Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nessabo:
Nette Idee, zu seichte Umsetzung
Es könnte so einfach sein von Anne Handorf
Grundsätzlich fand ich die Ausgangssituation und das Versprechen, aus weiblicher Sicht Einblicke in den Literaturbetrieb zu bekommen, reizvoll. Doch schon nach einem Drittel des Buches habe ich gemerkt, wie ich mich fast zur Aufmerksamkeit zwingen musste, weil mir der Inhalt zunehmend belanglos vorkam.
Die Erzählung auf zwei Zeitebenen mochte ich grundlegend, hätte mir zur präziseren Einordnung beim Lesen aber einen visuellen Hinweis gewünscht, etwa eine kleine Abtrennung. Die Kapitel beginnen in der Vergangenheit und gehen dann recht nahtlos auf einmal in die Gegenwart über. Die bloße Trennung über Absätze geht mir da nicht weit genug und ich war wiederholt irritiert.
Die Einblicke in das Leben einer Schriftstellerin sowie den sexistischen Literaturbetrieb erscheinen mir zwar authentisch, aber auch etwas oberflächlich abgehandelt. Gern hätte ich Vera emotional tiefer kennengelernt, doch sie blieb mir eigentlich durch die Bank weg wenig greifbar. Das ein oder andere Thema, das mit etwas Willen als feministisch eingeordnet werden könnte, wurde zwar noch angeschnitten. Doch auch hier fehlte mir eine tiefgehende Systemkritik.
Und dann gibt es noch die Absätze, in denen Vera ihr Buch schreibt und wir parallel sozusagen in ihrem Roman lesen. So interessant das vielleicht hätte sein können, fand ich es doch einfach nur irritierend und ehrlicherweise recht uninteressant. Es sind zwar insgesamt gesehen umfängliche Passagen aus der Geschichte in die Haupthandlung eingebettet, aber logischerweise nicht einmal ansatzweise so umfänglich wie in einem echten Buch. Und das lässt diese Nebenerzählung für mich ziemlich irrelevant wirken.
Zum Ende hin fiel mir die Lektüre leider zunehmend schwer. Das liegt nicht so sehr am Erzählstil, denn grundsätzlich wurde hier auf eine zugängliche Sprache gesetzt. Aber es blieb für meinen Geschmack zu oberflächlich, zu sehr seichte Unterhaltung. Da ist das Buch meinem Anspruch nicht gerecht geworden. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass ich nicht ganz die passende Zielgruppe bin, da ich mich alterstechnisch der Protagonistin oft fern gefühlt habe. Immerhin liegen auch 2 Generationen zwischen uns.
2,5 Sterne
Rezensionen von Gaby 2707:
Zum Innehalten zwischen den Jahren
Die Stille der Rauhnächte von Christine Rechl
Bereits das Inhaltsverzeichnis gleich am Anfang des Buches macht mich neugierig auf das, was mir dieses Buch bieten wird. Es lädt mich in die Stille des Waldes ein, wo ich Tieren und Pflanzen begegnen werde. Was ich vor allen brauche sind Zeit und Offenheit das anzunehmen, dem ich hier begegnen werde.
Ich erfahre einiges über die Tage zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar, und ich bin gespannt, wie das achtsame Innehalten mich inspirieren wird.
Unterwegs begegnen mir Krafttiere, Pflanzen, Symbole und bedeutungsvolle Worte. Ich erfahre einiges über die Zeit zwischen den Jahren, wie man sie früher begangen hat und wie sie heute zeitgemäßer gelebt werden können. Ich bekomme eine Übung, wie ich mit Aberglauben umgehe und eine Abhandlung dazu von Mahatma Gandhi. Eine Anleitung und einen Tipp zum Räuchern ist dabei und ich lerne Sagen und Legenden zu den Rauhnächten kennen.
Im nächsten Abschnitt finde ich zu einer Hütte im Wald, in der ich die Zeit vom 21. Dezember bis zum 5. Januar verbringe. Hier wird jeder Tag zu einer spirituellen Reise in mein Inneres Ich und zu mir selbst.
Es folgen 65 freie Seiten, auf einen ich einen Brief ab mich selbst schreiben, meine Wünsche und Visionen festhalten, meine positiven Glaubenssätze und meine Gedanken zu jedem einzelnen Tag der Rauhnächte aufschreiben kann. Zu jedem dieser Tage bekomme ich einen kleinen Gedanken über den es sich lohnt nachzudenken. Ich erfahre in welcher Verbindung die 12 Rauhnächte zu den Monaten und Tierkreiszeichen stehen.
Zum Schluss bekomme ich nochmal je eine freie Seite für jeden der kommenden Monate um Vergleiche zu den vergangenen Rauhnächten anzustellen.
Auch die wunderschönen Illustrationen und Bildcollagen, die immer wieder eingefügt sind, machen dieses Buch zu einem echten Schmuckstück und stammen von Autorin Christine Rechl.
Dieses Buch schafft eine wunderbare Gelegenheit mich mit den Rauhnächten und mit mir selbst auseinander zu setzen. Eine Möglichkeit, meine Welt wieder anders und neu zu erleben und daraus Kraft zu schöpfen. Ein eindrucksvoll gestaltetes Buch für alle, die sich spirituell weiter entwickeln und vielleicht mal neue Wege zwischen den Jahren gehen wollen.
Rezensionen von Petra:
Auf der Suche
Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel von Skye McKenna
Cassandra lebt in einem Internat und ist unglücklich, sie vermisst ihre Mutter von der sie seit sieben Jahren nichts mehr gehört hat. In ihrer Verzweiflung flieht sie und gelangt zu einer bisher unbekannten Tante. Die ist als Hexe eine wichtige Persönlichkeit. Trotz aller widrigen Umstände geht es Cassie dort besser und sie lernt das Hexenhandwerk, findet Freundinnen und stärkt ihr Selbstbewusstsein.
Die Autorin schneidet alle wichtigen Themen im Leben von jungen Mädchen an. Die Beziehung zu Frauen innerhalb der Familie und auch außerhalb. Mobbing in der Schule, Freundinnen finden, Selbstbewusstsein stärken. Vertrauen und auch Vorsicht gegenüber unbekannten Erfahrungen. Mut, für einander einstehen.
All diese Themen sind spannend verpackt, mit gerade soviel Magie und Hexenwerk um am Rande der Fantasy, mit genügend Realität um auch im Alltag zu bestehen. Wie Cassandra sich über Verbote hinweg setzt und die Konsequenzen tragen muss, nachdem die plausiblen Gründe erklärt wurden ist passend dargestellt.
Im März 2026 erscheint die Fortsetzung, für mein Empfinden ein angemessener Zeitraum und auch der offene Schluss ( die Suche nach der Mutter ist noch nicht beendet ) ist kein fieser Cliffhanger.
Rezensionen von nessabo:
Unglaublich effizient geschriebene Gesellschaftssatire
Das Geschenk von Gaea Schoeters
An den Anfang meiner Rezension stellen möchte ich meine absolute Genervtheit angesichts des Covers. KI-generierte Cover sind meiner Meinung nach ein Albtraum für die Literaturlandschaft, künstliche Intelligenz hat in diesem Feld mal so gar nichts verloren - auch nicht bei der künstlerischen Gestaltung eines Buches.
Das k*tzt mich also sowieso schon an, in Kontrast zum gesellschaftskritischen Ton des Textes ist die Wahl des deutschen Verlags aber noch einmal besonders absurd. Einen halben Stern ziehe ich dafür ab.
Nun aber zum Buch: Es war mein erstes von Gaea Schoeters und sicher nicht das letzte! Die Autorin hat mich enorm begeistert mit ihrer präzisen Sprache, die doch gleichzeitig so viel Raum für Doppeldeutigkeiten lässt.
Ich möchte eigentlich gar nicht so viel zum Inhalt sagen, denn mit seinen 140 Seiten ist das Werk meines Erachtens eines, bei dem mensch nicht wirklich etwas falsch machen kann. Wir befinden uns stets an der Seite von Bundeskanzler Winkler und damit mitten in einem Machtzentrum. Entsprechende Dynamiken sowie Diplomatie finde ich sehr authentisch und zugleich unkompliziert herausgearbeitet. Ich hing einfach an Schoeters Worten, anders kann ich es nicht sagen.
Die Doppeldeutigkeiten nehmen auch kein Ende. Klar, es geht hier um 20.000 Elefanten, mit denen Deutschland nun zu leben lernen muss. Ich sehe hier sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen und sicher ist das von der Autorin auch so gewollt. Ich habe z. B. einige Parallelen zum Umgang mit Geflüchteten gesehen. Das Ganze lässt sich aber problemlos auch übertragen auf einen allgemeinen Umgang sogenannter westlicher Staaten mit globalen Krisen: immer schön wegreden und symptomatisch bekämpfen. Welche Tragweite eine kleine Entscheidung heute in der Zukunft haben kann, wird hier mehr als deutlich.
Ich bin begeistert von Schoeters intelligentem Schreiben, ihrem Gespür für Komplexität und der gleichzeitigen Gabe, diese Dinge verständlich zu formulieren. Die Antagonistin unseres Protagonisten ist eine wirklich toll geschriebene Person, die mich beeindruckt und ermutigt hat.
„Das Geschenk“ ist inhaltlich kein Buch, das ich als leicht bezeichnen würde. Es ist ein Paukenschlag, der jedoch mit einem guten Maß an Humor und einer enormen Sogkraft daherkommt. Der Roman lässt sich zwar super leicht weglesen, hallt aber definitiv nach und zwingt uns dazu, uns mit unserer globalen Verantwortung auseinanderzusetzen. Eine Satire, die alles andere als platt ist und deren Lektüre ich allen dringend ans Herz lege.
4,5 Sterne
Rezensionen von qq:
interessante Frauen in der Wissenschaft
Geniale Frauen, geniale Forschung von Frances Durkin; Ute Löwenberg
interessante Frauen in der Wissenschaft
Das Buch „Geniale Frauen, geniale Forschung“ zeigt viele kluge Frauen, die wichtige Entdeckungen gemacht haben. Es ist ein Sachbuch für Kinder und Jugendliche. Die Autorin erzählt von Forscherinnen aus verschiedenen Zeiten und Ländern.
Beim Lesen haben wir oft gestaunt.
So viele Frauen, von denen wir noch nie gehört haben, haben große Dinge entdeckt (wie zum Beispiel die chinesische Nobelpreisträgerin Tu Youyou) – und trotzdem kennt man sie bei uns nicht wirklich. Das Buch gibt ihnen endlich eine absolut verdiente Stimme. Aber auch bekannte Forscherinnen werden vorgestellt, wie zum Beispiel Marie Curie, die mit Strahlung geforscht hat.
Das Buch ist in meinen Augen nicht nur für Mädels interessant, sondern durchaus sicherlich für Jungs.
Der Schreibstil ist passend für die Altersgruppe.
Von uns gibt es eine Weiterempfehlung.
Rezensionen von Anilam:
Einfühlsam, klug und wirklich hilfreich
Erwachsen von Tobias Glück
Ein wirklich inspirierendes Buch, das mich sofort gepackt hat! Tobias Glück schreibt klar, einfühlsam und ohne Fachchinesisch über ein Thema, das uns alle betrifft – wie unsere Kindheit uns bis heute prägt und wie wir lernen können, wirklich erwachsen zu werden. Gerade für Menschen die sich bereits mit dem inneren Kind auseinandergesetzt haben, eine tolle Ergänzung und auch Wiederauffrischung.
Besonders gut gefällt mir, dass das Buch nicht nur theoretisch bleibt, sondern viele anschauliche Beispiele aus der Praxis enthält. So erkennt man sich an manchen Stellen selbst wieder.
Auch die Gestaltung des Buches finde ich sehr gelungen: Die Abschnitte sind übersichtlich aufgebaut, angenehm kurz und gut gegliedert, sodass man immer wieder gerne weiterliest. Außerdem ist es eines dieser Bücher, in die man auch später immer mal wieder reinblättern kann, um sich an bestimmte Gedanken oder Impulse zu erinnern. Insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt, Mut macht und einem das Gefühl gibt, sich selbst ein Stück besser zu verstehen – absolut lesenswert!
Rezensionen von yellowdog:
Die Königin des japanischen Wohlfühlroman
Matcha Tee am Montag von Michiko Aoyama
Aus der momentanen Flut der Wohlfühlbücher aus Japan ragt Michiko Aoyama als der Star heraus. „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ war ein großer Erfolg, der die Welle trägt.
Matcha Tee am Montag wurde übersetzt von Sabine Mangold und ist wiederum episodenhaft aufgebaut. Die Figuren wechseln rasch mit den Kapiteln.
Trotz des Wohlfühlanspruchs haben eigentlich fast alle Figuren auch so ihre Probleme, große wie kleine.
So anspruchslos ist es also nicht.
Leider fehlt es den Figuren ein wenig an Tiefe, weil sie alle nur so kurz auftauchen. Dadurch ähneln sich die Figuren zu sehr. Das gilt natürlich nicht, wenn es sich z.B. um Großmutter und Enkelin handelt. Einmal ist sogar eine Katze die Erzählerin.
Viele der Geschichten sind angenehm zu hören.
Das ist auch dem bewährten Sprecherteam Jana Kozewa und Tim Gössler zu verdanken.
Rezensionen von Julia:
Für mich ist dieses Buch ein rundum gelungener Auftakt in die Welt von Estraora. Wir begleiten Eyra auf ihrem Weg, Teil der Brautschau rund um die drei Prinzen zu werden – die ausgerechnet das verkörpern, was Eyra als Feuermädchen am meisten verabsc
Die Prinzen des Winters von K. T. Steen
Für mich ist dieses Buch ein rundum gelungener Auftakt in die Welt von Estraora.
Wir begleiten Eyra auf ihrem Weg, Teil der Brautschau rund um die drei Prinzen zu werden – die ausgerechnet das verkörpern, was Eyra als Feuermädchen am meisten verabscheut: WInterelfen.
Nicht nur die Welt von Estraora hat mich sofort in ihren Bann gezogen, sondern auch die liebevolle Ausarbeitung der unterschiedlichen Charaktere.
Jeder von ihnen bringt eigene Stärken, Schwächen und besondere Fähigkeiten mit, die sie einzigartig machen. Auch Eyra erkennt schon bald, dass hinter den Prinzen weit mehr steckt als die Vorurteile, mit denen sie ihnen begegnet. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen: Wer gehört eigentlich zu den Guten – und wer zu den Bösen?
Der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft, die Geschichte klug aufgebaut. Obwohl es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, fühlt sich das Ende rund und befriedigend an. Ein Handlungsbogen wird abgeschlossen – und gleichzeitig spürt man, dass noch Großes bevorsteht.
Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und freue mich schon sehr darauf, die weiteren Bände zu lesen und Eyra, ihre Familie sowie die Prinzen weiter zu begleiten.
Rezensionen von LeserinLu :
Inspirierend
Reisehandbuch Europa mit dem Zug von Cindy Ruch; Reisedepeschen
Schon das Cover ist ein echter Hingucker – fast ein kleines Kunstwerk für sich. Es lädt sofort zum Träumen ein und spiegelt genau das wider, was dieses Reisehandbuch verspricht: Sehnsucht nach Unterwegssein, Entdeckungslust und ein wenig Zugromantik. Auch haptisch ist das Buch hochwertig gestaltet und die liebevolle Gestaltung machen es zu einem guten Geschenk – nicht nur für überzeugte Bahnreisende, sondern auch für alle, die es werden wollen.
Inhaltlich überzeugt das Buch durch klare Struktur und Übersichtlichkeit. Die Kapitel sind thematisch gut gegliedert, und auch innerhalb der einzelnen Abschnitte findet man sich dank des wiederkehrenden Seitenaufbaus schnell zurecht. Besonders gelungen sind die Kategorien wie „Lieblingsstrecken“ und „Geheimtipps“. Das Buch bietet damit jede Menge spannendes „Nerdwissen“ für Bahnreisefans – von historischen Strecken über außergewöhnliche Zugverbindungen bis zu nachhaltigen Reiseideen. Es eignet sich hervorragend als Inspirationsquelle: Man bekommt viele neue Anregungen und kann danach mit anderen Reiseführern gezielter in die Planung gehen. Ich selbst habe z. B. durch dieses Buch erst richtig Lust bekommen, einmal eine Bahnreise durch die Schweiz zu machen.
Ein kleiner Wermutstropfen sind für mich die Karten. Zwar sind sie ansprechend gestaltet, wirken aber inhaltlich etwas unausgewogen: Maßstäbe fehlen, Streckenlängen lassen sich kaum abschätzen, und nicht alle im Text erwähnten Bahnhöfe tauchen auch auf den Karten auf. Auch wäre es hilfreich, wenn interessante Orte oder Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Bahnhöfe markiert wären – so ließe sich die Reise noch leichter planen. Hier könnte man zugunsten der Funktionalität etwas Design opfern. Das Kapitel über Reisen mit Kindern fand ich gelungen, hätte mir aber gewünscht, dass dieses Thema in allen Kapiteln präsenter wäre, statt nur in einem eigenen Abschnitt behandelt zu werden.
Insgesamt ist „Europa mit dem Zug“ ein inspirierendes und informatives Reisehandbuch, das Lust auf entschleunigtes Reisen macht – perfekt zum Stöbern und für eine erste Grobplanung.
Rezensionen von Ele:
Eine kleine Stadt in North Dakota
So war die Welt von Louise Erdrich
So war die Welt, Roman von Louise Erdrich, EBook, Aufbau-Verlag
Ein schwermütiger Roman
Kismet lebt mit ihren Eltern in Argus, eine kleine Stadt im amerikanischen mittleren Westen. Crystal, ihre Mutter, arbeitet Tag und Nacht um Kismet die Highschool zu ermöglichen, derweil für ihren Vater Martin nichts elegant und gut genug sein kann.
Plötzlich interessiert sich Gary für das Mädchen, er ist der Footballstar der Schule und Sohn reicher Eltern, die mit dem Anbau von Zuckerrüben das große Geschäft machen. Das Mädchen fühlt sich von Garys Werben geehrt, aber sie mag auch den belesenen Hugo. Dann macht Gary ihr einen Antrag, den Kismet annimmt, obwohl sie sich ganz und gar nicht sicher ist. Crystal ist entsetzt über diese frühe Heirat. Am Tag der Hochzeit verschwindet Martin mit dem Geld aus dem Spendenfond, der für die Renovierung der Kirche vorgesehen ist. Die Geschehnisse überstürzen sich.
Das Buch gliedert sich in 5 Teile, die einzelnen kurzen Kapitel tragen eine zusammenfassende Überschrift. Die Autorin schreibt ausgesprochen bildhaft, das Setting läuft während der Lektüre wie Kino im Kopf ab. Die Sprache an sich, ist ausdrucksstark und der Plot atmosphärisch dicht. Die dystopische beklemmende Stimmung ist gänzlich auf mich übergegangen, esoterische Züge sind dabei, doch zwischendurch gibt es auch humoristische Szenen. Der Stil ist auktorial verfasst, abwechselnd aus der Sicht verschiedener Charaktere. Ein umfassendes Bild und eine tiefe Innenansicht der Figuren sind dadurch möglich.
Zusätzlich finde ich, geht es um die Nachteile und Gefahren des konventionellen Anbaus, mit Herbiziden, Pestiziden und Düngemitteln und es wird nachvollziehbar aufgezeigt, welchen Schaden Mensch und Tier dadurch langfristig angerichtet wird. Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht: „Aber unter passenden Bedingungen lässt sich alles vom Antlitz der Erde tilgen.“ Diese Ansichten passen gut zu diesem Buch, hätte ich auf diese Weise in einem Roman aber nicht erwartet. Das erinnert mich an das Klimaquartett von Maja Lunde.
Abgesehen vom Umweltaspekt, hat die Geschichte genügend Geschehnisse, esoterische Szenen sind ebenfalls eingearbeitet, sodass es mir alles in allem, ein wenig viel erscheint. Der Leser muss hier viel zwischen den Zeilen lesen und sich einiges erahnen können.
Die Figuren sind hervorragend und überzeugend charakterisiert, Crystal ist eine wahnsinnig starke Frau, sie hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, auch Hugo hat sich enorm entwickelt, ist immer stärker geworden, auch Martin hat mich überraschen können, eigentlich haben sich alle Figuren verändert, meist zu ihrem Besten, das macht sie authentisch. Einzig Kismet hat mich enttäuscht von ihr hätte ich mir mehr Entwicklung gewünscht. Ihre Unentschlossenheit ist selbst im Epilog noch deutlich.
Eine gute Unterhaltung war es allemal, es ist jedoch kein Buch welches man schnell in eine paar Stunden liest, vieles hat mich innehalten und über das gelesene nachdenken lassen. Mich hat es sehr gefordert, die dystopischen Szenen haben mir tatsächlich Angst gemacht. Auch in meiner Heimat werden Zuckerrüben angebaut, eine Zuckerfabrik ist in der Nähe. Noch ein Satz den man sich merken sollte: „Ebenso lauert in jedem Löffel (Zucker) der pragmatische Nihilismus des industriellen Zuckeranbaus auf Kosten unseres Lebensraums auf Erden. Das ist die Süßigkeit die unsere Sinne besticht.“
Wer sich für den biologischen Anbau als Alternative, bzw. Umweltschutz interessiert, oder auch Fans der Autorin und ihren speziellen Schreibstil, sollte hier zugreifen. Ich vergebe 4 Sterne











