Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nislin:
Gedankenkarussell
Genug gegrübelt, lieber Kopf! von Katharina Tempel
Dr. Katharina Tempel beschäftigt sich in ihrem Buch „Genug gegrübelt, lieber Kopf! - Wie du dich von quälenden Gedanken befreist und mehr Leichtigkeit gewinnst“ mit dem Phänomen von nicht endenden Gedankengängen, die sich nur schwer lenken lassen, und somit auch Einfluss auf die Lebensqualität nehmen.
Die Themen sind in sinnvolle verschiedene Kapitel unterteilt und werden mit grafischen Darstellungen sowie Zeichnungen ergänzt. Die Beispiele runden den inhaltlichen Input ab, sodass man ein besseres Verständnis hierfür erhält. Durch den flüssigen Schreibstil der Autorin bekommt man beispielsweise Einblick in die Funktion von Gedankenkreisen oder geht der Frage nach, wieso Pessimisten aufgrund ihrer Gedanken schwerer ans Ziel zu kommen scheinen.
Für den Einstieg in diese Thematiken kann ich das Sachbuch definitiv empfehlen!
Rezensionen von Pearl:
Fanatische Schwestern
Die Mitford Schwestern von Marie Benedict
Der Schauplatz dieser wahren Geschichte ist England um 1933 und es geht um die schönen Töchter aus einem guten Haus, die sehr selbstbewusst auftreten.
Der Roman wird je Kapitel aus der Perspektive der jeweiligen Schwestern geschrieben. Diana und Unity Mitford neigen sehr stark zum Faschismus und dem Nazi Deutschland und loben Hitler, was für den Leser der die Weltgeschichte kennt, sehr frustrierend ist.
Aber auch die anderen Geschwister lassen sich von dieser Gesinnung anstecken. Diana ist besonders unsympathisch, da sie sehr berechnet ist, auch sich schnell mal wegen ihrem verheirateten Liebhaber scheiden lässt, die beiden kleinen Söhne sind ihr dabei ziemlich egal. Dann zu Nancy die sich total gegen ihre Eltern stellt.Von Unity wird sogar behaupte sie hätte ein Verhältnis mit Hitler gehabt.
Fazit:
Der Roman führt in Deutschland dunkelstes Kapitel und man kann den Fanatismus kaum der Familie Mitford kaum nachvollziehen. Hatte hohe Erwartung an den Roman, die leider nicht erfüllt wurden.
Rezensionen von nuean:
Spannender Auftakt
Jewel & Blade, Band 1 - Die Wächter von Knightsbridge von Anne Lück
Das war mal wieder Cover-Liebe auf den ersten Blick. Das Design hat mich sofort angezogen und auch der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht.
Harper Bell liebt es in der Goldschmiede ihrer Mutter zu arbeiten. Seit sie ihr Studium auf Eis gelegt hat verbringt sie dort auch viel Zeit. Als eines Tages der mysteriöse Archer bei ihr auftaucht und ihr einen Ring zum Reinigen überlässt, wobei Harper merkwürdige Visionen über König Artus erhält, ist sie verwirrt und auch voller Neugier.
Mit Archer fährt sie nach London, wo sie in den elitären Kreis der Wächter aufgenommen wird. Doch je mehr sie erfährt, desto mehr Fragen hat Harper und plötzlich steht sie vor Entscheidungen, die ihre Zukunft verändern können.
Ich war von Anfang an in der Geschichte drin. Harper war mir sofort sympathisch, sie kümmert sich liebevoll um ihre Liebsten, liebt die Arbeit als Goldschmiedin und weiß noch nicht genau wie ihre Zukunft aussehen soll. Sie ist aber mutig und tapfer und hinterfragt alles, was ihr so passiert. Ich habe von Anfang an mit ihr mitgefiebert und war gespannt mit Harper gemeinsam die Geheimnisse zu ergründen.
Auch die anderen Charaktere sind sehr interessant und facettenreich und man weiß nie, wem man denn trauen kann. Die Spannung wird während des gesamten Buches aufrechterhalten und es gibt nur wenig Verschnaufpausen. Ich mag die Verbindung zu der Artussage und es ist sehr gut gelungen, dass es nicht zu geschichtlich oder langatmig wird.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft, spannend und mitreißend. Ich kann es kaum erwarten Band 2 in den Händen halten zu können.
Fazit: Ein sehr spannender Auftakt, mit tollen Charakteren.
Rezensionen von stina23:
Schottischer Whisky heiß serviert
Skye In Our Hearts von Elliot Fletcher
April flüchtet zurück in ihre Heimat Schottland, nachdem sie als Schauspielerin in den USA nicht mehr die erwünschten Erfolge hat. Auf der Insel Skye will sie im Haus ihres verstorbenen Großvaters zur Ruhe kommen und neue Pläne für ihre Zukunft schmieden.
Mal führt die Whiskybrennerei von Aprils Großvater Keir nach dessen Tod weiter.
Der introvertierte Mann fühlt sich von Aprils Ankunft bedroht, weil Keir versprochen hatte, ihm das Geschäft zu überlassen, davon aber nichts im Testament steht. Die beiden, die sich schon seit der Schulzeit kennen, treffen also nicht unter den besten Voraussetzungen aufeinander. Es entwickelt sich zwischen ihnen jedoch sehr bald nicht nur eine geschäftliche Beziehung.
Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr zugesagt. Ich konnte mich auch mit den ProtagonistInnen schnell anfreunden. Sie sind sehr unterschiedliche Charaktere, im Herzen vereint sie aber die Liebe zu Schottland, das Vermächtnis von Aprils Großvater und die Fähigkeit, auch die verborgenen Seiten des anderen sehen zu können. Dadurch werden im Buch auch ernstere Themen, wie sexuelle Nötigung und Kindheitstraumata, behandelt und wie die beiden damit umgehen.
Es passieren in diesem Buch keine großartigen Plots und die Handlung ist eher vorhersehbar. Eine „sunshine meets grumpy“-Story, wie man sie kennt, aber gut umgesetzt. Mich haben die Sexszenen überrascht, ich hatte sich dem Klappentext nach, nicht erwartet. Ich finde, sie brachten Würze ins Buch und haben ihm nicht geschadet. Gegen Ende wurde die Geschichte für mich leider etwas schwächer, was den Gesamteindruck nur geringfügig geschmälert hat.
Interessant finde ich, dass das Cover der deutschen Übersetzung sich vom Original recht unterscheidet. Zarte Blätter im Gegensatz zu lasziv in der Wiese liegenden Menschen – da ändert sich schon auch die Erwartungshaltung. Da ich nicht nur April und Mals Geschichte interessant fand, sondern auch die von Aprils Freundinnen und Mals Geschwistern, freue ich mich über die geplanten bzw. schon geschriebenen weiteren Bücher.
Alles in allem eine schöne Liebesgeschichte, mit ein bisschen Spice.
Rezensionen von Kathie:
Gefühlvoll erzählt
Dem Sturm entgegen von Cecelia Ahern
Als großer Fan von Cecelia Ahern hat mich auch dieses Buch wieder überzeugen können. Ihr Schreibstil ist wie gewohnt locker und leicht, aber gleichzeitig sehr emotional und mit einem feinen Humor versehen. Die Geschichte wird sehr gefühlvoll erzählt, sie ist tiefgründig und regt zum Nachdenken an.
Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Handlung dreht sich um Enya, eine Ärztin, die in einer verregneten Nacht einen Jungen, der das Opfer eines schweren Unfalls wurde, wiederbelebt. Der Junge überlebt, aber bei Enya wird dadurch eine innere Veränderung angestoßen. Sie verlässt ihre Familie und zieht aufs Land, um als Landärztin neu anzufangen. Doch schnell merkt sie, dass sie vor ihren eigenen Problemen nicht fliehen kann.
Aherns Fähigkeit, große Gefühle mit Leichtigkeit und Tiefe zu erzählen, macht dieses Buch so lesenswert. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
Rezensionen von MarcoL:
Ein Ort, vergessen, aus der Zeit gefallen, wird ins 21. Jhdt geschubst! Köstlich!
Das vergessene Schtetl von Max Gross
Hat jemand schon von Kreskol gehört? Nein? Das ist ja auch nicht verwunderlich. Die Stadt wurde einfach vergessen. 2000 Einwohner, circa, denn genau erfasst sind sie nie geworden, leben dort, eingepfercht in einem großen urwüchsigen Wald in Polen. Das machen die nun seit etwa einhundert Jahren so.
Außer ein paar Roma ein bis zweimal pro Jahr kommt dort niemand vorbei. Und keiner verlässt das Schtetl. Ja, ein Schtetl, eine jüdische Enklave, die äußerst friedlich und abgeschieden von Rest der Welt ihr Dasein zelebriert. Obwohl, friedlich … fast. Gibt es doch schon die ein oder anderen Scharmützel und Streitigkeiten. Ist ja menschlich, dass man sich nicht immer einer Meinung ist, oder? Und dann noch ein frisch vermähltes Paar. Pescha und Ismael. Eigentlich wollten sie ja gar nicht so recht. Haben dann aber doch. Und Pescha wollte am Tag der Trauzeremonie gar nicht mehr. Pescha ist äußerst unglücklich mit Ismael. Umgekehrt auch, vielleicht auch aus anderen Gründen. Beschwichtigungen und Vermittlungen zum Trotz vom Rabbi und anderen einflussreichen Persönlichkeiten gibt es zwischen den beiden keinen Frieden.
Kurzum: Pescha verschwindet. Und kurz darauf Ismael. Die Gerüchteküche brodelt über, weil schon seltsam das alles. Schnell wird in den überschäumenden Fantasien klar, dass ein Verbrechen verübt worden sein muss. Aufklären im Schtetl? Ein Ding der Unmöglichkeit. Also muss Hilfe von außen her. Aber wie? Es gibt keine Kontakte zum Rest der Welt.
Und so wurde entschieden, den armen Jankel Lewinkopf, der innerhalb seiner sehr großen Familie nur hin und her geschubst wird und keinen Platz in der Gesellschaft zu haben scheint, damit beauftragt, 60 km in die nächste Stadt zu pilgern und zur Polizei zu gehen. Ausgestattet mit etwas Proviant und einer Handvoll alter Münzen, die in Polen keinen Wert mehr haben, keine Kenntnisse der Polnischen Sprache (denn es wird im Schtetl seit je her nur Jiddisch gesprochen) wird er los geschickt, und wart nach drei Tagen vergessen.
Für Jankel beginnt das Abenteuer seines Lebens.
Er schafft es, ohne von wilden Tieren, Wölfen oder Bären oder Schlimmeren, man weiß es nicht genau, gefressen zu werden (die Ansichten im Schtetl sind und waren sehr naiv) in die nächste Stadt. Er schafft auch noch viel mehr. Monate später kommt er zurück – als Passagier in einem Hubschrauber. Das Schtetl wird wiederentdeckt, und soll nun an den Staat angegliedert werden. Hier wird es richtig amüsant, weil niemand weiß, was sich in den letzten hundert Jahren getan hat. Nichts vom technischen Fortschritt, und nichts vom Zweiten Großen Krieg, der so vielen Juden und Menschen das Leben kostete. Und auch nichts von einem Staat Israel … mit einem Tritt werden alle in die Jetztzeit gestoßen …
Und dann gibt es noch die Geschichte von Pescha, und Jankel, und wie es weitergeht … aber das alles wird hier nicht verraten.
Den Roman beherrscht eine wunderherrliche Tragikomik, die aus einem Was-Wäre-Wenn-Szenario ein absolut realistisches Setting erzeugt. Die Figuren und Protagonist:Innen sind sehr lebensecht gezeichnet. Man fühlt die Lebensunzufriedenheit von Pescha, die Verunsicherungen von Jankel, dem nebenbei eine große Portion an Gleichmut wie Naivität innewohnt – und der schwer geprüft wird. Man muss ihn einfach mögen, und für all die anderen bringt man ebenfalls gerne Verständnis auf.
Sprachlich brillant, mit dem nötigen Humor gewürzt kommt man an und ab nicht daran vorbei, sich in dieses Schtetl zu wünschen, das von allem Unbill der Welt verschont wurde.
Ganz große Leseempfehlung für diesen wunderbaren Roman.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ich liebe mörderische Adventskalender
Myrrhe, Mord und Marzipan von Achilles; Andreas Winkelmann; Anne Verhoeven; Carine Bernard; Christiane Franke; Cornelia Kuhnert; Christiane Dieckerhoff; Eleanor Bardilac; Eva Völler; Florian Schwiecker; Gisa Pauly; Iny Lorentz; Justine Pust; Kästner & Kästner; Katja Bohnet; Kerstin Rubel; Marc Hofmann; Markus Heitz; Regine Kölpin; Simon Ammer; Sonja Rüther; Steffen Weinert; Su Turhan; Thomas Kastura; Tilo Eckardt
In dem neuen Weihnachtsbuch „Myrrhe, Mord und Marzipan“ herausgegeben von Miriam Gramoschke bekomme ich 24 mörderische Kurzkrimis von den verschiedensten Orten und den unterschiedlichsten Arten zu töten.
Von Hohwacht an der Ostseeküste über Neuharlingersiel an der Nordsee, Münster Köln, Frankfurt, München und den Ebersberger Forst ganz im Süden der Republik geht es ins österreichische Wien und in die Schweiz nach St.
Moritz. Gleich nach dem Inhaltsverzeichnis bekomme ich eine Karte, auf der ich sehen kann, wo die bösen Männer und Frauen in diesem Buch ihr Unwesen treiben.
Achilles, Simon Ammer, Eleanor Bardilac, Carine Bernard, Katja Bohnet, Christiane Dieckerhoff, Tilo Eckardt, Christiane Franke/Cornelia Kuhnert, Markus Heitz, Marc Hofmann, Kästner & Kästner, Thomas Kastura, Regine Kölpin, Iny Lorentz, Gisa Pauly, Justine Pust, Kerstin Rubel, Sonja Rüther, Florian Schwiecker, Su Turhan, Anne Verhoeven, Eva Völler, Steffen Weinert und Andreas Winkelmann, die alle vor ihrer Geschichte kurz vorgestellt werden, haben sich die unterschiedlichsten Methoden ausgedacht, wie die Menschen kurz vor Weihnachten ums Leben kommen. Da wird erstochen, vergiftet, mit K.O. Tropfen experimentiert, ausgerutscht, gesägt, ins Wasser gefallen, es werden Intrigen geschmiedet, ich reise bis ins Jahr 2045 und es gibt eine Geschichte, die geht gut aus.
Die Kurzgeschichten sind interessant, spannend, sehr abwechslungsreich und vor allem unterhaltsam. Manche sind etwas düster, es wird besinnlich oder amüsant, bei einer anderen romantisch und wieder andere sind humorvoll verfasst. Nicht alle Geschichten gefallen mir gleich gut, aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden und es ist hier wirklich für jede/n etwas dabei.
Wer in der Vorweihnachtszeit auf kriminelles nicht verzichten will, der ist bei diesem Krimikurzgeschichtenband genau richtig.
Rezensionen von Pearl:
Deutsche Geschichte
Als wir nach den Sternen griffen von Theresa Herold
Als wir nach den Sternen griffen ist ein historischer Roman zur Zeit des Mauerfalls. Er spielt in Prag, wo DDR Flüchtlingen in der deutschen Botschaft Unterschlupf gesucht haben. Monatelang leben doch auf engstem Raum in der Botschaft und in Zelten im Garten der Botschaft. Die Menschen warten auf eine Lösung damit sie nach Westdeutschland ausreisen können.
Was letztendlich auch Hans-Dietrich Genscher nach harten Verhandlungen geschafft hat. Mittendrin geht es auch um Tobias mit seiner kleinen Tochter Jasmin der auch unter Zuflucht in der Botschaft gesucht hat. In dem ganzen Wirrwarr verlieben sich Tobias und die Botschaftsangestellte Judith ineinander.
Fazit:
Eine dramatische Geschichte über das Ende der DDR und wie über zweitausend Menschen auf engstem Raum monatelang in der der deutschen Botschaft in Prag ausgehalten haben, bis sie letztendlich in die Bundesrepublik ausreisen konnten. Alles sehr spannend und authentisch in Szene gesetzt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine Hommage an den Urgroßvater
FRANZ von Adrian Goiginger; Walter Müller
Dieses Buch ist die Biografie von Franz Streitberger, dem Urgroßvater des Autors und Filmemachers Adrian Goiginger. Eine kurze Episode dieser Lebensgeschichte, ist die Basis für die Geschichte des deutsch-österreichischen Kinofilm „Der Fuchs“.
„I hob nix zum Dazöhn!“ ist der Standardsatz, den Urenkel Adrian von seinem Urgroßvater Franz häufig hört.
Der wortkarge Mann ist 1917, also während des Ersten Weltkrieges geboren und in bitterer Armut auf einem kleinen Bergbauernhof im Salzburger Pinzgau aufgewachsen. Franz erinnert sich an den ständigen Hunger, das erste Paar Schuhe und daran, dass er 1928, wie Hunderte andere Kinder seiner Generation, auf fremden Höfen „in Deanst“ (also als billige Arbeitskräfte) gehen musste, um die eigene Familie zu entlasten.
Später verdingt er sich als Tagelöhner und tritt in das österreichische Bundesheer ein, das im Ständestaat attraktiver Arbeitgeber erscheint, denn man verspricht den Rekruten, eine Staatsanstellung nach drei Jahren beim Militär. Diese Jahre sollten drei lehrreiche werden, denn Franz erwirbt die Lenkerberechtigung zum Kraftradlenker. Kaum abgerüstet, muss er nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland in die Wehrmacht einrücken. 1941 heiratet er Susanne und verpasst kriegsbedingt die Geburt seines ersten Sohnes.
Über die Zeit in der Wehrmacht verliert der ohnehin wortkarge Mann noch weniger Worte. Auch der Episode mit dem Fuchs, widmet Franz Streitberger nur wenige Worte. Der Autor kann aus den wenigen Erzählungen, die fast nur Andeutungen sind, und den erhalten gebliebenen Feldpostbriefen, einige rekonstruieren. Doch die meisten Erinnerungen verschließt Franz Streitberger vor seiner Familie. Die Kriegsgefangenschaft im Rheinwiesenlager und die katastrophalen Zustände dort, sind Franz auch nur wenige Worte wert.
Im Dezember 1945 kehrt Franz Streitberger wieder in den Pinzgau zurück, findet später Arbeit bei der Eisenbahn, baut ein Haus und wird Vater von weiteren Kindern. Ab 2000 lebt er mit Ehefrau Susi, die 2002 stirbt, in einem Seniorenheim. Franz Streitberger stirbt 2017, knapp vor seinem 100. Geburtstag.
Meine Meinung:
Diese Biografie ist sehr gut gelungen! Adrian Goiginger beschreibt in 13 Kapiteln das Leben seines Urgroßvaters. Dazu hat er schon in seiner Jugend lange Gespräche mit dem wortkargen Mann geführt. Das scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Zwischen den Aufzeichnungen liegen zahlreiche Recherchen in diversen Archiven, um die Auslassungen und Leerstellen zu füllen. Einiges konnte gefunden und eingefügt werden, manches bleibt verborgen, weil sich Franz Streitberger dazu gar nicht äußern wollte.
Erstaunlich ist, dass zahlreiche Fotos aus dem Besitz von Franz Streitberger die Jahre überdauert haben, die eine authentische Ergänzung zum Text bilden. In meiner Familie gibt es kaum welche.
Adrian Goiginger schildert das Wesen seines Urgroßvaters liebevoll und voller Respekt. Schmunzeln musste ich, als Streitberger nachfragt, ob ein Film „eh was G’scheits is“. Für diese Generation zählt körperliche Arbeit mehr als Bürotätigkeiten, Film oder Literatur.
Das Buch ist in gediegener Form als Hardcover mit Lesebändchen im Salzburger Anton Pustet Verlage erschienen. Das Coverfoto zeigt den jungen Franz Streitberger bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Schrauben am Motorrad, diesmal die militärische Beiwagenmaschine.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser Biografie, die Zeitgeschichte für uns erlebbar macht, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von KimVi:
Weihnachtlicher Wohlfühl-Roman
Vier Pfoten und zwei Weihnachtswunder von Petra Schier
Lenas Vater hat in der familieneigenen Sicherheitsfirma zwei neue Mitarbeiter eingestellt. Am Empfang sitzt nun Maria, doch außer Vater Arndt weiß niemand, dass er und Maria sich aus der Vergangenheit kennen. Wobei Maria streng darauf bedacht ist, nicht mehr an diese Zeit zurückzudenken. Lena muss sich das Büro nun mit dem attraktiven, alleinerziehenden Martin teilen.
Die Zusammenarbeit steht von Anfang an unter keinem guten Stern, da Martin kreatives Chaos liebt und Lena pedantisch auf die Einhaltung ihrer Ordnung pocht. Durch einen Zufall retten Lena und Martin den kleinen Havaneser Buddy vor dem sicheren Tod und kommen sich durch dieses Erlebnis näher. Da keiner der Zweibeiner einen Weihnachtswunsch äußert, können Santa Claus und seine Elfen offiziell nicht in das Gefühlschaos eingreifen, das kurz vor Weihnachten herrscht. Als endlich Wünsche formuliert werden, ist es schon fast zu spät. Nun kommt es ganz auf den Havaneser Buddy an...
Auch in diesem Jahr trägt sich der diesjährige Weihnachtsroman von Petra Schier in dem kleinen, fiktiven Städtchen im Rheinland zu, das man bereits aus vorherigen Roman der Autorin kennt. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es nicht zwingend notwendig, die Reihenfolge einzuhalten. Wichtige Hintergrundinformationen zu den Charakteren fließen harmonisch ins Geschehen ein. Wenn man bereits ein Fan dieser Romanreihe ist, darf man sich über ein Wiedersehen mit bereits bekannten Protagonisten freuen und kann beobachten, wie es ihnen mittlerweile geht.
Dieses Jahr stehen gleich zwei Paare im Zentrum der Ereignisse. Lena und Martin, die zunächst keine Gemeinsamkeiten zu haben scheinen und Maria und Arndt, die sich bereits aus der Vergangenheit kennen. Mittendrin ist Buddy, ein kleiner Havaneser-Rüde, der nur knapp gerettet werden konnte. Die Charaktere werden so lebendig beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat und sich ganz auf die vorweihnachtlichen Ereignisse einlassen kann.
Auch in diesem Jahr gelingt es der Autorin wieder ganz hervorragend, eine weihnachtliche Atmosphäre zwischen den Zeilen schweben zu lassen. Schnee, Besuche auf dem Weihnachtsmarkt, Blicke in adventliche Backstuben und Kapitel, in denen man Santa Claus, seiner Frau, den Elfen und den kekssüchtigen Rentieren über die Schulter schauen darf, sorgen für eine adventliche Wohlfühl-Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann. Der Liebesanteil wirkt ausgewogen, ist emotional und lädt zum Mitfiebern ein. Der quirlige Havaneser-Rüde Buddy lockert die Handlung auf und sorgt außerdem für humorvolle Szenen.
Ein wundervoller Weihnachtsroman, der durch glaubhafte Liebesgeschichten, festliche Stimmung und einen lebendigen Havaneser-Rüden, der sich bereits auf den ersten Seiten in das Herz der Leserinnen und Leser schleicht, auf ganzer Linie überzeugt.











