Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Ein hilfreicher Werkzeugkasten für Eltern
Einfach leichter Eltern sein in 50 Sätzen von Birgit Gattringer
‚50 Sätze, die es Eltern leichter machen‘ bietet Eltern eine umfangreiche Sammlung an Formulierungen, die die Kommunikation und Bindung mit ihren Kindern einfacher machen sollen. Dabei geht es nicht nur um konkrete Sätze für Gespräche, Konfliktsituationen oder schwierige Momente wie Trauer und Überforderung, sondern häufig auch um die innere Haltung dahinter.
Birgit Gattringer zeigt dabei immer wieder, wie wichtig es ist, Dinge kindgerecht zu verbalisieren, um Verständnis und Vertrauen zu schaffen.
Das Buch ist wie ein Werkzeugkasten aufgebaut: In sieben Kapiteln sind die Sätze thematisch gegliedert – unter anderem zu Bindung, Verständnis, Wut, Grenzen setzen, Diskussionen, Konflikte zwischen Geschwistern und Selbstfürsorge. Zu jedem Satz gibt es nicht nur theoretische Hintergründe, sondern vor allem praxisnahe Beispiele für den Familienalltag. Genau das macht dieses Buch besonders wertvoll.
Wie von der Autorin empfohlen, lohnt es sich, das Buch zunächst komplett zu lesen, da einige Inhalte aufeinander aufbauen. Danach eignet es sich aber auch hervorragend als Nachschlagewerk für konkrete Alltagssituationen – insbesondere durch das Fazit am Schluss eines jeden Abschnitts.
An manchen Stellen hätte ich mir allerdings noch mehr Hinweise gewünscht, wie man vorgehen kann, wenn sich ein Konflikt trotz der beschriebenen Ansätze nicht lösen lässt. Eine Art ‚zweite Runde‘ oder alternative Handlungsmöglichkeiten hätten den Ratgeber für mich noch hilfreicher gemacht.
Besonders angenehm ist der wertschätzende und urteilsfreie Schreibstil. Vieles liest sich, als würde eine gute Freundin von ihren eigenen Erfahrungen berichten – ehrlich, empathisch und mit Blick auf die Herausforderungen des Familienalltags. Sehr gelungen fand ich auch den Hinweis, dass die vorgestellten Sätze nicht immer funktionieren müssen. Das nimmt Druck heraus und macht Mut, Neues auszuprobieren. Dazu passt auch das Kapitel über Selbstfürsorge, das deutlich macht, dass Eltern nicht perfekt sein müssen.
Vor allem der starke Praxisbezug hat mich überzeugt. Theoretische Hintergründe sind wichtig, doch durch die vielen alltagsnahen Beispiele lassen sich die Anregungen deutlich leichter in das eigene Familienleben integrieren.
Warten auf die Schule mit Pippi Langstrumpf
Mein Schulstart. Countdown zur Einschulung mit Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren
Mit diesem Buch verkürzt Pippi Langstrumpf die Wartezeit auf den Schulanfang mit einem zehntägigen Countdown. Aufgebaut wie ein Buch-Adventskalender können an jedem Tag neue Seiten geöffnet werden. Neben einer Geschichte finden sich darin auch passende Aktivitätsvorschläge wie Rezepte, Bastelanleitungen, Spielideen sowie Mal- und Denkanregungen.
Leider enthalten die Rezepte häufig Süßigkeiten. Weniger gelungen ist zudem, dass sich die Doppelseiten mit den Vorschlägen mitten in der Geschichte befinden – dadurch wird der Vorlesefluss unterbrochen.
Die Geschichten rund um Pippi sind altbekannt, humorvoll und altersgerecht. Wer bereits Bücher wie Pippi geht in die Schule, Pippi geht in den Zirkus oder Pippi als Sachensucherin zuhause hat, wird hier allerdings wenig Neues entdecken.
Insgesamt ist es ein schönes Mitmachbuch, das die Vorfreude auf die Schule stärkt und Kindern zugleich Anregungen gibt, wie sie in dieser aufregenden Zeit neue Freundschaften knüpfen können.
Zwischen Fürsorge und Fremdbestimmung
Once Upon A Tender Kiss von Myla Lion
Mia hat es nicht leicht: Ihre überfürsorglichen Eltern schirmen sie nach einer Herzkrankheit bei ihrer Geburt von allem ab und würden sie am liebsten bei jeder Kleinigkeit zum Check-up ins Krankenhaus schicken. Unter ihrer Wohnung eröffnet zudem eine Tanzbar, deren Musik bis tief in die Nacht in ihre vier Wände dröhnt.
Und auch ihr neuer Nachbar Tate scheint zunächst alles andere als rücksichtsvoll. Doch dann zeigt er eine überraschend charmante Seite, und gemeinsam mit seiner elfjährigen Tochter Riley wirbelt er Mias bislang so behütetes Leben gehörig durcheinander.
Obwohl mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat und sich der Schreibstil angenehm lesen lässt, ließ meine anfängliche Begeisterung nach etwa einem Drittel des Buches spürbar nach. Das lag nicht nur am extrem übergriffigen und nervigen Verhalten von Mias Eltern, die unter dem Deckmantel der Sorge wiederholt gegen ihre Interessen handeln und sie emotional unter Druck setzen, sondern auch an Mias Reaktionen darauf. Ihre wiederkehrende Schockstarre wirkte auf mich zunehmend schwer nachvollziehbar, da sie die Situation eigentlich reflektieren kann. Ebenso blieb für mich unverständlich, warum sie den Kontakt nicht früher einschränkt und weshalb sowohl ihre beste Freundin als auch ihre Patentante so zurückhaltend bleiben, statt ihr mehr den Rücken zu stärken.
Nicht nur der Plot erinnert stellenweise an ein modernes Märchen – entsprechende Anspielungen und Vergleiche ziehen sich auch durch den Text, wirken dabei aber gelegentlich etwas zu bemüht.
Insgesamt ein solider Plot mit interessanten Ansätzen, der mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte.
Ein zauberhafter Gute-Nacht-Schatz für kleine und große Lindgren-Fans
Gute Nacht mit Astrid Lindgren von Astrid Lindgren
Dieses wunderbare Gute-Nacht-Buch vereint eine liebevolle Auswahl verschiedener Werke von Astrid Lindgren. Wir begegnen bekannten Figuren wie Pippi, Lotta, Michel oder Tomte Tummetott. Gleichzeitig enthält der Band auch einige weniger bekannte Geschichten und Lieder, die es neu zu entdecken gilt.
Die Geschichten variieren in Länge und Anspruch, sodass sie sich ideal zum abendlichen Vorlesen eignen – je nach verfügbarer Zeit kann man immer eine passende Geschichte auswählen.
Offiziell wird der Sammelband für Kinder ab fünf Jahren empfohlen, einige der kürzeren Texte und Lieder können jedoch auch schon jüngeren Kindern Freude bereiten.
Die liebevoll gestalteten Illustrationen stammen von verschiedenen Künstler*innen und verleihen jeder Geschichte ihren ganz eigenen Charakter. Manche Bilder wecken dabei nostalgische Erinnerungen.
Ein rundum gelungener Sammelband für neue wie auch langjährige Fans von Astrid Lindgren, den wir sehr gerne weiterempfehlen.
Zauberhafte Geschichte mit wichtiger Botschaft
Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte von Barbara Rose
Grimlin ist ein sympathischer kleiner Wichtel, der sein Leben ruhig und gemütlich mit seinen besten Freunden etwas außerhalb des Wichteldorfs in seinem Mooshäuschen unter einer alten Kastanie verbringt. Eines Tages bringt er sein leckeres Mirabelmus ins Dorf und erfährt dort von einem neuen Bewohner: Tjelle, einem Wichtelzauberer.
Aufgrund seines dunklen Umhangs und der seltsamen rosa Rauchwolken aus seinem Kamin ist dieser den Dorfbewohnern jedoch suspekt – schließlich wird er sogar aus dem Dorf vertrieben.
Grimlins Freundinnen, die Elfen Winni und Ninina, beschreiben Tjelle hingegen ganz anders: freundlich, wenn auch etwas ungewöhnlich – und als Bäcker von köstlichem Brimbelkuchen. Aus früheren Abenteuern weiß Grimlin, dass man sich kein Urteil über jemanden bilden sollte, den man nicht kennt. Also macht er sich selbst auf die Suche nach Tjelle. Dabei stellt er fest, dass seine eigenen Ängste – etwa vor den Wiesenzischlern oder dem Schnappzahn – unbegründet sind und dass er wunderbare Freunde hat, die ihm zur Seite stehen. Schließlich gelingt es ihm, Tjelle zu finden und die Vorurteile der Dorfbewohner zu zerstreuen.
Obwohl Grimlin weiß, dass Vorurteile problematisch sind, ertappt er sich selbst immer wieder dabei. Diese werden im Verlauf der Geschichte jedoch reflektiert und aufgelöst, sodass Kinder spielerisch lernen können, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden – eine gerade heute sehr relevante Botschaft.
Die Sprache ist stellenweise etwas anspruchsvoller, insgesamt aber für die empfohlene Altersgruppe ab 5 Jahren gut geeignet. Die Kapitellänge eignet sich hervorragend zum Vorlesen, aber auch zum Selbstlesen für geübtere junge Leser*innen.
Das Buch lässt sich grundsätzlich auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen, allerdings fehlt an einigen Stellen etwas Hintergrundwissen zur Vorgeschichte.
Die Illustrationen sind zauberhaft, farbenfroh und humorvoll gestaltet und passen sehr gut zur Geschichte. Besonders gelungen sind die Landkarte sowie die Doppelseite zur Vorstellung der Figuren, die Kindern den Einstieg in Grimlins Welt erleichtern.
Insgesamt ist dies eine liebevoll erzählte Geschichte über Freundschaft, Mut und den Umgang mit Vorurteilen.
Ein liebevoller Begleiter für das letzte Kita-Jahr
Die Vorschulprofis: Wir sind die Großen in der Kita von Jasmin Schaudinn
In diesem Buch begleiten kleine Leserinnen und Leser die Vorschulkinder Alma, Kisi, Pippa, Aziz und Emil aus der Kita Kichererbse durch ihr letztes Kindergartenjahr. Die elf Kurzgeschichten erzählen vom ersten Treffen der Vorschulgruppe mit Erzieher Joschi, einem Schulbesuch, Emils Geburtstagsparty oder einem Nachmittag bei Aziz bis hin zum Abschiedsfest in der Kita.
(Angehende) Vorschulkinder werden hier in vielen Situationen abgeholt, die sie selbst bereits kennen oder bald erleben werden.
Besonders positiv fällt auf, wie selbstverständlich Vielfalt dargestellt wird: Kinder mit Beeinträchtigungen, unterschiedliche Hautfarben und verschiedene Familienmodelle sind ganz natürlich in die Geschichten integriert.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und eignen sich hervorragend zum Vorlesen. Im Anschluss an jedes Kapitel folgt eine Doppelseite mit passenden Spiel- und Bastelideen. Neben Materiallisten und Anleitungen wird auch erläutert, welche Fähigkeiten dabei gefördert werden – ein schöner Mehrwert, der das Buch über die reinen Geschichten hinaus bereichert.
Die farbenfrohen und humorvollen Illustrationen unterstützen den Text auf gelungene Weise und laden zum gemeinsamen Entdecken ein. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die Platzierung der Doppelseite zur Vorstellung der Vorschulkinder, die sich erst am Ende des Buches befindet und dadurch leicht übersehen werden kann. Die erste Doppelseite hingegen ist wie ein Freundebuch gestaltet und bietet Platz für eigene Eintragungen – eine nette Idee.
Insgesamt ist dies ein liebevoll gestaltetes Buch zur Vorbereitung auf die Vorschulzeit, das Kindern spielerisch Sicherheit vermittelt und mögliche Ängste nehmen kann.
Einfühlsame Hilfe im Umgang mit Wut für die Kleinsten
Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm
Der kleine Waschbär ist sooooo wütend, weil der Elch seinen Apfel gefressen hat. Auf der Suche nach einem Weg, mit diesem starken Gefühl umzugehen, fragt er andere Tiere um Rat. Jedes Tier erzählt ihm, was ihm hilft, die Wut zu bewältigen.
Das Buch ist wunderbar auf die junge Zielgruppe abgestimmt.
Schon der Auslöser für die Wut ist für Kinder leicht nachvollziehbar – wer kennt es nicht, wenn einem etwas weggenommen oder einfach aufgegessen wird? Auch die Lösungsansätze der Tiere sind kindgerecht, leicht verständlich und für Kinder ab etwa zwei Jahren gut umsetzbar, ohne sie zu überfordern.
Die Texte sind bewusst einfach und kurz gehalten. Besonders gelungen ist die Übersichtsseite am Ende des Buches: Sie greift die vorgestellten Strategien noch einmal auf und lädt Kinder und Eltern dazu ein, gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen und eigene Wege im Umgang mit Wut zu finden.
Die Illustrationen sind zauberhaft, detailreich und mit viel Humor gestaltet – es macht großen Spaß, sie anzuschauen. Der kleine Waschbär ist ausgesprochen niedlich, und auch die anderen Tiere sind liebevoll dargestellt. Besonders hervorzuheben ist, wie klar die Emotionen erkennbar sind: Nicht nur die Wut, sondern auch Überraschung, Anstrengung und schließlich Zufriedenheit werden anschaulich vermittelt. Gerade für Kinder in diesem Alter ist das von großer Bedeutung.
Ein rundum gelungenes Buch, das uns alle begeistert.
Vorlesegeschichte mit Elterntipps rund um das Thema Urlaub
Ups, wir fahren in den Urlaub von Katharina Spangler
In ‚Ups, wir fahren in den Urlaub‘ fährt Anton mit seinen Eltern auf einen Campingplatz nach Italien. Die Geschichte beginnt beim Kofferpacken und der Anreise und begleitet Anton dabei, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, Freundschaften zu schließen und unbekannte Orte zu entdecken. Dabei wird auch gezeigt, dass ein Urlaub nicht immer nur schöne Seiten hat – Kinder werden so auf ganz unterschiedliche Erfahrungen vorbereitet.
Die Texte sind altersgerecht aus Antons Perspektive geschrieben, sodass sich Kinder gut mit der Handlung identifizieren können. Anton äußert offen seine Meinung und spricht ehrlich darüber, wenn ihm etwas nicht gefällt oder er etwas langweilig oder toll findet. Das erleichtert es jungen Zuhörerinnen und Zuhörern, sich in die Situationen hineinzuversetzen und sich verstanden zu fühlen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und eignen sich gut zum Vorlesen. Allerdings haben sich vereinzelt Tipp- und Zeichenfehler eingeschlichen.
Ergänzend zur Geschichte gibt es zu jedem Kapitel Hinweise und Tipps für Eltern. Diese greifen die geschilderten Situationen auf und bieten Anregungen für Gespräche mit Kindern. Besonders hilfreich sind die Beispielfragen sowie die Erläuterungen zur kindlichen Perspektive. Manches wirkt dabei recht selbstverständlich, ist aber gerade in stressigen Momenten – wie sie im Urlaub durchaus vorkommen können – eine gute Erinnerung.
Weniger gelungen ist aus meiner Sicht die Struktur: Die Vorlesekapitel wechseln sich direkt mit den Elternhinweisen ab. Für Erwachsene ist das praktisch, beim Vorlesen kann es für Kinder jedoch irritierend sein, wenn Seiten übersprungen werden müssen.
Die Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht gestaltet, dürften aber gern etwas zahlreicher sein. Besonders schön ist die Charakterkarte zu Beginn des Buches, die den Einstieg erleichtert und Anton schnell vertraut macht.
Insgesamt ein gelungenes Buch zur Vorbereitung auf einen Familienurlaub.
Gefühlvolle MM-Romance über Selbstfindung und Neuanfang
Budding Attraction von Saxon James
Der Club der geschiedenen Männer ist zurück! Dieses Mal dreht sich die Geschichte um Orson, der eigentlich gar nicht geschieden, sondern verwitwet ist. Seit dem Tod seiner Frau hat sich sein Leben komplett verändert. Nach einer langen Trauerphase führt er nun ein Blumengeschäft und ist mit seinem Alltag weitgehend zufrieden.
Doch als er auf Ford trifft – den Besitzer der örtlichen Werkstatt, offen schwul und bislang ohne feste Beziehung – wird seine Welt auf den Kopf gestellt.
Was als Freundschaft beginnt, entwickelt sich schnell zu einer spürbaren Anziehung zwischen den beiden. Orson muss sich eingestehen, dass er möglicherweise doch nicht nur auf Frauen steht, wie er immer geglaubt hat.
Die Chemie zwischen Orson und Ford stimmt von Anfang an. Während Orson zunächst noch zurückhaltend ist, bringt Ford mit seiner offenen, herzlichen und flirtenden Art frischen Wind in die Dynamik. Je näher sich die beiden kommen, desto mehr öffnet sich Orson – und auch die Wortgefechte zwischen ihnen werden zunehmend spielerisch und flirtend.
Beide Protagonisten sind über 40 und bringen ihre eigenen Erfahrungen und Verletzungen mit. Besonders Ford hat mich beeindruckt: In jungen Jahren hat er einen Fehler begangen, den ihm die Kleinstadt bis heute nachträgt. Dennoch engagiert er sich für Kinder und Jugendliche und begegnet allen Menschen mit Offenheit und Freundlichkeit.
Orsons queer awakening nimmt einen zentralen Teil der Handlung ein. Die spürbare Anziehung zu Ford zwingt ihn dazu, sich intensiv mit seiner sexuellen Identität auseinanderzusetzen. Umgeben von queeren Freunden zeigt er sich neugierig und offen gegenüber seinen Gefühlen, hält jedoch lange an seinem bisherigen Selbstbild fest. Hier hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr Tiefe gewünscht, um seine inneren Konflikte besser nachvollziehen zu können.
Saxon James’ Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen; auch die spicy Szenen sind gelungen und sorgen für die passende Würze.
Insgesamt eine gelungene MM-Romance, die ich sehr gerne gelesen habe – und sicher nicht mein letztes Buch aus der Reihe rund um den Club der geschiedenen Männer.
Berührend, spannend und nachdenklich zugleich
The Darlington - Logan & Rose von Laura Kneidl
Im dritten und letzten Teil der Darlington-Reihe stehen Rose und Logan im Mittelpunkt. Obwohl ich die ersten beiden Teile nicht kenne, konnte ich problemlos in die Geschichte hineinfinden und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen.
Von Anfang an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen.
Beide Protagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch, und die Handlung blieb durch unerwartete Plottwists durchgehend spannend. Obwohl aus der Sicht von Rose und Logan erzählt wird, erfährt man nicht alles sofort; manches wird erst im Laufe des Buches nach und nach enthüllt.
Laura Kneidl lässt die schweren Themen soziale Ungleichheit und sexuellen Missbrauch sehr feinfühlig in die Geschichte einfließen. Sie schafft es, Leser*innen zum Nachdenken anzuregen, die Doppelmoral der Presse und oft auch der Öffentlichkeit, die dazu neigt, Opfer zu diffamieren und Täter zu schützen, hervorzuheben, ohne dass sich das Lesen schwer oder belastend anfühlt. Die ernsten Momente werden gekonnt mit vielen leichten, gefühlvollen Passagen der Liebesgeschichte kombiniert, die wunderschön geschrieben ist.
Während Rose zunächst (aus gut nachvollziehbaren Gründen) zögert und einige Geheimnisse mit sich trägt, ist Logan trotz seiner eigenen schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit offener und eine absolute green flag. Die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Figuren machen es leicht, ihre Motive zu verstehen und ihr Handeln nachzuvollziehen.
Ein wunderbares Buch, das Tiefgründigkeit auf leichte Weise vermittelt und viele Denkanstöße gibt, gleichzeitig aber auch ein rundum gelungenes Leseerlebnis bietet.











