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von _Le4_:

Guter Fantasy Roman mit Dark Academia Vibes

Starling Nights 1 von Merit Niemeitz

Im Buch geht es um Mabel, die von ihrer besten Freundin auf eine exklusive Studierendenparty geschleppt wird. Dort trifft sie auf einen jungen Mann namens Cliff, der sie vom ersten Moment an fasziniert. Bald darauf stellt sich jedoch heraus, dass Cliff eigentlich Blake heißt und dass diese exklusiven Partys scheinbar etwas mit einer geheimen Studentenverbindung zu tun haben.

Mabel ist fest entschlossen, herauszufinden, was es damit auf sich hat, vor allem jetzt, da ihre beste Freundin scheinbar immer mehr an dieser Verbindung beteiligt ist.

Das Buch behandelt Klassismus und Elitismus auf einem Level, das ich für ein Romantasy Buch angemessen finde. Dadurch, dass das Buch als Dark Academia beworben wird, finde ich es wichtig, dass diese Themen aufgegriffen werden. Es ist aber nicht so, dass es auf eine innovative Art aufgegriffen wird. Es wird dargestellt, wie Leute mit Geld mehr Macht akkumulieren und dann teilweise auf Leute, die ärmer sind, herabblicken. Es ist keine krasse Erkenntnis, aber auf jeden Fall passend.
Die Geschichte ist sehr atmosphärisch. Da sie sich auch ästhetisch von Dark Academia inspirieren lässt, ist das Setting sehr schön. Wir dürfen in Bibliotheken und den Campus von Cambridge abtauchen.
Sie ist spannend geschrieben und ich habe mitgefiebert, was Mabel herausfindet und es hat sich tatsächlich gefährlich angefühlt, wie sie immer mehr in den Fokus der Menschen in der Studentenverbindung gerutscht ist. Wie das Mysterium aufgebaut wurde, fand ich stimmungsvoll. Ich muss aber gestehen, dass diese geheimnisvolle Stimmung dann nach dem Reveal stark abgeflacht ist, was ich etwas schade fand, da das meiner Meinung nach eine große Stärke des Buches war.
Ich mochte die Beziehung zwischen Mabel und Cliff gerne. Dabei hat mir vor allem gefallen, dass die Dinge, die sie an der anderen Person mochten oder begehrt haben, sehr auf ihre Ausstrahlung und den Charakter bezogen war und weniger rein aufs Aussehen.

Das Buch ist nichts Neues, aber meiner Meinung nach atmosphärisch, gut geschrieben und wirklich unterhaltsam.

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Rezensionen von readpassion9:

perfides Spiel

Der Mentor von Svenja Diel

Schauplatz Heidelberg: Durch anhaltenden Regen werden die vergrabenen Leichen zweier Frauen aus der Erde gespült. Im Wald verscharrt, um niemals gefunden zu werden. Beide Frauen wurden brutal abgeschlachtet, in den Nacken wurden ihnen Zahlen eingeritzt. Schnell wird klar, dass es noch weitere Opfer geben muss.

Die Ermittler aus Heidelberg bekommen Unterstützung von einer Sondereinheit des LKA München um diesen brisanten Fall so schnell wie möglich aufzuklären.

Von Anfang an bietet der Thriller viel Spannung, ist aber auch ziemlich brutal und blutig. Die Verletzungen, die den Frauen zugefügt werden, die körperliche und psychische Gewalt ist schwer zu ertragen und definitiv nichts für zarte Gemüter.

Die Ermittler sind vier ganz unterschiedliche Typen, die sich zusammenraufen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass Nova Winter gerne Alleingänge macht. Ich fand die Protagonisten sehr gut gezeichnet, sowohl die Ermittler, als auch die anderen Beteiligten.

Der Plot ist so konstruiert, dass man sich bis zum Ende nicht sicher sein kann, wer als Drahtzieher infrage kommt. Ich konnte miträtseln und wurde immer wieder durch Wendungen überrascht.

Fazit: Fesselnder Thriller mit viel Spannung, ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Rezensionen von Island :

Auf nach Kanada

Wintertraum in Kanada von Ruth Bennett

Bei diesem Buch haben mich das schöne Cover mit der tollen Landschaft und der traumhaft gelegenen Hütte und der Schauplatz, das winterliche Kanada, direkt neugierig gemacht.

Die Protagonist:innen Sara und Paul beschließen nach einer Kanada-Reise dorthin auszuwandern und kaufen von Deutschland aus ein Haus an einem See, das sie bisher aber nur von außen und von Bildern aus dem Internet kennen.

Dort wollen sie ein Bed&Breakfast eröffnen, doch das Gebäude entpuppt sich als total marode. Zudem stehen kurz nach ihrer Ankunft dort auch schon diverse Überraschungsgäste aus ihrer alten Heimat vor ihrer Tür.

Die Umsetzung des Romans hat dann aber nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen. Ich habe mich auf einen winterlichen Liebesroman vor schöner Naturkulisse gefreut, bei dem dann auch nicht alles vollkommen realistisch sein muss, wenn es der Handlung gut tut. Aber leider waren mir Sara und Paul in ihrer Herangehensweise dann doch einen Tick zu naiv und unbeholfen, als dass ich mich noch wirklich in sie hineinversetzen konnte. Auch das mit den Überraschungsgästen war meiner Meinung nach etwas zu viel des Guten, hier hätte auch ein überraschender Besuch gereicht und ich hätte mir stattdessen gewünscht, dass die Erlebnisse in und mit der unbeschreiblichen kanadischen Natur im Winter noch mehr Raum einnehmen. Zugutehalten muss man dem Roman, dass sich, insbesondere unter den Einheimischen auch sehr liebenswerte Nebenpersonen befinden. Was den Schreibstil der Autorin angeht, war dieser grundsätzlich gut lesbar, es wäre aber hilfreich gewesen, Zeitsprünge auch zu kennzeichnen. Für einen verregneten oder verschneiten Nachmittag auf dem Sofa ist der Roman sicher eine nette Lektüre für zwischendurch.

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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Wahn und Wirklichkeit

Das Nachthaus von Jo Nesbø

Thriller, die mich von Anfang bis Ende begeistern können und richtig packen, gibt es leider nur selten. Immer wieder freue ich mich, wenn ich ein Werk in den Händen halte, das mich vollkommen überzeugt. Und der neue Roman „Das Nachthaus“ von Jo Nesbo, der v.a. durch seine Reihe um Harry Hole bekannt geworden ist, gehört definitiv dazu.

Allerdings warne ich vor: Der Thriller besticht in meinen Augen durch seine Irritationseffekte und dem Spiel von Wahn und Wirklichkeit. Man fragt sich ständig, was ist eingebildet, was ist real. Auf so etwas sollte man sich thematisch einlassen wollen. Es sagt bestimmt nicht jedem/jeder zu. Mir hat die Lektüre aber richtig Spaß gemacht, weil ich viele Motive entdeckt habe (z.B. das Traummotiv, das Motiv des künstlichen Menschen, die Thematisierung der Krankheit „Schizophrenie“), die bis in die Epoche der Romantik zurückreichen und weltliterarische Bedeutung haben (hier sei z.B. ein Verweis auf E.T.A Hoffmanns Werk „Der Sandmann“ gestattet, das ich in diesem Zusammenhang wärmstens empfehlen kann). Auch Anspielungen auf Kafkas „Verwandlung“ findet man. Klasse! Das hat das Buch von Nesbo noch zusätzlich einmal aufgewertet.

Schon auf den ersten Seiten schafft es der Autor, den Leser/ die Leserin maximal zu irritieren. Zwei Freunde spielen zusammen am Fluss und begehen einen Telefonstreich. Und dann wird einer der Jungen vom Telefon aufgefressen (ja, das ist kein Autokorrektur-Fehler) und verschwindet spurlos. Das ist zumindest das, was der Ich-Erzähler Richard der Polizei und seinen Eltern erzählt. Und als Leser fragt man sich natürlich zwangsläufig: Bildet sich Richard das ein? Was ist tatsächlich passiert? Steht Richard womöglich unter Schock, so dass ihm die Phantasie einen Streich spielt? Oder haben wir es etwas mit einem Horror-Roman zu tun, wo Übersinnliches als Handlungselement auftritt? Die Polizei vernimmt Richard und glaubt, er habe etwas mit dem Verschwinden seines Freundes zu tun. Natürlich glaubt ihm niemand seine Geschichte. Wahn und Wirklichkeit vermischen sich. Und ich war sehr auf die Auflösung gespannt, konnte mir aber aufgrund meiner Lesesozialisation aber schon früh denken, in welche Richtung sich das Werk entwickelt (was meine Lesefreude aber nicht getrübt hat, weil ich auf die Umsetzung des Themas gespannt war).

Geschickt ist natürlich auch die erzählerische Gestaltung. Da wir an Richards Perspektive gebunden sind und nicht von außen auf die Geschehnisse schauen können, können wir seine Wahrnehmung nicht überprüfen. Auch die Gespräche mit anderen Figuren erlauben keine Rückschlüsse darüber, was echt und was eingebildet ist. Es machte auf mich den Eindruck, als sei Richard in seiner eigenen Gedankenwelt gefangen und wir als Leser:in mit ihm. Und immer wenn man als Leser:in das Gefühl hat, das sich die Situation doch wieder normalisiert und womöglich endlich aufgeklärt wird, wird es doch wieder brüchig und man beginnt an den geschilderten Ereignisse zu zweifeln, weil man Richards Wahrnehmungen nicht vertraut. Man wird beim Lesen ständig verunsichert. Großartig! Und noch etwas, das hervorragend arrangiert wurde: Es gibt Wendungen, die die Erwartungshaltung der Leser noch einmal komplett durchbrechen und auf den Kopf stellen. Verschiedene Erzählebenen kommen plötzlich ins Spiel. Und ich wünschte mir einfach irgendwann nur noch, dass die Handlung irgendwie sinnvoll aufgelöst wird. Genial!

Und ich kann beruhigen: Die Auflösung am Ende lässt keine Wünsche offen. Alles ergibt Sinn und ist durchdacht, logisch und in sich schlüssig. Bitte mehr solcher Bücher! Und begleitend zur Lektüre kann man auch wunderbar über das Thema „Realität“ nachdenken. Was ist Realität? Ist sie überhaupt objektiv zu erfassen? Ist sie nicht eine individuelle Konstruktionsleistung des Gehirns? Und wer kann von sich eigentlich behaupten, dass die eigene Konstruktion von Wirklichkeit überhaupt stimmt. Von mir gibt es für dieses außergewöhnlich gelungene Werk 5 Sterne!

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Rezensionen von Vicky:

Irgendwann kennen wir uns nicht mehr

One Second to Love von Kristina Moninger

'One Second To Love' ist ein Liebesroman der bekannten Autorin Kristina Moninger. Außerdem bildet das Buch den Auftakt der New-Adult-Suspense-Serie 'Breaking Waves'

Ich finde das Cover traumhaft schön - vor allem vom 'richtigen' Buch. Das hier wird eines der seltenen Male sein, wo ich mir zusätzlich zum e-Book das Buch kaufen werde, und zwar die gesamte Reihe, denn sie sieht wunderschön aus und muss unbedingt in mein Bücherregal einziehen! Hier ist nicht nur das Cover gestaltet, sondern auch die Seiten selbst - so viel Pastel - ein Traum!

Die Geschichte umfasst einen Prolog und 32 Kapitel, in denen wir die fünf Freundinnen Avery, Isabella, Odina, Lee und Josie begleiten.

Dabei springen wir zwischen der Vergangenheit, den gemeinsam verbrachten Sommermonaten sowie der Gegenwart hin und her. In jedem Band dürfen wir eine der Freundinnen kennenlernen und mehr erfahren, begonnen wird mit Avery - dem 'German girl'. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und ich kam schnell voran - nichts anderes habe ich von der mir bereits sehr lieb gewonnenen Autorin erwartet. Ich war von der ersten Seite an von der Geschichte der Freundinnen bezaubert und in den Bann geschlagen. Ich fühlte mich am Anfang etwas an 'Pretty Little Liars' erinnert - falls das wer kennt. Aber das Gefühl verflog sehr schnell wieder und die Geschichte entwickelte sich mit jeder Seite weiter. Auch zu sehen, wie die Figuren in der Jugend beschrieben sind und sich dann als Erwachsene geben, war interessant zu beobachten. Die Entwicklung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen ist gut gelungen, die Unterschiede deutlich zu erkennen. Ich habe interessiert verfolgt, wie das zarte Pflänzchen der Gefühle zwischen Ave und Jack in der Jugend zu diesem riesigen Chaos im Erwachsenenleben wird. Hier bekommen wir mal nur Avery's Sicht der Dinge und Beobachtungen geliefert. Ich bin bereits sehr gespannt auf die anderen Bücher, wo wir die Freundinnen aus den Augen der anderen kennenlernen dürfen - das wird bestimmt sehr interessant und spannend. Weiter geht es mit Isabella, auf sie freue ich mich sehr, denn sie ist hier viel zu kurz gekommen.

Meine Rezension möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch abschließen:
Manchmal konnte man nur überleben, indem man so tat, als wäre alles in Ordnung. Und manchmal konnten Dinge so auch wirklich wieder in Ordnung kommen.

Fazit: Einmal begonnen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand geben. Ich musste unbedingt mehr über Avery erfahren, aber auch das Verschwinden von Josie wollte aufgeklärt werden. Eines von beiden habe ich bekommen, für das andere besorge ich mir jetzt gleich mal den zweiten Band und stürze mich wieder auf die Insel Harbour Bridge und erkunde sie sowie die Freundschaft der Mädchen mit jedem verstrichenen Sommer mehr!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Genuss statt Leistung

Skitouren-Schmankerl von Thomas Neuhold

Der Doyen des Alpinjournalismus, Thomas Neuhold, stellt in diesem Buch „seine“ liebsten 100 Skitouren vor. Dabei hat er - wie er sagt - eine höchst subjektive Auswahl getroffen. Sein Motto lautet: „Genuss statt Leistung“.

Seit einigen Jahren erfreut sich das Skitouren-Gehen immer größerer Beliebtheit.

Deshalb sind bereits zahlreiche Bücher über diesen, vom Hobby weniger Freaks zu einem Sport für viele, gewordene Freizeitbeschäftigung, erschienen. Leider zeigen es auch die Unfallzahlen, dass sich immer mehr Menschen in die verschneite Landschaft begeben, ohne ausreichend vorbereitet zu sein. Deswegen ist es Thomas Neuhold ein Herzensanliegen, den Skitourengehern, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, die wichtigsten Verhaltensregeln zu predigen. Ja, predigen ist wohl der richtige Ausdruck, denn man kann es nicht oft genug sagen: Auf die richtige Planung kommt es an. Was nützt die beste (teuerste) Ausrüstung, wenn man die Regeln Lawinen- und Wetterkunde nicht kennt? Eben!

Jede Tour enthält eine verbale Beschreibung, Informationen zu Ausrüstung und Einkehr, ein Foto und eine Kartenskizze, nicht ohne die nochmalige Aufforderung, jede Tour auch ordentlich zu planen.

„Gut geplant, gut vorbereitet und gut ausgerüstet macht eine Skitour in Summe einfach mehr Spaß. Risikomanagement hat auch einen hedonistischen Faktor. Lasst euch nicht stressen, auch von der Gruppe nicht. Das Leistungsprinzip soll im Tal bleiben, niemand muss dem anderen etwas beweisen. Im Gegenteil: Wer Bedenken oder eigene Probleme nicht thematisiert, handelt fahrlässig und gefährdet sich und andere. Die Anzahl der Herzerl und Likes stehen übrigens dann auch nicht auf dem Grabstein.“

Das Buch ist in Klappenbroschur erschienen und enthält auf Vorsatz- Nachsatzseiten jeweils eine Landkarte, in der die 100 Touren eingezeichnet sind.

Fazit:

Diesem Buch, in dem Thomas Neuhold seine 100 liebsten Skitouren zeigt, gebe ich gerne 4 Sterne.

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Rezensionen von froschman:

Politthriller

Skorpion von Matt Basanisi; Gerd Schneider

David Keller, Schweizer Bundesermittler sowie Mafia-Experte, und Andrea Monti von der DEA, der amerikanischen Drogenvollzugsbehörde, treffen sich mit einem Informanten in einer Kirche. Unmittelbar nach diesem Treffen wird der Informant vor der Kirche erschossen! In Antwerpen werden zeitnah drei Tonnen Kokain sichergestellt und in der Schweiz nimmt sich ein Pilot vermutlich das Leben.

Der Pilot war angeblich der Privatpilot des Schweizer Ex-Bankers Walter Baumann, der in Verdacht steht, mit Rauschgiftkartellen in Südamerika und Italien zusammenzuarbeiten.
Aus einem Routinefall wird ein komplexer Fall, der alle bisherigen internationalen Verschwörungen in den Schatten stellt, die Geheimdienste aller wichtigen Länder arbeiten mit- und gegeneinander, jeder will sein eigenes Süppchen kochen.
Basanisi und Schneider haben einen hervorragenden Thriller geschrieben, von Anfang an mit enormer Spannung. Vor allem David Keller hat große Sympathien hervorgerufen. Die Komplexität der Handlung erfordert eine große Konzentration, man wird allerdings mit einem gut durchdachten Thriller belohnt.

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Rezensionen von miriamB:

Irgendwie erwartet man mehr...

Regen von Ferdinand von Schirach

Ein Mann landet komplett durchnässt in einer Bar und beginnt einen Monolog.
Er erzählt, schwadroniert, wechselt das Thema, schweift immer wieder ab, redet, grantelt und lamentiert. Wichtiges vermischt sich mit Nebensächlichkeiten, Existenzielles wird ebenso erwähnt wie Erinnerungen, die nicht verblassen wollen – irgendwie geht es um alles.

Aber um alles immer nur ganz kurz. Nichts wird vertieft. Es gibt keine Antworten, keine Gegenrede.
Schirach reduziert sich auf gewohnt stilvolles, geistreiches und oft sehr melancholisches Gedankenkreisen.

Natürlich regt dieser Text zum Nachdenken an und - natürlich! - ist er sprachlich brillant und somit durchaus lesenswert (deshalb auch 4 Sterne), aber trotzden blieb ich nach 50 Seiten Monolog und 60 Seiten Interview irgendwie buchunzufrieden zurück.

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Rezensionen von Ruth:

Anspruchsvolle Lektüre

Unsereins von Inger-Maria Mahlke

Ein Roman, der in Lübeck Ende des 19. Jahrhunderts spielt, lässt unwillkürlich an „ Die Buddenbrooks“ denken. Mit dieser Assoziation liegt man nicht falsch, hat Inger- Maria Mahlke doch eine Art Gegenentwurf zu Thomas Manns weltberühmten Roman geschrieben.
Allerdings beschränkt sich die in Lübeck aufgewachsene Autorin nicht nur auf das gehobene Bürgertum der Stadt, sondern nimmt auch die Bediensteten in ihren Blick.

Die Erzählung setzt ein im Jahr 1890 und führt bis ins Jahr 1906. Im Zentrum steht die wohlhabende Familie Lindhorst, kinderreich, konservativ und kaisertreu. Friedrich Lindhorst ist Rechtsanwalt; mit seiner Frau Marie hat er sechs Söhne und zwei Töchter. Als Anwalt hat Lindhorst nicht den Stand, den ein reicher Kaufmann einnimmt und ein Hindernis für eine politische Karriere ist auch seine jüdische Herkunft . Diese Tatsache steht aber nicht so im Vordergrund, wie der Klappentext vermuten ließe, sondern wird von Inger- Maria Mahlke nur ganz subtil angedeutet. Marie Lindhorst ist von ihrer Aufgabe als Haushaltsvorstand und Mutter ( „ Irgendwann waren es zu viele, um alle zu lieben, wie man soll.“) überfordert; monatelang ist sie wegen psychischer Probleme in Sanatorien. Auch die Kinder weichen zum Teil vom vorgezeichneten Lebensweg ab, dabei fehlt es nicht an Tragik .
Die Autorin blickt mit einem leicht spöttischen Blick auf die Lübecker Gesellschaft. So ist Marie Lindhorst die „ Tochter des berühmtesten Dichters aller Zeiten“. Das Denkmal von ihm ragt hoch über den nach ihm benannten Platz in der Stadt. Stolz ist man hier auf den berühmten Sohn, auch wenn man sich außerhalb Lübecks über ihn nur lustig machen sollte. „ Millionen mit Keitels Worten bestickte Geschirrhandtücher können nicht irren.“ Tatsächlich ist dieser Dichter, im Roman heißt er Keitel, bei Thomas Mann Hoffstede, Emmanuel Geibel, den man heute lediglich als Verfasser des Liedes „ Der Mai ist gekommen“ kennt.
Noch weitere Familien und deren Lebenswege verfolgt die Autorin in ihrem Buch. Dabei zeigt sich das enge gesellschaftliche Korsett, in das letztendlich alle gezwängt sind. Frauen betrifft das allerdings in größerem Maße, auch das zeigt die Autorin . Vereinzelt gelingen Ausbruchsversuche, so z.B. einer jungen Frau, die nach dem Tod ihres Vaters über ein Erbe verfügt, das sie unabhängig sein lässt. Sie veröffentlicht kleine Geschichten aus dem Alltag einer Kurstadt, allerdings unter männlichen Pseudonym.
Der Roman erzählt auch von den wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. So vom Bau des Kaiser - Wilhelm - Kanals, der die Nordsee und die Ostsee miteinander verbindet, was anfangs zu Widerstand in Lübecks Senat führt. Bekommt doch dadurch Hamburg einen direkten Zugang zur Ostsee. Auch wird die Einführung von Wasserclosetts in den Haushalten kontrovers diskutiert. Wenn, dann sollte nur die gehobene Bürgerschicht in den Genuss kommen, die Bedürfnisse der Arbeiterschaft kümmern die Herren Senatoren nicht.
Die aber haben ihre Fürsprecher in der aufkommenden Sozialdemokratie. Im Buch ist deren Vertreter ein ehemaliger Metallarbeiter, „ Unser aller Unheil“, wie Lindhorst seinem Sohn erklärt.
Inger - Maria Mahlke gibt dieser gesellschaftlichen Gruppe den gebührenden Raum. Hier treten Bedienstete nicht nur als Nebenfiguren auf. Das Dienstmädchen Ida im Hause Lindhorst begleitet uns die ganze Zeit. Ausführlich wird deren tägliche mühselige Arbeit beschrieben, Tag und Nacht muss sie bereit stehen für ihre Herrschaft. Verständlich, dass sie davon träumt, diesen Verhältnissen zu entkommen. Im Arbeiterbildungsverein lernt sie heimlich Tippen und Stenografie und hofft auf eine Anstellung als Tippmamsell.
Oder der Lohndiener Charlie Helms, der mit seiner Liste der für den gesellschaftlichen Verkehr in Frage kommenden Familien eine wichtige Rolle spielt. Doch er stürzt über seine homosexuellen Neigungen.
Auch der Ratsdiener Isenhagen bekommt neben seiner Arbeit ein aufregendes Privatleben bei Inger- Maria Mahlke.
Thomas Mann darf im Roman natürlich nicht fehlen. Als eitler und arroganter Schüler , Pfau“ genannt, hat er seinen Auftritt; im Schlepptau immer einen Mitschüler, seinen „Schatten“. Jahre später kehrt er als erfolgreicher Jungschriftsteller in seine Heimatstadt zurück und liest aus seinem Werk. Der Roman „ Die Buddenbrooks“ sorgt für Unruhe in Lübeck, da einige sich darin wiedererkennen. „ Es ist das Spiel der Saison. Bei jedem Dinner werden nach dem Dessert Papier und Stifte ausgeteilt. Wer- ist- wer im Roman.“ In Buchhandlungen gibt es sogar „ sogenannte Lektürehilfen“ zu kaufen.
Die Erzählweise ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Sprachlich orientiert sich die Autorin an dem Stil von Thomas Mann, auch an dessen Ironie, unterbricht dabei immer wieder den altertümlichen Duktus mit modernen Wendungen. Die Vielstimmigkeit vermittelt zwar ein breites Panorama, erschwert es dem Leser aber, den Überblick zu behalten.
Hat Inger- Maria Mahlke in ihrem 2018 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „ Archipel“ eine ungewöhnliche Struktur gewählt, die Geschichte wurde rückwärts aufgerollt, so folgt sie hier ganz traditionell der Chronologie. Dabei gibt es immer wieder Sprünge innerhalb des Erzählten.
Von einer intensiven Recherche zeugt der Detailreichtums des Romans. So entsteht ein plastisches Bild jener Zeit und von den verschiedenen Gesellschaftsschichten.
Dem Roman vorangestellt ist ein ausführliches Personenverzeichnis, auf das man während der Lektüre immer wieder zurückgreifen muss.
Zu loben ist der Verlag für die Buchgestaltung. Das Vorsatzpapier zeigt zwei alte Stadtpläne von Lübeck.
Trotz kleiner Kritikpunkte ist der Autorin mit „ Unsereins“ ein umfassendes Porträt der Lübecker Gesellschaft zur Kaiserzeit gelungen , eine anspruchsvolle Lektüre, die einen aufmerksamen Leser erfordert.

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Rezensionen von Tara:

Gute Ansätze

Good Inside - Das Gute sehen von Becky Kennedy

„Good Inside - Das Gute sehen“ ist ein interessanter Erziehungsratgeber der Psychologin und Mutter Dr. Becky Kennedy.
Da ich selbst drei Kinder habe und jeden Tag vor neuen Herausforderungen stehe, war ich sehr gespannt auf das Buch.

Zunächst geht es um die Grundprinzipien guter Erziehung und im Anschluss, wie sich Verbundenheit aufbauen lässt und Verhaltensweisen verändern lassen.

Dabei wird eine Vielzahl von wichtigen Themen angesprochen, bei denen mit Sicherheit jede Mutter und jeder Vater innerlich schon einmal um Hilfe gerufen hat.

Der Ratgeber ist sehr gut strukturiert, so dass es gut möglich ist sich für bestimmte Situationen gezielt zu suchen. In den beschrieben Situationen wird sich sicherlich jedes Elternteil mal mehr und mal weniger wieder finden. Dr. Becky Kennedy zielt immer wieder darauf ab, seinen Kindern mit Liebe und Respekt zu begegnen und weniger ihnen Grenzen zu setzen. Das gefiel mir sehr gut.
Was mir weniger gefiel, war, dass sie den Eltern unterstellte in viele Situationen erst einmal eher negative Gedanken gegenüber ihren Kindern zu haben, ich aber glaube, dass die meisten zunächst versuchen sich in ihre Kinder hineinzuversetzen.

Insgesamt bietet der Ratgeber eine Menge Input und auch wenn ich nicht in allen Punkten mit der Autorin übereinstimme, konnte ich einiges für mich mitnehmen.

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