Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Warmherzig, romantisch, aber etwas bisschen holprig
Stay von Sarina Bowen; Elle Kennedy
Stay erzählt eine warmherzige Geschichte über zwei Menschen, die in der Liebe enttäuscht wurden und trotzdem noch einmal die Chance bekommen, ihr Glück zu finden.
Hailey und Matt mochte ich als Protagonisten sehr gerne. Gerade Haileys Nervosität Matt gegenüber fand ich zu Beginn richtig süß; immerhin trifft sie auf ihren Lieblingskunden und gleichzeitig auf den Mann, für den sie schon lange schwärmt.
Irgendwann wurde mir ihre Nervosität allerdings ein bisschen zu viel und hätte für mich etwas früher nachlassen dürfen. Ihre Beziehung entwickelt sich authentisch, auch wenn sie sich durch Matts Reisen nicht oft sehen können. Mir gefällt, wie beide mit den Verletzungen in ihren vergangenen Beziehungen umgehen, auch wenn diese sie manchmal noch vor Probleme stellen, die sie gemeinsam lösen müssen.
Besonders gut gefallen hat mir auch das Drumherum. Der Zusammenhalt zwischen den Spielerfrauen fand ich richtig schön, und über den Auftritt von Wesmie habe ich mich ganz besonders gefreut. Diese beiden habe ich schon in ihren Büchern sehr geliebt und dementsprechend gerne wieder von ihnen gelesen.
Auch Matts Töchter waren für mich ein absolutes Highlight. Die beiden sind einfach zuckersüß und haben die Geschichte mit ihrer Art immer wieder aufgelockert. Gerade die Familienmomente haben für mich noch einmal eine schöne zusätzliche Wärme in die Geschichte gebracht.
Den Schreibstil von Sarina Bowen und Elle Kennedy mag ich eigentlich sehr gerne, allerdings war er mir hier stellenweise etwas zu platt. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Kapiteln wirkten auf mich nicht immer ganz flüssig, sodass die Geschichte an manchen Stellen etwas holprig vorankam.
Insgesamt hat mir Stay gut gefallen. Die Geschichte ist warmherzig, romantisch und bietet sympathische Charaktere sowie einige sehr schöne Nebenfiguren.
Das Setting trägt die Geschichte
Tokyo Seasons von Anne Pätzold
Tokyo Seasons ist für mich vor allem wegen seines ungewöhnlichen Settings und seiner besonderen Protagonistin ein interessantes Buch; die Liebesgeschichte selbst konnte mich allerdings nicht ganz erreichen.
Mit dem Schreibstil hatte ich anfangs meine Probleme. Es gibt immer wieder Sätze, die grammatikalisch für mich nicht vollständig wirken und mich dadurch aus dem Lesefluss gebracht haben.
Abgesehen davon lässt sich das Buch aber gut und angenehm lesen.
Besonders ungewöhnlich fand ich die Liebesgeschichte und Caitlyn als Protagonistin. Sie empfindet und denkt in vielen Dingen anders als die meisten Menschen und hat sich bisher schwer damit getan, jemanden zu finden, der sie wirklich versteht und so akzeptiert, wie sie ist. Dadurch ist ihre Geschichte definitiv etwas anderes als eine klassische Romance.
Allerdings bleiben mir Caitlyns Gefühle insgesamt etwas zu oberflächlich. Eine gewisse Anziehung zu Jude ist durchaus spürbar, aber gerade hier hätte ich mir deutlich mehr Tiefe gewünscht. Die Liebesgeschichte entwickelt sich außerdem wirklich extrem langsam und das war für mich irgendwann einfach zu langsam, um mich noch richtig zu fesseln.
Ohnehin ist Tokyo Seasons keine reine Liebesgeschichte. Eigentlich haben alle Figuren ihre eigenen Themen mit ihren Familien oder einzelnen Familienmitgliedern, und diese Handlungsstränge nehmen teilweise ziemlich viel Raum ein. Dadurch kommen auch ernstere Themen in die Geschichte. Wer also eine Romance mit etwas Familienhintergrund erwartet, könnte überrascht sein, wie viel Platz diese anderen Geschichten tatsächlich bekommen.
Mein persönliches Highlight war deshalb ganz klar das Setting. Die Beschreibungen von Tokio, Kyoto und den verschiedenen Orten haben mir richtig gut gefallen. Auch das Essen und die landestypischen Eindrücke werden so anschaulich beschrieben, dass ich mich beim Lesen wunderbar nach Japan versetzen konnte. Gerade hier hätte ich mir statt des für mich etwas wahllos wirkenden Page-Overlays sogar eine kleine Karte von Tokio mit den einzelnen Stadtteilen gewünscht. Das hätte für mich perfekt zum Buch gepasst und gleichzeitig geholfen, die vielen Orte einzuordnen.
Insgesamt hat sich die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr gezogen. Das Buch ist keineswegs schlecht; im Gegenteil, es hat eine interessante Ausgangsidee, besondere Figuren und ein wirklich gelungenes Setting. Nur hat es meinen persönlichen Geschmack nicht zu hundert Prozent getroffen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht richtig fesseln, und ich habe vor allem weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie Caitlyns Suche nach ihrem Vater ausgeht.
Für mich ist Tokyo Seasons deshalb ein interessantes Buch mit einem tollen Japan-Setting und einer ungewöhnlichen Protagonistin, bei dem insbesondere die Romance für meinen Geschmack aber etwas mehr Tiefe und Dynamik hätte vertragen können.
Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann
Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns von Finn-Ole Heinrich; Dita Zipfel
Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns kann eine wunderbare Begleitung durch die Adventszeit sein. Die Geschichte ist spannend erzählt und eignet sich durch ihre 24+1 Kapitel gut dafür, jeden Tag ein Stück weiterzulesen.
Bosco trägt die Geschichte dabei ganz klar. Seine kindliche Logik bei der Suche nach Beweisen für die Existenz des Weihnachtsmanns ist für Erwachsene vielleicht nicht immer sofort nachvollziehbar, für Kinder in seinem Alter dürfte sie dagegen ziemlich gut funktionieren.
Gemeinsam mit seinem kuscheligen Assistenten Ökkel sammelt Bosco Indizien und versucht, seine Vermutungen zu überprüfen. Dabei können die kleinen Leserinnen und Leser selbst zu Detektivinnen und Detektiven werden und miträtseln. Besonders schön fand ich, dass es am Ende einiger Kapitel immer wieder kleine Wendungen gibt, die neugierig auf die Auflösung am nächsten Tag machen.
Allerdings sollten Eltern im Hinterkopf behalten, dass die Geschichte auch Zweifel an der Existenz des Weihnachtsmanns thematisiert. Für Kinder, die noch fest an den Weihnachtsmann glauben, könnte das durchaus dazu führen, dass sie selbst anfangen, ihre bisherigen Vorstellungen zu hinterfragen. Ob das für die eigene Familie passend ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden.
Etwas schwierig fand ich außerdem den Einstieg in die Geschichte. Die Figuren werden nicht wirklich eingeführt. Da wir Bosco vorher noch nicht kannten, waren wir anfangs etwas überfordert damit, wer nun eigentlich wer ist und in welcher Beziehung die verschiedenen Figuren zueinander stehen. Hier hätte ich mir eine etwas klarere Einführung gewünscht.
Mein größter Kritikpunkt betrifft allerdings Boscos Sprache. Er kann noch nicht alle Wörter richtig aussprechen und sagt beispielsweise Avenzkalender statt Adventskalender. Grundsätzlich finde ich es schön und auch realistisch, wenn die kindliche Sprache einer Figur aufgegriffen wird. Problematisch wird es für mich aber dann, wenn die falsche Aussprache im Buch nicht ein einziges Mal korrigiert wird.
Gerade bei einem Kinderbuch für diese Altersgruppe sollte für mich auch die Sprachentwicklung eine Rolle spielen. Wenn Kinder beim Vorlesen oder später beim eigenen Lesen immer wieder eine falsche Aussprache als korrektes Wort präsentiert bekommen, finde ich das zumindest unglücklich. Die kindliche Sprache einer Figur kann natürlich bewusst als Stilmittel eingesetzt werden, trotzdem hätte ich mir hier gewünscht, dass beispielsweise eine andere Figur Bosco einmal ganz selbstverständlich korrigiert.
Insgesamt hat die Geschichte einige schöne Ideen. Die Detektivgeschichte macht Spaß, Bosco ist eine sympathische Hauptfigur und durch die kleinen Cliffhanger am Kapitelende bleibt man neugierig. Gleichzeitig haben mich der etwas holprige Einstieg und vor allem der Umgang mit Boscos falscher Aussprache gestört.
Die richtige Reihenfolge finden
Zuerst, danach, ... und dann? Auf dem Spielplatz von Angela Gully
Zuerst, danach, ... und dann? ist ein schön gestaltetes Kartenlegespiel, bei dem Kinder kleine Geschichten in die richtige zeitliche Reihenfolge bringen müssen. Die insgesamt neun Bildgeschichten bestehen aus jeweils drei oder vier Karten und zeigen verschiedene Situationen rund um den Spielplatz.
Die Karten sind farbenfroh und schön illustriert.
Da die dargestellten Situationen aus dem Alltag der Kinder stammen, dürften viele Abläufe schnell wiedererkannt werden. Ob beim Schaukeln, Sandburgenbauen oder Malen mit Straßenkreide: die einzelnen Handlungsschritte sind grundsätzlich bekannt. Trotzdem müssen die Kinder genau hinschauen, denn jede Karte zeigt jeweils eine Veränderung in der Situation, anhand derer sich die richtige Reihenfolge erkennen lässt.
Gut gefällt mir, dass das Spiel nicht nur eine einzige Spielmöglichkeit bietet. Die Anleitung beschreibt verschiedene Varianten, bei denen beispielsweise die richtige Reihenfolge gelegt, ein Fehler im Ablauf erkannt oder Fragen zu den einzelnen Geschichten gestellt werden können. Dadurch lässt sich das Material flexibel einsetzen und nicht nur zum klassischen Zuordnen der Karten verwenden. Gerade durch die Fragen und das anschließende Nacherzählen wird neben dem logischen Denken und der Konzentration auch die Sprachentwicklung gefördert.
Auch für größere Gruppen bietet das Spiel Möglichkeiten. Durch die unterschiedlichen Varianten kann das Material beispielsweise im Kindergarten oder in einer Schulklasse eingesetzt werden und muss nicht ausschließlich als Spiel für zwei Personen verstanden werden.
Die Karten selbst liegen angenehm in der Hand und haben abgerundete Ecken. Sie sind groß genug, damit die Illustrationen gut zur Geltung kommen, ohne dass die Karten dabei unhandlich werden.
Bei der angegebenen Altersspanne von 4 bis 8 Jahren bin ich allerdings etwas unsicher. Für jüngere Kinder finde ich die Aufgaben gut geeignet, gerade weil die Abläufe aus ihrem eigenen Alltag bekannt sind. Für ältere Kinder könnte das reine Ordnen der drei- oder vierteiligen Bildgeschichten dagegen schnell zu einfach werden. Natürlich lässt sich der Schwierigkeitsgrad durch die verschiedenen Spielvarianten etwas erhöhen, aber gerade als Grundlage für eine eigene Geschichte oder anspruchsvollere sprachliche Aufgaben könnte ich mir für Kinder bis 8 Jahren noch komplexere Bildfolgen vorstellen.
Insgesamt gefällt uns Zuerst, danach, ... und dann? als Lern- und Sprachspiel aber gut. Die Karten sind ansprechend gestaltet, die Aufgaben fördern genaues Beobachten und logisches Denken und durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten lässt sich das Material auch über das reine Legen der Reihenfolgen hinaus nutzen. Besonders für jüngere Kinder sowie als ergänzendes Material zur Sprachförderung sehe ich hier viele gute Einsatzmöglichkeiten.
Natur und Technik kindgerecht erklärt
Natur und Technik - Das Duden Kinderlexikon von Anke Peterson; Svenja Ernsten
Das Duden Kinderlexikon Natur und Technik ist ein klassisches Kinderlexikon, das eine große Bandbreite an Themen aus Natur, Technik und dem Alltag abdeckt. Die über 350 Begriffe sind alphabetisch sortiert und laden sowohl zum gezielten Nachschlagen als auch zum einfachen Stöbern ein. Dabei gibt es je nach Buchstabe unterschiedlich viele Einträge.
Schade finde ich allerdings, dass die Buchstaben X und Y komplett fehlen.
Für jeden Buchstaben gibt es eine eigene Startseite, auf der mit Pfeilen auch die richtige Schreibweise des jeweiligen Buchstabens dargestellt ist. Das gefällt mir besonders im Hinblick auf die angegebene Zielgruppe, die oftmals ja gerade Schreiben lernt oder gelernt hat.
Die einzelnen Begriffe werden durch eine gelungene Mischung aus Fotos und Zeichnungen ergänzt. Dadurch werden die Erklärungen anschaulicher und auch jüngere Kinder können sich vieles besser vorstellen. Praktisch finde ich außerdem die Verweise auf andere Begriffe, über die man bei Interesse noch tiefer in ein Thema einsteigen kann.
Die Erklärungen sind kindgerecht formuliert. Die Sätze sind angenehm kurz und verständlich, sodass das Lexikon tatsächlich schon für Kinder ab etwa 5 Jahren geeignet ist. Während jüngere Kinder vermutlich noch gemeinsam mit Erwachsenen darin stöbern, können Grundschulkinder später immer mehr selbstständig nachschlagen und sich Wissen aneignen.
Gerade dadurch können Kinder hier auch erste Erfahrungen im Umgang mit einem Lexikon und mit der gezielten Informationssuche sammeln. Sie lernen, dass man Informationen nicht immer nur von vorne bis hinten lesen muss, sondern gezielt nach einem Begriff suchen und sich von dort aus über weitere Verweise zu einem Thema vorarbeiten kann. Das finde ich gerade als Vorbereitung auf die spätere selbstständige Recherche sehr wertvoll.
Für etwas umfangreichere Themen gibt es zusätzlich sogenannte Entdeckerseiten. Hier werden verschiedene Informationen kompakt zusammengefasst und teilweise ebenfalls auf einzelne Begriffe im Lexikon verwiesen. Dadurch bekommt man einen guten Überblick über ein Thema und kann anschließend gezielt weiterlesen.
Begleitet wird die Wissensreise von Hund Schnüffel und Roboter Dudu. Die beiden lockern das ansonsten eher klassische Lexikonformat auf und weisen zwischendurch noch einmal auf besondere oder interessante Dinge hin.
Insgesamt gefällt uns das Konzept richtig gut. Gerade für Kinder, die sich für Natur und Technik interessieren, gibt es hier jede Menge zu entdecken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Buch bei uns noch sehr häufig aus dem Regal gezogen werden wird.
Eine ungewöhnliche Freundschaft
Sirga und Valentin. Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft von Valentin Grüner
Sirga und Valentin erzählt die warmherzige Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Wildtier. Da uns Sirga und Valentin bisher noch unbekannt waren, war die Geschichte für uns eine schöne Gelegenheit, die beiden kennenzulernen und mehr über ihre besondere Verbindung zu erfahren.
Die Geschichte wird aus Sirgas Sicht erzählt, wodurch Kinder ihre Erlebnisse unmittelbar miterleben können. Der Text ist sprachlich altersgerecht für Kinder ab etwa 5 Jahren und auch die Länge der einzelnen Passagen fanden wir gut zum Vorlesen geeignet. Inhaltlich werden allerdings nicht nur leichte Themen angesprochen. Neben Sirgas Alltag und ihren Erlebnissen geht es auch um Krankheit und Tod sowie um Natur- und Tierschutz. Diese Themen werden zwar kindgerecht aufgegriffen, sind für mein Empfinden teilweise aber eher für etwas ältere Kinder geeignet. Das ist für mich auch der größte kleine Haken an der ansonsten schönen Geschichte.
Besonders toll finde ich die Möglichkeit, an passenden Stellen über die KOSMOS-plus-App Videos anzuschauen. Dadurch werden Sirga und Valentin für die Kinder noch einmal ganz anders erlebbar. Sie können die beiden nicht nur in den Illustrationen und im Text kennenlernen, sondern sie auch in echten Aufnahmen sehen. Gerade bei einer wahren Geschichte über ein Wildtier finde ich diese Ergänzung sehr gelungen.
Auch die Illustrationen haben uns gut gefallen. Sie sind eher einfach gehalten, vermitteln aber einen guten Eindruck von Sirgas Lebensumfeld. Dadurch können sich auch jüngere Kinder gut vorstellen, in welcher Umgebung Sirga aufwächst und lebt.
Am Ende des Buches gibt es außerdem noch einen Abschnitt mit Fragen an Valentin. Dadurch erfahren die Kinder noch mehr über die Geschichte und gleichzeitig wird die Bedeutung von Natur- und Tierschutz noch einmal deutlich hervorgehoben. Diese Ergänzung hat mir gut gefallen, weil sie die Geschichte nicht einfach mit der letzten Seite enden lässt, sondern noch einmal einen Bezug zur Realität und zum Schutz von Tieren herstellt.
Insgesamt ist Sirga und Valentin eine schöne und besondere Geschichte über Vertrauen, Freundschaft und das Zusammenleben von Mensch und Tier.
Eine ungewöhnliche Mischung aus Geschichte und Sachwissen
Nase & Weis - Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? von Michael Engler
Nase & Weis – Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? verbindet eine liebevoll erzählte Geschichte mit kindgerechtem Sachwissen und schafft damit eine für uns eher ungewöhnliche, aber richtig schöne Mischung.
Im Mittelpunkt stehen die Maus Nase und der Eisbär Weis. Als Nase sich fragt, warum sie eigentlich immer nach unten fällt, beschließt Weis, gemeinsam mit ihr der Sache auf den Grund zu gehen.
Daraus entwickelt sich nicht nur eine kleine Forschungsreise rund um die Schwerkraft, sondern auch der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Weis war bisher ziemlich einsam und freut sich sichtlich darüber, endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er gemeinsam Fragen stellen, experimentieren und nach Antworten suchen kann. Die beiden sind dabei einfach ein sympathisches Duo, dessen Freundschaft man gerne beim Entstehen begleitet.
Besonders gut gefallen uns die niedlichen Illustrationen. Sie sind detailreich und unterstreichen die Geschichte immer wieder mit humorvollen Elementen. Gerade bei den Experimenten und Erklärungen helfen die Bilder außerdem dabei, die Inhalte anschaulich zu vermitteln.
Die Kombination aus Geschichte und Sachbuchwissen funktioniert für mich richtig gut. Die Informationen werden nicht einfach in einem separaten Sachteil präsentiert, sondern ergeben sich direkt aus Nases Frage und den gemeinsamen Untersuchungen der beiden. Dadurch erfahren Kinder unter anderem, was es mit der Erdanziehungskraft auf sich hat, wer Isaac Newton war oder welche Rolle Fliehkräfte und der Mond spielen. Die Erklärungen sind dabei altersgerecht und verständlich aufbereitet.
Besonders toll finde ich, dass Kinder ganz nebenbei an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden. Nase und Weis stellen zunächst eine These auf, beobachten, überlegen, führen Experimente durch und werten anschließend ihre Erfahrungen aus. So können Kinder nachvollziehen, wie man sich Schritt für Schritt einer Antwort nähert und aus Beobachtungen Erkenntnisse gewinnt. Und auch ein Experiment, das nicht wie geplant funktioniert, ist dabei kein Misserfolg, sondern liefert neue Erkenntnisse. Ich finde es schön, dass Wissenschaft hier nicht als etwas Abstraktes vermittelt wird, sondern als etwas, das mit Neugier, Ausprobieren und gemeinsamen Fragen beginnt.
Auch für das Vorlesen eignet sich das Buch sehr gut. Die Informationen sind jeweils dort eingebunden, wo sie in der Geschichte gebraucht werden. Dadurch kann man beim gemeinsamen Lesen immer wieder innehalten, über die Erklärungen sprechen oder die eine oder andere Frage selbst weiterverfolgen. Gleichzeitig lässt sich die Geschichte auch gut selbstständig lesen.
Insgesamt ist Nase & Weis – Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? für uns eine richtig gelungene Mischung aus Sachbilderbuch und Freundschaftsgeschichte. Es vermittelt wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich, macht neugierig und zeigt gleichzeitig, wie viel Spaß es machen kann, gemeinsam Fragen zu stellen und Antworten zu suchen.
Tolle Unterhaltung
Best Enemies Forever Die Connovan Chronicles von Olivia Hayle
Best Enemies Forever ist eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Die Kombination aus Enemies-to-Lovers und Fake Marriage bietet natürlich einiges an Potenzial für Drama und romantische Verwicklungen. Wirklich überrascht hat mich die Handlung allerdings nicht; vieles war doch recht vorhersehbar.
Trotzdem hat das dem Unterhaltungswert keinen großen Abbruch getan.
Besonders gut gefallen hat mir das Hörbuch selbst. Die beiden Sprecher haben der Geschichte toll Leben eingehaucht und waren für mich sehr angenehm anzuhören. Dadurch konnte ich mich gut auf die Geschichte einlassen und habe gerne weitergehört.
Auch die Charaktere waren für mich insgesamt gut zugänglich. Gabriel war mir zu Beginn allerdings eher unsympathisch. Im Laufe der Geschichte hat er sich aber positiv entwickelt, sodass ich ihn mit der Zeit deutlich besser verstehen und auch mehr mit ihm anfangen konnte.
Die Beziehung zwischen Gabriel und Constance hat sich für mich authentisch und glaubwürdig entwickelt. Obwohl ihre Familiengeschichte einiges an Konfliktpotenzial bietet und ihnen von verschiedenen Seiten Misstrauen entgegengebracht beziehungsweise immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, hatte ich nicht das Gefühl, dass ihre Gefühle plötzlich aus dem Nichts entstanden sind. Die Annäherung der beiden hat für mich gut funktioniert.
Interessant fand ich außerdem, dass nicht nur die sich entwickelnde Beziehung der beiden im Mittelpunkt steht, sondern auch die Dynamik innerhalb ihrer jeweiligen Familien. Bei beiden Familien wird ziemlich deutlich, welchen Stellenwert das Business hat. Geschäftliche Interessen scheinen häufig über persönlichen Beziehungen zu stehen, was natürlich auch erklärt, warum die Ehe von Constance und Gabriel für ihre Familien ein so großes Problem darstellt. Dadurch bekommt die Geschichte neben der Romance noch eine zusätzliche Ebene.
Insgesamt ist Best Enemies Forever für mich eine schöne und unkomplizierte Unterhaltung. Die Geschichte ist zwar vorhersehbar, hat mir aber trotzdem Spaß gemacht. Die sympathischen Charaktere, die glaubwürdige Entwicklung der Beziehung und vor allem die tollen Sprecher haben dafür gesorgt, dass ich gerne weitergehört habe.
Sympathische Protagonistin, schwieriger Love Interest
Ein City Girl küsst man nicht von Sofia Kus
Ein City Girl küsst man nicht ist ein schöner Kleinstadt-Roman mit einem gemütlichen Setting, sympathischen Nebenfiguren und einer Protagonistin, die mir besonders zu Beginn richtig gut gefallen hat. Ganz überzeugen konnte mich die Geschichte allerdings nicht.
Der Schreibstil von Sofia Kus lässt sich angenehm und flüssig lesen.
Allerdings sind mir im Verlauf immer wieder ähnliche Formulierungen aufgefallen. Gerade in vergleichbaren Situationen wurden teilweise sehr ähnliche Sätze oder dieselben Begriffe verwendet, was für mich den Eindruck von Wiederholungen erzeugt hat.
Pixie mochte ich als Protagonistin zunächst sehr gerne. Sie schießt zwar manchmal etwas übers Ziel hinaus, aber gleichzeitig lässt sie sich nichts gefallen und steht für sich selbst ein. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand es schön, dass sie im Laufe der Geschichte immer wieder selbst die Initiative ergreift und für sich einsteht. Gegen Ende hat mich ihre Entwicklung allerdings etwas enttäuscht.
Clayton hatte es bei mir dagegen deutlich schwerer. Als typischer Grumpy-Protagonist ist er natürlich zunächst nicht unbedingt darauf ausgelegt, besonders sympathisch zu wirken. Dass er durch seine letzte Beziehung verletzt wurde und diese Erfahrung noch immer mit sich herumträgt, erklärt zwar einiges an seinem Verhalten. Trotzdem war er mir über weite Strecken zu sprunghaft und vor allem zu wenig verlässlich. Auch sein Misstrauen Pixie gegenüber konnte ich nicht immer nachvollziehen. Besonders seine Zweifel an ihren medizinischen Fähigkeiten fand ich schwierig, da Pixie schließlich bereits mehrere Monate Erfahrung aus einem Krankenhaus mitbringt und als Ärztin nicht völlig unvorbereitet nach Golden Lake kommt. Dadurch wirkte sein Verhalten auf mich teilweise unnötig überzogen.
Sehr gut gefallen hat mir dagegen die Freundesgruppe, die sich rund um Pixie und Clayton entwickelt. Besonders Fern, Claytons Schwester, mochte ich gerne. Durch sie findet Pixie schnell Anschluss und wird immer mehr Teil des Kleinstadtlebens.
Das Setting von Golden Lake ist für mich eine der größten Stärken des Buches. Die Kleinstadt wird wunderbar heimelig und gemütlich beschrieben, und auch ihre Bewohner scheinen Pixie schnell ins Herz zu schließen. Dadurch entsteht eine angenehme Wohlfühlatmosphäre, die für mich einen großen Teil des Charmes der Geschichte ausmacht.
Das Ende kam mir dann allerdings etwas zu schnell. Gerade bei Pixies Entwicklung hätte ich mir hier noch ein bisschen mehr gewünscht, damit sich ihre Entscheidungen und ihre weitere Entwicklung für mich runder anfühlen.
Insgesamt hatte Ein City Girl küsst man nicht also einige Punkte, die mir richtig gut gefallen haben: allen voran Pixie, die Freundesgruppe und das wunderschöne Kleinstadtsetting. Clayton und seine teilweise sprunghafte Art haben es mir dagegen schwer gemacht, die Liebesgeschichte vollständig nachzuvollziehen. Auch das Ende hätte für mich etwas ausführlicher sein dürfen.
Trotzdem war es insgesamt eine unterhaltsame und gemütliche Geschichte, bei der ich gerne Zeit in Golden Lake verbracht habe.
Ein gutes Buch für leseschwächere Kinder mit einem wichtigen Kritikpunkt
Mein ganz unglaublicher Opa von Anna Lisa Kiesel
Mein ganz unglaublicher Opa ist ein schön überschaubares Kinderbuch, das sich besonders an junge Leserinnen und Leser richtet, die sich mit dem Lesen noch etwas schwertun. Die knapp 80 Seiten, kurzen Kapitel, einfachen Sätze und die gut lesbare Schrift machen den Einstieg leicht. Die niedlichen Illustrationen lockern den Text auf und die Geschichte entwickelt einen guten Spannungsbogen, der zum Weiterlesen motiviert.
Auch inhaltlich lässt sich die Geschichte gut verfolgen. Greta ist als Hauptfigur lebendig erzählt und ihre Gefühle sind nachvollziehbar. Besonders als ihre erfundenen Opa-Geschichten aufzufliegen drohen, kann man ihre Panik gut nachempfinden. Sehr gut gefallen hat mir außerdem ihr Freund Raffael, der ihre Lügen von Anfang an kritisch sieht und sich nicht einfach von ihren Geschichten mitreißen lässt.
Allerdings hätte ich mir von Greta am Ende mehr Einsicht gewünscht. Gerade weil Wahrheit und Lügen ein wichtiges Thema der Geschichte sind, hätte ich schön gefunden, wenn sie aus ihren Erfahrungen gelernt hätte und nicht einfach nur froh ist, dass die Situation irgendwie gut ausgeht.
Mein größter Kritikpunkt ist jedoch die Darstellung von Greta und Anton. Greta lernt einen fremden älteren Mann kennen und geht mit ihm mit beziehungsweise nimmt etwas von ihm an. Dass sie kurz darüber nachdenkt, ob sie das überhaupt tun sollte, reicht mir hier nicht aus. Gerade bei einem Kinderbuch finde ich das problematisch, weil Kindern normalerweise sehr klar vermittelt wird, dass sie nicht mit Fremden mitgehen und nichts von ihnen annehmen sollen. Hier hätte ich mir eine andere Lösung für das Kennenlernen gewünscht.
Auch dass Greta offenbar viel Zeit mit Anton verbringt, ohne dass ihre Eltern davon wirklich etwas mitzubekommen scheinen, hat mir nicht gefallen. Hier hätte ich mir von Anton als erwachsenem Menschen mehr Verantwortungsbewusstsein und Transparenz gegenüber Gretas Eltern gewünscht.
Schade, denn ansonsten funktioniert das Buch als leicht zugängliches Leseabenteuer ziemlich gut. Es ist kurzweilig, verständlich und spannend erzählt und eignet sich durch seine Gestaltung sicherlich gut für Kinder, die noch nicht so sicher lesen. Auch die Geschichte selbst bietet interessante Themen rund um Fantasie, Freundschaft und den Umgang mit der Wahrheit.











