Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Nichts für Neulinge im Percy-Jackson Universum
Nico und Will - Reise ins Dunkel von Rick Riordan; Mark Oshiro
Meine Tochter ist großer Fan der Percy-Jackson-Reihe und hat sich sehr auf das Buch gefreut. Mit 508 Seiten ist es auch ein richtig schöner, dicker Schmöker. Perfekt! Perfekt?
Ich kannte die Buchreihen bislang nicht und war neugierig. Griechische Mythologie und ein queeres Heldenpaar, das klang echt gut.
Mir fiel der Einstieg in das Buch aber sehr schwer. Obwohl es ja Jugendliteratur ist und damit nicht ganz, ganz, ganz anspruchsvoll (dachte ich, sorry für meine Schublade) war ich völlig verwirrt über die ganzen Personen und konnte auch der Handlung nur schwer folgen, ich habe mich beim Lesen ganz schön geplagt.
Man sollte wissen, dass dies eine Nebengeschichte aus der Percy-Jackson-Welt ist - und aus meinem Leseerlebnis heraus würde ich einen Quereinstieg auch nicht unbedingt empfehlen.
Das queere Paar war mir dann auch ein bisschen zu gewollt, aktuell kommt es mir vor, als ob Verlage die Thematik auf Biegen und Brechen besetzten wollen? Sollte es nicht 2023 einfach selbstverständlicher Teil der Handlung sein können?
Nachdem für mich das Lesen so holprig war, habe ich die Tochter nach ihrer Meinung gefragt. Sie hat mir bzgl. des Vorwissens zugestimmt.
Sie kennt die Percy-Jackson Welt zwar, aber nicht komplett, die Apollo-Reihe hat sie noch nicht durch und auch sie würde Nico & Will mit dem jetzigen Wissen erst lesen, wenn sie alle anderen Bücher durch hat.
Auch bei Ihr ist der Funken nicht so ganz übergeschlagen.
Rezensionen von S.:
Romantische Fantasy
Lodernde Flammen von Aimie May
Arianna, früh Waise geworden, lernt auf die harte Tour, sich durchzusetzen. Das hilft ihr sehr, als sie in einer geheimen Regierungseinrichtung landet. Was sie dort erfährt, ist einfach unglaublich. Wesen, die man eigentlich nur aus Märchen kennt, setzen Städte und Dörfer in Brand und wollen die Menschen vernichten.
Nach einem hatten Training wird sie gegen sie in den Kampf geschickt. Dabei erlebt sie einige Überraschungen.
Aimie May hat eine sehr phantasievolle und spannende Geschichte geschrieben. Ihre Heldin ist eine Frau, die langsam ihre wirkliche Bestimmung erkennt und zu eigener Stärke findet. Magie, Verrat, Freundschaft und Romantik spielen eine Rolle.
Manches aus Ariannas Vergangenheit bleibt im Dunklen, könnte unbedingt ausgebaut werden, vielleicht wird das in einer hoffentlich erscheinenden Fortsetzung geklärt.
Fazit: ein unterhaltsame und gelungenes Debüt!
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Änderst du ein Element, ändert sich alles
Leuchtfeuer von Dani Shapiro
»Wenn man die Zeit als Ganzes begreifen könnte, würde man sehen, dass die Vergangenheit bestehen bleibt und nicht im Rückspiegel verschwindet.«
Ein tragischer Unfall im August 1985 mit Todesfolge, versucht von den Zwillingen Sarah und Theo Wilf. Ihr Vater Benjamin war als Arzt der erste am Unfallort.
Dani Shapiro beleuchtet verschiedene Perspektiven im Laufe der Zeit und zeigt, dass Traumata nicht einfach verschwinden und unsere Gegenwart und Zukunft beeinflussen. Im Fokus stehen die Familie Wilf und die Familie Shenkman aus der Nachbarschaft. Das meiste spielt sich im Jahr 2010 ab. Von da aus geht es in die Vergangenheit und in die Zukunft. Die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge sind gut gekennzeichnet, erfordern aber konzentriertes Lesen. Berührend war die entstehende Verbindung zwischen Benjamin und dem Nachbarsjungen Waldo, der ihm ganz neue Blickwinkel ermöglicht und zeigt, dass es Dinge gibt, vor denen wir unsere Kinder und uns selbst nicht beschützen können. „Aber das sind nur ein paar mögliche Bahnen eines Lebens, eine Handvoll Sternschnuppen am Nachthimmel. Änderst du ein Element, ändert sich alles.“
Mit diesem Erzählstil in der dritten Person gelingt Dani Shapiro eine komplexe Innenschau aller beteiligten Familienmitglieder. Die Zeitsprünge machen die Charaktere vielschichtiger und zeigen eine weite Bandbreite prägender Ereignisse. Ich kann mir dieses Konzept sehr gut verfilmt vorstellen, denn es ist eine Serien geplant, da es die Stärken wahrscheinlich noch besser ausleben kann, als der Roman es konnte. Der Schreibstil geleitet einen flüssig durch die Handlung und ich mochte den hochbegabten Waldo und seine Faszination für das Universum. Eine lebensnahe Perspektive, berührend dargestellt, Trost spendend und hoffnungsvoll. Eine ungewöhnliche Geschichte über Verlust, Verbundenheit und Schuldgefühle.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Sci-Fi-Romance mit gutem Twist
Star Bringer von Tracy Wolff; Nina Croft
Eine Sci-Fi-Romance auf einem Raumschiff mit einer Crew, die unfreiwillig zusammengefunden hat und nur gemeinsam überleben kann.
In der ersten Hälfte fällt auf, dass das Autorinnen-Duo den Fokus sehr auf die siebenköpfige Gruppe gelegt hat. Es sind Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Kali, idealistische Kronprinzessin der Neun Planeten, Ian, sarkastischer Überlebenskämpfer, Schmuggler und Söldner mit Hang zum Pessimismus, sein Kumpel Max, Mechaniker Gage, die flüchtige Rebellin Beckett, Rain, Hohepriesterin der Schwesternschaft des Lichts und gute Seele der Crew, sowie ihr Leibwächter Merrick. Kali, Ian, Rain und Beckett ist man durch kapitelwechselnde Ich-Perspektiven ganz nah. Man erfährt, wie für die Prinzessin allmählich ihre goldene Blase platzt und die kaiserliche Fassade fällt, wie Ian versucht, ein verantwortungsvoller Captain zu sein, der eine Mission zu erfüllen hat, wie Rain sich verliebt und Beckett unter ihrer Vergangenheit leidet - all ihre Gedanken und Gefühle und den „riesigen Haufen sehr realer Probleme“, widmen sich die Autorinnen ausführlich. Man erlebt, wie die bunte Crew zusammenwächst und Vertrauen einzieht, die das ein oder andere Geheimnis offenbart. Die Innenschau, das Zusammenwachsen der Crew und die sexuellen Handlungen nehmen viel Raum ein. Sie wechseln sich mit actionreichen und dramatischen Passagen ab, die im Verhältnis jedoch schnell vorbei sind. Darunter leidet auch das Worldbuilding. Es fehlt an lebendigen Details, Weltraumathmosphäre und Informationen. Dabei ist die Ausgangslage vielversprechend: zerstörte Ökosysteme, rückläufige Landwirtschaft und zunehmende Sonneneruptionen. Es gilt Freunde zu befreien und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Dieses Ungleichgewicht ist spürbar unangenehm. Steckt doch viel Potenzial in der Story. Zudem wird sich zahlreicher Klischees bedient, wie das ständige Triezen, Widersprüchlichkeiten, die nur zur eigenen Verblendung dienen und fehlerhafte Ausdrücke, wie „Nur über meine tote Leiche.“ Den weiteren Ausbau in der zweiten Hälfe fand ich etwas authentischer und vor allem spannender. Hier gibt es einige Überraschungen. Vor allem das letzte Viertel konnte mich packen. Das Ende ist ein fieser Cliffhanger, der aber neugierig auf die Fortsetzung macht.
Gefallen hat mir die Starlight und ihr abgefahrenes Eigenleben, sowie die mentale Verbindung zwischen Ian und Max.
Die Beziehungen nahmen mir zu viel Raum ein. Ich wollte wissen, wie es mit der Handlung weitergeht, während sich seitenweise mit unauthentischen Belanglosigkeiten befasst wird, ohne Atmosphäre zu schaffen. Trotzdem gab es immer wieder Momente, wo ich mich dem Sog nicht entziehen konnte. Kann die Gruppe der Gefahr entkommen? Werden sie finden, wonach sie suchen? Der Humor erinnert tatsächlich ein bisschen an "Guardians of the Galaxy“ und sorgt für ein paar Schmunzler. Zu Beginn gibt es eine Triggerwarnung der Autorinnen, die eindrucksvoll aufführt, was man zu erwarten hat. Besonders erwähnenswert finde ich die brutalen Gewalthandlungen, die derbe Sprache, Suizid, Tod und den Alkoholmissbrauch an Bord der Starlight. Ich bin trotzdem neugierig auf die Fortsetzung.
Empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die an Star Wars besonders die aufkeimende Liebe von Han Solo und Leia mochten und es ihnen nicht weit genug ging. Das Hörbuch könnte durch die vier verschiedenen Sprecherinnen und Sprecher sogar besser sein, als das Buch. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Fantasievolles Abenteuer
Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh! von Tijan Sila; Lena Schneider
Lila Leuchtfeuer lebt mit ihrem Vater und ihrer Mutter in Siebenwirbelwinde in der Funkensprüherstraße 9. Sie ist voller Tatendrang und möchte selbst einmal Magichanikerin werden, wie ihr Vater, der der beste Magichaniker im Tiefenland ist.
In dieser fantasievollen Welt ist alles ein bisschen ungewöhnlich und schräg: statt Brieftauben gibt es Briefkrähen, statt Besen dienen Fässer als Flugobjekte und Kater Teufelchen bringt mit großem Vergnügen Pech über die Stadt.
Man trifft hier ganz außergewöhnliche Wesen, wie Wurm-Fürsten, Sandteufel, Zauberer und Heizwanzen, die sich jeder im Winter an die Seite wünschen würde. Die Autorinnen Lena Schneider und Tijan Sila haben viele kreative Ideen („Erd-Apfels“- genial), spaßigen Wortwitz und Spannung einfließen lassen. Die Illustrationen von Ariane Camus verzaubern mit ihrer schlichten Individualität und zeigen vor allem die Charaktere in bestimmten Situationen. Die Umgebung wird so gut beschrieben, dass man sie sich wunderbar dazu vorstellen kann.
Es gibt magische Gegenstände, mit einer eigenen Persönlichkeit, wie Hubert, der kluge Hammer, der Lila, gemeinsam mit dem Waldgeist Willi, der in Form eines Eichhörnchens zwischen Tieren und Menschen vermittelt, auf ihrem Abenteuer begleitet. Denn Lilas Vater ist einige Tage verreist und, entgegen seiner Anweisung, übernimmt Lila den nächsten Auftrag. Ausgerechnet Hexe Smert braucht eine Reparatur, die zu einem unheimlichen Abenteuer einlädt, bei dem der Knecht der Hexe und ein Hahn die Freunde begleitet.
Es ist eine fantasievolle und aufregende Geschichte, die von Freundschaft, Mut, Tatendrang und Leidenschaft erzählt, und hin und wieder ganz schön gruselig wird, wenn dunkelste Magie und schrecklichste Alchemie ins Spiel kommt. Das empfohlene Mindestalter von 9 Jahren finde ich gerechtfertigt, denn es gibt hier einen fiesen Schurken, der ein bisschen an den Kinderträumen nagt.
Fazit:
Herrlich fantasievoll, mit viel Wortwitz und Magie entstand beim Lesen eine Atmosphäre, die ich sehr mochte. Ebenso wie den gradlinigen Verlauf, obwohl zeitweisen die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, was zur Spannung beiträgt. Die Geschichte ist zwar abgeschlossen, aber es könnte eine Fortsetzung geben, die ich definitiv lesen würde.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Genussvoll poetisch
Lichtungen von Iris Wolff
In "Lichtungen" geht es um die Freundschaft zwischen Karo und Lev. Zwei ganz verschiedene Persönlichkeiten, die sich schicksalhaft kennenlernen und daran wachsen, sich halt geben. Kato reist durch Europa und schickt Lev eine ganz besonders Postkarte nach Rumänien.
Der lebendige Schreibstil ist genussvoll, beinahe poetisch, zeichnet ein eindrucksvolles Bild der Momente, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen musste, mein Tempo runterzufahren.
Auch die Erzählweise ist außergewöhnlich interessant. Neun Kapitel, die rückwärts erzählt, erlebt und verstanden werden. Beides passt zu der berührenden Freundschaft, die beinahe leicht daherkommt, obwohl sie so emotional und zart ist. Wie der Titel vermuten lässt, zeichnen sich helle Momente ab, wo man Schatten vermuten könnte. Ich habe Lichtungen sehr genossen und mochte, welche Gedanken mir dabei kamen. Leseempfehlung!
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Ein dicker Wälzer, der sich lohnt!
OUTLIVE von Peter Attia
"Outlive" konnte mich absolut überzeugen. Die Erklärungen sind verständlich, wenn auch komplex, und geben einen spannenden Einblick in vergangene und zukünftige Studien, und daraus resultierende Erkenntnisse. Autor Dr. Peter Attia versteht es die Zusammenhänge anschaulich und vor allem interessant darzustellen - immer mit einer persönlichen Note, die seine eigene Reise widerspiegelt.
Man merkt, dass er sich dieser Aufgabe mit Leidenschaft und Initiative widmet. Er plädiert für eine proaktive Herangehensweise, Krankheiten zu verhindern, bevor sie beginnen oder ihren Ausbruch zumindest zu verschieben.
Mir hat besonders gefallen, dass viel Wissen vermittelt wird, das andere Blickwinkel ermöglicht. Mit dieser neuen Denkweise kann man dann die eigenen Gewohnheiten betrachten, statt blind Anweisungen zu folgen und wird zu eigenen gesunden Entscheidungen ermutigt. Zudem misst Attia Bewegung eine hohe Bedeutung bei, was sich mit meinen Erfahrungen und Recherchen deckt. „Sportliche Betätigung schenkt uns nicht nur ein längeres Leben, sondern bewahrt uns auch vor geistigem wie körperlichem Verfall – besser als jede andere Maßnahme.“
Der Alterungsprozess macht uns anfällig für „die vier apokalyptischen Reiter“: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Das Ergebnis ist eine beeinträchtige Gesundheit und verkürzte Lebenszeit, während die Medizin ausschließlich darauf konzentriert ist, uns am Leben zu erhalten. Sie tritt erst auf den Plan, wenn die Krankheit bereits eingetreten ist. Attia nennt es Medizin 3.0, deren (vereinfachte) Vorsorge sich auf „sportliche Betätigung, Ernährung, Schlaf, seelische Gesundheit und exogene Moleküle, sprich Arzneimittel, Hormone oder Nahrungsergänzungsmittel“ stützt. „Unser Ziel ist es, ohne Krankheiten länger zu leben. (…) Das ist es, was wir für uns wollen: länger leben mit einem gut funktionierenden Körper und ohne chronische Krankheiten und einer kürzeren Krankheitsphase am Ende unseres Lebens.“ Dazu gibt es einige Anregungen im dritten Teil des Buches. Besonders das letzte Kapitel unterscheidet sich von den anderen, in der es um körperliche Gesundheit ging, weilDr. Peter Attia aus seiner persönlichen Erfahrung als Patient berichtet und seelischer und psychischer Gesundheit große Bedeutung beimisst.
Wer die Zusammenhänge verstehen möchte und dies in Motivation umwandeln kann, für den könnte dieses Buch große Veränderungen bereithalten. Es ist nie zu spät.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Märchenhafte und fesselnde Heldinnenreise im Kaiserreich
Die Perlenjägerin von Miya T. Beck
Die Aufmachung ist ein echtes Schmuckstück. Imposantes Cover, ein dazu passender Farbschnitt, der sich mit der Rückseite verbindet, vorne und hinten eine Karte vom Kaiserreich Heiwadei und ein Glossar am Ende des Buches. Die angenehme Schriftgröße hat es für mich dann komplett rund gemacht. "Die Perlenjägerin" ist die fantasievolle Geschichte der Zwillingsschwestern Kai und Kishi.
Kai ist eine Perlentaucherin und als ihre Zwillingsschwester von dem legendären Geisterwal verschlungen wird, versucht Kai, Kishis Seele aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Was sich nach einem fantastischen Abenteuer anhört, ist auch ein mitreißendes Märchen im japanischen Stil: wendungsreich, spannend, mit einer heldenhaften Hauptfigur, die sich ohne ihren Zwilling zahlreichen Herausforderungen stellen muss und schließlich daran wächst.
Miya T. Beck lässt einen beinahe mühelos in die japanische Mythologie eintauchen. Die vorkommenden Figuren reihen sich in dieses fantastische Bild ein und lassen keine Wünsche offen. Kais Entwicklung hat mir gut gefallen, besonders die enge Verbundenheit zu ihrer Schwester, ihre Willensstärke und ihren Mut. Zielstrebig geht sie ihren Weg und lässt sich auch von einer aufkeimenden Romanze nicht abbringen. Hier fand ich die Balance wirklich gelungen. Der bildhafte Schreibstil ist etwas anspruchsvoll, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es etwas Einzigartiges, wie die Sagen über Dämonen oder andere Wesen, die mich begeistern konnten. Auch das einige Wendungsmanöver vorhersehbar waren, hat mich nicht so gestört, denn es gab auch Überraschungen.
"Die Perlenjägerin“ konnte mich in ihren Bann ziehen und das Ende konnte mich schließlich vollends begeistern, weil es so originell, tiefsinnig und mal etwas ganz anderes war. Empfehlenswert für Groß und Klein ab 12 Jahren.
Rezensionen von Gaby 2707:
Mia Magaloff ermittelt in der Romance Scammer Szene
Liebeskiller von Ingrid Schmitz
Bildhauerin, Trödelmarkthändlerin und nebenbei immer wieder Hobbydetektivin Mia Magaloff ist mit ihrem Exmann Bodo nach einem letzten Versöhnungsversuch endgültig fertig und sucht nun ihren Traummann, der nur Zeit für sie hat, im Internet. Und auch ein Job muss her, da Bodo die Zahlungen nun bestimmt einstellen wird.
Nachdem sie ihre Vorbehalte über Bord geworfen hat, wird sie auf einer Dating-Seite schnell fündig. Mit Leonard „Leo“ von Stein, der zwar optisch nicht ganz ihren Vorstellungen entspricht und in Krefeld die Modeschmuckfirma FunnyFifty leitet, kann sie sich nach einigen Telefonaten mehr vorstellen. Aber ausgerechnet bei ihrem ersten Treffen am Tag vor ihrem Geburtstag, wird er ermordet. Wer hat da einen solchen Groll auf den Mann, der nicht nur mit Modeschmuck handelt, dass er einen Auftragskiller auf ihn ansetzt?
Bis jetzt war ich dreimal mit Mia auf der Nordseeinsel Spiekeroog unterwegs und habe mit ihr zusammen dort „ermittelt“. Diesmal lerne ich sie in ihrem privaten Umfeld zuhause in Krefeld kennen. Und natürlich kann sie es auch hier nicht lassen und mischt sich in die polizeilichen Ermittlungen ein. Für Kommissar Otto Okrim ist es der letzte Fall vor seiner Pensionierung, den er unbedingt noch auflösen will, und er kann froh sein, dass Mia ihn so tatkräftig dabei unterstützt.
Ingrid Schmitz, deren leichten und doch packenden Erzählstil ich sehr mag, nimmt sich hier eines Themas an, dass aktuell auch in den Medien immer mal wieder mal präsent ist und vor dem man die Frauen und immer mehr auch Männer nicht genug warnen kann: „Love Scamming“ oder auch „Romance Scamming“, die moderne Form des Heiratsschwindels. Hier erstellen Betrügerinnen und Betrüger auf Social Media Plattformen oder Dating-Portalen gefälschte Profile und spielen ihrem Gegenüber die große Liebe vor. Am Ende verfolgen sie jedoch nur ein einziges Ziel: Sie wollen das Geld Ihrer Opfer. Es war für mich das erste mal, dass ich über dieses Thema, worüber ich nun noch mehr weiß, in einem Krimi gelesen habe. Und auch der „Beruf“ des Streichlers war mir neu. Ich finde es so klasse, wie sich der Mann, den Mia zum Geburtstag von ihren Freundinnen „geschenkt bekommen“ hat, im Laufe der Geschichte entfaltet. Richtig toll. Der hat meine Sympathien sofort erobert.
Mich hat auch diese Geschichte von Anfang an bis zur Auflösung des Falles fest im Griff behalten, obwohl mir schnell klar war, wer hier als Täter in Frage kommt. Trotzdem konnte mich die Auflsung am Ende noch überraschen. Sowohl die Menschen mit denen ich es hier zu tun habe, also auch die Geschichte selbst haben mich nur kleine Pausen beim Lesen einlegen lassen. Schön fand ich auch diesmal, dass Mias Freundinnen Biggi und Gitti wieder mit von der Partie waren. Sie gehören für mich schon irgendwie dazu.
Mich hat Ingrid Schmitz auch mit diesem Krimi mit einem so ganz anderen Thema, das man sich als alleinstehende Frau auf Partnersuche immer mal wieder zu Gemüte führen sollte, absolut überzeugt.
Rezensionen von Lerchie:
Zweiter Teil der Thriller-Trilogie
Vöglein schweigt von Elias Haller
Die schonungslose Thriller-Trilogie von Elias Haller wird hier fortgesetzt.
Eine brutale Menschenjagd in den Wäldern von Berlin. Gibt es davon altes Filmmaterial? Was wusste Nora Rothmanns ermordete Familie darüber: Diese sucht nach antworten auf diese Fragen. Sie stößt erneut auf ein Netz aus Korrupti9on und Lügen.
Doch niemand in ihrer Behörde glaubt an das Bündnis, das die Tötung von Menschen verabredet. Also such sie andere Wege zur Wahrheitsfindung, selbst wenn sie daran zerbricht. Denn was sie nicht ahnt ist, dass irgendwo in Berlin ein Monster lauert. Es hat einen Folterkeller und ist ein frauenverachtender Sadist aus einem der schlimmsten Märchen der Brüder Grimm. Und dieses Monster will sein Vöglein singen hören.
Meine Meinung
Dieses Buch ist die Fortsetzung von Rotkäppchen lügt. Es gibt zwar einen anderen Mörder, aber ich vermute, dass der Hauptdrahtzieher der gleiche ist wie bei Rotkäppchen lügt. Und es wird auch wohl im dritten Band dieser Trilogie, Schneeweißchen stirbt, der gleiche sein. In das Buch bin ich schnell wieder hineingekommen, denn es ist leicht und flüssig zu lesen, da keine Unklarheiten im Text meinen Lesefluss zu stören vermochten. Auch konnte ich mich in die Protagonisten relativ gut hineinversetzen. In Nora Rothmann, ich mochte sie eigentlich nicht so sehr, die teilweise ganz schön leichtsinnig ist. Leichtsinnig deshalb, weil sie allein ermittelt und das ist ja, wie wir aus vielen Kriminalromanen wissen, nicht ungefährlich. Auch dieses Buch ist wieder ziemlich blutig, auch wenn ich den Eindruck habe, dass es nicht ganz so schlimm war wie in Rotkäppchen stirbt. Der Autor hat wieder die bereits zu Anfang aufgebaute Spannung bis zum Ende gehalten. Wenn ich sage, dass Nora irgendwann in Lebensgefahr gerät, ich denke, da verrate ich nicht zu viel, denn genau das macht ja auch einen Teil der Spannung aus. Wie gesagt war das Buch durchweg spannend. Es hat mir gut gefallen, mich gefesselt und ich konnte es fast nicht aus der Hand legen. Abgesehen davon hat es mich natürlich auch sehr gut unterhalten. Von mir eine Leseempfehlung sowie fünf Sterne.











