Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Die Bibel. Graphic Novel von Willeke Brouwer

Eine Bibel ab 10 in Stil eines Graphic Novel - ich war gespannt. Schon beim in die Hand nehmen merkt man den Umfang dieser "Kinderbibel" - wobei sie ja schon fast mehr eine Jugendbibel ist. 446 Seiten umfasst die Bibel und erzählt viele Geschichten von der Schöpfung angefangen bis zu den apokalyptischen Reitern.

Zwischen die Geschichten sind lustige, aber dennoch informative Seiten mit zusätzlichen Informationen eingebaut, etwa über die verschiedenen Datierungsmöglichkeiten, die zwei Königreiche oder das Muttersein im Jahre 0. Die Informationen passen immer zur erzählten Geschichte. Optisch gibt die Bibel viel her. Sie ist ansprechend gestaltet und wirkt gleich sehr modern. Durch die optische Aufbereitung sind auch die zusätzlichen Informationen als solche erkennbar und die Erklärungen sind gut geeignet für 10 Jahre (etwa über Segen, Orakel,...). Auch die Texte "was geschah", etwa bei den Propheten fand ich gut, um die Geschichte einordnen zu können. Zwei Dinge hätte ich mir für die Altersgruppe noch gewünscht: ein wenig eine differenzierte Erklärung der Schöpfungsmythen (Ich fand die Erklärung, was Schöpfungsgeschichte meint, sehr gut. "Dies ist die Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Bibel geschrieben steht" empfinde ich als Theologin allerdings irreführend. Zumindest in der Schule mit meinen Schüler:innen der 5. Schulstufe erarbeiten wir bereits, dass es in der Bibel 2 Schöpfungsberichte gibt....) sowie den einen oder anderen nicht erzählenden Text. Die Bibel hat mehr als narrative Texte zu bieten und 10 Jahre alten kann man durch schon einen Psalm oder ein Klagegebet zumuten, finde ich. Die Bibel finde ich sonst wirklich sehr gelungen und gut einsetzbar. Sie ist für mich das, was mich für die Altersgruppe am meisten angesprochen hat, da sie nicht kindisch wirkt, aber dennoch verständlich bleibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben

Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Die große Herder Kinderbibel von Anselm Grün

Anselm Grün hat mit dieser Kinderbibel eine sprachlich sehr differenzierte Kinderbibel ab ca. 8 Jahren erschaffen. Diese fällt gleich bei der Erzählung der Schöpfung auf, die die Geschichte als Erzählung betitelt, wie sich die Menschen vor 2500 Jahren es sich vorstellten. Auch, dass es zwei Schöpfungsberichte gibt, wird erwähnt.

Die Geschichten werden meist noch in Bezug zu uns heute gesetzt durch einen eigenen Absatz, wodurch die Bibel am Ende jeder Geschichte etwas "predigthaft" wirkt, gleichzeitig aber gute Impulse gibt, um selbst noch über die Bedeutung der Geschichte nachzudenken und weiter zu überlegen.
Ich fand auch die Illustrationen sehr bemerkenswert. Für mich wirkten sie nach klassisch Kinderbibel, diesen Stil findet man wohl in keinem anderen Buch und entweder, man verliebt sich in die Illustrationen oder mag sie gar nicht. Das einzige, was ich wirklich schade fand, ist die Tatsache, dass alles nach der Pfingsterzählung nicht mehr aufgenommen wird und auch poetische Texte wie Sprichwörter, Psalmen o.ä. fehlen. Sonst war ich wirklich sehr überrascht von dem sehr durchdachten Text und den vielen sprachlichen Nuancen, die wirklich gut getroffen wurden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben

Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Kinderbibel von Annette Langen

Die Kinderbibel in 5 Minuten Geschichten ist eine relativ dünne Kinderbibel, die wesentliche Geschichten des Alten und Neuen Testamentes ausgewählt hat, um diese für Kinder zu erzählen. Die Geschichten beginnen klassisch bei der Schöpfungsgeschichte und enden mit der Ostererzählung (Pfingsten, Paulus, Briefe usw kommen also nicht vor).

Die Geschichten dauern zum Vorlesen wirklich nur fünf Minuten. Aufgrund des Verhältnisses von Text und Bild und der verwendeten Sprache würde ich das Buch aber nicht für drei Jahre alte Kinder verwenden, sondern für Vorschul- und Volkschulkinder. Der Text ist sehr nahe an dem der Bibel. Viele Geschichten werden sehr detailgetreu auch in der Satzstruktur nahe dem biblischen Text erzählt (dennoch wird Jona vom Wal und nicht von einem großen Fisch verschlungen). Mir gefiel, dass man auch bei den Geschichten die Stellenangaben für die klassische Bibel fand. Die Illustrationen sind klassische Kinderbibelillustrationen, in einemeinpräsgamen Stil. Mir waren die Zeichnungen teils fast ein wenig weich und auch versuchend, die Gewalt und Brutalität aus den Geschichten wegzuzeichnen (eine Ausnahme bildet hier Goliat mit einem Wundmal). Grundsätzlich finde ich das auch sehr gut, da die Geschichten, die ausgewählt wurden, ja durchaus sehr brutal sind. An anderen Stellen fand ich aber, man hätte der Geschichte durchaus noch etwas mehr Charakter geben können, etwa bei Johannes dem Täufer. Überhaupt waren die Personen durchgehend sehr hellhäutig gezeichnet. Manche Zeichnungen haben mich trotzdem sehr berührt, etwa die von dem alten Paar Abraham und Sara mit ihrem Sohn in den Händen. Für Kinder ab 5 kann ich diese Bibel durchaus empfehlen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben

Rezensionen von Lotta:

Keine authentische Geschichte, lässt stark nach

Anna O. von Matthew Blake

Anna O. schläft seit vier Jahren und wird verdächtigt ihre Freunde ggf. Schlafwandelnd umgebracht zu haben. Sie muss aufwachen, um ihr den Prozess machen zu können. Dafür wird sie in die Hände von Ben Prince in eine der Top-Schlafkliniken überhaut gegeben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen.

Teilweise sind die Kapitel etwas arg kurz, vor allem wenn das neue Kapitel keinen Perspektivwechsel herbeiführt. Bei den verschiedenen Perspektiven ist sehr spannend, dass Ben aus der Ich-Sicht ganz klar die Hauptperson ist, während alle weiteren Personen eine weitere Distanz durch das Personalpronomen "er/sie" erhalten.

Die Charaktere entwickeln sich ähnlich zur Geschichte, anfangs stark und dann verlieren sie ihre Authentizität, womit sie immer flacher werden und für den Leser deutlich schwerer zu greifen sind. Ben konnte ich irgendwann kein Verständnis mehr entgegen bringen. Es kommt ein wenig das Gefühl auf, dass die Charaktere einfach nur irgendwelche Rollen spielen, sie aber nicht leben.

Das Ziel dieses Buchs ist es, zu ermitteln, was an dem Tag, an dem Anna in ihren langen Schlaf gefallen ist, passiert ist. Dabei gibt es immer wieder überraschende oder auch vorhersehbare Wendungen. Gleichzeitig spielt Psychologie eine große Rolle und es wird sehr offensiv Abstand von Freuds Thesen genommen. Leider werden immer wieder mal irgendwelche Details genannt, die dann im Anschluss keine wirkliche Rolle mehr spielen. Zudem wird etwas zu offensiv mit dem "Zufall" gespielt, als dass es noch glaubwürdig sein könnte.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich sehr gut in das Buch gestartet bin. Ich sag mal 2/5 haben mir ziemlich gut gefallen und dann ging es steil berg ab. Daher bewerte ich mit 2 von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lotta

Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Herders Comic Bibel von Mychailo Kazybrid

Wer auf der Suche nach einer wortwitzigen Bibel für etwas ältere Kinder ist, die vielleicht gerne Comics lesen, ist hier richtig. Die Bibelgeschichten des Alten und Neuen Testamentes (wobei das AT wirklich 2/3 ausmacht und das Neue Testament 1/3) werden durch Zeichnungen im Comicstil und viele Sprechblasen den Kindern nähergebracht.

Auffallend dabei ist, dass die Bibelversion sich dabei nicht nur auf narrative Texte stürzt, sondern auch Psalmen oder die Sprichwörter Einzug in die Bibel finden und es auch 2 thematisische Seiten, etwa zu Löwen und Eseln gibt. Grundsätzlich fand ich das vom Konzept her sehr gut. Wer diese Bibel zur Hand nimmt, sollte allerdings kein Problem damit haben, dass Einzelheiten auch verfremdet wurden. So werden Jesus bei der Versuchung Pizza und Kebab angeboten, Salomon hatte beim Tempelbau bereits Bagger, Ismael war ein ziemlicher Unruhestifter und Abraham musste seinen Namen auf Befehl Gottes ändern, nur um einige Beispiele zu nennen. Ich hätte mir noch etwas diversere Zeichnungen gewünscht, da mir die Figuren im Neuen Testament doch sehr hell gezeichnet vorkamen. Ich finde, man kann mit der Bibel mit Jugendlichen durchaus gut arbeiten und ich kann mir vorstellen, dass die Bibel in der Sekundarstufe 1 durchaus für Auflockerung sorgt, wenn man eine Geschichte mal aus dieser Bibel miteinander durchgeht. Der Text ist jedenfalls -wie klassisch für Comics - nicht zu umfangreich, dass diese Bibelversion auch toll für Lesemuffel zum selber lesen ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben

Rezensionen von peedee:

Friede, Freude, Ferienhaus?

Bretonisch mit Flammen von Gabriela Kasperski

Tereza Berger, Band 5: Es ist Ferienzeit und das bringt viele Touristen. Gut für Tereza Berger und ihre Buchhandlung „DEJALU“ und die geplante Vermietung von Zimmern. Aber dann brennt ein Ferienhaus, wo Isidore Breonnec, der allseits bekannte Handwerker, zugange war. Er hat den Brand leider nicht überlebt – der Schock für Tereza ist gross, war er doch ein sehr guter Freund.

Commissaire Gabriel Mahon beginnt zu ermitteln, wobei Sylvie Meerwein, Terezas Mitarbeiterin und Freundin unter Verdacht gerät. Was läuft hier falsch?

Erster Eindruck: Ein sehr ausdrucksstarkes Cover mit den Fischerbooten im Vorder- und den Leuchttürmen im Hintergrund – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 5 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (aber man würde etlichen Lesespass verpassen!).

Dieses Mal führt uns die Geschichte im Prolog ins Jahr 1944, nachher geht es in der Gegenwart weiter. Der Prolog führte bei mir schon zum ersten Seufzen, denn die damalige Situation war für zwei Liebende unmöglich. Hach…

Tereza und Gabriel sind nun also offiziell zusammen – endlich! Aber Gabriel stört sich daran, dass Isidore Tereza so viel bedeutet: ist da nicht mehr als nur Freundschaft? Es gibt im Dorf gewisse Gerüchte… aber, aber, Gabriel, was soll das? Nun ist Isidore tot und Tereza ist überzeugt, dass er ermordet wurde. Zu viel spricht gegen einen „Unfall“. Wie kann sie beweisen, dass es Mord war?
Als Tereza von diversen Hausbesitzern erfährt, dass sie in der Hochsaison an Touristen vermieten, ist das Interesse natürlich gross, es ihnen nachzutun. Sylvie ist sehr daran interessiert, aber Tereza zögert noch.

Wie gewohnt war es eine komplexe Geschichte mit einem verwirrenden Durcheinander von Unfall oder Mord, Brandstiftung oder Zufall, Immobilienverwaltung, Bauvorschriften und -genehmigungen. Tereza musste alleine handeln – dieses Mal sogar mit dem Segen von Gabriel. Für Tereza wurde es aber mehr als einmal eng, sehr eng! Von mir gibt es für diese spannende Geschichte 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von peedee

Rezensionen von Lotta:

Toller Schreibstil, thematisch jedoch vollkommen überladen

VIEWS von Marc-Uwe Kling

Lena verschwindet spurlos. Ihr Handy hat sie zu Hause gelassen. Ein 16-jährige ohne Handy unterwegs? Tage später erscheint online ein Video in dem sie von Menschen mit internationalem Familienhintergrund vergewaltigt wird. Beim BKA wird daraufhin einer Frau mit ebenfalls internationalem Familienhintergrund dieser Fall als leitende Kommissarin übertragen.

Ich muss zugeben, dass ich noch kein Buch von Marc-Uwe Kling gelesen habe. Die Känguru-Chroniken wurden in Teilen gehört (ich vermute gelesen hätte ich da auch etwas verpasst). Der Schreibstil ist eher ungewohnt und erforderte ein wenig Eingewöhnungszeit meinerseits. Kurz und knackig sind die Sätze. Die Gedanken und Dialoge sind sehr realistisch dargestellt, heißt z.B. Verwendung der zum Alter des Charakters passende Wortwahl. Bei den Gedanken werden schon einmal "gesellschaftlich ufgezwungene" Ausdrücke hinterfragt, so dass eine Identifizierung sehr einfach gemacht wird.

Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas geht den Charakteren der Humor nie verloren und es sind so einige Fun-Fakts eingearbeitet, die den Leser schmunzelnd zurücklassen.

Marc-Uwe Kling ist dafür bekannt, dass er kritisch mit der Gesellschaft und Politik umgeht. So auch in diesem Buch. Leider bleibt es nicht bei den Auswirkungen, die eine online gestellte Vergewaltigung (Achtung absichtlich plakativ) einer weißen Frau durch dunkelhäutige Männer nach sich ziehen. Sondern es kommt noch ein weiteres aktuell sehr heiß diskutiertes Thema hinzu (keine Nennung aufgrund von Spoilern!). Dadurch ist das Buch vollkommen thematisch überladen und leider geht der Fokus auf Lena verloren.

Insgesamt ein toller Schreibstil, jedoch thematisch werden die guten Ansätze nicht umgesetzt. Zwei Bücher wären an dieser Stelle definitiv besser als eins gewesen oder zumindest mehr als 269 Seiten. So bewerte ich mit 2,5 von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lotta

Rezensionen von BR:

Leidenschaft für Pilze

Mushroom Fever von Moritz Schmid

Bei dem Buch war ich speziell darauf gespannt ob ich mit meiner ca. 10-jährigen Pilzerfahrung noch was neues dazu lernen kann. Bei dem Textteil habe ich schon das Thema Waldtypen und Zeigerpflanzen entdeckt, da habe ich noch Nachholbedarf. Und es war mir neu dass man in allen vier Jahreszeiten nach Pilzen schauen kann.

Die absoluten Hinkucker dieses Buches sind die Fotos. Ich selbst kenne es dass ich im Wald vor einem schönen Pilz niederknien und auch ein gutes Fotos davon machen möchte. Aber diese Pilz-Aufnahmen in diesem Buch sind nicht zu toppen. Dazu noch die Stimmungbilder aus dem Wald, mal mit Nebel, Sonnenschein, Schatten und Gegenlicht. Richtige Kunstwerke.

Es ist definitiv kein Pilzbestimmungsbuch. Aber die Auswahl der 20 Arten die der Autor in den „Artporträts“ vorstellt entsprechen genau meinem Geschmack. Es freut mich echt, dass ich den größten Teil davon kenne und alle meine Favoriten dabei sind.

Was mir nicht gefällt ist eindeutig der Titel, auch das Coverfoto finde ich nicht gelungen. Da kann so manch Interessierter übersehen, dass das Thema des Buches Pilze sind. Da dies aber Geschmacksache ist werde ich es in meiner Bewertung nicht berücksichtigen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von BR

Rezensionen von Jule:

In Details verloren

Toskanisches Verhängnis - Kriminalroman (Nico Doyle ermittelt 4) von Camilla Trinchieri

"Toskanisches Verhängnis" von Camilla Trinchieri ist ein Buch, das sich in Details und Beschreibungen verliert. Doch erstmal begleitet man Nico Doyle zurück in die Toskana und ermittelt zusammen mit ihm im Mord an einer reichen Witwe, der viele Fragen aufwirft.

Wie soll es anders sein, gibt es neben Nico noch unzählige weitere Protagonisten, die für Verwirrung sorgen können.

An manchen Stellen waren es sogar zu viele, die immer mal wieder mit unterschiedlichen Spitznamen angesprochen wurden.
So gibt es zwar ein Personenregister am Ende des Buches, aber selbst dieses ist fast drei Seiten lang. Und wenn man denken könnte, dass die Personen die wichtigsten Charaktere in diesem Buch sind, liegt man, in gewisser Hinsicht, falsch. Denn besonders Nicos Hund OneWag bekommt sehr viel Aufmerksamkeit von der Autorin. Es vergeht kaum eine Seite auf der nicht beschrieben wird, was er gerade macht.
Dazu kommen die ewigen Beschreibungen des Essens. Ist zwar nicht schlecht, aber brauche ich auch nicht auf jeder Seite.

Diese Punkte führen dazu, dass die Geschichte etwas repetitiv wirken kann. Spannung kommt ebenfalls nicht wirklich auf. Dafür liegt das Augenmerk auf zu vielen anderen Dingen, wie den Liebesbeziehungen der Protagonisten, die aber auch nicht wirklich authentisch rüberkommen.
Was aber gut rüber kommt, ist das Urlaubsfeeling. Wenn man dieses Buch liest, dann möchte man am liebsten direkt in den Urlaub fahren, auch wenn die Sprache manchmal etwas gestelzt wirkt. So ist es doch die Atmosphäre, die einen Großteil der Geschichte ausmacht.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass zu keinem Zeitpunkt, in der Geschichte, wirklich Spannung aufkommt. Stattdessen wirkt es eher wie ein Urlaubsroman in dem ein Mord passiert. Zu viele Protagonisten und unwichtige Details werden in den Vordergrund gerückt. Ich habe mir etwas anderes erhofft.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Rezensionen von nil_liest:

Lauer Sommerabend in Paris und endet anders als erwartet

Ein Sommerabend von Cécile Tlili

“So ist es mit den Dilettanten, am Ende werden sie entlarvt.” (S. 77)
Wer „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza mochte, wird auch dieses ähnliche Setting hier mögen. Denn in Cécile Tlili „Ein Sommerabend“ gibt es auch wieder zwei Paare, ein Abendessen und Katastropen. Sehr Französisch, kurz und prägnant und verdammt unterhaltsam mit Tiefe!
„Dass er überall Schwierigkeiten sieht, muss wohl aus Langeweile sein, weil er aus der Eintönigkeit eines Lebens ausbrechen will, in dem alles vorgezeichnet ist.

“ (S. 154)
Cécile Tlili schreibt gekonnt und so auf den Punkt wie ich es gerne lese. Humorvoll, etwas bissig und im Grunde nichts als die Wahrheit.
Wir sitzen an einem heißen Sommerabend im August am Esstisch von Etienne und Claudia. Étienne, ein privilegierter Pariser Anwalt, ein gutaussehender Mann, der in traditionellen Mustern verhaftet ist und sich seiner bereits superioren Situation nicht recht bewusst ist und Anspruch auf mehr erhebt. Er wird nie hart fallen. Seine introvertierte und schüchterne Partnerin Claudia, die Physiotherapeutin ist und noch dazu sehr hübsch, wird von ihm unmenschlich und schrecklich arrogant und grob behandelt. Eine Trophäe die er gerne präsentiert, aber nicht schätzt.
Zu Gast sind Rémi und Johar. Johar mit marokkanischem Migrationshintergrund hat sich über Jahre sehr sehr hart in einem großen Unternehmen hochgearbeitet und steht davor CEO zu werden. Rémi ist Lehrer, sieht sich nicht mehr von Johar geliebt und gesehen und tröstet sich gerne mit gutem Essen und anderweitig.
Ein Abend der es in sich hat und vieles verändern wird. Ein perfektes Buch für laue Sommerabende auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Ein MEGA tolles Buch. Eine absolute Leseempfehlung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nil_liest