Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Cxicken:
lose Verbindungen
Super-GAU von Bea Davies
Die Graphic Novel „Super-GAU“ wurde von Bea Davies gezeichnet und verfasst und handelt von der Fukushima-Katastrophe in 2011. Aber es geht nicht nur um Japan. Es wird versucht eine Verbindung mit Berlin herzustellen, was im Grunde genommen, nur mit einer Person stattfindet.
Doch zunächst zu der Gestaltung, was bei einer Graphic Novel natürlich eine besondere Position einnimmt: Die Zeichnungen sind Schwarz-Weiß gehalten und sehr liebevoll gestaltet.
Es macht Spaß die kleinen Details zu entdecken und auch seine Stadt aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Die Zeichnungen sind sehr verständlich und eindrucksvoll. Auch das Cover ist sehr beeindruckend gestaltet. Die Schrift ist spürbar hervorgehoben und die farbige Zeichnung ist für die Geschichte angemessen.
Nun ist auch auf die Geschichte einzugehen: hier habe ich leider Kritik auszusprechen. Mir waren die ganzen Figuren nur sehr lose verbunden und es wurde keine richtige Spannung aufgebaut. Der ganze Inhalt kam bei mir sehr erzwungen rüber, als versuche man mit aller Kraft eine inhaltlich relevante Geschichte aus der Zeichenkunst herauszuwinden. Auch kam mir die Seite in Japan zu kurz. Dort gab es nur eine Person, die wirklich aufgegriffen wurde. Für den Titel habe ich mir dort mehr erwartet.
Aufgrund der Kürze des Buches wirkten die Figuren auch nicht sehr authentisch auf mich. Es ist klar, dass man in der kurzen Zeit keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann, jedoch konnte man trotz dessen bei einigen Figuren, eine Entwicklung erkennen. Ich muss jedoch sagen, dass es weniger Figuren hätten sein können und man einen größeren Fokus auf die vorhandenen legen können.
Zusammenfassen kann ich sagen, dass ich das Buch den Menschen empfehle, die einen größeren Fokus auf die Gestaltung bei Graphic Novel legen, als auf die Spannung.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Eine gelungene Fortsetzung
Ein sicherer Ort von Johanna Grillmayer
Der Roman ist die Fortsetzung von „That’s life in Dystopia“ und ich meine, dass man den ersten Teil unbedingt davor gelesen haben sollte.
Mittlerweile sind zehn Jahre seit „dem Ereignis“ vergangen, wo fast alle Menschen verschwunden sind, nur ein paar konnten aus unerklärlichen Gründen überleben.
Jola und ihre Gruppe sind aus dem Sonnenhof ausgezogen und in die Nähe anderer Überlebender gezogen. Es hat sich eine Art Dorfgemeinschaft gebildet. Einzelne Mitglieder der Dorfgemeinschaft konzentrieren sich auf Spezialisierungen, die allen zugutekommt. Es findet auch regelmäßig Unterricht für die Kinder und Teenager statt. Der Kampf ums tägliche Überleben ist in den Hintergrund gerückt – es hat sich eine Art Routine eingestellt, um täglich ausreichend Essen auf dem Tisch zu haben. Es werden die Felder bestellt, Tiere im Wald gejagt und nach wie vor gibt es Geschäfte, die in der weiteren Umgebung geplündert werden können.
Zu Beginn des Romans begeben sich einige Mitglieder der Community nach Wien, um zu sehen, ob es dort noch Überlebende des Ereignisses und ob es noch Brauchbares in den Geschäften gibt. Die Beschreibungen des ausgestorbenen Wiens sind großartig zu lesen.
Probleme ergeben sich allerdings im Zusammenleben als große Gemeinschaft mit teilweise fremden Menschen. Männern, die ein Fehlverhalten an den Tag legen, die übergriffig, aggressiv und auch gewalttätig sind. Die Gemeinschaft stellt sich nun die Frage, wie mit ihnen umzugehen ist. Es wird ein Gericht eingesetzt, Strafen verhängt und sogar ein Gefängnis wird eingerichtet.
Im Laufe der Geschichte wachsen die Kinder zu Teenagern heran, mit allen Allüren, die dieses Alter mit sich bringt.
Auch der zweite Teil dieser Dystopie liest sich spannend, der Erzählstrang ist klug konstruiert. In dieser postapokalyptischen Welt muss vieles von dem, was es bereits vor dem Ereignis gab, neu verhandelt werden – wie Gerechtigkeit und Konsequenzen für Delinquent*innen in der Gemeinschaft. Das Besondere und Spannende an den Romanen von Johanna Grillmayer ist die nahezu realistische Welt, die sie beschreibt; mit allen Konflikten im Zusammenleben, die eben nicht überzogen oder typisch „dystopisch“ sind.
Ein dritter Teil soll bald folgen…
Absolute Empfehlung
Rezensionen von Island :
Erschreckend aktueller Polit-Thriller
Echokammer von Ingar Johnsrud
Im Zusammenhang mit Social Media ist mit einer "Echokammer" das Phänomen gemeint, dass wir uns dort bevorzugt mit Menschen austauschen, die unsere Ansichten teilen. Der norwegische Polit-Thriller, der nun diesen Titel trägt, weist eine Covergestaltung auf, die gut zu einem Thriller aus Skandinavien passt.
Die Handlung beginnt etwa einen Monat vor der Parlamentswahl in Norwegen. Die Parteien stecken mitten im Wahlkampf und selbst die Arbeiterpartei versucht mit einem strikteren Kurs bei der Migration und nicht ganz sauberen Methoden auf Social Media Wählerstimmen zurückzugewinnen. Zugleich sucht eine Anti-Terror-Einheit der Polizei nach rechtsnationalen Attentätern, die im Besitz einer großen Menge Rizin sein sollen, ohne, dass es eine Ahnung gibt, was genau diese damit vorhaben. Die Ermittler:innen Liselott Benjamin und Martin Tong tun dennoch alles, um einen Anschlag zu vereiteln. Und dann ist da noch Jens Meidell, der juristische Berater der Spitzenkandidatin der Arbeiterpartei. Ein Geheimnis aus dessen Vergangenheit droht aufgedeckt zu werden und er muss sich darüber klar werden, inwieweit er eigene Grundsätze über Bord werfen würde, um der Arbeiterpartei zurück an die Macht zu helfen und zu verhindern, dass rechte Kräfte noch stärker werden.
Ich fand diesen norwegischen Thriller teilweise erschreckend aktuell, da viele der Themen und Methoden der Wählermanipulation auch im aktuellen Wahlkampf in Deutschland eine große Rolle spielen, insbesondere auch die Forderung nach einer Rückführung vieler Migranten und einer Abschottung. Auch die Thematik mit dem biologischen Kampfstoff Rizin fand ich erschreckend, da alles doch recht einfach umsetzbar wirkt für Menschen, die möglichst vielen anderen schaden wollen. Das Ermittler:innen-Duo hat definitiv seine Ecken und Kanten, was gut zu dieser Art Stoff passt. Der Schreibstil war gut nachvollziehbar und die Perspektivwechsel trugen zu einer zusätzlichen Spannungssteigerung bei.
Rezensionen von Island :
Leben und bauen unter erschwerten Bedingungen
Die Allee von Florentine Anders
Die Bilder und die Farbgestaltung des Covers dieses Buches lassen bereits vermuten, dass dieses sich um die Zeit der DDR dreht. Geschrieben wurde es von der Enkelin des im Mittelpunkt stehenden Architekten Hermann Henselmann, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufstieg und und bedeutende Bauprojekte der DDR, wie die Stalinallee, den Palast der Republik oder den Fernsehturm entscheidend prägte.
Es geht aber nicht nur um ihn, sondern auch seine Frau Isi und Isa, eine seiner Töchter, nehmen eine wichtige Rolle ein. Isi hat selbst eine große Begabung für Architektur, durch die vielen Schwangerschaften schaffte sie es aber nie, ein Studium durchzuziehen und assistierte so ihrem Mann oft nur, bis sie sich mit zunehmendem Alter doch noch mehr von ihm emanzipiert. Hermann eckt bei der DDR-Führung mit seinen Vorstellungen von Architektur oft an und muss am Ende oft Kompromisse eingehen, um seine Position zu behalten. Sein Umgang mit Isi und seinen Kindern ist öfter wenig vorbildlich, so kommt es immer wieder zu Affären und gegenüber der Kinder neigt er zu gewalttätigen Wutausbrüchen. Isa geht daher recht früh ihre eigenen Wege, gerät dabei aber auch immer wieder in brenzlige Situationen, teilweise auch, weil sie nun mal die Tochter des recht bekannten Architekten ist.
Ich fand die Geschichte sehr interessant, insbesondere, weil ich so mehr über die Entstehungsgeschichte prägnanter Bauwerke der DDR erfahren habe, und darüber, wie es dazu kam, dass dort genau so gebaut wurde. Auch die Familiengeschichte hat mein Interesse geweckt, weil ich so noch einmal viel über die Frauenrolle in der DDR und am Beispiel von Isa über das Aufwachsen unter diesen erschwerten Bedingungen erfahren habe. Die Autorin schreibt gut nachvollziehbar und anschaulich, beschönigt aber trotz ihrer Verwandtschaft mit Hermann Henselmann nichts. Alles wirkt auch sehr gut recherchiert.
Rezensionen von Linelovesreading :
Magisch und spannend
Anis von Rowan Foxwood
Dieses Kinderbuch hat mir gut gefallen, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen.
Das Cover und der Klappentext sind sehr schön gelungen und haben mich direkt angesprochen.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich konnte mich direkt in die Geschichte fallen lassen und der Handlung sehr gut folgen.
Die Autorin hat die Gedanken und vor allem die Gefühle der Charaktere sehr gut dargestellt. Ich habe mit Anis mitgefiebert und an einigen Stellen kamen mir die Tränen, weil mich ihre Emotionen so abgeholt haben.
Die Charaktere an sich waren super ausgearbeitet und ich konnte schnell Sympathien entwickeln.
Die Idee der Handlung ist super und vor allem die Thematik mit den Geistern und Göttern der Natur hat mir sehr gut gefallen. Das war mal was ganz anderes.
Die Handlung war sehr spannend und ich habe mitgefiebert. Nur ist die Geschichte leider gegen Ende in eine Richtung abgedriftet, die mir gar nicht gefallen hat und die ich auch für Kinder eher schwierig finde. Diesen letzten Habdlungsstrang und die dramatische Auflösung hätte es nicht gebraucht.
Rezensionen von sello:
Ich hatte mir so viel mehr erhofft
Our Infinite Fates von Laura Steven
Im Buch wechseln sich Kapitel zwischen Flashbacks aus der Vergangenheit und Szenen aus der modernen Zeit ab.
Evelyn und Arden sind dazu verurteilt immer wieder gemeinsam zu sterben. Und das vor ihrem 18. Geburtstag. In der Modernen Zeit versucht Evelyn unbedingt 18 zu werden, um ihrer Schwester ihr Knochenmark zu spenden.
Im Großen und Ganzen war die Geschichte gut. Es wird versucht durch die verschiedenen Flashbacks die sich auf 1000 Jahre Geschichte verbreiten den Charakter von Evelyn und Arden aufzubauen. Dafür finde ich aber die Kapitel zu kurz. Lieber weniger aber dafür mehr Seiten um wirklich Arden und Evelyns Persönlichkeiten auf Papier zu bringen.
Mit den Flashbacks hatte ich jedoch ein Problem. Sie waren nicht chronologisch. An sich nicht schlimm, wenn sie nicht in den Flashbacks noch über „vergangenes“ reden würden, was wir noch nicht gelesen haben. Es war auch einer der Gründe warum ich irgendwie die „Liebe“ zwischen den beiden nicht nachvollziehen konnte.
So war eine bessere Verbindung zwischen Evelyn und Gracie vorhanden als zwischen ihr und Arden. Gracie war eh einer der besten Aspekte des Buches. Was sie durchmacht, wie sie damit umgeht und ihr Humor.
80 % des Buches läuft gleich ab mit sich wiederholenden Szenarien und Gesprächen und die Erklärung wird am Ende gefühlt einfach reingeworfen das ich mir nur dachte …. Ok, und jetzt?
Dieser Mystery Aspekt war eigentlich so interessant und man hätte das viel besser ausbauen können.
Ich finde einfach man hätte viel mehr aus dem Buch machen können.
Rezensionen von Island :
Geplatzte Träume
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
Bei diesem Roman hat mich die Gestaltung des Covers direkt angesprochen. Diese Mischung aus pastelligen Farben und Plattenbau, die eigentlich nicht so recht zusammenpassen mag und dennoch irgendwie harmonisch wirkt. Es handelt sich um den zweiten Roman der in Berlin lebenden Autorin.
Wanda, Mitte 20, hatte eigentlich andere Pläne für ihr Leben.
Eigentlich wollte sie mittlerweile als Schauspielerin Erfolg haben, aber nun lebt sie mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock eines in die Jahre gekommenen Plattenbaus. Ihren Traum hat sie aber noch nicht aufgegeben und versucht, trotz Kind auf Castings zu gehen und Kontakte zu knüpfen, was meist eher schwierig ist. Etwas Unterstützung, teilweise aber auch Neid und Kritik bekommt sie von Ming, Esther und Aylins Mama, anderen Müttern aus ihrer Platte, die sich ebenfalls mehr oder weniger auf sich gestellt, darum bemühen, ihre kleinen Familien über Wasser zu halten. Irgendwann hat Wanda wirklich Glück im Unglück und erhält die Chance in einer großen Serienproduktion mitzuspielen und auch der männliche Hauptdarsteller hat Interesse an der Wanda, die die sie ihm vorspielt, indem sie ihm ihre Tochter und ihren genauen Wohnort verschweigt.
Mir hat der Schreibstil des Romans besonders gut gefallen. Die Autorin verwendet sehr treffende sprachliche Bilder, um die Atmosphäre und Wandas Situation zu beschreiben. »Das Haus ist ein Mahnmal, ein Mittelfinger, der in den Himmel ragt und unübersehbar an uns erinnert, an uns und all die anderen, die keiner sehen wollte.« Ihre Sprache ist manchmal etwas flapsig, aber dadurch auch authentisch und gut zu der von ihr erzählten Geschichte und der Hauptperson passend. Was die Protagonistin Wanda angeht, bedient sich Sara Gmuer kaum Klischees, eine überforderte, alleinerziehende Mutter im Hochhaus betreffend. Wanda erscheint als vielschichtige Persönlichkeit und liebevolle und interessierte Mutter, bei der, auch wenn es sie innerlich zerreißt, im Zweifel doch Karlie Vorrang vor der Karriere vor der Kamera hat.
Ich habe das Hörbuch zum Roman gehört und empfand die Wahl der Sprecherin als sehr passend, um die Atmosphäre der Geschichte einzufangen. Man konnte ihr auch gut folgen und das Sprechtempo war angemessen.
Rezensionen von Island :
Neuer Lebensmut
Von hier aus weiter,1 Audio-CD, 1 MP3 von Susann Pásztor
Bei diesem Roman hat mich die Covergestaltung neugierig auf den Inhalt gemacht, da sie mich einerseits von den Farben her angesprochen hat, andererseits aber aufgrund der Bilder noch keine Idee hatte, worum es genau geht.
Der Mann der ehemaligen Grundschullehrerin Marlene hat sich umgebracht, um dem unausweichlichen Krebstod zuvor zu kommen.
Eigentlich wollte sie mit ihm aus dem Leben scheiden und schafft es nicht, zu trauern, auch weil sie enttäuscht ist, dass ihr Mann das verhindert hat. Dann tritt zunächst der Klempner Jack in ihr Leben, der mal ein Schüler von ihr war und ihr noch sehr dankbar ist, wie sie ihm als Kind geholfen hat. Er zieht sogar bei ihr ein und kocht für sie und lernt so die Ärztin Ida kennen, die die Praxis von Marlenes Mann übernommen hat. Als Marlene nach Wien reisen möchte, weil dort bei ihrer alten Freundin Wally ein letzter Brief ihres verstorbenen Mannes angekommen sein soll, begleiten die beiden sie auf ihre Fahrt dorthin, die etwas anders verläuft als geplant.
Es handelt sich um kein fröhliches Buch, aber eines, das zeigt, dass es Hoffnung gibt. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die verschiedenen Trauerphasen von Marlene zu schildern und das, was so auf sie einprallt, aber auch das, was ihr anscheinend gut tut und sie ganz langsam immer weiter aus ihrem Loch zieht. Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und es ist mir gut gelungen, mich in Marlene hineinzuversetzen, auch wenn sie in einer ganz anderen Lebenssituation ist als ich gerade. Die Sprecherin des Hörbuchs ist gut gewählt, ihre Stimme passt zur Thematik des Romans. Das Erzähltempo ist so, dass man gut folgen kann.
Rezensionen von Ryria:
Heimat im Wandel der Zeit
Die Tage nach dem Pflaumenregen von Karissa Chen
Dieses Buch erzählt nicht nur die Liebesgeschichte von Suchi und Haiwen, von 1938 bis 2008, von Shanghai bis nach Los Angeles, sondern ist ebenso ein beeindruckendes Werk über die chinesische Kultur und Identität, auch fernab der Heimat.
Zu Beginn bricht Haiwen zur Armee auf und lässt Suchi zurück, im nächsten Kapitel treffen sie sich zufällig nach sechzig Jahren wieder.
Es folgt eine wunderschöne Erzählung all der Zeit dazwischen und auch von ihrem Kennenlernen als Kinder, in unterschiedlichen Zeitebenen aus den Perspektiven von Suchi und Haiwen.
Was mir hierbei besonders gut gefallen hat: Der Schreibstil passt immer perfekt zu der jeweiligen Erzählebene, die Erlebnisse der Kinder wirken anders als die der Rentner, die heutige Zeit wirkt moderner als 1938, die USA anders als China.
Generell erschafft Karissa Chen sehr lebendige Welten, die Atmosphäre ändert sich mit jedem Ort und doch wirkt es immer so, als wäre man mittendrin. Auch bei den geschichtlichen Ereignissen ist man so dabei und erlebt die Geschichte quasi mit. Viele chinesische Begriffe, Namen etc. können dabei zunächst ein wenig verwirrend auf den Leser wirken, jedoch erfasst man die Bedeutung doch recht schnell. Meiner Meinung nach hat die Übersetzerin hier auch gute Arbeit geleistet und einen Kompromiss gefunden, der den Text verständlich macht und seine Seele erhält.
Ein weiteres Highlight waren die Charaktere für mich. Diese empfand ich durchweg als sehr authentisch und konnte sie schnell ins Herz schließen. Kinder haben sich wie Kinder verhalten, Rentner wie Rentner, aber trotzdem waren sie immer auch die gleichen Personen, über 70 Jahre hinweg.
Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden einfühlsam dargestellt, ob unter Freunden, in der Familie oder in der Liebe.
Insgesamt ein wunderschönes Buch und so viel mehr als nur eine Liebesgeschichte.
Rezensionen von Island :
Dunkle Erinnerungen
Die Schanze von Lars Menz
Bei diesem neuen Thriller hat mich die Covergestaltung direkt neugierig gemacht. Die Skisprung-Schanze sticht wirklich ins Auge und gibt zugleich einen Hinweis darauf, dass die Handlung in den Bergen spielt.
Ärztin Ellen hat ihr Heimatdorf in Oberbayern direkt nach dem Abitur verlassen und wollte eigentlich auch nie mehr dorthin zurückkehren, da sie ungute Erinnerung rufen mit dem Ort und einigen Bewohnern verbindet.
Dann kommt es aber doch dazu, dass sie nach einer Trennung ihre Stelle in einem Hamburger Krankenhaus kündigt und die Praxis des Dorfarztes in ihrer alten Heimat übernimmt, auch wenn sie diesem Unterfangen mit gemischten Gefühlen entgegen sieht. Kurz nach ihrer Ankunft wird dann auch eine Leiche an der Skischanze hängend gefunden und Ellen kennt den Toten von früher und hätte selbst durchaus ein Motiv, sich an ihm zu rächen. Zusammen mit einem Journalisten der Regionalzeitung und einem pensionierten Polizisten versucht sie herauszufinden, was hinter dem Mord steckt.
Ich fand den Thriller recht lange spannend, da einige falsche Fährten gelegt wurden. Ellen als Protagonistin war mir sympathisch, wie sie an die neue Aufgabe herangeht und sich ihrer Vergangenheit stellt, obwohl das alles definitiv nicht leicht für sie ist. Auch die beiden männlichen Nebencharaktere, die sie bei den Nachforschungen unterstützen, sind interessante Persönlichkeiten, die ihre Ecken und Kanten haben. Der Schreibstil war anschaulich und zugleich gut nachvollziehbar. Der Sprecher des Hörbuchs war gut ausgewählt, man konnte ihm angenehm zuhören und seine Stimme passte zur Atmosphäre des Thrillers.











