Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PMelittaM:
Hier regiert zu sehr der Zufall
Mord in der Wiener Werkstätte von Beate Maly
Wien, 1906: Lili Feigl lebt in armen Verhältnissen, der Vater ist zwar Künstler, trinkt und spielt aber, so dass er sich mit Fälschungen und schmuddeligen Bilder mehr schlecht als recht durchschlägt. Lili hat das Glück durch Zufall eine Stelle als Putzfrau bei den Frauen der Wiener Werkstätte zu erhalten.
Dort findet sie eines Tages eine Leiche.
Max von Krause stammt aus verarmtem Adel und arbeitet bei der Wiener Polizei. Er muss nicht nur einen Fälscher finden, auch ein verschwundener Ring und eine Leiche in der Wiener Werkstätte fordern seine Aufmerksamkeit.
Der Roman ist der Beginn einer neuen Reihe um Lili Feigl und Max von Krause. Die beiden haben mir gut gefallen, sie versuchen das beste aus ihrer Situation zu machen, haben aber auch Hindernisse zu überwinden. Gut gefallen hat mir auch das Setting, über die Wiener Werkstätte wusste ich bisher so gut wie nichts, jetzt habe mich über den Roman hinaus damit beschäftigt. Auch der weitere historische Hintergrund ist passend, vor allem das Leben der Frauen wird thematisiert.
Leider hat mir der Kriminalfall nicht gefallen. Am Anfang habe ich mich noch gespannt gefragt, was dahinter stecken könnte, miträtseln ist aber kaum möglich, da es so gut wie keine echten Ermittlungsergebnisse gibt. Hier spielt vor allem der Zufall eine Rolle, und das ist gar nicht meins, vor allem, wenn sich die Zufälle häufen. Auch die Auflösung selbst kann mich nicht überzeugen.
Leider basiert die Auflösung des Kriminalfalls für mich zu sehr auf Zufällen, nur das Setting und die Protagonist:innen konnten mir gefallen. Für einen Kriminalroman ist mir das persönlich zu wenig, da gibt es deutlich bessere, diesen hier kann ich daher nur eingeschränkt empfehlen
Rezensionen von F.H.:
Wunderschönes Bilderbuch für Eltern
Felsenfest von Nora Imlau
Da ich schon den ersten Teil "Goldrichtig" aus Nora Imlaus neuer Reihe bei Dressler Illustro gelesen habe, war meine Erwartungshaltung an den zweiten Teil "Felsenfest" entsprechend hoch. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht! Gleich wie im ersten Band finden sich wunderschöne, entlastende Inputs für Eltern darin.
Neu ist hier, dass auch wunderbare Gedichte von Imlau zu finden sind. Die Illustrationen sind einfach toll und man kann das Buch entweder als Geschenkbuch betrachten. Oder als Buch für einen selbst, wie ich es nutze. Man kann es immer wieder zur Hand nehmen, darin lesen, es einfach durchblättern und durchatmen. Bei manchen Texten fühlte ich mich direkt ertappt und bekam eine andere Sichtweise auf manche Erziehungsfragen. Nora Imlau schreibt nie belehrend, immer auf Augenhöhe und es tut einfach so gut, in ihren Büchern zu lesen. Klare Leseempfehlung für alle Eltern!
Rezensionen von peppi:
hat mich nicht überzeugt
Melken von Sanna Samuelsson
ich habe mich mit diesem Debüt von Sanna Samuelsson sehr schwer getan.
Mir ist es nicht gelungen einen wirklichen Zugang zu Ellen zu finden.
Ellen, die sich nach einer gescheiterten Beziehung, in ihr Elternhaus, deren jetzige Besitzer in Urlaub sind, einschleicht, verstehe ich einfach nicht.
Ihre Vergangenheit existiert nicht mehr so wie sie sie in Erinnerung hat. Sie ist verschwunden, wirkt aber trotzdem nach. Die Stellen an deren Ellen sich an ihre Kindheit erinnert empfand ich als sehr gut erzählt. Auf der anderen Seite konnte ich viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Auch die Begegnung mit Max, dem Jugendfreund, war für mich merkwürdig.
Ich glaube, ich habe das Buch nur zu Ende gelesen , weil es nicht sehr umfangreich war. Bei einem dicken Buch hätte ich mit Sicherheit vor dem Ende abgebrochen.
Fazit: Das war kein Buch für mich!
Rezensionen von Ameland:
Teneriffa mal anders
Wenn das Leben dir eine Orange gibt, mach Sangria daraus von Jana Portas
Nach der Trennung von ihrem Freund bricht plötzlich ein Shitstorm der besonderen Art über Mia herein. Sie braucht eine Pause und Abstand, da hört sich das Angebot, mehrere Wochen Housesitting auf Teneriffa doch perfekt an. Aber von Mitbewohnern war in der Anzeige keine Rede gewesen.
Jana Portas ist mit dieser Geschichte ein wunderschöner Wohlfühlroman aus der Feder geflossen.
Ihre Charaktere sind so unterschiedlich wie das Leben sie eben hervorbringt, teils skurril, teils liebenswürdig und hilfsbereit, aber auch voller Neid oder Missgunst. Manche Personen kämpfen mit ihren Problemen und Traumata. Aber trotz allem verliert die Geschichte nicht ihre Leichtigkeit und wird immer wieder durch humorvolle Szenen aufgelockert.
Was mir besonders gefallen hat, ist dass ich Teneriffa fernab des Massentourismus erleben durfte. Ich habe nicht nur sehr viel über die schützenswerte Flora und Fauna der Insel erfahren, sondern auch etwas über ihre Geschichte und Legenden.
Der Tourismus ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits leben die Insulaner davon, aber andererseits geht er zu Lasten der Ursprünglichkeit und der Natur. Außerdem treibt er die Lebenshaltungskosten in die Höhe. Ein Problem mit dem Teneriffa nicht alleine dasteht.
Wenn das Leben dir eine Orange gibt, mach Sangria daraus ist nicht nur ein Liebesroman, sondern eine tolle Mischung aus bildreicher und bildhafter Landschaftsbeschreibung, charakterstarker Personen, dabei voller Humor und auch Spannung.
Rezensionen von Tara:
Spannend & magisch
Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte von Skye McKenna
„Cassandra Morgan - Die magische Flöte“ ist nach „Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel“ der zweite Band der australischen Autorin Skye McKenna mit ihrer Protagonistin Cassandra Morgan.
Ich denke, dass es sinnvoll ist zunächst den ersten Band zu lesen, da Band zwei direkt an diesen anschließt und mit ein wenig Hintergrundwissen die Handlung besser verständlich ist.
Die Protagonistin Cassandra Morgan gehört einer Familie von Hexen an. Neben ihr sind auch wieder ihre Freunde Rue und Tabitha mit dabei. Gemeinsam stürzen sie sich in ein fantastisches, spannendes und magisches Abenteuer.
Im Dorf Hagley sorgt ein Fluch für Aufregung, der die Bewohner nach einem gefährlichen Artefakt suchen lässt. Von diesem müssen die Dorfbewohner befreit werden.
Der Schreibstil von Skye McKenna ist sehr lebendig und voller Fantasy. Sie beschreibt die Umgebung, die Fabelwesen und Sagengestalten so detailliert, dass die Atmosphäre richtig greifbar wird. Diese war dieses Mal deutlich düsterer als im vorherigen Band.
Cassandra hat sich im Verlauf der Handlung auf eine großartige Weise weiterentwickelt. Es ist so schön zu erleben, wie sie und ihre Freunde sich ergänzen, gemeinsam agieren und zusammenhalten.
Ein Highlight ist hier auch wieder die Buchgestaltung. Neben einem wundervollem Buchschnitt hat die Illustration Viktoria Gavrilenko die einzelnen Seiten liebevoll mit ihren Zeichnungen umrahmt.
Wir sind jetzt schon ganz gespannt auf den dritten Band, der allerdings leider erst im November diesen Jahres erscheinen wird.
Rezensionen von Tara:
Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche
Am helllichten Tag von Peter Probst
Nachdem der Vater der Journalistin Toni gestorben ist, findet sie in seinem Nachlass einen Brief mit einem rätselhaften Geständnis. Toni beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass in ihrer Heimatstadt Pirmasens in Rheinland-Pfalz in den Sechzigerjahren drei Kinder spurlos verschwunden sind und die Fälle wurden nie aufgeklärt wurden.
Nun beschäftigt sich die Journalistin Toni mit diesen, da aus den Briefen ihres Vaters hervorgeht, dass er etwas mit dem Verbrechen zu tun hat. Toni kann die Vergangenheit nicht einfach auf sich beruhen lassen.
Gleichzeitig kommt es zu einem weiteren Verbrechen, das bei mir für Gänsehautmomente sorgte. Interessant ist dabei die Vorgehensweise der Polizei im Vergleich zu den Verbrechen in der Vergangenheit.
Nachdem ich einmal angefangen hatte zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören.
Der Schreibstil von Peter Probst liest sich leicht und hat mich von Beginn an gefesselt.
Er erzeugt eine bedrückende und beklemmende Atmosphäre, die dadurch, dass man weiß, dass es sich nicht um reine Fiktion handelt verstärkt wird.
Toni ist eine sympathische Protagonistin. Sie, sowie die übrigen Charaktere, werden authentisch und facettenreich dargestellt und die Dialoge machen die Handlung lebendig.
Die Ereignisse stecken voller Wendungen und Überraschungen, so dass keine Längen aufkommen und ein wahrer Lesesog entsteht.
Mir hat die Kombination aus Fakten und Fiktion sehr gut gefallen. Der Autor hat beides gelungen miteinander verbunden und nebenbei noch ein wenig der Pirmasenser Stadtgeschichte mit eingebaut. Wer Spannung mag und gerne in die Abgründe der menschlichen Psyche blickt, für den ist dieser Kriminalroman genau das Richtige.
Rezensionen von Gabriela:
Berührend
Rührung von Herwig Oberlerchner
Ein fulminant gelungener Abriss einer Autobiographie, der offenherziger, be-, anrührender nicht sein könnte. Ein Sieg (Gewinn) der Heranreifung. Äußerst feinsinnige, spannend gestrickte Assoziationsketten. Auch das Kreuz des Nationalsozialismus, das der Protagonist und viele Generationen auf den Schultern trägt, ist so spannend und nachvollziehbar geschildert, wie ich es noch nie gelesen habe.
Wunderschönes Werk!
Wagt es! - Das Wagnis.
Rezensionen von Piet1990:
Ein Perspektivwechsel, der nachwirkt
Mit anderen Augen von Jane Tara
„Mit anderen Augen“ ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman, der sich intensiv mit Wahrnehmung, Beziehungen und persönlichen Sichtweisen beschäftigt. Im Mittelpunkt steht weniger die äußere Handlung als vielmehr die Frage, wie unterschiedlich Menschen dieselben Situationen erleben und deuten.
Der Schreibstil ist klar und zurückhaltend, oft sehr reflektierend.
Besonders gut gefallen hat mir, wie fein die inneren Gedanken und Emotionen der Figuren herausgearbeitet werden. Viele Szenen wirken leise, aber genau dadurch sehr eindringlich.
Das Tempo ist eher ruhig, was gut zur Thematik passt, an manchen Stellen aber auch etwas Geduld verlangt. Dafür entsteht eine dichte Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt.
Fazit:
Ein stiller Roman über Perspektiven, Missverständnisse und das Verstehen anderer. Wer sich auf eine ruhige, introspektive Geschichte einlassen möchte, findet hier eine berührende und nachhaltige Lektüre.
Rezensionen von BR:
kein angenehmes Lesen
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen
Die körperliche Nähe war schon lange aus der Ehe von Erika und Jan verschwunden. Trotzdem kam es für sie sehr überraschend als Jan ihr an einem letzten Urlaubstag offenbarte dass er seit ca. anderthalb Jahren eine Beziehung mit der jüngeren Marie hat.
Mich haben zwei Dinge gestört: Zum einen der Schreibstil mit vielen verschachtelten, langen Sätzen.
Ich wollte ein Beispiel zitieren habe dann aber aufgrund der Überlänge nur die Anzahl der Worte gezählt: 94 Worte! (Seite 92/93) Was soll man mit solch einem Satz anfangen?
Und die Hauptperson Erika deren Gedanken die ganze Geschichte tragen blieb mir unsympathisch. Wir lesen die ganze Zeit larmoyante und aggressive Betrachtungen ihrer jetzigen Situation. Besonders ihre Gedanken Marie gegenüber waren derbe und beleidigend.
Es war für mich kein angenehmes Lesen so dass ich froh war dass das Buch weniger als 200 Seiten hatte.
Rezensionen von Piet1990:
Intensiv, ruhig und voller Zwischentöne
Ultramarin von Ann-Christin Kumm
„Ultramarin“ ist ein leiser, sehr atmosphärischer Roman, der vor allem über Stimmungen und innere Prozesse funktioniert. Die Geschichte nimmt sich Zeit, die Figuren und ihre Gedanken zu entfalten, und verzichtet dabei bewusst auf große dramatische Wendungen.
Besonders gefallen hat mir die dichte, fast melancholische Atmosphäre.
Die Sprache ist ruhig, klar und gleichzeitig sehr bildhaft, sodass viele Szenen lange im Kopf bleiben. Vieles wird eher angedeutet als direkt ausgesprochen, was dem Buch eine besondere Tiefe verleiht.
Allerdings erfordert die Erzählweise Geduld. Das Tempo ist langsam, und nicht jede Passage trägt gleichermaßen zur Spannung bei. Dafür entsteht ein intensives Gesamtbild, das vor allem durch seine Zwischentöne wirkt.
Fazit:
Ein ruhiger, stimmungsvoller Roman, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre überzeugt. Ideal für Leser:innen, die sich auf leise, reflektierende Geschichten einlassen möchten.











