Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesebegeisterte:
"Hochspannung aus Schweden"
Stille Falle von Anders de la Motte
Dieser packende Thriller spielt im schwedischen Malmö. Zwei junge Mensch verschwinden spurlos. Nach einiger Zeit tauchen diese verschwundenen Personen in Form von Figuren auf einer Modelleisenbahn auf. Die Ermittlerin Leo Asker ist eigentlich mit diesem Fall beauftragt, wird aber zwangsversetzt in die Abteilung für hoffnungsvolle Fälle.
Dort sind nicht nur ihre Kollegen suspekt. Aber Leo lässt der Fall nicht in Ruhe und sie ermittelt auf eigene Faust weiter. Plötzlich tauchen neue Figuren auf dieser Modelleisenbahn auf, die Mordfällen ähnlich sind. Die Zeit läuft der Ermittlerin davon….
Ich muss schon sagen, dieser Thriller hat mich sowas von gefesselt. Ich konnte das Buch nur schwer zu Seite legen. Abwechselnd wird aus der Sicht der Ermittlerin, der Opfer und des Mörders erzählt. Mega-spannend! Der Spannungsbogen zieht sich konsequent durch das gesamte Buch hindurch. Rasantes Tempo, mitreißende Story und Nervenkitzel pur. Mein erster Thriller dieses Jahres und ich bin sowas von begeistert. Es wird schwer sein, dies toppen zu können!!!
Rezensionen von Ruth:
Zwischen Religion und Selbstbestimmung
Die Hoffnung der Chani Kaufman von Eve Harris
Viele Jahre mussten die Leser warten, um endlich zu erfahren, wie es mit den Figuren aus „ Die Hochzeit der Chani Kaufman“ weitergegangen ist.
Chani und Baruch sind nach ihrer Hochzeit nach Jerusalem gezogen, wo Baruch für sein zukünftiges Dasein als Rabbiner den Talmud studiert. Ihr Glück wäre vollkommen, wenn Chani endlich schwanger würde.
Doch bisher waren alle Versuche vergeblich. Nicht nur die Erwartungen von außen belasten Chani. Nein, ihre Ehe wäre ernsthaft in Gefahr, denn nach jüdischem Recht darf ein Mann die Trennung verlangen, wenn seine Frau ihm keine Kinder schenkt. „ Ein unverheiratetes Mädchen war wie ein ruderloses Schiff oder ein Topf ohne Deckel, doch eine unfruchtbare Frau war schlimmer. Ihr Mann konnte sie verstoßen. Er konnte sich neuen Weidegrund suchen.“
Deshalb reist das junge Paar nach London und lässt sich, finanziell unterstützt von Baruchs Eltern, in einer Fruchtbarkeitsklinik untersuchen. Die Ergebnisse sind einerseits beruhigend, denn es liegen keine organischen Gründe für die Kinderlosigkeit vor. Trotzdem stürzt der Befund das Paar in schwere Konflikte. Es sind die strengen jüdischen Gesetze, die einer Befruchtung im Wege stehen, denn diese regeln genau, wann ein Paar sexuell enthaltsam sein muss.
Baruch und Chani stehen somit vor einem riesigen Problem. Wie sollen sie Gottes Gesetz erfüllen, sich zu vermehren, wenn die Gebote das gleichzeitig unmöglich machen ?
Aber Chani ist nicht die einzige Frau, die sich zwischen religiösen Vorgaben und Selbstbestimmung entscheiden muss.
In einem zweiten Erzählstrang geht es um Rivka Zilbermann, die im ersten Buch als Rebezzin Chani auf die Ehe vorbereitet hat. Rivka hat mittlerweile ihren Mann Chaim verlassen, weil sie es in der streng reglementierten Welt der orthodoxen Gemeinde nicht mehr ausgehalten hat. Doch ihr Ausbruch hat schwerwiegende Konsequenzen. Ihr wird der Kontakt zu ihren Kindern verboten und ihr Mann übergibt ihr den „ Get“, den Scheidebrief. Seine Stellung als Rabbiner wäre nicht zu halten mit einer getrennt lebenden Frau. Doch das ist noch nicht alles. Der jüngere Sohn wird in der Schule wegen seiner abtrünnigen Mutter gemobbt, die Tochter will nichts mehr von ihr wissen. Rivka steckt „ zwischen zwei Welten fest und es zerreißt“ sie. Der Preis für ihre Freiheit ist immens hoch.
Und auch ihr ältester Sohn Avromi, der momentan in einer Talmudschule in Jerusalem studiert, steckt in einer tiefen Sinnkrise.
Eve Harris beschreibt nun mit sehr viel Einfühlungsvermögen die Schwierigkeiten, in denen sich ihre Figuren befinden. Es geht ihr dabei nicht darum, die Religion und Gott selbst in Frage zu stellen. Was sie kritisiert sind die z.T. unmenschlichen Gesetze und Verbote, die Männer vor Jahrhunderten erlassen haben und auf deren Einhaltung religiöse Eiferer dringen. Dabei prangert sie jegliche Intoleranz und Bigotterie an.
In ihrer Kritik bleibt die Autorin aber nicht einseitig, denn dass auch Männer unter dem rigiden Diktat leiden, zeigt sie eindrucksvoll an verschiedenen Beispielen.
Und längst nicht alle orthodoxen Juden verhalten sich hier hartherzig und engstirnig. Chani, Rivka und Avromi treffen auf Menschen, die sie in ihrem Bestreben, den richtigen Weg zu finden, bestärken und unterstützen.
Eve Harris beschreibt all ihre Figuren mit Liebe und Empathie und mit genügend Humor. Auch für die Fehler und Schwächen der weniger sympathischen Zeitgenossen zeigt sie Verständnis .
Kapitelweise wechselt die Autorin die Perspektive, so dass der Leser den Hauptfiguren sehr nahe kommt. Und auch die Schauplätze wechseln. Mal sind wir in Golders Green, jenem Stadtteil Londons, in dem vorrangig orthodoxe Juden wohnen, mal in Israel. Dort stellt sie dem ruhigen und traditionellen Leben in Jerusalem das lebendige und pulsierende Tel Aviv gegenüber.
Wie schon im Vorgängerroman bekommt der Leser einen tiefen Einblick in jüdischen Alltag, in Bräuche und Rituale orthodoxer Juden. Das ist ein Blick in eine uns eher fremde unbekannte Welt. Zur Atmosphäre tragen auch die zahlreichen, im Text verstreuten jüdischen Begriffe bei, von denen die wichtigsten in einem anhängenden Glossar erläutert werden.
Mit leichten Ton und in schnörkelloser Sprache greift die Autorin fundamentale Fragen auf.
Man muss den ersten Band nicht kennen, um den vorliegenden Roman verstehen und genießen zu können. Doch wer ihn liest, will sicherlich den Vorgänger kennenlernen und alle, die mit derselben Begeisterung wie ich „ Die Hochzeit der Chani Kaufman“ gelesen haben, werden sich auf die Fortsetzung stürzen.
Und wir alle können nur hoffen, dass Eve Harris nicht wieder so viele Jahre verstreichen lässt bis zum nächsten Folgeroman.
„ Die Hoffnung der Chani Kaufman“ ist Unterhaltungsliteratur vom Feinsten, ein Roman, der einem von Anbeginn an fesselt und nicht mehr loslässt.
Rezensionen von Anndlich:
Rettungsmission: Der Wald
Unterholz-Ninjas, Band 1 - Das Abenteuer beginnt von Michael Mantel
Die Menschen, von den Tieren des Waldes als „Fellwechsler“ bezeichnet, wollen den Wald zerstören und ihn durch ein Badeparadies ersetzen. Die Tiere sind in Panik, doch die drei Frischlinge zeigen Mut und kämpfen als Unterholz Ninjas gegen die Menschen an. Das Eichhörnchen Ella, der Igel Piks und der Uhu Bubo sind entschlossen, den Wald zu verteidigen und die Tiere zu retten.
Können die drei mit ihren vollautomatischen Beerenmatschkanonen und den präzisen Stachelwürfen die Fellwechsler wirklich stoppen?
Das Abenteuer beginnt ist der erste Teil der Unterholz-Ninjas des Autoren und Illustratoren Michael Mantel und mindestens drei Teile werden diesem Auftakt noch folgen.
Die drei Protagonisten Ella, Piks und Bubo treffen im Laufe der Geschichte auf die Fellwechslerin Maya und bilden zusammen eine Freundschaft mit den unterschiedlichsten Charakteren. Das Eichhörnchen Ella ist die Erfinderin in der Gruppe und immer ganz vorne dabei, wenn es um ein neues Abenteuer geht, der Igel Piks mausert sich vom Angsthasen, zum super mutigen Ninja, der Uhu Bubo hat den besten Überblick und Maya kann den Dreien die „Menschendinge“ erklären.
Die Geschichte ist super aufgebaut und fiebert zum Höhepunkt hin, zwischen Action finden sich auch immer wieder Szenen, die zum Schmunzeln bringen. Die Unterholz-Ninjas zeigen, was man im Verbund schaffen kann, wenn man nur mutig genug ist. Außerdem lassen sie sich nicht unterkriegen, fallen hin und stehen wieder auf.
Den Naturschutz aus dem Blick der Tiere zu zeigen, finde ich besonders gelungen. Es regt zum Nachdenken an und ruft Empathie für die Tiere hervor, ohne dabei belehrend zu wirken.
Die Illustrationen des Autors passen wunderbar zur Geschichte und bieten dabei einiges zum Entdecken.
Rezensionen von Anja S:
Traurige Familiengeschichte
Krummes Holz von Julja Linhof
Eine Geschichte über eine lieblose und traurige Kindheit, in der Vater und Großmutter die Kinder demütigen und mit Gewalt und Unverständnis aufziehen. Es wird aus der Sicht von Jirka geschrieben und da ist es manchmal nicht so ganz leicht zu folgen. Da gibt es ständig Sprünge zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, in der sich Jirka ab und zu verliert.
So erfahren wir zwar wie er und seine Schwester aufgewachsen sind aber die Sprünge waren teilweise etwas zu extrem und auch nicht zu Ende gedacht. Da gab es oft nur Andeutungen. Die Atmosphäre hat mir hier allerdings sehr gut gefallen auf dem alten Gutshof in Jirkas Heimat. Von der Großmutter hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, da fehlte mir etwas die Tiefe, die bei den anderen Charakteren aber durchaus gegeben war. Das Ende konnte mich leider auch nicht ganz überzeugen, war mir doch etwas unrealistisch. Trotz den kleinen Schwächen aber ein lesenswerter Roman.
Rezensionen von MarcoL:
Geniale Aufarbeitung gegen das Vergessen
Der Aschenmensch von Buchenwald von Ivan Ivanji
Ein Dachdecker fand 1997 bei Renovierungsarbeiten der Gedenkstätte Buchenwald 701 Urnen, gefüllt mit der Asche von unbekannten Häftlingen des ehemaligen Konzentrationslagers. Nachdem Weimar 1999 Kulturhauptstadt Europas werden sollte, bereitete sich die ganze Umgebung darauf vor, und dieser Fund wirkte befremdlich bei den Verantwortlichen.
Die Ratlosigkeit, was damit zu tun sei, war groß. Es wurde schließlich beschlossen, die Asche in einem Gemeinschaftsgrab beizusetzen, unter der Leitung von Würdenträgern von vier großen Religionen
Der Autor, geboren 1929, war selbst Inhaftierter in Buchenwald, und hat aus diesen schrecklichen Erfahrungen einen eindrücklichen Roman erschaffen, der viele der Schrecken der Shoa zur Sprache bringt.
Aus der zusammengeworfenen Asche formte sich ein Wesen, einer ätherischen Wolke gleich, kaum sichtbar für Menschenaugen, dennoch als Beklemmung wahrnehmbar (denn auch die Vögel verstummten), die fortan über dem ehemaligen KZ, und jetzt Gedenkstätte, schwebte. Es entstand der Aschenmensch, mit ihm erwachten alle seine 701 Seelen.
Sie unterhielten sich untereinander, erzählten von ihren Leben. Und vor allem von ihrem Sterben und den Grausamkeiten im KZ. Sie suchten untereinander nach Gemeinsamkeiten, kamen aber sehr rasch zum Schluss, dass dies kaum möglich war. Ihr einziger Nenner sind und waren die Gräuel der Naziherrschaft.
Ivanji blickt zurück, sucht während des Schreibens seinerseits für Erklärungen, und lässt diesen fiktiven Aschemenschen stellvertretend denken und sprechen, und präsentiert der Leserschaft die grausamen Tatsachen. Er macht dies ohne Hass und Verurteilungen, bindet auch die Rolle des Ettersberg und der nahegelegenen Stadt Weimar (samt ihrem Goethe) ein, und schafft somit ein eindrückliches literarisches Mahnmal gegen das Vergessen.
Gerne gebe ich hier eine absolute Leseempfehlung – das Buch kann ich wirklich nur jedem ans Herzen legen. Auch wenn manche Inhalte nichts für empfindliche Mägen sind, das Buch, zum ersten Mal 1999 veröffentlicht und jetzt neu aufgelegt ist, ist aktueller denn je.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Klarkommen
Klarkommen von Ilona Hartmann
"Klarkommen" von Ilona Hartmann ist in der Hörbuchfassung von Jodie Ahlborn gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Die Essenz des Buches lässt sich vermutlich mit Fomo, Fear of missing out, und der zeitlgeichen Ernüchterung, dass nicht alles ist, wie es scheint, zusammenfassen. Die Erzählstimme des Buches und ihre Freund:innen lebten in einer Kleinstadt/einem Dorf, ziehen nach der Schule in eine Großstadt. Als Person, die in einer Großstadt aufgewachsen ist und nie irgendwo anders gelebt hat, kann ich die damit einhergehenden Wünsche/Lebensrealitäten nur bedingt nachvollziehen. Das Grundkonzept: woanders ist mehr, besser und sowieso intensiver, kenne ich dennoch.
Die Kapitel sind teilweise sehr kurz, was dem Buch eine ganz eigene Kurzweiligkeit verleiht und die Geschwindigkeit, mit der die Handlung an mir als Leserin vorbeizieht, erhöht. Das hat mir gut gefallen. Sprache und Schreibstil passen zur Szenerie, lassen sich gut und flüssig lesen. Zwischenzeitlich fehlte mir etwas Stringenz, die Kapitel waren mir inhaltlich zu sprunghaft, jedoch habe ich immer wieder zügig zurück in die Story gefunden.
"Klarkommen" ist ein dringend notwendiger Realitätsabgleich, der schonungslos die Differenz zwischen Vorstellung und Realität wiedergibt. Dennoch wird sich vermutlich nur eine spezifische Zielgruppe in dieser geschilderten Lebensrealität wiederfinden können.
Insgesamt hat mir "Klarkommen" gut gefallen. Ich habe einige wenige Anknüpfungspunkte zu meinem Leben, konnte dadurch besser Verstehen. Andererseits wird es Menschen mit anderen biografischen Hintergründen vermutlich viel mehr aus der Seele sprechen. Es ist ein gutes, solides Buch, das mich jedoch nicht vom Hocler gehauen hat und verm utlich nur wenig nachklingen wird.
Rezensionen von Bibibabby:
Ein wertvolles Buch über Sprachenlernen
Der Wortschatz von Rebecca Gugger
"Der Wortschatz" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger ist ein lustiges Bilderbuch, empfohlen für Kinder ab 4 Jahren. Das Cover zeigt Oscar, der in eine riesige Schatztruhe voller Buchstaben guckt.
Die Schatztruhe hat Oscar beim Löcherbuddeln gefunden und dann nach Hause gebracht.
Leider gibt es in der Truhe weder Gold noch Diamanten, sondern nur Wörter. Oscar ist enttäuscht, bis er herausfindet, dass die Wörter die Zauberkraft haben, Sachen zu ändern. Wirft er das Wort "haarig" auf einen Baum, verwandeln sich die Blätter in Haare.
Oscar hat Spaß dabei, alle Wörter auszuprobieren und die Illustrationen zeigen die lustigen Ergebnisse: einen quietschgelben Igel, ein pompöses Vogelhäuschen, usw.
Das Buch zeigt nicht nur, wozu Adjektive gut sind, sondern regt auch an, die Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Fazit: Ein unglaublich wertvolles Buch für Kinder im Sprachentwicklungsalter.
Rezensionen von yellowdog:
Aus den Kriegsakten Edward III
Essex Dogs von Dan Jones
Essex Dogs ist ein wirklich edel aufgemachtes, hochwertiges Hardcover. Innen gibt es eine Karte. Das ist beeindruckend.
Literarisch bietet das Buch einiges, anders aber auch nicht. Dan Jones schreibt straight und schlicht, vielleicht ist das auch passend für den Kontext. Damit muss ich als Leser mich arrangieren
Die Konstellation um eine Gruppe von Männern kennt man aus alten Filmen wie z.
B. Das dreckige Dutzend oder Die glorreichen Sieben.
Die verschiedenen Dogs haben unterschiedliche Fähigkeiten. Als Charaktere haben sie aber wenig Profil. Der historische Kontext erreicht mich weniger als gedacht. Am Ende des Buches in den Anmerkungen des Autors erwähnt Dan Jones, dass er schon einige historische Sachbücher geschrieben hat, aber das hier ist Fiktion.
Wirklich spannend war das Buch auch nicht unbedingt.
Um ehrlich zu sein, mich hat das Buch enttäuscht. Sollte es eine Fortsetzung geben, was mich nicht überraschen würde, wäre ich nicht mehr dabei.
Rezensionen von Ele:
Muss für Bücherfans
Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen von Emily Henry
Book Lovers – Die Liebe steckt zwischen den Zeilen, Roman von Emily Henry, ein Knaur eBook.
Eine Geschichte zum Dahinschmelzen.
Nora Stephens ist ein Hai im Fischbecken, sie ist Literaturagentin, tough scharfzüngig und absolut auf ihre Arbeit fokussiert. In ihrem Leben gibt es nur eines das noch wichtiger für sie ist als ihre Arbeit – ihre Schwester Libby, für die sie schon bald, nämlich nach dem Tod der Mutter, Verantwortung übernommen hat.
Deshalb begleitet sie ihre Schwester auch zu einem Urlaub nach Sunshine Falls, den Schauplatz von Libbys Lieblingsbüchern. Dort trifft sie auf den Lektor Charlie Astra, gutaussehend und arrogant, in Noras Augen unausstehlich. Die idyllische Kleinstadt verändert das Leben aller Beteiligten.
Das Buch ist in 39 überschaubare Kapitel eingeteilt. Der Schreibstil ist flüssig, lustig und absolut schlagfertig, des Öfteren habe ich geschmunzelt über die Wortgefechte der Charaktere. Aus der Sicht der Protagonistin im Ich-Stil geführt. Viele Bücher und Filme werden genannt die in kursiver Schrift erscheinen, die amüsanten Chatverläufe sind fett gedruckt, das belebt die gesamte Geschichte.
In diesem Buch ist wirklich alles vorhanden was ein Book-Lover-Herz höher schlagen lässt. Situationskomik, eine sehr romantische Geschichte mit Liebesszenen die sehr ansprechend, aufregend und ästhetisch beschrieben sind, kein Grund zum Fremdschämen. Spannung hervorgerufen durch plötzliche Plottwists und am Schluss das Ende, welches ich wirklich nicht vorhersehen konnte. Auch mit traurigen Szenen, gefüllt mit Lebensweisheiten hat die Autorin nicht gespart, das hat Emily Henry wirklich sehr gut gemacht. Ich mag die Bücher der Autorin, aber dieses habe ich geliebt. Das Beste aus ihrer Feder bisher. Da freut man sich schon auf das nächste Buch von E. Henry. Ich fand es auch sehr aufschlussreich, dass aus dem Bereich Verlagswesen und Lektorat so viel erzählt wurde, was für ein Prozess, bis ein Buch fertig in den Buchläden liegt.
Die Figuren haben durchweg alle mein Herz erobert. Die einen waren stille aber angenehme Statisten, die anderen haben große Rollen gespielt und dabei nachvollziehbar und authentisch gehandelt, Nora und Charlie, die Hauptpersonen waren hervorragend charakterisiert, ganz tief darf der Leser in die Herzen der beiden blicken, was mir tatsächlich des Öfteren Tränen in die Augen getrieben hat. Es ist ein Leichtes sich mit den Hauptdarstellern zu identifizieren, beide haben sich enorm weiterentwickelt. Kurz vor Ende fand ich das Buch so traurig, dass es mir die Brust zugeschnürt hat.
Einige Szenen fand ich besonders bemerkenswert, als die Protagonistin schildert wie sie mit einem spannenden Buch zwei Stunden vor dem Kühlschrank stand, bis sie es ausgelesen hatte, das könnte auch mir passieren. Oder die Beschreibung wie es in Buchhandlungen oder Bibliotheken riecht, da ging mir das Herz auf, das kann ich nur mit einem „Ja“ bestätigen. Deshalb möchte ich dieses Buch allen Buchfans und besonders denen, die RomComs mögen ans Herz legen. Von mir gibt es volle Punktzahl 5 Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Heinz Labensky muss man einfach lieben
Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge von Anja Tsokos; Michael Tsokos
Heinz Labensky, ein 79-jähriger stinknormaler Kauz, wie er sich selbst nennt, mit eher schlichtem und sorglosem Gemüt, aber einer überbordenden Fantasie, hat es satt seine Tage im Seniorenheim am Erfurter Stadtrand zu verdämmern. Mit nichts als sich selbst macht er sich von Erfurt auf nach Rostock-Warnemünde um dort der Tochter seiner Jugendliebe Rita Warnitzke, die ihm einen Brief geschrieben hat, einen Besuch abzustatten.
Dorthin ist er mit einem Flixbus über Leipzig und Berlin unterwegs. Auf dieser Reise erzählt er verschiedenen Mitreisenden die Geschichten seines Lebens und seine Sicht auf viele Dinge, zu denen er immer wieder abdriftet. Wobei ich mir oft nicht sicher bin, was wirklich zu seiner Lebensgeschichte gehört oder was seine ausschweifende Fantasie sich da zurecht reimt.
Anja und Michael Tsokos haben mit Heinz Labensky einen Menschen erschaffen, den ich ab der ersten Seite mochte. Ich kann mir den alten Herrn vor dem neumodischen Fahrkartenautomaten so gut vorstellen. Als er dann dank acht junger Männer auf ihrem Junggesellenabschied im Flixbus sitzt, setzen seine Gedanken an, als er acht Jahre alt ist und ich lerne ihn und etwas später auch Rita kennen, eine Außenseiterin genau wie er in dem kleinen Ort Briesen in Brandenburg, die im Gegensatz zu ihm hochintelligent ist und die ihm lesen beibringt. Um sie kreisen die meisten seiner Gedanken und als sie aus ihrem Heimatort nach Berlin verschwindet, muss er natürlich hinterher. Denn er hat seiner großen Liebe versprochen, sich immer um sie zu kümmern.
Ich mag diesen unbedarften Mann mit seinem beschränkten Geist, seinem Mut und seinem riesengroßen Herzen, der sich seine Welt, wenn ihn seine Erinnerungen mal im Stich lassen, so macht, wie sie ihm gefällt oder gerade passt. Mit ihm erlebe ich einen Streifzug durch die damalige DDR, aus der Heinz nie heraus gekommen ist. Er weckt Erinnerungen an einige Ereignisse oder Menschen, an die ich mich noch aus meiner Jugend erinnern kann. Besonders gut gefallen hat mir die Geschichte mit dem Bernsteinzimmer und natürlich das Zusammentreffen mit Ritas Tochter. Mit einem solchen Ausgang, der mich genau wie Heinz stark berührt hat, als er sich dessen bewusst wird, hätte ich nie gerechnet. Mehr verrate ich hier aber nicht.
Aber auch was die Südsudanerin Didinga Heinz auf dieser Busfahrt erzählt, finde ich sehr spannend und interessant.
Alles in allem hat mich das Ehepaar Tsokos mit dieser so originellen Ost-Geschichte mit vielen ostdeutschen Ein- und Ausdrücken sehr gut unterhalten, zum schmunzeln gebracht und auch nachdenklich gemacht. Eine wirklich lesenswerte Geschichte, die ich gerne weiter empfehle.











