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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anjulia :

Alexandrias geheime Bibliothek

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides von Isabel Ibañez

Um in Ägypten bleiben zu können und nicht von ihrem Vormund nach Hause geschickt zu werden, heiratet Inez. Ihr Mann Whitford Hayes nutzt diese Ehe jedoch für seine eigenen Pläne. Enttäuscht von Whit gibt Inez die Suche nach ihrer Mutter, der sie das Handwerk als Artefakteschmuglerin legen möchte, nicht auf und stößt dabei auf einige weitere Familiengeheimnisse.

Where the Library Hides von Isabel Ibañez ist eine Abenteuergeschichte mit Lovestory und historischem Hintergrund. Durch magische Artefakte hat das Buch auch einen kleinen Fantasy-Anteil. Der Anteil der Liebesgeschichte ist diesmal wesentlich größer als im ersten Teil. Mir hat sie gut gefallen, auch wenn ich mit Whits Handlungsweise einige Schwierigkeiten hatte. Inez fand ich wieder sehr sympathisch, mutig und entschlossen. Sie entdeckt Familiengeheimnisse und gerät zwischen die Fronten von Grabräubern und Artefakteschmugglern. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte actionreich und spannend. Whit und Inez befinden sich mehrfach in Lebensgefahr, bevor es ein Happy-End geben darf. Für mich war "Where the Library Hides" ein sehr gut gelungener zweiter Teil und Abschlussband, den ich beim Lesen kaum zur Seite legen konnte.

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Rezensionen von D.:

Kurz ünd knacking, sehr originell

Fünfvierteltakt von Dieter Eigler

Lauter schöne Seiten, Texte, Bilder, Melodien. Sehr kreativ, sehr originell, sehr tiefgehend.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Die Welt der Gerüche

Die Welt der Gerüche von Bjørn Berge

Dieses Buch eines norwegischen Autors ist ein unterhaltsames und informatives Sachbuch über einen Sinn, der in der heutigen Zeit oft weit weniger beachtet wird als die anderen. Wie im Buch ausgeführt, ist die moderne Welt hauptsächlich auf den Sehsinn ausgerichtet, gefolgt vom Hörsinn - interessanterweise auch die einzigen beiden Sinne, die auch digital gut vermittelt werden können.

Dadurch wurden Riechen, Tasten und Fühlen noch einmal mehr zurückgedrängt, als das früher schon der Fall war. Und doch spielt der Geruchssinn zumindest unterbewusst bis heute eine große Rolle für unsere Orientierung in der Welt, so hängen etwa auch Geruchssinn und Orientierungssinn eng zusammen.

Historisch betrachtet geht die Geschichte des Geruchssinns und seiner Bedeutung für die Menschen weit zurück, wie das Buch aufzeigt: in vielen kleinen, übersichtlichen Unterkapiteln erfahren wir Spannendes zum Verhältnis der Menschheit zu den verschiedenen Sinnen und insbesondere zum Geruchssinn im Laufe der Geschichte: wie allgegenwärtig viele unangenehme Gerüche wohl schon zur Zeit der alten Römer waren - und wie wenig diese in den historischen Quellen erwähnt werden: denn man gewöhnt sich schnell an Gerüche, die man immer vor der Nase hat, und außerdem ist es sehr subjektiv, welche Gerüche als unangenehm empfunden werden.

Sehr interessant waren für mich auch die Forschungsergebnisse zur Geruchswahrnehmung von Kindern, die meist erst irgendwann im Alter von 4 bis 8 Jahren beginnen, den Geruch von Exkrementen als unangenehm einzustufen: ein Hinweis darauf, dass dabei wohl auch die kulturelle Prägung eine starke Rolle spielt.

Das Buch liest sich leicht, schnell und angenehm und dabei lernt man viel: darüber, wie stark Gerüche uns immer noch prägen und wie sich etwa die meisten Menschen kurz nach dem Händeschütteln instinktiv mit der Hand an die Nase fassen, um geruchliche Informationen über das Gegenüber aufzunehmen, über die historische Diskriminierung und Herabwürdigung von Frauen auch in diesem Bereich, da diesen schlimmere Gerüchte nachgesagt wurden, obwohl empirisch belegt Männer stärker riechen, darüber, wie sich Klassen, Schichten, Milieus und Kulturen geruchlich voneinander abgrenzen oder wie unsere moderne Zeit versucht, natürliche Gerüche weitgehend aus unserem Umfeld zu eliminieren und uns gleichzeitig mit künstlichen Aromen zu manipulieren und vieles mehr.

Für chemisch Interessierte werden auch die einzelnen chemischen Komponenten, aus denen sich viele bekannte Gerüche zusammensetzen, aufgeschlüsselt. Im Anhang gibt es noch ein ausführliches Quellenverzeichnis, um bei Interesse einzelne Themen noch weiter vertiefen zu können. Alle anderen erfahren auch so einige interessante Grundlagen über das Riechen: etwa, dass wir ohne den Geruchssinn geschmacklich nur die Grundgeschmäcker wie sauer, süß, salzig usw. wahrnehmen könnten, aber keine feineren Nuancen davon.

Insgesamt ist es also ein unterhaltsames, spannendes und lehrreiches Sachbuch zu einem interessanten Thema, das ich einem breiten Publikum empfehlen kann.

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Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:

Erwartungen nur teilweise erfüllt

All Better Now von Neal Shusterman

Ich bin ja ein großer Fan des Autors und habe sowohl die Skythe - Bände, wie auch Dry regelrecht verschlungen. Auf das neue Buch "All Better Now", das eine Viruspandemie zum Thema hat, habe ich mich daher sehr gefreut und mir das Hörbuch gekauft.

Die Leistung des Sprechers ist super, denn er schafft es, allen Charakteren die größtmögliche Tiefe zu verleihen und haucht der Geschichte Leben ein.

Nicht zuletzt wegen der großartigen Sprecherleistung habe ich die doch zahlreichen Längen im Buch gut aushalten können.

Die Handlung ist nach der Corona-Pandemie angesiedelt - ein neuer Virusstamm, der ebenfalls über die Luft verbreitet wird, breitet sich über die Welt aus. Über die Herkunft wird im Buch nicht spekuliert, was ich sehr schade gefunden habe. Als Naturwissenschaftlerin interessiert mich das schon.

Mariel lebt mit ihrer Mutter am Rande der Gesellschaft - meist im Auto, in den USA. Ron ist der reiche Sohn des Vermieters, der Mariel und ihre Mutter bei der Übernachtung in seiner Immobilie kennenlernt.

Neben der "Liebesgeschichte" der beiden Charaktere, die für mich leider nicht besonders glaubwürdig ist, da sie sehr an der Oberfläche kratzt und emotinal wenig in die Tiefe geht, werden noch wirtschaftliche und ethische Themen abgehandelt.

Einer jugen hochbegabten Sprachwissenschaftlerin wird ein Imperium anvertraut - mit dem Ziel, Crown Royal zu stoppen. Die genesene ursprügliche Inhaberin wird zur scharfen Konkurrenz.

Die wissenschaftliche Forschung kann ich mir in dieser Form leider schon vorstellen, wobei mich eben die mangelnde Suche nach der Herkunft bei einer Suche nach einem schnellen Gegenmittel oder Impfstoff sehr verwundert hat.

Viele ethische Themen werden im Buch aufgegriffen, auch, wie weit Selbstlosigkeit einer Gesellschaft nutzt und wann diese selbst zum Problem wird.

Die technischen Spielereien, unter anderem der neuen Maskengeneration, haben für mich einen interessanen Aspekt bei der Lektüre dargestellt.

Dass die Charaktere alle sehr flach bleiben ist deren Vielzahl geschuldet, was ich sehr schade gefunden habe. Der Fokus auf weniger wirklich gut ausgearbeitete Figuren würde mir besser gefallen.

Für das Ende des Buches ziehe ich den zweiten Stern ab - das war, meiner Meinung nach, zu viel des Guten. Mir wäre ein klareres Ende sehr recht gewesen.

Fazit: Wer bereits andere Bücher des Autors gelesen hat, erwartet vielleicht, wie ich, etwas zu viel von dem Buch. Ansonsten ein gut konstruierter Medical Thriller.

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Rezensionen von Sheilo:

Eine absolut spannende Geschichte trifft auf ein atemberaubendes Setting

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides von Isabel Ibañez

Whit bietet Inez einen Ausweg, wie sie in Ägypten bleiben kann, doch ist sie bereit, dafür wirklich eine Ehe einzugehen? Noch dazu mit einem Mann, den sie kaum kennt und der noch dazu selbst so einige Geheimnisse verbirgt? Eine schwere Entscheidung, doch viele weitere werden noch folgen müssen.

"Where the Library Hides" ist der zweite Band der fantastischen "Geheimnisse des Nil"-Reihe von Isabel Ibañez.

Ihr lebhafter Schreibstil hat mich gefesselt und ich liebe es sehr, mich von ihr in das historische Ägypten entführen zu lassen, welches ein wundervolles Setting bietet. Die Handlung setzt direkt nach dem Ende des ersten Bandes an und die Geschichte wird wirklich nie langweilig, was auch an den fantastischen Plot-Twists liegt, die teilweise sehr unvorhersehbar waren.

Wie schon im ersten Teil dreht sich wieder viel um die Geschichte Ägyptens und die Ausgrabungen. Besonders gefallen hat mir aber die Entwicklung der Beziehung zwischen Inez und Whit mit einer Menge Auf und Abs, wobei Whit auch in der aussichtslosesten Lage nie von Inez Seite weicht. Whit ist mein absoluter Lieblingscharakter in der Geschichte, weil er so viele Seiten von sich zeigt und trotz seines Images und seiner harten Fassade ein wahnsinnig loyaler Mensch ist, den ich sehr ins Herz geschlossen habe. Wie auch schon im ersten Band, wirkt Inez teilweise sehr naiv und sie stürzt sich immer wieder in gefährliche Situationen, doch ihr Beschützer ist dabei an ihrer Seite.

"Where the Library Hides" ist eine fesselnde Liebesgeschichte mit der traumhaften Kulisse Ägyptens, einem Hauch Magie und einer wirklich spannenden Geschichte, die ich sehr empfehlen kann. Ich selbst bin auf jeden Fall begeistert.

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Rezensionen von yellowdog:

Theatertext

Blutbrot von Miriam Unterthiner

Miriam Unterthiner ist eine Dramatikerin, die aus Südtirol stammt und ihr Text behandelt den Umstand, dass über die sogenannte Rattenlinie am Ende des Kriegs vielen Kriegsverbrechern die Flucht über den Brenner ermöglicht wurde. Darunter waren u.a. Barbie, Eichmann, Mengele.
Mit der Aufarbeitung der Schuld dieser Fluchthilfe tut sich die Figur, die hier DasDorf betitelt wird, schwer.

Trotz des ernsten Themas bringt die Autorin Leichtigkeit und einen ironischen Humor mit hinein. Zu Anfang durch ein vor ihr selbst als pathetisch benanntes Vorwort und später im Stück schaltet sie sich selbst als agierende Figur ein und ironisiert die zeitgenössischen Umstände der Theaterwelt.
Der Text wirkt frisch, hat mich thematisch interessiert und mit der Ausführung überzeugt.

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Rezensionen von Shilo:

Verloren im Klang, gefangen im Blick

Herzlauschen von Nicole Swidler; Uli T. Swidler

Die Geschichte beginnt mit einem unerwarteten Treffen in Berlin: Tessa, eine Sopranistin, begegnet einem stillen Künstler, der sie heimlich skizziert. Schon dieser erste Moment hat mich neugierig gemacht, weil er zeigt, dass die Begegnung beider Figuren mehr sein könnte als nur Zufall.
Im Verlauf des Buches entwickeln sich mehrere kleine Szenen, in denen sich die beiden Figuren näherkommen.

Mal ist es ein flüchtiger Blick, dann wieder eine gemeinsam betrachtete Zeichnung oder ein stiller Austausch, der mehr andeutet, als er ausspricht. Diese Momente sind zurückhaltend gestaltet, tragen die Handlung und machen die Figuren greifbar.
Besonders gefallen hat mir, dass die Autorinnen die Figuren nicht überdramatisieren. Tessa ist sympathisch, ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar, und der Bildhauer bleibt geheimnisvoll, ohne unglaubwürdig zu erscheinen. Dennoch bleibt die emotionale Tiefe an manchen Stellen begrenzt, weshalb ich mich beim Lesen teilweise etwas distanziert gefühlt habe.
Die Handlung entwickelt sich in kleinen Schritten, ruhig und sachlich. Es gibt wenige große Wendungen, stattdessen konzentriert sich das Buch auf die feinen Zwischentöne in den Begegnungen der beiden Hauptfiguren. Manche Szenen überraschen, andere lassen Fragen offen – das passt zum Ton der Geschichte, erzeugt aber auch ein Gefühl von Zurückhaltung.
Gefühlsmäßig habe ich die Lektüre als ruhig und bedacht erlebt. Es sind vor allem die kleinen Hinweise auf die wachsende Verbindung, die den Lesefluss interessant machen. Die Geschichte entfaltet ihre Wirkung mehr in den Beobachtungen der Figuren als in dramatischen Ereignissen.
Am Ende bleibt ein gemischter Eindruck: Das Buch bietet ein leises, zurückhaltendes Leseerlebnis, das mich interessierte, aber nicht vollständig fesseln konnte. Für meine persönliche Einschätzung liegt es damit im mittleren Bereich und somit bei 3 Sternen.

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Rezensionen von nessabo:

Freundlichkeit, Lebensweisheiten und eine gute Portion Spiritualität

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei von Lee Onhwa

Ich habe bereits einige vergleichbare Bücher aus Japan gelesen und erkenne bei diesem koreanischen Roman viele Elemente wieder. Bei dieser Art Literatur geht es weniger um vielschichtige, tiefgründige Protagonist*innen und vielmehr um Weisheiten für das eigene Leben, die selbst interpretiert werden können.

Das hat immer etwas Philosophisches, in diesem Fall spielt auch Spiritualität eine größere Rolle. Das muss mensch sich vorher schon bewusst machen, um nicht mit den falschen Erwartungen in die Lektüre zu starten.

Ab und zu finde ich solche Romane wirklich sehr nett. „Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei“ ist meiner Meinung nach eines der besseren Werke dieser speziellen Sparte. Zum einen finde ich es originell, die Geschichten der Verstorbenen ausgehend von einem Gebäck kennenzulernen und damit auch gleich einen Exkurs in die koreanische Küche zu haben. Außerdem mochte ich den Ansatz der Autorin, verschiedenen Formen von Liebe Raum zu geben. Diese lässt sich eben nicht nur in romantischen Beziehungen finden, sondern auch zwischen Geschwistern oder Freund*innen. Nach dem Verlust eines gebliebten Menschen tut es immer gleich weh - ganz egal, um welche Beziehung es sich nun genau gehandelt hat.

Gut zu wissen ist sicherlich auch, dass wir hier vielmehr eine Sammlung in sich abgeschlossener Lebensgeschichten haben, die über das Setting und die Protagonistin Yeonhwa sacht miteinander verbunden sind. Ich fand das sehr in Ordnung, aber es lässt sich darüber natürlich auch keine tiefe Verbundenheit zu den Figuren herstellen. Die Kapitel sind kurzweilig und da wir alle wissen, dass es auf eine noch zu identifizierende Art nicht gut ausgeht, entsteht eine angenehme, nicht angespannte Spannung beim Lesen. Ein wiederkehrendes Problem ist auf jeden Fall mangelnde Kommunikation.

Buddhismus und damit Spiritualität spielen schon eine wirklich große Rolle und ich bin davon ehrlicherweise gar kein großer Fan. Irgendwie war es hier aber sympathisch umgesetzt und ich kann es als einen Teil der Lebensrealität vieler Menschen so hinnehmen. Yeonhwa bleibt beim Lesen wie erwartet eher distanziert - das mag auch einfach an kulturellen Unterschieden liegen. Am Ende bekommen wir aber immerhin einen genaueren Einblick in ihr Schicksal, das hat mir gut gefallen, wenn es auch alles etwas arg schnell ging. Ein paar mehr Seiten und ein wenig mehr Tiefe hätten hier nicht geschadet.

Enttäuscht war ich von der Rolle der Katze - hier habe ich mir einfach mehr erhofft. Und so komplett rund war die Erzählung für mich am Ende auch nicht, obwohl die Autorin überraschend viele Stränge noch zusammengeführt hat.

Alles in allem ein wirklich kurzweiliger und netter Read, aus dem sich sicherlich einige Menschen etwas mitnehmen können. Gerade für Trauernde kann das Buch vielleicht auch eine heilsame Erfahrung sein. Literarisch ist es nun wahrlich kein Meisterinnenwerk, aber das muss ja auch nicht immer der Fall sein. Mit meinen aus Erfahrung stammenden angepassten Erwartungen habe ich das Buch recht gern gelesen.

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Rezensionen von clematis:

Viren fürs Glück

All Better Now von Neal Shusterman

Nach Corona breitet sich eine neue Pandemie aus, das Crown Royale Virus greift um sich. Verblüfft sind die Genesenen, welche plötzlich erfüllt sind von Glück und Empathie. Ein erstrebenswerter Zustand, oder doch nicht? Die Wirtschaft braucht Kunden auf der Suche nach Neuem, die Politik braucht Wähler, die man leicht beeinflussen und aufwiegeln kann.

Was liegt da näher, als nach einem Mittel zu forschen, das diese Glückspandemie beendet?

Im Mittelpunkt dieser utopischen (?) Geschichte stehen Mariel, die mit ihrer Mutter in einem alten Ford Fiesta haust und Ron, der Sohn eines der reichsten Männer der Welt. Wie es der Zufall will, treffen die beiden während der neuartigen Pandemie aufeinander und verspüren eine besondere Zusammengehörigkeit trotz ihrer so unterschiedlichen Herkunft. Zu diesen beiden Perspektiven gesellt sich noch jene einer skrupellosen jungen Frau, die im Auftrag handelt, Wege zu finden, welche Crown Royale eindämmen, um Macht und Gefüge der „alten“ Welt zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Wer braucht schließlich lauter Zufriedene, die nichts kaufen und weder auf wirtschaftliche noch auf politische Werbung hören? Zudem ist das Virus nicht ungefährlich, für etliche Kranke sogar tödlich.

Interessante Themenkomplexe, Ethik und Moral, Medizin und Geld, fließen in diesen fast 600 Seiten umfassenden Jugendroman ein, dennoch kann mich die Geschichte nicht so richtig fesseln. Einerseits sind es die Figuren, denen ich nicht wirklich nahe komme, andererseits vermisse ich über weite Strecken Dynamik und Spannung. Möglicherweise kommen diese so spät auf, weil die Pandemie hier nicht auserzählt wird, sondern ein zweiter Band folgen wird?

Eine lesenswerte Grundidee, welche aus meiner Sicht leider nicht ganz optimal umgesetzt wird. Hoffentlich kann sich jüngeres Publikum besser mit den Hauptfiguren identifizieren und mitfiebern. Gerade das letzte Drittel mit einigen offenen Fragen erfüllt diese Erwartungen und weckt Neugierde auf Band 2.

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Rezensionen von PMelittaM:

Leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft

Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson

Britannia, 1923: Die 17jährige Vivien Featherswallow möchte nichts lieber, als an der Akademie für Drachenlinguistik aufgenommen zu werden, dafür tut sie wirklich alles. Als die Kanzlerin der Akademie, Rita Hollingsworth, zu ihrer Familie zu Besuch kommt, hofft sie, diese von sich überzeugen zu können, doch dann kommt alles ganz anders, denn ihre Eltern werden als Rebellen verhaftet, und Vivien und ihrer kleinen Schwester Ursa droht der Absturz in die unterste Gesellschaftsklasse.

Der Roman spielt in einer Parallelwelt zu unserer, neben Menschen bevölkern Drachen die Erde, erst vor nicht allzu langer Zeit endete in Britannia, unserem Großbritannien, ein Krieg zwischen diesen beiden Völkern, nun gibt es ein Friedensabkommen, das allerdings für beide Seiten auch Nachteile mit sich bringt, weswegen sich Rebellen etabliert haben.

Menschen und Drachen sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, doch es gibt in beiden Völkern welche, die die jeweils andere Sprache sprechen. Vivien ist darin besonders begabt. Sie bekommt daher noch eine Chance. Mit mehreren anderen jungen Menschen soll sie bestimmte Drachenfähigkeiten näher erforschen, sie selbst soll eine besondere Drachensprache nutzbar machen.

Der Plot klingt sehr interessant, Drachen und die Besonderheiten von Sprachen finde ich interessant, ich mag auch Welten, die nah an unserer eigenen sind. Und in diesen Bereichen konnte der Roman mich auch abholen. Die Drachen sind so unterschiedlich wie Menschen, jedes Individuum ist anders. Es gibt ein paar, die man ein bisschen näher, aber leider nur eine Drachin, die man relativ gut kennenlernt. Die Autorin ist selbst Dolmetscherin, sie weiß, dass es nicht damit getan ist, Sprachen wörtlich zu übersetzen, das fließt auch sehr gelungen in die Geschichte ein. Die besondere Sprache der Drachen, wird nach und nach aufgedeckt, ihre Besonderheiten gefallen mir gut. Auch die Welt ist der Autorin gut gelungen, selbst wollte ich aber nicht in ihr leben, vor allem nicht in diesem Britannia.

Weniger abholen konnte mich der Roman mit seiner Protagonistin. Diese ist in meinen Augen sehr unsympathisch, unglaublich, was sie aus Selbstbezogenheit bereit ist, zu tun. Die Autorin lässt sie selbst in Ich-Form erzählen, dadurch war es für noch schwieriger, ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen zu können. Durch und durch indoktriniert konnte sie sich kaum anderen Meinungen und Gedankengängen öffnen, und wenn doch, war das Warum für mich wenig nachvollziehbar, wirkte zu aufgesetzt. Leider kamen mir auch die anderen Charaktere nicht nahe, nur bei ein, zwei gelang das ein Stück weit. Das sorgte leider dafür, dass ich emotional kaum angesprochen wurde. Die Liebesgeschichte zwischen Vivien und einem der anderen Jugendlichen konnte ich weder nachvollziehen noch nachfühlen. Schwierig finde ich auch die doch sehr explizite Gewalt, auf die man hier in vielfacher Form trifft. Schon das Gesellschaftssystem an sich mit seinem ungerechten Klassensystem gehört dazu, es wird aber noch deutlich unangenehmer.

Im Anschluss an den Roman enthält das Buch noch ein Bonuskapitel, in dem die erste Begegnung mit Vivien aus Sicht des anderen Parts der Liebesgeschichte berichtet wird. Das Ende des Romans ist leider noch nicht das Ende der Geschichte. Ob ich weiterlesen möchte, weiß ich noch.

„Die Sprache der Drachen“ lässt mich zwiegespalten zurück. Der Plot ist interessant, ebenso die Welt sowie die Drachen und ihre Sprachen. Mit der Protagonistin wurde ich dagegen gar nicht warm, und auch die anderen Charaktere blieben mir zu oberflächlich und berührten mich bis auf wenige Ausnahmen kaum. Es fällt mir schwer, den Roman abschließend zu beurteilen, aber ich fürchte mehr als gute 3 Sterne bleiben nicht übrig. Das Potential der Geschichte wurde nicht ausgeschöpft.

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