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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daggy:

Frankie macht Ordnung

Frankie und wie er die Welt sieht von Zoran Drvenkar


Frankie, den wir zusammen mit seinem Freund Lars und seiner Schwester Delia auf dem Cover sehen, hat einige Probleme. Der Vater des Zehnjährigen ist vor einiger Zeit zu seiner Freundin gezogen. Die Mutter leidet sehr darunter und isst zu viele Donuts, aber sie erwartet auch eine Entschuldigung von ihrem Mann.

So macht Frankie sich spontan auf den Weg, um seinen Vater zu besuchen. Er steigt einfach von Berlin in den nächsten Zug nach Köln und als sein Vater nicht dort ist, reist er problemlos weiter. Seine Freund Lars begleitet ihn auf dieser Reise, obwohl er selbst nichts davon weiß. Aber auch Lars hat ein großes Problem und ist deshalb nicht in der Schule. Frankie, wäre nicht Frankie, würde der der Sache nicht auf den Grund gehen und seinem Freund beistehen.
Die Geschichte wird schon auf eine ungewöhnliche Weise erzählt, der Autor spricht die Leserin oder den Leser direkt an und berichtet, was parallel oder sogar davor passiert. Es ist nicht immer einfach die Realität und die Fantasie auseinander zu halten.
Ich muss zugeben, dass ich mich etwas schwer tue mit der Geschichte. Zum einen ist sie voller Fantasie zum anderen verwirrt mich manchen, wie z.B. das Unsichtbar machen. Aber vielleicht denke ich auch einfach zu realistisch und kann mich in manche Situationen nicht hineindenken.
Das Buch ist gut zu lesen und hat über jedem der Kapitel eine erklärende Überschrift und eine kleine Illustration.

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Rezensionen von Daggy:

Zauberhaft und magisch

Die zauberhafte Wortverlosung von Jutta Degenhardt

Helene und Oma sitzen auf einem nostalgischen Karussell, Helene hält einen Eimer mit Losen in ihren Händen. Ein Cover, dass uns gut auf die Geschichte einstimmt.
Mit Zuckerwatte in der Hand sind die beiden auf der Kirmes unterwegs und Helene möchte Lose an einer Bude kaufen, sie selbst gewinnt eine Kleinigkeit und auf Omas Los steht „Niete“.

Oma gefällt das Wort und sie nimmt es mit für ihre Wortsammlung. Helene ist begeistert von den vielen ungewöhnlichen Worten und sie hat eine Idee. So sitzt sie mit Oma vor dem Haus und hat die Worte aus der Sammlung aufgerollt in einem Eimer dabei.
Ein Mann zieht das Wort „Welle“ und Oma und Helene (und wir) können sehen, wie der Mann in Gedanken vorne auf einem Segelschiff den Winden trotz. „Hokuspokus“ bringt einen Jungen in ein Zirkuszelt, hier verwandelt er einen Löwen in ein Schwein.
So werden noch viele zauberhafte Worte gezogen und in Abenteuer umgewandelt. Am Ende fliegen Oma und Helene dank dem Wort „Rakete“ davon.
Sie Illustrationen sind sehr klar und zeigen, dass sich alles in den Köpfen abspielt und doch können Oma und Helene zuschauen. Der Text ist verständlich und regt dazu an sich Wörter zu überlegen, die uns oder andere zum Träumen bringen.

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Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Testleserin HANNAH, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Götzis)

Chaos Witches - Die falsche Auserwählte von Caroline Brinkmann

Testleserin HANNAH, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Götzis)

Zwei Mädchen, eine Krone und ein viel zu attraktiver Feind.

In diesem Buch geht es um ein Mädchen, das schon von Geburt an damit konfrontiert wird, dass sie die nächste Hexenkönigin werden soll, sobald sich bei ihr ihre Hexenkräfte zeigen.

Ihre Tante startet deshalb alle möglichen Versuche, Adelina zu töten, um ihre magischen Kräfte zu wecken. Doch das bringt alles nichts, denn bei einem Test der hinterlistigen Alchimisten stellt sich heraus, dass Adelina ein Mensch ist.

Ganz anders geht es dem Waisenmädchen Echoline. Sie wird von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben, weil in ihrer Nähe immer das Chaos ausbricht. Das könnte an ihrem Talent liegen, dass sie mit Geistern spricht, vielleicht an ihrem zahmen Waschbären oder doch an etwas Anderem…

Als sich die beiden Mädchen treffen, verändern sich ihre Leben gewaltig. Und dann macht der charmante Alchimist Tristan Adelina auch noch ein verführerisches Angebot, welches alle Hexen in Gefahr bringen wird.

Mir hat das Buch ein paar sehr schöne Lesestunden beschert. Das Cover ist wunderschön und die Geschichte ist ausgesprochen spannend geschrieben. Die Lektüre ist etwas für alle, die Fantasy mit ein bisschen Romantik lieben.



Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (10 Jahre, Wiesing)

In diesem Buch geht es um Adelina und Echoline. Adelina wohnt bei der Hexenfamilie Lighttower und ihr wurde prophezeit, die nächste Hexenkönigin zu sein. Nur leider fühlt sie sich sehr unmagisch.

Echoline dagegen wohnt mit ihrem Waschbären Unfug im Waisenhaus und wird von einer Pflegefamilie zur anderen geschoben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass überall wo sie hinkommt, Chaos ausbricht.

Als sich die beiden treffen, wird alles auf den Kopf gestellt. Echoline soll jetzt den Hexenthron besteigen und Adelina soll angeblich zu den Alchemisten gewechselt sein, was aber nicht stimmt.

Es hat mir sehr gut gefallen und ich habe sehr gemütliche Lesestunden damit verbracht.
Ich würde es allen empfehlen, die gerne lesen und Magie mögen.

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Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Testleserin LINDA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Imst)

Cato und die Dinge, die niemand sieht von Yorick Goldewijk

Testleserin LINDA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Imst)

In diesem Buch geht es um ein Mädchen namens Cato. Sie lebt mit ihrem Vater Harland, der immer sehr teilnahmslos ist, der Haushälterin Cornelia und ihrem Beggar So, der sich aber für ein Schwein hält, zusammen. Eines Tages trifft sie Frau Mano, die Besitzerin eines geheimnisvollen Kinos.

Frau Mano erklärt ihr, dass man darin in die Vergangenheit reisen kann. Wird Cato es mit Hilfe des Kinos schaffen, dass ihr Vater sich wieder mehr an der Welt beteiligt?

Ich habe das Buch nicht so spannend gefunden, da bei der Zeitreise fast immer das selbe passiert. Viele andere Sachen im Buch fand ich jedoch sehr spannend und manchmal auch lustig. Super gefiel mir Catos Selbstbewusstsein, da sie wegen ihrer verrückten Kleidung überhaupt keine Freunde hat. Gut war auch, dass sich Frau Mano um Cato gekümmert hat, als diese wegen Cornelia von zuhause weg lief. Trotzdem fand ich dieses Buch nicht ganz so spannend.



Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (10 Jahre, Wiesing)

In dem Buch geht es um Cato, die bei ihrer Geburt ihre Mutter verloren hat. In ihrer Gegenwart hat sie nur ihren Vater, der da ist, aber irgendwie auch nicht, und ihre Nachbarin Cornelia, um die sich viele Gerüchte ranken.

Eines Tages findet Cato eine Visitenkarte auf dem alten Klavier ihres Vaters. Die Adresse führt sie zum LUX Kino, das verlassen ist. Dort trifft sie Frau Kano, die mit ihren Erinnerungs-Filmen Catos Welt auf den Kopf stellt.

Es ist wirklich gut und alles wurde gut beschrieben, z.B. wenn man durch die magische Leinwand tritt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde es wirklich weiterempfehlen an alle, die Fantasie und Abenteuer mögen.

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Rezensionen von brauneye29:

Tolles Buch

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi von Maarten Vermeer

Zum Inhalt:
Auf Bitten ihres Vorgesetzten untersucht Liv de Vries einen Vermisstenfall auf Zeeland. Das soll auch helfen sie aus der Schusslinie zu nehmen nach einem missglückten Einsatz. Der Koch Rob van Loon ist verschwunden und schnell kommt der Verdacht auf, dass der Verschwundene mit einem früheren Vermisstenfall zu tun hat.

Meine Meinung:
Was mir als erstes an dem Buch gefallen hat ist der Schauplatz, denn Zeeland ist einfach schön und wer schon mal dort war, hat dann auch von den Orten dort eine gute Vorstellung. Die Story war enorm vielschichtig und auch spannend, denn es kamen immer wieder neue Aspekte auf, gerade auch durch die Rückblicke in das Jahr 1944. Was ich persönlich recht witzig fand, war der Protagonist Kok, da ich im Freundeskreis auch Freunde mit dem Nachnamen Kok habe, was bei dem Namen nicht so häufig ist. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ganz böse fand ich ja den Cliffhanger, der aber Hoffnung auf ein weiteres Buch mit Schauplatz Zeeland macht.
Fazit:
Tolles Buch

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Rezensionen von Katharina Grassmugg:

Großartige Dystopie

Das Lied des Propheten von Paul Lynch

[Diktatur,Mord,Gewalt]

"Ich schlaf eben nicht so viel, sagt sie, jede Nacht träume ich von diesem tiefen Schlaf, aber das ist jetzt unmöglich. [...] ich habe allmählich erkannt, was die mit uns gemacht haben, wie genial sie das machen, die nehmen dir was weg und ersetzen es durch Stille.

[...] weißt du die lassen die Möglichkeit offen, dass dir das, was du willst, eines Tages zurückgegeben wird, und so bleibst du klein, gelähmt, stumpf wie ein altes Messer,und die Stille endet nicht, denn die Stille ist die Quelle ihrer Macht, das ist ihre heimliche Bedeutung." S. 166f

Paul Lynch der mich schon in seinem Roman "Grace"sprachlich total überzeugte hat hier ein Buch geschrieben das mich, sehr kafkaesk anmutend, an 1984 oder Brave New World erinnert.

Was passiert wenn einem die Freiheit und alles was einem lieb ist genommen wird, was passiert wenn man ohne Grund unter Anklage gestellt wird, was wenn die Interessen des Staates über alles gestellt werden? Und wie kann man sich dagegen wehren, was kann man dagegen tun? Wie kann man sich und seine Familie vor einem zunehmend tyrannischer agierenden Regierunsaparat schützen?Auf all diese Fragen sucht die Protagonistin Eilish Antworten.
"Eilish[...] sieht, dass aus Terror Mitleid entsteht und aus Mitleid Liebe, und mit Liebe kann die Welt wieder errettet werden, und wie kann sehen, daß die Welt doch nicht endet, dass die Vorstellung, die Welt Ende durch ein plötzliches Ereignie zu ihren Lebzeiten, nur selbstgefällig ist,daß das eigene Leben endet und nur das, dass das, was die Propheten singen, nur das Lied ist, das in allen Zeiten gesungen wird, die Zukunft des Schwerts, die Welt von Feuer verzehrt, die Sonne um Mittag in die Erde gesunken und die Welt in Dunkelheit gehüllt, der Zornneines Gottes im Mund des Propheten inkarniert, der gegen die Gottlosigkeit wettert, die vertrieben werden wird, und der Prophet singt nicht vom Ende der Welt, sondern davon, was getan worden ist und was getan werden wird. (S 306)

Ein Buch das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, mit seinen großartig eingesetzten Metaphern und seiner Sprachgewalt eine Gänsehaut verursacht ob der realitätsnahen Schilderungen diktatorischer Regime, einen so schnell nicht mehr loslässt und die Frage aufwirft: "Was würde ich tun?" Sehr gelungen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Riviera Express - Dynamit in der Villa Nobel von Stephan R. Meier

San Remo - die durch ihr Musikfestival bekannte Blumenstadt an der italienischen Riviera direkt an der Grenze zu Frankreich gelegen, wird von einem brutalen Mord erschüttert. Der bekannte Rechtsanwalt Mario Boeri liegt tot im Garten der Villa von Alfred Nobel, in seinem Mund eine Stange Dynamit.

Der neue Chef der Polizia die Stato, der Kriminalpolizei, Commissario Tomas Gallo, beginnt gemeinsam mit seinem Team die Ermittlungen.

Recht bald ist klar, dass die Stange Dynamit nur eine Attrappe ist. Doch was sind die Hintergründe zu diesem Mord? Und spielt der Selbstmord von Boeris Klientin direkt vor dessen Kanzlei eine Rolle? Und wenn ja, welche?

Je tiefer er in die Geschäfte der Anwaltskanzlei eindringt, desto komplexer wird der Fall.

Meine Meinung:

Zunächst einmal ist das Setting in San Remo sehr ansprechend. Die Idee hat mir in ihrer Komplexität auch sehr gut gefallen und die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Zwar werden einmal die Klischees des nervenden Vorgesetzten sowie des ungewöhnlichen Ermittlers inklusive eines Mitarbeiters mit einer Inselbegabung bemüht, doch passen die Charaktere recht gut zusammen.

Nervig hingegen ist, und das kostet den 4. Stern, dass das handelnde Personal mehrmals sogar mit dem selben Wortlaut vorgestellt wird. Wir Leser können und das schon merken, dass Gallo ein Spross einer uralten Adelsfamilie ist und mit vollem Namen Tomaso Galimberti della Casa heißt. Oder dass Sub-Commissario Antonio Rubbano ein sogenannter Savant ist, der nicht nur über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, Gallo unbedingt loyal gegenüber ist, und seine Rituale braucht, um gute Arbeit leisten zu können. Das muss nicht mehrmals extra wiederholt werden, zumal am Ende des Krimi die Charaktere nochmals detailliert beschrieben aufgelistet sind. Solche dramatis personae wären zu Beginn des Krimis nützlicher.

Die Handlung selbst ist komplex und wir Leser wissen immer ein wenig mehr als der Commissario. Auch deswegen, weil es in kursiver Schrift Einschübe gibt, die zunächst nicht ganz einzuordnen sind, aber im Laufe der Ereignisse sehr gt zusammengeführt werden.

Der Krimi bietet hohe Spannung und unterhält durch die wechselnden Schauplätze (Gallo macht auch einen Abstecher ins französische Menton) sowie durch die Komplexität der Handlung.

Fazit:

Ein komplexer Fall, der so manchen Abgrund aufzeigt. Wegen der nervigen Wiederholungen (siehe oben) ziehe ich den 4. Stern wieder ab, daher nur 3 Sterne.

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Rezensionen von Anndlich:

Nordische Kälte wärmt das Herz

Im Nordwind von Miriam Georg

Hamburg 1913. Alice Bloom lebt mit ihrem Mann Henk und der gemeinsamen Tochter Rosa in einem Arbeiterviertel. Henk macht Alice das Leben zur Hölle und als sie diese kaum noch ertragen kann, möchte Alice das Unmögliche wagen und die Scheidung ihrer Ehe.

John Reeven kommt aus einer angesehen Familie und steht kurz vor der Heirat seiner Verlobten Evelyn.

Im Gegensatz zu seinem Bruder Julius hat er sich nicht dem Familienunternehmen gewidmet, sondern ist als Anwalt tätig. Aus Tradition kümmert er sich auch um mittellose Hamburger und steht ihnen in rechtlichen Fragen zur Seite. Dort trifft er auf Alice, die sich von ihrem Ehemann trennen möchte. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen und doch willigt er ein, sie zu vertreten.

Alice setzt mit der Trennung alles aufs Spiel und Johns ruhiges Leben beginnt zu Wanken.

Im Nordwind von Miriam Georg ist der erste Teil der Nordwind-Saga, die das Schicksal von Alice Bloom und John Reeven erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu erschaffen, die authentisch wirkt, die man aufgrund der Beschreibung aufnimmt, deren kalte Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale einen ans Herz gehen.

Die Charaktere wirken in ihrem Auftreten, ihren Gedanken authentisch und gleichzeitig sind wieder so vielfältige Charaktere dabei, dass man eine Menge Sympathieträger und Antipathen entdecken kann. Außerdem ist ein Spinnennetz ausgelegt worden, das Verbindungen aufweist und erkennen lässt, aber auch noch einige Fragen für den zweiten Band offen hält und ich kann dessen Veröffentlichung schon kaum erwarten!

Historische Romane waren vorher nie mein Steckenpferd, aber wäre jedes so einnehmend, wie die Bücher dieser Autorin, dann wäre es wohl mein liebstes Genre. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, die Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.

Im Nordwind ist ein wundervolles, traurigschönes Werk, das ich jedem nur empfehlen kann!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Kärnten auf Schusters Rappen entdecken

Gemütliches Kärnten von Alois Pötz; Johann Dormann; Anni Pötz

40 ge(h)mütliche Wanderungen warten nun in Kärnten auf uns. Nach der Steiermark, der Obersteiermark, dem Burgenland sowie den grenzenlosen Wanderungen zeigen uns Alois und Anni Pötz sowie Johann Dormann, die schönsten Wege und Ausblicke in Österreichs südlichstem Bundesland.

Wir begeben uns auf vierzig Genusswanderungen und entdecken so manches Kleinod abseits der touristisch Trampelpfande.

Geografisch bzw. geologisch ist Kärnten wie folgt eingeteilt:

das Klagenfurter Becken, das größte inneralpine Becken in den Ostalpen
die Karawanken und die Karnischen Alpen im Süden
das Hochgebirge Oberkärntens mit dem Großglockner, dem höchsten Berg Österreich (3.798m)
die Gurktaler Alpen, ein Mittelgebirge zwischen der Linie Villach-St. Veit-Friesach und dem Liesertal
die Sau- und die Koralpe mit dem Lavanttal im Osten

Als halbe Kärntnerin, deren Wurzeln in Villach liegen, kenne ich die Umgebung der Draustadt natürlich am besten. Das Maibachl im Warmbad Villach habe ich auch Anfang September sprudeln gesehen.

Auf den vierzig Wanderungen kann man nicht nur Naturschönheiten wie die Obirhöhlen bewundern, sondern auch Sakralbauten wie den Dom zu Gurk oder Profanbauten wie Burg Hochosterwitz oder Landskron oder Burgruine Finkenstein sowie einige Schlösser. Nicht zu vergessen die vielfältige Seenlandschaften mit dem Millstätter See, Faaker See, die Ruhe am Weißensee oder das quirlige Treiben am Wörther See.

Jede dieser Wanderungen wird gut beschrieben. Details zu Schwierigkeitsgrad, Länge, Gezeit sowie Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ergänzen den Kartenausschnitt. Natürlich dürfen kulinarische Tipps und interessante Informationen zu Land und Leuten nicht fehlen.

Fazit:

Auf diesen 40 Wanderungen warten zahlreiche, vielleicht bislang unbekannte, Kleinode Kärntens darauf, von uns entdeckt zu werden. Von mir gibt es dafür 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Erschütternd

Qimmik von Michel Jean

In seinem neuen Roman beschäftigt sich Michel Jean abermals mit den Verbrechen der Behörden Quèbecs an der autochthonen Bevölkerung der Innu. Neben der Abnahme der indigenen Kindern, deren Erziehung in katholischen Internaten bzw. Freigabe zur Adoption, gehört das massenhafte Erschießen der Schlittenhunde zum üblichen Vorgehen der Polizei.

Mit dem systematischen Töten der, als Qimmik bezeichneten Tiere, die in der Gesellschaft der Innu mehr als nur Tiere zum Jagen oder Ziehen von Schlitten sondern als Familienmitglieder behandelt worden sind, unterbindet man das traditionelle Jagen in den nördlichen Landstrichen. Das brutale Vorgehen der Polizei in den 1960er-Jahren hat Auswirkungen auf die Gegenwart.

Die junge Rechtsanwältin Ève Beaulieu, die in einer renommierten Kanzlei in Québec arbeitet, übernimmt die Verteidigung von Uqittuk Ainalik, einem Innu, der im Verdacht steht zwei Rentner getötet zu haben. Der Mann schweigt beharrlich. Ève beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass der Verdächtige für zwei weitere Morde als Täter in Frage kommen könnte. Die vier Toten haben eines gemeinsam: Sie sind ehemalige Polizisten im Ruhestand, die ihren Dienst im Gebiet der Autochthonen verrichtet haben.

Bei den Recherchen zu Ainalik kommt quasi nebenbei heraus, dass der Verbleib eines der vom Jugendamt „beschlagnahmten“ Kinder ungeklärt ist. Das Mädchen ist am 7. Jänner 1995 geboren - Èves Geburtstag.

Meine Meinung:

Wie schon in seinen anderen Roman erzählt Michel Jean in eindringlichen Worten vom Schicksal der autochthonen Bevölkerung Kanadas, die systematisch zur Sesshaftigkeit und damit zur Untätigkeit gezwungen worden ist.

In zwei Zeitebenen und ebenso vielen Handlungssträngen erfahren wir die Geschichte des Jägers Ulaajuk und der Saullu, die mehrere Jahre gemeinsam auf Jagd gehen, bevor auch sie in ein Reservat in Nunavik umziehen müssen.

Der Erzählstrang in der Gegenwart beschäftigt sich nicht nur mit Ainalik, sondern auch mit Èves Herkunft, die, wie sie weiß, als Baby vom Ehepaar Beaulieu adoptiert worden ist. Da sie sich sehr geliebt fühlt, hat sie nie das Bedürfnis verspürt, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen. Der Fall um Uqittuk Ainalik, der sie als „Schwester“ bezeichnet, bringt den Stein ins Rollen.

Die Beweggründe der Behörden, (autochthonen) Minderheiten zu assimilieren und/oder zu vernichten, wie es in einigen Ländern der Welt nach wie vor passiert, werde ich nie verstehen. Die Rolle der katholischen Kirche noch viel weniger. Das Gebot „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ hat sichtlich im imperialen Größenwahn keinen Platz.

Das Buch ist im kleinen, aber feinen Verlag Loijze Wieser aus Klagenfurt in gediegener Ausstattung als Hardcover mit Lesebändchen erschienen. Ich bin sehr froh, dass Michel Jeans Roman in diesem Verlag eine Heimat gefunden haben.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem erschütternden Roman über die systematische Vernichtung der autochthonen Lebensweise der Innu und Inuit in Kanada 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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