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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von froschman:

Nachdenklicher Thriller

Eisenblume von Frida Skybäck

Im Jahr 2022 wird in der längst aufgelassenen psychiatrischen Klinik durch Zufall eine Leiche gefunden, eingemauert in einer Rigips-Wand im Aufenthaltsraum im dritten Stock des Gebäudes. Sofort wird man daran erinnert, dass im Jahr 1987 zwei junge Patienten aus der Klinik spurlos verschwunden sind, der 23jährige Tommy und die 17jährige Ann-Luise.

Damals wurde nur oberflächlich ermittelt, da ja keine Straftat vorlag. Angehörige von Ann-Sophie beschuldigen die Polizei, mit der Anstaltsleitung zusammengearbeitet zu haben und deshalb die Ermittlungen rasch eingestellt wurden. Sie vermuteten, dass Tommy das Mädchen ermordete und geflüchtet ist. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass Tommy das Opfer in der Mauer ist, angeblich gestorben an einem Herzstillstand durch zu hohe Dosierung eines Beruhigungsmittels.
Fredrika Storm und ihr Partner Henry Calment rollen den alten Fall wieder auf, haben allerdings große Probleme, da viele Beteiligte von damals bereits verstorben sind und die Patientenunterlagen nicht mehr auffindbar sind. Die wenigen noch lebenden Beschäftigten können sich an nahezu nichts erinnern, allerdings fällt auf, dass sie teilweise die gleiche Wortwahl verwenden, und das ist verdächtig.
Frida Skybäck hat einen Thriller mit einer bedrückenden Atmosphäre geschrieben, zumal nicht nur in Skandinavien psychiatrische Patienten als Testpersonen verwendet wurden. Die Ermittlungen bringen einige Wendungen mit sich, vor allem gegen Ende des Buches, das man nicht aus den Händen legen konnte. Die beiden Protagonisten konnten wieder überzeugen, vor allem im Privatbereich bleibt einiges offen, sodass man sich schon auf den nächsten Teil freuen kann.

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Rezensionen von Claudia R.:

Wutknödel

Wilma und der Wutknödel von Inka Vigh

Klappentext / Inhalt:

Ein lustiges Buch für alle, die manchmal einen Wutknödel im Bauch haben!

Wilma hat einen oberpupsmiesen Tag: Mama weckt sie zu spät, zum Frühstück gibt es nur eine matschige Banane und dann streitet sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin. Irgendwann weiß Wilma gar nicht mehr wohin mit ihrer Wut – und da steht plötzlich ein kleiner, zerzauster Wutknödel vor ihr.

Der Wutknödel erklärt Wilma, dass er den ganzen Tag aus kleinen Ärgerfäden in ihrem Bauch gewachsen ist. Aber jetzt möchte er wieder nach Hause ins kuschelige Riesenknäuel. Dafür müssen die beiden herausfinden, wie Wilma am besten mit ihrer Wut umgehen kann. Sie probieren alles Mögliche aus: hüpfen, schreien, pupsen, Purzelbäume schlagen – und finden am Ende eine sehr kreative Lösung. So wird aus einem oberpusmiesen doch noch ein obersupertoller Tag!

Hilft beim Umgang mit starken Gefühlen – unterstützt Kinder dabei, Wut zu benennen und zu verstehen
Mit kreativen Tipps gegen die Wut im Bauch – spielerisch und ohne erhobenen Zeigefinger
Bietet Gesprächsanlässe für Familie, Kita und Schule – ideal zur Begleitung von Gefühls-Themen im pädagogischen Alltag
Ausdrucksstarke, farbenfrohe Illustrationen machen die Emotionen greifbar
Mit Bastelanleitung für einen eigenen Wutknödel
Cover:

Das Cover ist toll und passend umgesetzt und veranschaulicht zugleich die angesprochene Gefühlslage. Man erkennt ein Mädchen mit einem ärgerlichen Gesichtsausdruck und auf ihrem Kopf ist ein wuscheliger kleiner Kerl erkennbar. Optisch und auch farblich ist das Ganze ansprechend und passend umgesetzt. Ein wundervolles Cover, welches auf jeden Fall neugierig macht.

Meinung:

Wer kennt es nicht? Wenn der Tag mal wieder ganz anders verläuft, wie geplant und wirklich alles schief geht, dann braut sich meist ein unschönes Gefühl im Buch zusammen und diese Wut braucht manchmal ihren Raum. In Form eines niedlichen Wutknödels wird hier dieses Wutgefühl für Kinder verständlich umgesetzt und in eine liebevolle Geschichte mit tollen Illustrationen veranschaulicht.

Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht weiter ins Detail gehen, empfehlen dieses Buch aber super gern weiter... denn wer hat nicht ab und an einen kleinen Wutknödel ins sich?

Wilma wirkt sehr authentisch und man kann sich gut in ihrer Lage hineinversetzen. Manchmal läuft einfach alles schief. Schon beim Aufstehen fängt es an und geht im Kindergarten weiter und immer mehr Wut staut sich bei Wilma an. Man merkt dies sehr gut und als es aus ihr rausplatzt versucht sie sich mit diesem auseinanderzusetzen und Lösungen zu finden. Und nicht immer klappt es gleich beim ersten mal, auch dies wird hier gut veranschaulicht, denn jeder hat seine ganz eigene Art und Weise mit Wut und diesem ganz eigenen Gefühl umzugehen. Auch dies wird hier sehr gut vermittelt und einige tolle Ideen und Tipps dazu gleich mitgeliefert.

Die Geschichte ist bildlich und gut verständlich erzählt. Die Texte haben eine angenehme Länge und auch das Text-Bild Verhältnis ist gut und passend gewählt. Die Abschnitte sind gut verständlich und die Bilder dazu veranschaulichen sehr gut die Situation und geben auch das entsprechende Gefühl dazu sehr gut wieder. Optisch und farblich ist das Ganze passend umgesetzt. Die Illustrationen veranschaulichen das Gelesene sehr gut und die Bilder runden es im Gesamten sehr schön ab. Besonders gut gelungen fand ich auch den kleinen knuffigen Wutknödel. Dieser hilft dabei sich mit dem Gefühl auseinanderzusetzen und gibt dem Ganzen zusätzlich ein Gesicht.

Wilma ist wirklich klasse und auch wie sie sich mit dem Ganzen auseinandersetzt ist auf sehr liebevolle und einfühlsame Weise verfasst und umgesetzt. Eine tolle Geschichte über Wut und wie man dieser begegnet und was man tun kann, damit dieses Gefühl nicht zu stark wird. Auf liebevolle Art und Weise lernt man hier mit Wut umzugehen und sich damit auseinanderzusetzen.

Liebevoll und wunderschön illustriert, veranschaulicht dies das Ganze sehr gut. Die bunten Illustrationen setzen das Ganze sehr schön um.

Niedlich fand ich auch die Bastelanleitung am Schluss. Dort kann man sich seinen eigenen kleinen Wutknödel basteln. Die Anleitung ist in einfachen Schritten schnell und gut erklärt.

Fazit:

Liebevolle Umsetzung zum Thema Wut und wie man dieser begegnet.

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Rezensionen von Sago:

Elementarmagie

The Wind Weaver von Julie Johnson

"Jetzt ist alles egal, Rhya. Morgen früh bist du nur noch ein Häuflein Asche."

Die Story beginnt spannend, als Rhya, die zu Hälfte Fae ist, gefangen genommen wird. Doch ein geheimnisvoller Kommandant befreit sie. Weder er noch Rhya sind was sie scheinen, doch beide verfügen über gewaltige magische Kräfte.

..

Ich muss sagen, dass sich die Geschichte im Laufe des Buches immer mehr gezogen hat. Es liegt eben insgesamt mehr Fokus auf den Romantasy Vibes als auf einer unverwechselbaren Handlung. Rhya und ihr love interest Penn haben mich als Protagonisten nicht so richtig mitfiebern lassen. Rhya lässt sich von Penn trotz ihrer Kräfte mitschleifen, in einem Turm zwischenparken und beaufsichtigen. Das sich andeutende Liebesdreieck war so vorsichtig, dass man es auch gut hätte einsparen können. Ich bin nicht sicher, ob ich mich noch detailliert an die Handlung werde erinnern können, wenn der nächste Teil erscheint, da es zu wenig markante Abweichungen von ähnlichen Plots gab.

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Rezensionen von clematis:

Sich finden

Sein Wort auf den Lippen von Claudia Dahinden

Sich finden


Schweiz, 1897: Charlotte wächst behütet auf, dennoch fühlt sie sich stets weniger geliebt als ihre Schwester Agathe, insbesondere von ihrer Mutter. Zuflucht sucht sie in der Musik, ein Geheimnis um ihre Familie erfährt sie zufällig. Entsetzt flüchtet Charlotte sich zu ihrem Patenonkel in Bern, den sie überhaupt noch nie gesehen hat, der ihr aber helfen soll, sich selbst zu finden.

Dabei trifft sie auf zwei recht unterschiedliche Glaubensgemeinschaften und nicht zuletzt auf die Stimme ihres Herzens.

Liebevoll im Detail erzählt Claudia Dahinden Charlottes Geschichte, welche anfangs geprägt ist von Selbstzweifeln und Mutlosigkeit. Das ändert sich sehr schnell, als die Zwanzigjährige in Bern auf Aimée trifft und in die örtliche Kirchengemeinde eingeführt wird. Gemeinsames Klavierspiel und Gesang, vermischt mit Bibelrunden und regen Diskussionen ziehen Charlotte in ihren Bann und lassen sie den Weg zu Gott finden. Gleichzeitig lernt sie die Heilsarmee kennen, wo auch Frauen das Wort des Herrn verkünden dürfen, im Gegensatz zur Gemeinde rund um Pater Elias Weber. Es geht also einerseits um Charlottes ganz persönliches Schicksal, andererseits um allgemeine Themen wie Gleichwertigkeit und Würde aller Menschen, unabhängig, ob Mann oder Frau. Geschickt verknüpft die Autorin diese Ebenen zu einem stimmigen Roman, der überdies reale historische Personen zu Wort kommen lässt. Eher ruhig fließt die Handlung dahin, größere emotionale Wogen bleiben aus, dennoch werden vielerlei Denkanstöße geliefert, die zum Innehalten motivieren. Vielleicht meldet sich dann auch wieder eine leise Stimme, die ermutigt, dem Herzen zu folgen statt den Erwartungen anderer Menschen [kindle, Pos. 3902].

Im Mittelpunkt dieses Romans steht eine mutige Frau, die man gerne dabei begleitet, sich selbst und ihren ganz persönlichen Lebensweg zu finden. 4 Sterne.

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Rezensionen von Claudia R.:

Mix aus TV-Show, Escape und Thriller

Die Festung von L. D. Smithson

Klappentext / Inhalt:

Bonnie kommt auf einer abgelegenen Festung vor der Küste Englands an, um an einer mysteriösen Reality-TV-Show teilzunehmen. Im Wettbewerb mit sieben Fremden muss sie eine Reihe von Rätseln lösen, um das Preisgeld zu gewinnen. Die Spannung zwischen den Kandidaten steigt. Wer wird am Ende mit Ruhm und Reichtum die Festung verlassen? Zugleich wird Bonnie das schleichende Gefühl nicht los, dass sie und ihre Mitspieler nicht allein in der Festung sind.

Dann wird der erste Teilnehmer tot aufgefunden, und Bonnie beginnt eine dunkle Wahrheit zu verstehen: Es gibt einen Mörder in der Festung, und jeder könnte der Nächste sein. Wenn Bonnie entkommen will, muss sie gewinnen...

Cover:

Das Cover finde ich gut in Szene gesetzt und macht bereits eine gewisse Spannung aus und wirkt zugleich geheimnisvoll und interessant. Optisch und farblich finde ich es passend und gut umgesetzt.

Meinung:

Die Geschichte ist eine Mischung aus Reality-Show, Escape Rooms und Psychothriller, welches recht gut miteinander verwoben wurde. Nach einem recht tragischen Prolog geht es dann erstmal ruhiger voran und die Spannung baut sich erneut erst langsamer auf, als gedacht. Zwar wird es hauptsächlich aus Bonnies Sicht erzählt, es gibt jedoch zwischendurch auch die Perspektive des sogenannten Direktors und Podcast- Auszüge. Auch werden Twitter- Kommentare eingefügt und der ein oder andere Zeitsprung.Neben der Hauptfigur Bonnie gibt es noch sieben weitere Teilnehmer und auch diese werden gut miteingebt, anfangs macht es die Zuordnung jedoch nicht ganz leicht und so braucht man eine Weile um alles greifen und fassen zu können.

Inhaltlich möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher. mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich schnell und gut lesen. Man findet sich in Beschreibungen und Charaktere hinein. Die Charaktere haben ihre Eigenheiten und manches war für mich nicht ganz rund. jedoch machten die kurzen Kapitel und die kleinen Einschübe es recht kurzweilig und brachten zudem Spannung und vor allem Tempo hinein. Die kurzen Abschnitte machten es schnell lesbar und ermöglichten einen recht guten Lesefluss.

Die Kapitelanfänge sind deutlich und gut erkennbar und auch die Gestaltung und Gliederung ist gut gelungen und umgesetzt. Die Idee dahinter fand ich sehr interessant und spannend, jedoch war es an manchen Ecken nicht so ganz rund und hat meines Erachtens sein Potenzial nicht ganz ausgeschöpft. Ich denke man hätte hier noch mehr Spannung und greifbarere Rätsel verwenden können.

Eine Mischung aus TV-Reality Format, Eicape-Elementen und so manchen Thrillerpassagen, deren Wirkung sich besonders erst am Ende entfaltet. Ein Thriller mit kleinen Schwächen, der dennoch für gute Unterhaltung sorgt und von der Grundidee sehr interessant und zugleich auch etwas besonderes und mal was anderes ist.

Fazit:

Die Geschichte ist eine Mischung aus Reality-Show, Escape Room und Thriller-Elementen. Die Grundidee ist interessant, das Potenzial jedoch nicht ganz ausgeschöpft.

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Rezensionen von EvaLiest:

Roman über Erinnerungskultur mit innovativer Erzählperspektive

Treppe aus Papier von Henrik Szántó

Treppe aus Papier von Henrik Szántó hat mich überrascht. Mit einer außergewöhnlichen Erzählperspektive, zwei sehr gut ausgearbeiteten Protagonistinnen und einem sehr nuancierten Blick auf Schuld und Verantwortung.

Die sechzehnjährige Nele, die sich mit dem Geschichtsunterricht rund um den Nationalsozialismus und die Gründung der BRD in der Schule schwer tut, gerät mit ihrer neunzigjährigen Nachbarin ins Gespräch und im Laufe des Buches erfährt sie von ihr aus erster Hand viel über die Vergangenheit.

Der abstrakte Schulstoff wird so für sie greifbar und motiviert sie, sich selbst weiter zu informieren, sowohl allgemein als auch über ihre Familiengeschichte. Sie erkennt, wie wichtig es ist, (sich) auch unangenehme(n) Fragen zu stellen und verzweifelt an dem Verhalten der Mitmenschen, die sich dem Verweigern wollen.

Über weitere Erzählstränge erfahren wir von den unterschiedlichsten Hausbewohner:innen zu verschiedenen Zeiten und wie diese auf unterschiedliche Arten zu Opfern, Tätern, und Nutznießern einer Ideologie wurden. Dabei wird deutlich, dass die Hintergründe zwar oft erklären können, wie es zu einer Situation kommen konnte, diese aber nie eine Entschuldigung für das Verhalten darstellen. Es geht um Erinnerungskultur, um Schuldfragen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene und darum, dass es ohne ein Anerkennen dieser Schuld keine Möglichkeit gibt, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Der Roman hat mich zunächst aufgrund der außergewöhnlichen Erzählperspektive angesprochen. Wir bekommen die Geschichte nämlich vom Haus selbst erzählt, was ein richtig spannendes Konzept ist. Und das zieht sich allegorisch durch das ganze Buch und zeigt, dass Geschichte und Geschichten eben nicht nur flüchtig sind, sondern ihre Spuren hinterlassen und sich im Fundament einer Gesellschaft niederlassen, sich überlagern und wichtig für das Verständnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind. Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern, bei denen wir uns zeitlich auf einer Ebene befinden, uns aber räumlich mit den Figuren fortbewegen, überlagern sich hier die Ereignisse aus hundert Jahren, während wir uns räumlich auf einen Ort konzentrieren und dadurch die deutsche Geschichte in einer Art Mikrokosmos wahrnehmen. Diese besondere Erzählperspektive wurde hier meiner Meinung nach richtig gut umgesetzt und macht für mich den Reiz des Werkes aus.

Was mich immer wieder aus der Geschichte gerissen hat, waren die Eltern von Nele. Schon am Anfang fand ich sie ziemlich nervig (der Vater kümmert sich nicht um seine stinkigen Sportsachen, und die Mutter erwartet dann, dass die Tochter das übernimmt?), aber als Nele dann beginnt, ihre Fragen zu stellen, kann ich mir die abweisende Reaktion der Eltern einfach nicht erklären. Klar, sie werden damit konfrontiert, sich nicht/zu wenig mit der potenziellen Nazi-Vergangenheit der eigenen Familie auseinandergesetzt zu haben, und niemand wird gerne kritisiert, aber die Heftigkeit, mit der sie Neles Nachforschen als unangemessen hinstellen, fand ich nicht nachvollziehbar.

Abgesehen davon hat mir das Buch aber richtig gut gefallen und die Thematik rund um Erinnerungskultur, Schuld und Scham wurde durch die Erzählung auf innovative Art transportiert. Der Roman regt zum Nachdenken an, über die eigene Familiengeschichte, aber auch über Hintergründe, die unsere Gesellschaft geformt haben und vielleicht die ein oder andere aktuelle Entwicklung erklären können.
4,5/5

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Rezensionen von qq:

einfaches, aber hartes Leben

Die Frau des Farmers von Helen Rebanks

einfaches, aber hartes Leben

In diesem Buch erzählt Helen Rebanks von einem Tag in ihrem Leben auf dem Bauernhof in England. Sie ist die Frau von James Rebanks, einem bekannten Bauern und Autor. Doch in diesem Buch steht sie selbst im Mittelpunkt.
Helen steht früh auf, kocht für die Familie, kümmert sich um die Tiere und macht viele Arbeiten auf dem Hof.

Sie schreibt ehrlich über ihren Alltag – über schöne, aber auch anstrengende Momente. Man merkt: Das Leben auf dem Land ist hart, aber auch voller Liebe und Sinn.

„Die Frau des Farmers“ ist ein ruhiges und ehrliches Buch über das Leben auf dem Land. Es zeigt, wie wertvoll einfache Dinge sein können.

Manche Abschnitte wiederholen sich. Teilweise ist das Lesen etwas langwierig dadurch. Man darf in diesem Buch keine Spannung oder großen Geschichten erwarten.

Wer sich für das Leben auf dem Bauernhof interessiert oder gern persönliche Geschichten liest, wird dieses Buch mögen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Was für eine herzige Geschichte

Familie Maus im Mondschein von Rose Pflock

Was für ein wunderbares kleines Abenteuer sich Autor Kazuo Iwamura sich hier für unsere jungen Vorlese-Zuhörer ab 4 Jahren ausgedacht und so wunderschön illustriert hat. Allein diese lebendig scheinenden Bilder sind es wert, dass man sich ganz viel Zeit dafür nimmt um sie eingehend anzuschauen.
Familie Maus baut gemeinsam auf einem hohen Baum eine Aussichtsplattform und beobachtet von dort die Natur und in der Nacht auch den Mond auf seiner Reise.

Für diesen tollen Ausblick von hier oben hat sich die ganze Arbeit des Tages wirklich gelohnt.
Es ist so schön mit zu verfolgen, mit wie viel Mühe und Aufwand die kleinen Mäuse ihr Werk verrichten. Wie sie sich dann daran freuen. Und die kleinen Vögel ihnen begeistert zuschauen.
Zu dieser Geschichte hat Rose Pflock wieder feinfühlige und sehr stimmige Reime beigesteuert. Unseren beiden Jungs habe ich die Reime ein paar mal vorgelesen und jetzt können sie die schon selbst zu den einzelnen Bildern aufsagen.

Wir hatten bei dieser wunderschönen gereimten Vorlesegeschichte ganz viel Spaß, schauen uns die Bilder immer wieder an und freuen uns mit Familie Maus an diesen tollen Ausblicken.

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Rezensionen von PMelittaM:

Ein wunderbares Debüt

Beeren pflücken von Amanda Peters

Eine Mi‘kmaq-Familie aus Nova Scotia fährt jedes Jahr in der Saison nach Maine Beeren pflücken. 1962 verschwindet dort die vierjährige Tochter Ruthie spurlos.

Man kann sich vorstellen, dass das das Leben der gesamten Familie beeinträchtigt. Erzählt wird der Roman aus zwei Perspektiven. Eine davon ist Joes.

Er ist der jüngste Sohn, damals 6 Jahre alt, und der letzte, der Ruthie gesehen hat. 50 Jahre später ist er schwerkrank und erzählt sein Leben, das geprägt ist von Trauer, Schuldgefühlen und Wut, letztere nach einem zweiten Schicksalsschlag für die Familie manchmal kaum noch in den Griff zu bekommen. Immer wieder rückt auch in den Fokus, dass die Familie indigen ist, und daher auch, vor allem in den ersten Jahrzehnten der Handlung unter Rassismus zu leiden hat.

Die zweite Perspektive ist die Normas, die überbehütet in den USA aufwächst, unerklärliche Träume hat, und unter einer dominanten Mutter leidet, die sie trotz allem liebt. Wieso Norma Teil der Geschichte ist, wird relativ schnell klar, jedenfalls uns Leser:innen, sie selbst erfährt die Wahrheit über sich erst in reifem Alter.

Der Roman ist das Debüt der Autorin, was man kaum glauben kann, so ausgereift erscheint die Geschichte. Amanda Peters hat selbst indigene Wurzeln, aber auch ohne dieses Wissen erscheint die Geschichte sehr authentisch, erzählt wird atmosphärisch und bildhaft, die Charakterzeichnungen gehen in die Tiefe, ich bekam schnell einen Draht zu den Protagonist:innen und ihrem Umfeld, fühlte stark mit. Die Situation in denen sie sich befinden, ist im Grunde grauenhaft, man will gar nicht darüber nachdenken, wie es einem selbst gehen würde, in einer solchen Situation, tut es aber natürlich trotzdem. Andererseits ist es aber auch die Geschichte einer Familie, die sich liebt, die hofft und letztlich zusammenhält.

Der Roman erzählt aber nicht nur etwas über eine traumatisierte Familie, sondern gibt auch ein Gesellschaftsbild ab. Dass dieses durchaus noch aktuell ist, gibt dem Ganzen zusätzliche Bedeutung.

„Beeren pflücken“ ist für mich ein weiteres Jahreshighlight, ich bin sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin und wünsche diesem Roman viele Leser:innen, weswegen ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte.

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Rezensionen von Astrid:

Vorurteile und menschliche Kälte

Das Nest von Sophie Morton-Thomas

Ein Krimi, der die Seelen der Lesenden spaltet, verfasst mit einer gewissen Kälte und einer Isoliertheit, die zu schaffen macht. Und dann erst die Protagonisten. Als würde es nicht genügen, dass die Einheimischen ihre Probleme haben. Schließlich kommen Fremde ins Dorf und jeder und jede reckt die Hälse.

Dabei, so habe ich den Eindruck, braucht man sich gar nicht nach 'den Anderen' umzusehen, denn die düstere Stimmung weist darauf hin, dass etwas ganz in der Nähe im Argen liegt.

Die gesamte Stimmung im Buch trägt dazu bei, einen in die Irre zu führen. Die Menschen sind eigenartig, verschlossen, interessant und anstrengend. Sie reden nicht über Probleme. Sie verschließen sich in sich selbst. Alle. Und nur zum Teil kennen wir ihre Gedanken, bis dann am Ende plötzlich alles eine Wendung nimmt, die …

Wer einen Wohlfühlkrimi braucht, Cosy-Crime mit einem Ermittlerpaar, das sich nach der Auflösung eines Mordes in die Arme fällt, Eis schleckt und sich dabei liebevolle Blicke zuwirft, der meide dieses Buch.
Wer die Schwärze der menschlichen Seele kennenlernen möchte, Abgründe und emotionale Kälte, der gönne sich dieses Buch.

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