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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von CanYouSeeMe:

In einem Zug

In einem Zug von Daniel Glattauer

"In einem Zug" von Daniel Glattauer ist in der Hörbuchfassung von Christian Berkel gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.

Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Berkels Stimme gut gefallen.
Die grundlegende Handlungsprämisse ist zunächst simpel: zwei Menschen sitzen gemeinsam im Zug und kommen miteinander ins Gespräch - für knapp 4 Stunden von Wien nach München. Das Gespräch wird geführt von einem renommierten Autor für Liebesromane und einer Psychotherapeutin. Das Thema: Liebe.
Dieses Setting gefällt mir grundlegend gut, jedoch ist es durchaus auch zügig auserzählt und benötigt daher ein spannendes Innenleben, was die Story mit Leben füllt. Das ist in diesem Buch teils gut, teils weniger gut gelungen. Die Dialoge zwischen Brünhofer und Meyr sind pointiert und humorvoll, werden mit Verlauf des Buches jedoch platter und repetitiv. Zwischendurch habe ich beim Hören abgeschalten und musste zurück spulen, um erneut zu hören, was ich verträumt hatte. Glücklicherweise gelingt es noch einen Twist in die Handlung einzubauen, so dass die Bahnhfahrt nicht all zu ermüdend ist. Dennoch hat dieses Buch zwischenzeitlich deutlich Längen. Der Twist war für mich in der Form zwar nicht vorhersehbar, aber auch nicht wirklich authentisch. Nichtsdestotrotz konnte er mich das Buch mit gutem Gefühl abschließen lassen.
"In einem Zug" hat mich vor allem durch pointierte Beobachtungen positiv überraschen, durch fehlende Tiefe und Langatmigkeit jedoch gleichermaßen ermüden können. Ein nettes Buch für zwischendurch, was mir vermutlich nicht lang im Gedächtnis bleiben wird.

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Rezensionen von Sago:

Endlich nach Luft schnappen

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben von Anika Decker

"Wenn früher in meiner Gegenwart über die Wechseljahre gesprochen wurde, war mir nie klar, wie lebendig und hungrig man sich fühlt, wenn man offiziell schon abgeschrieben ist.
Warum hören die meisten Lebensträume eigentlich mit circa fünfunddreißig Jahren auf?
Ich hätte gerne einen Plan für die nächste Hälfte, irgendwas außer der Vorbereitung auf das Sterben.

"

Das fragt sich Nina mit fast fünfzig. Bei der Scheidung hat sie sich von ihrem begüterten Ehemann ordentlich über den Tisch ziehen lassen. Inzwischen hat dieser mit einer um Jahrzehnte jüngeren Influencerin eine neue Familie gegründet. Als Nina auf einem Gartenfest dem dreißigjährigen David begegnet, spürt sie zum ersten Mal seit langem wieder Anziehungskraft und Lebenslust. Die beiden landen gemeinsam im Bett und bald stellt sich die Frage ob da je mehr sein kann...

Anika Decker schafft das Kunststück, gleichzeitig leichtfüßig, tiefgründig und amüsant zu erzählen, auf wie vielfältige Weise Frauen noch immer anders behandelt werden als Männer. Die Geschichte bietet dabei, anders als vom Klappentext beworben, einiges mehr als die Age-Gap-Lovestory. Viel Raum nimmt zum Beispiel auch eine Me too-Problematik in der Filmfirma, in der Nina arbeitet ein, ebenso wie das Hausfrauendasein von Ninas Schwester Lena und weitere Familienthemen.

Wirklich aus dem Leben gegriffen waren für mich Ninas Kinder, die die Handlungen ihres Vaters ohne weiteres akzeptieren, Nina ob ihres Interesse an einem jüngeren Mann aber regelrecht beschämen und abkanzeln. Oft legt Anika Decker den Finger gekonnt in die Wunde, z. B. als Nina auf Tinder von einem einzigen gleichaltrigen Mann ein Like bekommt, trotz ihres guten Aussehens ein so seltenes Ereignis, das es von Nina und ihrer Freundin sogar bejubelt wird.

Mich hat es begeistert, dass hier zahlreiche Missstände angesprochen werden und das Lesen dann gleichzeitig noch so viel Spaß machte. Teilweise habe ich förmlich an den Seiten geklebt. Nur schade, dass das Ende dann doch so überzuckert und übertrieben daherkam, das es für mich nicht recht zur übrigen Story passen wollte.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Ingrid Weilharter:

Freiheit gegen gesellschaftlich legitimierte Unmoral

Wild wuchern von Katharina Köller

"Wild wuchern" von Katharina Köller ist ein Roman über gesellschaftliche Normen und deren gewaltvolle Stilmittel.
Die hübsche, gefällige und talentierte Marie ist bereit, ihr schöpferisches Berufsleben für die Ehe mit einem gewaltvollen patriachalisch strukturierten Mann aufzugeben, bis ihre Wut überhand nimmt und sie ihn umbringen will.

...
Ihre Kusine Johanna hat schon lange mit den von ihr empfundenen gesellschaftlichen Engpässen gebrochen und führt ein Einsiedlerinnenleben am Berg in einer einfachen Hütte. Nur so kann sie (über)leben.
People pleasing - Persönlichkeit trifft auf Eremitin. Eine spannende Gegenüberstellung.
Leider gelingt es meiner Meinung nach der Autorin nur mäßig zufriedenstellend, aus dieser höchst interessanten Thematik einen gelungenen Roman zu machen. Zeitweilig fehlt es an Spannung, die Geschichte wirkt zu platt, zu einfach, zu stereotyp, zu vorhersehbar.
Fazit: Man hätte aus dem Thema mehr machen können.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Eine gelungene Fortsetzung

Die Hyäne von Hamburg von Jürgen Ehlers

Noch genießt Hauptkommissar Bernd Kastrup, der mal wieder nicht schlafen kann, bei einem Spaziergang die nächtliche Ruhe in Hamburg. Bis im Trauns Park, den er gerade durchquert, mehrere Schüsse fallen. Eine Frau ist verletzt und zwei Männer liegen tot am Boden. Da hat er die Email von der „Hyäne“ noch nicht gelesen, die er am Vorabend bekommen hat und die die beiden Toten ankündigt.

Zusammen mit seinen Kollegen Vincent Weber und Alexander Nachtweyh vom Fachkommissariat 41 Tötungsdelikte des LKA Hamburg macht er sich auf die Suche nach einem Phantom, die sich nicht einfach gestaltet.

Schon beim 1. Bd. der Reihe „Der Wolf von Hamburg“, den ich mit HK Kastrup und seinem Team lösen durfte, sind mir die Seiten nur so durch die Finger geglitten und ich habe mit Begeisterung mit ermittelt und mit gefiebert Und genau so ist es auch hier. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend und abenteuerlich geht es hier zu.
Mir gefällt auch die Mischung aus Ermittlungsarbeit und Privatem, das hier immer wieder rein spielt, sehr gut. Für mich bekommen die Ermittler damit erst ihre menschlichen Züge. Und gerade bei Vincent Weber, der auch hier einen seiner Zaubertricks raus haut, läuft es zuhause gerade nicht reibungslos.
Der bildhafte und leichte Erzählstil von Jürgen Ehlers hat mich auch hier schnell in die Geschichte hinein gezogen und mein Kopfkino hat alles schnell zu einem Film zusammen geschnitten. Bei den Beschreibungen der verschiedenen Örtlichkeiten in Hamburg hatte ich bald das Gefühl mitten drin zu sein. Das rasante Tempo und die dauernden Wendungen haben mich anfangs immer wieder an einen anderen Täter denken lassen. Doch dann gibt sich die Hyäne dem Leser zu erkennen, was der Dramatik aber nichts anhaben kann. Im Gegenteil, es facht die Spannung bis zum Schluss immer weiter an. Es ist schier unglaublich, was in manchen menschlichen Köpfen so vor sich geht. Ich habe immer wieder gehofft und gebangt, dass Kastrup und sein Team ihn und auch sie endlich schnappen werden.

„Die Hyäne von Hamburg“ ist ein überaus interessanter und äußerst spannender Fall für die sympathischen Ermittler des LKA in der Stadt an der Elbe. Mir hat das Buch sehr unterhaltsame Lesestunden geschenkt.

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Rezensionen von Daggy:

Witzige Spannung

Rory Shy, der schüchterne Detektiv - Der verratene Ganove (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 7) von Oliver Schlick

Diesmal ist auf dem Cover ein geschliffener Edelstein zu sehen, denn es geht um einen Juwelenraub, der schon lange zurück liegt.
Rory Shy und seine 13-jährige Assistentin sind Karnevalsflüchtlinge. Rory kann natürlich den ganzen Trubel zu Karneval nicht ertragen und Mathilda leidet unter der Feierwut der Haushälterin, die als Bienchen durch die Wohnung summt.

Da trifft sich der Anruf eines Dorfpolizisten, der einen Vermissten meldet, gerade recht. Dort im beschaulichen Auental hat sich ein ehemaliger Juwelendieb unter falschem Namen angemeldet und kam dann von seinem Streifzug durch die Vogelwelt nicht wieder zurück. So machen sich Rory und Mathilde mit Unterstützung des ängstlichen Cockerspaniels Dr. Herkenrath auf die Suche nach den Komplizen des Ganoven. Der Absolute Höhepunkt dieser Such ist ein Anti-Schüchternheits-Seminar an dem Rory teilnehmen muss. Einfach herrlich sich diese Gruppe schüchterner Menschen vorzustellen, die alle nicht als eigenem Antrieb dort angemeldet wurden.
Jede, in dem Buch vorkommenden Charaktere sind so witzig dargestellt, da macht das Lesen doppelt Spaß. So ißt der Dorfpolizist ungezählte Portionen Kartoffelsalat, die Wirtin ist ein echter Muffel, bis Dr. Herkenrath ihr Herz erobert und auch die Verdächtigen sind alle ungewöhnliche Typen. Der Kriminalfall ist logisch durchdacht und spannend erzählt. Damit hat auch dieser siebte Band der Reihe wieder für alle Fans ein Genuss.

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Rezensionen von Daggy:

Überzeugende Suche

Minas Freunde-finde-Plan - In jedem leuchtet eine Sonne von Rebecca Mönch

Die fünfjährige Mina ist umgezogen und geht deshalb in eine neue Kita. Auf dem Cover schaut sie uns sehr fröhlich an, im Hintergrund sind die andere Kita-Kinder zu sehen.
Zu Anfang des Buches stellt sich Mina vor und wir lernen auch ihren Kater Lu kennen. Auf der nächsten Seite sitzt sie ganz schüchtern mit ihrem Schmusefrosch unter einem Baum und schaut den anderen Kindern zu.

Aber Mina hat eine Idee, und beim Kaffee erzählt sie ihren Eltern davon. Sie wird jeden Tag ein anders Kind besuchen und dann weiß sie, wer ihr bester Freund oder ihre beste Freundin sein kann. So geht es zu Lorenz auf den Bauernhof, der ihr seine Schatzsammlung zeigt, zu Valentin, dem Weltraumexperten, zu Elif, die mit ihrer großen Familie zusammenwohnt, zu Noah, der ihr seine Patchworkfamilie vorstellt und mit Lotta malt sie tolle bunte Bilder. So geht es durch die Woche und wir lernen viel unterschiedliche Kinder kennen.
Eine sehr realistisch gezeichnet und auch beschriebene Geschichte, natürlich ist so ein Umzug mit Kita-Wechsel immer schwierig und auch die Eltern tun sich da schwer. Da gefällt mir Minas Idee, alle Kinder mal zu besuchen sehr gut. Die Vielfalt der Kinder ist sehr schon geschildert und Mina fällt es am Ende schwer sich zu entscheiden, so sagt ihre Mama den Satz „In jedem leuchtet eine Sonne.“ Und diese Sonne sehen wir nicht nur auf Minas Shirt.

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Rezensionen von Daggy:

Leichter lesen lernen

Lesetandems für Profis von Stefan Schwinn

Das Din-A-4 große Heft beinhaltet kurze Geschichten und Sachtexte, die nach dem an Anfang beschrieben, „Lesetandem“ gelesen werden sollen. Dazu tun sich zwei Kinder, die unterschiedlich gut lesen können, zusammen und erarbeiten als Trainer*in und Leser*in den Text. Unter der Führung einer Lehrkraft kann auch die ganze Klasse gemeinsam den Text lesen.

Lisa ist mit Tante Anne im Zoo, dort klagt sie Tante Anne ihr leid, dass sie zwar lerne, aber trotzdem bei der Arbeit versage. Da hat die Tante eine wundervolle Idee. Es folgt eine fantastische Geschichte in der Lisa und Tom gemeinsam mit ihrem Hund auf einer magischen Picknickdecke davonfliegen. Die nächsten Texte erzählen von den Ghostkids und danach versucht Mia Emilie durch Lügen zu ihrer Freundin zu machen. Ein Allien landet mit seinem Gurkiwurki im Keller und Danach erfahre wir von Lennards Geheimnis.
Auch die Sachtexte sind sehr spannend geschrieben, da geht es um Schokolade, den Ötzi und die Titanic.
Ich bin im Gegensatz zum Autor keine Lehrerin und kann mir deshalb keine Urteil aus dieser Sicht erlauben, was ich aber sagen kann ist, dass die Geschichten und Sachtexte gut zu lesen sind und interessante Themen behandeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Lesen üben so Spaß macht.

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Rezensionen von Daggy:

Wundervolle Tage am Meer

Mit Maus am Meer von Alice Melvin

Nach „Mit Maus am Fluss“ reist die Maus nun ans Meer und verbringt dort einige schöne Sommertage. Auf dem Cover baut sie Sandburgen, was bei einem Urlaub am Meer einfach sein muss.
Auf der Karte können wir verfolgen, welche Stationen Maus bereist. Mit dem Wanderstock geht es Richtung Strand. Von Weitem schaut Maus aufs Meer, am Himmel sind einige Möwen unterwegs.

Es folgt eine klassische Standszene mit vielen Familien, die sich im Sand und im Meer tummeln. Wenn man die halbe Seite umschlägt, kommt die Flut und Maus steht allein am Strand. Dann geht es auf die belebte Promenade, hier gibt es eine Bude mit den Dinge, die immer am Strand angeboten werden, wir können eine Seite aufklappen und hineinschauen und den Eisverkäufer sehen. Im Puppentheater zeigt die Klasse den Puppenspieler unter der Bühne. Die See wird rauer und in der Teestube sitzen die Leute im Warmen. Maus legt sich in die Dünen, ich hoffe, dass das erlaubt ist. Die Landschaft lässt sich durch Klappen erweitern. Vor der Galerie malt der Fuchs auf seiner Staffelei, während Maus Muscheln sammelt. So folgen noch einige Tage mit wunderschönen Bildern, bis Maus auf die See schaut und die Sonne am Horizont verschwindet.
Es gibt nach der Geschichte noch ein paar Sachinfos zur Landschaft und zu den Tieren und welche Schätze man an der See finden kann.
Kurze gereimte Texte erzählen von der Wanderung der Maus am Meer, es ist eine raue Landschaft und ein Meer mit vielen Wellen, wahrscheinlich ist es der Atlantik, der dort in wunderschön gezeichneten Bildern vorgestellt wird.

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Rezensionen von fantasia:

einfühlsam

Das Herz kennt keine Demenz von Jim Ayag

Demenz ist ein Thema, das unsere Gesellschaft zunehmend beschäftigt. Der Autor Jim Ayag nennt in seinem Werk die Zahl von 1,8 Millionen betroffenen Menschen.
Er eröffnet sein Buch mit einer Fantasiereise in die Welt einer dementen, fiktiven Person und sensibilisiert so die Leserinnen und Leser für das Thema.

Als gelernter Altenpfleger bringt Ayag nicht nur berufliche Erfahrung ein, sondern auch eine persönliche Verbindung: Seine Eltern, die sich in einem Altersheim kennengelernt haben, waren ebenfalls in der Pflege tätig. Trotz ihrer Warnungen vor den Herausforderungen dieses Berufsfeldes fand der Autor nach einer Phase beruflicher Orientierung schließlich seinen Weg in die Pflege – und entdeckte darin seine Berufung. Die anfangs beschriebene fiktive Person Frau Tippelkamp begleitet durch das Buch.
Interessant ist seine Schilderung des Umgangs mit älteren Menschen im Herkunftsland seines Vaters, den Philippinen, wo Fürsorge und Respekt gegenüber Älteren eine andere gesellschaftliche Bedeutung haben.
Bisweilen bleibt der Inhalt oberflächlich - er ist sicherlich nichts für Menschen, die vom Fach sind. Eher für solche, deren Interesse der Autor für diesen Beruf wecken möchte. Die Sprache ist nicht anspruchsvoll und für die Zielsetzung passend.

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Rezensionen von Tara:

Ein erschütterndes Stück Zeitgeschichte

Ginsterburg von Arno Frank

„Ginsterburg“ ist ein herausfordernder Roman des Journalisten und Autors Arno Frank.

Die Handlung beginnt 1935 in dem fiktiven Ort Ginsterburg und die Vorboten des Zweiten Weltkrieges sind zu spüren.
Anhand zahlreicher Charaktere aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und verschiedenen Alters lernen wir das Leben in der Kleinstadt kennen.

Der Autor stellt den Alltag der Menschen vor. Einige sind politisch engagiert, andere halten sich heraus, einige profitieren und andere verlieren.

Ich habe zuvor schon einige Bücher aus dieser Zeit gelesen. Aber dieses Buch war anders, distanzierter und gleichzeitig viel mehr mittendrin. Heute wissen wir, was in der Zeit passiert ist, aber die Menschen damals konnten vieles nur ahnen.

Die Anzahl der Charaktere ist eine Herausforderung, aber so ein Ort hat nun einmal viele Einwohner, wodurch der Autor einen guten Blick auf alle Bevölkerungsschichten gibt.

Nach den Ereignissen im Jahr 1935 gibt es zwei Zeitsprüngen und es folgen Handlungen im Jahr 1940 und 1945. Die Veränderungen in Ginsterburg und die Entwicklung der Charaktere sind erschreckend und schockierend.

Der Schreibstil ist distanziert, mal sehr detailliert und mal sehr abgehackt. Zwischendurch gibt es Einblendungen von Dokumenten, Gesetzen und Erlassen.

Mich hat das Buch gefordert, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Rückblickend finde ich es aber sehr gelungen, da die Atmosphäre während des Krieges und die Entwicklung der Menschen, das was diese grausame Zeit aus ihnen gemacht hat, richtig gut eingefangen wird.

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