Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tonton:
Schöne Geschichte, die sich ein bisschen in die Länge zieht
FC Stinkesocke - Glücksbringer wäscht man nicht von Oliver Schlick
Die Geschichte dreht sich um Emil, der traurig ist, weil es dieses Jahr nicht genug Spieler gibt, um eine keine D-Jugend-Mannschaft zu bilden. Doch er hat eine Idee und versucht gemeinsam mit seinen Freunden, eine Lösung zu finden. Sie beschließen, eine gemischte Mannschaft aus Jungs und Mädchen zu gründen: der FC Stinkesocke ist geboren! Doch bevor sie richtig loslegen können, müssen sie einige Herausforderungen meistern.
Das Cover ist sehr schön gestaltet. Besonders gut gefallen haben uns die süßen Illustrationen, die die Geschichte wunderbar ergänzen und den Text auflockern. Auch der Schreibstil ist kindgerecht und mitreißend. Mein Sohn konnte der Geschichte gut folgen.
Das Thema Fußball wurde insgesamt sehr gut umgesetzt. Allerdings fanden wir, dass sich die Geschichte anfangs etwas gezogen hat. Besonders in den ersten Kapiteln passiert fußballtechnisch relativ wenig, weshalb mein Kind immer wieder das Interesse verlor und das Buch zur Seite legte. Als die Spiele losgingen, war er aber voll dabei.
Rezensionen von Morten:
Es fehlt das Herz
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
Kann ein Buch ohne richtig sympathische Figuren funktionieren? „Achtzehnter Stock“ beantwortet diese Frage gleichzeitig mit Ja und mit Nein. Denn ja, Sara Gmuers Roman liest sich schnell und gut und interessant. Aber dennoch fehlte mir über große Strecken die Verbindung zu Wanda, der Protagonistin.
Und das ist vor allem eines: schade.
Wanda ist Schauspielerin ohne Engagement. Als ihr endlich eine Rolle winkt, wird ihre Handtasche geklaut und ihre Tochter krank. Rolle futsch, aber immerhin hat sie nun die Telefonnummer von Adam, dem angesagtesten Schauspieler des Landes. Ein Ausweg aus der Plattenbauwohnung, in der sie im achtzehnten Stock lebt? Nur scheinbar. Denn erst einmal muss Tochter Karlie für drei Wochen ins Krankenhaus – und dann verschweigt Wanda ihre Tochter gegenüber Adam und Produzenten als endlich ein Jobangebot kommt. Kann sie das Geheimnis wahren? Und falls ja – zu welchem Preis?
„Achtzehnter Stock“ funktioniert als Geschichte über eine alleinerziehende Mutter. Man leidet mit Wanda, als Karlie mit Hirnhautentzündung in die Notaufnahme muss. Man fühlt ihre Sorgen, als sie trotz Wasserverbot ins Schwimmbad geht. Vielleicht hat man auch Empathie dafür, dass Wanda ihre Tochter zur Nachbarin gibt, um endlich einen Job zu bekommen, um ihre Rechnungen zu zahlen oder noch besser, den Plattenbau zu verlassen.
Gleichzeitig aber bleibt sie fremd, kühl. Vielleicht ist das ihrem Alltag geschuldet, ich möchte gar nicht wissen, wie es ist, alleine für ein Kind zu sorgen, dessen Vater zwar Kontakt wünscht, aber damals eine Abtreibung forcierte. Ständig am Existenzminimum zu knabbern. Träume platzen zu sehen und dennoch an ihnen festzuhalten. Das schafft die Autorin auf nachvollziehbare Art und Weise. Trotzdem springt der Funke nicht komplett über, denn Wanda blieb mir über die rund 250 Seiten fremd. Und selbst die Kulisse Platte mit den anderen einsamen Frauen und Kindern wirkt austauschbar – bis auf die letzten Seiten. Aber selbst da ist es nicht Wandas Verdienst.
So bleibt „Achtzehnter Stock“ für mich hinter seinen Möglichkeiten zurück, leider, obwohl es eine gute Geschichte ist, mit authentischen Problemen und ja, vielleicht auch authentischen Figuren. Nur fehlt das Herz.
Rezensionen von _ich.lese_:
Einfach toll
Kodiak Echoes - Hide me von Julia Pauss
Brynn deckt zufällig bei ihrer Arbeit als Softwareentwicklerin ein Verbrechen auf und kommt in einer Zeugenschutzprogramm.
Um sicher zu sein kommt sie nach Kodiak Island in Alaska in eine Kleinstadt.
Dort hat sie nicht nur mit den Eigenheiten schrulliger Kleinstadtbewohnern und mit wilden Tieren zu tun, sondern auch mit ihrem grumligen NNachbarn Archer, der von der ganzen Stadt gemieden wird.
Als sie rausfindet warum das so ist, ist es für sie zu spät, sie fühlt sich schon sehr zu Archer hingezogen.
Ich liebe Smalltown Romance und wenn es, wie in diesem Buch auch noch einen Suspence Anteil hat, hat es mich schon.
Ich mochte das Setting total, die Protagonisten waren mit sympathisch und auch kantig genug um im Gedächtnis zu bleiben.
Es ist keine reine Romance, es ist schon fast ein Thriller. Ein Thriller mit einer Lovestory, hat mich sehr gut unterhalten, ich mochte den Schreibstil, den Spannungsaufbau, die gesamte Story. Habe es sehr gerne gelesen und kann es nur empfehlen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Schwarzer Humor und sehr unterhaltsam
Mord mit Talblick von Simon Wasner
Schaut Richie, das Alpaka, nicht goldig aus, auf dem Cover ? Ich finde : definitiv ! Also bin ich zu gemütlichen Lesestunden gestartet und habe mich köstlich amüsiert :
Simon Wasner hat einen flüssigen, authentischen Schreibstil, dass es beim Lesen wirklich einfach macht, die manchmal mehr als skurril anmutenden Figuren bildlich vor Augen zu haben.
Auch die Örtlichkeiten beschreibt er detailgetreu, ohne zu viel oder zu wenig Worte zu nutzen.
Die Geschichte selbst ist für Menschen, die dem schwarzen Humor angetan sind und nicht auf glatte Geschichten mit durchweg sympathischen Charakteren stehen.
Mir hat der Alpenkrimi sehr gut gefallen, köstlich haben mich die Figuren und witzigen Situationen unterhalten und ich bin wirklich begeistert von dem Buch. Es lässt sich leicht lesen und man wird von Beginn an in den Sog von Martins und Larissas Geschichte mit einbezogen, so dass es nach einer kurzen Zeit wirklich schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Wer schwarzen Humor und Alpakas mag, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Von mir gibt es dafür eine Empfehlung mit 5 Alpakas !
Rezensionen von barbara.liest:
ein wahres Geschenk
Was das Leben dir schenkt von Lucy Claire Dunbar
Dieses Buch ist an sich ein wahres Geschenk und ich habe jede einzelne Seite sehr genossen.
Es eignet sich sehr gut zum Weiterschenken aber auch zum Selbst behalten, denn man kann die Texte immer wieder lesen und sich so den Tag verschönern.
Mit viel Sorgfalt hat Lucy Claire Dunbar Sprüche zu unterschiedlichen Themen gesammelt und dazu passende Illustrationen gestaltet.
Egal ob es um die Liebe, die Freundschaft, die Selbstliebe, die Dankbarkeit, der Mut, die Erinnerungen oder die Freundlichkeit geht - die Texte sind immer sehr passend zusammengestellt und aussagekräftigt.
Sie nimmt die Leser auch in ihre eigene Geschichte ein wenig mit, was das Buch noch authentischer macht.
Mit dem Buch drückt sie aus wievielen wertvolle Dingen wir im Leben begegnen und was es ausmacht diese auch wahrzunehmen.
Ich möchte mit einem Zitat aus dem Buch enden:
"Wenn wir erkennen, dass das Leben selbst das Glückslos ist, ist der wahre Jackpot gewonnen."
Rezensionen von Claudia H.:
Ich finde, jede Frau sollte ihren Josch haben
Mama kommt gleich von Tina Wolf
Worum es geht:
Toni Meier ist Sexologin, sie hat ihre eigene Praxis und einen dementen Vater. Nachdem wieder einmal die Polizei bei ihr angerufen hatte, muss sie ihren Vater sofort abholen, da er draußen nackt herumläuft. Dabei vergisst sie völlig, die Tür zu schließen. Josch, der zweite Meier im Haus, will ihr gerade einen Brief vorbeibringen, der versehentlich in seinem Briefkasten gelandet ist.
Er geht in die Praxis rein und sucht nach der Inhaberin. Dann kommt auch schon die erste Patientin, die denkt, Josch wäre eine Vertretung. Diese lässt ihn auch gar nicht zu Wort kommen, sodass er das Missverständnis nicht aufklären kann. Josch ist alleinerziehender Vater und Schriftsteller, leidet jedoch an einer Schreibblockade. Spätestens nach dem 2. Patienten strotzt Josch nur so von Idee.
Mein Fazit:
Die Story ist total nett und witzig geschrieben. Ich habe mich köstlich amüsiert. Ich finde die Idee total klasse und es ist mal was anderes. Dazu gibt es noch eine richtig nette Lovestory, die kein bisschen kitschig ist. Toni und Josch sind mir gleich ans Herz gewachsen. Josch ist so ein netter Kerl, ich hoffe, jede Frau hat so einen. Wer jetzt aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Sexualtherapeutin handelt, denkt, dass hier schlüpfrige Geschichten erzählt werden, ist hier falsch. Die Story ist was fürs Herz, nicht für den Schoß. Mir hat das Buch auf jeden Fall richtig gut gefallen. Bitte mehr davon, ich bin total begeistert.
Von mir gibt es natürlich eine ganz klare Leseempfehlung mit vollen 5 Sternen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Der irische Fremde von Matthias Moor
Mary Shean, die als Maria Schubert in Deutschland aufgewachsen ist, begegnet am Flughafen von Oslo einem Mann, der ihr vage bekannt vorkommt und bei ihr eine Panikattacke hervorruft. Ist das der Mann, den sie vor 25 Jahren, als ihre Eltern beim Brand des eigenen Hotels in Irland ums Leben gekommen sind, gesehen haben will?
Irritiert kehrt sie an den Schauplatz des Dramas zurück, beauftragt eine Detektei um diesen geheimnisvollen Fremdem auszuforschen und gerät selbst, durch Erinnerungsfetzen in akute Lebensgefahr.
Was ist damals wirklich passiert?
Meine Meinung:
Der Krimi beginnt langsam, doch als versierte Krimileserin und politisch Interessierte, klingelt es recht bald. Ein Unbekannter, ein augenscheinliches Unglück, ein Kind als Zeugin, das außer Landes gebracht worden ist sowie Menschen, die nicht immer alles oder die Wahrheit sagen, zusammen mit dem Wort „irisch“, haben mich schnell in eine bestimmte Richtung denken lassen. Und ja, diese Ahnung hat sich als richtig herausgestellt, wenn auch auch ein wenig anders, als erwartet.
Das Buch lässt sich leicht lesen. Durch zahlreiche unerwartete Wendungen erhöht sich die Spannung zusehends, um mit einer spannenden Lösung aufzuwarten.
Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Mary ist interessant dargestellt. Ihr Selbstbild weicht vom Fremdbild deutlich ab. Während sie sich selbst als zielstrebig sieht, urteilen die Außenstehenden ganz anders. Sie wirkt unstet, bisweilen bedrohlich und desorientiert, weshalb man sie in einer psychiatrische Behandlung unterziehen will. Ihr fragmentarischen Flashbacks an den Tod ihrer Eltern widersprechen den damaligen polizeilichen Ermittlungen.
Hat man ihre Erinnerungen manipuliert?
Fazit:
Diesem fesselnden Krimi, der uns nach Irland führt, gebe ich gerne 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Die Hausboot-Detektei - Tödliche Blüten von Amy Achterop
Wenige Tage vor der alljährlichen Eröffnung des Mekkas der Tulpen, dem berühmten Keukenhof, haben Wühlmäuse ausgerechnet die Tulpenbeete der aktuellen Neuzüchtungen, von denen sich der Direktor einen Preis erhofft, zerstört. Die Polizei hat werde Zeit und Kapazität zu ermitteln, handelt es sich doch bloß um eine Sachbeschädigung.
Der Direktor des Keukenhof sieht das natürlich anders und engagiert die Hausboot-Detektei, um zunächst einmal undercover zu recherchieren.
Erst als eine Mitarbeiterin niedergeschlagen wird und eine andere spurlos verschwindet, wird die Polizei aktiv. Dabei ist die Truppe der Hausboot-Detektive den offiziellen Ermittlern ein wenig voraus, haben sie doch mit Elin ein Kriminalromane schreibendes Mitglied, das sich ziemlich kriminelle Szenarien ausdenken kann.
Bei ihren Recherchen entdecken sie, dass es im Umfeld des Keukenhofs eine auffällig hohe Rate von sitzengelassenen Ehefrauen gibt. Ob das im Fall der zerstörten Tulpenbeete eine Rolle spielt?
Meine Meinung:
Amy Achterop ist wieder eine spannende Fortsetzung gelungen. Neben der personellen Änderung, Jack ist nicht mehr dabei, wird es auch bei den tierischen Mitgliedern Änderungen geben. Hund, der Labrador sieht dem Ende seines Lebens entgegen während Fru Gunilla zuerst einmal ausbüxt, um dann trächtig zurückzukehren. Das verspricht für den nächsten Band jede Menge Aufregung.
Die Hausboot-Detektive ermitteln wieder in ihrer üblichen etwas unkonventionellen Art, auch wenn sie diesmal wegen Hund und Fru Gunilla in Sorge sind.
Die Autorin legt zahlreiche Spuren, die durchaus einen möglichen Hintergrund haben. Aber, wie wir schon aus den vier Vorgängern wissen, ist das Offensichtliche Amy Achterops Sache nicht. Zahlreiche Wendungen erhöhen die Spanung und fesseln die Leser dieses Tulpenkrimis.
Ich bin ja ein erklärter Tulpenfan, weshalb ich diesen Krimi unbedingt lesen musste. Interessant ist der Einblick in die Arbeit der Gärntner beim wohl bekanntesten Tulpenzüchter. Jedes Jahr nehme ich mir vor, das Blütenmeer in Augenschein zu nehmen. Vielleicht wird es 2026 gelingen.
Fazit:
Ein gelungener 5. Fall für die Hausboot-Detektive, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Ich mach' mein Ding von Lars Haider
Dieser Krimi ist der vierte aus der Reihe rund um Lukas Hammerstein, in dem Udo Lindenberg einen Cameo-Auftritt hat bzw. der Buchtitel aus einem seiner Lieder stammt.
Diesmal drückt er wegen einer Reportage über Hamburg Elite-Gymnasium Elyseum für einen Monat als außerordentlicher Schüler die Schulbank.
Es gibt nämlich Gerüchte, man könne, so ferne man genug Kleingeld hat, durch eine Geldspende das Wohlwollen einiger Lehrer kaufen, um dem lieben, aber mitunter faulen, Fortpflanz zu besseren Noten zu verhelfen.
Natürlich kommt das bei der Leserschaft der „Hamburg News“ nicht gar so gut an und die betuchte Klientel kündigt reihenweise ihre Zeitungsabos. Gleichzeitig verschwindet die Direktorin des Gymnasiums. Sofort wird ein Zusammenhang mit der Bestechung der Lehrer vermutet und die Direktorin der Mitwisserschaft sowie ihres Selbstmords geziehen.
Doch ist das wirklich so? Und was hat der TV-Moderator, dessen Kinder sowie der Kindermädchen gemeinsam die Privatschule besuchen damit zu tun?
Meine Meinung:
Ach, wie kommt mir das Thema Privatschule und Notenkauf bekannt vor! Auch in Österreich gibt es solche Gerüchte, die ich als ehemalige und langjährige Vorsitzende des Elternvereins eines Privatgymnasiums nur zu gut kenne. Auch eine Liebesbeziehung zwischen Lehrkaft und Schüler(in) ist nicht ganz unbekannt. Das gab’s schon zu meiner Gymnasialzeit in den 1970er-Jahren. Geht natürlich gar nicht. Aber wo die Liebe (?) hinfällt, wächst oft kein Gras mehr ....
Wie schon seine drei Vorgänger ist auch dieser Krimi hier flott und flüssig geschrieben. Lars Haider lässt seine Leser sowohl an den polizeilichen Ermittlungen als auch an den Recherchen der Journalisten teilhaben. Natürlich gibt es da immer wieder Konflikte, zumal Lukas‘ Freund Enno, Kriminalbeamter und Mitglied der „Vier Flaschen“ sowie der Lebensgefährte von Polizeireporterin Kaja ist. Lukas und Kaja haben gegenüber der Polizei den Vorteil, das eine oder andere Gesetz zu ihren ermittlungstechnischen Gunsten ein wenig zu dehnen.
Wieder mit dabei sind Lukas‘ Familie und Schiwegerfamilie sowie Dackelin Finchen, deren unbedachter Ausflug, winselnde Folgen hat.
Ein Fixpunkt in den Hammerstein-Krimis ist neben dem Cameo-Auftitt von Udo Lindenberg auch das monatliche Treffen der „Vier Flaschen“, in dem Lukas und seine Freunde nicht nur jeweils vier unterschiedliche Weine verkosten, sondern auch das eine oder andere politische Thema der Hansestadt besprechen.
Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung dieser Krimi-Reihe aus meiner Lieblingsstadt in Deutschland. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Liebesgeschichte vor nature writing und climate fiction in gut konsumierbarer Form
Stammzellen von Alina Lindermuth
Okay, Wow, denke ich, als ich den neuen Roman von Alina Lindermuth zum ersten Mal in der Hand halte. Das Cover ist mega und die Buchgestaltung wie immer bei den Büchern von Kreymayr & Scheriau einfach nur wunderschön.
Auch der Klappentext verspricht eine einzigartige Geschichte ganz nach meinem Geschmack.
Auf der ganzen Welt gibt es seit einigen Jahren das Phänomen der Dendrose, das ähnlich wie eine Pandemie um weiter um sich greift. Die betroffenen Menschen verwandeln sich Bäume. Es beginnt mit einem harmlosen Kribbeln in den Fußzehen und Fingerspitzen und schreitet dann mit der Verholzung und Verwurzelung der Beine fort. Als nächstes versteifen sich die Gelenke und auch das Bewusstsein schwindet. Ab einen gewissen Grad der Verwandlung müssen die Anthrodendren in die Erde gepflanzt werden um ihr Weiterleben als Baum sicherzustellen.
Für Angehörigen ein äußerst schmerzhafter Prozess.
Es ist eine Dystopie, die gleichzeitig als Parabel bereits stattfindet. Denn das Auftreten, die Verbreitung und sozialen Konsequenzen des Phänomens erinnert mich stark an die Jahre der Corona Pandemie.
Auch in Lindermuths Roman arbeiten Wissenschaftler*inne und Mediziner*innen fieberhaft an einer Erklärung und nach Behandlungsmöglichkeiten für das rätselhafte Phänomen.
Doch es geht in „Stammzellen“ gar nicht so sehr um die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der Derndrosen, obwohl natürlich klar ist, dass diese Veränderungen für eine Art Backlash der Natur stehen. Später verdichten sich die Hinweise, dass die Dendrose durch die Klimaveränderungen und Umweltverschmutzungen ausgelöst wurde.
Lindermuth erzählt ihren Roman ganz aus der individuellen Sicht ihrer Protagonistin Ronja und in Form einer Liebesgeschichte vor dem Hintergrund dieser Krise. Für mich ist das gleichzeitig die Stärke, aber auch die Schwachstelle des Romans.
Ronja lernt in den ersten Kapiteln Elio kennen und nach einem etwas holprigen Start verlieben sich sich und werden ein Paar.
Als Ärztin arbeitet Ronja in Dendrose-Teams, die die Angehörige von Betroffenen während des Prozesses begleiten und unterstützen und ist deshalb direkt mit den Auwirkungen dieser Metarmorphose konfrontiert.
Seit einiger Zeit verspürt sie selbst manchmal ein minimales Kribbeln in den Zehen. Alles nur Einbildung?
Wie sieht die Zukunft von Ronja und Elio aus? Sollen sie eine Familie gründen trotz dieser Ungewissheit? Wie geht es weiter, wenn kein Heilmittel gefunden wird?
Das ist definitiv ein sehr interessantes Szenario, dass Lindermuth entwirft und das trotz der fantastischen Elemente nicht weit von unserer aktuellen Lebensrealität entfernt ist. Der Roman ist spannend geschrieben und mir gefällt die Geschichte von Ronja und Elio gerade in den ersten Kapiteln sehr gut.
Dennoch fehlt mir persönlich etwas in dem Roman der Wiener Autorin und das ist eine gewisse Vielschichtigkeit und Komplexität in den Figuren und auch in der Geschichte. Das ist ein individueller Kritikpunkt meinerseits und kein universeller, denn ich denke dass gerade diese Gestaltung den Roman für sehr junge oder sogar jungendliche Leser*innen sehr gut zugänglich macht. Lindermuth überfordert nicht mit den komplexen Wechselwirkungen aus unserem eigenen Verhalten, globalen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen und der Klimakrise, sondern fokussiert sich auf die lokalen und persönlichen Auswirkungen für das Liebespaar Ronja und Elio.
“Die Wärme des Nachmittags ist abgekühlt, das Sanfte der vergangenen Stunden und Wochen ist an der Realität scharfkantig geworden. Ihr Verstand weiß schon, dass es begonnen hat, vorbei zu sein.”
„Stammzellen“ ist nature writing und climate fiction in gut konsumierbarer Form mit einer niederschwelligen Einladung zum Nachdenken, blieb aber hinter meinen Erwartungen an einen gesellschaftskritischen Roman zurück.











