Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Atemlos auf den Berg
Wild wuchern von Katharina Köller
Marie ist auf der Flucht und sucht Schutz auf der Alm bei ihrer Cousine, die dort ein einsames, eigenwilliges Leben führt. Es ist eine wilde Geschichte, geschrieben in einer kraftvollen Sprache, die einen mitreißt, vom rasanten Aufstieg über Stock und Stein bis zum allmählichen Eintauchen in die Welt am Berg, wo auch Spinnweben und Motten respektiert werden, wo es keine Rolle mehr spielt, wie man ausschaut und dass die Decken nach Ziege stinken.
Erst dann erfährt man von der schwierigen Beziehung der beiden Frauen zueinander, von früheren Verletzungen und familiären Verstrickungen. Erst am Berg, nach harter Arbeit, kommen beide wieder miteinander ins Gespräch.
Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und bin nur zweimal im Text wirklich gestolpert, auf Seite 9 und irgendwo gegen Schluß: "Schockschwerenot" ist ein Ausdruck, der höchstens noch in Entenhausen oder in Fantasy-Spielen verwendet wird. Aber ein bisschen was von Fantasy hat ja diese Geschichte mit ihrem offenen Ende auch.
Rezensionen von Nele33:
Spannung
Die Schwester des Serienkillers von Alice Hunter
"Die Schwester" des Serienkillers" gehört zu der einer Reihe der Autorin Alice Hunter zu der "Die Frau des Serienkillers" und "Die Tochter des Serienkillers" gehören.
Anna Price lebt in einem kleinen malerischen Ort Englands und fühlt sich in ihrem Leben mit ihrem Mann Ross sehr wohl.
Beruflich arbeitet sie als Lehrerin an einer exklusiven Privatschule. Mit ihrer Vergangenheit scheint sie abgeschlossen, ihren Bruder Henry hat sie seit Jahren nicht mehr gesehen. Bis eines Tages die Polizei vor ihrer Tür steht und nach Henry sucht, der unter Verdacht steht, zu einem Serienmörder geworden zu sein. Ab diesem Zeitpunkt steht Annas Leben Kopf und die Vergangenheit holt sie ein. Ihre Gedanken sind wieder in dem Kinderheim, in dem sie mit ihrem Bruder aufgewachsen und traumatisiert worden ist.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, der Gegenwart und ihrer Vergangenheit, in erster Linie aus der Sicht von Anna. Für mich war der dritte Band mit Abstand der beste der Reihe. Die Verstrickungen, die sich im Laufe des Buches offenbaren, sind psychologisch sehr ausgefeilt und die menschlichen Abgründe werden perfekt ausgeleuchtet.
Das Finale hält einige absolut überraschende Wendungen bereit, die ich so nicht erwartet hätte.
Ich kann den dritten Band, der unabhängig der ersten beiden Bände gelesen werden kann, auf jeden Fall für spannende Lesestunden empfehlen.
Rezensionen von Beavielleser:
Zwischen zwei Stühlen
Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall
Beth und Frank sind glücklich verheiratet. Sie bewirtschaften zusammen mit Frank's Bruder eine Farm. Der Tod von ihrem gemeinsamen Sohn hat an ihrer tiefen Verbindung nichts geändert.
Als Gabriel, Beth's erste große Liebe, mit seinem Sohn in das Dorf zurück kommt wird es schwierig.
Beth erinnert sich an den gemeinsamen Sommer mit Gabriel vor 13 Jahren. Leo, Gabriel's Sohn wächst Beth sehr ans Herz und Frank fühlt ihr Leben durch die beiden bedroht. Beth ist hin und her gerissen zwischen den beiden Männern.
Diese Buch hat alles was ich mir wünsche. Es ist eine interessante, gefühlvolle Geschichte. Sehr unterhaltsam und einfühlsam geschrieben. Durch den Mordfall ausserdem unheimlich spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Eine besondere Geschichte, fesselnd, einfühlsam und stimmungsvoll erzählt, mit überzeugenden Charakteren und überraschenden Wendungen.
Rezensionen von MarcoL:
Mutter und Tochter, einander fremd und dennoch vereint, in einer sprachlich wunderbaren Geschichte über eine Generationenkluft.
Halbinsel von Kristine Bilkau
Linn ist noch ein Kleinkind, als ihr Vater Johan beim Joggen zusammenbricht und stirbt. Für ihre Mutter Annett stürzt eine Welt zusammen. Doch sie meistert ihr Schicksal, zieht Linn alleine auf, ermöglicht ihrer Tochter Abitur, Studium und Selbstverwirklichung.
Linn wächst heran, engagiert sich stark für den Umweltschutz, betreut Projekte, kommt in der Welt herum, hält Vorträge.
Und just während eines Vortrages bricht sie nach einem Schwächeanfall zusammen. Ihre Mutter nimmt sie zu sich, zur Erholung, um Kraft zu tanken. Aus einer Woche werden Monate. Linn bleibt in sich verschlossen, spricht kaum, schläft in den Tag hinein, scheint sich um nichts kümmern zu wollen. Annett beginnt dieses Verhalten zu stören, erst recht als Linn einen Teilzeitjob in der Bäckerei annimmt. Zu was der ganze Aufwand? Das Studium? Die Entbehrungen als alleinerziehende Mutter, wenn ihr Kind dann all das hinwirft. Doch tut sie das wirklich? Weiß Annett überhaupt, was das Beste für ihre Tochter ist?
Es hängt ein grauer Schleier über den beiden, und diese Stimmung hat die Autorin so perfekt inszeniert, dass man sie greifen könnte. Es ist wie eine Androhung eines möglichen Gewitters, von dem man nicht weiß, ob es sich entladen wird oder nicht. Gelegentlich kommt Wind auf, oder die Sonne nestelt sich hindurch, erhellt Szenen, gibt Hoffnung. Besonders dann, wenn die neuen Nachbarn ins Bild kommen – eine fröhliche Truppe, die ihr Leben abseits der gesellschaftlich festgefahrenen Pfade gestaltet.
Die Halbinsel an der Nordsee, den Elementen gnadenlos ausgeliefert in all ihrer Pracht, kann schnell zur Falle werden. Steigende Meeresspiegel, unverantwortliches Verhalten der Menschheit – es ist alles ein filigranes Gebilde, genauso wie die Zwischenmenschlichkeit von Annett und Linn. Auch kleine Teaser der alten Sage um Rungholt dürfen hier nicht fehlen und werden sehr geschickt in die Story eingebaut.
Und überhaupt - die Autorin spielt gekonnt mit den Emotionen ihrer Protagonistinnen, und auch mit ihren Leser*innen. Und das auf eine leichte, lockere Art – man kann das Buch einfach nicht mehr weglegen.
Die Zweifel von Annett, zusammen mit ihrem Sicherheitsdenken, sickern aus ihren Tiefen hervor, scheinen an einer Mauer, die Linn umgibt, abzuprallen. Auch Johan kommt zu Wort, als willkommenes Stilmittel in Annetts Gedanken. Wie würde er sich verhalten, was sagen, was tun?
Kristine Bilkau schreibt wunderbar berührend über eine Generationenkluft, über eine Mutter-Tochter-Beziehung, und darum, ob oder wie diese Spalten, wenn überhaupt, überwunden werden können. Mutter und Tochter sind einander fremd und dennoch vereint, beide im Versuch, das jeweilige Beste aus sich zu machen, im Kampf gegen die Ströme der Zeit.
Sehr gerne gebe ich für diesen sprachlich äußerst gelungenen Roman (wie alle Romane der Autorin) eine ganz große Leseempfehlung. Ich bin wirklich sehr angetan davon.
Ein wenig erinnert mich der Grundgedanke des Romans auch an das letzte Buch von Donatella di Pietrantonio „Die zerbrechliche Zeit“, erschienen im Kunstmannverlag. Ein ebenfalls wunderbarer und sehr zu empfehlender Roman mit ähnlichen Topics.
Rezensionen von Kapitel60:
Ein spannendes Abenteuer im Dämmerwald
Federohr und Flitzepfote - Der maskierte Dieb von Jordis Lank
Worum geht’s?
Im 2. Band bekommen es Federohr und Flitzepfote mit einem maskierten Dieb zu tun. Der Waschbär klaut nicht nur Tuffs Nüsse, er macht auch noch den wertvollen Kopfwärmer kaputt.
Cover, Schreibstil:
Das Cover ist wieder wunderschön gestaltet. Die Tiere sind sehr realitätsgetreu gezeichnet, was wir sehr schön finden.
Leider gibt es im Inneren nicht sehr viele Illustrationen, das finden meine Kinder sehr schade. In ihrem Alter wünscht man sich einfach mehr Bilder. Die Geschichte ist einfach zu verstehen, obwohl der Schreibstil etwas anspruchsvoller ist.
Fazit:
Wir kennen bereits den ersten Band und haben uns schon sehr auf ein weiteres Abenteuer mit den ungleichen Freunden gefreut. Die zweite Geschichte gefällt uns noch besser als die erste, weil sie irrsinnig spannend ist und auch ein Bösewicht vorkommt. Das mögen die Kinder immer sehr gerne. Die Kinder waren dieses Mal mitten im Abenteuer, haben mit gefiebert und sich über den Waschbären aufgeregt.
Am Ende des Buches offenbart die Autorin wieder ihre Schreibpannen. So lustig!
Wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer.
Rezensionen von Sonne89:
Pageturner
Fatal Secrets von Sarah Saxx
Jaxon und Solène, zwei junge attraktive Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich wahrscheinlich nie begegnet wären, würden sich nicht beide in einer akuten Notlage befinden.
Jaxon ist auf der Suche nach seiner entführten Schwester Caroline und stößt dabei auf Solène, eine Französin, die auf der Flucht vor ihrem Exfreund vom Regen in die Traufe gerät.
Da sich Jaxon Infos zu seiner Schwester von ihr erhofft und Solène ihn als Notanker sieht, kreuzen sich ihre Wege mehrmals. Beide beginnen einander zu vertrauen und fühlen sich sehr zueinander hingezogen.
Zuerst fällt der wunderschöne Farbschnitt des Buches und die düster (dunkle Äste/Wald) gestalteten Kapitel ins Auge. In den Kapiteln wechseln sich die Erzählungen von Solène und Jaxon ab, wodurch der Leser in die jeweils andere Perspektive springt. Da bereits zu Anfang sehr viel passiert und sich die Handlung auf beiden Seiten sehr rasant entwickelt, ist das Buch ein echter Pageturner und man kann es gar nicht mehr weglegen.
Allerdings ist es nichts für zart Besaitete. Das Buch ist düster, die Sprache teils vulgär. Es beinhaltet u.a. Entführung, Menschenhandel, Vergewaltigung, Misshandlung und Mord.
Beide durchleben miteinander Schreckliches, was sie im Laufe des Buches aber immer mehr zueinander zieht und aneinanderbindet. Das hat mir persönlich an der Geschichte sehr gut gefallen und die Spannung, weil es so viele gefährliche Situationen gab und man mit beiden mitfiebert.
Rezensionen von Kapitel60:
Total verrückt!
Super-Dad und die explodierende Kacke von Arttu Unkari
Worum geht's?
Durch eine mysteriöse Kack-Explosion wird die Bildungsministerin samt Klo auf den Mond katapultiert. Dahinter steckt ein verrückter Erfinder. Da er mit weiteren Explosionen droht, nimmt sich Super-Dad der Sache an.
Cover, Illustrationen, Schreibstil:
Das Cover hat für mich leider einen negativen Beigeschmack.
Ist es wirklich notwendig, dass Super-Dad mit einer Waffe abgebildet ist? Man wäre auch super ohne Waffe ausgekommen. Die Illustrationen sind cool und passend. Jedes Kapitel ist quasi in einer anderen Farbe gestaltet. Mich irritiert ein wenig, dass dieses Buch als Comic Roman angepriesen wird. Es gibt wirklich nur sehr wenige Comicelemente, dafür ordentlich Text.
Fazit:
Ich finde, dass die Altersangabe definitiv auf 10 Jahre erhöht werden müsste, da auch der Inhalt anspruchsvoller ist und man manchmal um die Ecke denken muss, auch die Waffe hätte nicht sein müssen. Nichtsdestotrotz ist das Buch super witzig und definitiv auch etwas für Erwachsene.
Rezensionen von Arambol:
zwischen Nostalgie und Chaos
Klapper von Kurt Prödel
"Es war chaotisch, laut, es tat in den Ohren weh, aber das war alles genau richtig."
Der Roman spielt im Sommer 2011 und erzählt die Geschichte des 16-jährigen Thomas, genannt Klapper, der seine Zeit am liebsten allein vor dem Computer mit Counter strike verbringt. Doch als zu Beginn des neuen Schuljahrs die neue Mitschülerin "Bär" in seine Klasse kommt, verändert sich so einiges.
Die beiden teilen eine gemeinsame Begeisterung für Videospiele und freunden sich an. Während ihre Beziehung sich langsam entwickelt, steuern sie gleichzeitig unweigerlich auf ein dramatisches Ereignis zu.
Jahre später holen Klapper die Erinnerungen an diesen Sommer wieder ein...
Mit "Klapper" legt Kurt Prödel einen bemerkenswerten Debütroman vor, der glaubwürdig die Stimmung der frühen 2010er-Jahre einfängt.
Der Schreibstil ist lebendig und wirkt authentisch. Gleichzeitig durchzieht das Buch aber auch eine irgendwie äußerst trübsinnige, fast depressiv wirkende Grundstimmung. Einsamkeit, ständige Unsicherheit und das ungute Gefühl, nicht dazuzugehören, sind sehr zentrale Themen der Erzählung.
Diese bedrückend dunkle Atmosphäre verleiht der Geschichte dann auch eine gewisse Schwere und Melancholie.
Ein Schwachpunkt des Romans sind meiner Meinung nach jedoch vor allem die Charaktere selbst, die nicht immer glaubwürdig wirken. Während Klapper als Protagonist noch recht glaubhaft erscheint, bleibt Vivi (alias Bär) in ihrer Entwicklung sehr blass und ist in ihren Handlungen wenig nachvollziehbar.
Insgesamt ist "Klapper" ein durchaus bemerkenswert interessanter und gelungener Debütroman, der mit seiner Mischung aus Nostalgie, inklusive des unvergesslichen Geschmacks von Zitronenkrümeleistee, und jugendlicher Melancholie überzeugt.
Rezensionen von Kapitel60:
Etwas ganz besonderes
Was das Leben dir schenkt von Lucy Claire Dunbar
Worum geht's?
Was das Leben dir schenkt ist ein Geschenkbuch von Lucy Claire Dunbar. Die Autorin war zwischenzeitlich blind und aus Dankbarkeit hat sie sich zum Ziel gesetzt, jeden Tag zu zeichnen und damit viele Menschen zu erreichen.
Cover, Illustrationen und Schreibstil:
Das Buch ist optisch einfach wunderschön.
Die Illustrationen sind romantisch, poetisch, verspielt und zart. Die verschnörkelte Schrift wertet den Text noch zusätzlich auf. Die Botschaften gehen direkt unter die Haut. Mein Lieblingsspruch: Die winzigste freundliche Geste kann die größte Welle der Liebe auslösen.
Fazit:
Ein toller Lebensbegleiter und Helfer in vielen Lebenslagen. Ich lese sehr oft in diesem Buch und es macht definitiv glücklich. Manchmal vergisst man, die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu schätzen und zu genießen. Mit diesem Buch hat die Autorin wirklich etwas ganz besonderes geschaffen.
Rezensionen von Harakiri:
genial
Die Kollegin - Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste? von Freida McFadden
Dawn und Natalie sind Kolleginnen. Natalie ist die Schöne, Beliebte und Dawn die Unbeliebte und Seltsame. Als Dawn eines Tages nicht zur Arbeit erscheint, macht sich Natalie Sorgen und fährt zu ihr nach Hause. Was sie dabei entdeckt, sprengt die Grenzen all dessen, was sie sich je vorzustellen gewagt hätte.
Bei Thrillern habe ich schon viel gelesen und viel erlebt. Aber was Freida McFadden hier abliefert, toppt vieles. Man weiß nie, wem oder was man glauben kann. Zu viele Wendungen und Fallstricke baut die Autorin ein und man klebt bis zur Auflösung rettungslos an den Seiten.
Die Kapitel sind kurz und bestehen zum Teil aus kurzen E-Mails, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Anfangs wechseln die Kapitel zwischen Natalie in der Gegenwart und E-Mails von Dawn an ihre Freundin aus der jüngeren Vergangenheit. Gerade dieser Wechsel sorgt für Dramatik.
Die Charaktere sind gut durchdacht, und auch das Geheimnis von Natalie, das lange im Dunkeln bleibt, trägt zur Spannung bei. Dabei ist Natalie zunächst eine sympathische Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Nach und nach wird aber eine Stimmung aufgebaut, bei der nicht mehr klar ist, wer Freund und Feind, bzw. wer Natalie das antun könnte. Mein anfänglicher Verdacht wurde so feinsäuberlich pulverisiert wie manch anderer Verdacht, der mir im Laufe der Geschichte gekommen ist.
Fazit: McFadden schreibt wieder ein Buch, das es in sich hat. Ein wahrer Pageturner.











