Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Auguste Adenauer
Gussie von Christoph Wortberg
Auguste Adenauer, von allen nur kurz Gussi genannt, liegt im Johannis-Hospital in Bonn. Es ist das Jahr 1948 und sie weiß, das es das letzte Jahr in ihrem Leben sein wird. Noch einmal lässt sie Ihr Leben Revue passieren.
Ihre Gedanken gehen bis in das Jahr 1915 zurück.
Jedem Kapitel ihres Lebens ist ein kurzer Schriftwechsel, meist mit dem Vater, vorangestellt.
Die geborene Auguste Zinsser heiratet im Jahr 1919 den wesentlich älteren Witwer Konrad Adenauer, der drei Kinder mit in die Ehe brachte. Zu den Kindern, Konrad , Max und Ria hatte sie ein gutes Verhältnis. Ihr erster gemeinsamer Sohn Ferdinand starb nach nur einigen Tagen. Es folgten noch vier weitere Kinder , Paul, Lotte, Libet und Georg.
Fest an der Seite ihres Mannes stand sie die harten Zeiten nach der Machtübernahme der Nationalsozilisten durch.
Eine interessante Romanbiografie über eine starke Frau.
Meine Leseempfehlung!
Rezensionen von yellowdog:
Western mit Niveau
Letztes Gefecht am Saber River von Elmore Leonard
Letztes Gefecht am Saber River von Krimi-Legende Elmore Leonard ist ein Western, geschrieben mit den Mitteln des Genre, aber sehr sorgfältig und es ist wirklich ein Buch mit Niveau. Elmore Leonard konnte einfach schreiben und so ist dieser Roman von 1959 auch heute noch gut lesbar.
Das Buch wurde aus dem Englischen von Florian Grimm übersetzt-
Der Roman ist charaktergetrieben und nicht sehr actionreich, vom Finale angesehen.
Es wird viel geredet und die Dialoge sind gut gemacht.
Es wird eine Zeit getroffen, gegen Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs. Der Protagonist Cable hat für die Konföderierten gekämpft. Verwundet kehrt er zurück und zieht mit Frau und Kinders in seine ehemalige Heimat. Da gibt es Konflikte, doch Cable bleibt standhaft. Seine Geradlinigkeit zeichnet ihn aus. Damit steht er für einen Typ, der typisch ist für einen Helden des amerikanischen Westerns.
Wer gerne Western liest ist hier richtig.
Der Roman wurde auch verfilmt. Den Film würde ich gerne einmal sehen.
Rezensionen von Bekenner:
Landfluch oder doch Segen
Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart von Björn Vedder
Es sind ja immer mal so Pendelbewegungen in der Geschichte erkennbar. Von einem Extrem ins Andere. Mit der Industrialisierung zog man vom Dorf weg in die Städte. Egal wie viel Platz man auch hatte, alles besser als im Dorf leben zu müssen. Es gab mal kleinere Umdenken. Darauf will ich nicht mal eingehen.
Im Leseeindruck ging es vor allem um den „Osten“, die „ehemalige DDR“. Hier kann ich mitreden, da habe ich Jahre bewusst miterlebt und bin deshalb auch gleich hellhörig geworden. Nach der Wende waren viele Dörfer erst mal wieder wie ausgestorben, wie ausgefegt. Ein paar alte Leute die blieben und hier und da mal ein Nachkomme, der sich dem Elternhaus erbarmte. Glück hatten die Dörfer im Speckgürtel von großen Städten, die waren und sind noch immer beliebt. Zur Arbeit fährt man eben und nimmt den langen Weg für die Lage, günstige Mieten, die Ruhe, der Kinder willen …in kauf. Mich haben die anderen, auch politischen Gründe (Rechts/Links) interessiert, warum jemand aufs Land zieht. Björn Vedder versucht auf seiner (sehr angenehm zu lesende Art und Weise) eine Antwort zu finden. Das machte mich neugierig. Das Buch selber hat mich dann nicht enttäuscht, im Gegenteil. Es ist ein nachdenkliches, manchmal (zu sehr) polarisierendes, intelligentes Büchleon zum auseinandersetzen mit der Thematik herausgekommen wo man merkt, hier wurde mit Tiefgang gearbeitet, Es ist ein Ergebnisheft, kein Roman. Das muss man Wissen und Lieben.
Rezensionen von MarcoL:
Über die Kunst, nach einer wahren Geschichte, und wie diese in einen Roman kommt.
Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen von Dana Grigorcea
Beruhend auf einer wahren Begebenheit erschafft hier die Autorin einen kleinen, fein gezeichneten Roman um die Kunst, um die Liebe, und wie beides miteinander zusammenhängt.
Im Jahr 1926 reiste der französische Bildhauer Constantin Avis auf Einladung seines Mäzens nach New York. Dieser hatte Constantin eine Ausstellung, nur mit seinen Werken, in Aussicht gestellt und wollte ihn „groß“ herausbringen.
In New York angekommen, verlor sich der Künstler zunächst. Vom Gönner keine Spur, dafür traf er auf Lidy, welche eng mit dem Hause verbunden war. Es entspannte sich eine lockere Beziehung der besonderen Art. In seinem Hotel, einen Stock höher, residierte die berühmte Schauspielerin Alba. Sie fuhr sogar mit ihm auf dem gleichen Schiff über den Ozean. Doch die Schauspielerin blieb ihm fern, obwohl es immer wieder Berührungspunkte gab.
Ein Angelpunkt des Romans ist eine bronzene Skulptur des Künstlers, welche einen Vogel darstellen sollte. Dies wurde aber am Zoll nicht als Kunst bewertet – er musste den Vogel wie einen Gebrauchsgegenstand verzollen. Es kommt zu einem Prozess, und zur Frage, was denn Kunst überhaupt ist.
Parallel dazu beschreibt die Autorin die Geschichte von Dora. Diese reist knapp 100 Jahre später zusammen mit ihrem Sohn Loris und dessen Kindermädchen von Zürich an die ligurische Küste. Sie möchte dort ihr Buch „Damenwahl“ fertig schreiben. In diesem Buch geht es um oben beschriebenen Künstler und seine ersten Tage in New York, sowie um die Gerichtsverhandlung.
S.12: „Jahre schon trug sie diese Geschichte mit sich, in allen Details. Jedes ihrer Bücher hätte dieses werden müssen – und war dann doch ein anderes geworden.“
In losen Kapiteln erzählt die Geschichte uns abwechselnd Episoden von Doras Aufenthalt am Meer, und von den kleinen Abenteuern, die Constantin in New York erlebte. Doras Wunsch, einen vollendeten Roman rund um die Kunst zu schreiben ist das zentrale Thema des Romans. Abgelenkt durch den Alltag spürt sie dem Leben von Constantin Avis nach, verbindet die Gegenwart mit der Vergangenheit.
Grigorceas Sprache ist leicht, locker wie das Leben am Meer, und dennoch so dicht wie das pulsierende New York der 20er Jahre. Man kann beim Lesen ohne Mühe in beide Welten eintauchen. Ich hätte mir allerdings mehr Tiefe bei der Geschichte rund um Constantin gewünscht. So verblasst er meines Erachtens manchmal ein wenig zu sehr im Licht von Dora, und bleibt mehr Statist als handelnde Person. Dafür wird das schriftstellerische Leben von Dora fein herausgehoben. Die Frage, was Kunst ist und kann, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.
Rezensionen von Emmmbeee:
Frau zwischen zwei Welten
Issa von Mirrianne Mahn
Die Titelheldin Issa kehrt schwanger in die Heimat ihrer Mutter Ayudele zurück, welche mit einem Deutschen verheiratet ist und in Deutschland lebt. Issa soll Rituale vollziehen, die ihrem Ungeborenen zu einem guten Start ins Leben verhelfen. Widerwillig, hin und her gerissen zwischen modernem Denken und der Angst vor der Missgunst der Geister ihrer Ahnen fliegt sie nach Kamerun.
Im Lauf ihres Aufenthaltes bekommt sie deutlich zu spüren, dass sie sich zwischen zwei Welten befindet: zu schwarz für Deutschland und zu europäisch für Kamerun.
Mit ihr taucht der Leser in die Familien-Vergangenheit und das Leben in diesem afrikanischen Land ein. Noch sind die Deutschen als Sklavenhalter nicht ganz aus dem Denken der Einheimischen verschwunden. Vielfach wird noch immer gedienert und gekuscht, und der Rassismus ist keineswegs vom Tisch.
Mirrianne Mahn schreibt in einer speziellen Sprache, deren Melodie und Gebrauch nicht wie bei den gewohnten Gegenwartsautoren (obwohl deutsch verfasst) klingt, sondern bei der man das im weitesten Sinn exotisch – afrikanische Denken herausspürt. Das macht diesen Roman auch so eindrücklich und berührend. Mir gefällt die sehr bilderreiche, sinnliche Sprache. Ein Beispiel: „Eine Träne tritt über die Ufer meiner Lider.“
Es ist die Geschichte einer großen Familie, die sich mit insgesamt sieben Generationen in die Handlung einfügt. Frauen, die zwar so gut wie rechtlos sind, aber doch über eine solche Stärke verfügen, dass sie sich immer wieder behaupten können. Eine große Rolle spielen die Ahnen, die im Empfinden der Protagonisten immerzu anwesend sind und die oft angerufen werden, um den Lebenden beizustehen und zu raten. Sogar in den Neugeborenen werden sie einige Zeit lang vermutet.
Es geht um Schweres, das sich dank der eleganten, flüssigen Erzählweise federleicht und unterhaltsam liest. Wir bekommen einen Einblick in die sozialen Strukturen, die Hierarchie besonders unter den Frauen. Zur besseren räumlichen Orientierung gibt es eine Landkarte vom Gebiet, in dem die Handlung sich abspielt. Auch eine Familientafel, Erläuterungen und Übersetzungen helfen beim Lesen. Von dieser Autorin wünsche ich mir weitere Werke.
Ich empfehle den Roman allen, die sich für die Problematik interessieren, aber auch jenen, deren Anteilnahme den Menschen aus anderen Erdteilen gilt.
Rezensionen von nil_liest:
Ein weiter Bogen wie Kunst im geschichtlichen Kontext neu zu denken ist
Tremor von Teju Cole
Der ursprünglich aus Lagos (Nigeria) stammende Autor hat schon einige hochkarätige Auszeichnungen in der englischsprachigen Welt eingesammelt, lehrt momentan Creative Writing in Harvard und legt nun seinen dritten Roman vor. Wer sich ein wenig mit der Biografie des Autors Teju Cole beschäftig hat, merkt schnell beim Lesen, dass sich hier viele Elemente seiner eigenen Biografie eingebracht haben.
Tunde ist der Protagonist dieser Geschichte und wie der Autor aus Lagos in die USA gekommen, er unterrichtet in Harvard. Einziger Unterschied die Kunstform: Denn Tunde lehrt Fotografie. Er ist unterwegs mit Sadoko, seiner Frau, und sie stoßen in einem Antiquitätengeschäft an der Ostküste der USA auf eine Antilopenmaske. Diese Maske ist der Ausgangspunkt vieler Gedankengänge und Erinnerungen an Nigeria.
Teju Cole hat ein ästhetisch schön geschriebenes Buch vorgelegt und macht die Frage auf wie wir Kunst neu betrachten genauso wie wir eine neue Bewertung der Geschichte vornehmen und passiertes im Kontext von heutigem Bewusstsein betrachten. Kolonialismus, Rassismus, Raubkunst und Musikgeschichte wird verwoben in einem Text der komplex konstruiert und anspruchsvoll ist, aber zugleich bereichernd und erhellend.
Teju Cole erzählt beobachtend, nicht bewertend und bringt mich als Leserin dazu Kunstbetrachtungen im Kontext seiner Entstehung und der Weltgeschichte neu zu denken. Das Narrativ der Kunst in jeglicher Form neu zu denken. Natürlich enthält das Buch auch Kritik am überheblichen Westen.
Mir haben besonders die Schlaglichter der Erinnerungen auf Lagos gefallen. Eintauchen in etwas das mir fern ist und aufsaugen was diese Millionenstadt mit ihren Bewohnern antreibt. Wohingegen einige der Passagen über Musik mir nicht viel gaben, da ich kein profunder Kenner bin auf diesem Gebiet. Das mag anderen, die hier tiefer verankert sind, anders ergehen.
Fazit: Ein fiktiver Roman, aber einer der uns mit Fragen zurücklässt unsere Betrachtungsweise der künstlerischen Welt auch neu zu adjustieren.
Rezensionen von Bekenner:
Immer wieder versucht
REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst von Yvonne Diewald
Wer kennt das nicht? Nicht nur alle Jahre wieder neu zu Sylvester macht man(n) neue Vorsätze, Anfänge und scheitert schon an 1.1. Es ist ja nicht so, dass wir es nicht wollen. Warum ist das so? Unser eigenes Gehirn steht dem im Weg behauptet Yvonne Diewald. Das hat mich neugierig gemacht. Auch weil sie behauptet, es gebe Mittel dagegen.
War also auf das Buch gespannt. Zum einen ist es einer der vielen Ratgeber welche es auf dem Markt hierzu gibt. Auf gut 300 Seiten entfaltet Yvonne Diewald ihre Ideen. Wie verändere ich alte Muster und Denkweisen? Diesen Fragen geht Yvonne Diewald erfrischend nach, was sich in einem sehr gut lesbaren Buch niederschlägt. Die jeweils vorangestellten Sprichwörter fand ich sehr passend und hilfreich. Ok ich gebe es ja zu, ich stehe auf so etwas. Nachdenken ist meins. Das zieht sich durch das ganze Buch. Sie trifft meinen Nerv und damit passte einfach alles.
Rezensionen von Gaby 2707:
Wild und unglaublich heiß
Wilde erotische Geschichten mitten aus dem Leben | Erotische Geschichten von Linda May
Ich lerne Bella und Tom kennen, die Natascha einen erotisierenden Abschied bescheren.
Carla und Leif, die sich bei der Suche nach Kiwano-Früchten kennenlernen. Oder Luca, der sich auf ein Treffen mit Cathrin und Lina einlässt. Auch die anderen zweier, dreier oder vierer Begegnungen haben mir gut gefallen.
Ich habe schon einige Bücher von Linda May gelesen und auch diese acht heißen Kurzgeschichten haben mich überzeugt. Ich mag den leichten, lockeren, sehr freizügigen Erzählstil bei dem es schnell zur Sache geht; der aber weder anstößig wirkt, noch geht sie mit ihren Beschreibungen derb unter die Gürtellinie. Mit ihren Geschichten knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann heiß läuft. Meinen Geschmack hat sie mit ihren leidenschaftlichen, erotischen und abwechslungsreichen Geschichten wieder gut getroffen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte der Autorin als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.
Rezensionen von nil_liest:
Wiederentdeckung aus den 30er Jahren
Die Brontës gingen zu Woolworths von Rachel Ferguson
„Die Brontes gingen zu Woolworths“ erschien im Original zum ersten Mal 1931 und ist eine liebenswerte Wiederentdeckung. Damals war der Roman extrem populär und hat die Autorin Rachel Ferguson in England und darüber hinaus bekannt gemacht. Daher ist dieser Roman als Zeitzeugnis der Leserschaft zur damaligen Zeit zu lesen, als ein Roman, der in den 1930er Jahren amüsiert und unterhalten hat und dabei auch viel über die Rolle von Frauen in der Gesellschaft widergespiegelt.
Denn es geht um drei Schwestern, Deirdre, Katrine und Shiel. Sie leben mit ihrer Mutter und einer Hauslehrerin in London, gehören der Mittelschicht an und sind aber eine illustre Truppe. Und da kommen wir zum Kern des Buches. Die Schwestern erspinnen sich durch zu viel freie geistige Kapazität so einiges an Geschichten über Personen zusammen, die sie nie trafen und das verwirbelt sich dann mit der Realität. Denn auf so mache treffen sie dann doch. Ein vergnügliches Lesen, dass aber durch diese surrealen Passagen genügend Aufmerksamkeit abverlangt. Trotz der Irrungen und Wirrungen sind die drei schlagfertigen und spannenden Damen eine gute Unterhaltung! Das Ganze wurde gut von Sabine Reinhardus übersetzt.
Rezensionen von nil_liest:
Kopenhagener Familiengeschichte
Annas Lied von Benjamin Koppel
Seit meinem letzten großen Sommerurlaub durch Skandinavien lese ich immer mal wieder nordische Autoren und Autorinnen um sie für mich zu entdecken und genauso war es hier bei: Annas Lied.
Der Autor Benjamin Koppel ist Däne und in seiner Heimat als Jazz-Musiker bekannt. Random-fact? Nein, ich finde, dass sich der Text melodisch liest, sprich er wirkt gut durchkomponiert und abgestimmt.
Schon mal ein Plus dieses Romans.
Es geht im Kern um die titelgebende Hannah – genannt Anna. Das große Vorbild dieser Figur, ist eine Großtante des Autoren, die ihn zu diesem Roman inspirierte. Anna ist die jüngste Tochter von fünf Kindern, die anderen 4 sind Brüder. Es beginnt in Kopenhagen, Dänemark Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es ist ein Familienroman, der Tradition und Erneuerung im Wechselspiel der Generationen beleuchtet. Eine starke Frau im Mittelpunkt, die ihre Liebe zur Musik und einem „nicht erwählten“ Raum gibt. Auch die jüdischen Traditionen und Verpflichtungen werden in dieser Geschichte stark ausgeleuchtet.
Fazit: Er gerne Familienromane liest, ist hiermit bestens ausgestattet!











