Kunden em pfehlungen
Rezensionen von robertp:
Einfach pure
Jil Sander. Eine Annäherung von Maria Wiesner
Das ist keine Autobiografie. Die Autorin Maria Wiesner – Journalistin u.a. bei FAZ und Publizistin – nennt ihr Buch eine „Annäherung“. Aus Meldungen, Dokumenten, Interviews und persönlichen Gesprächen wird ein Lebenswerk dokumentiert, welches die deutsche Modewelt geprägt und über Europa hinaus bekannt gemacht hat (auch in Wien gibt es noch ein kleines Geschäft mit den Insignien Jill Sander auf der Kärntnerstraße).
Heidemarie Jiline Sander kommt in Wesselburen (Schleswig-Holstein) zur Welt und die einfache und raue Landschaft in der sie die ersten Lebensjahre verbringt, ehe sie nach Hamburg übersiedelt, prägen das Mädchen. Die Mutter lässt sich scheiden und mit dem neuen Mann an ihrer Seite beginnt ein neues Leben in der Großstadt. Jiline – ein Name der nur selten gewählt wird – wird Textilingenieurin und zieht danach in die USA. An der Westküste studiert sie, an der Ostküste beginnt sie beim drittgrößten Verlag Amerikas zu arbeiten. Als ihr Stiefvater schwer krank wird, kehrt sie nach Deutschland zurück und beginnt eine Karriere, die für Deutschland und Europa außergewöhnlich ist. Jil Sander macht sich mit 24 Jahren selbstständig, erweitert ihr Unternehmen um Beautyprodukte (Parfum, Creme) und bringt es an die Börse. Sie ist die erste Frau in Europa der all das gelang.
Was eine Seminararbeit für die Uni werden kann, wird durch den persönlichen Eindruck der Beschreibenden zu einem stimmungsvollen Buch. Das Leben der Designerin wird ergänzt um Eindrücke zu den Befindlichkeiten und Lebensumständen mit denen sie konfrontiert wird. Viele Exkurse beschreiben die Akteure der Modewelt, die Welt der fashion shows und (nur kurz) ihr Privatleben.
Die „Sander“ ist eine Ikone wie Coco Chanel oder Helena Rubinstein. Mit dem klaren schlichten Design „erlöst“ sie die erfolgreichen Frauen vom opulenten Stil der Nachkriegsjahre.
Es ist erstaunlich welche ihrer Ideen (shop in shop, Boutique Design, Design der Parfumflakons) bis heute Einfluss auf die Modewelt haben.
Das Buch liest sich unterhaltsam und ich finde viele neue Informationen aus der Modewelt darin. Hunderte von Anmerkungen zeigen den Aufwand, den die Autorin für die Recherchen gemacht hat. Allen, die über die Modewelt (nicht nur Deutschland) mehr wissen und das Leben einer Persönlichkeit näher kennen lernen wollen, ans Herz gelegt.
Rezensionen von robertp:
Exotisches Sri Lanka
Die sieben Monde des Maali Almeida von Shehan Karunatilaka
Das Titelbild, eine bunte Orgie verschiedener Farben zeigt ein Gesicht, eine Maske oder den Teufel. Es zieht die Aufmerksamkeit auf sich und entführt den Leser in ein exotisches Land – Sri Lanka.
Der Sri Lanker Fotograf Malinda (Maali) Almeida ist tot und steht nun in der Schlange vor der Himmelstür , einem Tresen wie im Krankenhaus und versucht sich in diesem Traumzurechtzufinden.
Er weiß nicht weshalb er gestorben ist und hat nun sieben Monde ( 7 Tage) Zeit, um sich in diesem Labyrinth zurechtzufinden und seine brisanten Informationen weiterzuleiten.
in Sri Lanka herrscht 1983 (bis 2009) Bürgerkrieg und er hat als Journalist und Fotograf einige brisante Aktionen der Kriegsparteien dokumentiert. Seine Fotos können viele prominente Emporkömmlinge stürzen, vielleicht sogar den Krieg beenden. Warum und wie er gestorben ist wird ihm erst am Ende des Romans enthüllt.
Es ist ein schwierig zu lesender Roman. Die verschiedenen Kriegsparteien und die Lage in Sri Lanka erfordern etwas Vorabinformation. Eine Hilfe dazu findet sich am Ende des Buches, wo die handelnden Personen und ein Glossar aufgelistet sind. Auch die Religion (Hinduismus) wird im letzten Kapitel (Mond) angeschnitten und als erlösendes Element von Maali angenommen.
Der Schreibstil eine Art Icherzählung im Genetiv erfordert einiges an Gewöhnung und bleibt für mich bis zum Schluss anstrengend zu lesen.
Das Thema des vor der Himmelstür Wartenden wird in vielen anderen Büchern verarbeitet (z.B Klune: Das unglaubliche Leben des Wallace Prize). Das vorliegende Buch ist sicherlich eines der am schwierigsten zu Lesenden dieses Genre.
Rezensionen von robertp:
Schmutzige Pariser Luft
Paris Requiem - Kriminalroman (Eddie Giral 2) von Chris Lloyd
Das Titelbild zeigt den Eifelturm, der rechter Hand von zwei Flugzeugen angesteuert wird. „Paris Requiem“ spielt 1940 und die Stadt ist von den Deutschen besetzt. Der Polizist Edouard „Eddie“ Giral lebt in einer Stadt die vor allem eines ist – korrupt. Eddie muss einen Mord an einem alten „Kunden“ aufklären, der eigentlich im Gefängnis sein sollte.
Bei den Recherchen stellt er fest, dass eine ganze Bande unter seltsamen Umständen aus der Haft entlassen worden ist. Eddie wird immer mehr der Spielball von Mächten, denen er sich nicht erwehren kann. Die deutschen Besatzer drängen mit drei Abteilungen (Aufklärung, SD und Gestapo) auf Aufklärung und der Kopf der Verbrecherbande Capeluche hat seinen Sohn in seiner Gewalt. Wie kann er sich und seinem Gewissen entsprechend gegen diese Übermacht stellen, was kann er tun um weitere Morde zu verhindern?
Chris Lloyd hat hier einen historischen Kriminalroman geschrieben, der spannend bis zur letzten Seite zu lesen ist. Die Gefühlswelt, die Zerrissenheit in der sich Eddie befindet wird lebhaft und einfühlsam beschrieben. Die Schwierigkeiten zu ermitteln, wenn jederzeit Aufgaben und Auftraggeber wechseln, werden eindringlich geschildert Die Nöte und Ängste der Pariser werden bildhaft beschrieben, Ihre immer eingeschränkter Versorgungssituation und die Angst vor den Deutschen werden drastisch geschildert.
Im Roman werden auch historische Ereignisse verarbeitet die zusätzlich die Komplexität der Ermittlungen zeigen. Auf der Suche nach einem alten Freund entdeckt Eddie ein Massengrab an afrikanischen Soldaten der französischen Armee und während der Zeremonie zum Waffenstillstandstag kam es dann auch zu den geschilderten Ausschreitungen der Wehrmachtssoldaten an den Studenten.
„Paris Requiem“ ist allen zu empfehlen, die historische Krimis mögen. Besonders ans Herz gelegt all jenen, die sich ein Bild von der Lebensituation der Pariser in der Zeit des VICHY-Frankreichs machen und gleichzeitig einen Thriller lesen wollen.
Rezensionen von Minigini:
Amüsant geschrieben - trotzdem spannend
Müll von Wolf Haas
Mein erster Brenner-Krimi von Wolf Haas beginnt trotz eines Leichenteilefunds auf dem Müllplatz ziemlich lustig. Der Erzähler philosophiert darüber, ob es ok ist, wenn das menschliche Knie statt im Sperrmüllbehälter, im Bioabfall oder Kompost gelandet wäre. Trotz des humorvollen Tonfalls, der sich durch das ganze Buch zieht, handelt es sich um einen einigermaßen Krimi mit verschiedenen Erzählsträngen und Einblicke in das Privatleben von Brenner.
Wie schon erwähnt, wird die Geschichte von einer (nicht näher definierten) Person erzählt, man gewinnt den Eindruck, dass es sich um einen Mitarbeiter der Mülldeponie handeln könnte. Ein bisschen hat mich gestört, dass bei manchen Sätzen das Prädikat weggelassen wurde - das hat manchmal den Lesefluss unterbrochen.
Abgesehen davon, hatte ich den Roman in wenigen Tagen gelesen und das Ende war dann doch anders als erwartet.
Rezensionen von Mabla59 :
Emotional aufwühlend
Eine Vorzeigefamilie von Rochus Hahn
In "Eine Vorzeigefamilie-Schein und sein meiner Eltern" schildert Rochus Hahn die Kindheit von ihm und seinen Brüdern.
Eine Kindheit, die es so in den 1960ern bestimmt häufig gab.
Eben "mehr Schein als Sein" und "Wie's drinnen aussieht,geht niemanden etwas an".
Die glücklichste Zeit erlebt die ganze Familie, als der Vater gemeinsam mit der ganzen Familie beruflich nach Amerika auswandert. Hier kann er sich ganz seiner Affinität zu Karl May und seinen Werken hingeben. Sogar seine Kinder haben indianische Zweitnamen.
Doch als die Familie wegen der besseren schulischen Ausbildung der Kinder wieder zurück nach Deutschland geht, beginnt die Unterdrückung der Familie.
Mit Gewalt gegen die Kinder, während die Mutter still leidet.
Die Szenen sind manchmal schwer zu lesen und lassen Leser:Innen wie mich, die zur gleichen Zeit Kind waren, aber in einer glücklichen Familie aufgewachsen sind, sprachlos zurück.
Rezensionen von Arambol:
Sachlich, wenig spannend
Die Spiele von Stephan Schmidt
"Hoffnung war so etwas wie die Kakerlake unter den Gefühlen, einfach nicht totzukriegen."
Eigentlich als Kriminalroman auf dem Buch-Cover angekündigt, entpuppt sich der Roman "Die Spiele" von Stephan Schmidt beim Lesen als eine recht spannungsarm geschriebene Erzählung ohne echte Höhepunkte.
Dennoch hat die Lektüre einige interessante und geschichtlich relevante Handlungsstränge zu bieten. Ich hatte bislang noch nie von den sogenannten "Madgermanes" gehört.
So werden in Mosambik rund 15.000 Vertragsarbeiter bezeichnet, die seit 1979 in der damaligen DDR arbeiteten. Sie wurden nach der Wende durch die Bundesrepublik ausgewiesen. Die DDR blieb diesen Arbeitern den größten Teil ihres zustehenden Lohns schuldig.
Aufgrund des sehr sachlich und ausgesprochen nüchtern gehaltenen Schreibstils benötigt es einiges an Konzentration um der verzweigten, zunehmend komplexer werdenden Handlung überhaupt folgen zu können.
Leider ziehen sich zudem einige Passagen enervierend langatmig dahin, die Erzählung kommt hier kaum voran.
Nur mit einer gehörigen Portion Geduld und Selbstdisziplin bleibt man bis zum Schluss dieses Romans dabei.
Da auch die handelnden Personen eher blass charakterisiert bleiben, fällt die Immersion mit der Handlung und eine Identifikation mit den Protagonisten deutlich schwer.
Fazit: Für einen Kriminalroman leider zu langatmig und dabei auch nicht wirklich spannend und überzeugend. Eine eher sachlich abgehandelte Mordermittlung. Schade.
Rezensionen von hasto:
Laura Trinder/ Benjamin Read: "Mitternachtsstunde 1. Emily und die geheime Nachtpost"
Mitternachtsstunde 1: Emily und die geheime Nachtpost von Laura Trinder und Benjamin Read »Trindles & Read«
E
mily hat eine verrückte Mum und einen langweiligen Dad, dazu eine große Klappe, die sie immer in Schwierigkeiten bringt. Als plötzlich zuerst ihre Mum nach einem mitternächtlich erhaltenen Brief spurlos verschwindet, macht sich Emilys Dad auf die Suche nach ihr. Auch er bleibt verschollen, so sucht Emily den Arbeitsplatz ihres Dads auf und erfährt, dass das Gebäude der Nachtpost für über 100 Jahren abgerissen wurde! Ganz auf sich alleine gestellt, findet sie den Weg in die verborgene Welt der Mitternachtsstunde und trotzt allen Widerständen, um ihre Eltern wiederzufinden!
Band 1 einer spannenden Fantasy-Reihe, für Kinder ab 9 Jahren!
Rezensionen von hasto:
Timo Parvela: "Kepler 62. Buch 1: Die Einladung"
Kepler62 - Die Einladung von Timo Parvela; Bjørn Sortland
In einer nicht so fernen Zukunft leben Ari und sein kleiner Bruder so ziemlich auf sich alleine gestellt. Als sie endlich eine Kopie des Computerspiels erwischen, das alle spielen und sogar Level 99 knacken, steht die größte Entscheidung ihres Lebens an! Ein Leben in einer heilen Welt – fernab von den Vorgaben der Regierung, die alles kontrolliert.
Sie entscheiden sich dafür, aber ist das wirklich die Zukunft, die ihnen bevorsteht?
Teil 1 einer fantastisch-dystopischen Reihe des finnischen Bestsellerautors Timo Parvela. Düster, spannend und kritisch – für Kinder ab 10 Jahren empfohlen!
Rezensionen von hasto:
Anne Becker: Luftmaschentage
Luftmaschentage von Anne Becker
Matea wohnt erst seit kurzer Zeit in der Stadt und kennt noch niemanden. Aber alle kennen sie, denn sie ist die Pfarrerstochter. Außerhalb von zuhause spricht Matea kein Wort, außer mit ihrer Schulfreundin Caroline. Als Ricci Matea dabei erwischt, wie sie den Baum ihres Nachbarn einhäkelt, spricht sie auch mit Ricci.
Und das ist eine große Überraschung für alle, denn Mateas Schüchternheit lässt sich selten überwinden. Ricci und Mats sind gut füreinander, auch wenn Mateas Mutter das skeptisch sieht. Doch Ricci hat große Geheimnisse und nur langsam öffnet sie sich Mats gegenüber und erst dann, als es zu spät ist!
Häkeln als Mission gegen das Verstummen – der eigenen Stimme, wie auch der Stimme in einer ungleichen Gesellschaft – ein wunderbarer Jugendroman!
Rezensionen von hasto:
Axie Oh: "Das Mädchen, das in den Wellen verschwand"
Das Mädchen, das in den Wellen verschwand von Axie Oh
Jedes Jahr, wenn die Stürme beginnen, wird das schönste Mädchen der Gegend als „Braut des Meeresgottes“ geopfert.
Das kann Mina nicht zulassen, denn die Braut, die dieses Jahr geopfert werden soll, ist die heimliche Liebe ihres großen Bruders. Stattdessen wirft sie sich in die Wellen und kommt in das Reich des Meeresgottes.
Doch diesen von seinem Fluch zu befreien, verlangt alles von Mina ab und kostet sie fast das Leben, denn sie hat nur wenig Zeit ihre Aufgabe in dem Geisterreich zu erfüllen.
Romantisches, zeitgenössisches Märchen aus der chinesischen Sagenwelt!











