Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Ein turbulenter Ausflug mit wichtigen Lektionen
Ups, viel los im Straßenverkehr von Katharina Spangler
Mit Ups, viel los im Straßenverkehr ist ein weiteres Buch aus der Ups-Reihe bei uns eingezogen. Simon und seine Eltern wollen eigentlich nur zu einer Hochzeit; doch auf dem Weg dorthin geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Auto kaputt, Bus vor der Nase weggefahren, falsche Adresse im Navi und schließlich noch Stau.
Die dadurch entstehende Hektik und der Stress werden sehr gut vermittelt und waren für uns alle spürbar.
Besonders schön fand ich dabei, dass die Geschichte zwar vor allem Simons Perspektive zeigt, aber auch die Situation der Eltern verständlich dargestellt wird. Erwachsene kennen die Situation nur zu gut: Man muss dringend los, darf nicht zu spät kommen und irgendwie scheint alles schiefzugehen. Gleichzeitig erleben Kinder dieselbe Situation natürlich ganz anders und fühlen sich durch die Hektik schnell überfordert. Die Geschichte hilft hier dabei, die gegenseitige Wahrnehmung zu verstehen und führt insbesondere auch uns Eltern noch einmal vor Augen, wie wir in einer solchen Situation auf unsere Kinder achten können.
Neben der eigentlichen Geschichte werden ganz nebenbei wichtige Situationen im Straßenverkehr aufgegriffen. Kinder können so gemeinsam mit Simon überlegen, wie man sich an Ampeln, beim Überqueren einer Straße oder in unübersichtlichen Situationen richtig verhält.
Wie auch bei den anderen Büchern der UPS-Reihe gibt es zusätzlich Elterntipps und Gesprächsanregungen. Wirklich neu war für mich dabei wenig, aber die Seiten bieten eine gute Sammlung von Fragen und Anregungen, mit denen man das Thema nach dem Vorlesen noch einmal gemeinsam aufgreifen kann. Gerade für Eltern, die sich nicht sicher sind, wie sie bestimmte Alltagssituationen mit ihrem Kind besprechen können, finde ich das hilfreich.
Einen grundsätzlichen Kritikpunkt an der Reihe habe ich hier allerdings: Der Wechsel zwischen Vorlesekapiteln und Elterntipp-Seiten unterbricht den Lesefluss. Für Eltern ist diese Struktur praktisch, weil die Tipps schnell zu finden sind. Für Kinder wirkt es beim gemeinsamen Vorlesen allerdings so, als würden zwischendurch einfach einige Seiten übersprungen. Gerade jüngere Kinder können das noch nicht unbedingt einordnen. Hier würde ich persönlich das Vorleseerlebnis der Kinder höher gewichten und die Elterntipps lieber anders im Buch unterbringen.
Die Illustrationen gefallen mir wieder sehr gut. Sie sind liebevoll gestaltet und unterstützen den Text besonders dort, wo Verkehrszeichen, Karten oder Pläne erklärt werden. Gleichzeitig gibt es immer wieder kleine humorvolle Details zu entdecken. Auch die aus der Reihe bekannte Charakterkarte am Anfang ist wieder dabei und stellt Simon direkt vor.
Insgesamt ist Ups, viel los im Straßenverkehr eine gelungene Vorlesegeschichte, die Kindern wichtige Grundlagen für den Straßenverkehr vermittelt, ohne dabei wie ein trockenes Verkehrserziehungsbuch zu wirken. Die Struktur mit den Elterntipps könnte für das Vorlesen besser gelöst sein, ansonsten hatten wir aber viel Freude mit Simon und seiner ziemlich chaotischen Reise zur Hochzeit.
Ein Roadtrip voller Gefühle
The Road Between Us von Yvy Kazi
The Road Between Us hat mich mit seiner Mischung aus Roadtrip, Best Friends to Lovers und ganz viel emotionaler Tiefe sofort abgeholt. Für mich ein Buch, die deutlich mehr zu bieten hat als nur eine Liebesgeschichte.
Die Handlung wird größtenteils aus Cleas Perspektive erzählt, unterbrochen von ihren Tagebucheinträgen und gelegentlichen Kapiteln aus Cas' Sicht.
Dadurch lernen wir Clea sehr schnell kennen und bekommen einen guten Einblick in ihre Gefühle, Wünsche und Ängste. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Man spürt ihren großen Wunsch nach Freiheit und neuen Erfahrungen, gleichzeitig aber auch, dass sie Ruhe braucht und durch vergangene Erfahrungen vorsichtig geworden ist.
Cas bleibt dagegen zunächst etwas schwerer greifbar. Da wir nur selten in seine Gedankenwelt eintauchen, lernen wir ihn erst nach und nach wirklich kennen. Gerade das hat für mich aber gut zur Geschichte gepasst, denn auch Clea muss während des Roadtrips erst verstehen, was in Cas vorgeht und welche Wünsche und Träume er eigentlich für sein eigenes Leben hat.
Während ihrer Reise entsteht zwischen den beiden eine Art kleine Bubble. Fernab von ihrem bisherigen Alltag haben sie Zeit, sich mit ihren Wünschen, Ängsten und Zukunftsplänen auseinanderzusetzen. Und genau diese Zeit miteinander macht sich auch in ihrer Entwicklung bemerkbar. Der Roadtrip ist damit nicht nur eine Reise entlang der Küste Maines, sondern auch eine Reise zu sich selbst.
Besonders gut gefallen hat mir der einfühlsame Umgang mit Cas' Blindheit. Wenn er sich in seiner vertrauten Umgebung bewegt, wird seine Blindheit kaum thematisiert. Auch Clea erwähnt sie in ihren Beschreibungen nur selten; das hat mich zunächst tatsächlich irritiert. Mit der Zeit wurde mir aber klar, wie logisch das aus Cleas Perspektive ist: Für sie gehört Cas' Blindheit zum Alltag und ist nichts, das ständig erwähnt werden muss. Während des Roadtrips wird sie dann immer wieder zum Thema, insbesondere wenn fremde Menschen auf Cas treffen und nicht wissen, wie sie mit seiner Blindheit umgehen sollen. Dadurch wird sehr schön deutlich, dass nicht Cas' Behinderung selbst das Problem darstellt, sondern häufig die Unsicherheit und die Vorurteile der Menschen um ihn herum.
Überhaupt haben mich Cleas Beschreibungen für Cas sehr berührt. Sie findet wunderbare Worte dafür, ihm Bilder und Eindrücke zu vermitteln und dabei nicht einfach nur zu beschreiben, was sie sieht, sondern welche Gefühle diese Dinge in ihr auslösen. Gerade diese Passagen haben für mich die besondere Verbindung zwischen den beiden sehr deutlich gemacht.
Der Schreibstil ist insgesamt einfühlsam, ruhig und voller Tiefe. Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Figuren und lässt sie sich entwickeln, ohne dass dabei die Liebesbeziehung zu kurz kommt.
Für mich war The Road Between Us deshalb eine wunderschönes Buch über Liebe, Freundschaft, Selbstbestimmung und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ich hatte eine tolle Lesezeit mit Clea und Cas und habe ihre Reise sehr gerne begleitet.
Ein Stück Kindheit für die nächste Generation
Wie das Sams zu Herrn Taschenbier kam von Paul Maar
Es gibt Geschichten aus der eigenen Kindheit, die man den eigenen Kindern unbedingt vorlesen möchte. Für mich gehört das Sams definitiv dazu. Ich habe schon darauf gewartet, dass meine Kinder groß genug für die Geschichten sind und jetzt gibt es das Sams glücklicherweise auch als Bilderbuch für die jüngeren Fans, denen die ursprünglichen Geschichten noch zu lang sind.
Für diese Ausgabe wurde die Geschichte, wie das Sams zu Herrn Taschenbier kam, gekürzt, ohne dass dabei der wesentliche Inhalt verloren geht. Wir begleiten Herrn Taschenbier durch seine ungewöhnliche Woche, bis am Samstag schließlich das Sams auftaucht und sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Der Text eignet sich wunderbar zum Vorlesen und natürlich dürfen auch die typischen Wortspiele und der freche Humor von Paul Maar nicht fehlen.
Dazu kommen die großen, farbenfrohen Illustrationen, auf denen es jede Menge zu entdecken gibt. Sie passen wunderbar zur Geschichte und machen das Buch auch für jüngere Kinder zu einem echten Erlebnis.
Ich mag es besonders, dass dieses Bilderbuch nicht einfach irgendeine neue Geschichte mit dem Sams erzählt, sondern den Anfang der bekannten Geschichte kindgerecht aufbereitet. So können auch die Kleinsten kennenlernen, wie Herr Taschenbier und das Sams überhaupt zusammengefunden haben.
Eine tolle, freche und herrlich chaotische Geschichte und für mich ein kleines Stück Kindheit, das ich jetzt an die nächste Generation weitergeben darf. Wir sind jedenfalls gespannt, wie es mit Herrn Taschenbier und dem Sams weitergeht. Auch wenn wir Eltern natürlich schon wissen, was noch alles kommt…
Cozy Herbst-Romance
Autumn Secrets von Sarah Fulmar
Autumn Secrets ist für mich eine absolute Cozy Romance mit Herbstvibes und genau das, was ich mir von einem solchen Buch wünsche. Die herbstliche Atmosphäre in St Ives kommt wunderbar zur Geltung und wird durch die Herbstwanderung, die Penelope organisieren soll, sogar direkt in die Handlung eingebunden.
Obwohl es sich um den zweiten Band der Seasons by the Sea-Reihe handelt, lässt sich das Buch problemlos als Standalone lesen. Ich kenne den ersten Band nicht und hatte trotzdem zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen.
Besonders gefreut habe ich mich über den Age-Gap-Trope, den ich grundsätzlich sehr gerne mag. Der Altersunterschied zwischen Penelope und Nathan wird durchaus thematisiert, aber erfreulicherweise nicht zu einem riesigen, künstlich aufgebauschten Problem gemacht. Die eigentlichen Probleme waren ganz andere: Verletzungen aus vergangenen Beziehungen, ihre Berufe und vor allem ihre Vorstellungen davon, wie ihr Leben und eine gemeinsame Beziehung aussehen könnten.
Die Anziehung zwischen den beiden war für mich von Anfang an spürbar. Gleichzeitig scheint die Kluft zwischen ihnen zunächst ziemlich groß zu sein, weshalb ich gespannt war, wie Penelope und Nathan diese Unterschiede überhaupt überwinden wollen. Gerade dadurch hat die Geschichte für mich ihren Reiz bekommen.
Mit Penelope hatte ich allerdings nicht durchgehend meine Freude. Besonders gegen Ende verhält sie sich eine Weile ziemlich zwiegespalten und unsympathisch. Ihren Wunsch nach einer erfolgreichen Karriere kann ich absolut nachvollziehen, aber die wirklichen Gründe dafür scheinen ihr selbst nicht ganz klar zu sein. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie etwas früher über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sich stärker mit ihren tatsächlichen Wünschen auseinandersetzt.
Auch das Ende ging mir dann etwas zu schnell. Auf den letzten Seiten passiert ziemlich viel in kurzer Zeit, sodass ich mir für einige Entwicklungen etwas mehr Raum gewünscht hätte.
Das ändert aber nichts daran, dass ich Autumn Secrets geradezu verschlungen habe. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Für mich eine rundum schöne Cozy Romance und ein gelungener zweiter Band der Reihe. Ich freue mich definitiv auf die weiteren Bände von Seasons by the Sea!
Cozy Herbststimmung in der Kleinstadt
Cinnamon Spice Love von Harper Graham
Cinnamon Spice Love hat mir insgesamt gut gefallen. Die Geschichte ist angenehm geschrieben; besonders das Cozy-Small-Town-Feeling konnte mich überzeugen. Maple Falls mit seinen Bewohnern, die zusammenhalten und sich gegenseitig helfen, hat genau die gemütliche Atmosphäre, die man sich von einer solchen Geschichte wünscht.
Auch die Herbststimmung kommt wunderbar zur Geltung und das nicht nur durch den Sturm zu Beginn der Geschichte.
Die Liebesgeschichte zwischen Madison und Zach ist eine Second-Chance-Romance mit einigen Hindernissen. Das Problem: Viele davon sind hausgemacht. Vor allem die fehlende Kommunikation zwischen den beiden zieht sich bereits seit ihrer Jugend durch ihre Geschichte und hat sich leider auch Jahre später nicht wirklich verändert. Während Zach zumindest ein bisschen aus der Vergangenheit gelernt hat und irgendwann auch für sich einsteht und Grenzen setzt, scheint Madison ihre Lektion noch nicht vollständig gelernt zu haben. Sie spricht weiterhin nicht offen mit Zach, obwohl einige Konflikte dadurch vermutlich deutlich schneller gelöst werden könnten.
Gerade beim letzten großen Konflikt wurde mir das besonders deutlich. Die Lösung liegt eigentlich ziemlich nahe, trotzdem dauert es eine ganze Weile, bis sie gezogen wird. Auch die Gründe dafür, warum eine Beziehung zwischen den beiden angeblich nicht funktionieren kann, wiederholen sich für meinen Geschmack etwas zu häufig. Dadurch hat sich die Geschichte zwischendurch leider etwas gezogen.
Für etwas zusätzliche Spannung sorgt dagegen die Frage, von wem der mysteriöse Brief stammt. Ich hatte zwar schon ziemlich früh eine Vermutung, die sich am Ende auch bestätigt hat, trotzdem wollte ich wissen, ob ich richtiglag.
Trotz meiner Kritikpunkte hatte ich insgesamt eine schöne Zeit in Maple Falls. Die gemütliche Kleinstadt, das herbstliche Setting und die vielen kleinen Momente mit den Bewohnern haben mir richtig gut gefallen. Die Liebesgeschichte hätte für mich etwas weniger Schleifen und dafür etwas mehr offene Kommunikation vertragen können; für einen gemütlichen Herbstnachmittag ist die Geschichte aber trotzdem wunderbar geeignet.
Cozy Herbststimmung in der Kleinstadt
Cinnamon Spice Love Maple Falls von Harper Graham
Cinnamon Spice Love hat mir insgesamt gut gefallen. Die Geschichte ist angenehm geschrieben und der Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich gut durch das Hörbuch gekommen bin. Besonders das Cozy-Small-Town-Feeling konnte mich überzeugen. Maple Falls mit seinen Bewohnern, die zusammenhalten und sich gegenseitig helfen, hat genau die gemütliche Atmosphäre, die man sich von einer solchen Geschichte wünscht.
Auch die Herbststimmung kommt wunderbar zur Geltung und das nicht nur durch den Sturm zu Beginn der Geschichte.
Die Liebesgeschichte zwischen Madison und Zach ist eine Second-Chance-Romance mit einigen Hindernissen. Das Problem: Viele davon sind hausgemacht. Vor allem die fehlende Kommunikation zwischen den beiden zieht sich bereits seit ihrer Jugend durch ihre Geschichte und hat sich leider auch Jahre später nicht wirklich verändert. Während Zach zumindest ein bisschen aus der Vergangenheit gelernt hat und irgendwann auch für sich einsteht und Grenzen setzt, scheint Madison ihre Lektion noch nicht vollständig gelernt zu haben. Sie spricht weiterhin nicht offen mit Zach, obwohl einige Konflikte dadurch vermutlich deutlich schneller gelöst werden könnten.
Gerade beim letzten großen Konflikt wurde mir das besonders deutlich. Die Lösung liegt eigentlich ziemlich nahe, trotzdem dauert es eine ganze Weile, bis sie gezogen wird. Auch die Gründe dafür, warum eine Beziehung zwischen den beiden angeblich nicht funktionieren kann, wiederholen sich für meinen Geschmack etwas zu häufig. Dadurch hat sich die Geschichte zwischendurch leider etwas gezogen.
Für etwas zusätzliche Spannung sorgt dagegen die Frage, von wem der mysteriöse Brief stammt. Ich hatte zwar schon ziemlich früh eine Vermutung, die sich am Ende auch bestätigt hat, trotzdem wollte ich wissen, ob ich richtiglag.
Als Hörbuch ist Cinnamon Spice Love insgesamt gut umgesetzt. Die Sprecherin und der Sprecher sprechen angenehm langsam und deutlich, auch die Abstände zwischen den Wörtern waren für mich gut. Die Stimmen selbst waren allerdings nicht ganz mein Fall. Gerade zu Beginn musste ich deshalb einige Stellen noch einmal hören und mich stärker konzentrieren, um nichts zu verpassen.
Trotz meiner Kritikpunkte hatte ich insgesamt eine schöne Zeit in Maple Falls. Die gemütliche Kleinstadt, das herbstliche Setting und die vielen kleinen Momente mit den Bewohnern haben mir richtig gut gefallen. Die Liebesgeschichte hätte für mich etwas weniger Schleifen und dafür etwas mehr offene Kommunikation vertragen können; für einen gemütlichen Herbstnachmittag ist die Geschichte aber trotzdem wunderbar geeignet.
High Society, Klatsch und jede Menge Drama
Royal Rumors: How (Not) to Fall in Love von Tina Köpke
Auf Royal Rumors bin ich vor allem wegen des Versprechens „Maxton Hall trifft auf Gossip Girl“ aufmerksam geworden und tatsächlich bekommt man hier genau die Mischung aus College Romance, High Society, Klatschpresse, ein bisschen Intrigen und Drama, die ich erwartet hatte.
Das Cover gefällt mir persönlich zwar nicht besonders, passt aber zumindest zur Geschichte, denn die Klatschpresse und die Gerüchte rund um die High Society spielen eine wichtige Rolle.
Auch sonst ist Royal Rumors ein ziemlich typischer Vertreter des Romance-Genres: Man weiß relativ schnell, worauf die Geschichte hinauslaufen wird, und wirkliche Überraschungen oder unerwartete Wendungen gab es für mich nicht.
Natalie und Ben mochte ich als Protagonisten grundsätzlich gerne. Natalie ist durch ihre familiäre Vergangenheit und ihre Erfahrungen mit der Klatschpresse geprägt und steht Beziehungen deshalb zunächst sehr skeptisch gegenüber. Trotzdem lässt sie sich auf den Deal mit Ben ein. Was mir bei ihr allerdings etwas gefehlt hat, war die Entwicklung hin zu mehr Selbstständigkeit in ihren Entscheidungen. Immer wieder lässt sie sich von den Einstellungen und Meinungen anderer beeinflussen, leider meistens genau dann, wenn es wichtig gewesen wäre, sich eine eigene Meinung zu bilden oder diese zu vertreten.
Auch in die Gefühlswelt der beiden hätte ich gerne etwas tiefer hineingeschaut. Stellenweise wirkten die Protagonisten für mich etwas flach und manche Entwicklungen dadurch nicht ganz nachvollziehbar. Die Chemie zwischen Natalie und Ben war dafür definitiv vorhanden. Besonders ihre Kabbeleien zu Beginn haben mir richtig gut gefallen.
Etwas anstrengend fand ich dagegen die Nebencharaktere Warren und Josie. Ihre sehr seltsame und stellenweise übergriffige Dynamik war mir stellenweise einfach zu viel; insbesondere weil wir den Hintergrund ihrer Konflikte noch gar nicht wirklich kennen. Da die beiden offenbar noch ihren eigenen Band bekommen, kann ich mir allerdings vorstellen, dass sich einiges davon später noch aufklärt.
Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Er ist angenehm und locker und sorgt dafür, dass sich das Buch einfach wegliest. Trotz meiner Kritikpunkte wollte ich deshalb immer wissen, wie es weitergeht.
Insgesamt hatte ich mit Royal Rumors eine unterhaltsame Lesezeit. Wer College Romance mit Fake Dating, High Society, Klatschpresse und vorhersehbarem Romance-Plot mag, bekommt hier genau das, was draufsteht. Mir hätte die Geschichte an einigen Stellen etwas mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht, aber für gute Unterhaltung hat es allemal gereicht.
Ein herrlich herbstliches Detektivabenteuer
Der Kürbisdieb von Alice Hemming
Nach Der Schneedieb ist Der Kürbisdieb bereits unser zweites Buch rund um das Eichhörnchen und auch dieses Abenteuer hat uns wieder begeistert.
Eichhörnchen und Vogel haben gemeinsam fünf Kürbisse großgezogen. Doch plötzlich verschwindet einer nach dem anderen. Für Eichhörnchen ist natürlich sofort klar: Hier muss ein Kürbisdieb am Werk sein! Als dann auch noch Vogel spurlos verschwindet, ist der Fall endgültig klar und Eichhörnchen macht sich auf die Suche nach dem Täter.
Dabei sammelt es fleißig Hinweise und verfolgt Federn, Fußabdrücke und Schleifspuren. Die Auflösung ist letztlich zwar einfach, aber dafür logisch und passt wunderbar zur Geschichte.
Besonders schön fand ich, dass es dabei nicht nur um die spannende Suche nach dem vermeintlichen Dieb geht. Die Geschichte erzählt auf warmherzige Weise von Freundschaft und davon, dass man manchmal etwas Geduld braucht, bevor sich ein Rätsel tatsächlich lösen lässt. Und natürlich darf auch eine gehörige Portion Eichhörnchen-Einfallsreichtum nicht fehlen.
Wie schon bei Der Schneedieb sind die Illustrationen für mich ein echtes Highlight. Sie sind liebevoll und detailreich gestaltet und stecken voller kleiner witziger Szenen. Es macht einfach Spaß, sich die Bilder gemeinsam mit den Kindern genauer anzuschauen und immer wieder neue Kleinigkeiten zu entdecken.
Die Erklär-Seite am Ende des Buches hat mir ebenfalls gut gefallen. Dort werden einzelne Aspekte aus der Geschichte noch einmal aufgegriffen und zusätzliche Informationen vermittelt. Das ist nicht nur eine schöne Ergänzung, sondern macht das Buch auch für etwas größere Kinder interessant, die vielleicht schon genauer wissen möchten, was hinter dem Gelesenen steckt.
Eine warmherzige, spannende und humorvolle Herbstgeschichte zum Vorlesen und Miträtseln und für uns eine wundervolle Erweiterung des Bücherregals.
Fake Dating mit Herz und Tiefgang
Only Between Us von Ellie K. Wilde
Only between us hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich hatte eine tolle Zeit mit Siena und Brooks und konnte das Buch dank des wunderbar flüssigen Schreibstils kaum aus der Hand legen. Die Geschichte ist mit viel Witz, Charme und Warmherzigkeit erzählt, ohne dass dabei die emotionaleren Seiten der Figuren zu kurz kommen.
Auch der Spice kommt definitiv nicht zu kurz und ist nicht nur hot, sondern angenehm abwechslungsreich. Siena und Brooks sind dabei durchaus erfinderisch.
Geschrieben ist die Geschichte im Dual POV, sodass wir sowohl Sienas als auch Brooks' Perspektive kennenlernen. Das führt natürlich wie so oft dazu, dass man als Leser*in zwischendurch am liebsten beide einmal kräftig schütteln möchte, weil ein klärendes Gespräch offenbar viel zu einfach wäre. Gleichzeitig konnte ich die Gedanken und Entscheidungen beider sehr gut nachvollziehen.
Siena wirkt nach außen unglaublich stark, hat ihre Verletzlichkeit und die Erfahrungen ihrer Vergangenheit aber sehr gut hinter dieser Fassade versteckt. Brooks steht ihr darin in nichts nach. Beide wurden von Menschen verletzt, die auf den ersten Blick gewisse Ähnlichkeiten mit dem jeweils anderen haben. Umso schöner fand ich, dass beide offen genug bleiben, ihre anfänglichen Vorurteile zu hinterfragen und zu erkennen, dass sie sich in ihrer Einschätzung geirrt haben.
Ich liebe den Fake-Dating-Trope ohnehin, aber hier hat mir besonders gefallen, dass die Geschichte nicht nur die klassischen Elemente dieses Tropes bedient. Hinter dem vermeintlichen Spiel steckt deutlich mehr: Es geht um Vertrauen, Verletzlichkeit, vergangene Verletzungen und darum, einem anderen Menschen trotz schlechter Erfahrungen eine echte Chance zu geben.
Dazu kommen jede Menge Humor, Herzklopfen und zwei Protagonisten, deren Dynamik einfach Spaß macht. Für mich eine rundum gelungene Sports Romance und ein Buch, mit dem ich eine richtig tolle Lesezeit hatte.
Zwei Klassiker, eine überraschend gute Kombination
Carcassonne Labyrinth - Gesellschaftsspiel & Brettspiel ab 8 Jahre von Klaus-Jürgen Wrede; Max J. Kobbert
Ich war ehrlich gesagt zunächst ziemlich skeptisch, als ich gehört habe, dass hier Carcassonne und Das verrückte Labyrinth miteinander kombiniert werden. Zwei Klassiker in ein neues Spiel zu packen, kann schließlich auch schnell nach „Wir nehmen zwei bekannte Namen und schauen mal, was daraus wird“ klingen.
Zum Glück ist das bei Carcassonne Labyrinth überhaupt nicht der Fall.
Das Spielgefühl der beiden Klassiker wurde tatsächlich sinnvoll miteinander verbunden. Man schiebt die Plättchen wie beim verrückten Labyrinth, verändert dadurch ständig die Wege und muss gleichzeitig seine eigene Landschaft mit Straßen und Städten aufbauen. Dabei wirkt die Kombination weder überladen noch gewollt, sondern erstaunlich stimmig. Carcassonne Labyrinth fühlt sich tatsächlich wie ein eigenständiges Spiel an und nicht einfach wie ein Mash-up zweier bekannter Spiele.
Auch der Einstieg ist angenehm unkompliziert. Die Regeln sind schnell erklärt und nicht besonders anspruchsvoll, sodass man direkt losspielen kann. Die Partien bleiben außerdem schön kurz, was gerade für die empfohlene Altersklasse ab acht Jahren gut passt. Trotzdem ist das Spiel auch für uns Erwachsene keineswegs langweilig: Wer seinen Zug nicht nur irgendwie, sondern möglichst clever planen möchte, muss durchaus ein bisschen den Kopf einschalten.
Für geübtere Spieler gibt es zusätzlich eine Profi-Variante, die noch einmal etwas mehr Denkarbeit ins Spiel bringt. Dadurch lässt sich Carcassonne Labyrinth sowohl als kurzes Spiel zwischendurch als auch wunderbar als kurzes Spiel nach einer längeren Spielerunde einsetzen. Besonders schön finde ich außerdem, dass es eine Solo-Variante gibt.
Bei der Ausstattung gibt es allerdings noch etwas Luft nach oben. Die Haptik der Landschaftsplättchen gefällt mir sehr gut und erinnert tatsächlich stark an die originalen Carcassonne-Plättchen. Etwas enttäuschend fand ich dagegen die Qualität der Karten für die Profi-Variante. Auch das Inlay könnte praktischer gestaltet sein. Eine zusätzliche Plastiktüte für das Spielmaterial hätte den Auf- und Abbau deutlich erleichtert.
Trotz dieser kleinen Kritikpunkte hat mich Carcassonne Labyrinth wirklich positiv überrascht. Die Mischung aus Schieben, Bauen und taktischem Planen funktioniert besser, als ich zunächst erwartet hatte. Das Spiel ist schnell erklärt, bietet kurze Partien und trotzdem genug Denkarbeit, damit auch Erwachsene ihren Spaß daran haben.
Von uns wird Carcassonne Labyrinth jedenfalls sicher noch öfter aus dem Regal geholt.











