Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Darss-Ripper
Der Sturm: Vergraben von Karen Sander
Der Sturm: Vergraben ist eine neue Krimi-Trilogie von Karen Sander, die sich meines Wissens an die vorangegangenen Bücher, die den Titel Strand tragen anschließt. Jedoch habe ich dieses neueste Buch der Autorin ohne Vorkenntnisse gelesen. Ob mir dadurch Feinheiten in der Handlung entgangen sind, ist mir dadurch leider nicht bewusst.
Ich hatte aber auch keinerlei Probleme mich zurecht zu finden und fühlte sehr rasch „heimisch“. Persönliche Zusammenhänge der Charaktere zu anderen Bänden wurden geschickt in die Handlung integriert und auch nochmals kurz und unaufdringlich zusammengefasst, was mir einen Quereinstieg problemlos ermöglich hat.
Sowohl das Ermittelteam als auch der Aufbau des Falles gefielen mir ausgesprochen gut. Dank der lang zurückliegenden Vorfälle und der Verschleierung selbiger durch Behörden der DDR ergab sich für mich ein äußerst interessantes Bild, dass ich mit sehr viel Spannung verfolgt habe. Und auch letztendlich die Klärung des Falles wirkte auf mich logisch und konnte sogar noch einmal mit überraschenden Entwicklungen punkten. Mich hat dieses Buch mitgerissen und begeistert. So sehr, dass ich mich nachträglich auch der Strand-Reihe widme und zukünftige Bücher dieser Autorin mit großem Interesse entgegenfiebere.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Eine diffuse Familiengeschichte
Packerl von Anna Neata
„Jeder hat sein Packerl zu tragen.“ So sagt man oft im Volksmund. In diesem lyrischen Familienroman sind die Packerl recht groß, gefüllt mit Schuld, Liebe, Hoffnung und Versagen. Allerdings wird dem Leser durch inkorrekte Fakten und der phantasievollen Umsetzung der Orthographie und der Grammatik ermöglicht, den Text mühevoll zu lesen, sodass diffuse Bilder und Unklarheiten entstehen.
Ebenso ist erst im letzten Drittel des Romans eine klare Handlung zu erkennen, zuvor waren es eher aneinandergereihte Ereignisse. Wer sich gerne durchkämpfen möchte, dem sei dieses Buch vergönnt.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Jeff lügt. Lügt Jeff?
First Class von Antoine Wilson
Jeff sieht am Strand von Santa Monica einen leblos im Wasser treibenden Körper, zerrt ihn ans Ufer, und es gelingt ihm den Fremden wiederzubeleben. Über das Einsatzprotokoll der Wasserrettung erfährt er Tage später den Namen, recherchiert zur Identität des Geretteten und versucht mit Francis Arsenault, einem bekannten Galeristen, Kontakt aufzunehmen.
Er bekommt eine Stelle in dessen Galerie, beginnt eine Beziehung mit seiner Tochter Chloe, noch bevor Jeff und Francis ein Wort gewechselt haben, noch bevor Jeff weiß, ob sich Arsenault an ihn, seinen Lebensretter, überhaupt erinnern kann. Francis versucht durch einen Schiurlaub seine Frau und Tochter versöhnlich zu stimmen, als seine Affäre mit einer jungen Künstlerin publik wird. Er verstirbt während des Schifahrens mit Jeff an Herzversagen. Oder gibt es eine andere Ursache? Der Autor lässt Jeff, der nun schon Francis Galerie übernommen hat, am Flughafen einen Bekannten aus der Studentenzeit treffen, dem er diese Geschichte erzählt. Doch stimmen die Ereignisse so? Der Autor, trainierter kreativer Schreiber, erzählt eine ungewöhnliche Geschichte, deren Spannung aber nicht im Beschriebenen, sondern im Unausgesprochenen, im Ungesagten besteht. Er lässt es anwachsen und zum rätselhaften Mittelpunkt der Geschichte werden, die Zweifel an der Geschichte verdichten sich, bis im letzten Satz die Blase (fast) platzt. Wer ist dieser Jeff, der vermeintliche Retter? Wer ist dieser nun tote Francis wirklich? Führen alle ein Doppelleben? Welche Menschen stecken hinter den Rollen und Masken und wie gestalten sie ihre Beziehungen? Oder fängt alles nur mit einem ersten Schweigen an?
Rezensionen von Tiroler Zeilenreisende:
Eislaufen für die Freiheit
Der Eispalast von Rena Rosenthal
Ich habe von diesem Buch etwas anderes erwartet. Der Klappentext ist mMn ein wenig irreführend, denn er ließ mich glauben, dass Nikolett ein einsames, abgeschiedenes Leben führt. In Wahrheit ist Nikolett noch sehr jung und steht kurz vor ihrem Debüt, wie es unter hochadeligen Töchtern üblich ist.
Ein Albtraum für sie, da sie jegliche gesellschaftliche Zusammenkünfte vermeidet, da sie sich selbst entstellt fühlt und Angst vor der Verurteilung der anderen hat.
Allerdings geht es in diesem Buch nicht nur um ihre Geschichte, sondern auch um jene von Julianna, die in der Gesellschaft als Waisenkind ganz unten anfängt. Die gemeinsame Leidenschaft für das Eislaufen - für die eine eine Flucht aus der grausamen Welt der Reichen und Schönen, für die andere die Hoffnung auf ein besseres Leben - schweißt die unterschiedlichen Frauen zusammen.
In der Geschichte kämpfen sie mit ihren Freunden um ein gemeinsames Ziel und überwinden Hindernisse.
Das Interessante ist der Umgang mit Nikoletts Makel. Für Julianna, die nichts hat, sind Nikoletts Probleme lächerlich. Aber nach und nach beginnen sie, die Welt der jeweils anderen zu verstehen. Egal, ob reich oder arm, jeder hat seine Bürde zu tragen.
Nikoletts Weg zu einer selbstbewussten, jungen Frau ist sehr schön beschrieben. Sie wächst über sich hinaus und gibt am Ende alles, um ihren Freunden zu helfen.
Geschrieben wird in erster Person Präsens, allerdings aus wechselnden Perspektiven. Der Schreibstil liest sich flüssig und unkompliziert. Die unterschiedlichen Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch.
Rezensionen von Internetmaus:
Nordseeflair und Rührpott-Feeling
Was die Dünen verheißen. Die St.-Peter-Ording-Saga von Tanja Janz
Wieder darf ich nach St. Peter-Ording reisen. Diese wunderschöne Ortschaft, die ich auch kenne, nimmt mich stets gefangen. Die unendliche Weite dieses Nordseebades mit den Salzwiesen und Dünen muss man erleben. Das Cover ist wieder passend zu Zeit und Ort gestaltet.
Der weitläufige Sandstrand mit dem Pfahlbauten. Bereits Band eins zeigte diese Häuser auf Stelzen. Das junge Pärchen rennt seinem Glück entgegen. Das Mädchen mit Minirock und Stiefeln. Alles stimmt. Aufgeregt und erwartungsvoll blickten sie in die Zukunft.
In diesem Band stehen die Hansen Zwillinge, Julia und Achim, im Mittelpunkt. Sie werden im nächsten Jahr achtzehn und damit volljährig. Achim ist bodenständig und bringt sich in das Hotel ein. Julia ist wie ihr Vater, Tom, ein Sturkopf. Sie will die Schule verlassen. Die Eltern wünschen sich, dass die Kinder Hotel und Strandcafe weiter führen. Doch Julia hat andere Pläne und kämpft mit allen Mitteln dafür. Aber wenn Liebe ins Spiel kommt, kann sich vielerlei ändern. Im quirligen Ruhrgebiet macht sie bei ihrer Tante ein Praktikum im Reisebüro. Björn Hegerland kommt aus der Nähe. Julia sucht und findet ihn. Die Schmetterlinge sind wieder im Bauch. Dann schlägt das Schicksal bei den Hansens zu und Julia hält nichts mehr im Ruhrgebiet. Sie merkt wie wichtig, der Zusammenhalt der Familie ist. Das Buch hat einen schönen Spannungsbogen.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut lesbar. Das Lebensgefühl der Jugend im Jahre 1978 ist authentisch geschildert. Die Beschreibungen der Örtlichkeiten wie immer, sehr präzise. Man merkt die Liebe der Autorin zum Handlungsort. Ich empfehle es gern weiter und vergebe 4 Sterne.
Rezensionen von Chris:
Ein tolles Buch über Zusammenhalt
Wir sind (die) Weltklasse von Tanya Lieske
Ich habe das Buch meinem Sohn vorgelesen und es hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht. Anfänglich hatte ich Bedenken, dass es zu "moral-apostelich" sein könnte aber das war es dann überhaupt nicht.
Uns gefiel der Erzählstil, die Bilder haben es wunderbar aufgelockert und alles in allem würde ich es als bunt, positiv, turbulent und unterhaltsam beschreiben.
Es handelt von Adam, einem Jungen der mit seiner Familie aus Polen nach Deutschland zieht. Er muss sich in einem neuen Land und in einer neuen Schule zurechtfinden.
Besonders toll fand ich die Lehrerin Frau Meister, denn ich habe so viele Parallelen zu der Klassenlehrerin meines Sohnes gesehen. "Frau Meister ist der Hauptgrund, warum wir so gerne in die Schule gehen." Dieser Satz bringt es auf den Punkt und macht so sehr deutlich wie wichtig gute und engagierte LehrerInnen für Kinder sind.
Absolut empfehlenswert!
Rezensionen von Tobias Kallfell:
"Cancel Culture" im Jahr 1922 in Russland
Das Philosophenschiff von Michael Köhlmeier
Die 100-jährige Frau Professor Anouk Perleman-Jacob bittet einen Journalisten darum, Gespräche mit ihr zu führen, um einen biographischen Bericht zu ihrem Leben daraus zu verfassen. Sie blickt auf ein ereignisreiches Leben zurück, wurde 1908 in St. Petersburg geboren und gilt im Roman als eine der bedeutendsten europäischen Architektinnen des Jahrhunderts (es handelt sich um eine fiktive Figur!).
Ihr monologischer autobiographischer Bericht, der mitten im russischen Bürgerkrieg im Jahr 1922 beginnt und durch die sprachliche Gestaltung sehr authentisch und realistisch wirkt (obwohl er fiktiv ist), wird immer wieder auch durch dialogische Sequenzen unterbrochen, bei denen sie sich an den Journalisten wendet. Dieser nimmt die Gespräche mit einem Aufnahmegerät auf.
Zu Beginn beschreibt sie die elendigen Lebenszustände im russischen Bürgerkrieg (u.a. werden auch Verhöre der damaligen Geheimpolizei geschildert und wir lernen schlagwortartig einige historisch bedeutsame Figuren kennen, die in die fiktive Handlung eingeflochten werden). Die Eltern von Perleman-Jacob zählten zur unliebsamen Intelligenzija. Zahlreiche Intellektuelle wurden Ende 1922 des Landes verwiesen und mit Schiffen deportiert, darunter auch Anouk mit ihren Eltern. Das Ziel dieser Aktion: Kritiker loszuwerden. Diese Zeit nimmt den größten Raum der Schilderung ein und ich empfehle zur Nachbereitung des Romans das Thema nachzurecherchieren. Es lohnt sich!
Das Buch macht einen gut recherchierten Eindruck. Ich habe einiges über die russische Geschichte dazugelernt. Die sogenannten „Philosophenschiffe“ waren mir zuvor nicht als Begriff geläufig. Das paranoide Denken der Staatenlenker wird ebenso gut deutlich, wie das beengende und verunsicherte Gefühl der Passagiere an Bord der Schiffe. Den Ausgewiesenen ist nicht klar, was mit ihnen passiert. Es herrscht eine angespannte-angstvolle Atmosphäre an Bord. Das wird gut eingefangen. Niemand traut sich Fragen zu stellen, es herrscht großes Misstrauen. Und über allem schwebt auch immer die Frage nach dem „warum“. Warum wurden diese Personen ausgewiesen und wer hat das veranlasst?
Einzelne Passagiere werden näher porträtiert. Und den Höhepunkt bilden in meinen Augen die Streifzüge Anouks durch das Schiff. Dabei begegnet sie eines Abends einem Passagier, der sich als Lenin zu erkennen gibt. Er ist von Krankheit schwer gezeichnet. Man fragt sich natürlich, ob die Begegnung der kindlichen Fantasie entspringt, ob sich von den Passagieren jemand als Lenin ausgibt oder ob die Begegnung tatsächlich stattgefunden hat. Vielleicht will Anouk ihre Biographie mit dieser Anekdote zu Lenin auch einfach nur aufwerten? Kurzum: An dieser Stelle sind verschiedene Lesarten möglich, das ist gut arrangiert (letztlich ist die gesamte Begegnung aber natürlich eine Fiktion, Lenin war niemals auf einem Philosophenschiff). Die Unterredung von Anouk und Lenin war für mich die interessanteste Stelle im Buch.
Was mich beim Lesen wieder sehr beschäftigt hat, ist die Frage, was real und was fiktiv ist. Beide Ebenen vermischen sich. Man weiß nicht, welche Figur rein fiktiv ist und welche tatsächlich historisch verbürgt ist. An welchen Stellen macht der Autor von künstlerischer Freiheit Gebrauch? An einigen Stellen hätte ich ein gern ein passendes Geschichtsbuch begleitend zur Lektüre gelesen, doch leider gibt es weder ein Nachwort noch weiterführende Literaturhinweise. Teilweise habe ich versucht, Figuren im Internet zu recherchieren, habe aber nichts zu ihnen gefunden (dann werden sie wohl fiktiv sein?! Oder hat der Autor etwa die Passagierlisten zu Rate gezogen, z.B. bei Danil Danilowitsch Sidorow und seine Frau Monja Sidorowa?!).
Für wen ist das Buch geeignet: Sicherlich für Leute, die sich mit russischer Geschichte auskennen und für sie interessieren. Wer auch Parallelen zur heutigen Situation entdecken möchte, ist bei diesem Buch gut aufgehoben (der Vergleich drängt sich ja förmlich auf!). Punktuell geht es z.B. auch um die schwierige Situation der entwurzelten Exilanten im neuen Aufnahmeland. Man kann den inhaltlichen Bogen in meinen Augen sogar bis zur Diskussion um die sogenannten „Cancel Culture“ spannen. Das Buch bietet als viel Stoff zum Nachdenken. Von mir gibt es 4 Sterne! Warum nicht 5 Sterne? Weil ich mir ein Nachwort gewünscht hätte und weil ich den Erzählton stellenweise als etwas zu trocken empfunden habe
Rezensionen von yellowdog:
Der Unfall
Arctic Mirage von Terhi Kokkonen
Terhi Kokkonen ist eine neue Autorin aus Finnland, die mit Arctic Mirage ihren ersten Roman vorlegt.
Die Handlung wird stark vom ersten Satz geprägt. „Nachdem Karo Risto umgebracht hat, steht sie auf“.Danach zeigen die folgenden Kapitel, die je mit Wochentagesnamen (Sonntag bis Freitag) bezeichnet sind, wie es dazu kommen konnte.
Karo und Ristos hatten im Urlaub einen Autounfall und mussten leicht verletzt im Hotel Arctic Mirage absteigen. Die Stimmung ist gereizt. Auch die Umstände des Autounfalls erinnern beide anders.
Die meiste Zeit ist man als Leser an der Seite von Karo, gelegentlich bei dem Hotelpersonal. Hinzu kommen Rückblenden.
Man erkennt zunehmend eine toxische Beziehung.
Das Buch ist lange geheimnisvoll und atmosphärisch sowie geschickt gemacht.
Rezensionen von Claudia R:
Gedichtesammlung
Licht über Licht von Pinar Akdag
Klappentext / Inhalt:
Der da leidet sehr in dunkler Nacht,
Über ihn das Licht behutsam wacht.
Bald ist sie vorbei, die arge Schlacht –
Und du bist stark und mutig aufgewacht.
In "Licht über Licht" ergründet die Autorin Pinar Akdag die Tiefen ihrer Seele und verarbeitet ihre Erfahrungen mit schwierigen Lebensumständen.
Ihre spirituellen Gedichte laden die Leser und Leserinnen ein, die Welt mit neuen Augen zu sehen und lehren, dass es auch in schweren Zeiten immer ein Licht gibt, das uns durch die Dunkelheit führt.
"Licht über Licht" ist ein wunderbarer Gedichtband, der Mut macht und dazu inspiriert, das Leben mit Glaube, Hoffnung und Freude anzunehmen.
Cover:
Das Cover ist sehr stilvoll und elegant gestaltet und wirkt sehr wertig. Der Baum mit den vielen Blättern nimmt eine zentrale Rolle ein. Die Farbwahl ist ausgewählt und passend und nicht zu grell, sondern eher schlicht und elegant angelegt. Optisch und farblich gut gemacht.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um einen Gedichtband mit unterschiedlichen und sehr vielfältigen Gedichten. Die Gedichte geben Einblicke in unterschiedliche Lebenslagen oder geben sinnbildlich Dinge und Situationen wieder. Jedes der Gedichte ist anders in seiner Thematik und Umsetzung, so dass hier eine große Vielfalt und Bandbreite entsteht.
Verschiedene Themen von Stärke, Mut, Veränderungen und der Tiefe des Lebens werden hier angesprochen. Auch Glaube und Hoffnung werden hier gegeben und man kann in den Gedichten sehr gut versinken und sich eigene Gedanken und Fantasien dazu machen.
Besonders schön finde ich die Gestaltung und Gliederung.. Die kleinen Verzierungen und Ornamente sind sehr schön abgestimmt und runden das Gesamtbild ab. Auch die Überschriften sind gut gewählt und man kann die Anfänge der Gedichte und die Zuordnung sehr gut erkennen. Auch das Inhaltsverzeichnis ist sehr hilfreich und toll angelegt.
Die Gedichte sind unterschiedlich in Form und Länge. Manche umfassen gerade mal eine einige Zeilen, während andere über mehrere Seiten hinaus gehen. Neben dem Umfang und der Reimform sind auch die behandelten Themen und Eindrücke unterschiedlich. Aber die Gedanken und Emotionen kommen bei jedem der Gedichte sehr gut und auch verständlich herüber und es regt dennoch zum Nachdenken an.
Die Gedichtsammlung ist schön von der Auswahl und der Bandbreite, so dass man hier auf jeden Fall etwas findet, was einen bewegt und nachdenklich stimmt. Mir haben die Gedichte gut gefallen und zum Überlegen gebracht.
Mir hat sowohl die Optik und Gestaltung, aber auch der Inhalt und die verschiedenen Gedankengänge gut gefallen. Manche Reimform, war nicht ganz meins und war für mich nicht immer flüssig und schlüssig, aber dies hat nichts an dem Gesamteindruck geändert, welcher für mich sehr positiv und bereichernd war. Poetisch und wortgewandt und auch sehr bildlich und detailreich umgesetzt. Mir hat es gut gefallen.
Die Hardcoverausgabe wirkt sehr wertig und von guter Qualität. Diese macht einen tollen Eindruck und auch die Gestaltung und das Material sind hier seht gut gewählt. Als Hardcover ein toller Schatz für die eigene Büchersammlung.
Fazit:
Eine wunderschöne Vielzahl an unterschiedlichen Gedichten wird hier geboten, welche zum Nachdenken anregen und bereichernd für den Leser sind.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Beste Krimiunterhaltung
Letztes Zuckerl von Herbert Dutzler
Es ist Winter in Altaussee, ein Winter, fast so wie er früher einmal war: mit viel Schnee und Straßenglätte. Gasperlmaier will die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr dazu nützen, um mit Christine Skifahren zu gehen. Doch dann ist alles ein wenig anders. Anstatt Sohn Christoph, der in Altaussee eine Landarztpraxis übernehmen will, kommen nur Schwiegertochter Richelle mit Enkel Theo aus Kanada.
Dafür tauchen Tochter Katharina mit Ehefrau Stephanie ungeplant, aber herzlich willkommen auf, denn die beiden werden von sogenannten Incels, also Männern, die Frauen hassen, bedroht. Also, nichts ist mit dem Skifahren.
Als dann Gasperlmaier in das Haus des Zuckerlfabrikanten Grafenfeld gerufen, weil der alte Herr tot am Fuße der steilen Treppe liegt, ist es mit seiner Muße endgültig vorbei. Das Zuckerlpapierl, das unter der Leiche liegt, steckt er gedankenverloren ein.
Geht man beim Tod vom alten Grafenfeld zunächst noch von einem Unfall aus, so ist der Tote, den wenig später ein Hund beim Gassi-Gehen aus dem Schnee ausbuddelt, eindeutig ermordet worden. Das der Hund die Leiche ausgiebig markiert hat, freut die Spurensicherung naturgemäß nicht wirklich.
Damit Franz Gasperlmaier sich auf die Ermittlungen konzentrieren kann, übernimmt Ehefrau Christine die Regie über das „Full House“. Zusätzliche Unterstützung erhält er von Dr. Altmann, dem pensionierten Richter und Nachbarn, der es mit der Assimilierung an Altaussee ein bisschen übertreibt, wenn er im Winter die Krachlederne mit langen Unterhosen trägt. Altmann gibt Ezzes und hilft mit köstlichem Schnaps aus.
Doch ganz so einfach lassen sich Dinge nicht lösen. Hat es Gasperlmaier mit diesem Fall oder mit einem oder mehreren Tätern zu tun? In diesem Fall ist wenig, wie es scheint.
Meine Meinung:
Eigentlich will es der Gasperlmaier seit dem letzten Fall ein wenig ruhiger angehen, spürt er doch die Last seiner sechzig Jahre. Aber, Autor Herbert Dutzler gönnt ihm das nicht, sondern stellt ihn vor neue Herausforderungen wie den Genuss der veganen Küche oder den Bedrohungen auf den diversen Plattformen im Internet. Immerhin kann er sich zwischendurch kurz mit seinem Enkel Theo beim Bobfahren entspannen.
Herbert Dutzler flicht in seinen Altaussee-Krimi immer wieder tagaktuelle Ereignisse ein. Diesmal sind es die Incels, über die sich Gasperlmaier so seine eigenen Gedanken macht. Herzlich lachen musste ich über Olaf, der in Tränen ausbricht, als sich ausgerechnet eine der verhassten Frauen ans Steuer seines aufgetakelten Boliden setzt. Orange mit schwarzen Streifen und Spoiler - willkommen in der Vergangenheit!
Wie immer spielen Land und Leute rund um Altaussee eine wichtige Rolle. Liebevoll beschreibt der Autor die Schrullen der „Mitspieler“. So darf Gasperlmaier auch diesmal in das eine oder andere Fettnäpfchen tappen. Er ist nicht der intellektuelle Ermittler, der Schopenhauer zitiert oder einen vierzig Jahre alten Whisky zelebriert. Er sagt, was er sich denkt, liebt seine Leberkassemmel und das Bier dazu, was ihn bodenständig und liebenswürdig macht. Veränderungen machen ihm in wenig Angst, sodass er die Ambitionen der toughen Frau Dr. Kohlross, die Karriereleiter weiter emporzusteigen mit Argwohn betrachtet.
Das eröffnet nun bei der Leserschaft allerlei Spekulationen, ob der Gasperlmaier noch einen Fall lösen wird dürfen, denn dann wäre das Dutzend voll.
Fazit:
Dieser gelungenen Fortsetzung, in der wenig so ist, wie es scheint, gebe ich gerne 5 Sterne.











