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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Pünktchen und Streifi

Drei kleine Handschuhe von Linda Bailey

Kunterbunt ist doch am besten. Diese schöne Botschaft kann man aus diesem Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren mitnehmen.
Zwei flauschige pinkfarbene Handschuhe, beide Pünktchen genannt, im Glück und ein einsamer Handschuh namens Streifi sind die Protagonisten dieser süßen Geschichte. Streifi würde zu gern auch mal den Hund streicheln oder einen Schneeball werfen.

Aber als einziger verbliebener Handschuh eines Paares fristet er ein trauriges Taschen-Dasein. Erst als eines der Pünktchen verlorengegeht, wendet sich das Blatt...

Die Handschuhe stehen auch im Zentrum der Illustrationen. Ich fand sehr angenehm, dass die Bilder einmal nicht so überladen sind und die Handschuhe sind wirklich überraschend ausdrucksstark dargestellt. Hier nehmen Kinder ganz nebenbei die Botschaften mit, dass es nicht immer leicht ist, sofort dazu zu gehören und dass sich alles viel leichter anfühlt, wenn niemand ausgegrenzt wird. Schon für sie Kleinen wirklich aus dem Leben gegriffen.

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Rezensionen von Tara:

Spannung bis zur letzten Seite

Der Nachtschattenmann: Thriller von Catherine Shepherd

„Der Nachtschattenmann“ ist der neunte Fall mit der Kölner Rechtsmedizinerin Julia Schwarz von der Autorin Catherine Shepherd.

Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden und man benötigt zum Verständnis kein Wissen aus den vorherigen Bänden. Allerdings ist es schon interessant die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen und es lohnt sich von daher sehr, sie der Reihe nach zu lesen.

Dieses Mal ermitteln die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und der Kriminalkommissar Florian Kessler in einem grausamen und mysteriösen Mordfall. Eine junge Frau wird tot vor einer Tanzschule so drapiert als ob sie tanzen wollte. Bei ihr wird ein viel zu kleiner Ballettschuh gefunden.
In einem anderen Handlungsstrang erwacht Johanna nach einem Motorradunfall in einer Klinik. Nach einem Blick in den Spiegel ist sie geschockt, ihr Gesicht ist ihr völlig fremd.

Die Kapitel sind kurz und es wird von Beginn an eine enorme Spannung erzeugt. Durch unterschiedliche Erzählperspektiven - aus Sicht der Ermittler, des Mörders und auch der Opfer - sind die Ereignisse abwechslungsreich geschildert und es ist fast unmöglich das Buch aus der Hand zu legen.

Neben dem Fall gibt es auch wieder Einblicke in Julias Privatleben. Mir gefällt es, wie ihre Zerrissenheit zwischen Beruf und Privatleben authentisch dargestellt wird.
Außer Julia sind auch dieses Mal wieder Florian, Lenja und Martin mit dabei. Ich habe ihre Ermittlungen gespannt verfolgt und mit gerätselt. Wieder einmal ist es für sie nicht ungefährlich geblieben.

Das Ende hat mich wie immer überrascht und verblüfft, gleichzeitig war es auch stimmig und rund.

Wer nervenaufreibende Thriller und Spannung mag, liegt mit diesem Buch genau richtig. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Fall von Julia und ihrem Team.

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Rezensionen von Claudia R.:

Landhausküchen-Style Rezepte

Land.Lust.Genuss von Jasmin Wirkus

Klappentext / Inhalt:

Auf der Suche nach schmackhaften, nachhaltigen und modern interpretierten Landfrauen-Rezepten? In diesem Back- und Kochbuch für alle Jahreszeiten findest du herzhafte Klassiker und zuckersüße Neuinterpretationen mit frischen, saisonalen Zutaten von Spiegelbestseller-Autorin Jasmin Wirkus aka Sahnewoelkchen: Ob eine frühlingshafte Lachsbowl mit marinierten Erdbeeren, gebackene Pastinaken mit karamellisierten Zwiebeln oder Apfel-Toffee-Käsekuchen.

Dieses Buch ist mit seinen romantischen Foodfotos im Linda Lomelio-Stil und kleinen Anekdoten eine Hommage an das Landleben. Die Autorin selbst steht für eine neue Generation von Landfrauen und verkörpert ein modernes Lebensgefühl à la Cottage Core.

Cover:

Dass Cover zeigt einen tollen Kuchen und macht richtig Lust und Appetit darauf. Optisch und auch farblich ist es toll umgesetzt.

Meinung:

Es handelt sich hierbei um ein Rezeptbuch mit vielen tollen und modernen Gerichten mit Landfrauen-Flair. Von selbstgemachte Broten, Kuchen bis hin zu rustikalen Gerichten.

Es umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Rezepte und verschiedener Varianten. So dass hier für jeden was dabei ist.

Die Rezepte und Gerichte sind toll beschrieben und erklärt. Die Anleitungen sind gut verständlich und Schritt für Schritt beschrieben. Dabei gibt es sehr umfangreiche und auch leichtere Gerichte. An der Seite ist die Liste an benötigten Zutaten sehr übersichtlich angeordnet. Die Rezepte haben verschiedene Anspruchsstufen von leicht bis Fortgeschritten, so findet hier jeder was für sich.

Neben vielen süßen Speisen, sind auch einige deftige Gerichte dabei.

Wundervoll sind die Bilder und Fotos von den Mahlzeiten und dem Gebäck. Die Bilder machen richtig Appetit und Lust auf die Speisen. Man bekommt direkt Lust sie auszuprobieren.

Fazit:

Wundervolle Gerichte im Landhausküchen-Style.

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Rezensionen von Sago:

Alles fließt

Mina und der Trau-dich-Zauber von Lucy Fleming

Diese Bilderbuchgeschichte für Kinder ab 4 Jahren hat auch mich als Erwachsene beim Vorlesen berührt.

Das Blattmädchen Mina wohnt mit ihren Eltern auf einer Eiche und fühlt sich dort pudelwohl. Aber niemals bleibt etwas wie es ist. Der Herbst kommt und mit ihm ein wunderbar gemaltes Feuerwerk an Farben.

Für die Blattmenschen wird es nun allmählich Zeit, ihre Sachen zu packen und weiterzuziehen. Was für Minas Familie ganz normal ist, löst bei Mina Ängste aus. Loslassen zu müssen und darauf vertrauen, dass es immer irgendwie weitergeht, das kann Mina sich nicht vorstellen....

Kindgerecht und trotzdem tiefgründig, das begegnet mir als Kinderbuch für diese Altersgruppe nicht so häufig. Und dann noch wunderschön illustriert! Ein Mutmachbuch, das anregt, von den Blättern das Loslassen zu lernen und sich seinen Ängsten zu stellen. Nicht nur für den Herbst perfekt.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Packendes Fanbuch über eine Ikone des Frauenfußballs

Lena Oberdorf von Anna Dreher

Jedem, der den deutschen Frauenfußball verfolgt, wird der Name Lena Oberdorf ein Begriff sein. Die ehrgeizige 22-Jährige, die für den FC Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft spielt, gilt als eine der besten Fußballerinnen in Deutschland und Europa. Anna Dreher, Sportredakteurin für die Süddeutsche Zeitung, hat ein Buch geschrieben, das uns nicht nur die Ausnahmesportlerin, sondern auch den Menschen Lena Oberdorf nahebringt.

Das hochwertige und sehr liebevoll gestaltete gebundene Buch ist im Verlag Die Werkstatt, der zum Delius Klasing Verlag gehört, erschienen. Es umfasst 64 Seiten und ist in 20 Kapitel gegliedert, zahlreiche Farbfotos ergänzen die Texte.

Die Autorin beschreibt den Werdegang von Lena Oberdorf, die bereits als kleines Mädchen mit Leidenschaft Fußball spielt. Früh ist klar, dass sie in einen Fußballverein gehört. Ab ihrem vierten Lebensjahr ist sie bei den Minikickern aktiv, mit elf Jahren wechselt sie in die D-Jugend des TSG Sprockhövel. Dort ist sie das einzige Mädchen unter vielen Jungen. Ihr außergewöhnliches Talent bleibt dem Deutschen Fußballbund nicht lange verborgen, und so spielt sie ab ihrem 12. Lebensjahr erfolgreich in den Jugendnationalmannschaften.

Den ersten Profivertrag unterschreibt die sympathische Sportlerin bereits mit 17 Jahren und spielt fortan beim SGS Essen. 2019 debütiert sie in der Nationalmannschaft. Ein kometenhafter Aufstieg beginnt ....

Das Buch ist in schöner Sprache geschrieben, und ich fand es sehr spannend, nicht nur alles über die Stationen der Karriere von Lena Oberdorf, die Siege und Niederlagen sowie ihre fußballerischen Qualitäten zu erfahren, sondern auch die private Lena Oberdorf kennenzulernen, deren Hobby die Musik ist. Ihre Familie ist ihr Rückzugsort, dort fühlt sie sich geliebt und verstanden, dort kann sie auftanken. Es gibt in ihrer Fußballkarriere nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen, mit denen die junge Frau umgehen muss, wie z.B. die schwere Knieverletzung im Sommer 2024, die sie die Teilnahme am olympischen Fußballturnier kostet und nach der sie sich mühsam zurückkämpfen muss.

Einen schönen Abschluss des Buches bildet das Interview, das die Autorin mit der Ausnahmesportlerin, die immer alles richtig machen will, geführt hat, und in dem diese über die Herausforderungen des Profifußballs spricht. Sie verrät außerdem, wie sie mit Erwartungen, Kritik und Rückschlägen umgeht.

Absolute Leseempfehlung nicht nur für Fans von Lena Oberdorf, sondern für alle, die sich für Fußball interessieren!

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Rezensionen von Ameland:

Zerstörte Familie

Die Mitford Schwestern von Marie Benedict

Marie Benedict konzentriert sich in ihrem historischen Roman auf die Zeit von 1932 bis 1941 und hauptsächlich auf drei der sechs Schwestern aus einer verarmten Adelsfamilie. Da haben wir die älteste wortgewandte Schwester Nancy, die sich hauptsächlich über ihre Romane ausdrückt. Diana hingegen ist die schönste und glamouröste Schwester.

Die jüngste Schwester ist Unity, die ihren Platz noch nicht gefunden zu haben scheint. Sowohl die Eltern als auch die übrigen Geschwister müssen sich hier eher mit einer Nebenrolle begnügen.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht einer dieser drei Frauen. Ehrlich gesagt, war mir keine der Schwestern sympathisch, am ehesten könnte ich das noch von Nancy sagen. Sie blieb lange blass und zeigte erst gegen Ende Stärke als sie sich zwischen Familie und ihrem Heimatland entscheiden musste.

Am schlimmsten fand ich Unity, die sich dem Faschismus verschrieben hatte und sich im engsten Kreis Hitlers bewegte. Ich konnte ihre unverbrüchliche Schwärmerei für „ihren Führer“ sowie ihre blinde Gefolgschaft kaum ertragen. Erschreckend zu lesen, wie sie ihn verherrlichte und alles guthieß, was er befahl, obwohl er sie nur für seine Zwecke einspannte.

Diana war nicht viel besser. Sie lässt sich von dem Spross der Guiness-Brauerei scheiden, um dem Faschisten Mosley zu folgen. Dieser wünschte sich eine Vereinigung von England mit Deutschland unter seiner Verwaltung der Insel. Diana war diesem Mann verfallen und wollte ihm mit aller ihr zur Verfügung stehenden Mittel und Reize diesen Wunsch erfüllen.

Ich hatte noch nie von den Mitford Schwestern gehört, obwohl sie aufgrund ihres politischen Engagements zu jener Zeit durchaus bekannte Größen waren. Von daher fand ich den Roman ganz interessant. Ich weiß nicht wie man es hätte besser machen können, aber die einzelnen Kapitel fand ich irgendwie eine Aneinanderreihung von Ereignissen im Leben der Schwestern. Außerdem hätte ich mir im Nachwort eine Erklärung gewünscht was historisch belegt und was Fiktion ist und nicht, dass ich das mit Hilfe von Wikipedia rausfinden muss. Gewünscht hätte ich mir auch einen Ausblick wie es nach 1941 mit der Familie weiterging.

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Rezensionen von clematis:

Tiefenthal in der Toskana

Professor Tiefenthal ermittelt – Band 1-3 der beliebten Toskana-Krimireihe von Jens Burmeister

Der bekannte Archäologe Josef Tiefenthal mit dem Spezialgebiet Moorleichen spricht auf einem Kongress in der Toskana über seine neuesten Erkenntnisse und möchte danach noch ein paar Tage in der wunderschönen Gegend urlauben. Dieser Plan wird jedoch schnell durchkreuzt, als in San Gimignano eine brutal zugerichtete Leiche entdeckt wird und Tiefenthal als Experte angefragt wird.

Während in Siena der Aufsehen erregende Palio vorbereitet wird, analysiert der Professor DNA-Proben und geht gemeinsam mit Commissaria Stella Bernucci geheimnisvollen Spuren nach.

Beeindruckende Landschaftspanoramen und köstliche regionale Gerichte umrahmen ganz spezielle Ermittlungsarbeiten, die auf Tiefenthal und Bernucci warten. Drei interessante Fälle in diesem Sammelband erlauben es dem Leser, ganz in die Atmosphäre der bezaubernden Toskana einzutauchen und den Forensiker auch in sehr persönlichen Belangen zu begleiten. Schnell hat man die wichtigsten Figuren in Aussehen und Charakter vor Augen, chronologisch spielt sich Tiefenthals berufliche Veränderung von Deutschland Richtung Italien ab. Nach der ersten Leiche kommen Momente auf, in welchen der honorige Professor selbst unter Verdacht gerät, dann geht es auch schon weiter zum Fall einer verunglückten Mountainbikerin. Alle Kriminalfälle werden eher ruhig, aber mit dem nötigen Gespür und Geschick gelöst, sodass keine offenen Fragen bleiben. Die Themen bieten einiges an Vielfalt und Abwechslung, sodass man gerne immer wieder in die Toskana reist und am Erfolg der beiden Hauptfiguren teilhat.

Ruhig im Schreibstil, fesselnd in der Ausführung, so nimmt Jens Burmeister seine Leser mit auf Mordermittlungen mit sehr persönlicher Note und dem gewissen Etwas an Urlaubsflair, das das Ganze recht stimmig werden lässt.

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Rezensionen von Linelovesreading :

Mittelmäßig

The Christmas Fix von Lucy Score

Leider konnte mich dieses Buch nicht so ganz überzeugen.
Zunächst einmal hat mich aber das Cover komplett überzeugen können. Es ist wunderbar weihnachtlich und glitzert sogar. Den Inhalt fand ich dann eher durchwachsen. Der Schreibstil ist toll und lässt sich locker lesen. Das passt sehr gut zur Geschichte.

Der Einstieg in die Handlung ist mir aber leider trotzdem schwer gefallen. Ich hatte erst mal das Gefühl, als ob etwas fehlen würde. Dann hat mich auch das mit der Rettungsaktion zwischendurch etwas irritiert. Ab Cats Ankunft in Merry wurde es dann besser und dieses Hin und Her zwischen Feindseligkeit und liebe hat mir Spaß gemacht. Leider stand dann aber irgendwann nur noch das Sexuelle im Vordergrund. Das hatte ich bei diesem Buch absolut nicht erwartet und es hat mich gestört, dass es im Lauf der Geschichte immer mehr explizite Szenen gab.
Die Charaktere mochte ich auch nicht alle. Mit Cat bin ich nicht so richtig warm geworden, sie war mir nicht so richtig sympathisch. Noah dagegen mochte ich direkt, genau wie Sara.
Die Namen der Charaktere fand ich teilweise auch etwas mühsam, weil sie so ausgefallen waren und ich auch immer wieder Personen verwechselt habe.
Ich wollte dieses Buch wirklich mögen, aber mehr als Durchschnitt war es für mich dann leider doch nicht.

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Rezensionen von clematis:

Beste Oblaten

Flucht nach Karlsbad von Ada Caine

1894, Bunzelwitz, Böhmen: Die Leitner Burgl (Walburga) hat sich immer gut mit ihrem Bruder Franz verstanden, bis die Eltern gestorben sind und Franz die Schustertochter Josefa heiratet. Einerseits soll sie nun rasch den Krämerladen und das Haus verlassen, andererseits spekulieren Franz und Josefa auf ein Sparbuch, das Burgl von einer Verwandten geerbt hat.

Von verschiedensten Seiten bedrängt, flieht das junge Madl zu ihrer Tante Zöpfel, welche in Karlsbad Hausdame des renommierten Hotels Adonis ist.

Die erste Häfte des Buches handelt von Burgls Leben in Bunzelwitz und geht detailliert auf die Schwierigkeiten der Waise ein, danach führt uns der weitere Verlauf in die weithin bekannte Kurstadt Karlsbad mit ihren geräumigen Trinkhallen und imposanten Häusern an der Tepl. Während anfangs nicht nur Franz über das Leben seiner Schwester bestimmen möchte, zeigt Tante Zöpfel später dem fleißigen Mädchen, wie es auch allein einen vernünftigen und zukunftsweisenden Weg finden kann. Immerhin kann sie hervorragend kochen und backen und Zöpfel kennt die Herstellerin der besten Oblaten in Karlsbad. Die Atmosphäre in beiden Teilen ist großartig eingefangen, sehr gut kann man sich die Gegebenheiten und die handelnden Personen vorstellen. Dies insbesondere dann, wenn man bereits Ada Caines Karlsbad-Trilogie gelesen hat und so manche Figur in der Kurstadt schon kennt.

Flott fließen die Zeilen dahin, bildhafte Beschreibungen und bestens gezeichnete Charaktere sorgen für Spannung und Lebendigkeit. Der Charme der Zeit wird rasch offenbar, unterschiedlichste allgegenwärtige Themen wie Erbschaftsstreit, Neid oder die Schwierigkeiten alleinstehender Frauen werden wie nebenbei angesprochen und verleihen dem Geschehen Authentizität.

So fällt es leicht, das Buch in wenigen Tagen durchzulesen und sich in eine vergangene Zeit zurückversetzen zu lassen. Burgl und Tante Zöpfel sorgen für gelungene Unterhaltung, nun heißt es warten, ob es dem Mädl in Karlsbad gelingt, erfolgreich ins Oblatengeschäft einzusteigen.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Anspruchsvoller historischer Roman für rechtsgeschichtlich interessierte Menschen

Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg

In der letzten Zeit kommen mir immer mehr Bücher unter, die nicht ganz eindeutig einem Genre zuzuordnen sind, und damit meiner Meinung nach die literarische Landschaft sehr bereichern - aber gleichzeitig die Lesenden herausfordern, sich auf sie tief einzulassen. Um so ein Buch handelt es sich auch bei dem neuen Wälzer von Tore Renberg - das Buch umfasst mehr als 700 Seiten, noch ohne den Anhang, den man sich online runterladen kann - und bewegt sich an den Grenzen zwischen guter Literatur, historischem Roman und Sachbuch.

"Die Lungenschwimmprobe" basiert in vielen Teilen auf realen historischen Tatsachen, die der Autor in jahrelanger akribischer Arbeit in Archiven zusammengetragen, durch viele Details zu den einzelnen Personen ausgeschmückt und zu einem spannend zu lesenden historischen Roman entwickelt hat. Ich habe mich beim Lesen des Buches sehr gut unterhalten gefühlt und gleichzeitig viel über das Leipzig an der Schwelle zwischen Mittelalter und Aufklärung sowie über die Grundlagen der frühen wissenschaftlichen Medizin und Rechtsgeschichte gelernt.

Worum geht es? Die jugendliche Anna, 14 oder 15 Jahre alt, so genau geben das die historischen Quellen nicht her, Tochter eines Gutsbesitzers, wurde vom Knecht geschwängert und hat ein Kind zur Welt gebracht und dieses gemeinsam mit ihrer Mutter in der Erde vergraben. Die Leiche des Kindes wurde vom Dienstpersonal gefunden und Anna als Kindsmörderin angezeigt. Anna bestreitet dies vehement, beteuert ihre Unschuld und gibt an, dass das Kind schon tot zur Welt gekommen sei. Und dass sie außerdem von ihrer Schwangerschaft nichts gewusst habe und von der Geburt, zu diesem Zeitpunkt alleine zu Hause, völlig überrascht worden sei.

Wir befinden uns zeitlich in den letzten Ausläufern des Mittelalters, in einer zutiefst religiös geprägten Gesellschaft, Ende des 17. Jahrhunderts, eineinhalb Jahrhunderte nach Martin Luther und in protestantischem Gebiet, und einige Jahrzehnte nach dem 30-jährigen Krieg, der in der Erinnerung der Menschen immer noch sehr präsent ist. So ist auch das Rechtssystem noch sehr stark durch den Einfluss der Kirche geprägt, Folter, Kerker, letzte Hexenprozesse und die Todesstrafe sind weit verbreitet und werden als vereinbar mit der Religion, ja, sogar als von Gott gewollt angesehen und durch Bibelpassagen gerechtfertigt. Außerehelicher Geschlechtsverkehr ist verboten, ein uneheliches Kind wird als große Schande für die betroffenen Frauen angesehen, und mit den meisten Frauen, die des Kindesmordes bezichtigt werden, wird kurzer Prozess gemacht, sie werden - ob unschuldig oder nicht - unter Folter zu einem Geständnis gezwungen und danach enthauptet.

Wird es Anna auch so ergehen? Zwei Faktoren sind auf ihrer Seite: einerseits ist sie, im Gegensatz zu den meisten anderen Frauen mit ähnlichem Schicksal, als Tochter eines Gutsbesitzers aus einer reichen Familie und hat einen liebenden Vater, der sich mit aller Kraft für sie einsetzt und einen Anwalt für sie engagiert, um sie zu verteidigen. Und andererseits zeigen sich neben den letzten Ausläufern des Mittelalters auch schon die ersten Vorboten der Aufklärung und einer rationalen, wissenschaftlichen Herangehensweise, die allerdings erst noch dafür kämpfen muss, sich zu behaupten.

Der Anwalt ist ein junger Mann namens Christian Thomasius, eine reale historische Persönlichkeit, der sich später im Sinne der Aufklärung und der Rechtsgeschichte einen Namen machen wird. Dieser holt unter anderem medizinische Gutachten ein, unter anderem eines des angesehenen Arztes Dr. Schreyer, der bei dem verstorbenen Säugling eine sogenannte "Lungenschwimmprobe" durchgeführt hatte. Dazu gibt es ein reales historisches Dokument, auf das sich der Autor stützt. Der Arzt hatte also das tote Baby obduziert, ihm die kleine Lunge entnommen und diese in Wasser eingelegt und über die Ergebnisse berichtet.

Dahinter stand die Annahme, dass ein Kind, das im Mutterleib verstorben sei, nie geatmet hätte, dadurch die Lunge schwerer sei und im Wasser sofort sinken würde. Während ein Kind, das lebendig zur Welt gekommen und erst danach verstorben sei, eine Lunge hätte, die sich erstmalig mit Luft gefüllt hätte, wodurch diese bei der Lungenschwimmprobe schwimmen und nicht sinken würde. Also ein wissenschaftlich-experimentelles Denken, das für die damalige Zeit sehr innovativ und neu war und dadurch noch nicht von allen anerkannt, auch in medizinischen Kreisen und umso mehr vor den stark religiös beeinflussten Gerichten.

Die Lungenschwimmprobe von Annas Baby geht - das erfahren wir schon ziemlich zu Anfang des Buches - zu Annas Gunsten aus: die kleine Lunge sinkt im Wasser, was auf ein totgeborenes Baby hindeutet. Nur wird das in einer noch so stark vom Mittelalter geprägten Zeit reichen, um die junge Frau vor dem Tode zu bewahren? Damit beschäftigt sich das Buch auf den folgenden vielen hundert Seiten. Und mit noch so vielem mehr.

Wir erleben die Gesellschaft in Leipzig und Umgebung Ende des 17. Jahrhunderts aus vielen Perspektiven mit und begleiten nicht nur das Leben von Anna und ihrer Familie, sondern blicken auch durch die Augen von Annas Strafverteidiger und seiner Familie, lernen den Arzt Dr. Schreyer etwas näher kennen, ebenso wie den Scharfrichter, seine Familie und Lebensumstände, diverse Priester und noch so einige andere Personen. Dadurch entsteht insgesamt ein lebendiges und facettenreiches Gesellschaftsporträt einer spannenden Zeit, das so viel mehr ist als nur die Abhandlung eines Gerichtsfalls.

Mir persönlich hat das Buch außerordentlich gut gefallen, weil es mich eben nicht nur unterhalten, sondern auch gebildet hat und ich das Gefühl habe, dank der umfangreichen Recherche des Autors und des in vielen Bereichen auf historischen Tatsachen beruhenden historischen Romans auch meine Geschichtskenntnisse deutlich erweitert zu haben. Auch zum Nachdenken darüber, was es bedeutet, wenn eine Epoche endet und die nächste beginnt, aber auch, was wir durch den wissenschaftlichen Ansatz gesellschaftlich alles gewonnen haben, regt das Buch sehr an. Von mir bekommt das Buch deshalb verdiente 5 Sterne!

Wem würde ich das Buch empfehlen? Zuerst einmal allen, die sehr an Geschichte, insbesondere Rechts- und Medizingeschichte, interessiert sind, die generell anspruchsvolle Bücher mögen und die sich von Literatur weit mehr erwarten, als nur unterhalten zu werden. Nur mit Vorbehalt empfehle ich es Menschen, die ansonsten fast nur historische Romane, Krimis und ähnliches lesen und bei denen der reine Unterhaltungsaspekt im Vordergrund steht - diese könnten das Buch durchaus an manchen Stellen als langatmig empfinden. Es ist eben deutlich mehr Gesellschaftsporträt als Krimi, und das behandelte Thema und die Epoche werden ausführlich und von vielen Perspektiven umkreist. Für mich macht das eine der herausragenden Qualitäten des Buches aus.

Wer aber mit der Erwartung an das Buch herangeht, einen "typischen" historischen Roman (diese sind oft sehr spannend geschrieben, was aber zulasten geschichtlicher Detailtreue und vielfältiger Perspektiven geht) zu lesen, könnte möglicherweise enttäuscht werden. Es empfiehlt sich jedenfalls, sich vor der Anschaffung genau darüber zu informieren, um was für ein Buch es sich handelt und zu reflektieren, ob man persönlich solche Bücher mag und sich auf so eine umfangreiche und tiefgehende Lektüre einlassen will.

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