Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lila:
Bilder fürs Herz
Flusslinien von Katharina Hagena
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen von der ersten Seite an gefangen nimmt, nicht laut und polternd, sondern leise, fast unmerklich. Bis man merkt, dass es sich längst im eigenen Kopf eingenistet hat. „Flusslinien“ ist genau so ein Buch.
Schon das Cover fängt diese besondere Stimmung ein: geheimnisvoll, träumerisch, ein wenig melancholisch.
Es passt perfekt zu der Geschichte, die sich darin entfaltet. Denn Katharina Hagen schreibt nicht einfach, sie komponiert. Ihr Stil ist poetisch, melodisch, so schön, dass ich mir am liebsten nach jedem Absatz eine Stelle markiert hätte. Manche Sätze haben sich mir regelrecht ins Herz geschrieben.
Besonders berührt hat mich Margrit, eine Figur voller Tiefe, Widersprüche und Leben. Ihre Beziehung zu Luzie ist voller Wärme, voller kluger, stiller Momente, die zeigen, wie sich zwischen den Generationen eine ganz eigene Art von Liebe entfaltet. Es ist eines dieser Bücher, die nicht nur erzählen, sondern fühlen lassen.
Und was hat mir nicht gefallen? Nichts. Ich wüsste wirklich nichts, was ich mir anders gewünscht hätte. „Flusslinien“ ist ein warmherziges, schlaues Buch, das man nicht einfach liest, sondern in sich aufnimmt. Eines, das bleibt.
Eine absolute Empfehlung für alle die Sprache lieben für alle die Geschichten über Familie und Verbundenheit mögen und für alle die gerne in Gedanken versinken.
Rezensionen von Petra:
Die Elbe
Stromlinien von Rebekka Frank
Der Fluss die Elbe ist der rote Faden in diesem Roman, was hat dieses Gewässer schon alles gesehen, gehört und erlebt. Er wird wie ein lebendiges Wesen beschrieben. Eine Lebensader für die Tiere und Menschen die an ihm und seinen Seitenarmen leben.
Jala und Enna leben bei der Großmutter weil die Mutter im Gefängnis ist.
Männer gibt es in ihrem Lebensbereich nicht. Da sie es nicht anders kennen so zu leben, haben sie sich daran gewöhnt Außenseiterinnen zu sein. Durch die Umstände sind sie sich genug, Schwestern, Zwillinge und Freundinnen in Personalunion. Dann verschwindet Jala und die Mutter die entlassen werden soll, ist ebenso weg. Wohin sind die beiden und die wichtigere Frage warum? Warum hat die Mutter über ihren Entlassungstag gelogen? Warum ist Jala ohne ein Wort an ihre Schwester weggegangen? Enna ist verzweifelt und sucht nach ihrer Schwester, am Fluss, auf den Inseln, überall vergeblich.
Die dramatische Geschichte liegt nicht in den Taten, sondern in der Vergangenheit, am Unverständnis, in den Folgen von einem schweren Unglück.
Die Autorin springt in ihrer Erzählung von einem Zeitraum zum Nächsten. In der Gegenwart begleiten wir Enna, in der Vergangenheit erfahren wir Details über das Leben ihrer Großmutter und ihrer Mutter. Warum die Mutter eine Haftstrafe verbüßen musste wird lange nicht erklärt.
Das ist das einzige Manko an diesem Buch, auf einer Seite sind die Mädchen auf TikTok aktiv und in anderen sozialen Medien, auf der anderen Seite haben sie nie nachgeforscht warum ihre Mutter zu so einer langen Haftstrafe verurteilt wurde. Ich würde es wissen wollen und wenn meine Oma es nicht erzählt, mit dem Argument es sei Aufgabe der Mutter etwas zu sagen, dann würde ich im Internet forschen und ich glaube da wäre ich nicht allein.
Die Erklärungen für alle Geschehnisse und die daraus resultierenden Folgen kommen zu spät. Die Fragen stören den Lesefluss, vor allem weil die Erzählung an sich immer wieder ruhige Abschnitte hat, wie die Beschreibung des Flusses, der Wildvögel und ihren Lebensraum. Genau so wichtig ist der Autorin das Thema Umweltschutz, durch die Elbvertiefung geht Lebensraum verloren. Das Gegenüber stellen von der dramatischen Handlung zu den Themen Umweltschutz, Feminismus und Natur ist nur teilweise fremdelnd. Es passt durch die jungen Menschen und ihre Sorgen um die Zukunft.
Rezensionen von booklover3:
süße Illustrationen
Bloß nicht bewegen - oder doch? von Nanna Neßhöver
Ich finde das Buch sehr inspirierend für Kinder die sich nicht so viel bewegen wollen und es ist auch eine Motivation für Kinder mehr Bewegung in ihren Alltag zu bekommen.
Die Illutrationen sind sehr gut umgesetzt und sind wirklich sehr kreativ. Die Farben und Tiere und Wesen sind toll gewählt, sodass man es sich noch besser vorstellen kann, worum es in diesem Buch gehen soll.
Sowohl die Gestaltung des Covers als auch die Gestaltung der Illustrationen sind kreativ und machen Lust sich mehr aus dem Buch anzuschauen. Ich denke es ist vor allem für Kinder im Grundschulalter, geeignet. Aber auch Kinder die jünger sind können den Sinn und Zweck des Buches verstehen und sind dann vielleicht motivierter sich zu bewegen, wenn es so schön illustriert ist und viel Motivation bietet.
Eine schöne Idee mit einer tollen Umsetzung. Empfehlenswert.
Rezensionen von Sago:
Schenk mir Glück
Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita
"Für ein Lebewesen zu sorgen hieß auch eines Tages Abschied zu nehmen. Als würde das ganze Glück, das man einst verspürt hatte, auf einmal mit einer Welle der Trauer vergolten werden, mit Zinsen obendrauf."
Noriko und ihre Familie sehen sich eher als Hundefreunde. Doch nachdem sie die klaffende Leere kennengelernt haben, die der Tod eines Haustiers hinterlässt, haben sie vor langer Zeit beschlossen, ihr Leben nicht mehr mit Tieren zu teilen.
Noriko hat in der Liebe kein dauerhaftes Glück gefunden, wollte nie Kinder, ist nun über 50 und als Schriftstellerin in einer Schaffenskrise. Nach dem Tod ihres Vaters zieht sie wieder zu ihrer Mutter in ein Haus in Yokohama. Dort wo ihr Vater zu Norikos Geburt einst eine Magnolie pflanzte, wirft eine Streunerkatze fünf Kitten, kurz nachdem Noriko in einem Schrein um Glück gebeten hat.
Zunächst hofft Noriko, die Katzen gingen sie nichts an. Doch nachdem auch der Tierschutz aus Kapazitätsgründen nicht helfen kann, kümmern sich Noriko und ihre Mutter um die sechs Katzen. Und schon bald heißt die Mutterkatze Mimi und Norikos Welt ist nicht mehr die gleiche, denn sie erkennt, jede Katze ist eben so einzigartig wie unersetzlich...
Leider gibt es kein Nachwort, aber da die Autorin ebenfalls Noriko heißt, handelt es sich vermutlich um eigene Erlebnisse. Es ist eine kleine, feine Geschichte, die man an nur einem Nachmittag lesen kann und die mich trotzdem sehr berührt hat. Sehr hübsch sind auch die Abbildungen der Katzen im Innenteil, die an Tuschezeichnungen erinnern.
"Ich fühlte mich, als würden in meinem Haus lauter Blumen blühen."
Wieviel die Verbindung zu Katzen verändern kann, beschreibt die Autorin auf beeindruckende Weise. Wir begleiten sie vor allem durch das erste Jahr nach der Geburt der Kitten und darüber hinaus. Tierfreunde können das Buch unbesorgt lesen. Den Verlust geliebter Tiere muss man hier, außer bei der Rückschau in die Kindheit, nicht befürchten. Genau das macht ja sonst Tierbücher ausgerechnet für Tierfreunde oft schlecht lesbar. Es ist hier eher lustig mitzuerleben, wie im Umfeld von Noriko eine wahre Katzenmanie rund um die Kitten ausbricht und auch Norikos Mutter ihre Einstellung zu Katzen komplett zum Positiven verändert.
"Menschen, die Katzen nicht mögen, sind bloß Menschen, die noch nie eine hatten."
Vor allem wer dies mit Katzen auf dem Schoß liest, kann dem nur von Herzen zustimmen.
Rezensionen von Tara:
Auf der Suche nach Glück
Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein von Nicole Jäger
„Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein“ ist ein sehr ehrliches und offenes Buch über das Leben und das Recht auf Glück der in Hamburg lebenden Autorin und Stand-up-Comedian Nicole Jäger.
Mit den Nerven am Ende und einer spontanen Entscheidung folgend setzt sich die Ich-Erzählerin in ihr Auto, um ans Meer zu fahren.
In Valence / Frankreich angekommen, telefoniert sie mit ihrer besorgten Freundin und erklärt dieser, dass sie das Glücklichsein sucht.
In kurzen Kapiteln - deren Überschriften mich zum Schmunzeln gebracht haben - nimmt uns die Autorin mit auf ihre ganz persönliche Reise. Sie hat für ihre Reise auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Glück vier Wochen gebraucht, dabei 2.585,5 km zurückgelegt und uns an ihren Gedanken teilhaben lassen. Ihr oftmals chaotischer Gefühlszustand und ihre wirren Gedanken sind trotz des Durcheinanders, das in ihr herrscht, nachvollziehbar. Sie beschreibt ihre Gefühle authentisch und klar und ich denke, dass sich da jeder an der ein oder anderen Stelle wiederfindet.
Es gibt keinen einfachen Weg zum Glücklichsein. Um glücklich zu sein müssen wir uns annehmen, Unangenehmes zulassen und diesem mutig in die Augen sehen.
Durch den humorvollen Schreibstil von Nicole Jäger liest sich das Buch trotz emotionaler Tiefe leicht. Dennoch sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und eigene Gedanken und Emotionen zulassen, um seinen eigenen Weg zum Glücklichsein zu finden.
Ich finde diesen ehrlichen und offenen Ratgeber, in dem jede Menge Emotionen mitschwingen richtig gut gelungen. Ob man beim Lesen seinen Schwerpunkt auf Unterhaltung oder Selbsterkenntnis legen möchte, kann dabei jede*r Leser*in selbst entscheiden.
Rezensionen von booklover3:
Ein Kriminalroman, der in einer völlig anderen Welt spielt
Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton
Ich bin sehr begeistert von diesem Buch. Es war das erste das ich von dem Autor gelesen habe und ich bin völlig in den Bann des Buches gezogen worden. Es war unglaublich spannend und ich konnte es fast kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil war unglaublich und auch die Geschichte ist mit keiner anderen vergleichbar.
Der Aufbau der Welt in dem Buch war einzigartig und besonders. Es ist in diesem Buch so viel passiert und war alles andere als langweilig. Das Buch ist ebenfalls eine Kritik an unserer heutigen bestehenden Welt, in der es viel Gewalt und Ungerechtigkeit gibt und in der es fast nur noch um Macht, Geld und Territorien geht. Es ist wie ein Anstoß, dem zu entkommen und sich dieser Welt entgegenzusetzen. Wie der Untergang einer blühenden aber kaputten Welt. Ebenfalls ruft es dazu auf Autoritäten zu hinterfragen und nicht alles zu glauben, was einem weiß gemacht werden soll.
Sowohl innerlich, als auch äußerlich ist das Buch wunderschön. Das Cover und der Farbschnitt passen perfekt zum Inhalt und sind wunderschön gestaltet.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der unvorhersehbare und spannende Geschichten mit tollen und kontroversen Charakteren mag, mit einem interessanten und völlig neuem Setting.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Großartige Graphic Novel
Zeit heilt keine Wunden von Hannah Brinkmann
Ernst Grube, 1932 in Deutschland geboren. Sein Vater war arisch, die Mutter Jüdin. Mit dem Aufkommen der Nazis wurde das Leben der Familie einerseits gefährlich wegen der Gefahr einer Deportation, andererseits konnte die Wohnung nicht gehalten werden, so dass eine ganz kleine Wohnung zugeteilt wurde.
Die Kinder Werner, Ernst und das Baby Ruth wurden von den Eltern in ein Kinderheim verbracht – aus Sicherheitsgründen.
(Auch) Kommunist*innen wurden damals von den Nazis verfolgt. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde die Familie, bis auf den Vater von Ernst Grube, nach Theresienstadt deportiert und später von den Russen befreit.
Ein anderer Erzählstrang zeigt am Beispiel des Karrieristen Kurt Weber, wie man zum Nazi-Mitläufer wurde. Um eine juristische Karriere zu machen, tritt er bereits 1937 in die Partei ein; seine jüdische Verlobte verlässt ihn. Als Staatsanwalt muss er für Nichtigkeiten die Todesstrafe verhängen – als er es nicht tut, wird er selbst von der Partei bestraft.
Nach dem 2. Weltkrieg schließt sich Ernst Grube den Kommunisten in Deutschland an. Er besucht die FDJ Hochschule Wilhelm Pieck, geht auf die Straße und nimmt an Demonstrationen gegen die Adenauer-Regierung, gegen Kapitalismus und Antikommunismus teil. Bei einer Demonstration wird Ernst Grubes Freund Philipp Arbeiter durch zwei Schüsse, abgefeuert von Polizisten, getötet. Die FDJ und die Kommunisten werden in der BRD verboten, sie arbeiten im Untergrund weiter – Ernst Grube kommt ins Gefängnis.
Seinen Prozess verhandelt der oben genannte Karrierist Weber als Staatsanwalt.
Ein großartiges Buch – einprägsam und klar gezeichnet. Es werden die NS-Zeit und die Nachkriegsjahre dargestellt: Zwei Biografien, die nicht unterschiedlicher sein können, treffen aufeinander.
Unbedingte Leseempfehlung
Rezensionen von Cxicken:
lose Verbindungen
Super-GAU von Bea Davies
Die Graphic Novel „Super-GAU“ wurde von Bea Davies gezeichnet und verfasst und handelt von der Fukushima-Katastrophe in 2011. Aber es geht nicht nur um Japan. Es wird versucht eine Verbindung mit Berlin herzustellen, was im Grunde genommen, nur mit einer Person stattfindet.
Doch zunächst zu der Gestaltung, was bei einer Graphic Novel natürlich eine besondere Position einnimmt: Die Zeichnungen sind Schwarz-Weiß gehalten und sehr liebevoll gestaltet.
Es macht Spaß die kleinen Details zu entdecken und auch seine Stadt aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Die Zeichnungen sind sehr verständlich und eindrucksvoll. Auch das Cover ist sehr beeindruckend gestaltet. Die Schrift ist spürbar hervorgehoben und die farbige Zeichnung ist für die Geschichte angemessen.
Nun ist auch auf die Geschichte einzugehen: hier habe ich leider Kritik auszusprechen. Mir waren die ganzen Figuren nur sehr lose verbunden und es wurde keine richtige Spannung aufgebaut. Der ganze Inhalt kam bei mir sehr erzwungen rüber, als versuche man mit aller Kraft eine inhaltlich relevante Geschichte aus der Zeichenkunst herauszuwinden. Auch kam mir die Seite in Japan zu kurz. Dort gab es nur eine Person, die wirklich aufgegriffen wurde. Für den Titel habe ich mir dort mehr erwartet.
Aufgrund der Kürze des Buches wirkten die Figuren auch nicht sehr authentisch auf mich. Es ist klar, dass man in der kurzen Zeit keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann, jedoch konnte man trotz dessen bei einigen Figuren, eine Entwicklung erkennen. Ich muss jedoch sagen, dass es weniger Figuren hätten sein können und man einen größeren Fokus auf die vorhandenen legen können.
Zusammenfassen kann ich sagen, dass ich das Buch den Menschen empfehle, die einen größeren Fokus auf die Gestaltung bei Graphic Novel legen, als auf die Spannung.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Eine gelungene Fortsetzung
Ein sicherer Ort von Johanna Grillmayer
Der Roman ist die Fortsetzung von „That’s life in Dystopia“ und ich meine, dass man den ersten Teil unbedingt davor gelesen haben sollte.
Mittlerweile sind zehn Jahre seit „dem Ereignis“ vergangen, wo fast alle Menschen verschwunden sind, nur ein paar konnten aus unerklärlichen Gründen überleben.
Jola und ihre Gruppe sind aus dem Sonnenhof ausgezogen und in die Nähe anderer Überlebender gezogen. Es hat sich eine Art Dorfgemeinschaft gebildet. Einzelne Mitglieder der Dorfgemeinschaft konzentrieren sich auf Spezialisierungen, die allen zugutekommt. Es findet auch regelmäßig Unterricht für die Kinder und Teenager statt. Der Kampf ums tägliche Überleben ist in den Hintergrund gerückt – es hat sich eine Art Routine eingestellt, um täglich ausreichend Essen auf dem Tisch zu haben. Es werden die Felder bestellt, Tiere im Wald gejagt und nach wie vor gibt es Geschäfte, die in der weiteren Umgebung geplündert werden können.
Zu Beginn des Romans begeben sich einige Mitglieder der Community nach Wien, um zu sehen, ob es dort noch Überlebende des Ereignisses und ob es noch Brauchbares in den Geschäften gibt. Die Beschreibungen des ausgestorbenen Wiens sind großartig zu lesen.
Probleme ergeben sich allerdings im Zusammenleben als große Gemeinschaft mit teilweise fremden Menschen. Männern, die ein Fehlverhalten an den Tag legen, die übergriffig, aggressiv und auch gewalttätig sind. Die Gemeinschaft stellt sich nun die Frage, wie mit ihnen umzugehen ist. Es wird ein Gericht eingesetzt, Strafen verhängt und sogar ein Gefängnis wird eingerichtet.
Im Laufe der Geschichte wachsen die Kinder zu Teenagern heran, mit allen Allüren, die dieses Alter mit sich bringt.
Auch der zweite Teil dieser Dystopie liest sich spannend, der Erzählstrang ist klug konstruiert. In dieser postapokalyptischen Welt muss vieles von dem, was es bereits vor dem Ereignis gab, neu verhandelt werden – wie Gerechtigkeit und Konsequenzen für Delinquent*innen in der Gemeinschaft. Das Besondere und Spannende an den Romanen von Johanna Grillmayer ist die nahezu realistische Welt, die sie beschreibt; mit allen Konflikten im Zusammenleben, die eben nicht überzogen oder typisch „dystopisch“ sind.
Ein dritter Teil soll bald folgen…
Absolute Empfehlung
Rezensionen von Island :
Erschreckend aktueller Polit-Thriller
Echokammer von Ingar Johnsrud
Im Zusammenhang mit Social Media ist mit einer "Echokammer" das Phänomen gemeint, dass wir uns dort bevorzugt mit Menschen austauschen, die unsere Ansichten teilen. Der norwegische Polit-Thriller, der nun diesen Titel trägt, weist eine Covergestaltung auf, die gut zu einem Thriller aus Skandinavien passt.
Die Handlung beginnt etwa einen Monat vor der Parlamentswahl in Norwegen. Die Parteien stecken mitten im Wahlkampf und selbst die Arbeiterpartei versucht mit einem strikteren Kurs bei der Migration und nicht ganz sauberen Methoden auf Social Media Wählerstimmen zurückzugewinnen. Zugleich sucht eine Anti-Terror-Einheit der Polizei nach rechtsnationalen Attentätern, die im Besitz einer großen Menge Rizin sein sollen, ohne, dass es eine Ahnung gibt, was genau diese damit vorhaben. Die Ermittler:innen Liselott Benjamin und Martin Tong tun dennoch alles, um einen Anschlag zu vereiteln. Und dann ist da noch Jens Meidell, der juristische Berater der Spitzenkandidatin der Arbeiterpartei. Ein Geheimnis aus dessen Vergangenheit droht aufgedeckt zu werden und er muss sich darüber klar werden, inwieweit er eigene Grundsätze über Bord werfen würde, um der Arbeiterpartei zurück an die Macht zu helfen und zu verhindern, dass rechte Kräfte noch stärker werden.
Ich fand diesen norwegischen Thriller teilweise erschreckend aktuell, da viele der Themen und Methoden der Wählermanipulation auch im aktuellen Wahlkampf in Deutschland eine große Rolle spielen, insbesondere auch die Forderung nach einer Rückführung vieler Migranten und einer Abschottung. Auch die Thematik mit dem biologischen Kampfstoff Rizin fand ich erschreckend, da alles doch recht einfach umsetzbar wirkt für Menschen, die möglichst vielen anderen schaden wollen. Das Ermittler:innen-Duo hat definitiv seine Ecken und Kanten, was gut zu dieser Art Stoff passt. Der Schreibstil war gut nachvollziehbar und die Perspektivwechsel trugen zu einer zusätzlichen Spannungssteigerung bei.











