Kunden em pfehlungen
Rezensionen von _Le4_:
Tee bei Tag, Blut bei Nacht
A Tempest of Tea von Hafsah Faizal
Im Buch geht es um Arthie. Sie wurde als Kind aus ihrem Land vertrieben und hat sich allein durch ihre Cleverness in ihrer Stadt hochgearbeitet. Am Tag ist sie die Inhaberin eines Teesalon, in dem sie nachts auch Vampire bedient, die so die Möglichkeit haben, Blut einfach zu kaufen, ohne sich heimlich nachts durch die Stadt zu schleichen.
Alles läuft gut. Nur dass sie die Aufmerksamkeit des Widders auf sich gezogen hat, dem Monarchen des Landes. Um ihren Teesalon vor dem Untergang zu bewahren, muss sie sich auf einen mehr als fragwürdigen Deal mit einigen mehr als fragwürdigen Menschen einlassen.
Das Buch konnte mich am Anfang total packen. Das Setting, die Geschichte, die Charaktere und der Fakt, das es ein Heist werden sollte, klangen fantastisch und ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut. Leider war es dann letztendlich eher enttäuschend.
Vielleicht habe ich zu sehr den typischen Aufbau eines Heist erwartet, aber ich finde, dass die Annahme meinerseits fair ist, wenn das Buch hauptsächlich damit beworben wurde. Die Planung war aber nicht so gut, da ich als lesende Person gar nicht den gesamten Plan vorgelegt bekommen habe, weswegen die Asse, die typischerweise zum Schluss aus dem Ärmel geschüttelt werden, nicht das gleiche Gewicht hatten, weil ich ja den Plan sowieso nicht wirklich kannte.
Ich persönlich mochte auch die Dreiecksbeziehung zwischen Arthie und ihren zwei potenziellen Love Interest nicht, und auch nicht, wie schnell alle bereit waren, einander um den Hals zu fallen.
Ich fand die Charakterbildung bei einigen Personen nicht besonders konsequent. Die Charaktere haben sich zum Teil angefühlt, als hätte die Autorin vergessen, wie sie sie vorher dargestellt hatte. Flicks Charakterentwicklung war jedoch schlüssig und gut aufgebaut.
Den letzten Teil fand ich dann bedeutend besser als den ersten Teil, wobei ich leider anmerken muss, dass in dem Teil kein Heist mehr stattgefunden hat. Es gab zum Schluss aber noch einige coole Plottwists, die mich gespannt auf den nächsten Teil gemacht haben.
Das Buch, vor allem der erste Teil, war seltsam verwirrend und unstrukturiert. Ich fand, dass es sehr viel verschenktes Potenzial gab, weil die Welt einfach sehr cool war und wirklich versprach, eine fantastische Geschichte beherbergen zu können.
Rezensionen von Petra:
Kristan ermittelt
Mord unterm Reetdach von Eric Weißmann
Eric Weissmanns Sylt-Krimi "Mord unterm Reetdach" ist ein typischer Cosy Krimi. Das Erzähltempo ist eher gemächlich und die Spannung entsteht nicht aus Mord und Totschlag, sondern aus der Verstrickung der handelnden Personen. Die Herangehensweise des Hobbyermittlers Kristan Dennermann ist gelegentlich zum Schmunzeln.
Der Schauplatz der mörderischen Geschichte ist Sylt.
Der von dem Autor, der selbst auf dieser Insel lebt, bildhaft beschrieben wird. Da bekam man als Leser schon ein wenig Sehnsucht nach Urlaub am Meer.
Die Charaktere im Buch sind sehr vielschichtig, vom brummigen Sylter Urgestein Simon Beeken bis zur taffen Mitarbeiterin Hella alias Honeypenny.
Natürlich war für mich als Hundeliebhaberin, Kristans Corgi Prince of Wales, eine besondere Bereicherung.
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der mich am Ende sogar noch überraschen konnte.
Meine Leseempfehlung!
Rezensionen von nessabo:
Seichte, leicht zu lesende Geschichte mit wenig Tiefe
Die Blumentöchter von Tessa Collins
Erst einmal finde ich den Farbschnitt mit seinem perfekten Übergang vom Cover zur Seite richtig gut gelungen! Die Storyline mit den vielen Familienmitgliedern und dem angedeuteten Geheimnis hat mich auch interessiert - ich mag Familiengeschichten. Toll fand ich auch den Stammbaum am Anfang.
Insgesamt lässt sich der Roman extrem flüssig lesen.
Das halte ich für positiv, sehe jedoch auch, dass das zumindest für mich an der mangelnden Tiefe des Textes lag. Die Familienmitglieder wurden zu Beginn ein wenig hastig eingeführt und spielten dann keine große Rolle mehr. Das kam mir zu gewollt vor.
Auch mit Dalia wurde ich einfach nicht so recht warm. Ihre Gedanken und Gefühle kamen mir sehr repetitiv und nicht richtig glaubwürdig vor. Manchmal war ich davon regelrecht genervt. Alle anderen Charaktere sind auch eigentlich einfach nur nett. So sehr ich auch liebevolle Beziehungen in Geschichten mag, fehlten mir hier schlicht ambivalente Figuren.
Auch die eher unkritische Basis des Romans entspricht einfach nicht meinem persönlichen Geschmack. Es wird zumindest kurz auf die Armut Mexikos sowie die Unterschiede zwischen Weißen und Indigenen eingegangen, die Autorin schien aber auch kein Problem damit zu haben, die „bedeutsamen Werke der Kolonialkunst“ unkommentiert zu bewundern. Auch die extrem repetitiven Lobpreisungen der schönen Umgebung sowie des leckeren Essens waren für meinen Geschmack einfach zu viel.
Ich denke, für alle, die einen Roman ohne Überraschungen suchen, der z. B. im Urlaub problemlos weggelesen werden kann, ist das hier eine gute Wahl. Mich interessieren an sich auch die Geschichten der anderen Cousinen in den kommenden 4 Bänden. Weil mir der erste Band aber zu wenig Tiefe und Konsistenz hatte, werde ich sie wohl eher nicht lesen.
Rezensionen von Anja S:
Roman übers Landleben
Das Licht in den Birken von Romy Fölck
Das Buch ist optisch einfach wunderschön und auch der Klappentext ist sehr ansprechend.
Es geht es um drei Menschen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und die der Zufall zueinander führt. Das alles findet auf einem Hof statt, auf dem Tiere leben, die teilweise auch irgendwo nicht mehr erwünscht waren.
Romy Fölck beschreibt die Natur ganz wunderbar bildlich. Man hat hier das Gefühl man sieht alles mit den eigenen Augen. Das war für mich tatsächlich das Highlight dieses Buchs.
Mit den Protagonisten bin ich einfach nicht warm geworden. Sie sind mir alle zu klischeehaft und eine richtig Tiefe entstand da für mich auch nicht. Auch die Geschichte war mir zu vorhersehbar und es fügte sich fast alles viel zu schnell und viel zu leicht zusammen. Das wirkte auf mich nicht sehr realistisch und etwas konstruiert.
Wer aber Freude an tollen Naturbeschreibungen hat sollte das Buch ganz unbedingt lesen.
Rezensionen von woolbooksandcoffee:
Schöner Reihenauftakt!
Die Sehenden und die Toten von Sia Piontek
Ich freue mich immer, wenn ich eine neue Krimireihe entdecke, die mich anspricht. Dazu muss ich sagen, dass ich bei Krimireihen relativ hohe Anforderungen habe: was mich nicht überzeugt, lese ich nicht weiter. Hier hat mir Band 1 jedoch so gut gefallen, dass ich die Reihe gerne weiterverfolgen möchte.
Das gesagt ein paar Worte dazu, wieso mir Band 1 gut gefallen hat: Ich freue mich, langsam mehr weibliche Ermittlerinnen (und in diesem Fall beispielsweise auch Kriminaltechnikerinnen und Pathologinnen) zu sehen. Zwar hat auch hier die Ermittlerin, gehört in Krimis wohl zum guten Ton, einige private Probleme, doch überschatten diese nicht den gesamten Fall, sondern bilden eine angenehme Hintergrundstory. Auch die Beteiligung der Tochter der Hauptermittlerin fand ich zwar etwas überzogen und unrealistisch, gleichwohl gelungen und unterhaltsam. Hier bleibt für mich die Frage, ob diese auch in den Folgebänden eine so präsente Rolle einnehmen wird? Der Kriminalfall war - für mich - in Teilen ein wenig Vorhersehbar, trotzdem bin ich gespannt am Ball geblieben und das Buch bis zum Ende gerne gelesen. Für mich ein gelungener Auftakt mit Luft nach oben!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Beste Krimiunterhaltung
Merano fatale von Elisabeth Florin
Als ein deutscher Urlaubsgast auf der Terrasse des beliebten Meraner Cafés Unterweger zusammenbricht, ist die Todesursache noch nicht klar. Obwohl es, wie Ispettore „Emmi“ Emmenegger feststellt, „schlechtere Orte zu sterben gibt“, müssen Zeugen einvernommen werden und eine Obduktion angeordnet werden, bei der dann festgestellt wird, dass der Mann mit einem Herzmedikament vergiftet worden ist.
Der Tote wohnte im feudalen Schlosshotel „Principe“ was auf einen vermögenden Hintergrund hindeutet. Doch die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass er ein sein heillos Konto überzogen hat, aber in seinem Hotelzimmer 50.000 Euro in bar zu finden sind. Schwarz- oder Schweigegeld?
Dieser Fund wird Emmengger noch zu schaffen machen, genauso wie das plötzliche Auftauchen von Eva Marthalers Mutter bei den Carabineri, die einen Mord gestehen will.
Die Nachforschungen zu dem Toten in Deutschland bringen weitere verblüffende Neuigkeiten ans Tageslicht und rücken neue Verdächtige ins Rampenlicht.
Mit von der Partie sind wieder Paul Tschugg, die Hündin Hilde, Emmis Freunde von der Motorrad-Gang sowie Claudio Branga, Emmis Chef, in der ungewohnten Rolle als vor die Türe gesetzter Schwiegersohn, der nun bei Emmi einen Schlafplatz sucht.
Meine Meinung:
Autorin Elisabeth Florin ist wieder ein unterhaltsamer Krimi gelungen. Sie legt zahlreiche Spuren, die sich mitunter als Sackgassen entpuppen. Das zur Zeit ein wenig derangierte Familienleben der Marthalers darf auch nicht zu kurz kommen und die Kochsession von Branga und Emmi lassen uns Leser schmunzeln. Apropos kochen: die Rezepte für die Spinatknödel und die Südtiroler Mohnkrapfen finden sich im Anhang und dürfen nachgekocht werden. Vielleicht nicht unbedingt mit dem Chef, aber vielleicht hilft es, die eine oder andere vertrackte Situation im Job zu entspannen.
Wer bislang geglaubt hat, „Isepettore“ ist Emmeneggers Vorname, der darf nun aufatmen. Sein Vorname wird gegen Ende des Krimis enthüllt.
Paul Tschugg, ein „Erbstück“ aus der früheren Krimi-Reihe rund um Commissario Pavarotti, hat eine gelungene Entwicklung vom Kleinkriminellen zum ernst zunehmenden Schauspieler durchgemacht und läuft hier zur Höchstform auf. Wie, das verrate ich nicht.
Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung für das Duo Emmenegger und Marthaler, die beide das Herz am rechten Fleck haben. Gerne gebe ich diesem humorvollen und gleichzeitig spannenden Krimi, der vor der malerischen Kulisse Merans spielt, 5 Sterne.
Rezensionen von Schlafmurmel:
der etwas andere Urlaub
6 Tage Sexurlaub | Erotischer Roman von Skyler Red
Valerie, zurückgekehrt aus Kanada, findet sich unerwartet ohne Unterkunft wieder, da ihre Wohnung vermietet ist. Doch zum Glück ist ihre Freundin zur Stelle und empfiehlt ihr ein exquisites Hotel, das keine Wünsche offen lässt. Ohne zu zögern begibt sich Valerie dorthin und taucht ein in sechs Tage voller Leidenschaft, ungezügelter Begierde und sinnlicher Erfüllung.
In einem Rausch aus Lust und Hingabe erkundet sie alle Facetten der Erotik, lässt keine Möglichkeit ungenutzt und erhält im Gegenzug dieselbe grenzenlose Befriedigung. Jeder Moment wird so lebendig beschrieben, dass man sich mitten im Geschehen fühlt und die Intensität der Erlebnisse förmlich spüren kann. Diese Geschichte bietet eine mitreißende Unterhaltung, die den Leser von Anfang bis Ende in ihren Bann zieht.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Harte Kost, aber eine unbedingte Leseempfehlung
Nach der Befreiung von Barbara Skarga
Dieses Buch ist die Lebensgeschichte von Barbara Skarga (1919-2009). Sie ist die bedeutendste polnische Philosophin des 20. Jahrhunderts. Skarga wird in Warschau geboren, wächst aber auf einem Anwesen in der Nähe von Vilnius auf.
Während des Zweiten Weltkriegs schließt sie sich dem nicht-kommunistischen Widerstand, Armia Krajowa (AK), gegen Nazi-Deutschland an.
Im September 1944 wird sie von der Roten Armee verhaftet und zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Auch nach ihrer Entlassung muss sie weiterhin in einer Kolchose arbeiten. Erst 1956 kann sie nach Polen ausreisen, um ihr Leben wieder aufzunehmen zu können. Sie macht ihren Abschluss, promovierte und arbeitet ihr Leben lang als Professorin. Sie mischt sich aktiv in die öffentliche Debatte ein und engagiert sich in der polnischen Solidaritätsbewegung Solidarność. Barbara Skarga hinterlässt ein umfangreiches philosophisches Werk.
Unter ihren Büchern ist jedoch eines – womöglich das wichtigste – das in Vergessenheit gerät: 1985 veröffentlichte sie unter einem Pseudonym ihr persönliches Zeugnis über ihr Leben im Gulag. Nach der Befreiung ist ein historisch unverzichtbares und hochaktuelles Buch; und zugleich ein zeitloser, ergreifender Bericht über die Schwierigkeit und zugleich Unabdingbarkeit, unter unmenschlichen Bedingungen Mensch zu bleiben.
Obwohl sie selbst drangsaliert und gequält wird, nimmt sie sich zurück und hilft sie all jenen, denen es noch schlechter geht.
So berichtet sie von jener jüdische Frau aus Prag, die mit ihrer Familie die deutsche Besatzung in einem Versteck überlebt hat, damit sie nun alle – „nach der Befreiung“ – nach Palästina auswandern könnten. Stattdessen findet sie sich als vermeintliche „zionistische Agentin“ in einem sowjetischen Lager wieder, brutal von ihrem Mann und den Kindern getrennt.
Oder das Schicksal jener russischen Frau, die sich selbst als Mann sieht und sich Sergei nennt. Sie trifft der Lageralltag wohl am Härtesten, denn die sadistischen WärterInnen drohen ihr immer wieder, sie in dem Männertrakt zu verlegen. Sergei und Barbara führen lange Gespräche miteinander, von denen wir einige in diesem Buch zu lesen bekommen:
„Wenn wir nur an uns selbst denken würden wie jede normale Nation, dann könnten wir friedlich leben, nicht weniger reich als etwa die Kanadier. Wir haben alles: Rohstoffe, Menschen, und sogar sehr begabte Menschen. Aber wir vergeuden die Kraft, die in diesem Land steckt, an Propaganda, Rüstung und destabilisierende Einmischung in andere Regionen, wo immer wir können. Warum eigentlich? Zar Peter träumte davon, das Fenster zum Westen zu öffnen. Unsere Machthaber träumen davon, über den Westen zu herrschen.“
Vor allem zu den letzten beiden Sätzen ist wohl wenig hinzuzufügen.
Meine Meinung:
Die langjährigen Gulag-Erfahrungen der 1944 verschleppten polnischen Intellektuellen Barbara Skarga sind noch heute von verstörender Aktualität. Heute werden Menschen aus der Ukraine nach Russland verschleppt, Das betrifft vor allem Kinder, die ihren bisherigen Familien entrissen und regimetreuen überantwortet werden.
Barbara Skarga hat ihre Erinnerungen rund 40 Jahre später und unter einem Pseudoym herausgebracht. Der Titel ist bewusst gewählt. Er klingt sarkastisch und klingt bitter, was auf Grund der Erlebnisse kein Wunder ist. Die eine Diktatur gegen eine andere eingetauscht zu bekommen, das haben Hunderttausende Polen und Balten am eigenen Leib erleben müssen. Doch Barbara Skarga hat im Unterschied zu zahllosen anderen überlebt. Gulag statt KZ - keine wirkliche Verbesserung.
Dieses Buch ist in Anbetracht der aktuellen Ereignisse in der Ukraine mit Ehrfurcht zu lesen. Sie hat ihre persönliches Schicksal aufgeschrieben. Vielleicht hatte sie eine düstere Ahnung, dass sich ihre grausame Geschichte wenige Generationen später wiederholen könnte.
Fazit:
Ein erschütterndes Zeitdokument, das unbedingt gelesen und vor dem Vergessen bewahrt werden muss. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Die Richterin und der Todesbote von Liliane Fontaine
In ihrem 7. Fall bekommen es Madame le Juge, Mathilde de Boncourt, und ihr Team, darunter ihr Lebensgefährte Rachid Bouraada, zunächst mit einem nächtlichen Einbruch in das neu gestaltete Musée de la Romanité zu tun, bei dem der Wachmann zu Tode kommt, als er den Einbrecher verfolgt. Wenig später finden Kinder bei einem Schulausflug eine kopflose Leiche und sie wird nicht die einzige bleiben.
Auffällig ist, dass die Toten nach einem, an die Kelten erinnernden Ritus, abgelegt werden und Schmuckstücke bei sich haben, die aus verschiedenen Museen gestohlen worden sind.
Gleichzeitig macht sich in Mathildes Familie die Faszination der Archäologie breit. Ihre Neffen sind mit einem Metalldetektor im Weinberg des Großvaters unterwegs und hoffen auf einen keltischen Goldhort.
Als sich dann herausstellt, dass die Opfer selbst straffällig waren und von Mathilde de Boncourt teilweise höchstpersönlich ihrer Taten überführt worden sind, ist Eile geboten. Denn es gibt noch mehr Beteiligte an dem damaligen Verbrechen, die ebenfalls in Gefahr sein könnten. Mathilde ist emotional betroffen, denn von Selbstjustiz hält sie nichts.
Meine Meinung:
Auch dieser Fall ist wieder spannungsreich, denn er beginnt mit einer Szene, in der eine Frau in einem Keller gefangen gehalten wird. Ihre Identität wird erst zum Ende des Krimis enthüllt.
Ich mag Madame le Juge, Mathilde de Boncourt. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht, die ihre Familie und Freunde sowie das savoir vivre liebt. Dass sie mit dem Laster des Rauchens kämpft, macht sie liebenswert und authentisch. Niemand ist fehlerlos. Sie kann kaum ohne ihre „Gauloise Blonde“ auskommen. In vielen Büchern wird vor allem das Rauchen konsequent verdammt. Dass es hier quasi erlaubt ist, macht den Krimi authentisch.
Der Krimi besticht nicht nur durch das Lokalkolorit, sondern durch gute Zusammenarbeit der Ermittler. Ich hatte recht bald eine Idee, wer der Täter sein könnte, was aber die Spannung nicht geschmälert hat. Diesmal kommt das Familienleben derer von Boncourt ein wenig zu kurz, doch das erst kürzlich geweckte Interesse der jungen Neffen an archäologischen Funden und der dringende Wunsch einen Goldschatz zu finden, bieten eine Idee für einen weiteren Fall.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 7. Fall für Madame le Juge, Mathilde de Boncourt, und ihrem Team, 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Lässt mich zwiegespalten zurück
Allzumenschliches von Catherine Meurisse
„Ob Nietzsche, Kant oder Aristoteles – kein Philosoph kann sich dem modernen, feministischen Blick von Catherine Meurisse entziehen. Mit viel Humor widmet sie sich den populärsten philosophischen Theorien der Geschichte. Eine Graphic Novel voller unterhaltsamer Dialoge und burlesker Inszenierungen, die die Regeln und Codes des universellen philosophischen Denkens ausloten und hinterfragen.
Freud, Sokrates, Schopenhauer, Voltaire, Rousseau, Simone de Beauvoir ... Sie alle sind hier versammelt. Um diese Philosoph*innen zu verstehen, inszeniert Catherine einen Austausch zwischen ihnen und einer modernen jungen Frau, die fest entschlossen ist, ihr Weltbild auf die Probe zu stellen. Die Leichtigkeit und der Humor sind hier der Schlüssel zum Erfolg.“ (Verlagsinfo)
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„Graphic Novels“ scheinen seit einiger Zeit der „dernier cri“ also der letzte Schrei in der Literatur zu sein. Mir persönlich ist nicht ganz klar, wer die Zielgruppe sein soll. Jugendliche, die mehr lesen wollen als Comics, aber denen Bücher ohne Bilder als zu schwierig oder zu langweilig erscheinen? Oder doch Erwachsene mit Kenntnis der Philosophen?
Die französische Karikaturistin Catherine Meurisse, die auch für Charlie Hebdo tätig war, hat sich in dieser Graphic Novel mit viel Humor und Leichtigkeit sowie mit einem feministischen Blick auf die populärsten philosophischen Theorien der Geschichte angenommen. Die Idee dahinter finde ich großartig, allein die Umsetzung erscheint mir nicht sehr gut gelungen. So gibt es meiner Ansicht schon unterschiedliche Auffassungen, was denn die populärste Theorie eines Philosophen ist.
Jeweils eine Doppelseite ist einem Philosophen gewidmet. Die Zeichnungen der Bildgeschichte unterscheiden sich kaum von üblichen Comics, da viele kleine Bildchen nebeneinander stehen. Leider ist die verschnörkelte, an die Handschrift angelehnte, Schrift kaum zu entziffern. Zudem wird erst am Ende der Doppelseite enthüllt, um wen es sich handelt, denn die Karikatur lässt dies nicht immer erkennen.
Um den Wortwitz zu verstehen, ist es notwendig, den Namen und die Ansichten jeweiligen Philosophen zu erfahren. Nicht jede Leserin, jeder Leser wird die Bonmots gleich verstehen.
Nicht jeder Philosoph gleich gut getroffen. Die erste Geschichte über René Descartes (1596-1650) habe ich mehrmals lesen müssen, da ich seine Abhandlungen über das Wachs nicht kenne. Schmunzeln musste ich aber über das Geschäftsportal des Schönheitssalons „Sei schön & schweige“. Eine Philosophie, ein Wunschdenken der Männer über Frauen, die leider auch heute noch anzutreffen ist. Viele Frauen nehmen zahlreiche Torturen (siehe Waxing) in Kauf, um den Männern zu gefallen.
Über „Twittern mit Pascal“ habe ich herzlich lachen müssen. Denn der Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) ist für seine kurzen, oft abgehackten Sätze durchaus bekannt. Vielleicht auch deshalb, weil ich bereits einiges über ihn gelesen habe. So nach dem Motto: Man sieht nur, was man schon weiß.
Der deutsche Titel „Allzumenschliches“ scheint von Friedrich Nietzsche entlehnt worden zu sein, der ein Buch mit ähnlicher Überschrift verfasst hat. Das Cover erinnert ein wenig an ein Kinderbuch.
Fazit:
Diese Graphic Novel, die durchaus als Geschenk für Frau oder Mann, die/der solche Bücher schätzen weiß, geeignet ist, lässt mich zwiegespalten zurück, daher gibt es nur 3 Sterne.











