Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rosetheline :
Unausgeschöpftes Potenzial
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
In ihrem Buch "Achtzehnter Stock" erzählt Sara Gmuer von Wanda, einer alleinerziehenden Mutter, die in einer Berliner Plattenbausiedlung wohnt. Ihr Traum war es immer Schauspielerin zu werden, doch außer einem kleinen Job für einen Werbespot, wurde daraus nie etwas. Bis sie auf einmal doch die Möglichkeit erhält.
Das Cover des Buches hat mich direkt angesprochen und auch die Prämisse klang sehr vielversprechend.
Der Erzählstil hat mir an sich gut gefallen und das Buch las sich relativ einfach. Leider konnte es mich inhaltlich nicht überzeugen. Wandas Handlungen sind manchmal sehr impulsiv und nicht durchdacht. Auch die Erzählungen rund um die Platte sind teilweise sehr klischeehaft. Was mir aber am meisten fehlt ist ein gewisser Tiefgang. Meiner Meinung nach hätte man noch viel viel mehr zu den Charakteren sagen können und dadurch auch gewisse Handlungen und Gefühle besser verstehen können. Ich habe relativ lange gebraucht, um das Buch durchzulesen, was bei ähnlich kurzen Büchern normalerweise schneller geht. Am Ende war ich froh, dass ich damit durch war.
Aus diesen Gründen kann ich dem Buch leider nur 2,5 Sterne geben.
Rezensionen von Carolin:
Inspiration, freundlicher zu sein
Radikale Freundlichkeit von Nora Blum
In dem Buch "radikale Freundlichkeit" vermittelt Nora Blum Möglichkeiten und Wege, mit Hilfe von Freundlichkeit nicht nur anderen Personen anders gegenüberzutreten, sondern damit auch für sich selbst einzustehen und so zufriedener mit sich selbst und seinem Handeln zu werden. Die Autorin verknüpft dabei wissenschaftliche Erkenntnisse mit Tipps und Hinweisen, welche sich unter anderem auf konkrete Situationen beziehen.
Insbesondere Letztere geben einen guten Einblick, wie die Tipps umgesetzt werden können, um eine große Wirkung zu erzielen.
Die Aufteilung des Buches in verschiedene Unterthemen hat mir sehr gefallen. Auf diese Weise konnte man sofort zu dem Kapitel blättern, welches man gerade am meisten benötigt. Ich empfand das Buch insgesamt als inspirierend, welches mir Aspekte, die mir zu einem großen Teil zwar bereits unterbewusst klar waren, noch einmal deutlich vor Augen geführt hat.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Das Haus ohne Lichter von Reem Faruqi
Dieses Jahr treffen sich Fastenzeiten in allen 3 monotheistischen Religionen, wirklich eine Besonderheit. Zu dem Thema passend finde ich dieses Buch. Es ist ein wunderschönes Buch über den Ramadan und Eid. Durch die Bezüge zu den anderen Religionen darin ist es so toll einsetzbar im Kindergarten. Hast du eine multireligiöse Gruppe, werden sich muslimische Kinder zu Weihnachten vielleicht benachteiligt fühlen und fragen- wann gibt's endlich für mich Geschenke? Doch nicht nur der Bezug zu Weihnachten ist da, auch Diwali und Channuka.
Da dieses Buch einzusetzen und zu zeigen, was noch Schönes kommt, lohnt sich sicher. Oder eben umgekehrt. Dieses Buch im Ramadan vorlesen und den nicht muslimischen Kindern zeigen, worum es bei Eid geht, ist auch eine gute Möglichkeit im Einsatz. Mir gefällt: das Buch ist nicht wertend, bevorzugt keine Religion und auch keine Ausdrucksform der jeweiligen Religion. Muslimische Frauen mit und ohne Kopftücher, keine Familie mit unzähligen Kindern - es wird also nicht jedes Klischee aufgenommen. Und es ist wirklich toll gezeichnet! Ich mag die Atmosphäre, die das Buch dadurch aufbaut. Ein wunderschönes Bilderbuch!
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Es geht weiter mit Kommissarin Rike
Wattrennen in den Tod von Susanne Ziegert
Schon die vorherigen Bücher rund um Kommissarin Friederike von Menkendorf habe ich verschlungen und so bin ich ganz gespannt und voller Vorfreude mit diesem Band gestartet.
Der Schreibstil von Susanne Ziegert ist, wie von den vorherigen Büchern gewohnt, authentisch und klar; flüssig, so dass sich das Buch sehr gut lesen lässt.
Alle Figuren sind sehr realistisch dargestellt, so dass man immer einen guten Bezug zu den Figuren aufbauen kann. Besonders gefällt mir hier in diesem Band, dass die Hauptfigur Rike wächst und man einiges aus ihrem Privatleben erfährt. So entwickelt sich dieser Charakter und beim Lesen hat man das Gefühl, auf eine alte Bekannte zu treffen.
Die Örtlichkeiten sind von der Autorin so schön ausgeführt, dass man sich bildlich vorstellen kann, wo die jeweiligen Situationen spielen.
Der Fall, also die Geschichte selbst, habe ich als sehr spannend empfunden. Mit Pferderennen kannte ich mich gar nicht aus, aber die Autorin erzählt, ganz wie nebenbei, viel aus diesem Milieu , so dass man einen guten und spannenden Eindruck bekommt.
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich hatte sehr schöne Lesestunden – von mir eine absolute Empfehlung !
Rezensionen von Schkob:
Über die Selbstfindung
No Hard Feelings von Genevieve Novak
No Hard Feelings von Genevieve Novak ist ein Roman, der mir sehr aus der Seele spricht. Wie die Protagonisten Penny lebe ich in meinen Zwanzigern. Eine Zeit im Leben, die so viele Veränderungen mit sich bringt, aber in der man auch das Gefühl hat festzustecken und nicht mehr Voran zu kommen. Währenddessen betrachtet man als stummer Beobachter die Menschen in seinem Umfeld und beschließt aus dieser Stummheit auszubrechen und zu sich selbst zu finden.
Novak hat mit Penny eine wunderbare Protagonistin geschaffen, die diese herausfordernde Zeit im Leben stemmen möchte. Und mit all ihrer Kraft dafür kämpft. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, der Schreibstil war in den Bann ziehend, sodass die Seiten verflogen, bis schon das Ende erreicht war. Die Charaktere waren echt, nahbar und verletzlich und ich habe mit Penny auf jeder Seite mitgefühlt. Und natürlich auch das Cover gefällt mir sehr gut, hier wurde tolle Arbeit geleistet.
No Hard Feelings ist ein Buch, dass ich jeder Person in den Zwanzigern empfehlen kann, aber auch darüber hinaus.
Rezensionen von Sheilo:
Amüsante Romcom
Breakups and Butterflies von Kyra Groh
Mara arbeitet als Assistentin für eine Bekannte Influencerin und hat normalerweise alles im Griff. Bis sich urplötzlich ihr Verlobter von ihr trennt und sie zusätzlich noch ohne Vorwarnung den Hund ihrer Chefin betreuen muss, lief alles nach Plan. Doch was, wenn solche schicksalshaften Dinge auch etwas Positives mit sich bringen?
"Breakups and Butterflies: Manchmal ist gar kein Plan auch eine Lösung" von Kyra Groh ist eine der Jubel-Neuauflagen des Forever Verlages.
Der amüsante und lockere Schreibstil hat dazu geführt, dass ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe. Etwas ganz besonderes waren für mich die Anmerkungen der Autorin im Text und sie hat dafür wirklich wundervolle Zitate ausgewählt.
Mara muss nach den ganzen Vorkommnissen feststellen, dass sie ihr Leben komplett nach den Vorstellungen ihres Ex-Verlobten ausgerichtet hatte, jedoch nie hinterfragt hat, was sie wirklich möchte. Zudem gibt es einige Erlebnisse in ihrer Vergangenheit, aufgrund derer sie ihrer Familie so weit wie möglich aus dem Weg geht. Nur führte das dazu, dass sie nun nach der Trennung komplett alleine dasteht. Mara wird im Verlauf der Handlung immer selbstbewusster und lernt, für sich selbst einzustehen.
Maurice ist neben Mara mein Lieblingscharakter, da er es immer wieder schafft, ein Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern. Der große Altersunterschied zwischen ihnen stört dabei überhaupt nicht und er bringt Mara wieder richtig ins Leben zurück. Ich mag es sehr, wie langsam immer mehr Gefühle zwischen den beiden entstehen und das Ende hat mir hierbei besonders gut gefallen.
Neben Mara und Maurice gibt es noch weitere Charakter, die ich einfach ins Herz schließen musste. Dazu zählt unter anderem ihr Bruder Veda oder auch Anne, eine frischgebackene Mama. Aber manche Personen, wie den Ex-Verlobten Sebastian, hätte ich beim Lesen am liebsten in der Luft zerrissen.
Insgesamt ist "Breakups and Butterflies" ein Muss für alle Fans von Kyras Romanen. Die Romcom ist amüsant, vermittelt aber eine sehr wichtige Message: jeder sollte so sein, wie er es möchte und sein Leben nicht nach den Vorgaben von anderen Personen ausrichten. Nur so kann man wirklich glücklich werden.
Rezensionen von Bibibabby:
Faszinierende Lebenserfahrungen
Das Parlament der Natur von Sarah Darwin; Johannes Vogel; Boris Herrmann
Ich bin ein großer Fan des „Beats and Bones“-Podcasts des Museums und war auch schon ein paar Male mit meinen Kindern dort zum Besuch. Der Schreibstil in diesem Buch ist dem Interview-Stil des Podcasts sehr ähnlich und genauso lehrreich. Die Interviewpartner sind faszinierend: die Ururenkelin von Charles Darwin und der Generaldirektor des Naturkundemuseums Berlin.
Beide erzählen über ihre Erfahrung und ihr Lebenswerk. Das Thema ist ernst, aber der Interview-Stil macht den Text lebendig und bringt die Lebenserfahrungen den Lesern näher. Der Tonfall ist nicht belehrend und die Botschaften kommen gut rüber.
Die beeindruckenden Fotos vom Museum ergänzen den Text wunderbar. Irgendwie finde ich, dass die Naturschutz-Botschaft sehr stark rüberkommt, wenn der Text mit Bildern von präparierten Tieren versehen wird: wenn wir die Natur nicht schützen, wird es nur verstopfte Tiere geben.
Rezensionen von Claudia R.:
vielschichtig
Der Gott des Waldes von Liz Moore
Klappentext / Inhalt:
"Wenn du dich verläufst: Setz dich hin und schrei!"
Manche sagen, es sei tragisch, was den Van Laars widerfahren ist.
Manche sagen, die Familie habe es verdient. Sie hätten sich nicht einmal bei den Suchern bedankt, die fünf Nächte lang im einskalten Wind ausharrten, um ihren vermissten Sohn zu finden.
Manche sagen, es habe einen Grund gegeben, warum die Familie so lange brauchte, um Hilfe zu rufen. Dass sie wussten, was mit dem Jungen geschehen war.
Jetzt, vierzehn Jahre später, ist die Tochter der Van Laars in derselben Wildnis wir ihr Bruder verschwunden.
Manche sagen, es gebe keine Verbindung zwischen den beiden Fällten.
Manche sagen, so etwas könne kein Zufall sein.
Es ist August 1975, ein Sommer, der das Leben vieler Menschen in den Adirondack Mountains für immer verändern wird. Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje im Sommercamp liegt, beginnt eine panische und groß angelegte Suche nach der 13-Jährigen. Das Verschwinden einer Jugendlichen im Naturreservat ist unter allen Umständen eine Katastrophe, aber Barbara ist keine gewöhnliche Camperin: Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Und sie ist die Schwester von Bear, dem Jungen, der seit 14 Jahren vermisst wird. Kann das Zufall sein? Was wissen die anderen Kinder im Camp über Barbaras Verschwinden, und was verheimlichen die Angestellten, die im Schatten der Van Laars ihr Dasein fristen? Was hat der aus dem Gefängnis entflohene «Schlitzer» mit all dem zu tun und welche Geheimnisse hütet die Familie selbst?
Mit scharfem Blick führt Liz Moore in ihrem neuen packenden Roman an die Abgründe von sozialer Ungleichheit, Wohlstandsverwahrlosung und Machtmissbrauch, lässt aber auch den Kampf um weibliche Selbstbestimmung und den großen Wert von Freundschaft hochleben. Mit «Der Gott des Waldes» hat sie nicht nur einen brillanten Thriller, sondern auch einen fulminanten Gesellschaftsroman geschrieben.
Cover:
Das Cover ist klasse arrangiert, Natur und dessen Spiegelungen sind erkennbar und ein linker Farbklecks verlauft von oben hinaus und setzt dabei einen besonderen Akzent. Optisch und farblich interessant gemacht, wurde hier auf jeden Fall mein Interesse und Neugier geweckt.
Meinung:
Ein packender Mix aus Krimi, gesellschaftliches Familienportrait und tragischem, sowie emotionsreichem Roman. Von vielen Stimmungen und Genren werden hier Elemente geschickt gepackt und zusammengetragen. Eine vielschichtige und tiefgründige Erzählung mit vielen Facetten. Die verschiedenen Charaktere darin werden näher beleuchtet und nach und nach ziehen sich die unterschiedlichen Fäden zusammen.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch noch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu zurück.
Der Schreibstil ist ausdrucksstark und bildgewaltig. In Emotionen und Stimmungen findet man sich gut hinein. Auch das Drumherum und die Charaktere werden genau betrachtet. Die Wechsel zwischen den Protagonisten machen es spannend und fesselnd zugleich. Emotionen und Atmosphäre ist sehr gut spürbar.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Daten am Anfang dieser sind hilfreich für die Zuordnung. Die Anfänge sind deutlich und gut erkennbar. Gliederung und Gestaltung sind passend gewählt.
Mich hat das Ganze gepackt und mitgenommen, aber auch nachdenklich gestimmt und es wirkt auch immer noch nach. Eine Geschichte mit viel Tiefe und erst nach und nach ergibt sich das Gesamte. Anfangs versteht man noch nicht die Zusammenhänge und vieles bleibt offen, was sich erst zum Ende hin erschließt.
Fazit:
Ein packender Mix aus Krimi, gesellschaftliches Familienportrait und tragischem, sowie emotionsreichem Roman.
Rezensionen von Claudia R.:
packend
Dreamcatcher | Shadowfall (Band 6) von Juliane Maibach
Klappentext/Inhalt:
+++ Aufwendig gestaltete Ausgabe mit limitiertem Farbschnitt +++
Gefangen, verraten und gejagt – Alexis’ Welt liegt in Trümmern. Nach ihrer Flucht aus den Fängen eines mächtigen Feindes wird sie erneut in eine grausame Gefangenschaft gestoßen: als Aschewandlerin, eine der vielen Seelen, die zur Arbeit in den düsteren Minen verurteilt sind.
Doch Alexis kämpft entschlossen gegen dieses Schicksal an.
Zwischen Verrat und Verlust bleibt ihr ein Funken, an den sie sich klammert – die Hoffnung, Cael wiederzusehen, den Mann, den sie liebt. Jeder Schritt könnte sie ihrem Ziel näher bringen oder alles zerstören. Widerwillig merkt Alexis, dass sie den Minen nicht entkommen kann – eine Macht in ihrem Inneren zieht sie unaufhaltsam in deren Schatten.
Eine Geschichte von Verrat, Verlust und der unbändigen Kraft der Hoffnung. "Dreamcatcher – Shadowfall" entführt dich in eine düstere, magische Welt voller Gefahren und unvorhersehbarer Wendungen.
Cover:
Dunkel, düster, aber irgendwie auch prächtig und mächtig wirkt das ganze. Der dunkle Drache fügt sich extrem gut in das Gesamte ein und ist nur bei genauer Betrachtung komplett erkennbar. Optisch und auch farblich ist es toll umgesetzt. Das Cover passt gut zu den vorherigen der Reihe und auch hier ist der Wiedererkennungseffekt sehr gut sichtbar.
Meinung:
Ein erbarmungsloser Kampf um Freiheit, zwischen Licht und Dunkel, Macht und Hoffnung. Und immer wieder folgen Wendungen mit denen man nicht rechnet und emotionale Ereignisse, die einen mitnehmen.
Es handelt sich hierbei im den 6. Band der Reihe und da diese fortlaufend ist würde ich hier schon sehr empfehlen, die vorherigen Bände zu kennen, um den Ereignisse und Geschehnisse folgen zu können. Die Plottwists sind emotional und bewegend, Schnell und gut findet man sich in alles hinein aufgrund bildlicher Beschreibungen.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Schnell findet man sich in Charaktere und Handlungen hinein. Auch hier ist es wieder sehr fesselnd und spannend. Kampf, Emotionen und Hoffnung spielen eine große Rolle. Die Umsetzung ist packend.
Die recht kurzen Kapitel bringen Tempo und Spannung hinein. Schnell wird man von dem Ganzen mitgenommen und zugleich wird auch ein guter Lesefluss ermöglicht. Der Drachenkopf am Anfang der Kapitel ist eine schöne Verzierung und gut ersichtlich. So kann man die Anfänge gut erkennen. Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen. Es ist wundervoll umgesetzt. Auch der farbige Buchschnitt ist klasse und im Gesamten ist es einfach rund.
Die Geschichte selbst ist packend, emotional und spannend und sorgt auch hier für fantastische Unterhaltung. Wer Fantasy und Drachen mag, ist bei dieser Reihe auf jeden Fall richtig und sollte einen Blick hineinwerfen. Ich bin nun sehr gespannt auf den finalen siebenten Band und kann es kaum erwarten.
Fazit:
Die Geschichte selbst ist packend, emotional und spannend und sorgt für fantastische Unterhaltung.
Rezensionen von Ruth:
Krimi, Familiengeschichte, Gesellschaftsporträt
Der Gott des Waldes von Liz Moore
„ Long Bright River“ von Liz Moore habe ich gerne gelesen und mit dementsprechend hohen Erwartungen bin ich an ihren neuen Roman herangegangen und nicht enttäuscht worden.
Wir sind im Sommer 1975 in den Adirondack Mountains. Hier findet wie jedes Jahr ein Sommercamp für Kinder statt und die gut betuchten Familien Neuenglands schicken alljährlich ihren Nachwuchs hierher.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur soll ihnen hier vermittelt werden. So hatte es sich der Gründer des Camps, Peter Van Laar, vorgestellt und das Camp nach seinem Lieblingsphilosophen Emerson benannt. Unter der Aufsicht von Betreuern gibt es jede Menge Spaß und Unternehmungen für die Kinder; der Höhepunkt ist immer ein mehrtägiges Überlebenstraining im Wald.
Auf dem weitläufigen Gelände der Van Laars liegt dieses Ferienlager und über diesem thront das feudale Wohnhaus der Familie, ein Chalet namens „ Self-Reliance“, zu Deutsch „ Eigenständigkeit“, „ Selbstvertrauen“.
Wie jedes Jahr verbringt die reiche Bankiersfamilie Van Laar, Nachkommen jenes Gründers, ihre Sommermonate in den Adirondacks Mountains, laden Freunde und Verwandte ein.
In diesem Sommer nimmt auch die dreizehnjährige Tochter der Van Laars am Lagerleben teil. Barbara ist ein aufmüpfiger Teenager, widersetzt sich beständig allen Familienregeln und Mutter Alice ist froh, eine Zeitlang nicht Barbaras Launen ausgesetzt zu sein.
Doch eines Morgens ist Barbaras Koje leer und sie bleibt auch nach längerer Suche nicht auffindbar.
Das reißt alte Wunden auf, denn 14 Jahre zuvor ist schon Barbaras damals achtjähriger Bruder Bear spurlos verschwunden. Und obwohl sich die ganze Gegend an der Suche nach dem Jungen beteiligt hat, fand sich keine Spur von ihm, bis heute nicht.
Kann das ein Zufall sein? Oder gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen? Ist der aus dem Gefängnis geflohene Serienmörder Jacob Sluiter, genannt „ der Schlitzer“, der Täter? Immerhin wird er für zahlreiche Morde in der Gegend verantwortlich gemacht. Aber warum reagiert die Familie seltsam unberührt auf Barbaras Verschwinden? Und was wissen die Kinder aus dem Camp darüber und welche Geheimnisse verbergen die Betreuer?
Es sind viele Fragen, die sich im Verlauf der Lektüre einstellen. Und mit einem sicheren Gespür für Spannung und Timing entwirft die Autorin ihre breit angelegte Geschichte. Dabei wird es auf den beinahe 600 Seiten niemals langweilig. Dafür sorgen auch zahlreiche, gut eingebaute Cliffhänger.
Wir erfahren von der aufwendigen Suchaktion nach dem Mädchen, bei der sich wieder wie damals Menschen aus der ganzen Gegend beteiligen. Und wir verfolgen die Ermittlungen der Polizei, die bald einige Verdächtige aufweisen kann.
Doch Liz Moore belässt es nicht bei den Geschehnissen rund um Barbaras Verschwinden, sondern geht zurück in die Vergangenheit der Familie. In den Sommer 1961, als der Erstgeborene auf mysteriöse Weise in den Wald ging und nie zurückkehrte. Und noch weiter zurück in die Jahre, als sich die Eltern der beiden Kinder kennenlernten.
Dabei nimmt die Autorin die Perspektiven wechselnder Figuren ein. Das ergibt ein vielstimmiges Bild der Geschehnisse und der darin verstrickten Personen.
Der Leser findet sich aber gut zurecht in diesem multiperspektivischen und auf verschiedenen Zeitebenen spielenden Erzählen. Dafür sorgen ein Zeitstrahl und eine Namensangabe über den einzelnen Kapiteln.
Außerdem lässt sich die Autorin Zeit, ihre Geschichte zu entwickeln. Viele der Figuren, auch Nebenfiguren, bekommen eine Biographie, so dass jeder Charakter unverwechselbar und glaubhaft wird.
Dabei beleuchtet sie sehr genau die Unterschiede zwischen den Klassen und den Geschlechtern. Da sind auf der einen Seite die Reichen, die Van Laars und ihre Freunde, die bestimmend und selbstherrlich agieren. Sie haben die Macht und das Geld und die nötigen Beziehungen und scheuen sich nicht, dies für ihre Zwecke einzusetzen. Während die weniger Privilegierten schauen müssen, wo sie bleiben.
Dass die Rolle der Frau in jenen Jahren, in den frühen Sechziger bis weit in die Siebziger Jahre des letzen Jahrhunderts, eine andere war als heute, wird an einigen Beispielen gezeigt. So steht Alice, die Mutter der beiden Kinder, ganz im Schatten ihres dominanten Mannes und Judyta hat als erste State Troopers der USA einen schweren Stand bei ihren männlichen Polizeikollegen. Aber diese schafft es, sich nicht nur aus dem Einfluss ihrer konservativen Familie zu befreien, sondern auch allen zu beweisen, was in ihr steckt.
Einen Roman mit dieser komplexen Struktur sicher über die Ziellinie zu bringen ist nicht leicht. Doch die Autorin hält souverän alle Fäden in der Hand und die Spannung bis zum Schluss.
Aber auch der Schauplatz des Romans trägt zum Lesevergnügen bei. Mit ihrer bildhaften Sprache hat Liz Moore die Atmosphäre dieser urwüchsigen Gegend in den Adirondack Mountains wunderbar eingefangen, ebenso die Stimmung im Camp, zwischen Abenteuer und Lagerfeuer.
So ist „ Der Gott des Waldes“ ein fesselnder Unterhaltungsroman, der zugleich Krimi, Familiengeschichte und Gesellschaftsporträt ist.










