Kunden em pfehlungen
Rezensionen von div:
Frauenschicksale
Niemands Töchter von Judith Hoersch
Frauenschicksale
„Niemands Töchter“ von Judith Hoersch erzählt von Schicksalen vierer Frauen in vier verschiedenen Jahrzehnten. Durch Zeitsprünge lernt man die vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell kennen. Jede dieser Frauen hat eine Geschichte, die erzählt wird. Zunächst scheint es, als wären alles einzelne Geschichten, aber nach und nach kommen Zusammenhänge hervor.
Vor allem folgende Themen werden eingebunden: Mutterschaft, Verlust, Identität und Einsamkeit.
Die Zeitsprünge fand ich teilweise etwas verwirrend, das ist ein kleiner Kritikpunkt an diesem Buch.
Mir hat gefallen, dass das Buch zeigt, wie wichtig Familie, Vertrauen und Zugehörigkeit sind. Es macht auch deutlich, wie sehr fehlende Liebe ein Leben beeinflussen kann. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass Veränderung möglich ist und dass man trotz schwieriger Vergangenheit seinen eigenen Weg finden kann.
Rezensionen von Daggy:
Drei Leben voller Spannung
Jaffa Road von Daniel Speck
„Die Abwesenden haben oft mehr Macht als die Anwesenden“
Moritz schwängert seine Verlobte, bevor er in den zweiten Weltkrieg zieht. Sein Einsatzort ist Tunesien und hier lauscht er gerne Viktor bei seinem Klavierspiel in der Bar. Was er nicht ahnt, ist, dass Viktor Jude ist. Er lebt mit seiner Familie in „Piccola Sicilia“ einem bunten Stadtteil von Tunis und seine Familie versteckt Moritz nach seiner Desertation.
Als Maurice emigriert er zusammen mit Viktors Schwester und ihrer kleinen Tochter nach Israel. Ihr Lebensmittelpunkt dort ist die Jaffa Road in Haifa.
Nachdem die Engländer sich zurückziehen, nehmen die Israeli das Land ein und zerstören damit die gewachsenen Strukturen in Palästina. Viele Araber der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen müssen ihr Land und ihr Heim verlassen. Sie werden zu „Abwesenden“, die ihre Ansprüche verloren haben.
Moritz Enkelin, seine jüdische Tochter und sein arabischer Sohn, Kinder aus drei Leben werden nach seinem Tode ins sein in Palermo eingeladen. Es gibt viele Rätsel, viele Fragen und wenig Vertrauen unter diesen Erben.
Es dauert sehr lange bis alle Stränge einen Sinn ergeben. Es gibt viele Sprünge durch die Zeit von Beginn des Krieges bis zur Jahrtausendwende. Zum gibt einen die Hoffnung der Zionisten endlich im eigenen Land leben zu können zum anderen die Vertreibung der Palästinenser, die dort viele Jahre friedlich mit Andersgläubigen zusammengelebt haben. Gerade im Hinblick auf die jetzigen Situation fand ich es sehr spannend und informativ zu erfahren, wie der geschichtliche Hintergrund ist. Leider schwindet mit diesem Wissen meine Hoffnung auf eine Lösung, denn zwei Staaten werden von der Welt nicht als Lösung erwogen. Ein Buch, dass mit seiner verschachtelten Erzählweise viele Emotionen in mir geweckt hat. Die Frage der Palästinenserin Amal „Gibt das Unrecht, das ihr Deutschen den Juden angetan habt, ihnen das Recht uns Unrecht anzutun?“ möchte ich spontan verneinen, sie zeigt aber wieviel Zündstoff in diesem Buch steckt.
Rezensionen von Daggy:
Familiengeheimisse lüften
Träume aus Licht von Isabel Roderick
Als ihre Großmutter plötzlich ins Krankenhaus muss, findet Ariane eine alte Filmrolle unter deren Bett. Ariane, die bei der Großmutter aufgewachsen ist, weiß wenig von ihrer Mutter Vera. Auch bei ihrer viel ältere Halbschwester findet sie wenig Informationen. Das zweite Kapitel erzählt dann von Eva, die 1920 davon räumt eine Drehbuchautorin zu werden.
Zusammen mit ihrer Schwester versucht sie in den damals bekannten Berliner Lokalen auf Größen der Filmindustrie zu stoßen. So lernt sie Heinrich Lichtenfeld kennen, einen faszinierenden Mann mit vielen Visionen, der als Regisseur arbeitet. Die beiden arbeiten hervorragend zusammen und als Heinrichs Verlobt plötzlich verunglückt, macht er Eva zu seiner Hauptdarstellerin. Eva möchte eine emanzipierte Frau spielen, nicht immer nur das Dummchen, wie es in Stummfilmen üblich ist.
Es dauert einige Zeit, bis der Bogen hin zu Ariane gespannt ist und die Geschichte wird immer spannender. Die Beziehung zu Heinrich, die zunächst glücklich begann wird im Laufe der Zeit immer toxischer, denn Heinrich will immer seinen Willen durchsetzen, zunächst mit Charme, dann auch mit Gewalt.
Es geht in der Geschichte um die Stummfilmzeit, dabei tauchen auch reale Figuren auf, um private und gesellschaftliche Emanzipation, um Liebe, um Herrschen und beherrscht werden, aber auch um eine junge Frau, die nach der Geschichte ihrer Familie sucht.
Es gibt immer wieder zeitliche und räumliche Sprunge, trotzdem lässt sich das Buch sehr gut lesen und ich war sehr gespannt, wie alles zusammenhing.
Rezensionen von Daggy:
Viele Erinnerungen - wenig Vergessen
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe von Doris Knecht
Die Ich-Erzählerin, eine verlassene Ehefrau in den Wechseljahren, muss sich von ihren Kindern und der großen Wohnung verabschieden und wir erleben ihre wechselnden Gefühle. Wenn die Kinder flügge werden, schwanken wir Mütter natürlich immer zwischen der Trennung und der damit verbundenen Freiheit.
Die Frau ist genau wie Doris Knecht eine Schriftstellerin, die zwar mit ihren Büchern Geld verdient, aber sich die große Wohnung nicht mehr leisten kann. Deshalb widmet sie viele Seiten des Buches der Suche nach einer neuer Bleibe. Auch für den Sohn muss etwas gefunden werden. Zum Glück gibt es eine gute Freundin, die sie unterstützt. Auch familiär ist die Frau gut eingebunden, wenn sie auch schon früh das elterliche Haus in Vorarlberg, das sie einengte, verlassen hat.
Viele Gefühle, die diese Frau durchleb, sind mir vertraut, andere kann ich nur schwer nachvollziehen. Ich denke da wohl praktischer. Sie braucht lange, um sich einzugestehen, was für die die beste Lösung ist. So fand ich die Sache mit der Wohnung doch etwas nervig. Ein Psychologin, die sie regelmäßig besucht meint, dass die Leute nicht unbedingt von ihren Probleme lesen wollen, und an manchen Stelle habe ich mir gewünscht, sie hätte auf sie gehört. Das Buch liest sich leicht und es gibt durchaus auch humorvolle Stelle, in erster Linie, wenn es um ihre Zwillingsgeschwisterpaare geht.
Rezensionen von fantasia:
Gut und Böse liegen nahe beieinander
Minnesota von Jo Nesbø
„Minnesota“ von Jo Nesbø hat mich insgesamt nicht vollständig überzeugt. Der Switch vom Jahr 2016 ins Jahr 2022 oder der Perspektivwechsel gar mitten in den Kapiteln hat mich zunächst im Lesefluss gestört und das Eintauchen in das Geschehen erschwert.
Mit der Zeit hat mich die Geschichte dann doch gepackt - wobei ich die Protagonisten, den Ermittler Bob Oz, und den Mörder als schon ziemlich kaputte, fast überkonstruierte Figuren empfand.
Der Gute und der Böse sind sich dann doch wieder ähnlich und dem Leser wird gezeigt, wie nah doch die Grenzen beieinander liegen.
Dass der Mörder seine Opfer präpariert, gibt den gewissen Gruseleffekt. Aber braucht es den wirklich? Die Tarnung des Mörders durch die präparierten Häute etc. wirkt schon sehr weit hergeholt.
Positiv hervorzuheben ist der gesellschaftspolitische Bezug: Die Kritik an der Waffenlobby und den nahezu nicht vorhandenen Waffengesetzen in den USA fügt sich grundsätzlich gut in den Plot ein. Auch die Erwähnung von Donald Trump und George Floyd ist inhaltlich nachvollziehbar, wirkt jedoch etwas aufgesetzt.
Insgesamt bleibt „Minnesota“ für mich ein guter, aber kein herausragender Nesbø-Roman.
Rezensionen von Daggy:
Sicher kein verstaubtes Bilderbuch
Staub von Silke Schlichtmann
Schon auf dem Cover sehen wir Staub in unterschiedlichsten Erscheinungsformen mit Demo-Schildern, die darauf hinweisen, wie wichtig diese kleine Partikel sind. „Staub ist eine Mischung aus Luft uns winzigen Teilchen.“
Zunächst berichtet die Autorin aus ihrer eigenen Erfahrung, die sich mit der der Lesenden deckt.
Wir empfinden Staub meist als lästig und mühen uns ihn zu entfernen. „Staub hat einfach einen schlechten Ruf.“ Aber in diesem Buch werden wir eines Besseren belehrt, denn vieles funktioniert ohne Staub gar nicht. So schützt er uns vor der Sonneneinstrahlung oder erzählt uns Geschichten über die Vergangenheit oder über mögliche Täter. Es gibt eine Menge Staubsorten, über die wir viel erfahren. So wird der fruchtbare Lössboden „staubiges Gold“ genannt.
Erstaunlich, dass dem Staub, dem wir ja überall begegnen erst jetzt so ein spannendes Sachbuch mit so vielen informativen Illustrationen gewidmet wurde. Hier wurde ein Alltagthema zu einem superwichtige Thema gemacht, aber das Beste an dem Buch ist, dass das Lesen und Anschauen riesigen Spaß macht.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Umfangreiche und interessante Einführung in die Quantentheorie
Warum niemand die Quantentheorie versteht von Frank Verstraete; Céline Broeckaert
Quantenphysik - viele haben von diesem Thema gehört, aber durchaus Respekt davor, sich näher damit zu befassen. Zu groß ist oft die Angst, höhere mathematische Zusammenhänge nicht mehr zu verstehen.
Auch deshalb gibt es mittlerweile einige Bücher am Markt, die versuchen, dieses komplexe und spannende Gebiet verständlich zu erklären.
Dieses ist eines davon: hier haben sich ein Physikprofessor und seine Frau, eine Künstlerin, zusammengetan, um zu versuchen, die Grundlagen der modernen Physik in möglichst verständlicher Sprache darzustellen.
Herausgekommen ist ein sehr interessantes Buch, das mit wenig Mathematik und Formeln auskommt, aber sich immer noch auf einem eher hohen Niveau bewegt. Bevor es um die Quantentheorie selbst geht, wird ausführlich auf die Geschichte der Physik eingegangen und erzählt, welche berühmten Männer und Frauen (ja, auch davon gab es so einige, die im Buch auch Würdigung finden) durch welche Experimente auf verschiedene physikalische Naturgesetze gekommen sind. Sehr interessant für alle historisch Interessierten.
Wer sich aber rein für die Quantentheorie selbst interessiert, hat mit diesem umfangreichen Teil vielleicht nicht so viel Freude, auch wenn er durchaus hilfreich ist, um zu verstehen, welche bisherigen Annahmen diese über den Haufen geworfen hat.
Sehr lesefreundlich ist, dass das Buch kompliziertere Abschnitte, die für das nähere Verständnis nicht zwangsläufig erforderlich sind, in blau darstellt. So können diese von daran nicht interessierten Leserinnen und Lesern übersprungen werden. Weiters versuchen die Autoren, mit Hilfe von Graphiken und Abbildungen und durch die Beschreibung vieler Experimente, die Inhalte so verständlich wie möglich zu vermitteln.
Insgesamt ist es aber bei allen Versuchen, die Quantentheorie einfach darzustellen, dennoch ein Buch, das sich an gebildete Menschen richtet, die bereit sind, komplexen Denkmustern zu folgen und diese nachzuvollziehen. Ich habe einiges Neues gelernt, manches aber nicht komplett verstanden, dies ist aber wohl meinem mangelnden Vorwissen in diesem Gebiet anzulasten und nicht dem interessanten, aber schon anspruchsvollen Buch.
Rezensionen von Daggy:
Erstklassiges Sachbilderbuch
BiBiBiber hat da mal ’ne Frage. Warum muss ich schlafen? von Mai Thi Nguyen-Kim; Marie Meimberg
Ich muss gestehen, obwohl dies schon der 6. Band ist und die Autorinnen und Wissenschaftlerinnen Mai und Marie dem Bibibibiber eine Menge spannender und interessanter Fragen gestellt haben, ist es das erste Buch der Reihe, dass ich lese.
Der Untertitel „Warum wir alle Schlaf brauchen und genug Schlaf die Welt schöner macht.
“
lässt uns schon erahnen, dass der von den meisten Kindern und sicher auch einigen Erwachsenen als lästig empfundenen Schlaf eine Berechtigung in unserem Tagesablauf hat. Der Bibibibiber hat einen tolle Idee, er möchte den größten Damm der Welt bauen und bittet anderer um Hilfe. Doch er erhält lauter Absagen, weil sie Tiere immer irgendwie schlafen müssen. Und schon sind wir beim Thema „Photosynthese“, das uns mit Hilfe von Legosteinen dargestellt wird.
Das Buch hat sehr viele einfach gezeichnete Illustrationen, die die schwierigen Themen sehr gut darstellen und so erfahren wir, wieso der Schlaf für die Tiere und für uns Menschen so wichtige ist. Ein Sachbilderbuch, dass wirklich nicht ermüdend ist.
Eine sehr gut gemachte Sachbuchreihe für Kinder und Erwachsene, denn so klar war mir das mit dem Schlafen auch nicht, auch wenn ich es inzwischen ganz gerne mache. Schnarch!
Rezensionen von Claudia R.:
toller Fantasy Auftakt
Valdengaard 1: Raskild von Peter Hohmann
Klappentext / Inhalt:
+++ Aufwendig gestaltete Ausgabe mit Farbschnitt +++
Valdengaard – wo ein dunkler Gott auf die Gier der Menschen lauert.
Tharven hat nichts, kein Ansehen, keine Zukunft. Nur den Schatten eines Gerüchts, das ihn in seinem Heimatdorf zu einem Ausgestoßenen macht.
Zu seinen wenigen Freunden zählen ein tollpatschiger Schmiedelehrling, eine in Ungnade gefallene Kriegerin sowie ein mysteriöser schwarzer Kater namens Raskild, der mit ihm in Gedanken spricht.
Weil Raskild größenwahnsinnig ist, gerät Tharven oft in Schwierigkeiten. Auch die ständige Klugscheißerei des Katers verbessert die Situation selten.
Als die magische Gilde unter der Führung eines Erzmagus ins Dorf einreitet und Tharvens Vater tötet, bricht der letzte Halt in seinem Leben weg.
Unerwartet und in letzter Not stellt sich Gorwyn an seine Seite, ein Ritter des Ersten Rufs. Doch Gorwyn handelt nicht aus reiner Selbstlosigkeit. Er ist überzeugt: Sowohl Tharven als auch er sind auserkoren, eine magische Rüstung vor der Habgier der Zauberer zu schützen. Denn die Rüstung des Ewigen Zwangs ist der Schlüssel zur Macht eines alten Gottes.
Je stärker Tharven sich im Netz aus Geheimnissen und Gefahren verfängt, desto deutlicher wird: Nichts ist so, wie es scheint – nicht einmal er selbst. Und Raskild genauso wenig.
Valdengaard – Mittelalter-Fantasy mit Spannung und dem nötigen Schuss Humor.
Cover:
Das Cover ist wundervoll und auch sehr atmosphärisch gestaltet. Abenteurer sind hier erkennbar und ein Dorf, sowie eine Hütte verästelt in einem alten Baum grafisch sehr toll und beeindruckend umgesetzt. Optisch und auch farblich ist es toll anzusehen und das Cover auf jeden Fall ein Blickfang.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den Auftakt einer Fantasy Reihe, mit einer guten Mischung aus mittelalterlichem Abenteuer, sowie dem Spiel zwischen Dunkelheit und Licht und auch eine gewisse Portion an Humor darf natürlich nicht fehlen. Tharven und seine wenigen Freunde, ein tollpatschiger Schmiedelehring, eine in Ungnade gefallende Kriegerin und ein mysteriöser schwarzer Kater, geraten von einem ins nächste Abenteuer. Dabei sorgt Raskild, der Kater, ständig für Schwierigkeiten. Dass dieser in Gedanken mit Tharven kommuniziert und größenwahnsinnig scheint, trägt nicht gerade zu besseren Situationen bei.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist wortgewandt und bildlich. Schnell findet man sich in Welt und Charaktere hinein. Die Beschreibungen sind detailreich und nachvollziehbar. Die Charaktere haben so manche Ecken und Kanten, was sie aber auch besonders und ausmacht. Die Dialoge zwischen Tharven und Raskild sind einfach herrlich und mir hate diese gewisse Situationskomik und auch der teils etwas kauzige Humor sehr gut gefallen.
Eine wundervolle Mittelalter Fantasy Geschichte, die für Spannung, Humor und gute Unterhaltung sorgt.
Die einzelnen Abschnitte haben eine angenehme und gute Länge und ermöglichen so einen tollen Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind sehr gut herausgearbeitet und gut erkennbar. Die Überschriften sind passend, ohne zu viel dabei zu verraten. Gliederung und Gestaltung haben mir sehr gut gefallen. Die bunten Karte am Beginn und auch der wundervolle Farbschnitt runden das Gesamte zusätzlich sehr schön ab.
Ein toller Auftakt mit einem Cliffhanger, der das Warten auf den nächsten Band noch mehr schürt. Der Einstieg und dieser erste Band lesen sich kurzweilig und toll und ich bin schon sehr auf mehr gespannt. Die Charaktere fand ich klasse und auch die Storyline hat mir sehr gut gefallen. Die Mischung aus Spannung, Fantasy und Humor ist gut gelungen.
Fazit:
Toller Auftakt einer Fantasy Reihe, mit einer guten Mischung aus mittelalterlichem Abenteuer, Spannung und einer guten Portion Humor.
Rezensionen von clematis:
Verflossene Wahrheit
Sophie L. von Matthew Blake
Die Psychologin und Expertin für Gedächtnisforschung, Dr. Olivia Finn, lebt mit ihrem sechsjährigen Sohn in London. Eines Morgens erreicht sie ein Anruf aus Paris, sie möge so rasch wie möglich ins Hotel Lutetia kommen, wo ihre betagte Großmutter gerade einen Mord gestanden hätte, welchen sie vor etwa achtzig Jahren begangen haben soll.
Leider ist die alte Dame dement und verwechselt mitunter die Wahrheit mit längst verflossenen Traumata aus dem Krieg.
Ruhig und dennoch stets spannend verläuft die Handlung, welche in der Gegenwart und ab und zu auch im Jahre 1945 spielt. Psychotherapeutische Hilfe und die Geschichte von Kollaborateuren und Widerständlern fließen auf gelungene Weise ineinander und verdichten sich zu einem aufregenden Puzzle, welches sich am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügt. Die abwechselnden Zeitebenen und unterschiedlichen Blickwinkel sorgen für das entsprechende Tempo, Wahrheiten und Erinnerungen verschmelzen zu einem dichten Konglomerat, welches enträtselt werden will. Was erzählt das kleine, berühmte Bild im Foyer des Hotels Lutetia? Welche Geheimnisse birgt das Zimmer Nummer 11? Wie wahr sind unsere Erinnerungen, welche von unserer eigenen Wahrnehmung beeinflusst sind? Vielen Fragen geht Liv nach, um herauszufinden, wer ihre Großmutter tatsächlich war und nimmt den Leser dabei auf eine großartige Zeitreise mit.
Ein überaus interessantes Buch mit bemerkenswerten Einblicken in die Welt von Gedächtnisleistung und Manipulation. Wer sich keinen knallharten Thriller erwartet, dafür aber gerne eintaucht in einen Roman der Gegenwart mit Bezug zu Paris im Jahre 1945, der wird hier ein besonderes Lesevergnügen finden.











