Kunden em pfehlungen
Rezensionen von MarcoL:
Ein literarisches Kleinod voller Sprachgewalt!
Lucy Gayheart von Willa Cather
1933 begann die sechzigjährige Schriftstellerin diesen Roman. Von sich selbst behauptete sie damals, kraftlos und müde zu sein. Ihre Protagonistin Lucy Gayheart zeichnete sie dann als lebensfroh und munter. Ein Mädchen, das die Welt erobern möchte mit all seinen Sinnen.
Lucy lebte in Haverford, zusammen mit ihrem Vater, der nur das Beste für sie wollte, und ihrer älteren Schwester Pauline, welche in gewissem Maße die Mutterrolle übernahm.
Lucy war überall beliebt, und besonders war ihr Harry Gordon, Sohn reicher Geschäftsleute, zugetan. Er sah Lucy schon als seine zukünftige Braut.
Lucys Vater förderte ihre musikalische Ausbildung am Flügel. Dazu bekam sie auch die Chance, von der Provinz zu fliehen, um in Chicago "wo die Luft vor ungeahnten Möglichkeiten wie eine Stimmgabel erzitterte" ihrer Ausbildung nachzugehen, und nebenher ein paar Dollar als Musiklehrerin zu verdienen. Ihr Mentor brachte sie mit dem Sänger Sebastian Clement zusammen. Dieser suchte für seine Gesangsproben eine Begleitung am Klavier. Lucy verfällt in ihrem jugendlichen Überschwang dem Sänger. Dieser distanziert sich, denn er ist über fünfzig Jahre alt, könnte ihr Vater sein, und außerdem verheiratet. Chicago sei auch nur eine Zwischenstation während seiner Tournee. Aber er versprach, nach seine Rückkehr aus Europa, sie wieder zu engagieren (und vielleicht noch mehr).
Das klang für Lucy alles wie ein Märchen … und wäre dann nicht noch Harry … und ihr Vater … und ein Unglück … mehr wird nicht verraten.
Man kann allerdings die Tragik darin erahnen, auch wenn die Autorin geschickt mit den Erwartungen/Vermutungen der Leser:Innen spielt. Man lebt und freut sich mit der überschwänglichen Lucy, und man lässt genau wie sie den Kopf voller Traurigkeit hängen.
Die Sprache ist brillant, die Geschichte in wunderschöne Sätze verpackt, und das Buch ist ein wirkliches Kleinod der Literaturgeschichte. Nicht zuletzt erhebt sich die Sprachgestaltung auf dieses sehr hohe Niveau durch die wunderbare Übersetzung. Die klassische Musik spielte im Buch eine wichtige Rolle.
Dieser wunderbare Roman, das Buch herrlich in Optik und Haptik vom Verlag gestaltet, ist eine sehr lohnende Wiederentdeckung der Autorin. Ein sehr informatives Nachwort von Alexa Hennig von Lange rundet das Werk perfekt ab.
Sehr gerne gebe ich eine absolute Leseempfehlung für diesen Klassiker der amerikanischen Literatur.
Rezensionen von marsu:
Zeitkapsel
Nachbarn von Diane Oliver
Dieses Buch ist wie ein wieder gefundener Schatz, der viel zu lange verborgen geblieben ist. Welch ein Unglück, dass diese talentierte Autorin bereits so früh verstorben ist, aber umso schöner, dass der AufbauVerlag nun diese vierzehn Kurzgeschichten posthum auf deutsch veröffentlicht.
Lobend hervorheben möchte ich auch das sehr gute Nachwort von Tayari Jones, die der Autorin in so vielen Aspekten ähnelt, laut ihrer eigenen Aussage, aber dennoch war sie vorher nie auf die wenigen bereits veröffentlichten Kurzgeschichten von Diane Oliver gestoßen.
Umso schöner - auch für uns Leser*innen - dass diese Geschichten nun veröffentlicht wurden.
Diese vierzehn Geschichten zeichnen ein eindrucksvolles Bild der Zeit der Bürgerrechtsbewegung, der Segregation, aber auch den Alltag. Literarisch sehr versiert, oftmals auch mit Humor, dann wieder viel Ernsthaftigkeit zeigt die Autorin den Alltag von Persons of Color. Dabei ist jede Geschichte ein kleiner Kosmos für sich, den ich gerne entdeckt habe.
Rezensionen von Gaby 2707:
Eine wundervolle Wohlfühlgeschichte
Das zweite Glück im kleinen Vintage Shop von Libby Page
Louise „Lou“ Morris erfüllt sich nach dem Tod ihrer Mutter ihren großen Traum: Sie eröffnet in ihrer alten Heimat dem kleinen Städtchen Frome in Somerset einen kleinen Vintage Shop mit Kleidung und Accessoires aus den verschiedensten Jahrzehnten. Doch der läuft leider nicht so gut wie gehofft.
Außerdem wird ihre Wohnung über dem Laden immer noch renoviert und sie wohnt sehr teuer im Hotel. Bis ihr Handwerker Pete die Telefonnummer von Maggy gibt, die ein für sich alleine viel zu großes Haus hat und eine Untermieterin sucht. Lou zieht bei ihr ein und die beiden so verschiedenen Frauen werden langsam zu Freundinnen. Dann geht eines Tages die Ladentür auf und Amerikanerin Donna Greenwood steht im Vintage Laden mit einem Foto in der Hand. Darauf Lou´s Mutter mit ihrem gelben Kleid, das Lou im Laden als unverkäuflich ausgestellt hat. Wie kommt das Bild von Lou´s Mutter in Donnas Hände?
Die Geschichte über die drei so unterschiedliche Frauen, die alle gerade ihren neuen Platz im Leben suchen, hat mir sehr gut gefallen. In abwechselnden Kapiteln erzählt jeder ihre Geschichte aus der Vergangenheit, die genau so spannend und interessant ist, wie die aus heutiger Sicht. Ganz langsam nähern sich die Geschichten einander an.
Lou, die nach dem Tod ihrer Mutter ihr eigenes Geschäft eröffnet. Was aber nicht so läuft, wie sie es gerne hätte oder bräuchte um davon leben zu können. Maggy, die nach der Scheidung von ihrem Mann Alan alleine in dem viel zu großen Haus lebt und sich von ihrer Tochter und der Enkelin voll vereinnahmen lässt. Und Donna, die erst vor kurzem erfahren hat, dass sie als Baby adoptiert wurde. Das einzige, was sie hat, ist ein Foto von ihrer Mutter, die sie nun unbedingt finden will. Drei total unterschiedliche Frauen, die sich langsam annähern um zu erfahren, dass man sich vertrauen und auf die andere verlassen kann. Und die lernen müssen sich gegenüber anderen zu öffnen, was ihnen nicht immer leicht fällt. Gerade Maggy hat mich mit ihrer Wandlung und ihrer neuen Einstellung zum Leben sehr beeindruckt.
Dazwischen immer wieder in kursiver Schrift kurze Einblicke in das Leben einer vorerst unbekannten jungen Frau, die im Zusammenhang mit dem gelben Kleid steht. Langsam wurde mir immer klarer, um wen es sich dabei handeln musste.
Alle Fäden der einzelnen Geschichten laufen gegen Ende des Buches zusammen und ergeben eine für mich sehr gut nachvollziehbare, harmonische Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Ich habe mich mit den drei Frauen sehr wohl gefühlt und war schnell gefesselt und mittendrin in dem kleinen Städtchen Frome in Somerset und später in den USA, wo Donna lebt.
Eine wundervolle Story über Mut, Zusammenhalt, Familie und Freundschaft. Natürlich ist auch ein bisserl Liebe dabei. Eine Geschichte, die mir alles bietet um mich in ihr richtig wohl zu fühlen. Ein Roman, der meine Erwartungen voll erfüllt hat.
Rezensionen von Sheilo:
Eine etwas andere Rockstar Romance
Only One Song von Anne Goldberg
Kennt ihr schon Dings und Instagram? Das sind sie beiden Protagonisten der wundervollen Liebesgeschichte von Theo und Winston, die sich beim Konzert von "Treehouse Promises" kennenlernen, als die Band in dem Club auftritt, in dem Theo an der Bar arbeitet. Winston ist eigentlich der Schlagzeuger der Band, wird aber von Theo für die neue Aushilfe gehalten.
Eine wundervolle Kennenlerngeschichte nimmt damit seinen Lauf...
"Only One Song" ist der erste Band und ein toller Einstieg in die der "Only" - Reihe von Anne Goldberg. Der Schreibstil ist fantastisch und hat mich ab der ersten Seite in den Bann des Buches gezogen.
Theo ist nach einem Streit mit ihrer Mutter auf sich selbst gestellt und ist in meinen Augen eine sehr taffe und liebevolle Frau. Sie ist sehr engagiert, in ihrer Freizeit hilft sie einem Verein zur Tierrettung und arbeitet neben der Bar auch in einer Tierklinik. Theo fällt es jedoch schwer an die Liebe und Beziehungen zu glauben, weshalb sie sich selbst Regeln im Umgang mit Männern setzt. Doch bei Winston scheint es ihr immer schwerer zu fallen, sich selbst an diese zu halten. Winston ist charmant und als Bandmitglied wohl der Traum aller Frauen. Dabei erfüllt er jedoch nicht die typischen Klischees eines Musikers. Er kümmert sich liebevoll um seinen Hund Willow und beißt sich an Theos Regeln die Zähne aus.
Ich liebe das Auf und Ab der Gefühle von Winston und Theo, dass Knistern zwischen ihnen und die heißen Szenen. Aber es wird auch wahnsinnig emotional im Buch, sodass ich meine Tränen nicht zurück halten konnte.
Das Buch ist wirklich ein toller Liebesroman, aber keine typische Rockstar Romance. Ich selbst wurde sofort von diesem Buch mitgerissen, weshalb ich es sehr empfehlen kann. Ich freue mich schon sehr auf den folgenden Band der Reihe.
Rezensionen von Andrée Feyertag:
Paket abzuholen
Packerl von Anna Neata
Eine ungewöhnliche Familiengeschichte, die mich abgeholt hat. Mit sprachlicher Eleganz umschifft Anna Neata Problemzonen, die fast jeden treffen. Sehr spannend zu lesen - nicht nur ein Familienroman.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Ich mach dich froh! von Corrinne Averiss
Die Oma war immer ein sehr fröhlicher Mensch, der eine intensive Beziehung zu ihrer Enkelin pflegt. Doch nun ist Oma nicht mehr froh und die Enkelin versucht, der Freude auf die Spur zu kommen und diese wieder zu ihrer Oma zu bringen. ...
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Erklärungen, was Fröhlichkeit eigentlich ist.
Diese sind sehr treffend und kindgerecht. Die dadurch in meinem Inneren entstandenen Bilder haben mir sehr gut gefallen. Die Bilder waren ebenfalls wirklich wunderschön und fangen sehr viel dieser Lebensfreude ein. Das kleine Mädchen ist ein richtiger Wirbelwind, der in den Bildern regelrecht eingefangen wird. Ihre kindlichen Bemühungen fand ich sehr süß und auch toll in Szene gesetzt. Auch die anderen Emotionen wurden sehr gut ausgedrückt bzw. bildlich abgebildet. Die Traurigkeit ist für mich ebenso sehr präsent und spürbar, und das bei allen Beteiligten.
All diese positiven Ersteindrücke haben bei mir auch eine hohe Erwartung an den Ausgang der Geschichte geweckt. Für mich war aber gerade dieser nicht so recht stimmig. Bei mir blieb ein wenig das Gefühl: "Je wenn es denn so einfach wäre". Ich fürchte ein wenig, die Hoffnungen von vor allem kleineren Kindern in einer ähnlichen Situation werden dadurch ziemlich geschürt, um der Realität dann selten stand halten zu können. Zumal dadurch auch etwas Druck aufgebaut wird. Es ist schön zu vermitteln, dass die Anwesenheit eines Kindes einen alten Menschen froh macht - was heißt das aber im Umkehrschluss? Und: Was, wenn es nicht funktioniert?
Ich finde das Buch wunderschön, um das Thema Freude näherzubringen. Als Hilfestellungen für Angehörige von jemandem mit Depression oder auch einfach im Umgang mit dem Alt werden ist es für mich nicht die beste Wahl. Jedenfalls würde ich es dann auch gut nachbesprechen und Kinder auch behutsam darauf aufmerksam machen bzw. vorbereiten, dass die Handlungen am Ende helfen können und die Situation verbessern können, aber nicht müssen und es dann niemals die Schuld des Kindes ist, wenn es jemandem einmal nicht so gut geht. Hier benötigt es viel Fingerspitzengefühl für den Einsatz. Dann kann es aber auch in diesen Situationen genutzt werden und Mut machen, mit kleinen Gesten jemanden wieder zum Lachen und Froh sein zu bringen und schöne Erinnerungen zu schaffen.
Rezensionen von Ewa Wiercinska Leserunde Heyn:
Interessant
Packerl von Anna Neata
Das Buch, ein gut durchdachtes Konzept.
Anna Neata schildert die Geschichte von drei österreichischen Frauen, Großmutter, Mutter und Tochter, über einen Zeitraum von 80 Jahren, von 1942 bis in die Gegenwart.
Sie konzentriert sich auf die Zutaten: das Schweigen als Medizin für das Erleiden, toxische Beziehungen, ungewollte Schwangerschaften, Depressionen, Suizidversuche, nicht verarbeitete nationalistische Vergangenheit.
.. und wie beim Kochen, rührt und mischt sie ständig.
Der einzigartige Sprachstil der deutschen Sprache, ist ungewöhnlich für die Leser, wirkt das vielleicht als etwas Besonderes, neues. Für mich nicht neues, ich kenne den Stil aus der slawischen Sprache.
Leseempfehlung für den Mut in diesem einzigartigen Stil zu schreiben.
„Das Schicksal der Menschen ist der Schatten der Träume von Glück, wenn Unglück passiert, ist der Schatten weg.“ ( Il canto s` attrista, perche?“ Salvatore Sciarrino)
Rezensionen von miriamB:
Ich weiß gar nichts von euch, wiederholt die Eva laut. Und ihr nichts von mir (S.210)
Packerl von Anna Neata
Anna Neata erzählt in ihrem Debütroman die Geschichten von Elli, Alexandra und Eva. Großmutter, Mutter und Tochter.
Ihre Schicksale ähneln einander: toxische Beziehungen, unerfüllte Lieben, ungewollte Schwangerschaften und vor allem die extreme und selbstverletzende Sprachlosigkeit der Frauen. Persönliches Glück wird dem „Irgendwie-weitermachen“ im Leben untergeordnet.
Die Autorin hat einen spannenden, vielschichtigen und (nicht nur psychologisch) interessanten Familienroman geliefert. Knapp 80 Jahre persönliche Schicksale eingebettet in österreichische Zeitgeschichte.
Allerdings: es ist kein Buch, das einfach so nebenher gelesen werden könnte. Das war mein Fehler und ich habe – trotz des hilfreichen Personalverzeichnisses zu Beginn - zwischendurch den Faden verloren in den zahlreichen Zeit- und Perspektivenwechsel.
Ich werde es noch einmal lesen, denn Elli, Alexandra und Eva verdienen meine ungeteilte Aufmerksamkeit!
Lesenswert!
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Das Lexikon der erstaunlichsten Fakten von Jacqueline McCann; Camilla de la Bédoyère; Andrea Mills
Dieses umfangreiche Buch hat wirklich einiges an erstaunlichen Fakten zu bieten. Diese Fakten sind übersichtlich geordnet. Oberthemen mit klassischen Titeln finden sich bereits im Inhaltsverzeichnis, bestimmen aber auch den Hintergrund der Seiten, sodass man auch aufgrund der Farbwahl des Hintergrundes gleich weiß, welche Themen zusammengehören.
Jedes dieser großen Oberthemen hat dann mehrere kleinere Überschriften, denen jeweils eine Doppelseite gewidmet wird. Die einzelnen Doppelseiten sind sehr bunt und abwechslungsreich gestaltet. Die Informationen sind kurz und durch viele Bilder bzw. Illustrationen gestützt. Meine Kinder haben sich oft einfach die Bilder angeschaut und nur die Informationen zu dem Themen gelesen, wo das Bildmaterial sie anspricht.
Sprachlich ist das Buch an die Kinder gut angespasst. Für ein Lexikon war es wirklich gut verständlich und ansprechend aufgearbeitet - es ist ein sehr umfangreiches und gut gestaltetes Buch, bei dem auch für mich als Erwachsener viel Neues dabei war!
Rezensionen von yellowdog:
Das erste Jahr in der Großstadt
Klarkommen von Ilona Hartmann
Die Autorin Ilona Hartmann erzählt auf realistische Art vom leicht tristen Aufwachsen in einer Kleinstadt und dem damit verbundenen Lebensgefühl. Auch dem Gefühl eines Mangels und dem Wunsch, woanders mehr zu finden.
Die Erzählerin fühlt sich dabei mit ihren Freunden Leon und Mounai verbunden. Sie haben ihr Abitur gemacht und gehen gemeinsam in einer Großstadt.
Erste Erfahrungen sind aber enttäuschend.
Der Roman bleibt handlungsarm. Es zeigt das zusammenleben, wie sie sich besser kennen lernen. Auch viele Besuche in Clubs mit vielen coolen Leuten, kann eine Desillusion nicht verhindern.
Die Erkenntnis: Das erste Jahr in der großen Stadt war achtlos an uns vorbegelatscht.
Die Kapitel sind kurz gehalten und lassen auch Leerstellen zu. Außerdem gibt es immer wieder Sätze, die ich für gut formuliert halte.
Ilona Hartmann zeigt, dass man auch mit ruhiger Erzählweise ein gutes Buch gestalten kann.









