Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Fantasievoll, humorvoll und voller wichtiger Botschaften
Emmi & Einschwein 7. Zaubern verboten! von Anna Böhm
Emmi & Einschwein Zaubern verboten war unser erstes Buch aus der Reihe und ganz sicher nicht das letzte. Obwohl es bereits der siebte Band ist, fiel der Einstieg erstaunlich leicht. Zu Beginn werden wichtige Figuren und frühere Ereignisse noch einmal kurz erklärt, und auch später gibt es immer wieder kleine Einordnungen, wenn auf vorherige Abenteuer Bezug genommen wird.
So hatten wir nie das Gefühl, etwas zu verpassen.
Die Geschichte ist altersgerecht erzählt und lässt sich wunderbar vorlesen. Auch die Kapitel haben genau die richtige Länge; lang genug, damit Spannung entsteht, aber kurz genug, um sie gut in den Familienalltag einzubauen oder von Leseanfängern selbst gelesen zu werden.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Anna Böhm viele ernste Themen ganz selbstverständlich in die Geschichte einfließen lässt, ohne belehrend zu wirken. Mobbing, Fake News, der Umgang mit Social Media, Traurigkeit, haltlose Vorwürfe und Angeberei werden kindgerecht aufgegriffen und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte, um anschließend gemeinsam darüber zu sprechen.
Dabei vermittelt das Buch ganz nebenbei wunderbare Botschaften: Man ist gut, so wie man ist, und braucht keine außergewöhnlichen Fähigkeiten, um etwas Besonderes zu sein. Freundschaft, Mut, Selbstvertrauen und Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt und zeigen, dass man gemeinsam oft mehr erreicht als allein.
Trotz dieser ernsteren Themen kommt der Humor nicht zu kurz. Sowohl Kinder als auch Erwachsene finden immer wieder Situationen, über die sie lachen können. Am schönsten fand ich jedoch, dass die Geschichte so viele Gelegenheiten geschaffen hat, mit meinem Kind über wichtige Themen ins Gespräch zu kommen. Für mich ist das eine der größten Stärken des Buches.
Abgerundet wird alles durch die liebevollen Schwarz-Weiß-Illustrationen, die die Geschichte wunderbar ergänzen und den Figuren zusätzlichen Charme verleihen.
Ein rundum gelungenes Kinderbuch, das spannende Fantasy, liebenswerte Figuren, viel Humor und wertvolle Botschaften miteinander verbindet. Wir hatten großen Spaß beim Lesen und freuen uns schon darauf, auch die anderen Abenteuer von Emmi und Einschwein kennenzulernen.
Mehr als nur Romance: Ein gelungener Reihenauftakt mit großem Familiengeheimnis
We Break And Heal von Natalie Erlach
Spring Mountain Sisters – We Break and Heal ist für mich ein rundum gelungener Auftakt einer neuen Reihe. Zwar spielt die Liebesgeschichte zwischen Cleo und Dax eine wichtige Rolle, doch mindestens genauso viel Raum nehmen die Beziehung der drei Schwestern sowie die Geheimnisse ihrer Familie ein. Genau diese Mischung hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.
Die Romance selbst konnte mich überzeugen. Romance-Leser*innen dürften kaum überrascht sein, in welche Richtung sich die Beziehung zwischen Cleo und Dax entwickelt. Umso schöner fand ich, dass die Geschichte ihren Fokus nicht auf unnötig in die Länge gezogene Missverständnisse legt. Cleo gelingt es erstaunlich schnell, über ihre Wut hinauszublicken und sich gemeinsam mit Dax der Vergangenheit zu stellen. Dax braucht etwas länger, bis er sich vollständig öffnet, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er Cleo etwas mehr Zutrauen schenkt.
Besonders gespannt gemacht hat mich die Dynamik zwischen den drei Schwestern. Schnell wird deutlich, dass viele Konflikte und alte Rollenbilder aus ihrer Jugend noch immer bestehen. Gerade weil jeder Band einer anderen Schwester gewidmet ist, freue ich mich schon darauf, diese Beziehungen bald aus den Perspektiven von Sage und Juliet zu erleben. Ich bin neugierig, wie sich ihr Blick auf die gemeinsame Vergangenheit von Cleos Wahrnehmung unterscheiden wird.
Auch Dax bringt seine eigenen familiären Konflikte mit. Dieser Handlungsstrang hatte durchaus Potenzial, wurde für meinen Geschmack jedoch recht früh abgeschlossen. Hier hätte ich mir etwas mehr Raum gewünscht, sodass sich dieser Teil der Geschichte noch etwas runder angefühlt hätte.
Ein echtes Highlight war für mich dagegen das Familiengeheimnis rund um das Testament. Die Suche nach den Hinweisen zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gerade dieser Erzählstrang hebt das Buch für mich von vielen anderen Romance-Geschichten ab.
Und dann dieses Ende! Mit dem Cliffhanger hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Er hat meine Neugier auf die Fortsetzung sofort geweckt und dafür gesorgt, dass ich die nächsten Bände am liebsten direkt weiterlesen würde.
Wer eine Romance sucht, die weit mehr bietet als eine Liebesgeschichte, ist hier genau richtig. Spring Mountain Sisters – We Break and Heal verbindet Familiengeheimnisse, komplexe Beziehungen und emotionale Entwicklungen zu einem gelungenen Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ich hatte eine wunderbare Lesezeit und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Vorhersehbar? Ja. Wunderschön erzählt? Absolut!
Picking Daisies on Sundays von Liana Cincotti
Picking Daisies on Sundays erfindet das Romance-Genre sicherlich nicht neu. Viele Entwicklungen lassen sich früh erahnen und auch die Tropes dürften Fans des Genres bekannt vorkommen. Aber manchmal ist genau das völlig in Ordnung, wenn die Geschichte mit so viel Herz erzählt wird wie hier.
Die Liebesgeschichte zwischen Dani und Levi hat mich von Anfang bis Ende mitfiebern lassen.
Beide verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die ihre Wiederannäherung ebenso emotional wie glaubwürdig macht. Natürlich gab es auch einige Momente, in denen ich die beiden am liebsten gemeinsam an einen Tisch gesetzt und gezwungen hätte, dass sie endlich offen miteinander reden. Gleichzeitig gehören genau diese Unsicherheiten zu ihren Figuren und machen ihre Entwicklung umso schöner.
Besonders gefallen hat mir, dass Liana Cincotti den Fokus nicht ausschließlich auf die Romance legt. Ganz selbstverständlich fließen auch ernstere Themen in die Geschichte ein. Trauer, Selbstzweifel und die Angst, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen, werden einfühlsam behandelt und verleihen den Figuren zusätzliche Tiefe.
Vor allem Dani macht im Laufe des Buches eine schöne Entwicklung durch. Sie stellt die Bedürfnisse anderer oft über ihre eigenen, kämpft mit Unsicherheiten bezüglich ihres Körpers und zweifelt immer wieder an ihrem Talent. Umso schöner ist es mitzuerleben, wie sie Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen gewinnt und beginnt, an sich selbst zu glauben.
Levi war für mich dagegen vom ersten Moment an eine absolute green flag. Er ist ein echter Familienmensch, aufmerksam und fürsorglich und unterstützt Dani, wo er nur kann. Manchmal ging seine Sorge um sie zwar fast ein wenig zu weit, insgesamt passte sie aber wunderbar zu seinem Charakter.
Ein kleines Detail hat mich zu Beginn allerdings etwas verwirrt. Jedes Kapitel startet mit einem Vers eines Gedichts, dessen Zusammenhang sich erst gegen Ende der Geschichte erschließt. Rückblickend ergibt dieses Stilmittel zwar Sinn, beim Lesen der ersten Kapitel hätte ich mir jedoch etwas mehr Orientierung gewünscht.
Insgesamt war Picking Daisies on Sundays für mich eine wunderschöne RomCom voller Gefühl, liebenswerter Figuren und emotionaler Momente. Auch wenn die Geschichte nicht mit überraschenden Wendungen punktet, überzeugt sie durch ihre einfühlsame Erzählweise und zwei Protagonisten, denen man ihr Happy End von Herzen gönnt.
Spannendes Verlagssetting, aber schwierige Protagonistin
Bad Publicity von Bianca Gillam
Bad Publicity hat mich ein wenig zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits habe ich das Buch wirklich gerne gelesen, andererseits gab es einige Punkte, die mich immer wieder ausgebremst haben. Am Ende überwiegt für mich aber eindeutig das Positive.
Allen voran der Schreibstil. Bianca Gillam schreibt angenehm flüssig und kurzweilig, besonders die Schlagabtausche zwischen Andie und Jack haben mir richtig gut gefallen.
Sie sind schlagfertig, witzig und sorgen dafür, dass die Chemie zwischen den beiden trotz aller Konflikte spürbar bleibt.
Ein echtes Highlight war für mich außerdem das Setting. Als PR-Managerin begleitet Andie die Lesereise eines Bestsellerautors quer durch Europa, und ich habe den Blick hinter die Kulissen der Buchbranche unglaublich gerne verfolgt. Die Beschreibungen der Buchhandlungen und Veranstaltungen haben bei mir sofort Fernweh ausgelöst und machen das Setting zu etwas Besonderem.
Mit Andie hatte ich dagegen leider zunehmend Schwierigkeiten. Zu Beginn konnte ich ihre Gefühle gut nachvollziehen, schließlich wird niemand begeistert sein, ausgerechnet mit dem Ex zusammenzuarbeiten, der einen tief verletzt hat. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger konnte ich ihr Verhalten verstehen. Immer wieder wirkte sie auf mich erstaunlich stur und teilweise eher wie ein Teenager als wie eine junge Frau. Selbst ihre Mutter und ihre beste Freundin schaffen es kaum, zu ihr durchzudringen, und irgendwann begann mich diese Verbissenheit eher zu frustrieren als mitfühlen zu lassen.
Was der Klappentext außerdem verschweigt: Ein großer Teil der Geschichte beschäftigt sich mit der Trauer um einen verstorbenen Elternteil. Hier hätte ich mir zumindest eine Triggerwarnung gewünscht, die im Buch leider fehlt. Andies Weigerung, sich ihrer Trauer zu stellen, beeinflusst viele ihrer Entscheidungen und macht das Zusammenleben mit ihr nicht nur für Jack, sondern auch für ihr Umfeld schwierig.
An einigen Stellen habe ich mich außerdem gefragt, warum Jack sich so vieles gefallen lässt. Natürlich hat er Andie in der Vergangenheit verletzt und trägt seinen Anteil an ihrer gemeinsamen Geschichte. Gleichzeitig weiß man als Leserin von Anfang an, dass es immer zwei Seiten einer Geschichte gibt. Umso frustrierender war es, dass Andie ihm über weite Strecken überhaupt keine Gelegenheit gibt, seine Sicht zu erklären.
Genau darin liegt für mich auch das größte Problem des Buches. Die Auflösung dessen, was damals wirklich passiert ist, wird bis kurz vor Schluss hinausgezögert. Dadurch zieht sich insbesondere der Mittelteil spürbar, weil sich Andies festgefahrene Haltung immer wieder wiederholt. Als die Wahrheit schließlich ans Licht kommt, überschlagen sich die Ereignisse plötzlich, sodass das Ende auf mich etwas zu schnell wirkte.
Trotz dieser Kritikpunkte habe ich Bad Publicity gerne gelesen. Der Schreibstil, die humorvollen Dialoge und das außergewöhnliche Setting konnten mich über weite Strecken überzeugen. Wer Lust auf eine Romance mit Verlagssetting, einer gemeinsamen Lesereise und viel Wortwitz hat, sollte sich das Buch trotzdem einmal ansehen, aber gleichzeitig wissen, dass die Geschichte sich Zeit lässt, ihre Karten auf den Tisch zu legen.
Berufe entdecken mit Pinguinen
Wo Pinguine arbeiten von Barbara Drobny
Wo Pinguine arbeiten ist ein Wimmelbuch, das uns vom ersten Durchblättern an begeistert hat. Hier wimmelt es nur so von Pinguinen. Jeder einzelne hat kleine charmante oder humorvolle Eigenheiten, sodass man immer wieder schmunzeln muss und schnell beginnt, seine Lieblingspinguine zu entdecken.
Die Illustrationen sind wunderschön gestaltet: detailreich, lebendig und herrlich wimmelig.
Egal, wie oft wir das Buch angeschaut haben, es gab jedes Mal wieder etwas Neues zu entdecken. Genau das macht für mich ein gelungenes Wimmelbuch aus.
Besonders gut gefällt mir das Konzept. Jede Doppelseite widmet sich einem Beruf und zeigt eine typische Situation aus dem Arbeitsalltag. Statt ausschließlich die klassischen Traumberufe in den Mittelpunkt zu stellen, begegnen Kinder hier vielen Berufen aus ihrem eigenen Alltag: Busfahrerin, Erzieher, Bademeister, Bibliothekarin oder Eisverkäufer; aber auch Berufen, die ihnen vielleicht noch gar nicht begegnet sind, wie etwa dem des Trauerredners. Dadurch entsteht ganz nebenbei ein realistischer und vielfältiger Einblick in die Arbeitswelt.
Die Wimmelbilder laden außerdem dazu ein, gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Kinder entdecken selbst immer neue Details und stellen ganz automatisch Fragen zu den verschiedenen Tätigkeiten. So lernen sie spielerisch, was hinter den einzelnen Berufen steckt, ohne dass das Buch belehrend wirkt.
Passend dazu braucht es gar nicht viele Worte. Die kurzen Texte erklären jeweils knapp, worum es in dem vorgestellten Beruf geht, und lassen den Illustrationen genügend Raum, ihre eigene Geschichte zu erzählen.
Manchmal sind die Seiten allerdings so herrlich vollgepackt, dass es gar nicht so einfach ist, den jeweils vorgestellten Pinguin zu finden. Zum Glück hilft das Buch hier nach: Am Ende sind alle Pinguine noch einmal abgebildet, sodass man bei Bedarf nachschauen kann.
Zusätzlich zieht sich eine kleine Mitmachaufgabe durch das gesamte Buch: Insgesamt sind 80 Bananen versteckt, auf jeder Seite mindestens eine. Für Kinder ab vier Jahren dürfte das vollständige Zählen zwar noch eine echte Herausforderung sein, das gemeinsame Suchen macht aber unabhängig vom Endergebnis großen Spaß.
Wo Pinguine arbeiten verbindet liebevolle Illustrationen, humorvolle Details und ein außergewöhnliches Konzept zu einem Wimmelbuch, das man immer wieder gern zur Hand nimmt. Eine klare Empfehlung für kleine Entdeckerinnen und Entdecker, die gern suchen, staunen und ganz nebenbei etwas über die vielfältige Berufswelt lernen möchten.
Tolles Konzept mit kleinen Schwächen in der Umsetzung
Ein rasantes Wimmel-Abenteuer in einer Stadt voller Geschichten von Christoph Steyer; Franka Biederstädt
Schon der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ein Wimmel- und Suchbuch, das sich nicht an Kleinkinder richtet, sondern gezielt Kinder ab fünf Jahren anspricht, findet man eher selten. Die Idee, eine kleine Geschichte mit Wimmelseiten und Suchaufgaben zu verbinden, fand ich deshalb richtig spannend.
Im Buch wechseln sich Erzählseiten und große Wimmelbilder mit Suchaufträgen ab. Unter jedem Wimmelbild befindet sich eine Suchleiste mit verschiedenen Aufgaben, darunter Zählaufgaben und das Finden bestimmter Gegenstände. Positiv ist dabei, dass die Aufgaben die Zielgruppe durchaus fordern. Manche waren auch für mich nicht auf Anhieb zu lösen und bieten Kindern damit eine schöne Herausforderung.
Leider hat genau dieser Punkt bei uns aber auch für etwas Frust gesorgt. Einige Gegenstände waren wirklich schwer zu finden und bei den Zählaufgaben fehlt leider eine Lösung. Dadurch waren wir uns teilweise gar nicht sicher, ob wir richtig gezählt hatten. Gerade bei anspruchsvolleren Aufgaben hätte ich mir hier eine Auflösung am Ende des Buches gewünscht.
Zusätzlich ziehen sich zwei Suchaufträge durch das gesamte Buch. Das Sammeln der Roboterteile hat uns gut gefallen und war motivierend (auch wenn auf einer der fünf Wimmelseiten gar kein Teil mehr gesucht werden muss, weil der fertige Roboter bereits zu sehen ist). Schwieriger war dagegen die zweite Aufgabe: Hinweise auf die fehlenden Buchstaben der Lieblingskekse der Protagonistin zu finden, war für mein Kind teilweise zu abstrakt und führte eher zu Frust als zu Spaß. Immerhin gibt es für beide Aufgaben am Ende des Buches die Lösungen.
Die Texte sind dagegen durchweg altersgerecht, leicht verständlich und führen angenehm durch die Geschichte.
Auch die Illustrationen haben mir insgesamt gut gefallen. Auf den ersten Blick wirken die Wimmelseiten zwar beinahe überwältigend, doch genau darin liegt auch ihr Reiz. Nimmt man sich Zeit, entdeckt man immer neue kleine Details, lustige Szenen und Zusammenhänge, sodass sich ein erneutes Anschauen auf jeden Fall lohnt.
Insgesamt hat Ein rasantes Wimmel-Abenteuer in einer Stadt voller Geschichten eine tolle Grundidee und richtet sich erfreulicherweise an etwas ältere Wimmelbuch-Fans. Die teilweise sehr anspruchsvollen Suchaufgaben haben den Spielspaß bei uns zwar etwas gebremst, trotzdem hatten wir insgesamt viel Freude daran und würden das Buch besonders Kindern empfehlen, die gerne knifflige Suchbilder lösen.
Jedes Kind braucht einen Pomps
Eine Tür für den Pomps von Judith Spörl
Eine Tür für den Pomps ist ein Kinderbuch, das schon auf den ersten Seiten zeigt, wie viel Liebe in ihm steckt. Die Idee einer Kinderbuchwerkstatt, in der Figuren, Schreiblinge und Farbklecksis zusammenleben, ist wunderbar kreativ und macht sofort neugierig.
Das absolute Highlight sind für mich die Illustrationen.
Sie sind unglaublich detailreich, humorvoll und mit viel Herz gestaltet. Dabei bleibt das Buch abwechslungsreich: Mal finden sich kleine Zeichnungen am Seitenrand oder um einzelne Wörter herum, dann wieder seitenfüllende Illustrationen oder kleine Comics, die direkt in die Geschichte eingebunden sind.
Gerade diese Comic-Elemente fand ich besonders gelungen. Der Wechsel zwischen Fließtext und Comics führt Kinder ganz spielerisch an ein Genre heran, das anders erzählt als klassische Bücher. Comics leben davon, Mimik, Gestik und Situationen selbst zu deuten. Eine Tür für den Pomps lässt junge Leserinnen und Leser mit dieser Aufgabe aber nicht allein. Durch den begleitenden Fließtext entsteht genügend Orientierung, sodass Kinder erste Erfahrungen mit dem Medium Comic sammeln können, ohne überfordert zu werden. Diesen Ansatz fand ich wirklich spannend.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir Marie. Gerade zu Beginn tat sie mir leid, weil sie in ihrer eigenen Geschichte gefühlt nur eine kleine Nebenrolle spielt. Sowohl die Figuren als auch die Autorin scheinen sie zunächst kaum wahrzunehmen, wodurch sie fast ein Schattendasein führt. Umso schöner ist es zu erleben, wie Pomps sie nach und nach dazu ermutigt, mutiger zu werden und über sich selbst hinauszuwachsen.
Und Pomps? Den muss man einfach mögen. Er war mir von der ersten Seite an sympathisch. In anderen Genres würde man wahrscheinlich sagen, er ist eine absolute Green Flag – und das hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Er steht Marie loyal zur Seite, nimmt ihr aber nicht alles ab, sondern fordert sie immer wieder heraus, an sich zu glauben und sich weiterzuentwickeln. So einen Pomps sollte wirklich jedes Kind an seiner Seite haben.
Auch die Botschaft des Buches hat mir gut gefallen. Die Geschichte macht Lust darauf, selbst kreativ zu werden und eigene Geschichten zu erfinden. Leider hat sie für mich insbesondere im letzten Drittel etwas an Tempo verloren. Gerade als Marie beginnt, mutiger zu werden und ihre Geschichte für Pomps schreibt, also an einem der wichtigsten Punkte des Buches, zog sich die Handlung für meinen Geschmack etwas zu sehr. Das hat den ansonsten großartigen Eindruck leider ein wenig geschmälert.
Trotz dieses kleinen Kritikpunkts ist Eine Tür für den Pomps ein warmherziges, originelles Kinderbuch mit einer wunderbaren Botschaft, außergewöhnlichen Illustrationen und einer Hauptfigur, die man so schnell nicht wieder vergisst.
Perfekt für Einsteiger und junge Detektive
EXIT® - Das Spiel: Das Haus der Rätsel von Inka Brand; Markus Brand
Um das Autorenduo Inka und Markus Brand kommt man im Escape-Game-Genre eigentlich nicht herum. Die beiden sind inzwischen fast schon eine Garantie für clevere Rätsel und ein rundes Spielerlebnis – und auch Exit: Das Haus der Rätsel – Die drei ??? macht da keine Ausnahme.
Wie alle Spiele der Exit-Reihe ist auch dieses einem Schwierigkeitsgrad zugeordnet.
Das Haus der Rätsel gehört zu den Einsteiger-Spielen und ist innerhalb dieser Kategorie eher auf der leichteren Seite angesiedelt. Wir haben es erst gespielt, nachdem wir bereits einige anspruchsvollere Exit-Spiele gelöst hatten. Dadurch war die Herausforderung für uns etwas gering und an manchen Stellen fehlte ein wenig der typische Aha-Moment. Als erstes Spiel der Reihe oder für Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren halte ich es dagegen für einen richtig gelungenen Einstieg.
Der Spielmechanismus wird in der Anleitung verständlich erklärt und ist, wie man es von der Exit-Reihe kennt, schnell verinnerlicht. Wer einmal bei einem Rätsel festhängt, kann auf die hilfreichen Tippkarten zurückgreifen, die einen behutsam in die richtige Richtung lenken, ohne sofort die komplette Lösung zu verraten. Auch wenn man nach mehreren Exit-Spielen ein gewisses Schema erkennt, schaffen es die Rätsel immer wieder, mit neuen Ideen zu überraschen.
Ein Kritikpunkt betrifft allerdings nicht nur dieses Spiel, sondern das gesamte Genre: Das Spiel ist nur einmal spielbar. Im Verlauf müssen Materialien zerschnitten, beschrieben oder anderweitig verändert werden, sodass eine erneute Nutzung kaum möglich ist. Das ist schade und aus Nachhaltigkeitssicht nicht ideal, denn selbst wenn man das Spiel selbst kein zweites Mal spielen möchte, würde man es vielleicht gerne weitergeben. Mit etwas Kreativität lässt sich das Zerstören an manchen Stellen zwar umgehen, doch das macht die Rätsel teilweise unnötig umständlich.
Insgesamt ist Exit: Das Haus der Rätsel – Die drei ??? ein gelungenes Escape-Spiel mit cleveren Rätseln und einem angenehm niedrigen Einstiegshindernis. Wer bereits viele Exit-Spiele kennt und vor allem knackige Herausforderungen sucht, könnte sich etwas unterfordert fühlen. Für Einsteiger, Familien oder jüngere Rätselfans ist es dagegen eine klare Empfehlung.
Tolle Ergänzung der Serie
Foolish Puckboy von Eden Finley; Saxon James
Mit Foolish Puckboy beweist das Autorenduo Eden Finley und Saxon James einmal mehr, warum die Puckboy-Reihe für mich einfach so gut funktioniert. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, flüssig und unglaublich kurzweilig; die Seiten fliegen nur so dahin und ehe man sich versieht, ist das Buch ausgelesen.
Besonders gefallen hat mir, dass die Reihe mit Aleks noch einmal mehr queere Repräsentation bekommt. Seine Pansexualität wird selbstverständlich in die Geschichte eingebunden und ist mal was erfrischend anderes.
Aleks und Gabe merken ziemlich schnell, dass ihre Verbindung weit über eine rein körperliche Anziehung hinausgeht. Gerade das hat mir gut gefallen: Die Gefühle entwickeln sich glaubwürdig und die Chemie zwischen den beiden ist vom ersten Moment an spürbar. Ihre Dynamik ist gleichzeitig heiß, humorvoll und angenehm kompetitiv; sie necken sich, fordern sich heraus und harmonieren dabei einfach großartig.
Ein weiteres Highlight der Reihe bleibt für mich das queere Freundeskollektiv. Ich muss jedes Mal wieder schmunzeln, wenn sich die anderen Figuren mehr oder weniger ungefragt in das Liebesleben der Protagonisten einmischen. Gleichzeitig sind sie aber auch die größte Unterstützung, wenn es wirklich darauf ankommt. Dieses Zusammenspiel aus Chaos, Freundschaft und gegenseitigem Rückhalt macht für mich einen großen Teil des Charmes der Reihe aus.
Zugegeben: Es gab durchaus Momente, in denen ich sowohl Aleks als auch Gabe am liebsten einmal kräftig in die richtige Richtung geschubst hätte. Als Leserin war manches so offensichtlich, dass ich sie beide gerne daran erinnert hätte, endlich auszusprechen, was sie längst fühlen. Gleichzeitig passte genau dieses Zögern aber gut zu ihren jeweiligen Unsicherheiten, machte ihre Entwicklung nachvollziehbar und beide einfach menschlich.
Insgesamt war Foolish Puckboy für mich wieder ein Volltreffer: humorvoll, spicy, emotional und mit zwei Protagonisten, deren Beziehung sich genauso unterhaltsam wie authentisch entwickelt. Wer die Puckboy-Reihe bisher mochte, wird auch mit diesem Band eine großartige Lesezeit haben.
Großer Wimmelspaß für kleine Fahrzeugfans
Mein erstes Sachen suchen Wimmelbuch: Fahrzeuge von Maria Höck
Mein erstes Sachen suchen Wimmelbuch: Fahrzeuge richtet sich an Kinder ab einem Jahr und bietet auf sieben stabilen Papp-Doppelseiten jede Menge Fahrzeuge zum Entdecken. Insgesamt hat uns das Buch gut gefallen und eignet sich prima für die ersten gemeinsamen Such- und Benennspiele.
Die Illustrationen sind altersgerecht gestaltet: Die Fahrzeuge sind vereinfacht dargestellt und dadurch leicht zu erkennen.
Gleichzeitig gibt es auf jeder Seite viel zu entdecken, ohne dass die Wimmelbilder überladen wirken. Gerade für die empfohlene Altersgruppe finde ich diese Balance sehr gelungen.
Besonders schön fand ich die Fahrzeugauswahl. Neben den Klassikern wie Feuerwehr, Bagger oder Zug tauchen auch Fahrzeuge auf, die man in Kinderbüchern eher selten sieht. So gibt es unter anderem einen Zwillingskinderwagen, einen Zeppelin, einen Aufsitzrasenmäher, ein Lastenfahrrad, eine Vespa oder einen Milchtankwagen zu entdecken. Das sorgt für Abwechslung und erweitert den Wortschatz der kleinen Leserinnen und Leser spielerisch.
Auch die Texte sind kurz, einfach formuliert und passen gut zu den jeweiligen Bildern. Einen kleinen Kritikpunkt hatte ich allerdings: Auf einer Seite werden die Aufräumarbeiten nach einem Fest gezeigt, der Text beginnt mit ‚Das Fest ist vorbei‘. Da das Fest selbst vorher gar nicht vorkommt, wirkte dieser Einstieg auf mich etwas abrupt.
Die Suchaufgaben sind dagegen genau richtig für die Zielgruppe. Sie sind überschaubar, gut lösbar und motivieren schon die Kleinsten zum genauen Hinschauen und Wiederfinden.
Ein kleiner Wermutstropfen ist für mich die Größe des Buches. Obwohl es bereits für Kinder ab einem Jahr empfohlen wird, ist es für kleine Hände noch etwas unhandlich. Dank der stabilen Pappseiten lässt es sich zwar gut gemeinsam anschauen, zum selbstständigen Halten hätte ich mir ein etwas kompakteres Format gewünscht.
Insgesamt ist Mein erstes Sachen suchen Wimmelbuch: Fahrzeuge ein gelungenes erstes Wimmelbuch mit liebevollen Illustrationen, einer abwechslungsreichen Fahrzeugauswahl und altersgerechten Suchaufgaben – ideal für kleine Fahrzeugfans, die gerade beginnen, ihre Welt zu entdecken.











