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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LeserinLu :

Liebe für alle

Zwei Papas für Tango von Edith Schreiber-Wicke

*Zwei Papas für Tango* erzählt die wahre Geschichte der beiden Pinguine Roy und Silo aus dem Zoo im Central Park, die gemeinsam ein Ei ausbrüten und ein Junges großziehen. Das Bilderbuch möchte Kindern zeigen, dass Familie viele Formen haben kann und Regenbogenfamilien ganz normal sind.

Die Geschichte ist kindgerecht erzählt und wird mit passenden Bildern begleitet, die beim Vorlesen zusätzliche Gesprächsanlässe schaffen.

Für Kinder bietet das Buch einen guten Einstieg, um über Familie, Fürsorge und Verantwortung zu sprechen. Kritisch sehe ich allerdings die sprachliche Entscheidung, Roy und Silo ausschließlich als „befreundet“ zu beschreiben. Das greift für mich zu kurz. Die beiden sind kein Freundespaar, sondern ein Liebespaar, das gemeinsam ein Kind großziehen möchte. Gerade weil kleine Kinder sehr wohl verstehen können, dass zwei Männer oder zwei Frauen sich lieben, finde ich es schade, dass diese Chance verpasst wurde. Statt gleichgeschlechtliche Liebe klar zu benennen und zu normalisieren, wird sie hier durch den Begriff Freundschaft abgeschwächt. Ich kenne eine englischsprachige Version dieser Geschichte für Kinder, die das weitaus klarer benennt und die ich deshalb für gelungener halte. Abgesehen davon bleibt die Geschichte natürlich sehr berührend – schon allein, weil sie auf realen Ereignissen basiert und zeigt, wie vielfältig Familie sein kann.

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Rezensionen von peedee:

Ein grosser Seufzer…

Ein Job für Neill Archer von Karen Witemeyer

The Archer Brothers, Band 3: Sommer 1893, Panhandle, Texas. Neill Archer, der jüngste der Archer-Brüder, will auf eigenen Füssen stehen. In Dry Gulch sucht er eine Arbeit, um mehr Geld für eigenes Ackerland auf die Seite legen zu können. Als ein Dachdecker benötigt wird, um das Heim einer Witwe zu reparieren, zögert er nicht und sucht die angegebene Adresse auf.

Der Empfang ist schwierig, denn die Witwe ist sehr misstrauisch, hochschwanger und scheint in grosser Gefahr zu sein…

Erster Eindruck: Ein schön gestaltetes Cover der Edition „Kleine Auszeit“ – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 3 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Wie ich soeben festgestellt habe, lese ich in der umgekehrten Reihenfolge, denn ich habe zuerst Band 4 und nun Band 3 gelesen.

Schon nach den ersten paar Zeilen war ich ganz in der Szenerie von vor 130 Jahren drin. Ich konnte mir gut vorstellen, wie Neill Archer in die Kleinstadt reitet und dort um Arbeit fragt. Er erhält auch ein Arbeitsangebot, aber er weiss nicht von wem, denn ihm wurde während des Gottesdienstes nur ein Zettel zugesteckt mit Angaben, wann und wo er sich einzufinden habe, wenn er die Arbeit wolle. Als er beim Haus der Witwe ankommt, erwartet ihn nicht eine vermeintlich alte Frau, sondern ein sehr junge, attraktive und zugleich hochschwangere Frau: Clara Danvers. Er spürt gleich die Anziehung zu Clara – es ist ihm sein grösster Wunsch, ihr zu helfen, sie zu beschützen. So etwas hat er noch nie verspürt. Gott möge ihm helfen, Clara beizustehen.

Die Autorin schreibt über sich, dass sie historische Romane mit Happy-End-Garantie liebt. Dies ist hier sehr gut spürbar. Obwohl die „kleine Auszeit“ nur 142 Seiten lang dauerte, und alles in einem wunderbar glücklichen Ende gipfelte, wirkte die Kurzgeschichte nicht gehetzt. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, bin ein Fan der Archer-Brüder und freue mich, noch die anderen zwei Bände zu lesen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Rezensionen von Gavroche:

Mythologie Mix

Loki - Her Twisted Heart von Franka Neubauer

Die Kriegerin Harlow ist eine sogenannte Agrai, deren Aufgabe es ist, die Welt der Menschen zu beschützen. Doch Harlow kennt ihre Mutter nicht, da diese als Verräterin gilt, weil sie sich mit einem Gott eingelassen hat. Harlow hat es nicht einfach in der Gesellschaft der Kriegerinnen, aber zum Glück hat sie ihre Freundin Asra.

Die Agrai wurden einstmals von der Göttin Artemis geschaffen und sind nun die Letzten, die in der Welt der Menschen existieren und übernatürlicher Herkunft sind. Da sie von Artemis abstammen, ist es ihnen nicht erlaubt, sich zu verlieben.
Als die Agrai angegriffen werden, wird Asra verwundet. Die Freundin schickt sie nach Abyssos, um ihr zu helfen und so trifft Harlow dann auf Loki. Der Roman wird vorrangig aus der Sicht von Harlow erzählt, so dass wir auf dem Wissensstand wie sie sind. Aber einige Kapitel gibt es auch aus der Sicht von Loki, was eine gute Abwechslung war.
Eine interessante Verknüpfung unterschiedlicher Götterwelten, der griechischen und der nordischen Mythologie, die mir gut gefallen hat und die interessant ausgestaltet wurde.
Ein guter erster Teil, der manchmal ein wenig spannender hätte sein können, mir aber insgesamt doch gut gefallen hat und ich freue mich schon, wenn der Folgeband erscheinen wird.

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Rezensionen von clematis:

Lebensentwürfe

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder

Marlen aus Güstrow und Hannah in Berlin sind die zwei Hauptfiguren, um die sich dieser Roman auf zwei Zeitebenen dreht. Während Marlen zum Kriegsende, im Mai 1945, in einem verlassenen Forsthaus Zuflucht sucht, grübelt Hannah im Jahre 2023, wie sie damit umgehen soll, dass ihre beste Freundin aufs Land zieht und ihr Vater nach 34 Jahren plötzlich in ihrem Leben auftaucht.

Zwei höchst unterschiedliche Geschichten, beide mit ihrem eigenen Reiz, welche verbunden sind durch ein verbindendes kleines Ölbild, erzählt Alena Schröder in diesem bunten Roman. Viel Leid, schwere Schicksalsschläge und die Gabe, sich fürs Richtige zu entscheiden, scheinen mir wesentliche Elemente zu sein, dazu die Beziehungen innerhalb einer Familie und die Bürde, welche einem mitunter von seinen Vorfahren mitgegeben wird. Der Erzählfluss ist angenehm, viel schwingt zwischen den Zeilen mit, sodass nicht alles ausgesprochen werden muss, da und dort leidet dadurch allerdings auch die besondere Nähe zu den Figuren, welche ich mir beim Lesen immer wünsche. Die namenlose Leinwand zieht sich wie ein roter Faden durchs Geschehen, bleibt aber in seinem Effekt am Ende hinter den Erwartungen zurück. Die Berührung zwischen den beiden Handlungssträngen bleibt zart wie ein Stückchen Seide, was ich sehr schade finde. Möglicherweise könnte ich das Geschehen besser einordnen, hätte ich die anderen beiden Bücher über Hannah, Silvia und Evelin gelesen, dies war mir leider zu Beginn nicht klar. Die Lebensentwürfe von Marlen und Hannah werden jedoch sehr anschaulich skizziert, was daraus wird … lest selbst!

Mein ganzes Leben wird stimmungsvoll erzählt und besticht durch die leicht melancholische Stimmung in beiden Zeitebenen.

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Rezensionen von BarbaraM:

Tierisch schön & lehrreich

National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt von Maya Myers

Mir hat das Buch „Die tollsten Tierbabys aus aller Welt“ aus der Reihe National Geographic Kids supergut gefallen. Die vielen Fotos – teilweise auch großformatig – sind wunderschön und laden richtig zum Staunen ein.
Die Texte sind nicht überladen, enthalten aber dennoch viele interessante Informationen.

Besonders schön finde ich, dass die kleinen Leser immer wieder direkt angesprochen werden, zum Beispiel beim Fennek mit der Frage: „Was hörst du, wenn du nach draußen gehst?“ oder beim gelbbraunen Kofferfisch: „Kennst du andere Dinge, die kastenförmig sind?“ Dadurch wird das Buch sehr lebendig und regt zum Mitdenken an.
Besonders gut haben mir und meinen Kindern die Belugamutter und ihr dunkelgraues Kalb gefallen. Die Frage, welche unterschiedlichen Geräusche meine Kinder machen können, hat für unglaublich viel Spaß gesorgt – es wurde gezeigt, ausprobiert und ganz viel gelacht.
Auch die kleine Säule mit dem Faktenwissen zu jedem Tier gefällt mir richtig gut: kompakt, übersichtlich und dennoch sehr informativ.
Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass das Buch aufgrund seiner Größe und seines Gewichts für jüngere Kinder nicht gut zum eigenständigen Entdecken geeignet ist. Zum gemeinsamen Betrachten oder Vorlesen eignet es sich jedoch hervorragend.
Insgesamt ist es ein tolles Sachbuch, das Wissen vermittelt und dabei viel Freude macht.

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Rezensionen von Allesleser:

Sunny Sonnenschein

Einfach Sunny von Maren Graf


Sunny.
Schon das Buchcover verbreitet gute Laune und der Name kommt hier voll zur Geltung! Frisch, fröhlich, farbenfroh! Da bekommt man sofort Lust zu lesen.

Es handelt sich hier um eine tolle Detektivgeschichte für Jungs und Mädchen, die etwas anders ist.
Sunny ist ein fröhliches, selbstbewusstes Mädchen, dass sich zu "professionellen Sachen-Sucherin" ernannt hat.

Wenn Hilfe benötigt wird, dann ist sie zur Stelle!

Eine kindgerechte Geschichte, die ihre Buchfiguren gut in Szene setzt und sie authentisch agieren lässt. Mitten aus dem Leben gegriffen, findet sich hier bestimmt der ein oder andere wieder.
Alltägliche Themen, die Kinder beschäftigen wurden in diese lustige und aufregende Geschichte eingewoben. Sie bieten damit auch die Möglichkeit sich damit auseinanderzusetzen und darüber zu reden.

Uns hat das Buch sehr gut gefallen!

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Rezensionen von peedee:

Gut. Punkt.

Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder von Tomas Sjödin

Ruhe und Achtsamkeit, Band 6: Beim Navigieren durchs Leben benötigt man Segel und Ruder. Segel und Ruder stehen hier für Träume und Erinnerungen. Tomas Sjödin, schwedischer Pastor und Schriftsteller, erzählt in 40 Kolumnen, dass Erinnerungen nicht melancholisch oder Träume realitätsfern sein müssen.

Er lädt dazu ein, aus diesen Dingen Kraft zu ziehen.

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir, es ist jedoch überraschend, dass es von der Gestaltung so von den Vorgängerbänden abweicht. Buchtitel und -untertitel finde ich sehr gut.

Für mich war es das vierte Buch aus der Reihe „Ruhe und Achtsamkeit“. Die vorliegenden Texte sind zwischen Herbst 2019 und Frühjahr 2024 als Kolumnen in einer Göteborger Zeitung erschienen. Es überrascht daher nicht, dass u.a. die Corona-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine mehrfach thematisiert wurden. Der Autor schreibt aber auch über Alltägliches oder Banales, wie z.B. das Wetter, Anglerglück oder Meinungsverschiedenheiten.

„Träume sind etwas, wonach man sich ausstreckt, und Erinnerungen kümmern sich um das Leben, das hinter einem liegt.“

Tomas Sjödin erwähnt, dass er Probleme mit Geduld habe: „Geduld zu haben ist für mich genauso schwer wie langsam zu gehen oder mich zu erinnern, wo ich die Kassenzettel aufbewahre.“ Das hat mich amüsiert, denn mir geht es vielfach genauso. Wie schnell kann man sich im Alltag über andere – aber auch über sich selbst – aufregen? Aber ist die Aufregung wirklich die Energie wert? Ich denke, nicht. Mich immer wieder in Geduld zu üben, ist ein Dauerprojekt. Aber auch, mir immer wieder zu verzeihen, wenn die Ungeduld sich durchgesetzt hat.
Sehr interessant fand ich, dass Sjödin sich als Grübler bezeichnet und „dem nichtexistierenden Klub der Grübler“ angehört. In der sogenannten Wolfsstunde werden seine Probleme riesengross und das Gedankenkarussell dreht und dreht. Tja, DAS kenne ich nur zu gut. Irgendwie beruhigend, dass es anderen zuweilen genauso geht.

Ich habe viel länger für dieses Buch gebraucht als gewöhnlich. Bei der Inhaltsbeschreibung steht „Ein warmherziges Buch für alle, die nach Sinn, Orientierung und der spürbaren Nähe Gottes suchen.“ Gerade Letzteres habe ich bei diesem Buch leider nicht verspürt. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gefallen – 3 Sterne.

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Rezensionen von rewareni:

Kämpfen, bis zum bitteren Ende

Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder von Tomas Sjödin

Eigentlich sollte es für Bob und seine Frau Laura ein besonderer Tag werden, als sie zur Eröffnung des gigantischen unterirdischen Einkaufszentrums der Abyss Arkaden, gehen wollten. Denn plötzlich lassen Explosionen dieses einstürzen und begraben darunter viele Menschen.
Bob schafft es sich schwer verletzt zu befreien und setzt alles daran seine geliebte Frau zu retten.

Doch niemand scheint ein ernsthaftes Interesse daran zu haben, eine Rettungsaktion zu starten. So beginnt für ihn ein aussichtsloser Kampf gegen die Justiz und auch gegen den skrupellosen Investor Ambrose Virell. Doch Aufgeben ist für Bob keine Option. Gegen alle Widerstände schafft er es nach 3 Jahren einen Zugang und somit einen Abstieg in die Arkaden zu finden. Doch was ihn da erwartet, hätte er nie im Leben gedacht und schneller als ihm lieb ist, beginnt ein gnadenloser Kampf um Leben und Tod.
,, Das Grauen der Abyss Arkaden“ ist ein düsteres Mysterydrama, wo es der Autor Marshall Flynn schafft mehr als einmal dem Leser ein Gänsehaut Gefühl zu verschaffen.
Seine Beschreibungen von blutigen, brutalen und gruseligen Szenen sind oftmals so bildhaft, dass sich dabei selbst der Altmeister des Horrors , Stephen King, vor lauter Gruseln unter der Bettdecke verstecken würde. Der Autor erzeugt tolle Bilder im Kopf mit detaillierten Beschreibungen von Szenen, die zeigen, dass er ein guter Beobachter ist.
Man darf sich beim Prolog nicht wundern, dass man in einer historischen Vergangenheit mit einem unheimlichen Protagonisten gelandet ist, denn sein Auftreten wird noch eine wichtige Rolle spielen.
Bob ist kein typischer Held und gerade das macht ihn mit all seinen Schwächen mehr als sympathisch. Er hat Gegner, die ihn jederzeit vernichten oder töten könnten. Da hat es ihm der Autor wahrlich nicht leicht gemacht.
Die Geschichte bietet alles, was man sich wünschen kann. Sie ist emotional und berührend wie sich Bob für andere einsetzt, egal, wie schlecht es ihm dabei geht oder wie gefährlich es ist.
Sie ist spannend und unheimlich und man fiebert ständig mit, was als nächstes passiert, wo einem der Autor immer wieder überrascht.
Wer Horror mag, wo es brutale, blutige und erschütternde Szenen gibt, kommt hier voll auf seine Kosten.
Dass es in so einem Roman aber auch humorvolle und zumeist zynisch angehauchte Momente gibt, würde man nicht glauben, aber sie passen perfekt dazu.
Aber auch Gesellschaftskritik ist darin zu finden, wenn einzelne Personen oder höhere Institutionen für Macht und Reichtum vieles unter den Tisch kehren und die eine Hand die andere wäscht, wenn es etwas zu verdienen gibt.
Schön ist, dass auch immer wieder Protagonisten aus vorherigen Romanen einen kurzen Auftritt haben und es so für den Leser noch ein extra Highlight ist.
Ein spannender Roman von Beginn bis zum Ende, wo einem der Autor gefangen hält und man hofft, dass man heil heraus kommt, denn in diesem Alptraum möchte man nicht landen.
Ein fieser Cliffhanger am Ende macht schon mehr als neugierig auf ein Wiedersehen in der gruseligen Stadt Everly Falls.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

Wohlfühllektüre für Büchermenschen mit einem Herz für die Natur

Mathilde und Marie von Torsten Woywod

Ein kleines Bücherdorf mit einem ganz anderen Zeitgefühl, traditionellen Herstellungswerten, überdurchschnittlichen vielen Buchhandlungen und einer Gemeinschaftslabradordame. Ein ungewöhnlicher Ort in der modernen Welt, an dem man „einen Gegenpol zur allgemeinen Rastlosigkeit“ findet. Keine bloße Wunschvorstellung, sondern ein zauberhafter Ort, den es (beinahe) tatsächlich gibt.

Ich war anfangs irritiert und es ging mir wie der ahnungslosen Marie, die sich als Großstädterin auf dem Land wiederfindet, plötzlich weit weg von Lärm und Tourismus, in einem Dorf, das völlig aus der Zeit fällt und so unwirklich scheint. Ein bisschen zu drüber, auch was die Dialoge angeht aber dann erlag ich dem Charme.
Auf ihrer unvorbereiteten Flucht aus Paris trifft Marie die intuitive Jónína, die einen Buchladen führt und den kurzsilbigen Bäcker Thomas aus dem französischem Dörfchen Redu. Aus dieser Begegnung ergeben sich Gespräche, die Marie dazu verleiten, bei Jónína im Gästehaus unterzukommen. Dort entdeckt sie die Natur für sich, das Lesen und auch ich war eingenommen von der Herzlichkeit der Bewohner und der utopischen Abgeschiedenheit und Ruhe dieser Idylle.
Spätestens beim zweiten Teil war ich hingerissen, wie Marie und die mürrische Mathilde sich kennenlernen und was daraus entsteht. Das bringt auch eine angenehme Spannung mit sich, denn das Geheimnis um Mathilde muss Marie erst lösen. Dadurch angekommen im Schreibstil las es sich immer besser. Diese unaufgeregte Geschichte wird mit viel Wärme und Herz erzählt und es passiert zumindest soviel bei der Figuren-Entwicklung, um gern weiterzulesen. Ich mochte Jónínas Klarheit, Offenheit und ihr aufrichtiges Interesse an Marie, deren aufblühende Sinneswahrnehmungen in der Natur ein lebendiges und achtsames Kopfkino erzeugen. Es sind einige integrierte Lebensweisheiten, die weitergegeben werden, ob die Kunst des Wartens oder die Fähigkeit, „den Dingen erst einmal Raum zu geben, sie zu reflektieren und zu verstehen, bevor man in den Austausch geht.“ Generell sind viele Dialoge von Wahrhaftigkeit, Toleranz und sanfter Aufmerksamkeit geprägt. Wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, versprüht es seinen Charme.
Wenn man das mag und selbst gern in einem Bücherdorf Entschleunigung finden würde, während man mit allen Sinnen die Natur entdeckt, dann ist der Roman genau die Einladung, die man gerade braucht. Jedenfalls hat der Verlag nicht zu viel versprochen, denn es ist eine berührende Hommage an einen besonderen Ort der Bücher und ein „mehr an Miteinander“. Dazu passen auch die schönen Abschlussworte des Autors. Alles zusammen hinterließ bei mir ein warmes Gefühl und ruhevolle Lesefreude.

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Rezensionen von La Calavera Catrina:

„Sie leben! Seien Sie dankbar.“

Jetzt gerade ist alles gut von Stephan Schäfer

«25 letzte Sommer» von Stephan Schäfer hat mir gut gefallen. Sein neues Werk «Jetzt gerade ist alles gut» ist ähnlich aufgebaut: eine Aneinanderreihung kurzer Anekdoten eines Familienvaters und leidenschaftlichen Spaziergängers, dessen Leben sich nach einer Nahtoderfahrung im Kleinen, aber Wesentlichen verändert.

Stephan Schäfer leistet damit einen wichtigen Beitrag und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Sepsis, die von vielen unterschätzt wird.

Ohne Prolog und Epilog sind es 21 Kapitel, die sich unterschiedlichen Themen des Alltags widmen und die nur langsam voranschreitende Genesung zeigen.

„Die schönen Momente festzuhalten. Einfach das Hier und Jetzt beschreiben. Und nicht mehr so viel erwarten.“

Ich ertappte mich oft dabei, wie ich abschweifte, inspiriert von dem Gelesenen und bereits eigenen Ideen dazu gedanklich nachging. Das zeigt bereits, dass die Handlung wie ein Ratgeber in Form einer Erzählung funktioniert. Ob die Liebe zum Film, dem, was wir in Alltag übersehen, alltägliche Kommunikation oder das alltägliche Miteinander schätzen, Gespräche, die nachhallen, die im Dunkeln besser sind oder „im Allgemeinen, dass es sich nirgendwo so gut sprach wie beim Spaziergang“. Es gibt viele Anregungen. Besonders berührt hat mich das Kapitel „Der Geburtstag“, weil ich dem Protagonisten einen anderen Ausgang gewünscht hätte.

Zurück bleibt für mich vor allem Dankbarkeit für das Geschenk der Normalität und die eigene Gesundheit.

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