Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine komplexe Familiengeschichte

Das Pfauengemälde von Maria Bidian

Dieser Roman ist das Debüt von Maria Bidian, die sich dazu von ihrer eigenen Familiengeschichte inspirieren hat lassen. Genau wie Protagonistin Ana hat die Autorin einen rumänischen Vater und eine deutsche Mutter und eine große Familie in Rumänien.

Als Ana zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters erfährt, dass die unter der Ceaucescu-Diktatur enteignete Familie einen Teil des ehemaligen Besitzes zurückerhält, reist sie nach Rumänien.

Ihr selbst geht es vordergründig nicht um das Haus, sondern um das sogenannte „Pfauengemälde“, von dem ihr der Vater häufig erzählt hat.

Doch das Vorhaben erweist sich schwieriger als gedacht, denn die Mühlen der rumänischen Bürokratie mahlen mehr als langsam. Obwohl scheinbar alles klar ist, muss Ana allerlei rumänische Dokumente vorweisen, die sie erst beschaffen muss. Sie nützt die Zeit, um ihre weitverzweigte Familie zu besuchen. Sie reist zu Onkeln und Tanten, trifft Cousins und Cousinen. Dabei erfahren sie und wir Leser einiges über das vergangene und das heutige Rumänien sowie die Hoffnungen, die man auf den zukünftigen EU-Beitritt setzt.

Meine Meinung:

Maria Bidian versucht in ihrem Debütroman uns den Umgang mit Trauer, Schuldgefühlen und die Traumata in unseren eigenen Familienbiografien (und was sie mit uns machen), näher zu bringen. Leider gelingt dies in meinen Augen nicht so ganz.

Zum einen wirkt der Roman ein wenig unstrukturiert und zum anderen ist die Geschichte Rumäniens bei den meisten Lesern nicht wirklich präsent. Ja, man weiß, dass der Diktator Nicolae Ceaușescu (1918-1989) und seine Ehefrau Elena das Land systematisch ausgeplündert haben, dass die Geheimpolizei Securitate andersdenkende Menschen gnadenlos verfolgt und getötet hat und dass das Ehepaar am 25. Dezember 1989 standrechtlich erschossen worden ist, pikanterweise durch ein Gesetz, dass Ceaușescu erst kurz zuvor erlassen hat.

Aber sonst weiß man recht wenig über Rumänien vor, während und nach der Diktatur. Das liegt vermutlich auch daran, dass im Nachkriegsdeutschland jeder mit sich selbst beschäftigt war und man - außer in der DDR - dem kommunistischen Land wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Das muss auch Anas Vater erleben, der von als Gegner des Kommunismus verfolgt worden ist und dem die Flucht in den Westen gelungen ist. Allerdings hat seine Geschichte niemanden interessiert.

Während ihres Aufenthaltes muss Ana erkennen, dass sie mit vielem abschließen kann, „aber zu Ende war es nicht“.

Maria Bidian erzählt in einer bildhaften und schönen Sprache, die sehr gut dem ruhigen und melancholischen Grundton der Familiengeschichte entspricht. Allerdings geht das ein wenig zu Lasten der Spannung.

Fazit:

Dieser Roman ist nicht ganz leicht zu lesen, aber für alle jene, die sich gerne mit komplexen Familiengeschichten auseinandersetzen, ein gelungenes Debüt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Kwinsu:

Wunderbarer Einblick in die Welt des Schreibens

Tintenspuren von Andrea Hahnfeld

Andrea Hahnfeld hat mit "Tintenspuren" einen Schreibguide der besonderen Art veröffentlicht. Dort gibt sie einen Überblick über das Studium "Biographisches und Kreatives Schreiben" an der Alice Salomon Hochschule in Berlin. In der Einleitung gibt die Autorin Einblicke, weshalb sie sich für das Studium entschieden hat und stellt den Leser:innen ihren Bewerbungstext zur Verfügung.

In jedem Kapitel werden die einzelnen Module des Studiengangs beschrieben - deren Inhalte, Infos zu den Lehrenden und sehr nützliche, weiterführende Literaturtipps zum Thema. Die Inhalte der Module reichen von Kreativem Schreiben, Prosa, Lyrik über Gesundheit & Schreiben, Lebensphilosophie, Lebensphasen, Sprachgeschichte & Soziale Medien bis hin zu Schreibgruppen-Pädagogik, Schreibberatung & Schreibkrisen, dem Szenischen Schreiben, Schreiben als Therapie und Creative Writing. Ebenfalls gibt es ein Modul, bei dem ein Praxisprojekt ausgearbeitet werden muss. Zudem wird ein Blick auf Arbeitsmarktanalysen und Forschungsmethoden geworfen. Als Wahlmodul wählte die Autorin Autofiktion und Nature Writing. Highlight in jedem Kapitel sind eine Auswahl an Texten, die Andrea Hahnfeld während des jeweiligen Moduls erschaffen hat. Oft kommentiert sie den Entstehungsprozess der Texte und lässt uns wissen, wie die Überarbeitung der Texte vonstatten gegangen ist.

Ihre Texte sind oft sehr persönlich und intim und gaben mir den Eindruck, dass ich die Autorin, ihre Persönlichkeit, ihre Geschichte, ihre Zweifel und ihre Entwicklung ein wenig kennenlernen und mitverfolgen durfte. Besonders gefallen hat mir, dass sie ihre Selbstzweifel (die ich von mir selbst gut kenne) oft thematisierte und den Leser:innen wissen lässt, wie sie damit umging bzw. umgeht. Dass es hierbei eine Entwicklung in Richtung mehr Selbstbewusstsein gab, kann man auch anhand ihrer kreativen Texte nachvollziehen. Ihr Geschriebenes ist sehr ehrlich und selbstreflexiv, was das Buch einfach sehr authentisch macht. Ich mochte auch, dass die Autorin eine tiefe Verbindung zu Tieren hat, was man ebenfalls anhand ihrer Geschichten erkennen konnte. Was mir am meisten im Gedächtnis blieb, war ihr mehrfacher Aufruf, sich mit einer ordentlichen Feedbackkultur zu beschäftigen und diese auch umzusetzen. Demnach ist es essentiell, seine Texte mit anderen Schreibenden zu teilen und deren Feedback einzuholen - allerdings auf eine stärkende Art und Weise, welche die positiven Seiten des Geschriebenen hervorhebt und sich von einer Defizitorientierung abwendet.

Da ich mich persönlich schon länger mit dem Gedanken beschäftige, eine Ausbildung in Richtung Kreatives Schreiben zu machen, kam "Tintenspuren" für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Für mich war es irrsinnig motivierend nachzuvollziehen, wie eine solche Ausbildung aussehen kann und was sie einem persönlich bringt, welche Entwicklung man dadurch vollzieht. Auch wenn für mich Berlin aufgrund der großen Distanz eher nicht in Frage kommt, hat es meine Lust auf ein Schreibstudium definitiv gestärkt. Sehr schön fand ich auch, dass die Autorin es geschafft hat, mein Interesse für Biographisches Schreiben zu wecken - ein Themenfeld, was bislang für mich eigentlich überhaupt nicht spannend war. Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Tintenspuren" für mich ein sehr motivierender und fesselnder Guide ist, der einen wunderbaren Einblick in die Welt des Schreibens gibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kwinsu

Rezensionen von csac:

Hellwach am Leben – Anregungen für ein Leben voll Achtsamkeit, Weisheit und Spiritualität

Hellwach am Leben von Steve Heitzer

In diesem Buch vereint der Autor Steve Heitzer Geschichten, Reflexionen, Gebete und Erfahrungen aus vielen Jahren der Achtsamkeitsarbeit und Meditation. Auch seine intensive Beschäftigung u.a. mit sufistischen und christlichen Mystikern wie Hafis oder Franz von Assisi, mit dem Zenbuddhismus oder Jon Kabat-Zinn fließen in dieses Werk mit ein.

Entstanden ist dadurch ein facettenreiches Buch, das dabei helfen kann, Sinn und Freude für das eigene Leben (wieder) zu finden. Hellwach den gegenwärtigen Augenblick zu erleben kann uns dem Leben näherbringen und führt dabei zwangsläufig auch zu einem bewussteren und innerlich reicheren Umgang mit unseren Mitmenschen. Das ist eine der Kernbotschaften dieses Buches.
Das Buch selbst ist in fünf Teile gegliedert, nämlich dem Ankommen im Jetzt, den Alltagsaugenblicken, dem Widerstand und der Hingabe, den Krisen und Unsicherheiten sowie der Endlichkeit und dem bewussten Leben. Alle Teile beginnen mit wunderschönen, zum Nachdenken anregenden Zitaten. Neben kleineren Erzählungen finden sich zahlreiche Übungen, Sitzmeditationen, Achtsamkeitsübungen oder Atemübungen zur Anregung und Inspiration.
Durch offen formulierte Fragen oder Vorschläge, welche die Leser beantworten können (aber nicht müssen), führt uns der Autor heran an seine ganz persönliche Sinnsuche, lässt dabei aber den Raum offen für die individuelle Reise jedes Lesers.
Fazit: Mir hat das Buch gefallen, hat mich innehalten und in mich spüren lassen, was da noch so alles in mir entstehen will. Womöglich ist das für einige Leser nichts Neues, für mich ist es gut genug ????

im Shop ansehen weitere Rezensionen von csac

Rezensionen von csac:

Die Tiroler Habsburger – Geschichtsbuch mit großem Detailwissen

Die Tiroler Habsburger von Anton Prock

Überall finden sich ihre Spuren in Tirol: Im Stift Hall, am Boznerplatz in Innsbruck, in der Hofkirche der Landeshauptstadt, wenn man die die Festung Ehrenberg oder Schloss Ambras betrachtet oder die Festwochen der Alten Musik in Innsbruck erlebt. Erinnerungen an die einstigen Landesfürsten, die von 1406-1665 über Tirol und Vorarlberg herrschten.

Viel Aufschwung haben sie dem Lande gebracht, etwa Herzog Friedrich, der IV „mit der leeren Tasche“, der seinen Regierungssitz von Meran nach Innsbruck verlegte. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung war es eine Ära der Reformen und des kulturellen Erwachens. Aber auch eine Zeit der Kriege, familiärer Schicksalsschläge, der Streitigkeiten mit den Bischöfen von Brixen und Trient, der Bauernaufstände, Krankheiten und Hungersnöte.
Von all dem berichtet der Kulturhistoriker Anton Prock detailliert und anschaulich. Bedeutende Habsburger Herrscherpersönlichkeiten und ihr Wirken werden ebenso beleuchtet wie politische Schachzüge und Streitigkeiten um Macht und Einfluss auf das Land. Neben beeindruckendem Hintergrundwissen und genauer Recherchearbeit beeindruckt das vorliegende Werk auch durch seine zahlreichen Abbildungen von Denkmälern, Kirchen, Statuen und Gemälden, die von der einstigen Pracht der Habsburger erzählen. Der beigefügte Familienstammbaum sowie eine Zeittafel der Tiroler Habsburger verschaffen einen guten Überblick, auch für den Laien.
Fazit: Ein Buch für alle Geschichts-, und Kulturinteressierten und solche, die es werden wollen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von csac

Rezensionen von HEYN Leserunde, Wolfgang Pfleger:

Malnata - stigmatisiert und chancenlos

Malnata von Beatrice Salvioni

Ein grauenhaftes Sittenbild des faschistischen Italiens der 1930er-Jahre mit Bonzen und deren Brut, die sich alles ungestraft nehmen können und von den Herrschenden geschützt werden und auf der anderen Seite diejenigen, die von einer bigotten, obrigkeitshörigen Gesellschaft gemobbt werden und keine Chance bekommen, ihr Schicksal zu ändern.

Malnata ist ein als "Unheil bringend" stigmatisiertes junges Mädchen, das unbeirrbar und unbestechlich seinen Weg geht und dabei auch ihre Freundin Francesca aus besserem Hause in ihren Bann zieht.
Ein packendes Buch, das tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Kein Stimmungs-Aufheller aber eine Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Wolfgang Pfleger

Rezensionen von Ruth:

Zwei Reisen -eine äußere und eine innere

Das Pfauengemälde von Maria Bidian

Wie viele Debütantinnen ließ sich Maria Bidian, 1988 in Mainz geboren, für ihren ersten Roman von ihrer eigenen Familiengeschichte inspirieren. Wie ihre Protagonistin Ana hat auch die Autorin einen rumänischen Vater und eine deutsche Mutter und eine große Familie in Rumänien.
Als Ana zwei Jahre nach dem Tod ihres geliebten Vaters Nicu erfährt, dass die Familie den Prozess um ihren enteigneten Besitz endlich gewonnen hat, fährt sie nach Rumänien.

Dabei ist sie weniger an dem großen Haus interessiert, das sie endlich zurückerhalten, sondern viel mehr an dem legendären Pfauengemälde, das ihrem Vater so viel bedeutet hat. Damit möchte sie auch ihr schlechtes Gewissen beruhigen. Denn Ana fühlt sich schuldig, ihren Vater nicht bei seiner letzten Reise begleitet zu haben. Jener Reise, von der er nicht zurückkam. Und sie hofft, dass sie ihren Schmerz und ihre Trauer hinter sich lassen kann, wenn sie mit dem Bild nach Deutschland zurückkehrt.
Doch das Procedere erweist sich schwieriger als gedacht, denn die Mühlen der rumänischen Bürokratie mahlen langsam. Ana nützt die Zeit, um ihre weitverzweigte Familie zu besuchen. Sie reist zu Onkeln und Tanten, trifft Cousins und Cousinen. Dadurch bekommt der Leser ein anschauliches Bild vom Rumänien der Gegenwart, von den Unterschieden zwischen Stadt und Land, von verlassenenen Dörfern, weil ihre Bewohner nach 1989 ins Ausland gezogen sind. Andere Ortschaften schmücken sich für Touristen, die Arbeit und Geld ins Land bringen sollen. Viele Gespräche drehen sich auch um die aktuelle politische Situation. Die Rumänen sehen ihre Zukunft zwar in der EU, gleichzeitig aber setzen sie sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander. Ana besucht einmal eine Bar, die Cocktails anbietet, die nach Daten rumänischer Geschichte benannt sind. So z.B. bezieht sich das Getränk namens „1784“ auf den Aufstand rumänischer Bauern gegen den ungarischen Adel. Sinnigerweise nennt sich die Bar
„ Déjà-vu“, „ weil es wichtig ist, seine Geschichte zu kennen, alles wiederholt sich.“
Gleichzeitig weckt diese Reise Erinnerungen an die Sommer ihrer Kindheit, denn jedes Jahr verbrachte sie die Ferien hier mit ihren Eltern.
Dabei erfährt der Leser nach und nach von Nicos tragischem Schicksal. Unter der Diktatur wurde er als Widerstandskämpfer verfolgt und inhaftiert. Ihm gelang danach die Flucht nach Deutschland. Dort wollte er allen erzählen, was in Rumänien wirklich passiert, musste aber bald feststellen, dass sich niemand dafür interessiert.
Die Autorin erzählt von den zwei Reisen ihrer Protagonistin, einer äußeren durch das Land und einer inneren durch ihre Erinnerung und die Vergangenheit ihrer Familie. Ana muss dabei lernen, dass Trauer nicht verschwindet, aber der Schmerz weniger wird. Am Ende kann sie mit vielem abschließen, „ aber zu Ende war es nicht“.
Maria Bidian erzählt in einer bildhaften und schönen Sprache; der ruhige und melancholische Grundton passt zur Geschichte. Sehr gut gefallen haben mir auch die in den Text eingebetteten Parabeln und Märchen, die lebensklug und amüsant sind.
Es war allerdings nicht immer leicht, den Überblick über die vielen Figuren zu behalten. Hier wäre ein Stammbaum hilfreich gewesen.
„ Das Pfauengemälde“ ist ein Familienroman, das uns Rumänien, seine Bewohner und seine Geschichte näherbringt. Ein Debut, das große Erwartungen weckt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ruth

Rezensionen von Marie aus E.:

Sehr beklemmend

Wir waren nur Mädchen von Buzzy Jackson

Amsterdam, 1940: Hannie Schaft studiert, ist schüchtern und findet extrovertierte Freundinnen, durch die auch sie mehr aus sich herausgeht.
Aber es ist Krieg und die anfängliche Zurückhaltung der deutschen Besatzer währt nicht lange und die Brutalität und Widerwärtigkeit wird schnell sichtbar.

Hannie geht in den Widerstand - und Seite um Seite wird mir banger.
Das Buch ist spannend und fesselnd geschrieben und ich habe mich auch immer etwas unwohl gefühlt: darf ein Buch mit so ernstem und dazu wahrem Hintergrund auch so fesseln? Keine Unterhaltungsliteratur, aber eben auch keine schwere Dokumentation. Dieser Spagat war ein wenig wie Wechselduschen, denn mit zunehmendem Verlauf des Buches verlieren sich die zeitweisen leichten Momente und es wird immer schwerer und düsterer.

Dazu die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Darf man töten, wenn man damit versucht, Schlimmeres zu verhindern? Wenn die Opfer definitiv die Bösen sind? Aber wer entscheidet das? Was bin ich froh, dass ich keine solchen Entscheidungen treffen muss!

Ich habe bis dato noch nichts von Hannie Schaft gehört, ich kenne nur Anne Frank aus den Niederlanden. Die Recherche war bestimmt sehr aufwändig, es lohnt sich, nein, es ist unbedingt erforderlich, auch das Nachwort zu lesen.

Ein Buch, das lange nachhallt und in vielerlei Hinsicht nachdenklich macht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Rezensionen von April1985 :

Witzig, charmant, hyggelig

The Happiness Blueprint von Ally Zetterberg

'The Happiness Blueprint' ist eine Romance mit schwedischem Flair, sehr charmant, hyggelig und humorvoll. Ich hab das Gesamtpaket - die Geschichte, die Themen und vorallem die beiden Protagonisten Klara und Alex sehr gemocht.

Als Klaras Vater an Krebs erkrankt und sich einer Strahlentherapie unterziehen muss, wird Klara mit der Aufgabe betraut für 3 Monate die Leitung der Baufirma zu übernehmen.

Eine große Herausforderung, der sich Klara stellt, als sie von ihrer Wahlheimat London ins schwedische Malmö aufbricht. Von den Mitarbeitern nicht gerade ernst genommen, kündigt Klara diese kurzerhand. Von Alex, einem Handwerker mit einigen Lücken im Lebenslauf, ist Klara hingegen schnell begeistert. Was Klara an Organisationstalent fehlt, übernimmt Alex. Und um die Termine besser zu organisieren, wird kurzerhand der Google-Kalender geteilt. So mancher Eintrag sorgt für das ein oder andere Missverständnis.

Ich mochte Klaras liebevoll, chaotische Art total gerne. Da Klara im sozialen Umgang mit anderen Menschen teilweise etwas unbeholfen wirkt, musste ich öfter Mal schmunzeln.
Alex ist das genaue Gegenteil von Klara - sehr organisiert. Er unterstützt Klara dabei, Aufträge für die Firma an Land zu ziehen, kämpft nebenbei auch mit Depressionen. Der plötzliche Unfalltod seines Bruders hat Alex schwer getroffen und ihn komplett den Boden unter den Füßen weggezogen. Seine Bewerbung in der Firma von Klaras Vater ist für Alex ein bisschen wie ein Neustart.

Ich mochte die Dynamik zwischen Klara und Alex total gerne. Vorallem die Kommunikation über den Google-Kalender fand ich grandis. Das war wirklich mal was Neues. Es dauert allerdings ein bisschen bis die beiden aufeinander treffen. Das hätte man gerne etwas beschleunigen können.

Der Schreibstil von Ally Zetterberg ist locker und leicht - wie ich es mir von einer Liebesgeschichte wünsche. Dabei ist 'The Happiness Blueprint' so viel mehr. Es geht nicht nur um die Liebe. Die Themen Krankheit, Trauer, Depression sind präsent. Klara ist zudem Diabetikerin, was ebenfalls immer wieder zur Sprache kommt.

Mir hat wie gesagt das Gesamtpaket richtig gut gefallen. Klare Leseempfehlung.

Fazit
Eine hyggelige, charmante und humorvolle Geschichte. Ein absolutes Herzensbuch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von April1985

Rezensionen von Kwinsu:

...und mit James

Die Sache mit Rachel von Caroline O'Donoghue

Cork in den 2010er Jahren. Rachel ist gerade dabei mit ihrem Literaturstudium am College fertig zu werden. Sie durchlebt die prägendste Zeit ihres Lebens, das getragen wird von Freundschaft, Liebe und dem Erwachsenwerden. Sie lebt zusammen mit ihrem neu gefundenen, schwulen besten Freund James zusammen, beide arbeiten in einer Buchhandlung, haben kaum Geld, verstehen es aber trotzdem sich zu amüsieren.

Ihre Freundschaft ist resistent gegenüber den vielen Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt und ist so eng, dass sie manch anderen Beziehungen im Weg zu stehen scheint. Gemeinsam planen die beiden nach London auszuwandern, doch schlussendlich kommt alles anders...

Caroline O'Donoghue erzählt die Geschichte ihrer Protagonistin rückblickend. Eingeleitet wird mit der schwangeren Rachel, die in einem Pub auf jemanden trifft, der sie an ihren Literaturprofessor erinnert. Damit beginnt die Rückschau auf Rachels 20er-Jahre. Die "junge" Rachel war für mich anfänglich etwas schwer zu ertragen. Sie wirkte auf mich naiv, unentschlossen und fahrig und ich konnte nicht wirklich nachvollziehen, weshalb die Freundschaft zwischen ihr und James so etwas besonders sein sollte. Das klärte sich für mich erst im Laufe der Geschichte, in der die beiden mir ziemlich ans Herz gewachsen sind. Gekonnt beschreibt die Autorin für mich, wie sich die Charaktere entwickeln, wie sie gefestigter werden in dem was sie erleben und wie sie wachsen. Besonders gut hat mir aber gefallen, wie der Zeitgeist thematisiert wird: (Indie-)Musik, Filme, Bücher und Serien spielen für die Hauptcharaktere eine wesentliche Rolle, dienen sie doch irgendwie als Mittel aus der Tristesse der Provinzstadt zu entfliehen, wenn auch nur im Geiste. Vor allem gibt es ein Zitat, dass mir als Musik- und Konzertfan langfristig hängen bleiben wir, trifft es doch den Kern, wie sich das Leben in seinen unterschiedlichen Fassetten im Laufe der Jahre verändert: "Er war noch Mitte dreißig und kinderlos, und so kamen er und Deenie viel herum. Wir trafen sie bei einem Konzert von Goldfrapp. Sie besuchten es so, wie ich jetzt mit meinem eigenen Mann zu Konzerten gehe - etwas Spaß, zuerst Abendessen, um elf zu Hause, eine gemeinsame Beschäftigung. Es gibt nur eine kurze Zeitspanne im Leben, in der man Konzerte mit wirklich spiritueller Hingabe besuchen kann." (S. 79 jm E-Book)

Neben dem Zeitgeist werden die unterschiedlichen (irischen) gesellschaftspolitischen Aspekte dieser Zeit thematisiert. Sei es die Schwierigkeit einer Abtreibung für irische Frauen, die Rezession, die fast alle Gesellschaftsschichten plagte oder die Struggles, die queere Menschen und ihre Angehörigen durchmach(t)en. Auch die ungleichen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen und die religiöse Prägung finden, wenn auch nur dezent, ihren Eingang in die Geschichte. Trotz vielfältiger Thematiken handelt es sich bei "Die Sache mit Rachel" doch vorwiegend um einen Roman, der die Herausforderungen unterschiedlicher Beziehungen während der Zeit als junge Erwachsene beschreibt.

Mein Fazit: "Die Sache mit Rachel" ist ein kurzweiliger Roman über das Erwachsenwerden und die vielfältigen Beziehungen dabei, der den popkulturellen und gesellschaftspolitischen Zeitgeist (Irlands) in den 2010er-Jahren widerspiegelt. Besonders für Menschen der Generation Y weckt er viele Erinnerungen und mit seinem eingängigen Schreibstil ist er die perfekte Lektüre für Zwischendurch.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kwinsu

Rezensionen von Lesemama:

Es dauert

The Happiness Blueprint von Ally Zetterberg

Bewertet mit 3,5 Sternen

Zum Buch:

Klara kehrt zurück nach Schweden um für ihren kranken Vater in dessen Firma einzuspringen. Für Klara nicht einfach, hat sie keine Ahnung von der Führung einer Firma und sie hat auch diverse private Probleme.
Zum Glück gibt es den neuen Mitarbeiter Alex, der alles im Griff hat.

Aber Alex hat auch das ein oder andere Problem.


Meine Meinung:

Die Kurzbeschreibung klang ganz vielversprechend und auch der Vergleich mit der ein oder anderen Autorin die ich gerne lese hat mich neugierig gemacht. Aber es dauerte sehr lange bis ich in dir Geschichte reingefunden habe.
Klara und Alex sind beides etwas schwierige Charaktere mit Ecken und Kanten, das mag ich normal, mit den beiden wurde ich nicht richtig warm.
Die Story wird abwechselnd aus Sicht von Klara und Alex erzählt, zu Beginn fragte ich mich auch, was die beiden miteinander zu tun haben, oder wann sie zueinander finden. So ganz wurde ich nie warm mit der Story und konnte sie dann wohl auch nicht wirklich genießen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lesemama