Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Kleine, feine Krimis
Ein Hochhaus ist auch nur ein Dorf von Elfi Sinn
Nach der Vorstellung der Personen, die uns in diesem Büchlein begegnen, lernen wir die pensionierte Lehrerin Nora kennen. Sie ist vom Dorf in eine Hochhaus gezogen und tut sich zunächst schwer Bekanntschaften zu schließen. Aber dann macht sie einen Plan vom Haus und in der Bar unten im Haus erfährt sie von ihrer Nachbarin Lilly, die schnell ihre Freundin wird.
Im Fahrstuhl trifft sie auf den 10-jährigen Tom, der sich mit Computern auskennt, der sich aber mit dem Lesen schwertut. So findet Noro schnell einen Weg, wie die beiden sich unterstützen können. Zusammen mit Lilly und zwei älteren Herren versucht Nora eine Diebesbande, die in einigen Wohnungen eingebrochen hatten zu stellen.
Zusammen mit Lilly besucht Nora ein Speed-Dating und erfährt dort von einer Blondine, dass ihr Schwester böse reingelegt wurde. Da macht die Hochhaus-Gang, wie die vier Freunde sich nennen, gleich einen Plan, wie man diesen Betrüger überführen kann. Dazu verwandelt sich der ehemailge Bänker Alfred in eine verführerische Blondine.
Als Nora mit ihrer kleinen Urenkelin am Spielplatz sitzt, wird die von einer Frau um Hilfe gebeten, sie hat einen Mann angezeigt, der sie bestohlen hat. Er wollte sich ihre Wertgegenstände anschauen und nach seinem Besuch fehlte ein wertvolles Stück. Natürlich können Nora und ihre Freunde der Frau helfen.
Bei ihrem Spaziergang durch die Gartenstadt fällen Nora herausgerissene blaue Blumen auf. So erfährt sie von einem Mordfall und kann der Witwe helfen, die der Polizei verdächtig erscheint.
In einem Seniorenheim lernt Nora den Mentor von Alfred kennen, einen sehr attraktiven und aktiven 90jährigen.
In Lillys Bootshaus organisiert Nora mit ihrem neuen Freund ein Krimidinner, doch dann landen sie plötzlich selbst in einem spannenden Fall.
Um Prävention geht es im letzten Kapitel, aber auch um eine ältere Damen, die nicht auf den Trick hereinfällt, sondern zusammen mit der Hochhaus-Gang dem Betrüger eine Falle stellt.
Kleine, feine Geschichten, Cosykrimis mit Seniorenbeteiligung, klar strukturiert und logisch nachvollziehbar, gut zu lesen und mit sympathischen Protagonisten. Wieder eine gelungene Mischung!
Rezensionen von Flaminelli:
Eisträume und Feenstaub
Zehn Eis an einem Tag von Bettina Gundermann
Die widerborstige Fee Huberta Moloch-Meyer will vieles, nur keine Wünsche erfüllen. Erst recht nicht von kleinen Kindern. Sie hat eher Unsinn im Kopf. Und als Linn sich mit ihrem Vorhaben, zehn Eis zu verputzen, auf das Kühlfach stürzt, stibitzt die Fee in Windeseile das gesamte Himbeereis.
Ganz anders im Haus nebenan.
Henri freut sich gerade über das Geschenk der Zahnfee. Denn Zahnfee Tusnelda liebt Kinder. Und vielleicht hat Henri Eis ... So begibt sich Linn auf die Suche nach ausreichend Eiscreme und gerät dabei in einen witzigen Wettstreit zwischen Fee Huberta Moloch-Meyer und der Zahnfee Tusnelda Wimperklimper. Denn an seinen Wünschen festzuhalten, ist immer eine gute Sache.
Das Buch ist selbst für kleine Kinder gut verständlich und weckt natürlich das Interesse der kleinen Schleckermäuler. Nebenbei erfahren die kleinen Leser auch einiges aus dem Feen-Alltag. Ein gutes Sommerbuch, das etwas episodenhaft wirkt.
Rezensionen von Daggy:
Wissenschaftliche Themen erklären
Cosmic Bullshit von Chris Ferrie
„Jugendliche begegnen pseudowissenschaftlichen Behauptungen heute täglich in ihren Feeds. Umso wichtiger ist es, Werkzeuge zur Einordnung an die Hand zu geben, die nicht nur aufklären, sondern auch Spaß machen.“ So lautete der Text, der mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Der Autor ist Quantenphysiker und er fängt mit dem Text wörtlich bei Adam und Eva an, denn das erste Kapitel befasst sich mit den unterschiedlichsten Mythen rund um die Schöpfung.
Dann geht es um die Sterne und was die Astrologie alles in ihnen liest. Weiter geht es mit Aliens und den verschiedensten literarischen und filmischen Werken, in denen sie vorkommen. Ufo-Sichtungen wurden von Wissenschaftlern ernst genommen und entsprechend untersucht. Nicht nur wegen der Kultfilme „Zurück in die Zukunft“ sind Zeitreisen immer wieder ein Thema, dass fasziniert. Selbst In Kinderbüchern wird eine Reise durch Zeit und Raum zum tollen Abenteuer, bei dem die Lesenden in andere Zeiten abtauchen können.
Ich muss leider zugeben so spannend sich die Themen anhören, so sehr habe ich mich durch den Text gekämpft. Über 200 Seiten voller Informationen und ein Humor, der nicht meiner ist. Die Leser*innen des Buches wurden gesiezt, was mich sehr erstaunt hat. Ich weiß auch nicht, warum es immer Wissenschaftlerinnen hieß, während Skeptiker männlich waren.
„Wir machen alle Fehler. Ich habe zum Beispiel eingewilligt, 10.000 Wörter zu schreiben, wodurch ich gezwungen war, totlangweiligen Schrott im Internet zu recherchieren.“ Ist ein Zitat aus dem Buch, das mir zu denken gibt. Dazu kommt der Titelbegriff „Bullshit“ sehr inflationär im Text vor, für mich nicht unbedingt eine wissenschaftliche Aussage.
Rezensionen von Flaminelli:
Schlaffaktoren kinderleicht vermittelt
Die Suche nach der guten Nacht von Miriam Prätsch
Psychologin Miriam Prätsch und Illustratorin Maike Prosoli haben hier einen kleinen Helfer für Kinder und Erwachsene zu Papier gebracht.
Das Buch beginnt mit der Geschichte, wie Stella und der Koala Karli sich auf die Suche nach der „Guten Nacht“ machen. Denn Stella fällt das Einschlafen oft schwer, wodurch sie morgens häufig müde ist und nicht aufstehen will.
Der Koala Karli hingegen wacht immer wieder auf und das, obwohl er eigentlich wie seine Freunde 20 Stunden am Tag schlafen müsste. Also begeben sich die beiden auf Entdeckungsreise und erfahren viel Nützliches von der Kinderärztin Frau Bachmann, dem Koch Pierre, einer Forscherin, einem Sportler, einer alten Dame und einem buddhistischen Mönch. All diese Personen vermitteln ihr Wissen und gute Übungen, sodass Stella (und die mitlesenden Kinder) ihren eigenen kleinen Schlaf-Notizzettel erstellen können. Denn zwischen dieser Vorlesegeschichte finden sich immer wieder Reflexionsfragen, welche die Kinder ermutigen, über ihre eigenen Schlafgewohnheiten nachzudenken.
Ab Seite 59 beginnt dann der Abschnitt mit wissenswerten Informationen für die mitlesenden Eltern. Hier geht die Psychologin Miriam Prätsch näher auf unterschiedliche Schwerpunkte ein. Von den Schlafphasen über allgemeine Informationen wie: Wie lange Kinder im Bett der Eltern schlafen „dürfen“, wie viel Schlafbedarf Kinder in einem gewissen Alter durchschnittlich haben oder das Zusammenspiel zwischen Schlaf und Gesundheit wird in einem Rundumblick vermittelt. Hier findet sich zudem viel Wissenswertes. So zum Beispiel, dass Jugendliche sich zu Eulen entwickeln und die Frühaufstehermentalität sich daher (wie für alle Eulen) schädlich auswirkt und keine optimale Leistung ermöglicht. (Näheres auch unter:quarks).
Die Autorin liefert so auf 30 Seiten vielseitiges Hintergrundwissen, gibt kindgerechte Atemübungen sowie Anleitungen zu Kinderyoga-Übungen, Körperreise und autogenem Training an die Hand. Die Psychologin verschafft zudem einen gekonnten Überblick über alle Schlafstörungen (mit weiteren Tipps) und sogar ein Alptraum-Ratgeber ist mit dabei. Auf den letzten Seiten findet sich außerdem die Vorlage für ein Schlaftagebuch, welches ein besseres Monitoring ermöglicht. Die Literaturliste und Empfehlungen befinden sich auf der Seite 88.
Als zusätzlichen Bonus gibt es reichlich Zusatzmaterial (wie das Schlaftagebuch und Bastelvorlagen) zum Download auf der Verlags-Seite sowie weitere Informationen unter den Social-Media-Profilen.
So ist „Die Suche nach der guten Nacht“ ein hilfreiches Vorlesebuch mit vielfältigem Hintergrundwissen und Zusatzinformationen, welche einen gesunden Schlaf schon von klein auf fördern.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Magic-Locked-Room-Mystery
The Blackgate Invitation von Sarah Henning
Die Schwestern Ruby und Wren sind nicht die, die sie behaupten zu sein, als sie in Hegemony Manor an einem Dinner teilnehmen. Für die beiden Hochstaplerinnen wird es jedoch brenzlig, als ihre Auftraggeberin die Abmachung bricht und ein Mord geschieht, in dessen Konsequenz das Anwesen durch Magie abgeriegelt wird.
Ihnen wird klar, worin sie verstrickt sind und sie mithelfen müssen, den Mord aufzuklären, um nicht für immer auf dem Gelände gefangen zu bleiben.
„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern.“
Düsternis und eine unheimliche Atmosphäre umgeben das Anwesen und mit Hexen, Zauberern und Geistern ist es das perfekte Grusel-Setting. Das hat mein Interesse geweckt. Gelungen fand ich den stetigen Wechsel der Ich-Erzähler. So konnte man die Handlung durch Ruby oder Auden verfolgen, was ein stimmiges Bild ergab und eine authentische Slow-Burn-Romance, die wenig Raum einnimmt und ohne Spice auskommt. Ansonsten bin ich leider etwas enttäuscht und hätte mir bei der Umsetzung mehr Originalität und Unvorhersehbarkeit gewünscht.
Die magischen Blutlinien, Familienverstrickungen und die Suche nach den Relikten war langatmig und statt zunehmender Spannung beherrschten vor allem Dialoge, Streitigkeiten und die inne Welt der Hauptfiguren die Story. Es gab Momente, das konnte ich nicht nachvollziehen, weshalb die Schwestern nicht aufgeflogen sind. Man sieht, was man sehen will? Das hat mich nicht überzeugt. Auden bemerkt zwar, dass etwas anders ist, erklärt sich das aber spekulativ mit einem Vergessenszauber. Auch das hat sich einfach zu sehr gezogen. Die Auflösung war vorhersehbar und bot wenig Spannung oder Überraschungen. Das Ende hat mich mit Grusel-Twists etwas versöhnt, aber so richtig glücklich war ich mit den fehlenden Konsequenzen und dem Ausgang nicht. Auch, wenn ich es stellenweise gern gelesen habe, finde ich es schade, da der Funke bei mir nicht übergesprungen ist.
Rezensionen von cosmea:
Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte
Lebensbande von Mechtild Borrmann
Im Mittelpunkt von Mechtild Borrmanns neuem Roman “Lebensbande“ stehen drei Frauen - Lene, Nora und Lotte - deren Leben über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren geschildert wird. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, den 30er Jahren bis nach Kriegsende und den 90er Jahren nach dem Mauerfall. Lene und Nora sind Kusinen, die sich erst spät kennenlernen, Nora trifft Lotte bei ihrer Arbeit als Krankenschwester und wird nach dem Krieg mit ihr für acht Jahre in einem sowjetischen Arbeitslager eingesperrt.
Es sind schwierige Zeiten mit schlimmen Ereignissen, die zu ertragen viel Mut und Kraft kostet. Lene hat einen kleinen behinderten Sohn, den man ihr wegnehmen will, weil er als Reichsausschusskind betrachtet wird. Die Freundinnen ahnen, was mit diesen Kindern in den speziellen Einrichtungen passiert, wo erstaunlich viele schon bald angeblich an Lungenentzündung sterben. Nora hilft Lene, den kleinen Leo zu retten und geht dabei ein hohes Risiko ein. Bei der Aktion gibt es einen Zwischenfall, der Noras Leben für immer prägen wird.
Lange rätselt der Leser, aus wessen Perspektive die zugleich berührende und bedrückende Geschichte erzählt wird. Eine der drei Frauen schreibt dann sozusagen als Vermächtnis auf, was damals wirklich geschehen ist und beantwortet damit offene Fragen. Mir hat Borrmanns neuer Roman wieder sehr gut gefallen, vor allem das Porträt der drei mutigen Frauen, die einander tatsächlich lebenslang verbunden bleiben und anderen helfen, selbst wenn ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht: „Es sind die Dinge, die man nicht getan hat, die einen ein Leben lang beschämen.“ (S. 158) Ein sehr lohnender Roman, den ich verschlungen habe.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Unheilvolle Riesenvilla
Death at Morning House von Maureen Johnson
Es geht um eine Riesenvilla, die den Tod anzuziehen scheint und diese zwei mörderischen Geschichten von Morning House werden hier erzählt.
Das Ehepaar Ralston verbrachte mit ihren sieben Kindern jeden Sommer auf der Insel im Morning House. Morgens strahlt die Villa, aber abends wirkt sie beunruhigend unheilvoll.
Bis 1932 zwei Todesfälle diesem Glück ein Ende setzten. Viele Jahre später ist Morning House ein Ort, der frei zugänglich ist. Marlowe verbringt den Sommer damit, Touristen durch die Villa zu führen und erfährt, dass sie den Platz eines toten Jungen eingenommen hat.
Erzählt wird die Geschichte von Marlowe, die sich in Akilah verliebt. Das erste Date endet im Chaos und ist der Grund, warum Marlowe den Ferienjob annimmt. Als zynische Ich-Erzählerin richtet sich Marlowe direkt an die Lesenden und erzählt, wie zwei Gegenstände ihr Schicksal besiegelten: eine Duftkerze und ein Lippenstift. Das tut sie humorvoll und authentisch, sodass es sich sehr gut lesen lässt. Durch die Rückblenden erfährt man, was sich 1932 in Morning House zugetragen hat. Davon hätte ich gern mehr gelesen, denn die Geschehnisse um Marlowe sind nicht so interessant, während der Vater mit seiner Visionen der Welt und der zwanghaften Tagesstruktur der Kinder mehr Potenzial aufweist. Auch wenn ich mit Marlowe nicht so richtig warm geworden bin, mochte ich die kleine Liebesgeschichte und die, vom Pech verfolgte, Hauptfigur. Die Auflösung, um die Todesfälle sind spannend inzidiert, haben mich überrascht und trösten etwas über den „langen Anlauf“ hinweg.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hatte eine herbstliche Rom-Com erwartet und nicht das
Spookily Yours von Jennifer Chipman
Bei der Bezeichnung Pumpkin-Lovestory und diesem unschuldigen Cover stelle ich mir eine verhexte romantische Komödie mit Herbststimmung rund um das Halloweenfest vor. Gerade am Anfang fühlte ich mich an »Sabrina - Total verhext« erinnert.
Willow arbeitet mit ihrer Schwester Luna im Hexenbräu, der Café-Bäckerei des Dorfes Pleasant Grove.
Willow ist total Kürbisverrückt und liebt Halloween. Ein Wohlfühleinstieg, der sogar Spannung aufkommen lässt, als Willow den Kater Damien adoptiert und versucht, ihn von dem Fluch zu befreien. Danach ist leider jegliches Fünkchen von Potential verpufft. Eigentlich will der besitzergreifende Damien sich nicht auf eine Hexe einlassen, verliert aber schnell jeden Anschein von Selbstkontrolle und erhebt Anspruch auf seine kleine Hexe, wie es sie nennt. Während es immer wieder zu erotischen Tête-à-têtes kommt, bei dem nichts mehr der Fantasie überlassen wird und der Eindruck erweckt wird, ein Teenager hätte technische Anweisungen verfasst, gerät Damiens Mission oder das feierlichen Kürbis- und Halloweenfest in den Hintergrund. Alles wird schnell abgehandelt. Damit dürfte klar sein, worum es in dem Buch wirklich geht, wenn auf Atmosphäre und Spannung weniger Wert mehr gelegt wird und sogar Willow vermutet, Damien hätte sie in eine Sex-Dämonin verwandelt. Dazu passt auch die vulgäre Sprache und der flache Schreibstil, der zudem inhaltliche Fehler aufweist. „Schei***, ich liebte es, sie zu küssen. Ich glaube nicht, je müde zu werden, ihren Mund in meinen zu nehmen.“ What?
Wirkliche gute Unterhaltung, echte Gefühle, nur ein bisschen Charaktertiefe oder gar Einfallsreichtum, sucht man hier vergebens - Quantität vor Qualität. Vielleicht sollte man das auch so bewerben, denn ich fühle mich getäuscht.
Jennifer Chipman hat versucht ein idyllisches Dörfchen wie bei Gilmore Girl zu erschaffen. „Für Fans von »Gilmore Girls« und »Vampire Diaries«“ heißt es, aber das, was die Serien ausmacht, findet sich in dieser Story nicht ansatzweise wieder. Das ist irreführend, weil es völlig falsche Erwartungen schürt. Ich war maßlos enttäuscht und kann, aufgrund der genannten Punkte, keine Empfehlung aussprechen. Es sei denn, mann möchte genau das: cringe spice Inhalte, besitzergreifende Männerfantasien und unstimmige Klischees, gepaart mit einem Hauch von Hexe, Dämon und obsessiver Herbstsaison. Scheint ja manchen zu gefallen, aber definitiv kein „verdienter“ Bestseller, sondern nur irreführendes Marketing.
Rezensionen von Nicole (Abby1810):
Wunderbare, starke und ermutigende Botschaften
Gottes langer Atem von Andrea Varga
Nach "Dein Leben sein Meisterwerk" ist dies nun das zweite Buch, welches ich von Andrea Varga gelesen habe. Bereits das erste Buch von ihr hat mir besonders gut gefallen. Daher habe ich mich über dieses hier sehr gefreut.
In diesem Buch behandelt die Autorin Themen wie Leid, Schmerz und Schuld.
Andrea Varga restauriert gerne alte Bibeln, denn für sie haben diese alten, verbrauchten Bibeln einen höheren Wert als Neue. Sie denkt an die vorhandenen Notizen und die Gebrauchsspuren. Welche besondere Erlebnisse der Besitzer mit der alten Bibel wohl schon hatte. Daher haben alte Bibeln für sie einen ideellen Wert. Diese Gedanken überträgt die Autorin sehr geschickt auf Gottes Sichtweise auf uns Menschen. Denn in seinen Augen haben wir immer einen hohen Stellenwert. Egal wie zerbrochen oder schuldig wir sind.
Und selbst wenn wir nicht mehr an uns glauben und aufgeben wollen. Gott möchte uns beistehen, er gibt uns nicht auf. Wir müssen dem Herrn nur erlauben unsere Leben wiederherzustellen.
Die Autorin schreibt sehr authentisch und ehrlich. Sie offenbart auch persönliche Niederlagen und gibt Einblicke in ihre Familiengeschichte, und ihrem Umgang mit Leid und Heilung. Mir gefällt ihr Schreibstil sehr gut. Ich konnte aus dem Buch einiges für mich mitnehmen, daher fünf Sterne und eine Leseempfehlung meinerseits.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Tolles Konzept mit Mehrwert und schöner Aufmachung
In der Komfortzone wächst nichts. Die schönsten Gärten blühen außerhalb. von Gitta Jacob
Therapeutin und Autorin Gitta Jacob hat 52 wirkungsvolle Sätze aus der Praxis zusammengestellt, die nicht spurlos an mir vorbeigezogen sind. In kompakten Texten gibt sie psychologisches Wissen und Erfahrungswerte weiter, die nicht nur farblich zum Buch passen und sich von den Übungen abheben, sondern auch einfühlsam geschrieben und leicht verständlich sind.
Die Übungen, durch die orange Schriftfarbe leicht zu erkennen, sind aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder Achtsamkeitsübungen. Die schriftliche Ausarbeitung ist zwar im Buch möglich, aber der Platz dafür ist begrenzt.
Die hochwertige Gestaltung finde ich zudem gelungen. Die übersichtliche Struktur ist praktisch und durch das gleichbleibend farbliche Konzept, bleiben die Gedanken fokussiert. Wenn man Zuversicht und Inspiration sucht, lohnt es sich, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen. Mir gefällt die Idee, die kommenden 52 Wochen des neuen Kalenderjahres, jeder Woche einen Satz auszuwählen. Dadurch habe ich genügend Zeit für die Übungen, sofern es welche für den jeweiligen Satz gibt und kann den Impuls für die Woche nutzen.
Das Konzept spricht mich sehr an, denn manche Sätze bleiben hängen, werden zu Glaubenssätzen, können das eigenen Denken in eine positive Richtung lenken und auch anderen im richtigen Moment helfen.
Was mir besonders gefallen hat, ist die sanfte Art von Gitta Jacob verständnisvoll zur Selbstreflexion anzuregen. Sie ermuntert zwanglos, sich mit Achtsamkeit und Verständnis zu begegnen und die tiefere Bedeutung hinter den Sätzen zu verstehen und zu verinnerlichen. Außerdem vermittelt sie neue Perspektiven: Gefühle allein sind kein guter Ratgeber, Therapie ist kein Allheilmittel, Sexualität verdient mehr Beachtung und Abgrenzung aus Selbstführsorge kann auch eine egoistische Fehleinschätzung sein.
Beim Lesen ist es wirklich spannend zu beobachten, was die Sätze mit einem machen. Manche Sätze, und die dahinter stehenden Prinzipien, sind bekannt oder hat man schon mal gehört. Die Sätze wirken unvermittelt und zeigen, was man schon verinnerlicht hat und wo man noch ansetzten könnte. Was bewegt mich? Was fordert mich heraus? Wo besteht noch Handlungsbedarf?
Es ist also eine psychologisch spannende Lektüre mit verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten, kompetentem Wissen und brauchbaren Ansätzen, die sich lohnt. Aufgrund der schönen Aufmachung und dem mehrmaligen Nutzen gebe ich eine Kaufempfehlung und hoffe, auf eine Fortsetzung. Ein Kalender wäre auch ein tolles Geschenk.











