Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Skurrile Geschichte
Das Geschäft der Toten von Alain Mabanckou
Der kongolesische Schriftsteller Alain Mabanckou lässt in seinem Roman "Das Geschäft der Toten" die Verstorbenen aus ihren Gräbern steigen, um sich an korrupten Lebenden zu rächen.
Wir begleiten Liwa Ekimakingaï, den Küchengehilfen im Hotel Victory Palace in Pointe-Noire, der am Abend des kongolesischen Nationalfeiertag die geheimnisvolle Adeline in einem Nachtklub trifft.
Ganz Gentlemen, begleitet er sie nach Hause und findet sich am nächsten Morgen in einen Sarg, auf dem Weg Richtung Friedhof Frère-Lachaise wieder.
Seiner eigenen Beerdigung zuzusehen? Klingt doch ein wenig schräg, oder?
"Von Weitem siehst du deinen Leichnam unter einem Unterstand aus Palmblättern liegen, umgeben von weinenden Frauen im fortgeschrittenen Alter. Der Anblick einer solchen Körperhaltung gefällt dir gar nicht, und du weigerst dich, zu glauben, der Leichnam, an dem hier Totenwache gehalten wird, sei deiner, der von Liwa Ekimakingaï."
Wer jetzt noch irritiert den Namen des Friedhofs liest und an den in Paris denkt, hat recht, denn dieser Roman ist auch eine bitterböse Satire auf die französische Kolonialzeit.
"Diese Erde gehörte den Schwarzen, die anderen Rassen sind gekommen, um uns auszulöschen, weil wir schön, stark, tapfer und gastfreundlich waren. (…) Der Herr ist hier bei uns, mit uns! Die Weißen haben alles auf der Erde verdorben mit Kriegen, Sklaverei, Nazismus, Kolonialismus und seinen bizarren Auswüchsen!"
Der Autor Alain Mabanckou kehrt mit diesem Buch erneut in seine Heimatstadt Pointe-Noire in der Republik Kongo zurück, aus der er Ende der 1980er-Jahre zwecks Jura-Studium nach Paris aufgebrochen ist.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Roman, der skurrile Begegnungen im Zwischenbereich von Diesseits und Jenseits beschreibt, 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Weckt nicht erfüllbare Hoffnung
Arthrose endlich heilen von Wolfgang Feil; Tobias Homburg
Als Betroffene (Arthrose Stadium IV in beiden Kniegelenken) war ich natürlich auf dieses Buch sehr neugierig. Ich finde den Titel schon recht provokant und frage mich daher, ob das Buch, das halten kann, was er verspricht. Denn so überbordende Beschreibungen wie "bahnbrechend", "perfekt", "revolutionär" oder gar "wundervoll" wirken auf mich reißerisch und befremdlich.
Der Beginn liest sich wie ein Auszug aus dem Chemie-Buch und die Autoren sind keine Ärzte. Wolfgang Feil ist Biologe und Tobias Homburg Physiotherapeut.
Die Tabellen sind zum einen Teil interessant, zum anderen aber, wenn man wenig naturwissenschaftliche Kenntnisse, kaum zu verstehen. Da braucht es schon einen "Übersetzer" wie Arzt, Apotheker oder Ernährungsberater.
Dass Reduktion von Alkohol- und Fleischkonsum Entzündungen im Körper verringern bzw. erst gar nicht entstehen lassen kann, ist jetzt keine bahnbrechende Neuigkeit. Auch regelmäßige, gelenkschonende Bewegung hilft, chronische Schmerzen zu verringern. Beides habe ich unter (fach)ärztlicher Aufsicht selbst ausprobiert und gute Erfolge damit erzielt.
Nicht glauben kann ich, dass Knorpeldefekte (sogenannte Knorpelglatzen) nur durch eine entsprechende Ernährung von selbst heilen und der Knorpel nachwächst. Aufgrund seiner Beschaffenheit (fehlende Blutversorgung) kann sich der Knorpel nicht selbst reparieren.
Witzig finde ich die "Frolox-Familie", diese Zeichnungen sollen gute Bausteine der Nahrung symbolisieren. Die fünf (!) Basis- und neun (!) Einstiegsrezepte zeigen in die richtige Richtung, sind aber für eine komplette Ernährungsumstellung viel zu wenig.
Was bei mir aber einen schalen Nachgeschmack hinterlässt und mich wirklich stört, sind die drängenden Empfehlungen zur Einnahme von teuren Nahrungsergänzungsmitteln, die - oh Wunder - von einer im Familienbesitz befindlichen Firma vertreiben werden. Das stellt für mich persönlich die Glaubwürdigkeit der Methode infrage. Da helfen auch noch so viele Erfahrungsberichte dankbarer Patienten nicht. Im Gegenteil, die wirken wie bezahlte Anzeigen aus der Werbung.
Conclusio:
Dass eine allgemein gesunde Lebensführung mit einer vernünftigen, entzündungssenkenden Ernährung sowie gezielten Bewegungsübungen, ergänzt von einer evtl. erforderlichen Gewichtsreduktion einer Arthroseerkrankung vorbeugen oder eine Verschlimmerung verhindern kann, wird wohl ohnehin niemand abstreiten wollen. Dass man durch Einnahme von teuren Nahrungsergänzungsmitteln eine „Heilung“ von Arthrose herbeiführen kann, muss ich mit einem Zitat aus Goethes Faust quittieren:
„Die Botschaft hört ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ (Faust I/J. W. Von Goethe)
Fazit:
Diesem Buch, das bei vielen von Arthrose geplagten Schmerzpatienten vermutlich nicht erfüllbare Hoffnungen weckt, kann ich wegen der unsäglichen subtilen Werbung für Nahrungsergänzungsmittel aus der eigenen Firma nur 2 Sterne geben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine erzählte Dorfgeschichte
Goisern von Marion Wisinger
Erstmalig in der 39-jährigen Geschichte der „Kulturhauptstädte Europas“ schließen sich 23 Gemeinden im ländlich geprägten inneralpinen Raum zu einer Kulturhauptstadt zusammen: Das Salzkammgut und seine Orte sind Kulturhauptstadt 2024. Aus diesem Anlass kann man aus einer Vielzahl von Büchern wählen.
Eines davon ist erzählt von den Menschen in Goisern, heute Bad Goisern. Autorin und Historikerin Marion Wisinger begibt sich auf Spurensuche der Bewohner in der Zeit zwischen 1900 und 1950.
Im Vorwort beschreibt sie, welche Wege sie beschreitet, um ein Bild des Ortes im Laufe dieser 50 Jahre zu erhalten. Sie stöbert in Archiven und fragt Menschen aus Goisern (aus). Viele behaupten, sich selbst nicht zu erinnern, aber jemanden zu kennen, der sich mit „sowas“ beschäftigt.
Goisern ist ein ganz normaler bäuerlicher Ort, der seit Jahrhunderten vom Salz und Holz geprägt ist. Tradition ist den Goiserern wichtig. Doch auch modernen Errungenschaften, wie dem Fahrrad ist man nach anfänglicher Skepsis durchaus zugetan. Man hat eine evangelische und katholische Kirche und seit 1931 Luftkurort und Heilbad. (Der begehrte Namenszusatz BAD wird allerdings erst 1955 gewährt.)
Das Ergebnis dieser Recherchen sind 50 Jahre Ortsgeschichte, die ohne Weltgeschichte nicht existieren könnten und die in sechs Kapitel eingeteilt sind.
1900-1914
1914-1918
1918-1933
1933-1938
1938-1945
1945 und danach
In diesen Kapiteln kommen unterschiedliche Quellen zu Wort, was durch verschiedene Schriftarten zum Ausdruck gebracht wird, was auch schon im Vorwort zu sehen ist. Leider ist nicht vermerkt, wofür oder für wen diese unterschiedlichen Schrifttypen stehen. Da hätte eine Legende ein wenig Klarheit bringen können.
Neben Auszügen aus Briefen, Sitzungsprotokollen oder seltenen Tagebucheintragungen fließen die Chroniken des Ortes in dieses Buch ein. Für die späteren Kapitel bedient sich die Autorin der Aufzeichnungen der „Oral History“. Auch die alte Architektur oder was davon übrig geblieben ist, fließt in diese Chronik ein. Gut ausgewählte Abbildungen von Personen, die den Ort mitgestaltet haben, der Umgebung sowie persönliche Erinnerungsfotos bereichern dieses Buch.
Diese unterschiedlichen Quellen bilden ein sehr heterogenes Bild von Goisern, das wie durch ein Kaleidoskop betrachtet scheint. Doch genau diese Collage macht den Reiz dieses Buches aus. So vielfältig wie die Menschen an sich, sind hier die Perspektiven auf Goisern. Dabei verschweigt Marion Wisinger weder Kriegsverbrechen aus dem Ersten noch aus dem Zweiten Weltkrieg sowie den Umgang damit. Goisern ist ja nicht der einzige Ort in Österreich, in dem „man ja nichts gewusst hat“ oder „niemand dabei gewesen ist“. Eine Haltung, die weit verbreitet ist und der Goisern lediglich als ein Beispiel dient.
Das Buch ist in gediegener Ausführung im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen. Das Hardcover besticht durch sein haptisches Erleben als Leinenprägung. Das Cover zeigt einen Blick auf Goisern als schwarz-weiß-Foto, das sich auf dem hinteren Buchdeckel als Farbfoto wiederfindet.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser erzählten Ortsgeschichte 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Beuge die Regeln und lebe!
Die Hoffnung der Chani Kaufman von Eve Harris
Nachdem Chani Kaufmann gegen alle Widerstände (und ohne jüdischen Heiratsvermittler) ihren Baruch Levy geheiratet hat, warten alle Verwandten (und vor allem Baruchs Mutter) auf die erlösende Bekanntgabe einer Schwangerschaft. Denn, was ein geachteter Rabbi sein will, der muss viele Kinder haben. Nun ja, sein Anteil an einer Schwangerschaft ist relativ gering.
Leidtragende sind immer die Frauen in der jüdisch-orthodoxen Welt, die im Durchschnitt jedes Jahr ein Kind zur Welt bringen. Aufgrund der zahlreichen religiösen Vorschriften, die auch das Eheleben reglementieren, sollte es eigentlich bei nahezu jedem Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft kommen, denn Sex ist nur während des engen Zeitfensters rund um den Eisprung gestattet. Doch ein Kind will und will sich nicht einstellen.
In ihrer Verzweiflung wenden sich Chani und Baruch an eine nicht-jüdische Fruchtbarkeitsklinik. Hier erfährt Chani das erste Mal Grundlegendes über ihren Zyklus aus medizinischer und nicht aus religiöser Sicht. Nach verschiedenen Tests ist klar, Chanis Eisprung ist viel zu früh, nämlich schon am achten Tag nach der letzten Blutung.
„Aber Gott kann sie nicht schwängern, meine Liebe. Das kann nur Sex.“
Chani biss die Zähne zusammen:
„In meiner Welt kann Gott alles. Und IHM muss man gehorchen. Was einen frühen Eisprung zu einem echten Problem macht.“
Denn die jüdischen Gesetze verlangen, dass sich der Mann seiner Frau erst nach dem 12. Tag und der rituellen Reinigung nähern darf. Wie sollen die beiden den Teufelskreis unterbrechen?
Der Rabbi, den Chani und Baruch um Rat fragen, verschanzt sich hinter den Vorschriften. „Nur HaSchem kann diese Dinge entscheiden.“ Daraufhin platzt Chani der Kragen und schnauzt den Rabbi an „Aber das stimmt nicht! Ihr Rabbis seid diejenigen, die die Gesetze machen!.“
In einem zweiten Handlungsstrang begleiten wir die ehemalige Rebbetzin Rivka Silbermann, die selbst genügend Probleme hat: Sie hat ihren Mann Chaim und die Kinder verlassen, weil eben genau die vielen Vorschriften das weitere Zusammenleben mit dem ultra-orthodoxen Ehemann, der sie anlässlich einer Fehlgeburt beinahe verbluten hat lassen, weil blutende Frauen als unrein gelten, für sie unmöglich machen.
Sie lebt, wie vor ihrer Hochzeit mit Chaim, säkular und wird deswegen von der ultra-orthodoxen Gemeinde angefeindet. Die Einmischung der Gemeindemitglieder geht so weit, dass man Rivka auflauert und ihr die Finger bricht, damit sie endlich in die Scheidung von Chaim einwilligt. Chaim soll nach Willen der Gemeinde eine respektable Witwe aus der Nachbarschaft heiraten. Die Gemeinde verbietet den Kindern den Umgang mit Rivka.
Da trifft es sich gut, dass Chani der verfemten Rebbetzin Rivka Silbermann über den Weg läuft. In Rickas winzigem Apartment, das nun ohne jüdische Merkmale wie die Mesusa am Türstock, auskommt, führen Chani und Rivka ein Gespräch, das Chani einen Weg finden lässt, HaSchem (also Gott) auszutricksen.
„Die Rabbis machen die Regeln. Nicht HaSchem. Männer sagen dir, wann du Sex haben darfst und wann nicht! Also hast du die Wahl. Lass zu, dass die Regeln dich und deine Ehe zerstören, oder beuge sie ein wenig und lebe.“
Meine Meinung:
Wie schon im Vorgänger sorgen die zahlreichen, für Nichtjuden unbekannten Regeln und Vorschriften, für so manches Kopfschütteln. Einige davon sind „hausgemacht“ wie der Druck von Baruchs Mutter, die ihre Schwiegertochter von Beginn abgelehnt hat. Immerhin hat Baruch hier Zivilcourage bewiesen und Chani gegen den Widerstand geheiratet hat. Also darf gehofft werden, dass die beiden die Vorschriften im richtigen Sinn beugen.
Neben den oben geschilderten Ereignissen in London gibt es noch den Handlungsstrang von Avromi, Rivkas und Chaims ältesten Sohn, der nach seinem „Fehltritt“, sich in eine nichtjüdische Studentin zu verlieben, nun in Israel lebt. Doch den bislang umsorgten und einigermaßen weltfremden Avromi überfordert das ausgelassene und laute Leben in Israel. Er findet Aufnahme bei einem älteren Ehepaar, das ihn langsam und behutsam in die säkulare Welt des Judentums einführt.
Gut gefallen haben mir die vielen eingestreuten jüdischen Begriffe, die in einem ausführlichen Glossar gut übersetzt und beschrieben sind.
Das Buch ist sehr einfühlsam geschrieben und erklärt völlig unaufdringlich die Reihe von jüdischen Geboten und Verboten, die das Eheleben bestimmen. Ich war bis jetzt nicht ganz unbelesen, was diese Vorschriften anbelangt, doch die Vielzahl dieser oft für Nichtjuden barbarisch anmutenden Regeln, lassen mich tiefes Mitgefühl mit den Frauen haben. Erschreckend ist, wie unvorbereitet junge Menschen wie Chani und Baruch in eine Ehe gestoßen werden. Da muss schon auch den Müttern der Vorwurf gemacht werden, dass sie zumindest ihre Töchter nicht besser aufklären. Immerhin haben sie selbst Ähnliches durchgemacht. Die Mütter hätten es in der Hand, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Für die Jungs wäre die gute alte Tradition so mancher Adeliger oder Großbürger, die ihre Söhne ins Bordell geschickt haben, auch nicht schlecht.
Über diese Selbsthilfegruppen, die jüdischen Frauen dabei hilft, aus ihrer orthodoxen Ehe zu entkommen, habe ich schon gelesen bzw. eine TV-Doku gesehen.
Meine persönliche Meinung ist, Fundamentalismus – egal in welcher Religion – ist meistens für die Frauen menschenverachtend und daher entschieden abzulehnen.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser gelungenen Fortsetzung wieder fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von tonton:
Klassiker für Kinder erzählt
Stolz und Vorurteil von Disney; Jane Austen
Klassische Märchen neu zu erzählen ist Disneys Kerngeschäft und mit "Stolz und Vorurteil" versucht die Firma, ein Klassiker für Erwachsene an Kinder zu vermitteln.
Die Idee finde ich recht gut. Hier ist eine Geschichte, die Mutter und Kind gleichzeitig genießen können. Kinder bekommen dadurch einen ersten Kontakt mit einem Weltliteraturklassiker und können später das Buch selber lesen.
Die Umsetzung ist aber meiner Meinung nach nur teilweise gelungen. Ich finde die Bilder sehr schön. Bei einem Disney Buch hat man natürlich hohe Erwartungen und hier habe ich für die visuelle Darstellung nur Lob. Die Bilder sehen wie Malereien aus und sind im quasi impressionistischem Stil gemalt.
Weniger gelungen ist der Text. Es gibt zu viele Figuren für eine Kindergeschichte und manchmal hätten ein bisschen mehr Details und Erklärungen geholfen, die Geschichte besser zu verstehen.
Rezensionen von Buchchecker :
Tiefgründige und charakterorientierte Fantasy-Geschichte
Die Waldläuferin von Janis Nebel
"Ein Mörder. Eine Gestaltwandlerin. Ein Schicksal, das sie verbindet."
"Wandelblut - Die Waldläuferin" ist der Auftaktband einer Fantasy-Reihe von Janis Nebel, der die Lesenden in eine düstere und mittelalterlich anmutende Welt entführt. Er erzählt die berührende Geschichte von einem zu Unrecht verurteilten jungen Mann und einer im Verborgenen lebenden, verfolgten Gestaltwandlerin, deren Schicksale miteinander verbunden sind, ohne dass sie es ahnen.
Der Schreibstil der Autorin ist packend und ließ mich tief in die Geschichte eintauchen. Auf feinfühlige und raffinierte Weise wird die Handlung aus den Perspektiven von Mitja und Neri erzählt, deren anfangs scheinbar unverbundene Handlungsstränge sich im Verlauf geschickt zu einem spannenden Gesamtbild zusammenfügen. Gekonnt werden Rückblenden eingesetzt, um die Geschichte noch interessanter und vielschichtiger zu gestalten.
Besonders beeindruckt hat mich auch die charakterorientierte Herangehensweise der Autorin. Die Figuren sind authentisch gezeichnet und ihre Entwicklung, Motivationen und Beziehungen stehen im Mittelpunkt der Geschichte.
Insbesondere die Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren sowie ihre individuellen Schicksale bilden das Herzstück dieser berührenden Geschichte, auch wenn es eine ganze Weile dauert, bis sie sich überhaupt begegnen. Die Autorin verwebt geschickt die beiden Handlungsstränge miteinander und erschafft eine komplexe Erzählung.
Die Beziehungsdynamik entwickelt sich langsam und schrittweise. Dies ermöglicht es, sich besser in die Charaktere hineinzuversetzen. Durch die langsame Entwicklung wird auch die Spannung kontinuierlich aufgebaut, was zu einem spannenden und authentischen Leseerlebnis führt.
Der Cliffhanger am Ende des Buches macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Denn die Fortsetzung verspricht eine weitere Zuspitzung von Konflikten, was meine Vorfreude auf das nächste Buch noch zusätzlich steigert.
Die Altersempfehlung ab 16 Jahren empfinde ich aufgrund moralisch grauer Figuren durchaus als angemessen.
Insgesamt bietet "Wandelblut - Die Waldläuferin" eine interessante Mischung aus High Fantasy, Coming of Age und einem Hauch Liebesgeschichte. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band und bin gespannt, wie es mit Mitja und Neri weitergeht.
Rezensionen von Buchchecker :
Tiefgründige und charakterorientierte Fantasy-Geschichte
Die Waldläuferin von Janis Nebel
"Ein Mörder. Eine Gestaltwandlerin. Ein Schicksal, das sie verbindet."
"Wandelblut - Die Waldläuferin" ist der Auftaktband einer Fantasy-Reihe von Janis Nebel, der die Lesenden in eine düstere und mittelalterlich anmutende Welt entführt. Er erzählt die berührende Geschichte von einem zu Unrecht verurteilten jungen Mann und einer im Verborgenen lebenden, verfolgten Gestaltwandlerin, deren Schicksale miteinander verbunden sind, ohne dass sie es ahnen.
Der Schreibstil der Autorin ist packend und ließ mich tief in die Geschichte eintauchen. Auf feinfühlige und raffinierte Weise wird die Handlung aus den Perspektiven von Mitja und Neri erzählt, deren anfangs scheinbar unverbundene Handlungsstränge sich im Verlauf geschickt zu einem spannenden Gesamtbild zusammenfügen. Gekonnt werden Rückblenden eingesetzt, um die Geschichte noch interessanter und vielschichtiger zu gestalten.
Besonders beeindruckt hat mich auch die charakterorientierte Herangehensweise der Autorin. Die Figuren sind authentisch gezeichnet und ihre Entwicklung, Motivationen und Beziehungen stehen im Mittelpunkt der Geschichte.
Insbesondere die Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren sowie ihre individuellen Schicksale bilden das Herzstück dieser berührenden Geschichte, auch wenn es eine ganze Weile dauert, bis sie sich überhaupt begegnen. Die Autorin verwebt geschickt die beiden Handlungsstränge miteinander und erschafft eine komplexe Erzählung.
Die Beziehungsdynamik entwickelt sich langsam und schrittweise. Dies ermöglicht es, sich besser in die Charaktere hineinzuversetzen. Durch die langsame Entwicklung wird auch die Spannung kontinuierlich aufgebaut, was zu einem spannenden und authentischen Leseerlebnis führt.
Der Cliffhanger am Ende des Buches macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Denn die Fortsetzung verspricht eine weitere Zuspitzung von Konflikten, was meine Vorfreude auf das nächste Buch noch zusätzlich steigert.
Die Altersempfehlung ab 16 Jahren empfinde ich aufgrund moralisch grauer Figuren durchaus als angemessen.
Insgesamt bietet "Wandelblut - Die Waldläuferin" eine interessante Mischung aus High Fantasy, Coming of Age und einem Hauch Liebesgeschichte. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band und bin gespannt, wie es mit Mitja und Neri weitergeht.
Rezensionen von sello:
Hat mich positiv überrascht
Star Bringer von Tracy Wolff; Nina Croft
Dieses Buch hat mich wirklich positiv überrascht. Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen da ich normalerweise nicht Science Fiction lese und daher einige Begrifflichkeiten sehr gewöhnungsbedürftig waren. Und auch die meisten Charaktere waren mir anfangs nicht ganz sympathisch.
Aber nach ein paar Kapiteln habe ich angefangen das Buch zu verschlingen. Die Beziehungen der Charaktere zueinander wurde interessant sowie die Glaubensrichtungen. Die Charaktere machen in diesem Buch alle eine Entwicklung durch was mir sehr gut gefallen hat. Gerade Kali macht eine 180 Grad Wende die spannend mitzuverfolgen war da es nicht plötzlich geschieht. Ihre Beziehung zu Ian fand ich gut geschrieben und habe sie spannend mitverfolgt. Ich wünschte nur wir hätte mehr von Kali und ihrer Mutter gesehen da meistens Kali von ihr erzählt aber ich denke es wäre mega spannend ein Kapitel von ihrer Sicht zu haben.
Ich würde das Buch nicht direkt als Sci-Fi beschreiben da es doch eine große Portion Romantik und Selbstfindung hat was ich so aus Sci-Fi Romanen nicht kenne. Den Fokus würde ich auf Romantik und Found Family setzten mit etwas Sci-Fi nebenbei. Auch wenn das Setting auf einem Raumschiff ist und von Planet zu Planet gereist wird.
Das Cover gefällt mir sehr gut und ist mir auch sofort ins Auge gesprungen.
Rezensionen von Jule:
Zurück in Emerald Bay
The waves we catch - Emerald Bay, Band 2 von Lorena Schäfer
In „The waves we catch“ von Lorena Schäfer, reisen wir zurück nach Emerald Bay. Wir begegnen vielen bekannten Gesichtern und dem gleichen wundervollen Setting.
Billie und Nathan bilden in diesem Band das Paar, das im Mittelpunkt steht.
Besonders Nathan mochte ich schon in Band eins sehr gerne und auch in diesem Band hat er mir, mit kleineren Abzügen, gut gefallen.
Seine Gefühle und Emotionen waren nachvollziehbar, seine Handlungen dagegen immer wieder ein bisschen überzogen.
Mit Billie bin ich nie so wirklich warm geworden. Oft ging sie mir auf die Nerven. Sie hat immer wieder ein wenig naiv gewirkt und ihr Handlungen haben mich zwischendurch vergessen lassen, dass sie schon Anfang zwanzig ist und nicht jünger.
Generell habe ich, für mich festgestellt, dass die Protagonisten eher selten ihrem Alter entsprechen gehandelt haben.
Die Gründe dafür lassen sich allerdings in den zahlreichen Rückblicken im Buch finden, die das Verhalten teilweise erklären. Sie sorgen allerdings auch dafür, dass die Haupthandlung vernachlässigt wird und die Vergangenheit der beiden deutlich im Fokus steht. Insgesamt wurde es für mich dadurch ein wenig repetitiv und hat mir die Lust am Lesen genommen. Man hätte genauso gut zwei Bände aus diesem einen machen können. Den ersten, der vor ihrer Trennung spielt und dann einen, in dem sie wieder zusammenkommen.
Insgesamt wurde sich in manchen Sequenzen sehr viel Zeit gelassen, während das Ende ganz plötzlich und unglaublich schnell über die Bühne gebracht wurde. Da hätte ich mir ein wenig Tiefe gewünscht.
Nichtsdestotrotz hat mir der Schreibstil wieder gut gefallen. Durch den einfachen Satzbau und diverse Beschreibungen, konnte ich die Geschichte schnell lesen.
Ebenfalls gefallen haben mir die Nebenprotagonisten wie Isla, die die Geschichte aufgelockert und besser gemacht haben. Sie haben für etwas Abwechslung gesorgt und mit mich mit ihrer Art für sich gewonnen.
Insgesamt muss ich aber festhalten, dass dieser Band, meiner Meinung nach, deutlich schwächer ist, als der Erste.
Die Hauthandlung wird einfach zu oft vernachlässigt und kleine, eher unwichtigere Dinge, rücken in den Vordergrund.
Trotzdem war es schön mal wieder in Emerald Bay gewesen zu sein.
Schlussendlich ist es ein Buch, bei dem ich sage:“Kann man lesen. Muss man aber nicht.“
Rezensionen von drachenzahn:
Jack the Swiffer entdeckt die Welt
Judiths kleine Farm von Judith Rakers
Judith Raker kannte ich bislang nur als Nachrichtensprecherin, aber sie ist durchaus in der Lage, auch humorvolle, lehrreiche und interessante Bücher für Kinder ab ca. vier Jahren zu schreiben. „Judiths kleine Farm“ bietet auf jeden Fall eine kurzweilige Geschichte, die nicht nur zu unterhalten weiß, sondern wie nebenbei noch viel Wissen zum Thema Natur vermittelt.
Zusätzlich kann man sich die Geschichte auch als Hörbuch mit Hilfe einer App anhören.
Der kleine Kater Jack findet auf Judiths Farm ein neues Zuhause. Dort sucht er unter den zahlreichen Tieren einen Freund. Die allesamt liebenswürdigen Charaktere bezaubern durch ihre eigenwilligen Persönlichkeiten: der Hahn Pavarotti mit dem starken Beschützerinstinkt, die eifersüchtige Luzy, die etwas verrückten Eichhörnchen oder Günther, der Maulwurf und viele andere.
Zusammen erleben sie spannende Abenteuer. So geht es darum, wie die Tiere auf einen Rasenmähroboter reagieren oder wie man Pflanzen anbaut und diese vor hungrigen Mitessern schützt. Auch wie Hühner und Pferde ihren Nachwuchs bekommen, wird in einer Nebenhandlung erklärt. Das gesamte Buch ist eine perfekte Mischung aus Tiergeschichte und Sachbuch. Es gibt ganze Seiten, die sich auf rein sachliche Weise, mit einem bestimmten Thema (z.B. der Anbau von Kresse) auseinandersetzen.
Einzig die Szene zur Beseitigung von unerwünschten Schnecken fand ich doch etwas verstörend. Sowohl in Wort als auch in Bild wird dargestellt, dass man sie doch mit einer Schere zerschneiden könnte. Auch wenn Judith diese Option eindeutig ablehnt, finde ich sie doch für kleine Kinder zu grausam.
Die durchgehend farbigen Illustrationen sind wirklich wunderschön und amüsant. Toll finde ich auch, dass auf der Doppelseite am Anfang des Buches alle Charaktere in einer Zeichnung und einem kurzen Text vorgestellt wurden. Als Pendant dazu gibt es am Ende dasselbe noch einmal mit den echten Vorbildern und den dazugehörigen Fotos. Das Hörbuch, gelesen von Judith Raker, ist ebenfalls durchaus hörenswert.
Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die Tiere lieben und nicht nur mit einer amüsanten Geschichte, sondern auch mit Naturwissen unterhalten werden möchten. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung! Bleibt zu hoffen, dass es, wie am Ende des Buches angedeutet wurde, tatsächlich einen weiteren Band geben wird.











