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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von MarcoL:

Eine treffende Parabel auf unsere machthungrige Gesellschaft, wunderbar erzählt.

Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil von George Saunders

Phil war ein Monster. Grausam bis in die Haarspitzen nutzte er seine Vormachtstellung in Außerhorner aus, scharte dooftreue Vasallen um sich, um die Bewohner von Innerhorner zu unterdrücken. Denn Innerhornen war geschrumpft, von einem Tag auf den anderen. Das Land wurde so klein, es hatte nur mehr eine Person darin Platz.

Die anderen mussten in der Kurzzeitaufenthaltszone von Außenhornen ihr Aushalten finden.
Phil spielte sich auf, stellte sich an die Spitze, und forderte deswegen Steuern. Zuerst das Geld, danach Baum und Fluss, Erde, Lebensgrundlage, letztendlich das Leben. Phil lebte seinen Wahn aus, wurde unterstützt, hatte seine Wasserträger, und konnte auch den einfältigen Präsidenten um den Finger wickeln.
Das Unrecht tropfte aus allen Poren, Phil verstand es die Tropfen aufzufangen und zu trinken.
Die Story ist brutal, zugegeben. Aber nicht minder brutal als das Leben an sich. Die Schlagzeilen überrollen uns tagtäglich mit den Machtgehaben diverser alter weißer Männer rund um den Globus. Es gibt Phils an jeder Ecke.
Phil ist ein Populist, ein Vielredner. Seine Worte, seine Sprache sind seine eigentliche Waffe. Das Verbreiten von Lügen und Fake-News ist Programm – und wer jetzt Parallelen zu unserer realen Welt entdeckt: richtig!
Wir werden weltweit von Populisten reGIERt.
Die handelnden Personen in Saunders Roman sind Mischwesen aus Mensch, Maschine, Pflanze. Es mag zuerst ein wenig verstörend wirken, aber auch das ist natürlich pure Absicht. Denn der Mensch macht sich alles untertan in seinem Hunger nach Macht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Phil ab und wann sein Gehirn verliert …
Die Erzählung ist äußerst spannend, und auch beklemmend. Die Gemeinheiten spitzen sich zu, die Vergleiche mit unserer globalen Gesellschaft drängen sich auf. Man möchte wissen, wie es weitergeht. Kapitel für Kapitel – ist gespannt darauf, wohin das alles führen wird. Ein interessantes Nachwort des Autors rundet den Roman perfekt ab.
Lest es! Es lohnt sich! Große Leseempfehlung

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Rezensionen von Anndlich:

Tauchgang in eine verborgene Welt!

Verborgene Fabelwesen der Meere von Florian Schäfer

Der Mythozoologe Konstantin O. Boldt ist erneut auf einem Forschungsabenteuer, denn gewaltige Meereskreaturen versetzen die Menschen in Europa in Angst und Schrecken. Gemeinsam mit seinen Begleitern begibt sich Boldt auf eine Reise zum Grund des Ozeans, um den Kreaturen auf die Spur zu kommen.

Verborgene Fabelwesen der Meere von Florian Schäfer ist ein phantastischer Reisebericht in Tagebuchform, der einen mit auf die Expedition nimmt.

Die Berichte sind interessant und fesselnd geschrieben, durch die Zeichnungen der Illustratorin Elif Siebenpfeiffer wird das Buch zu einem hochwertigen Leseabenteuer.

Da ich bisher im Bereich der Mythen und Sagen nicht sehr belesen bin, war dies mein erster bewusster Ausflug in diesen Bereich, der mir neue Welten eröffnet hat und auf jeden Fall Interesse für diese Sparte generieren konnte.

Verborgene Fabelwesen der Meere ist ein fantastisches Buch zum Entdecken und Abtauchen!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein Frauenleben im 19. Jahrhundert

Die Wachsflügelfrau von Florian Schäfer

Dieses Buch der 1933 geborenen Autorin Eveline Hasler ist bereits 1991 und 1995 erschienen und wurde nun neu aufgelegt.

»Ich habe es in Zürich erfahren: Man hält die Frauenhand für zu zart, um ein Gesetzbuch zu halten. Auch die Unterscheidung von Gut und Böse, das Urteil über Richtig und Falsch gilt seit jeher als Männersache.

«

Wie schon in „Anna Göldin, letzte Hexe“ beschäftigt sich die Autorin in „Die Wachsflügelfrau“ mit einer Frau, die sich nicht in die Zeit eingefügt hat. Anders als Anna Göldin wird Dr. Emiliy Kempin-Spyri (1853-1901) nicht hingerichtet, muss aber ihre letzten Lebensjahre entmündigt in einer Zürcher Irrenanstalt verbringen.

Wer ist sie nun, diese Dr. Emiliy Kempin-Spyri, die erste promovierte Juristin der Schweiz, die man dennoch nicht als Anwältin arbeiten lässt?

Geboren 1853 in Altstetten als Tochter eines Pfarrers und Nicht der bekannten Kinderbuchautorin Johanna Spyri, ist sie schon als Kind klug, wissbegierig und zielstrebig. Eigentlich will sie nicht heiraten sondern studieren. Doch zunächst wird sie mit dem Pfarrer Walter Kempin verheiratet, bekommt drei Kinder und beginnt im Alter von 31 Jahren ihr Jurastudium, das sie nach zahlreichen Hindernissen abschließen kann. Allerdings darf sie nicht als Juristin arbeiten, da ihr, wie allen Frauen in der Schweiz, das Aktivrecht (= Wahlrecht) fehlt. Zahlreiche Eingaben, das Gesetz dahin gehend zu ändern, werden ua. mit der Begründung „zu neu und zu kühn“ (!!) abgelehnt. Inzwischen ist Walter arbeitslos und Emily sorgt mit Gelegenheitsarbeiten für den Familienunterhalt. Sie müssen mehrmals umziehen und als sich die Gelegenheit ergibt nach Amerika auszuwandern, ergreift Emily gegen den Willen von Walter die Chance. Nach anfängliche Schwierigkeiten kann sie als Anwältin und Dozentin arbeiten und gründet das erste Women Law College. Nach zwei Jahren kehren sie desillusioniert wieder in die Schweiz zurück.

Als Walter dann selbst ein Jura-Studium abschließt, bekommt er sofort eine Zulassung als Anwalt, obwohl er weder Ehrgeiz noch Können aufweist. Seine Frau muss ihn mit Schriftsätzen unterstützen, darf aber selbst nicht vor Gericht erscheinen. Dass die Ehe nicht hält, ist klar.

Letztlich wird die unermüdlich für Frauenrechte kämpfende Emiliy Kempin-Spyri, die so überhaupt nicht ins System passt, für geisteskrank erklärt und entmündigt. Sie verbringt ihre letzten Lebensjahre von der Außenwelt und ihrer Familie abgeschnitten in einer Irrenanstalt. Emiliy Kempin-Spyri stirbt 1901 an Unterleibskrebs.

Meine Meinung:

Autorin Eveline Hasler nimmt sich grundsätzlich interessanter Themen und Frauengestalten an. Man erinnere sich, erst 1971 hat die Schweiz den Frauen die vollen Bürgerrecht und damit das Wahlrecht eingeräumt.

Der Schreibstil passt zum Alter der Autorin sowie zum Zeitalter, in dem Dr. Emiliy Kempin-Spyri gelebt hat. Ich kenne die früheren Ausgaben des Buches nicht und kann daher nicht sagen, ob das Stilmittel, in der direkten Rede auf die Redezeichen zu verzichten 1991 bzw. 1995 auch schon verwendet worden ist.

Interessant, dass es nur wenige authentische Quellen über Emiliy Kempin-Spyri gibt, so als wollte man die Erinnerung an eine unbequeme Frau auslöschen. Nicht einmal ihre Krankengeschichte ist in den Archiven erhalten. Wer die Einweisung und Entmündigung betrieben hat, bleibt im Dunklen. Ich denke, es war der Ehemann, der ohne sein unangepasste Ehefrau ein neues Leben beginnen konnte.

Trotzdem schafft es die Autorin eine spannende Geschichte rund um Emiliy Kempin-Spyri zu weben. Interessant ist, dass ihre Johanna Spyri, obwohl sie lange Zeit als Vorbild für Emiliy gedient hat, ihr nicht wirklich beigestanden ist, sondern die tradierten Ansichten über ein Frauenleben befürwortet hat.

Fazit:

Eine interessante Biografie einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und dafür in eine Irrenanstalt gesperrt worden ist. 4 Sterne.

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Rezensionen von Sheilo:

Perfekt für alle, die das Neinhorn lieben

Widder Willi will aber! von Romy Pohl


Widder Willi will seinen Kopf durchsetzen, nur um festzustellen, dass seine Ideen nicht immer die besten sind. Er trifft auf Hörnchen, der sich ebenso missverstanden fühlt, und gemeinsam haben sie jede Menge Spaß.

"Widder Willi will aber" ist ein wirklich tolles Kinderbuch, welches meine Kinder sehr begeistert hat.

Der amüsante Schreibstil im Buch macht das Vorlesen einfach und die Sprechblasen für die Tiere sorgen für eine Abwechslung beim Lesen. Mich selbst erinnert das Buch sehr an das Neinhorn und ich liebe die oft verwendeten Alliterationen in der Geschichte.

Die Erlebnisse von Willi haben auch mich als Mutter zum Nachdenken gebracht. Wie oft im Alltag nutzen wir Redewendungen, wie beispielsweise "über seinen eigenen Schatten springen" oder "sich nicht im Wege stehen", ohne dass die Kinder die Bedeutung dahinter kennen. Im Buch wird deutlich, wie Kinder darauf reagieren und die Umsetzung in der Geschichte finde ich sehr süß.

Es werden auch andere Themen an die Kinder vermittelt, wie zum Beispiel ihre eigenen Verhaltensweisen innerhalb der Autonomiephase auf andere wirken oder auch wie man zusammen mit Freunden sehr viel Spaß haben kann.

Für mich ist "Widder Willi will aber" ein gelungenes Kinderbuch, welches aufgrund der kurzen Texte schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist. Ergänzt werden diese durch kindgerechte, schöne Illustrationen in gedeckten Farben, die zum besseren Verständnis für die kleinen Kinder gut beitragen.

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Rezensionen von Daggy:

Adventskalendergeschichten mit Fensterbildern

Ein Weihnachtsfest für Mia und Pia von Petra Steckelmann

Dieses Buch im Din-A-4-Querformat erzählt von den Mausen Mia und Pia, die ihren ersten Winter erleben. Weil sie bisher keine Erfahrung mit Winter und Kälte gemacht haben, verstehen sie den Satz der „Oh, hat euch zwei Mäusekinder der Herr Winter geküsst?“ völlig falsch und machen sich auf die Suche nach diesem Herrn.

So erfahren sie vieles über den Winter, aber es benötigt einige Zeit, bis klar ist, dass es sich um eine Jahreszeit und nicht um eine Peron handelt. Aber Rufus, der Hofhund kann nicht nur diese Rätsel lösen, er weiß auch eine Menge über Weihnachten und so wollen die Tiers dieses Fest gemeinsam feiern. Jetzt taucht noch das Problem auf, wo findet sich ein Baum und wie kann man ihn schmücken?
Die Geschichten werden in 24 kleinen Episoden als Adventkalender erzählt. In der Mitte des Buches gibt es passende Fensterbilder, die täglich aufgeklebt werden können. Da der Hund schon ab dem 10. Tag von der Geburt Jesus als Anlass für das Fest erzählt, werden Maria und Josef bereits an dem Tag an die Scheibe geklebt und am nächsten Tag Jesus in der Krippe, was mich etwas befremdet. Die Geschichte über die Bauernhoftiere liest sich einfach, so gibt es täglich einen einseitigen Text mit einem Bild, und es macht Freude zu erleben, wie es Mai und Pai in der Vorweihnachtszeit ergeht.

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Rezensionen von Daggy:

Eichhörnchenversprechen von Stefanie Steenken

Anto, der kleine Eichhörnchenjunge, fragt eine Mama nach der Liebe und sie erklärt ihm Anzeichen wie Herzklopfen und Bauchkribbeln. Da Mama im versichert, dass das schön sei, fragt Anto sie „Werde ich auch mal die Liebe spüren?“ Schon am nächsten Schultag kommt ein neues Mädchen in die Klasse und Lili lässt sein Herz höherschlagen und auch die anderen von seiner Mutter genannten Anzeichen treten ein.

Schon in der nächsten Pause teilen sich die beiden ihr Essen und am nächsten Tag beeilt sich Anto, um ganz früh in der Schule zu sein, strahlend begrüß er Lili, auch die freut sich ihn zu sehen. Nach einem Schultag, an dem sich Anto nicht konzentrieren konnte, gehen die beiden gemeinsam nach Hause.
Es ist einfach wundervoll zu lesen, wie der kleine Junge die Liebe entdeckt und er hat das große Glück mit Lili auch ein Mädchen gefunden zu haben, das seine Gefühle erwidert und die zudem sehr einfühlsam ist.
Schon das Coverbild, dass das niedliche Liebespaar auf der Schaukel zeigt, spricht mein Herz an, auch die übrigen Bilder sind liebevoll gestaltet. Der Text zeigt, dass die Autorin die Gefühle der Kinder ernst nimmt und gut versteht. Da ist nicht kitschig oder peinlich, eine zarte junge Liebe, die die beiden verbindet, einfach schön!

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Rezensionen von Daggy:

Liebevoll geschrieben und illustriert

Eichhörnchenbrüder von Stefanie Steenken

Anto, der kleine Eichhörnchenjunge, möchte nicht ohne seinen besten Freund Mika, der ein gebrochenes Bein hat, am Ausflug teilnehmen, zumal es auch noch regnet. Doch Mika verspricht Anto, dass er, wenn die Sonne wieder scheinen würde, wüsste, dass Mika an ihn denkt und so steigt Anto doch in den Bus.

Kaum sitzt er auf seinem Platz, kommt die Sonne heraus. Als es am nächsten Tag einen Freundschaftswettbewerb in der Schule gibt, kennen sich die beiden Eichhörnchenfreunde so gut, dass sie in allen Antworten übereinstimmen und gewinnen. Als beide am Abend nach Hause gehen, drücken sich die beiden und verabschieden sich. Doch als Antos Vater später heimkommt, berichtet er, dass Mika von einem Auto angefahren wurde und jetzt im Krankenhaus liegt. Als sein Freund stirbt, kann Anto nicht mehr fröhlich sein, seine Klassenkameraden und seine Eltern können ihn nicht trösten. So möchte Anto auch nicht auf ein Feste gehen, doch da spricht sein Mutter ganz ruhig mit ihm und erklärt ihm, dass er durchaus wieder lachen darf und nicht immer traurig sein muss, und sie stellt ihm die Frage „Meinst du, dass Mika wollen würde, dass du für immer traurig bist?“
Leider werden auch unsere kleinen Kinder immer wieder mit dem Tod konfrontiert, besonders schlimm ist es natürlich, wenn es, wie hier, einen gleichaltrigen Freund trifft. Da in solch einer Situation oft auch wir Erwachsenen überfordert sind, ist ein kleines Buch, wie diese eine kleine Hilfe, wenn es sicher auch kein professionelles Angebot ersetzen kann.
Der Text ist schon etwas kompakter, aber gut verständlich und die Bilder zeigen auf liebesolle Weise die Freundschaft, aber auch den Trost der Eltern.

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Rezensionen von Daggy:

Hilfreiches Bilderbuch

Opa hat Krümel im Kopf von Ruth Katharina Breuer

Auf dem Cover sitzt Kalle bei Opa uf dem Schoß und Opa liest ihm vor, weiter hinten im Buch gibt es ein ähnliche Bild, nur Opa ist älter und Kalle größer geworden, diesmal liest der Junge Opa vor.
Als Kalle geboren wurde, hat sich Opa sehr gut um ihn gekümmert und sie haben im Laufe der Zeit viel zusammen unternommen.

Aber dann kann Opa die Zeit nicht mehr an der Uhr ablesen und seine Eltern erklären Kalle, dass Opas Gehirn nicht mehr gesund ist. Wenn unser Gehirn ein Puzzle wäre, würden einige Teile fehlen, das kann Kalle verstehen, denn in seinem Feuerwehrpuzzle gehlen auch einige Teile. Bald weigert sich Opa seine Zähne zu putzen und Mama erklärt, dass man ihm das nicht mehr beibringen kann. Als Opa in Schlafanzug und Bademantel zur Arbeit geht, ist die Unterbringung in einem Pflegeheim nötig. Dort besucht Kalle seinen Opa und erlebt, wie er immer mehr vergisst. Doch seine Mama tröstet ihn, als er befürchtet Opa würde auch ihn vergessen.
Leider ist Alzheimer eine Krankheit, mit der sich auch junge Kinder auseinandersetzen müssen, darum ist es schön, wenn die Krankheit auf eine kindgerechte Art erklärt wird. Die liebevoll gezeichneten Bilder in diesem Buch haben etwas beruhigendes, tröstliches. Die Texte sind behutsam geschrieben und beantworten in der Handlung viele Fragen. So kann ich dieses Buch besonders für Betroffene empfehlen.

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Rezensionen von Bücherfreundin:

Warmherzige und humorvolle Geschichte

Zwei in einem Leben von David Nicholls

In seinem aktuellen Roman "Zwei in einem Leben" erzählt der britische Autor David Nicholls die Geschichte von Marnie und Michael, die sich durch Vermittlung einer gemeinsamen Freundin auf einer Wanderung kennenlernen.

Marnie ist 38, seit längerem geschieden und arbeitet als freiberufliche Lektorin und Korrektorin im Homeoffice.

Sie liebt ihren Beruf, obwohl ihre Arbeit schlecht bezahlt wird. Marnie fühlt sich einsam, nachdem ihre Freunde nach und nach weniger wurden. Sie heirateten, wurden Eltern oder zogen fort, während Marnie in London blieb. Sie hat keine Langeweile, weiß sich zu beschäftigen, aber die sozialen Kontakte fehlen ihr.
Der 42-jährige Michael ist leidenschaftlicher und engagierter Erdkundelehrer. Nachdem seine Ehefrau Natasha ihn verlassen hat, wohnt er allein im Reihenhaus und macht während seiner Freizeit lange Wandertouren, um sich von seinen Problemen abzulenken und zur Ruhe zu kommen.

Cleo, eine gemeinsame Freundin von Marnie und Michael, lädt die beiden zu einer mehrtägigen Wanderung ein. Widerstrebend nehmen beide die Einladung an. Neben Cleo, Marnie und Michael werden Cleos 13-jähriger Sohn Anthony sowie Conrad, ein befreundeter Apotheker, dabei sein. Die Wanderung kann beginnen, die Hotels für die Übernachtungen sind gebucht, doch starker Regen sorgt dafür, dass Conrad, Cleo und ihr Sohn die Tour bereits am zweiten Tag abbrechen und abreisen. Nur Michael und Marnie, die anfangs dem Wandern sehr skeptisch gegenüberstand, trotzen dem schlechten Wetter und bewältigen ihre Etappen, die Marnie viel abverlangen und sie immer wieder an ihre Grenzen stoßen lassen.

Das Buch ist in schöner Sprache mit viel britischem Humor geschrieben und liest sich sehr flüssig. Es hat mir viel Freude bereitet, Marnie und Michael auf ihrer langen Wanderung zu begleiten. Die beiden erzählen einander von ihrem Leben, ihren Ehen, ihrer Kindheit und ihren Eltern. Michael, der eigentlich lieber allein wandert, findet zunehmend Gefallen an den Unterhaltungen mit Marnie und vertraut ihr sogar ein traumatisches Ereignis an, das ihn immer noch belastet. 

Mir hat die ruhig erzählte Geschichte von Beginn an bis zu ihrem stimmigen Ende sehr gut gefallen. Sie ist klug, warmherzig und melancholisch, dabei vollkommen kitschfrei und ohne Rührseligkeiten. Die authentischen Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet, und wir erhalten einen intensiven Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten. Ich mochte Marnie und Michael, die von ihren Träumen und Enttäuschungen erzählen und sich durch tiefgründige Gespräche ganz behutsam einander annähern. 
Die einzelnen Etappen der Wanderung werden durch Karten anschaulich dargestellt, die schönen und poetischen Landschaftsbeschreibungen sind faszinierend und mitreißend. Ich kann mir vorstellen, dass die Beschreibung der Wanderroute von der West- bis zur Ostküste Englands mit ihren zahlreichen Herausforderungen manchen Leser zum Wandern animieren wird. 

Absolute Leseempfehlung für diesen schönen und bewegenden Roman mit Tiefgang!

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Rezensionen von Daggy:

Echte Freunde

Der kleine Igel und das besondere Weihnachtsgeschenk von M Christina Butler

Es gibt eine ganze Reihe von Igelbüchern, bei denen es in erster Linie um Freundschaft geht. Ein wenig traure ich dem samtenen Stoff nach, aus dem die rote Mütze des Igels in den früheren Büchern bestand. So ist aber auf dem Cover die Mütze gelackt und sticht damit gut heraus, denn auch in dieser Geschichte ist die Mütze wieder ein wichtiges Utensil.

Als der Igel und seine Freuden schon gemütlich im Igelheim mit der Weihnachtsfeier beginnen wollen, klopft es und vor der Tür steht frierend der Uhu, der durch ein Hochwasser sein Heim verloren hat. Da er unterwegs die Baummarder aus den Augen verloren hat, sorgt er sich um sie und so gehen alle zusammen hinaus, um sie zu suchen. Alle tragen Laternen mit sich und so kommen sie zunächst gut voran, doch dann bläst der Wind ihnen die Flammen aus und der Uhu bietet sich an sie zu führen. Damit niemand verloren geht, ribbelt der Igel seine Mütze auf und mit dem Faden binden sich alle aneinander.
Praktische Ideen hat der kleine Igel allemal und dazu ist er einfach ein toller Freund, der sich nicht scheut am Weihnachtsabend bei eisiger Kälte hinauszugehen und nach den verlorenen Baummardern zu suchen. Niedliche Bilder und kurze Texte machen die Geschichte zu einem schönen Vorlesebuch für die Kleinen in der Weihnachtszeit.

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